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■■«■■■■■»■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■Ml flllda, Freitag, den 14. August 1903.

30. Jahrgang.

MB

Urogramm

der 50. Generalversammlung der Ratholiken Deutschlands,

Lölll 1903.

Sonntag, 23. Augnst,

Nachm. 6i'g Uhr: Feierliches Geläute der Kaiserglocke und sämtlicher Domglocken. 7 Uhr feierliches Geläute der übrigen Kirchen.

Abends 8 Uhr: Begrüßungsfeier im großen Gürzenichsaale.

Montag, 24. August,

Vorm. 8 Uvr: Feierliches Pontifikalamt im hohen Dome zur Anrufung des hl. Geistes.

Vorm. 91/« Uhr: I. geschlossene General­versammlung im großen Saale der Bürger­gesellschaft, Eingang Appellhofplatz.

Nachm. 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in den Räumen der Bürgergesellschaft.

Nachm. 5 Uhr: I. öffentliche General­versammlung in der Festhalle.

Dienstag, 25. Augnst,

Vorm. 8 Uhr: Feierliches Hochamt nach der Meinung des hl. Vaters in der Kirche Sankt Maria-Himmelfahrt, Marzellenstr.

Vorm. 9 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in der Bürgergesellschaft.

Vorm. 11 Uhr: II. geschlossene General­versammlung im großen Saale der Bürger­gesellschaft.

Nachm. 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in der Bürgergesellschaft.

Nachm. 5 Uhr: II. öffentliche General- versammlung in der Festhalle.

Abends 8 Uhr: Festabend mit Festspiel zur Jubelversammlung im großen Saale der Bürgergesellschaft.

Mittwoch, 26. August,

Vorm. 8 Uhr: Feierliches Requiem in der Kirche St. Maria im Kapitol für die verstorbenen Mitglieder der früheren Generalversammlungen.

Vorm. 9 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in der Bürgergesellschaft.

Vorm. 11 Uhr: III. geschloffene General­versammlung im großen Saale der Bürger­gesellschaft.

Nachm. 21/2 Uhr: Reliquienprozesfionim Dom.

Nachm. 31/2 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in der Bürgergesellschaft.

Nachm. 5 Uhr: III. öffentliche General­versammlung in der Festhalle.

Abends 8 Uhr: Gartenfest in der Flora.

Donnerstag, 27. August,

Vorm. 7 Uhr: Hl. Messen in der Intention des Bonifatiusvereins.

Vorm. 8 Uhr: IV. geschlossene General­versammlung in der Fest­

halle. -w

Vorm. 10^/2 Uhr:IV. öffentliche General­versammlung in der Festhalle.

Nachm. 3 Uhr: Festmahl im großen Saale der Bürgergesellschaft.

Die Sitzungen der Ausschüsse finden in folgenden Räumen statt:

I. (Papst, Römische Frage, Missionen, Ver­einswesen, Aeußeres, Formalien) im Vor­tragssaale der Bürgergesellschaft, Eingang Appellhofplatz.

II. (Soziale Fragen, Christliche Charitas) im Konzertsaal der Bürgergesellschaft, Eingang Röhrergasfe.

III. (Wissenschaft, Schule und Unterricht, Presse, Christliche Kunst) im Blauen Saal der Bürgergesellschaft, Eingang Röhrergasfe.

Bemerkungen zu dem Programm.

1. Anfragen und Mitteilungen allgemeinen Inhalts, sowie Anträge sind an den Vorsitzenden des Lokal-Komi­tees, Herrn Rechtsanwalt Justizrat Karl Custodis, Köln a. Rh., Römerturm 8, zu richten, die Anträge bis spätestens 13. August.

2. Die Bureaus der Finanz- und Anmeldekommisston, sowie der Wohnungskommission, welche sich nebst dem Auskunftsbureau in den Räumen der Kölner Bürger­gesellschaft, Zimmer 1 — Eingang Röhrergasfe — be­finden, sind Samstag, den 22. August von 2 Uhr nach­mittags, Sonntag, den 23. August von vormittags 10 Uhr, und an den folgenden Tagen von vormittags 8 Uhr, jedesmal bis 9 Uhr abends, geöffnet. Daselbst werden auch sämtliche Karten ausgegeben. Wegen Preßkarten wende man sich rechtzeitig an den Vor­sitzenden der Preßkommisfion, Verleger Franz X. Bachem.

a. Die Mitgliedkarte z« Mk. 7,50 berechtigt zur Teilnahme an allen Sitzungen, Veranstaltungen und Unterhaltungen der Generalversammlung (mit Aus­nahme des Festspiels und des Festmahls) ferner zum kostenfreien Erhalt 1. des illustrierten Fremden­führers und 2. des Stenographischen Berichts über die Verhandlungen der Generalversammlung.

b. Die Teilnehmerkarte zu Mk. 5,00 berechtigt zum Ein!ritt in die Begrüßungsfeier im großen Gürzenich-Saale und zum Besuch der vier öffent­lichen Versammlungen.

