30. Jahrgang.
flllda, Samstag, den 25. Juli 1903
M 167
An der Bahre unseres, hl. Vaters
wegs ein festes Recht ist, so ist nichts dagegen
von mehr als zwei Tagen.
, rn Foggia beschäftigst
Die
Grad.
17
bringt die ,Unitä Cattolica' folgende Zusammenstellung :
Manche Umstände mögen dazu beigetragen haben, daß die beiden letzten Konklaven so rasch beendigt waren. Solche Umstände liegen auch heute vor. Wenn auch selbstredend heute noch verschiedene Meinungen und Richtungen unter den Mitgliedern des hl. Kollegiums vertreten sind, so haben die Gegensätze doch nicht annähernd mehr die Schärfe wie zuweilen in früheren Zeiten, und das erleichtert gar sehr die Verständigung unter den Kardinälen über die Person des zu wählenden Papstes. Weltliche Rücksichten, welche auch gar oft bei früheren Papstwahlen eine Rolle gespielt haben, treten heule zurück, so daß man bei dem Geiste, welcher heute das Kardinalskollegium beseelt, sicher sein darf, daß nur nach Rücksichten des Wohles der
die seit Jahrhunderten zu Recht bestehenden Papstwahlbullen ihm ganz direkt. Trotzdem haben meist, wenn ein solcher Anspruch erhoben würde, die Kardinäle sich veranlaßt gesehen, im Interesse eines guten Einvernehmens zwischen Kirche und und Staat von der Wahl des „exkludierten" Kandidaten abzusehen. In anderen Fällen allerdings wurde auch die Exklusive von den Krr-
sich veranlaßt sehen, ihr Folge zu geben, sei es, daß sie sich gezwungen sehen, sie zu ignorieren. Der Untergang des Kirchenstaates ist gewiß nicht ohne Einfluß gewesen auf die Stellung der großen katholischen Mächte zur Papstwahl. Soweit aber früher eine Exklusive durch diese durch- gesührt werden konnte, läßt sich doch nicht wohl ohne weiteres sagen, daß sie durch den Wegfall des Kirchenstaates ebenfalls weggefallen sei. Es ist daher immerhin nicht ausgeschloffen, daß auch jetzt von dieser oder jener Macht eine Exklusive
oft die teuersten Sachen, über welche derartige wahrhaft er? ölend lange Beratungen abgehalten worden wäre-, ungtticgcn bei Seite geworfen wurden.
.... Da zog sie cis doch noch bei weitem vor, selbst be8' lieber Hand anmlegen und mit dem Kammermädchen
dinälen nicht beobachtet.
Wenn eine solche Exklusive ausgeübt wird
einzuwenden, wenn die Kardinäle suchen, church Abkürzung des Konklave der Geltendmachung einer Exklusive zuvorzukommen.
Auch die Gesamtlage der Kirche macht eine möglichst rasche Papstwahl erwünscht. Ist eine längere Sedisvakanz schon bet jedem Bischofssitz vom Uebel, so in besonders hohem Maße beim päpstlichen Stuhle. Nichts kann dem Wohle der Kirche so zuträglich sein, als wenn jede Papstwahl so rasch von statten geht, wie die beiden letzten Wahlen. Die ganze Kirche wartet mit Sehnsucht auf ihr neues Oberhaupt. Erst wenn sie wieder einen obersten Hirten hat, sieht sie den normalen Zustand wiederhergestellt. Der hohen Weisheit der Kirchenfürsten, welche die Papstwahl vorzunehmen haben, sind alle diese Erwägungen selbstredend reichlich bekannt. Man darf das Vertrauen haben, daß sie mit der festen Absicht ins Konklave gehen, die Wahl so sehr abzukürzen, wie nur möglich, und wenn da nicht besonders widrige Umstände ober besonders aroße Schwierigkeiten sich einstellen, so darf die katholische Christenheit hoffen, daß auch jetzt die Papstwahl in Kürze zu einem guten Ende geführt sein wird.
