graphentag eisgetreten, der in der ersten Ok- toberwoche hier abgehalten wird.
* Kassel, 1. Sept. 1903. Dem Obstbauverein für den Regierungsbezirk Kaffel find anläßlich der diesjährigen in Hanau stattfindenden Ausstellung (2. bis 5. Oktober) vom Vorstande der Landwirtschaftskammer 50 Mark zu Ehrenpreisen, 50 Mark Zuschuß zu den allgemeinen Kosten, eine silberne Medaille, zwei bronzene Medaillen und drei Diplome bewilligt worden.
* Kassel, 1. Sept. 1903. Die Beendigung des Streiks der Bauhandwerker und der Aussperrung liegt auch im Interesse vieler Geschäftsleute und Gewerbetreibenden. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend läßt eine Anzahl angesehener Firmen - Inhaber ein Gesuch an den Oberbürgermeister Müller zirkulieren, dazu beitragen zu wollen, daß schleunigst eine Einigung herbeigeführt werde. Die Unterzeichner begründen ihr Gesuch damit, daß der seit 18 Wochen anhaltende Streik der Schreiner und die seit 5 Wochen betätigte Aussperrung der Bauhandwerker gcritz erheblichen Schaden für die hiesigen Geschäfte zur Folge haben. Die Petenten geben der Üeberzeugung Ausdruck, daß die Vorschläge des Oberhauptes der Stadt bei allen an diesem Jnteressenkampfe Beteiligten nicht ungehört bleiben werden. M M
* Mms, 1. Sept. 1903. Herr Stations- Vorsteher Fink von Finkenstein tritt mit Schluß dieses Jahres in den Ruhestand.
* Weimar, 1. Sept. 1903. > Ein Zwischenfall, der leicht ein tragisches Ende nehmen konnte, brachte vor einigen Tagen die Einwohner von Niedergrunstedt in nicht geringe Aufregung. Die Geschütze der im Orte verquartieiten Artillerie, unter Aufsicht des Postens auf einem freien Platze ausgestellt, wurden von verschiedenen Einwohnern und namentlich der Dorfjugend gebühr env angestaunt und, soweit es ging, betastet. Der allzufreundliche Posten ließ sich sogar herbei, den Versammelten die Konstruktion und Ladeeinrichtung der Geschütze so eingehend zu zeigen, daß er das Entzünden der Ladung markierte. Die Spannung der Anwesenden verwandelte sich jedoch im Nu in einen begreiflichen Schreck, als sich plötzlich das Geschütz mit donnerndem Knall entlud. Wie sich später herausstellte, war das einen blinden Schuß enthaltende Geschütz zu entladen vergessen worden. Als ein Glück mußte es bezeichnet werden, daß sich im Augenblick der Entladung niemand vor dem Geschütz befand. Als einziges Opfer fiel, wie die »Weint. Ztg/ erfährt, ein in der Nähe der Mündung grasender Ziegenbock, der durch den Schuß fortgeschleudert und getötet wurde. Die sofort angestellte Untersuchung ergab, daß noch weitere zwei Geschütze eine blinde Ladung enthielten.
* Erfurt, 1. Sept. 1903. Der Reichsposttelegraph soll bei dem Kaisermanöver auf besondere Anordnung des Kaisers soweit wie zweckdienlich zum Nachrichtendienst herangezogen werden. Die Postämter find bereits hiervon in Kenntnis gesetzt worden. Von den Resultaten dieses ersten Versuchs wird es abhängen, ob die getroffene Einrichtung eine dauernde werden wird.
* Geisenheim, 1. Sept. 1903. Wie wir dem ,RH. Bot/ entnehmen, soll das Kloster Notgottes um den Preis von 140,000 Mk. von der Frhrl. v. Zwirlein'schen Familie an eine Ordensgenossenschaft zurückgegeben worden sein.
vermischter.
• Dortmund, 1. Sept. 1903. Ein Lehrer aus Altenderne sollte in einer Schwur^erichtsverhandlung zu Dortmund über die Hauptzeugm, eine zu Ostern 1903 entlassene Schülerin, ein Leumundszeugnis abgeben. Er erklärte jedoch, sich über den Charakter des Mädchens nicht äußern zu können, da er damals 2 05 Schülerinnen gehabt uno sich über die Individualität der einzelnen nicht habe orientieren können.
* Soest, 1. Sept. 1903. In der vergangenen Nacht ist hier der größte Teil des Etablissements „Schützenhof" niedergebrannt. Der Kastellan ist den Flammen umgekommen.