Zu a und b. Die Gesamtzuschlagskarte für einen nummerierten Platz in allen vier öffentlichen General­versammlungen wird mit 4 Mk. besonders vergütet. Einzelzuschlagkarte für einen nummerierten Platz in einer öffentlichen Generalversammlung, so weit ver­fügbar, 1 Mk. Die nicht benutzten nummerierten Plätze weiden nach der ersten Rede durch die Ord- nungskommission anderweitig besetzt.

Den Mitgliedern der Generalversammlung ift die Besichtigung folgender Sehenswürdigkeiten in den Tagen vom 24. bis 27. August frei bezw. er­mäßigt gestattet: 1. Chorumgang des Domes nach­mittags von 1 bis 3 Uhr, frei; 2. Schatzkammer des Domes, jederzeit mit Ausnahme der Gottes- dienststunden, zu 30 Pfg. (statt Mk. 1,50) die Per­son ; 3. Domtürme jederzeit zu 20 Pfg. (statt Mk. 1) die Person. (Der allzu große Andrang zur Schatzkammer und zu den Domtürmen, sowie die Schwierigkeit, in den sehr engen Räumen die Ord­nung aufrecht zu erhalten, machen es dem Dom­kapitel unmöglich, den Besuch völlig frei zu geben.) 4. Goldene Kammer in St. Ursula, von nachm. 3'/- Uhr ab, frei. 5. Sämtliche städtische Museen frei. Bei diesen Besichtigungen des Domes und der städtischen Museen sind die dieserhalb im An­meldebureau verabfolgten Kartenheftchen zu be- nutzen.

c. Die Tageskarte zu 1 Mk. berechtigt zum Besuche der am Tage der Ausgabe stattsindenden öffent­lichen Generalversammlung. Die Tageskarte für einen nummerierten Platz (soweit verfügbar) kostet 2 Mark.

d. Teilnehmerkarten für Damen werden zu 6 Mark und Tageskarten für Damen zu 1,50 Mark aus- gegeben. Die ersteren berechtigen zum Besuche des Begrüßungsabends (Gürzenich-Galerie), der vier öffentlichen Generalversammlungen (Damen-Tribune in der Festhalle) und des Festmahles (Galerie int großen Saale der Bürgergesellschaft.)

e. Die Karte zum Festabend mit Festspiel wttd be­sonders mit 2 Mk. vergütet: vom 25. August mor­gens ab und für Mchtmitglieder und Nichtteilnehmer 3 Mark

f. Die Karte zum Festmahle zu 4,50 Mk. für das trockene Gedeck muß spätestens Dienstag, den 25. August, abends 9 Uhr gelöst fein.

g. Karte zum Gartenfest in der Flora (für Mitglieder frei) 1 Mk.

h. Studenten und Lehrer erhallen auf Wunsch Mit- gliebertcxrten zu dem ermäßigten Preise von 5 Mark verabfolgt. Sie haben dieselben Berech­tigungen, wie die Mitglieder, nur nicht zum freien Bezüge des Stenographischen Berichtes.

3. Als Festschrift zur Jubelversammlung erscheint die „Geschichte der Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands", im Auftrage des Zentral- Komitees dieser Versammlungen herausgegebm von I. May. Ein stattlicher Band von etwa 400 Seiten gr. 8«, illustriert mit den Bildnissen der sämtlichen 49 Präsidenten, in Originalband gebunden, Mk. 4,80 Laden­preis. Die Inhaber von Mitglieder- und Teilnehmer­karten der Generalversammlung erhalten das Werk zum Vorzugspreis von Mk. 4,20 in Originalband, sowohl gegen Vorausbestellung mit den Karten (siehe unten 4), als auch vom 23. bis 27. August int Anmeldebureau in der Bürgergesellschaft (stehe unter 2), wie auch in den Verkaufsständen der Festhalle.