Es ist Vorsorge getroffen, daß nicht nur die in Rom anwesenden und in Italien > elidierenden Kardinäle, sondern auch die Kardinäle, welche! zugleich Erzbischöfe entfernt liegender Erzdiözesen 1 sind, rechtzeitig zur Papstwahl eintreffen können. ! Erst am zehnten Tage nach dem Tode des < Papstes, oder am ersten nach seiner Bestattung, j wenn diese später statlsindel, soll das Konklave, beginnen. Aus wichtigen Gründen können aber die Kardinäle den Beginn des Konklaves früher oder später ansetzen. Kardinälen, die nach Be- ; ginn des Konklaves in Rom eintreffen, steht der Zutritt immer offen, aber immer nur während
angehörigen Kardinal, der diesen Auftrag übernimmt, durch diese „Exklusive" einen der in Frage kommenden Kandidaten von der Wahl auszuschließen. Dieses „Recht" ist kirchlicherseits niemals anerkannt worden; vielmehr widersprechen
Schwestertrifolium gerade nach dieser Richtung hin sehr stiefmütterlich mit Talenten ausaestattet hatte.
Am besten war es noch der jüngsten, Frieda, ergangen. Sie besaß einen angenehme-', wenn auch wenig umfangreichen Mezzosopran; aber trotz des teueren Unterrichtes der beste» Lehrer war derselbe unenttoideit yeblieben.
Der Ehrgeiz der junger Dame ging nämlich dahin, nur solche Sachen fingen zu wollen, denen ihre Simme absolut nicht gewachsen war. Anfänglich hatte auch LiSveth das undankbare Amt gehabt, Fräulein Frieda große Oprrnarien einzuüben und begleiten zu müssen, die dann auf wahrhaft schaudererregende Weise mißhandelt wurden.
WaS kei em Professor der Geiangskuast gelung n war, Fräulein Frieda zur Vernunft zu bringen, hatte endlich Lisbeth durch em einfaches Lied erreicht. Ihre seelenvolle Stimme, ihr inniger Vortrag hatten den Geschmack der Präfidententochter mit einem Schlage geändert.
Sie hatte ein Ideal gefunden, an das fte beran- reichen wollte; sie befaß jetzt keinen a deren Wunsch, als sich in diesem bi» letzt von ihr so verachteten Genre der Musik zu vervollkommnen
Lisoeth hatte diese Wandlung mit Freuden bemerkt und bemühte sich eifrigst, Fräulein Frieda in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Sie erteilte 'hr regelmäßig Gesangstunden und es geling dem vereinten Eifer der jungen Lehrerin und gleichalterigen Schülerin, ganz hübsche Erfolge zu erzielen.
Frieda war ein gutherziges Wesen; von einer anderen Mutter, in anderer Um ebung erzogen, hätte sie ihre angeborene Liebenswürdigkeit zu schönster Blüte entwickeln können; so war sie verkümmert und wurde forg'ä'tig unter dem Firnis vornehmer Glätte zur.ckgehat'en.
Mit Lisbeth war ei» Element in den Familienkreis getreten, dar anregend ro-rfte und die schlummernden b-fieren Gefühle weckte. Im Umgänge mit ihr brach z>ch das angenehme, heitere Naturell Frieda's Bahn
Mgungen.
Erzählung von A. Uhdolph.
------ (Nachdruck verboten.)
B. Rom, 22. Juli 1903. Die Hitze macht sich jetzt in Italien außerordentlich bemerkbar. Der heißeste Tag dieses Jahres für Rom war der vorgestrige, der Sterbetag Leo's XIII.: das Thermometer zeigte 34,6 Grad im Schalten. Im Vergleiche mit anderen italienischen Städten haben wir es in der Hauptstadt indessen noch ziemlich kühl. So zeigten die Thermometer in Brindisi 40,3, in Foggia 40,1, in Lecca 40 Grad. Die beschäftigsten Menschen in Rom sind gegenwärtig die Schneider. Sie arbeiten Tag und Nacht und haben ein ganzes Heer neuer Gehilfen annehmen müssen. Es handelt sich um die Anfertigung der Trauer- gewänder für die vielen Geistlichen nicht allem Rom's, sondern auch des gesamten Auslandes, welche den Trauerfeierlichkeiten für Leo XIII. beiwohnen müssen. Bekanntlich tragen die Kardinäle rote oder mit roten Borden-Knöpfen rc. besetzte Kleidung. Die Trauerfarbe für die Kardinäle ist indessen die violette. Kardinal Gibbons, welcher auf der Reise hierher begriffen war,, bestellte telegraphisch beim hiesigen bekannten päpstlichen Hofschneider Giomini seine gesamte violette bezü.stich schwarze Trauerkleidung. Aehnliches taten andere im Auslande residierende Kardinäle.