* Stallupöue«, 1. Sept. 1903. Die .Ostdeutschen Grenzboten' melden: In dem Kirchdorfe Maidan (russisches Gouvernement S.mbirsk) zerstörte eine Feuersbrunst bei Sturmwind 307 Bauernhöfe mit sämtlichen korngefüllten Scheunen. Das Feuer brach am Tage aus, während die Bauern aus dem Felde mit Erntearbeiten beschäftigt waren.
(’) Kleine Nachrichten. Hamburg. In Kreisen der Biehkommissionäre und Schlächtermeister hat die Verhaftung des Viehkommissionärs Wittenburg, wohnhaft St. Pauli, großes Aufsehen hervorgerufen. Der Arrestant wird beschuldigt, die Viehmarttrbank in Hamburg um 80,000 Mk. betrogen zu haben. — Bern. Beim Edelweißsuchen auf der Arnischfluhen (Berner Oberland) stürzte Herr Obermeyer aus Erlenbach (Kanton Bern) ab; er wurde mit zerschmettertem Kopfe und gebrochenen Beinen tot aufgefunden. — St. Louis. Sechsundzwanzig Stunden lang hat der Pianist James Waterbury in St. Loms ununterbrochen Klavier gespielt. Er begann Samstagabend um 8 Uhr und spielte bis Sonntag abend um 10 Uhr. wobei er nur gelegentliche Pausen von fünf Sekunden harte. Die Kraftleiftung war die Folge einer Wette. Als ec aufhörte, waren seine Finger ganz mit Blasen bedeckt, seine Nerven zerrüttet und seine Glieder so wund, daß er sich kaum bewegen konnte. Ob jemand seine Leistung noch überboten hat, indem er ihm die ganze Zeit über zuhöite, wird leider nicht berichtet. — Meppen. Am Sonntag nachmittag (enterte aus der Hase ein mit fünf jungen Leuten besetztes Boot. Drei konnten sich retten, zwei ertranken. — Heidelberg. Die Studenten Ludwig Schmitt aus Zweibrücken und Emil Marx aus Schweinfurt wurden von der Ferienstraflammer wegen Zweikampfs zu je drei Monaten Festungshaft verurteilt. Der Mitangeklagte Wirt Pfaff aus Kleiugemünd, in dessen Wirtschaft der Säbelzweikampf stattfand, wurde frei- gesprochen. — Aachen. In dem benachbarten neutralen Moresnet herrscht seit den letzten Tagen außerordentlich starker Fremdenverkehr. Zahlreiche auswärtige Berichterstatter sind eingetroffen. Die Anmeldungen zum Spielklub mehren sich außerordentlich. — Augsburg. Unter dem vielver
sprechenden Titel „Fröhliches Leben" hat sich hier ein neuer Verein amtlich angemeldet und als Zweck bezeichnet — Festessen zu veranstalten! — Varis. 'Durch eine Bande 12- bis l'4jähriger Burschen wurde die während der Ferien unbewachte Volksschule von Lievin im Departement Pas de Calais vollständig auSgeplündert. —Petersburg. Am Samstag wurde in Petersburg ein von einem Russen gebautes, für 12 Mann berechnetes Unterseeboot vom Zaren besichtigt.
Neueste Nachrichten und Telegramme.
W. Dresden, 2. Sept. 1903. Der deutsche Städtetag wurde gestern abend namens der Stadt Dresden von Oberbürgermeister Beutler begrüßt. Vertreten sindI158 Groß- und Mittelstädte durch 334 Bürgermeister, Stadtverordneten-Vorsteher, Stadtverordnete und andere städtische Beamte. Die Verhandlungen haben heute vormittag begonnen. — Die Ausstellung wurde gestern nachmittag eröffnet. — Gegen 31/» Uhr fuhr der deutsche Kronprinz mit dem Prinzen Johann Georg vor dem festlich geschmückten Hauptportal des Ausstellungs-Palastes vor. Oberbürgermeister Beutler hielt die Begrüßungs-Ansprache, in welcher er dem Kronprinzen für die Auszeichnung, die er mit seinem Besuche den deusschen Städten erweise, dankte und das Gelöbnis der versammelten Vertreter zum Städtetage aussprach, das erhabene Lebensziel des Kaisers, die Stärkung der Macht und die Größe des Reiches nach außen und die Ausgleichung und Versöhnung der sozialen Gegensätze im eigenen Vaterlande, soweit sie es in ihrem Wirkungskreise könnten, zu fördern und zu unterstützen. Hierauf begann der Rundgang.
