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Verantwortlicher Schriftleiter:K-Wetzl« 3. ää?£ä«. Wochenbeilage: „Illustrierte Zonntagzzeitung
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»»reij«,: Vie ein- fpaltige Petitzeile oder deren Baum (5 pfg. Beflamen die petitzcile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entfpr. Badatt gewährt.
Druck und Verlag der Inldaer Actiendruckere i in Zulda (Harmonie). Fernsprecher Nr. 9.
flllda, Mittwoch, den 15. Juli 1903.
JV5 158
30. JahrgMg.
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zum Eintreten auf.
IJ „Christliche Arbeiterpflichten"
Vie Krankheit des hl. Vaters.
Die heute über das Befinden des hl. Vaters vorliegenden Nachrichten lauten wiederum rech widersprechend. Bald heißt es, der Papst könne nur noch einige Stunden, längstens aber drei Tage leben, was in voriger Woche auch schon einmal gesagt wurde, und im Gegensatz dazu schreibt man uns, daß der hl. Vater sich so weit gekräftigt fühle, daß es nicht unmöglich sei, daß die Generalkongregation der Riten, welche über die Selig- und Heiligsprechung der Jungfrau von Orleans verhandeln soll, im Schlafzimmer Leo Xin. stattfinde. Jedenfalls ist es ein wunderbares Bild, das uns die Krankheit des greisen Stellvertreters Christi gewährt, welches auch die Bewunderung Andersgläubiger in hohem Maße erweckt. So gibt u. a. der russische Fürst Mestfchersky, der Freund und Ratgeber Kaisers Alexander III., dieser seiner Bewunderung in einem Artikel Ausdruck, den er in seiner Wochenschrift ,Graschdanin' veröffentlicht und dem wir folgende Stellen entnehmen:
Und wie steundlich und lieb war er! Er verachtete sie nicht, trotzdem sie eine Ulmenau war. Der Mut kehrte ihr zurück. Schüchtern, aber doch auch vertrauend brachte sie ihr Anliegen vor.
Der Pfarrer hatte ihr aufmerksam zugehört und sie von Zeit zu Zeit durch ein freundliches Wort ermuntert. Er lobte und billigte ihr Vorhaben und versprach ihr, sein Möglichstes zu tun, um ihr bei der Ausführung behilflich zu sein.
„Nur Neue, mutige Pflichterfüllung", sagte er, „unbesorgt um den Ausgang, den man dem lieben
Er hatte mit feinem Takte da- Richtige getroffen. War es ihr auch im ersten Augenblicke peinlich, daß der Pfarrer ihre unglückliche Familien- . . ■ ■ . geschichte schon kannte, so atmete sie doch auch er-
?um nilf"* sie 1,1,1 freundlichen Worten | leichtert auf, daß sie nicht nötig hatte, davon zu
sprechen.
dessen Ordensgenoffe Cathrein die zweite Auflage des „Katechismus" besorgt hat. Wir haben dem .Vorwärts' schon einmal bemerkt, daß, wenn er die Ansichten des Zentrums über Sozialpolitik und Sozialreform kennen lernen wolle, ihm die lange praktische und erfolgreiche Tätigkeit des Zentrums auf diesem Gebiete Stoff genug für seine Studien liefere. Aber dem Fuchs sind die Trauben zu sauer und so hackt er lieber auf diesen „Arbeiterkatechismus" los; reißt aus einem Büchlein, welches vorab das religiössittliche Verhalten des Arbeiters bespricht, einzelne Stellen heraus, um an ihnen sein Mütlein zu kühlen.
B. Rom, 12. Juli 1903. Ein eigenes Mißgeschick ist der liberalen ,$ri6una' mit ihrer heutigen illustrierten Sonntagsnummer passiert. Auf der ersten Seite derselben sieht man in Buntdruck — Leo XIII. auf dem Totenbette, vor ihm der Kardinal Oreglia mit dem legendären „Hammer" gegen die Stirne des entseelten Papstes schlagend. Glücklicherweise konnte der größte Teil der Auflage noch rechtzeitig zurückgezogen werden. — Seitdem das Befinden Leo's XIII., den Bulletins zufolge, so ziemlich stationär ist, hat Rom im allgemeinen seine ge- i wohnten Beschäftigungen wieder ausgenommen. Rur in den Kirchen merkt man an dem dort herrschenden großen Andrange, daß etwas Außergewöhnliches vorgeht. Heute abend 6 Uhr besuchten die hiesigen deutschen Katholiken pro- zessionsweise die Peterskirche, um für Leo XIII. zu beten.
