woch°nb-iiag°: „illustrierte Somtagszeitung
30. Jahrgang
TuMa, Freitag, den 19. Juni 1903.
M 137.
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Erstes _
Inmitten des bett jenseitigen Hühenzug bedeckenden Waldes ragt aus einer sog. Blöße em schlichte» WaldhäuSchen hervor, dessen weißgetünchte Wänoe mit den kleinen, niedrigen Fenstern auf der ganzen gegen» «beiliegenden Anhöhe sichtbar find. Ein ziemlich breiter Waldweg fiihrt vom Tale auS hinan.
In Altenberg herrscht heute eine recht gedruckte Stimmung. —
Man trug den allseits beliebten Ortschirurgen, Bader genannt, zu Grabe. Dadurch wurden drei allerdings bereit- erwachsene Kinder zu vollen Waisen, denn die Mutter war ihnen schon gestorben, als fie der jetzt 18 jährigen Stafi da» Leben gab. Die um mehr al» zehn Jahre ältere Tochter Sem mußte, da sich der Vater nicht mehr verehelichte, bald die Sorgen einer Hausfrau übernehmen, so daß sich zwischen den beiden Schwestern ein Verhältnis heraus gestattete, etwa wie zwischen einer Pflegemutter und Tochter. Der Knabe Lorenz war durch längere Zett kränklich, so daß
rechnen. ,, _
Für den konfessionellen Fanatismus ist das freilich ein ganz unerträglicher Gedanke. So bringt es denn der,Reichsbote' fertig, den engen Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zu empfehlen und zugleich denKampf gegenJesuitis- mus und Ultramontanismus zu fordern. Er bildet sich ein, zu der großen Unzufriedenheit des Volkes, die den Sozialdemokraten so viele Stimmen verschafft habe, habe auch die große Freundlichkeit der Regierung gegen den Ultramontanismus beigetragen. Große Volksmajfen hätten die Sozialdemokraten gewählt, weil sie es für ihre patriotische Pflicht hielten, der Regierung ein Memento zuzurufen. In den Köpfen von Fanatikern spiegelt sich die Welt eben sehr
diesen Zuwachs der Linken wieder ziemlich wettmachen, verschlägt es für seine Stellung zum Reichstage nickt viel. Die Schwächung der Antisemiten durfte von ihm, wenn auch nicht so hoch, so doch ähnlich gewertet werden, wie die des Bundes der Landwirte. Für ihn waren
der Barer nicht daran denken konnte, ihn entern anstrengenden Berufe zu widmen, und zum Smdteren fehlten die Mittel — woher sollten sie auch kommen? Die Leute auf dem Lande find nicht so empfmdttcher Natur wie in der Stadt. Gegen die mannigfachsten Gebrechen und Krankheiten werden einfache H-ms- mtttel angewendet, und der Bader »irb erjt gerufen, bi» dem Kranken sozusagen bereit» der Tod auf der
solche Parole den Mehrheitsparteien genützt hätte. Es ist schließlich wohl auch nur gemeint, daß die Regierung die ihr ergebenen Parteien mit dem ganzen Einflüsse ihres Beamtenapparates hätte unterstützen sollen. Aber welche Partei sollte die Regierung sich aus
schieden für die Aufhebung des ganzen Je,usten- qesetzes und nun sollen große Volksmassen für sie gestimmt haben aus Aerger darüber, daß der Reichskanzler die Aufhebung des § 2 angekun- diqt hat! Wie bei dem,Reichsboten' alles durcheinander geht, zeigt auch die Klage, daß der Reichskanzler die Zollmehrheit habe zerfallen lassen und nichts getan habe, sie bet der Wahl zu starken Der H a u p t bestandteil dieser Zollmehrhert
Der WergHof.
Bolk»roman von I. Dberparleiter.
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A t Schuld für die Niederlage des Bundes zu. Weil > der Bund in ihr seinen schärfsten Gegner gehabt habe, hätten viele Wähler das ihnen als sinkend vorqestellte Schiff des Bundes verlassen. Das sagt jetzt ein Blatt, das nicht genug prahlen konnte, der Bund frage nichts nach der Gunst der Regierung, sondern werde sich auch gegen sie zu behaupten wissen. _
Indem Graf Bülow sich neutral verhielt, hat er erreicht, daß er es mit keinem -N- standteile der Mehrheit, die in der Hauptsache die alten bleiben, ernstlich verdorben hat. Wenn eine Partei sich zu beschweren hat, so wäre es an erster Stelle das Zentrum. Ihm hat er viele Gegnerschaft dadurch erweckt, daß er die ! Aufhebung des § 2 des Jestntengesetzes ankun- diqte, ohne sie alsbald ins Werk zu setzen. Daß er wie behauptet worden ist, damit einen Zankapfel zwischen die Mehrheits-Parteien habe werfen wollen, halten wir schon deshalb für unglaublich, weil er sich selbst ja eine Schlappe bereite hat. Da uns im übrigen der Jesuiten-Rummel nicht im mindesten geschadet hat, tragen wir es ihm nicht weiter nach, daß er ihn verschuldet hat. Das Zentrum bleibt die ausschlaggebende Partei. Das ist bte Hauptsache und damit müssen Patteien und Regierung
Z"" Da? Einkommen des Bader» Brunner aus Alt
stellungen zu sein. Hoffentlich bringt der.Reichs- anzeiger' heute eine c *’■
Wahlen. Was er bis jetzt mitgeteilt hat, war von Irrtümern nicht frei. Die Zahl der Stich-1 ” wählen wird von den einen auf 185, *" "
auf 187, von andern wieder anders angegeben. Vom Zentrum sind nach der einen Berechnung des Wolff'schen Telegraphen-Bureaus 87,„ nach einer andern aber 88 gewählt worden, während es an 36 Stichwahlen beteiligt ist. Verloren hat esFr auenstadt'Lissa, undReichenbach- Neurode. Sttaubing ist noch nicht verloren, vielmehr steht dort der Zentrumskandidat mit dem Bauernbündler in der Stichwahl. Gewonnen wurde außer O ttw eiler-St. Wendel der oberbayerische Wahlkreis Wasserburg von den Bauernbündlern, sodaß also 2 verlorenen j 2 gewonnene Mandate gegenüberstehen. Die Zahl der im ersten Wahlgange gewählten Sozialdemokraten beschränkt sich auf 56, da in Bayreuth und Sachsen. Altenburg nicht der Sozialdemokrat gesiegt hat, sondern Stichwahl stattfindet, während zu den neu eroberten Mandaten Randow-Greifenhagen hinzukommt, das den Konservativen abgenommen wurde. Die Zahl der von den Sozialdemokraten neu gewonnenen Mandaten beträgt also 14 (nach anderen Angaben 13); ihnen stehen 2 verlorene Mandate gegenüber. Die Freifinnige Volkspartei hat 10 von 28, die Freisinnige Vereinigung 7 von 14, die Süddeutsche Volkspartei 2 von 7 Mandaten verloren. Der Reinverlust der Konservativen beträgt nach unserer Rechnung 6, der der National-
«rscheint täglich. tntt
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3. parzeller in Fulda.
