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Maer

verantwortlicher

erscheint täglich, mit Ausnahme der Sonn- und Zeiertage. viertel- jährl. Bezugspreis ohne vringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts l OIL 50 psg.

§christleiter:Zos.vaum

J. pärzeller in Sttlfco. Wochenbeilage: „Illustrierte bonntagzzertung

Zeitung

monatsbenagt: „Fuldaer Geschichtsblätter".

Anzeigen: Vie ein­spaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Psg, Reklamen die petitzeil« 25 pfg; bei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda (Harmonie) Fernsprecher Nr. 9.

fUlda, Mittwoch, den 8. Juli 1903.

30. Jahrgang.

M 152.

vestellungen

ans die ,Fuld aer Z eitung" werden noch fort­während angenommen. Die schwere Erkran­kung des hl. Vaters und die bevorstehenden wichtigen Vorgänge in Rom sollten jeden Katholiken veranlassen, ein gutes, täglich er­scheinendes katholisches Blatt — auch in der arbeitreichen Sommerzeit — zu halten. Bei dieser Gelegenheit sei auch mitgeteilt, daß die ,Fuldaer Zeitung" auf vielseitigen Wunsch fortan wieder — wie früher, — die vollständigen Ziehungs­listen der königl. preußischen Klassen­lotterie zum Abdruck bringen wird.

Im Feuilleton der ,Fuldaer Ztg." erscheint von gestern ab eine hochinteressante und gediegene Erzählung „Fügungen", die gewiß den Bei­fall unserer Leserinnen finden wird. Neu hinzu­kommende Abonnenten werden die bereits er­schienenen Nummern — so weit der Vorrat reicht — auf Wunsch nachgeliefert.

(Ein Bülow gegen den Zweikamps.

Das .Deutsche Adelsblatt" veröffentlicht gegen­wärtig umfangreiche Vorschreibungen für den Adel, bezw. für die Familie v. Bülow aus deren Familienbuch vom Jahre 1780, gewidmet dem Herzog Carl Eugen, regierenden Herzog zu Württemberg und Teck usw., verfaßt von Jakob Friedrich Joachim v. Bülow, Herzog!. Mecklew burg-Strelitz'scher geheimer Kammerrat. Darin finden sich Vorschriften, wie der Edelmann sich zu benehmen hat am Host, als Minister, Kriegs­mann usw. Dann folgen Vorschriften über das

Benehmen bei Zweikämpfen, die auch heute noch gelesen zu werden verdienen. Hier (Nr. 24 vom 14. Juni) heißt es:

Besonders ein Edelmann kann dabei ost in verdrießliche Situationen geraten. Die Zwei­kämpfe waren vormals zu den Zeiten erlaubt, da noch das Faustrecht galt und keine Gerichts­höfe bestellt waren, vor welchen der Adel seine Sache zur richterlichen Entscheidung bringen konnte. Man glaubte, daß Gott durch dieses Mittel demjenigen den Sieg zu schenken pflege, der das Recht auf seiner Seite hätte; man meinte auch, es sei doch gleichwohl besser und sei einem tapferen Rittersmann anständiger, sein Recht mit dem Schwert zu verfechten als mit vielen' weibischen Zänkereien und lateinischen Advokatenstreichen vor dem Gerichte sich herum­zuziehen und sich um sein Geld bringen zu lassen. Allein dieses war so viel, als ein großes liebel vermeiden, um ein noch größeres zu begehen Wie sollte man die Gerechtigkeit einer Sache auf die Stärke des Armes oder die Zufälligkeit eines zweifelhaften Sieges ankommen lassen? Es ist eine traurige Wirkung verkehrter Begriffe, daß wir die Rettung unserer Ehre in einer der schändlichsten Taten suchen. Eine schändliche Tat ist diejenige, welche wider die Religion, wider die Vernunft und wider die Gesetze be­gangen wird.

Der Zweikampf läuft wider die Religion, denn sie befiehlt uns, unserem Nächsten die Be­leidigung so zu vergeben, wie wir selbst wollen, daß uns Gott unsere Missetaten und Sünden vergeben solle. Christus, unser Heiland und Gesetzgeber, predigt nichts als die Liebe und ver­beut die Selbstrache als das größte Verbrechen.