„Mein Name ist Ulmenau."
„Ulmenau", wiederholte die Wirtin ganz ab- ßchtrioS; aber Lisbeth ging es wie ein Stich durchs r bleiches Gesicht bedeckte brennende Röte, in chre Augen drängten sich Tränen.
,§e“te war es das erste Mal, daß sie ein tiefes der Scham empfand, ihren Namen nennen zu müssen; sie fühlte mit niederdrückender Gewißheit, daß sie, eine Ulmenau, entehrt und geächtet sei, daß sie chren Namen tote eine schwere Bürde werde feiner tragen müssen.
liegt auf der Hand, daß es sich hier handelt um Zustände und Vorkommnisse in Fabrikbetrieben, welche vor gar nicht langer Zeit bei einem gewissen Arbeitgeberparagraph im ^Reichstag besprochen worden!! Vielleicht weiß der ,Vorwärts" noch, wie er sich zu diesem gestellt hat. Wenn er aber hier herausliest, der Arbeitgeber dürfe keine Sozialdemokraten als Arbeiter einstellen, damit sie die anderen nicht zum Unglauben verführen, so kann man das nur als Ausfluß seines schlechten Gewissens begreifen. Im Hause des Gehenkten darf man nicht vom Strick sprechen.
Der ,Vorwärts' hat sich schon oft genug Nachweise falscher Darstellungen der Encyklika gefallen lasten müssen, wie in der Frage des Streiks und des Koalitionsrechtes. Da er trotz alledem in seiner alten schnodderigen Manier forffährt, so hat man das Recht zur Annahme, daß er entweder nicht lesen kann, oder feine Leser über den Inhalt der Encyklika wegtäuschen will, indem er allerhand Staubwolken aufwirbelt und sie zur Konfusion oberflächlicher Leser irreführend zusammengruppiert.
Schüchtern blteb sie an der Türe stehen; doch das litt die Höflichkeit des Pfarrers nicht. Sie nahm «; eine peinliche Pause entstand; vergebens suchte ach einem Worte; die so wohl einstudierte Rede war ihr gänzlich entfallen. Der Pfarrer bemerlte ihre Verlegenheit und kam ihr zu Hilfe.
„Ich freue mich sehr, endlich die persönliche Be- kannffchast meines neuen PfarrkindeS machen zu können." „Hochwürden kennen mich?"
„Ganz sicher. Glaubten Sie, daß es Ihnen ge- Jtngen würde, sich so unbemerkt meiner Herde ein»
Sie hatte nicht lange Zeit zu Betrachtungen. Der Pfarrer war aus fernem Studierzimmer heraus-
Sitzungen.
Erzählung von A. Uhdolph.
• ------ (Nachdruck verboten.)
Rur zitternd brachte Elisabeth die Worte hervor, »b sie den Herrn Pfarrer nicht sprechen könnte. „Ich will ihn aber durchaus nicht stören", fügte sie eilig hinzu, „wenn er beschäftigt . . ."
„Hochwürden ist immer beschäftigt", war die wenig ermutigente Antwort der Wirtin; „aber bitte, treten Sie ein; ich werde Sie melden. Mit wem habe ich die Ehre?"
reihen zu können?" lachte bet Pfarrer, „da irrten Sie sich. Mir entgeht so leicht nichts."
Selbstverständlich war ihm die ganze Geschichte Ulmenau'S 6elonnt, die ja für längere Zeit das Tagesgespräch in der Stadt gebildet hatte. Er war sogar schon zu ihm ins Gefängnis gegangen und hatte von diesem Zusammenkommen daS für ihn unlösliche Rätsel mit nach Hause gebracht, wie ein solcher I Mann zum Verbrecher werden konnte.