4. Alle auszugebenden Karten werden auf beson­deren Wunsch gegen Einsendung des entsprechenden Betrages nebst Porto und Bestellgeld (30 Pfg.) oder gegen Postnachnahme postfrei schon vorher zugesandt. Gesuche um Zusendung sind unter Einsendung des Be­trages durch Postanweisung möglichst bald an Herrn Bankdirektor Elkan in Köln, Rheinische Volksbank, zu richten.

5. Wohnungsgesuche werden möglichst früh erbeten mit der Angabe, ob Hotel- oder Privatwohnung (bei letzteren ob kostenfrei oder gegen Zahlung) gewünscht wird. (Die üblichen Gasthosspreise in Köln bewegen sich zwischen 3—5 Mark für das Zimmer einschließlich Frühstück. Privatwohnungen stehen von 2*/a—3*/» Mk. einschließlich Frühstück zur Verfügung.) Die Wohnungs- gesuche sind an Herrn Stadtverordneten Michael Btll- stein, Köln, Kaiser Friedrich-Ufer 101, zu richten. Wohnungsgesuche können jedoch nur berücksichtigt werden, wenn die Mitgliederkarte vorher gelöst wurde. Dringend wird gebeten, Wohnungsbestellungen sobald als möglich - längstens aber bis zum 15. August - zu machen. Später eingehende Bestellungen können nicht als sicher übernommen werden.

6. Bei allen schriftlichen Anmeldungen möge man Vor- und Zuname, Stand und Wohnort recht deutlich schreiben und außerdem die entsprechende Visitenkarte beifügen, damit die Mitgliederliste genau angefertigt und postalische Zusendungen prompt erledigt werden können.

7. In das Festblatt der Generalversammlung, welches 5mal in einer Auflage von 5000—10000 Stück erscheint und für den Preis von 10 Pfg. die Nummer (2 bis 4 Blätter) verteilt wird, sowie in dem Anhang zum Steno­graphischen Bericht über die Verhandlungen der General­versammlung, welcher in einer Auflage von mindestens 4000 Stück gedruckt wird, werden Anzeigen aus­genommen. Interessenten wollen sich dieserhalb mit der Firma I. P. Bachem (Verlag der .Kölnischen Volkszeitung', Marzellenstraße 35—43) in Köln in Ver­bindung setzen.

Ausstellung für christliche Kunst.

Aus Anlaß der 50. Generalversammlung der Ka­tholiken Deutschlands findet in Köln in den Räumen des Erzbischöflichen Diözesanmuseums am Domhof eine Kunstausstellung in zwei Abteilungen statt, nämlich 1. eine kunsthistorische Abteilung, 2. die christliche Kunst des letzten halben Jahrhunderts. Die Ausstellung wird Ende Juli eröffnet und dauert bis Ende September.

Eintrittspreis 50 Pfg. Die Mitglieder der General­versammlung haben vom 23.-27. August freien Zutritt.

Programm der brsoudereu Nkrsammlungru: Sonntag, 23 August,

Vorm. 1 P/e Uhr: Festversammlung des Augustinus-Vereins (Feier des Silber- Jubiläums) in der Bürgergefellfchast, Vor­tragssaal, Eingang Appellhofplatz.

Nachm. 2 Uhr: Festzug der kathol. Arbeiter­vereine und Gefellenvereine, Auflösung des Zuges in sieben öffentliche Versammlungen, deren Lokale noch besonders bekannt gemacht werben.

Montag, 24. August,

Vorm. 9 Uhr: Generalversammlung der aka­demischen Piusvereine Deutschlands im Vortragssaale der Bürgergesellschaft. Ein­gang Appellhofplatz.

Nachm. 2V2 Uhr: Generalversammlung der Vincenz-Vereine im Saale des Gesellen­hauses, Breitestraße 108.

Nachm. 3 Uhr: Sonderversammlung des Ver­bandes Kath. kaufm. Vereinigungen Deutschlands im großen Saal der Bürger­gesellschaft, Eingang Apellhofplatz.

Abends 8 Uhr: Festversammlung des vor­bezeichneten Verbandes im Viktoriasaal am Waidmarkt.

Abends 8 Uhr: Versammlung der Mitglieder des Cäcilien-Vereins im Saal des Ge­sellenhauses, Breitestraße 108.

Abends 81/» Uhr: Festkommers des Kartell­verbandes der kath. Studentenvereine (nicht farbenkragende) im großen Saale der Bürgergesellschaft, Eingang Apellhofplatz. — Festkommers des Kartellverbandes der kath. Studentenverbindungen(farbentragende) im großen Gürzenichsaale. — Festkommers des Kartellverbandes der kath. Studenten­vereine Ripuaria (Bonn), Arminia (Münster), Gothia (Würzburg) und Burgundia (München) im Luisensaal, Ehrenstraße 18.