Der Zweikampf läuft wider die Vernunft, denn es ist unsinnig, einem Menschen zu Ge­fallen, der unser Feind ist, auch sein Leben preis­zugeben. In einem Zweikampfe kann sowohl der Beleidiger den Beleidigten als dieser jenen des Lebens berauben. Ist dieses eine Gerechtig­keit? Ist dieses eine Ehrenrettung? Fürwahr, unvernünftiger kann man nicht denken! Haftet die Ehre nicht auf unseren Taten? Kann man uns diese nehmen, wenn wir unschuldig und

tugendhaft sind? Ist es nicht ein närrischer Hochmut, daß man nicht leiden will, daß andere Uebels von uns denken oder reden? Müssen nicht die größten Könige und Helden sowohl, als die weisesten und tugendhaftesten Leute sich lästern und verspotten lassen?

Der Zweikampf läuft wider die Gesetze. Bei allen gesitteten Völkern ist derselbe als eine ungerechte Handlung verboten. Alle bürgerlichen Gesetze betrachten Den, der einen Anderen im Zweikampfe erlegt, als einen Mörder oder Tot­schläger, und gewiß, die Wahrheit wird weder mit dem Degen noch Pistolen entschieden. Ge­setzt, ich schlüge mich mit Zehn herum, werden deswegen die Leute nicht von mir glauben, was sie wollen?

Ja, sagt man, wenn man einen Schimpf auf sich sitzen lasset, so wiro man für einen Feigling gehalten, und andere Offiziere dienen nicht mehr mit einem! Dieses ist allerdings ein empfind­licher Umstand. Soll man sich durch den Schein einer vermeinten Zaghaftigkeit um feinen Dienst und um fein zeitliches Glück gebracht sehen? Allein, ist es denn erlaubt, deswegen ein Ver­brechen zu begehen, um feinen Dienst zu erhalten und fein Glück in der Welt zu machen? Ist dieses, so würden die Verbrechen in gewissen Fällen notwendig. Diese Sittenlehre würde auf einmal alle Gerechtigkeit und alle Tugend aus der menschlichen Gesell­schaft vertilgen. Was würden die Menschen unter diesem Deckmantel sich nicht erlauben! Ich halte den für einen zaghaften und unwürdigen Edelmann, der nicht das Herz hat, der wahren Ehre zu folgen. Es ist un streitig der nur ein ehrliebender Mann, der die Pflichten der Ehre beobachtet; diese Pflichten be­stehen in der Beobachtung solcher Gesetze, die uns die Religion, die Vernunfl und die Ge­rechtigkeit vorschreibt; wer also dawider­handelt, ist kein ehrliebender Mann, folglich verliert ein Edelmann, der sich wider die Gesetze in einen Kampf einläßt, die Ehre, die er zu verteidigen sucht.

vermischter.

* Das „Paradies der Falschmünzer"" ist nach einem Bericht des englischen Konsuls in Chemuipo Korea. In einem einzigen Jabre hat die Zollver­waltung 3,573,138 falsche Geldstücke konfisziert. Einmal hat sie 739,000 und ein zweites mal hak sie 530,090 Geldstücke zugleich beschlagnahmt. Die Schuld liegt an der koreanischen Regierung, die Privatleuten ohne jede Beschränkung das Recht erteilt, Münzen zu schlagen.

Marktberichte.

* Frankfurt a. M„ 6. Juli 1903. Notierung der Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf standen: 534 Ochsen, 51 Bullen, 959 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder), 229 Kälber, 109 Schafe und tzämmel und 1160 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd/ Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästele höchsten Schlacht­werts bis zu 6 Jahren 67-69 Mk., b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 63- 65 Mk., c. mäßig genährte junge, gittgenährte ältere 57—61 Mk., 3. gering genährte jeden Alters 0-00 Mk. Bullen, a. vollfleischige höchstens Schlachtwertes 61—63 Mk., h. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 58 -60 Mk., c. gering genährte -. Mk., Kühe und Färsen: Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausge­mästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlacht­wertes 62 64 Mk., h. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 59—61 Mk., r. ältere ausgemästele Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 50^ bis 52 Mk., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 47 49 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen ' Stiere und Rinder) 00.00 Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast- und beste Saugkälber 80—81 Psg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 70—73 Pfg., c geringe Saugkälber 55—60 Psg., d. ältere gering ge­nährte Kälber Fresser) Pfg. Schafe: a. Mast­lämmer und jüngere Masthämmel 70—72 Pfg., . älter« Masthämmel 66—68 Pfg , mäßig genährte Hämme! und Schafe Mrrzschafe 00.00 Pfg. Schweinevoll, fleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu :1 < Jahren 56—57 Pfg., b. fleischige 55 bis 00 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 48— 0 Pfg., d. ausländische Schweine unter An­gabe der Herkunft, —.— Pfg. Bezahlt wurde für i Pfd Lebendgewicht: Kälber a. 4 8—49 Pfg., •. 42—41 Pfg Schweine a. 43 /, Pfg., h. fleischige 42 - Pfg Geschäft in Hornvieh gedrückt, Uebersiand bedeutend, in Schweinen und Schafen gut, Markt geräumt, in Kälber gedrückt. - Aus Oesterreich standen 176 Ochsen, 2 Bullen und 21 Kühe zum Verkauf