W. Görlitz, 2. Sept. 1903. Der Streik der Zittauer und Großschönauer Goldschläger, der 18 Wochen gedauert hat, ist beendet. Die Aufnahme der Arbeit erfolgt teilweise unter den alten Bedingungen und teilweise wurden geringe Lohnerhöhungen bewilligt. Die Streikkosten betragen 200000 Mark.
W. Haag, 2. Sept. 1903. Die gestrige Sitzung des ständigen internationalen Schiedsgerichts in der Venezuela-Frage, welcher die Mitglieder des ständigen Verwaltungsrates unter dem Vorsitz des Ministers des Aeußern beiwohnten, diente der Besprechung des bei den Beratungen einzuschlagenden Weges. Zwei Schiedsrichter und mehrere Delegierte der beteiligten Staaten sind noch abwesend. Die Preffe wurde nicht zugetassen.
W. Paris, 2. Aug. 1903. Eine Abordnung der Gesundheitskommission wird sich in nächster Zeit nach Deutschland begeben, um die Fragen der Wasserversorgung, der Bekämpfung der Tuberkulose und der epidemischen Krankheiten, sowie der Ernährung und Fleischversorgung des deutschen Heeres zu studieren, in welchem die Zahl der Todesfälle geringer als in
tir ist an» ahren, die
der ftanzöfifchen Armee ist. Die Kommission ist bereits heute abgereist; sie begibt sich zunächst nach Lüttich, dann über Aachen, Düsseldorf und Hamburg nach Berlin. Auch Dresden, Leipzig, Frankfurt und Straßburg sollen besucht werden.
W. Konstantinopel, 2. Sept. 1903. Eine hier eingetroffene Depesche besagt: Ein Dorf im Bezirk Dibre im Wilajet Monaft" M "**'
Briefkasten.
W. A. hier. Bei den preußischenLandtags- wahken ist wahlberechtigt jeder (elbständige Preuße, der das 24. Lebensjahr vollendet und nicht den Vollbesitz der bürgerlichen Rechte infolge rechts- kräftigen richterlichen Erkenntnisses verloren hat; ein solcher ist in der Gemeinde stimmberechtigter Urwähler, worin er seit sechs Monaten seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hat, sofern er nicht aus öffentlichen Mitteln Armenunterstützung erhält. Nach den Kommentaren gilt als unselbständig nur derjenige, der nicht verfügungsfähig ist (als Wahnsinnige, Verschwender), wer gefangen oder im Konkurse ist. Jeder Deutsche kann die Aufnahme in den preußischen Staatsverband verlangen, die kostenlos erfolgt. Sogleich nach der Ausnahme ist er, sofern die übrigen Bedingungen bei ihm zutreffen, wahlberechtigt. Nichtpreußische Deutsche, die setzt noch das preußische Staatsbürgerrecht zu erlangen suchen, können sich also an den bevorstehenden Land- tagswahier^noch^eteiligen^^^^^^^^^^^E
gezündet worden. Es wird fortgefahren, die Dörfer in der Gegend von Kaza und Sifchewo einzuäschern. Einzelheiten enthält die Depesche nicht.—Nach gestrigen telegraphischen Mittellungen aus türkischer Quelle sollen mehrere Banden auf Beschluß der jüngst in Sofia stattgehabten Versammlung der mazedonischen Komitees vorbereiten, die Grenze bei Küstendil und Bidwitza zu über- schreitm. Im Verlaufe des bei dem Dorfe Smilewo im Bezirk Kazaagostos, Wilajet Monastir, stattgehabten Zusammenstoßes wurde eine 60 Mann starke Bande gänzlich aufgerieben. Während 9 Tagen sind im Wilajet Monasttr über 300 Komitadschi getötet und verwundet worden.
W. Sofia, 2. Sept. 1903. Bei dem gestrigen Empfange im türkischen Kommissariat anläßlich des Tages der Thronbesteigung des Sultans wurde bemerkt, daß jeglicher bulgarische offizielle Vertreter fehlte. Nur der Fürst schickte seinen Generaladjutanten and Sekretär. Auch alle diplomatischen Vertreter mit Ausnahme des englischen hielten sich fern.
m. wetter-veovaHMngrn.
2. September 1903.
Temprrntm:6 Uhr abendS: 21,2'Eels. 17,0° fHeasw. „ 7 , morgens; 10,0° „ 8,0° *
„ 12 „ mittags: 23,5° „ 18,8° „
Die höchste Temperatur deS gestrigen Tages betrug 23,0° Celsius (18,4 Keaumur).