Er wußte, daß Frau Ulmenau ihrem Gatten nachgezogen war, und hatte Elisabeth bald bemerkt, da sie regelmäßig jeden Tag der ersten heiligen Messe beiwohnte. Die sich in ihrem ganzen Aeußeren auS- prägende Frömmigkeit und Bescheidenheit hatte den erfahrenen Seelenhirten angenehm berührt.
„Es tut mir leid", fuhr er fort, „daß ich bis jetzt verhindert war, der Frau Oberförster einen Besuch zu machen, besonders, da ich weiß, wie leidend sie ist. Sie sehen, ich kenne Ihre ganze Familie."
Die letzten Worte fügte der Pfarrer nur hinzu, um Lisbeth der peinlichen Notwendigkeit zu überheben, selbst etwas über ihr Unglück erzählen zu müssen.
„Er sündigt nicht gegen die Gerechtigkeit, aber er kann bisweilen sündigen gegen die Liebe wie auch gegen die natürliche Billigkeit." Und in der Erklärung ist bergesügt: „Durch Beobachtung der Gleichheit ^zwischen Lohn und Arbeit genügt der Arbeitgeber vollauf den Anforderungen der auSgleichenden Gerechtigkeit; die Arbeit ist aber das persönliche Werk deS Arbeiters und nicht daS seiner Familie, diese Arbeit hat nicht zunächst und an sich, wohl aber sekundär und zufällig Beziehung zu der Familie, insoweit der Arbeiter mit den feinigen den Lohn teilt, den er erhalten hat."
Was ist nun eigentlich damit gesagt? Nichts anderes als die einfache Binsenwahrheit, daß der heutige Arbeiter, der im freien Arbeils- vertrag seine Arbeitsleistung dem Arbeitgeber gegen einen Lohn verkauft, die Bestimmung der Höhe dieses seines Lohnes abhängig macht von dem Werte seiner Arbeitsleistung. Der Unternehmer also, der mit einem Arbeiter einen ArbeitSoertrag abschließt, kann sich somit nicht in erster Linie davon bestimmen lassen, ob der Arbeiter ledig oder verheiratet ist, ober eine j
Gott anheim stellt. So kann man nie ganz unglücklich werden!"
AIS Elisabeth das Pfarrhaus verließ, war eS wie Zentnerlast von ihrem Herzen gefallen. Wie hatte sie gefürchtet und gebangt, und wie ganz anders war es gekommen! Es gab noch Menschen, die sie nicht verachteten I Ihr Selbstgefühl hob sich.
Schnell eilte sie nach Hause. Sie hatte sich seit der traurigen Katasttophe noch nie so leicht und glücklich gefühlt. Ein munteres Liedchen singend, ging sie ihren häuslichen Verrichtungm nach.
Selbst ihrer Mutter fiel chre Heiterkeit auf. Es wurde Lisbeth schwer, derselben den wahren Grund ihrer veränderten Gemütsstimmung zu verheimlichen; aber sie hatte ihr nichts von ihrem Vorhaben gesagt, weil sie ihren Widerspruch fürchtete; auch wollte sie dieselbe erst mit einem glücklichen Erfolg ihrer Bemühungen überraschen.
Nach wenigen Tagen wurde sie zum Pfarrer be- schieden und erfuhr zu ihrer großen Freude, daß es ihm gelungen war, ihr die Aussicht, auf Mufikstunden zu verschaffen. Freilich war es nicht zu umgehen, daß sie sich persönlich vorstellte.
Wie war es ihr zu Mute, als sie schon am folgenden Tage die Treppe zu der Wohnung der einen ihr be-! zeichneten Damen hinaufging. Sie konnte sich nicht überwinden, zu klingeln; immer wieder zog sie die bebende Hand zurück. Wer weiß, wie lange sie noch gestanden hätte, wer weiß, ob sie sich überhaupt gemeldet hätte!
Doch der Zufall kam ihr zu Hilfe.