[2771

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Norwegen Anleihe Oesterr.Goldrente. „ Kronenrente kono.Elisabethbahn Oesterr.Lokalbahn. '» „ Silberrente

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Stoots - Papiere.

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4 Bayer. Grundrente

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5 Rumä.am.Rte.v.81 8

Vrsbk. Nürn­berg unk.b.1905

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3 Sächsische Rente .

4 Württemberg, v. 91

31/» „ Gold anl. 0.94 3l/a Schweden».80abg. 4 Serben (amort.) .

4 Spanische Rente . 5 Türken Zoll-Obl. .

4 Ungar. Goldrente .

4 „ Kronenrente

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5 Argentinier abgest. 4l/i „ äuß. v. 88 6 ChinesischeSt.-Anl.

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4 „Bdk.-A.Würz.l909 3'1,„ „ 1907

4 Berl. Hypothekenbk.

(vorm. Pommern) 3'/- „ 80°/o abgest.

4 Fkf. Hypb.XIV.1900 4 „ Ser. XVIII1905

4 Hy. W Ser.XVI u .a v nunt.1910

3'/- Fkf. Ser.XII u.XIll

4 Russische Kons., 4 Rufs. Kons. L.6.,

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Umrechnung: 1 Pfd. Sterling =^£.20.40. 1 Frk., Lira, Peseta - 80 Pfg. 1 Oesterr. Gulden (Gold) = 2 Mk. 1 Oesterr. Gulden ,Whrg.) = Mk. 1.70. 1 Oesterr -Uno Krone ______________1 alter Gold-Rubel = Mk. 3.20. 1 Rubel, 1 alter Kredit-Rubel -- Mk. 2.16. 1 Peso = Mk 4. 1 Dollar = Mk. 4.20. 7 Gulden süddeutsch Währung-^ Mk

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Eschweiler Bergb . . Gelsenkirchener Bergb. Harpener Bergb. . . . Vibernia Bergwerk. . Laurahüle......

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Bank-Aktien.

Deutsche Reichsbank .

Frankfurter Bank . .

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Darmstädter Bank . .

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Deutsche Bereinsdank . Deutfch.Hypvthb.Mein.

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Pfälzische Hyp.-Bk.

101,75

4 Franz Jos.-Bhn.i.S.

4 Galiz. Carl Ladw.

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Diskont.- Komman.- An.

Dresdener Bank . . .

186,80

147,60

14850

Unverzinsliche Lose.

101,80

101,80

Preuß.Centr.-Bod.- fireb -K 1909

99,20

Bhn. v. 90 i. S.

100,60

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Frankf.Hypothekenbank

2OO30

200,20

Ansbach-Gunzenh. 7 fl.

61,90

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Mitteldeutsche Kredikbk.

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Oesterr. Kreditanstalt. Preuß. Hyp.-Aktb. . .

Industrielle Aktien.

Badisch.Anilin-u.Sodaf. Höchster Farbwerke Elektr.Schuckerl.Nürnb.

„ Siemens & Halske Filzfabrik Fulda . . . Berem. Schuhs. Fulda Nordd.Wollkämmerei .

vergwerkr-Aktien.

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Braunschweiger 20Thl.

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4 Oefterr.Südb.(Lomb.).

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5 Oesterr.-Ung.Staatsb.

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Finnländische 10 Thl. . Freiburger 15 Fs. . . Mailänder 45 Lire. . Mailänder 10 Lire.

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343 -

103,40

97,60

103,40

97,60

0 /» 4

ff 1 UVU4

Südd.Bod -Kreditb.

97,90

102

97,90

101,80

3 Oefter.St -B.v.1895

3 Prag-Duxerb. . .

8550

85,40

8550

85,80

Bochumer Gußstahl .

Buderus Eisenwerke .

172,80

11050

172,80

11050

Reichsbank-Diskonto:

Lombard-Zinssuß:

4°/.

5°/r

4°/o

5°/o