Die niedrigste Temperatur in vergangener Na chl betrug 11,5' Celsius (9.2’ Neaumur).
WnsserrvSrmr 7 Uhr abends: 20’; 7 Uhr morgens: 11°
Barometerstand vom 1. Sept, mittags 12 Uhr: 754, am 2. September 753 mm.
MntmnMchi Witternup für den 3 September: Andauernd sonniges, warmes Wetter; morgens Nebel.
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Umrechnung: 1 Pfd. Sterling = Mk. 20.40. 1 Frk., Lira, Peseta = 80 Pfg. 1 Oesterr. Gulden (Gold) = 2 Mk. 1 Oesterr. Gulden (Whrg.) = Mk. 1.70. 1 Oesterr.-Ung. Krone -= 85 Pfg. 1 holländischer Gulden — Mk. 1.60 1 alter Gold-Rubel --- Mk. 3.20. 1 Rubel, 1 alter Kredit-Rubel = Mk. 2.16. 1 Peso = Mk. 4. 1 Dollar — Mk. 4.20. 7 Gulden süddeutsche Währung = Mk. 12. 1 Mark Santo = Mk. 1.50.
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4 Rumä.am.Rte.v.90
4 Rumä.äuß.Rte.v.89
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4 Mein.Präm.lOOTHl.
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Dux-Bdb.Em.74i.G.
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Deutfch.Eff.-u.Wechselb. Deutsche BereinSbaick . Deutsch.tzypothb.Mein.
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2t/» Raab-Grazer 150 fl. inkl.Anrechtschein
3 Türkenlose 400 fl. .
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„ steuerfrei Ferd.Nordb.v.87gar. Franz Jos.-Bhna.S.
4
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Diskont.- Komman.- An.
187,70
—
Unverzinsliche Lose.
4
Galiz. Carl Ladw.
Dresdener Bank . . .
—
14640
4
Bhn. v. 90 i. S.
Kas ch.-Oderb.v.89i.G.
100,30
100,30
100—
Frankf.Hypothekenbank Mitteldeutsche Kredikbk. Oesterr. Kreditanstalt.
200- 114^0 205,90
200—
11440
Ansbach-Gunzenh. 7 fl.
Augsburger 7p....
Braunschweiger 20THI.
4
„ i. S- .
———-
202/25
5
6
4
Oesterr.Nordwestb.v.
74 i. G. . .
„ Lit. A. i. S. .
Oesterr.Südb.(Lomb).
107^0 107,40 9t -
6640
10140 93- 91,50 9040
107^0
107,40
94-
Preuß. Hyp.-AM. . .
ZuduftrieLe Attien.
Wo.
10940
Finnländische 10 Thl. .
Freiburger 15 Fs. . .
Mailänder 45 Lire. .
Badisch.Anllin-u.Sodaf.
443-
442,90
Mailänder 10 Lire. .
Höchster Farbwerke
376^0
37540
Meininger 7 fl. . . . Neuchateler 10 Fs.. . Oesterr. v. 1864 100 fl.. Oesterr.Kred.v.58 100 fl. Pappenheimer 7 fl. . .
8
5
4
3
8
3
Oesterr.-Ung.Staatsb.
Oesterr. St.-B. v. 83
„ 1. b. 8. Em.
„ 9. Em. . .
„ 10. Em. . .
64,80
10140
93- 91,80
90,60
Glettr.Schuckert.Nürnb.
„ Siemens L Halske Filzfabrik Fuldat. . . Verein. Schuhs. Fulda
98^0 129,50 100- IIO30
9940 12940 100- 110/20
Rordd.Wollkämmerei .
143-
14345
ÜNgar. Staats 100 fl. .
3
„ Ergänz-Netz
9240
vergwerkr-Attien.
Benettaner 30 Live . .
3
Oester.St-B.v.1895
85,40
8640
Bochumer Gußstahl *.
I8840
18440
Reichsbank-Diskonto:
Lombard-Zinsfuß:
3
Prag-Duxerb. . .
(83^0
84-
Buderus Eisenwerke .
116^50
113-
SeffeiT Sortge« Kurs
225—
225—
18740
I8640
182,10
181,75
18045
17940
231-
226,70
14540
14540
1 1
1 1
12040
11940
—
10240
135,90
13140
—
......
48/20
13540
13540
15440
15440
——
13040
1 1
1 1
128,40
__
59-
35,80
1
13840
138,75
86-
■ ■ —
35-
—
1 1 1 1
19,40
—
3240
420-
__
371 —
371—
42-
■
345-
34340
—
33,90
4°/«
4®/.
5®/»
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