Rasche Tritte kamen die Treppe hinauf, und ehe sie sich noch recht besinnen konnte, stand ein hübscher Knabe neben ihr, der stark an der Glocke zog 'und sie fragte, ob sie zu Mama wollte.
Nun gab es kein Entrinnen mehr; doch die gefürchtete Vorstellung verlief besser, als sie geglaubt hatte.
_ Die Frau des Hauses war herzlich und liebenswürdig zu ihr gewesen, und da sie in ihrer Schüchternheit nicht sehr gewagt hatte, die Augen aufzuschlagen, |
Wir wollen dem .Vorwärts' zwei Stellen anführen, welche diese seine Behauptung ins richtige Licht setzen.
S. 18 der offiziellen Ausgabe der Encyklika (Freiburg 1891) heißt es: „Ein dringendes Gesetz der Natur verlangt, daß der Familienvater den Kindern den Lebensunterhalt und alles Nötige verschaffe, und die Natur leitet ihn an, auch für die Zukunft der Kinder zu sorgen, ste möglichst sicher zu stellen gegen irdische Wechselfälle, ste in den Stand zu setzen, sich selbst vor Elend zu schützen.
_ S. 46 wird „einer weisen Staatsleitung" die Sorge für „ein wohlgeordnetes Familienleben" zur besonderen Pflicht gemacht und S. 62 dem Arbeiter tn§ Gedächtnis gerufen, daß er bei „einem genügen- I den Lohn, um sich mit Frau und Kind anständig zu erhalten, zugleich weise aus Sparsamkeit bedacht" fein soll.
waren ihr die neugierigen Blicke entgangen, mit beiten man sie musterte. Sie wurde als Musiklehrerin deS Knaben engagiert.
Schon viel leichter wurde ihr jetzt der Gang ztt einer zweiten Dame. War diese auch kühler und gemessener, so traf doch auch hier ihre Befürchtung nicht ein, daß man sie mit zudringlichen Fragen belästigen würde. Sie mußte sich einer kleinen Prüfung unterwerfen, bei der sie lebhaften Beifall erntete und die Dochier des Hauses, ein bleiches, kränklich aussehendes Mädchen, als Schülerin zugeführt bekam.
Ihre Freude über den glücklichen Ausfall ihrer Bemühungen war groß. Jetzt wollte sie ihr Glück der Mutter nicht länger verheimlichen und erzählte ihr mit strahlenden lugen alles, von ihrem Besuche beim Pfarrer und ihren erfolgreichen Gängen zu den brtden^Damen. Ihre Mutter nahm diese Mitteilung
„Ich kann jetzt kaum noch etwas dagegen tun," meinte sie, „aber angenehm ist eS mir nicht, daß sich meine Tochter als Stundenlehrerin herumbettelt. Ich hätte Dir mehr Ehrgefühl zugetraut, liebe Lisbeth."
Die Bemerkungen ihrer Mutter dämpften zzwar ! etwas die überwallende Freude Lisbeth's, waren aber nicht im Stande, dieselbe ganz zu zerstören. Nur nahm sie sich vor, ihre Mutter nicht, wie sie eigentlich beabsichtigt hatte, davon in Kenntnis zu setzen, daß sie sich auf Anraten des Pfarrers bei der Vorstands- baute des Paramentenvereiitt vorstellen wollte.
Der Empfang bei dieser Dame, einer Geheimrätin von Bergen, war nicht sehr aufmunternb.
Elisabeth mußte lange im Entree warten. Enblich führte sie eine Zofe in ein elegant eingerichtetes Zimmer. Nach wenigen Augenblicken hörte sie eine scharfe Stimme nebenan.
„Emma, wo hast Du Fräulein Ulmenau hingeführt?" Aus bem nun folgenden Zwiegespräch glaubte sie mit ziemlicher Sicherheit die Worte zu verstehen: „Wie ost habe ich Dir . . . fremde Leute nicht allein... Niemanden trauen und noch gar . . ." (F. f.)
Man sieht, die Encyklika trägt vollständig der Familie des Arbeiters Rechnung und sie trägt auch Rechnung den Lohnansprüchen des Arbeiters für den Fall, daß der Arbeitgeber die Not des Arbeiters um den Lohn herabzusetzen, daß er für se^MWensunterhalt nicht mehr genüge. Ein derartiges Vorgehen wird mit scharfen Worten gebrandmarkt als eine Verletzung der Gerechtigkeit (S. 62).