Dienstag, 25. August,

Vorm. 9 Uhr: Generalversammlung des Ver­bandes Omnes UNum. Verband geselliger Vereine katholischer Richtung, in der Bürger­gesellschaft. Gelber Saal, Eingang Appellhof­platz.

Vorm. 9 — 12 Uhr: Generalversammlung des Vereins der kath. Rektoren und Lehrer an Rektoratschulen (höhere Knabenschulen) in Rhein­land und Westfalen in der Bürgergesellschaft, Zimmer 10, Eingang Röhrergasfe.

Vorm. 9l/2 Uhr: Versammlung des Volks­vereins für das katholische Deutsch­land in der Festhalle am Rhein.

Nachm. 3 Uhr: Versammlung des Deutschen Vereins vom hl. Lande im großen Saale der Bürgergesellschaft, Eingang Appellhofplatz.

Nachm. 31/2 Uhr: Generalversammlung des St. Raphael-Vereins im Saale des Ge- sellenhaufes, Breitestraße 108.

Abends 8 Uhr: Kommers der Kartell- Vereinigung kathol. deutscher ©tu« d en ten-Korporationen im großen Saale des Fränkischen Hofes, Komödienstraße.

Abends 8 Uhr: Kartell-Konvent der kathol. Verbindungen an den tierärztlichen Hochschulen in der Bürgergesellschaft. Zim­mer 10, Eingang Röhrergasfe.

Mittwoch, 26. August,

Vorm. 8 Uhr: Marianischer Sodalen- tag, Hochamt in der Pfarrkirche St. Maria in der Kupfergasse.

Vorm. 9 Uhr: Versammlung des Albertus- Magnus-Vereins in der Bürgergesellschaft Zimmer 10, Eingang Röhrergasfe.

Vorm. 10 Uhr: Festversammlung des Maria- nischen Sodalentages im Saale desGe- fellenhauses, Breitestraße ld8.

Vorm. 10 Uhr: Versammlung des Priester- Abstinentenbundes int Fränkischen Hofe, Komödienftraße.

Nachm. 2 Uhr: Versammlung des Deutschen Lourdes - Vereins int Fränkischen Hofe, Komödienstraße.

Nachm. 3 Uhr: General-Versammlung des Akademischen Bonifatius-Vereins in der Bürgergesellschaft, Zimmer 10, Eingang Röhrergasfe.

Abends 8 Uhr: Versammlung des K. Kreuz­bündnisses im Saale des Gesellenhauses, Breitestraße 108.

Abends 8 Uhr: Festversammlung des Ver­bandes der Windthor st bundeDeutsch- lands im großen Saale des Fränkischen Hofes, Komödienstraße.

vermischtes.

* Augsburg, 13. Aug. 1903. Auf ein ganz neu­artiges Ehedindernis stieß, der ,Franks. Ztg/ zufolge, der Friseur Z. in dem ca. 6000 Einwohner zählenden Vorort Pfersee, welcher heute Hochzeit halten wollte. Als er gestern auf der Gemeindekanzlei erschien, wurde ihm mitgeteilt, daß beide Standesbeamten, Bürgermeister und Beigeordneter, für längere Zeit mit Urlaub abwesend seien; einen dritten Standesbeamten hat die Gemeinde nicht, und so mußte die Trauung einstweilen unterbleiben. Was würde man da z. B. bei einem Todesfall tun?