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Seit 400 Jahren ist also kein Papst von versucht werden könnte. Je kürzer das Konklave einem so zahlreichen Konklave gewählt worden, dauert, um so geringer ist die Gefahr, daß eine wie Leo XIII. Ferner nur ein Papst in kürzerer j solche Exklusive hervortritt, und^da diese^ keines - Zeit, da nur Gregor XV. am ersten Tage ge- * *“ " "ri
wählt worden ist, alle anderen in der Tabelle aufgezählten Päpste aber erst nach einer Dauer
Die beiden älteren Schwestern stachen was AeußercS und Inneres anbei an gt, sehr von Frieda ab.
Schon ihre imposante Figur stell'e die kleine, zarte Schwester sehr in den Hintergrund.
Sie waren beide brünett und zeigten eine überraschende AehnliLkeii miteinander. Sie hatten beide dasselbe tiesschwarze Haar, die scharfg-schnittene Adlernase, die stolzgeschwungenen dunklen Brauen; nur eins unterschied sie wesent'ich: Aurelie hatte die blauen Augen der jüngsten Schwester, geistvoller zwar, aber weniger freunblicb; Lidwina, die älteste, batte feurige, dunkle Bugen und hätte in ihren Einzelheiten wohl al- schön gelten können, wenn nicht der Tolaleindruck durch einen höchst auffälligen, hochmütig'N Ausdruck unangenehm gestött worden wäre. Dem Aeußeren entsprach vollkommen das Innere.
Sie hatte zwischen sich und Lisbeth eine Schranke kühler Zurückhaltung errichtet, welche trotz der gewahrten gesellschaftlichen Höflichkeit nie im geringsten überschritten wurde Im höchsten Grade eingebildet, und durchdrungen von der größten Selbstschätzung ihre« WifienS und ihrer Talente, beanspruchte sie n-ch dieser Richtung hin am wenigsten die Hilfe Lisbetds..
Unbarmherzig bearbeitete sie die Klaviatur bei ...... - 7_. m ;. . , -■ : ,----------
prachtvollen Instrumentes; der falsche Gebrauch deS j zusammen fleißig he Nähnadel zu gebrauchen.
8. Kapitel. — Im Hause des Präsidenten.
Elisabeth hatte sich in der Familie des Präsidenten Freiherr» von Bretten, den Berhättniffen entsprechend, möglichst gut eingerichtet.
Was sie am meisten befürchtet hatte, war nicht eingetroffen; man hatte sie noch nie nach ihrer Familie befragt und nannte sie gleich vom ersten Tage an nur bei ihrem Vornamen einfach „Fräulein Lisbeth". Diesem Umstande nämlich war e» zuzuschreiben, daß sie nach all den schweren Kummertagen neu äufatmete und auch körperlich frisch erblühte.
Im übrigen entsprach ihre Stellung nicht ganz dem Bilde, welches ihr Bruder davon entworfen hatte Augenscheinlich hatte man nicht beabsichiigi, die „Ge sellschasterin" in die Familie zu ziehen; doch, ihr selber unbewußt, hatte Elisabeth be> aller Bescheidenheit sofort alS selbstverständlich ben Platz eingeno । men, welcher ihr durch Bildung un» Gedurt zukam.
Die Absicht der Familie, sie mehr her dienenden Klaffe zuzurechnen, war dadurch vereitelt worden. Dabei unterzog sich Lisbeth mit der größten Liebenswürdigkeit und Geduld den so verschiedenartigen Ansprüchen, die man an sie stellte Sie konnte sich wahrlich nicht über zu wenig Beschäftigung beklagen.
Der Präsidentin war sie eine willkommene Stütze in der Oberleitung des großartigen Hausstandes, den Töchtern eine stets bereite Helferin in mannigfaltigen Antiroen.
Der uei der jungen Damenwelt herrschenden Sitte oder Unsitte vollständig huldigend, in den schönen Künsten zu glänze» und bewundert zu werdem hatte jede der drei Schwestern ihre besondere Liebhaberei.