Der .Vorwärts' sucht seine Fälschung zu stützen, indem er eine römische Entscheidung aus dem Jahre 1892 auf Anfrage eines belgischen j Bischofs aufgreift.
Die betreffende Anfrage lautete: „Begeht der Arbeitgeber eine Sünde, der den zum Unterhalt eines Arbeiters ausreichenden, aber zum Unterhalt seiner Familie nicht ausreichenden Lohn zahlt, mag letztere nun au« der Frau und zahlreichen Kindern bestehen, oder mag fie wenig zahlreich sein? Wenn eine Sünde vorliegt, gegen welche Tugend?" Die Antwort lautet:
Ganz anders aber läge die Sache dann, wenn die Arbeitgeber solche ungenügende Löhne bezahlen, weil ein großes Angebor von Arbeitern sich meldet.
, ®a hat bie Anfrage geheißen: „Sündigen die Ar- beitgeber, und aus welchen Gründen sündigen ste, wenn ste, ohne Gewalt oder Trug anzuwenden, einen ge- rtngeren Lohn geben, als die geleistete Arbeit verdient und als zum Unterhalt de? Arbeiters genügt, und daS, weil zahlreiche Arbeiter sich anbieten, die sich mit diesem kleinen Lohne begnügen und dazu ihre freie Zustimmung geben? Antwort: Sie sündigen im eigentlichen Sinne gegen die ausgleichende Gerechtigkeit."
! Möchte doch der.Vorwärts' mal die Güte haben, uns zu sagen, warum er das wea- gelassen hat? b
Der .Vorwärts" greift auch nachfolgende Stelle der Encyklika heraus, welche die Arbeitgeber ermahnt:
„Hattet auch die gebührende Rücksicht auf daS geistige Wohl und die religiösen Bedürfnisse der Ar- berter; ihr seid verpflichtet, ihnen Zeit zu lassen für ssEsdienstttchen Hebungen; ihr dürft sie nicht der Verführung und sittlichen Gefahren bet ihrer Verwendung aussetzen." (Offiz. Ausg. S. 28.)
Indes ist dieser „Arbeiterkatechismus" für I kinderreiche oder kinderarme den Torwarts- nur ein Vorwand, um fein Gift aber der Lohn eines ArbeFrsridÄß®.? gegen bie Arbeiter-Encyklika „Herum novarum“ Kosten des Unterhalts für sn» r t M WO (U fpriten D°b.i gch, « -h„, J für Ä k
Fälschungen nicht ab; aber das ist man ja nach- selbstverständlich, weil nur ausÄmsm. "fach gerade beim .Vorwärts- gewöhnt. Er läßt die erwachsene Arbeiter unverheiratet^D sbal7 Ercyrura nur „von einem für den emzelnen Ar- konnte die römische Entscheidung ohne fick mtt beiter nicht von M-m für seme Familie ge- den wirklichen Tatsachen in Wckersvruck ,u n genden Lohn" reden. I gar nicht verfügen, der Arbeitgeber^habe
die Hohe des Lohnes zu bestimmen nach der Kinderzahl ober anderen Verhältnissen des Aweiters. Anders wäre es, wenn der Arbeiter sischE als freier Arbeiter den Lohnoertrag ab- schließe, sondern als Höriger zur Haus- und Hosgememschast gehörte und hierfür Befriedigung se'uer Bedürfnisse als Entgelt für seine Arbeitsleistung erhielte.
Jedenfalls hinterläßt ber scheidende Greis im Vatikan der Welt die ungeschwächte, lebenSsprudelnde Quelle de? Glaubens und der moralischen Kraft, aus der geheimnisvoll bis in die entlegensten i _. . , . , . ~ ,
Fernen Millionen von Menschenseelen trinken,, Die Zunahme der sozialdemokratischen Sttm-
tm sich zu stärken und zu trösten bei der Wanderung men hat dem »Vorwärts" die Sinne umnebelt; durchbi- Wüste des Lebens, wo der Unglaube die nur so läßt sich der Defekt in seinem Denken er- NÜb7ie?ebv!?meh7t^ ^°hlder klären, welche" in dem Leitartikel „Christliche
So der russische Fürst über Papst Leo XIII.