* Eine Fahrt auf Leben und Tod, um ihr Kind zu retten, machte vor kurzem eine reiche Ameri­kanerin. Das ,New-Jork Journal' erzählt den Vor­fall folgendermaßen: Mrs. Thompson, eine reiche Frau, lebte fern von aller Zivilisation mit ihrem sieben Mo­nate alten Kinde am St. Regia-See, in den Adiron- dacks. Während das kleine Mädchen eines Tages allein spielte, begann es plötzlich zu schreien und zu würgen. Die Wärterin brachte es zur Mutter und während einiger Zeit waren sie in Ungewißheit darüber, was dem Kinde zugestoßen wäre. Bald bemerkten sie aber, daß eine «Sicherheitsnadel vom Bande der Kleinen fehlte, und kamen zu der Ueberzeugung, daß das Kind sie verschluckt hätte, und daß sie im Halse stecke. Nach­dem die Mutter eine Viertelstunde lang versucht hatte, die Nadel selbst herauszuziehen, sagte sie sich, daß jeder weitere Versuch erfolglos und gefährlich sein würde. Sie nahm das Kind und lief, von der Wärterin ge­folgt, zur Landungsbrücke am See. Eine Gasolin- Barkaffe, die dort lag, wurde losgemacht, Mrs. Thompson sprang hinein, setzte die Maschine in Gang und fuhr geradenwegs nach Paul Smiths, das sechs Meilen von dort entfernt, am andern Ende des Sees gelegen ist. In einer halben Stunde erreichte ste Paul Smiths mit dem keuchenden und würgenden Kinde. In wenigen Minuten war es in den Händen von Dr. E. L. Trudeau. Dieser war der Meinung, daß die Nadel mit dem spitzen Ende nach oben herabgeglitten war. Sie war in der Speiseröhre stecken geblieben, und während der heftigen Bewegungen des Kindes und der Bemühungen, die Nadel zu entfernen, war die Spitze in den Hals gedrungen. Er hatte keine geeig­neten Instrumente zur Hand, um die Nadel herauszu­ziehen. „Hierbei kann nur eines geschehen", sagte Der Arzt, „und das ist, das Kind zu einem Halsspezialisten in New-Jork zu bringen. Mit dem geeigneten Instru­ment kann er die Radel in einer Minule entfernen." New-Jork war 400 Meilen entfernt und der einzige Zug dieses Tages war schon abgegangen. Da bestellte Mrs. Thompson unverzüglich einen Extrazug und sagte dem Stationsvorsteher, daß ihres Kindes Leben von seiner Schnelligkeit abhinge. In einer Viertelstunde war der Zug fahrbereit und Mr. Thompson mit dem Baby darin. Dr. Trudeau und Dr. W. «. James be­gleiteten sie. Indessen war ein Telegramm an einen Spezialisten in New-Jork abgefanbt. Dr. Trudeau wandte Coeain an, um die Reizung tm Halse zu unter­drücken, und beobachtete es beständig. Er nahm Eis mit, um keine Entzündung aufkommen zu lassen, und er hatte noch verschiedene andere Mittel zur Hand. Es war eine schreckliche Fahrt für die Mutier; kaum ein Wort wurde gesprochen. Keinen Augenblick wandte sie die Augen vom Gesicht der Kleinen. Jedermann an der Eisenbahnlinie tat sein Allerbestes, um den Zug in der größten Geschwindigkeit dahinrasen zu lassen, die je auf dieser Strecke angewandt worden war. Ma­schinenmeister, Heizer, Stationsbeamte, Telegraphisten hörten, daß der Zug fuhr, um eines Kindes Leben zu retten und halfen zu seiner Beförderung nach besten Kräften. Das Kind wurde müder und müder, es drohte nun eine neue Gefahr: das Baby war bis zu einem gefahrbringenden Grade erschöpft. Endlich war New- Jork erreicht und das Kind in das Roosevelt-Hospital gebracht, wo alles schon zur erforderlichen Operation bereit war. Sie nahm nur fünf Minuten Zeit in An­spruch. Des Kindes Leben war gerettet.

* Ein Luftballon im Meer. Der französische Luftschiffer Tiberghten stieg vergangenen Sonntag abend bei Gelegenheit eines Gemeindefestes in St. Pol sur-Mer mit seinem Ballon in Dünkirchen auf. Er segelte zuerst die Küste entlang, wurde jedoch bald vom Winde ins Meer hinausgetrieben. Sein Ballon, der nur 350 Kubikmeter faßt und ihn folglich nicht weit tragen konnte, sank immer tiefer. Der Lustschifferwar in verzweifelter Lage. AlleBeschwerungs- mittel, alles, was er eben entbehren konnte, warf er ins Meer; umsonst, schon nach einer Stunde berührte der Korb das Wasser, füllte sich und sank. An die Stricke des Ballons geklammert, spähte und rief der Bedauernswerte ins Meer hinaus, um etwa vorbei- sahrende Schiffe auf sich aufmerisam zu machen. Nach einer Stunde bemerkte man endlich seine Not und kam ihm noch früh genug zu Hülfe.

* Anch eine Begründung. „Warum hast Du mit dem Schloffermeister Hakenfuß Schmollis gemacht?" — „Ich hab' mich immer geärgert, wenn ich zu dem Kameel hab' Sie sagen müssen."

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