Der gute Wille aber reichte nicht hin, ihr Bemühe» mit Erfolg zu kröne», da die Natur das
gestern zum Beichtiger für das Konklave gewählt wurde, aber wegen seines vorgerückten Atters die Wahl ablehnte, ein anderer Prälat bestimmt, der Versammlung wurde hierauf zur Kenntnis gebracht, daß der Papst 50,000 Francs für die Armen Roms, 80,000 Francs für die Armen Perugias und 10,000 Francs für die Armen Carpinetos bestimmte. Dann befaßte sich die Versammlung Mit den von einigen kränklichen Kardinälen vorgebrachten Bitten und willfahrte u. a. dem Wunsche, daß einige dieser Kardinäle Wohnräume für das Konklave im gleichen Stockwerk mit der Sixtinischen Kapelle erhalten sollen, um ihnen das Treppensteigen zu ersparen. Es bestätigt sich, daß die Eröffnung des Konklaves auf den 31. Juli festgesetzt ist. Morgen wird das Kardinalskollegium außer dem diplomatischen Korps auch die Mitglieder des Malteserordens empfangen. Trotz des Siroccos begab sich heute das Volk in großen Mengen zur Peterskirche, um die Leiche des Papstes zu sehen, mittags besonders Arbeiter, welche aus den Fabriken tarnen. — Auch Kardinal Fürstbischof Dr Kopp nahm an der Kongregation teil.
und verwischte zwischen den beiden jungen Damen jeden Standerunterschied.
Es waren für Lisbeth wenn auch mühsame, doch liebe Stunden, die sie in Gesellschaft ihrer Schülerin zubrachte, und sie benützte allen ihren Einfluß, um Frieda aus ihrer V rbtlbung heran. zu wahrer Bildung >u verhelfen.
Dem Aeußeren nach war Frieda die am wenigsten schöne der Schwestern Ihr strohgelbes Haar umrahmte ein rundes Gesicht, das zw ir niedlich in sein-n Formen, doch durch einen matten, von Sommersproffen vielfach entstellten Teint gerade keinen Anspruch aus Schönheit machen konnte, während indeß das blaue Auge durch seine lächelnde Freundlichkeit den Mangel an Geist verdeckte.
kirche.
• Rom, 24. Juli 1903. In der heute morgen stattgehabten vierten Versammlung der Kardinale wurden die neu eingelaufenen Beileidstelegramme verlesen, darunter das des Königs von Rumänien. Sodann wurde an Stelle Pisseris, der
der ersten drei Tage nach ihrer Ankunft in Rom.
Man sieht, daß in Europa residierenden Kardinäle bei den heutigen Verkehrs Verhältnissen »sämtlich rechtzeitig in Rom erscheinen können. jFür die in anderen Erdteilen wohnenden steht es allerdings schwieriger. Der Kardinal von
* Rom, 24. Juli 1903. Heute vormittag sand in der Peterskirche der zweite Trauergottesdienst für den Papst statt. Monsignore Constantini zelebrierte unter Assistenz des Kapitels der Basilika die Messe. Auch in der dem italienischen Hof gehörigen königlichen Kirche Delsudario wurde eine Trauerfeier abgehalten. Die Messe wurde unter Assistenz zweier Almoseniers vom - . - , . ■ - or < s .
Hofalmosenier Monsignore Niti zelebriert. Kardinal Kirche die Wahl geleitet werden wird. Auch das Koz ielsko-Puzyna, Bischof von Krakau, ist ange= trägt zu einer rascheren Herbeiführung der Wahl bei. kommen rÄnner sa§ Konklave dauert, um so wahr-
ihn in sechs Tagen nach Europa zu bringen. Der Kardinal von Sidney in Australien aber wird wohl nur dann an der Wahl teilnehmen können, wenn die Wahl sich länger hinzieht, und er sich auf diese Möglichkeit hin sofort zur Abreise entschließt. Die abwesenden Kardinäle haben keinerlei Einfluß noch Stjmmrecht bei der Wahl.Eine Citätion der abwesenden Kardinäle ist nicht notwendig. Doch pflegt selbstredend auch an die auswärtigen Kardinäle eine Benachrichtigung zu erfolgen.
Pedals sollte ihre Schwächen bedecken, diente aber nut dazu, um ein wahrhaft betäubendes ChaoS von Tönen zu erzeugen, aus denen sich nie eine daS gemarterte Ohr erlösende Melodie abhob.
Ein großer Teil des TageS war der Lektüre der neueben E z'u niffe der Romanliteratur und dem Studium der Kri'iken über die v-rschiederartigsten schriftstellerischen Eneuciniffe: poetische und profaische, belletristische und wissenschaftliche gewidmet, um dann mit dem gefummelten Material ihre Unterhaltung geistreich zu würzen.