Wie er, so denken und fühlen noch Millionen d)t .
andere Andersgläubige. Die Katholiken des Erd- Der Artikel wendet sich gegen den „Arbeiter- kreises aber lassen sich von ihnen nicht an Ver-1 katechlSmuS" des ^Jesuitenpaters Hammerstein, ehrnng und Bewunderung für den großen Papst “
Ibertreffen.
* Rom, 14. Juli, 9 50 Uhr vorm. Der Papst hatte in der Nacht einigemale Erbrechen und hatte mitunter das Bewußtsein verloren. Alle Hoffnung auf Besserung ist geschwunden, der Zustand ist äußerst ernst.
* Rom, 14. Juli, vorm. 11 Uhr 30Min. Lapponi erklärte auf Befragen, ber Zustand des Papstes fei anhaltend ernst, doch bestehe keine unmittelbare Gefahr. Bei ber gegenwärtigen Lage könne der Papst noch 2 oder 3 Tage leben, weil bie Kräfte des I Herzens in ziemlich befriedigender Höhe erhalten seien. Gegenwärtig macht sich beim Papst Gehirnschwäche mit teilweisem Verlust der Geistesklarheit geltend Lapponi ist um 10'/, Uhr wieder im Vatikan eingetroffen.
* München, 14. Juli 1903. Der päpstliche Nuntius erhielt nachmittags ein Telegramm auS Rom von 11 Uhr 40 Min. vormittags. Dasselbe lautet: Der Zustand des heil. Vaters ist nach wie vor sehr ernst.
* Rom, 14. Juli, nachmittags 5 Uhr. Der Zu- tanb des Papstes ist unverändert mit Anzeichen von Blutmangel im Gehirn und Schwäche. Die Untersuchung der Brust ergab, daß sich keine neue Flüssigkeit darin gebildet hat.
Vor mehr als einem Bierteljahrhundert bestieg dieser fast hundertjährige Papst den Thron, und obgleich dieWogen des Völkerlebens sich immer stürmischer erhoben und das Schiff umbrauften, auf dem er allein dahinzog, mit dem Glauben als Steuer und mit der Liebe als Segel, hat dennoch seine Stimme kein einziges Mal Worte des Fluches oder des Zornes gegen die sündige Menschheit geschleudert. Als rund um ben Papst herum der gegenseitige Krieg entbrannte, der Krieg für die Herrschaft der Unwahrheit, der Eigenliebe, jber Intoleranz und der Leidenschaften, da kämpfte dieser Greis allein gegen eme ganze Welt und seine Waffen bildeten Glaube und Liehe. Und hat die geistige Riesenkraft deS körperlich schwachen Papstes scheinbar äußerlich nichts erreicht, so hat sie märchenhafte Schätze «N Glauben und Liebe über den ganzen Erdball in den verstreuten Seelen gehegt und gepflegt, und — ■Wer kann sagen in welch' hohem Maße sie dem Zer - störungZgeiste des Jahrhunderts Halt ge-
Jm Folgenden reihen wir die vorliegenden Nachrichten aneinander.
* Rom, 14. Juli 1903. Der soeben herausgegebene «rankheits-Bericht besagt: „Der Tag ist ziemlich ruhig verlaufen mit kurzen Perioden von Depression. Der Pulsschlag ist schwach, 88, Atmung 32, Temperatur 36,8. Die Kräfte des Patienten sind langsam, aber fortschreitend im Abnehmen begriffen. Lapponi. Mazzoni."
• Rom, 14. Juli 9.15 Uhr vorm. Der Krankheitsbericht lautet: Bis jetzt ist keine Veränderung m der gestrigen ernsten Lage eingetreten. Der Puls ist schwach, 92, Atmung 80, Temperatur 36'/,. Mazzoni, Lapponi.