Um so mehr gab es für Lisbeth bet Aurelie zu tun, die der Aquarellmalerei ergeben war, aber weder Ausdauer noch Talent besaß, um irgend etwas Er- nägliches zu liefern. ,
Nun war aller Not abgeholscn; mit geschickter Hand entwarf Lisbeth die gewünschten Zeichnungen auf Fächer, in Poesiealbums und dergleichen und herbefferte und vollendete die unbeholfenen Versuche Aureliens
Zu allen diesen Beschäsiigungen traten noch die so fibfrau» mittigen Toilcttenfrag-m, die auch von Lisbeth miterroopen werden sollten, da man bald gefunden hatte, daß sie einen sehr feinen Gffchmack dafür hatte. Ihr war die« der lästige Teil ihrer Obliegenheiten. Sie lohnte es nicht begreifen, ja, es widerte sie förmlich an, wem' d e jung-n Damen oft stundenlang vor dem Spiegel oerroeilten und alle nur erdenklichen Frisuren an sich verbuchen ließen, um zu sehen, wi tcke wohl am besten stehen würde; wie sie oft tagelang immer und immer wieder ein und dasselbe Thema, einen neuen Hut, ein neues Kleid be- ! iprackcn und zu keinem Resultate kommen konnten; wie die Modist-n fort und fort ändern mußte; wie
Je länger das Konklave dauert, um so wahrscheinlicher wird es auch, daß fremde Einflüsse _. ______er j-irrä», sich geltend machen, insbesondere die weltlichen
UtC DOraUSftajmaK VtUlCT OCS i Mächte sich in die Wahl einmischen. Man kennt VrtttHnno i die Ansprüche einzelner Mächte, welche sich das
HvllllUVt« । fOgen Recht" der „Exklusive" beilegen. Frank
Wie lange das Konklave dauern wird, läßt reich. Oesterreich und Spanien beanspruchen das sich natürlich im voraus nicht sagen, lieber die, „Recht", im Konklave durch etnen^ihier Nation Dauer der Konklaven in den letzten 400 Jahren
so ist das aber immer eine böse Lage für das! New-York wird wohl noch zur Zeit kommen Kardinalskollegium, fei es, daß die Kardinale Können; es heißt ja in dm Blättern, daß eine sich veranlaßt sehen, ihr Folge zu geben, sei es, Dampsergesellschafl sich anheischig gemacht habe.
Dieser gleiche Schneider hat auch bereits vom Kardinal Camerlengo Oreglia den Auftrag erhalten, drei vollständig weiße Gewänder für den; neuen Papst änzufertigen, welchen die Kardinäle in dem am 31. Juli beginnenden Konklave erwählen werden. Unter diesen neuen Papstgewändern befindet sich ein großes, ein mittelgroßes und ein kleines, damit es wenigstens einst ermaßen passen kann für den Neuerwählten. Sofort nack der Wahl begibt sich der letztere in einen eigens dazu hergerichteten Raum, um die Auswahl unter diesen drei Kleidermaßen zu treffen. Was mit den nichtpaffenden Gewändern geschieht, konnte ich leider nicht erfahren. Sicher fft es jedoch, daß Signor Giomini sich auch diese teuer genug bezahlen läßt und dieselben keineswegs — zurücknimmt. — Großartig verlief die heutige Ueberführung der Leiche Leo's XIII. vom Thronsaal, wo dieselbe bis 4 Uhr nachmittags ausgestellt war und vom diplomatischen Korps rc. besucht wurde, in die Sakramentskapelle der Peterskirche. Der große Zug bewegte sich vom Thronsaale über die königliche Treppe durch den (nach Außen abgeschlossenen) Portikus und durch die Mitteltür in die Peterskirche, woselbst die Leiche vom Domkapitel empfangen wurde. Um 8 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Morgen beginnt die dreitägige Ausstellung in der Peters-
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Jahr
Papst
Lebende Kardinäle
Kardinäle, die demKon- klave bei- wohnten
Dauerdes Konklave Tag
1447
Nikolaus V.
23
18
14
1455
Calixtus III.
—
20
12
1458
Pius 11.
—
—
14
1464
Paul II.
26
20
14
1492
Alexander VI.
27
23
3
1511
Pius III.
47
38
33
1503
JuliuS II.
45
38
18
1513
Leo X.
32
25
47
1523
Adrian VI.
—
39
13 1
1623
Gregor XV.
—
52
1
1644
Urban VIII.
—
59
17
1769
Clemens XIV.
57
46
106
1775
Pius VI.
—
43
131
1800
Pius VII.
45
34
104
1823
Leo XII.
—
48
35
1829
Pius VHI.
—
50
36
1831
Gregor XVI.
—
—
62
1846
Pius IX.
62
50
3
1878
Leo XIII.
64
62
2