Zwischen zwei Höhenzügen, wovon der eine mit wohlkulttvierteu Wäldern bedeckt ist, während der andere üppige Almen und Sieder zeigt, zieht sich ein lanaaeureckteS Tal von Wiesen und Matten dahin,, -------------- --- ~ ... ......
durch einen rauschenden Gebirgsbach in zwei Hälften berg reichte daher ger^e htm semeanftanbtg geschieden. Der eine dieser Höhenzüge mitsammt den 1 — — ' " — h ™ to t aber muWe n
ausgedehnten Waldungen gehört fast ganz zum Besitztum eine» reichbegüterten Kavaliers, während der gegenüberliegende Eigentum der Bewohner von Altberg und de» Berghofbefitzer» ist.
Altberg breitet sich al» langgestreckter Ort von der Mitte der Anhöhe gegen da» Hochplateau zu au», während etwa eine Schußweite davon entfernt am Hochplateau selbst der erwähnte Berghof, eine Meie-
wählen? Den Zolltarif hat sie durch das Zusammenwirken mehrerer Parteien erlangt, die Handelsverträge kann sie ebenfalls nur aus diese Weise durchbringen. Es lag also kaum m ihrem Interesse, wenn sie etwa durch Unterstützung der Konservativen oder der Nattonalliberalen den Unwillen der anderen Mitglieder der Mehrhett^- parteien gegen sich heraufbeschwor. Um Ende hätte sogar der Bund der Landwirte auf die 7. . ____ vi- tÄtSAtiirhATTiim
* Der künftige Reichstag.
Trotz der fast zweihundert Stichwahlen läßt W ^^Aung^^'e^e^so ^Wemgstens sich heute schon mit Sicherheit erkennen, daß tm 9'“k Sfleteitung' ihr jetzt die
nächsten Reichstage eine wesentliche Verschiebung | fgcetbt bte ,D L^rlaae bes Bunbes zu. Weil der Parteiverhaltmsse insofern wenigstens nick stattfinden wird, als die Mehrheit, die allein positive Arbeit leisten kann, dieselbe wie bisher bleiben wird. Der .Reichsbote' hat gemeint, der Ausfall der Wahlen sei für den Grafen Bülow ein sehr schwerer, wahrscheinlich tätlicher Schlag. Wir vermögen bas nicht einzusehen. Wir glauben vielmehr, daß er mit dem Wahlergebnis ganz zufrieden sein wird.
Die Niederlage des Bundes der Landwirte ist für ihn eine wahre Erleichterung. Mögen auch manche konservative Abgeordneten mit Hilfe des Bundes gewählt sein, von den extremen Agrarieren wird der Reichskanzler sich kaum noch belästigt und in seinen Entschließungen gehemmt fühlen. Daß bie Sozialdemokraten vielleicht um ein paar Dutzend Mann verstärkt werden, mag ihm ja nicht gerade erwünscht sein, aber da die Verluste ber Freisinnigen
der beste Freund des Verstorbenen.®«nefolgten iW bte Geschwister, bedurften sie doch gerade letzt eine«> Berattr» und da tonnten sie keinen bessern.finden al» gurtntt
Der Berghofbefitzer war Witwer, sein Weck Brom war bereits vor mehreren Jahrm gefiorver ibm zwei Söhne, Albert und Gregor hinter lasten Ersterer, als der Aeltere, follte den Bergho LrnehÄ-etzt-rer zog es vor. fick statt der Land- wirtkchast au widmen, da» Baugewerbe zu _^r^erP,,'
E befand sich eben an der Südgrenze Oesterreich», w» n ein- Bahnstrecke als Bauleiter übernahm.
Furtner ging das Schicksal der Familie feine» fteunbe» sehr zu Herze». Besonders für Lmenz war er sehr besorgt, da dieser knnen> «gen^ lichen Beruf hatte und zu einem gewöhnlichen Arbeiter doch nicht aufgezogen worden war. Furtner betrach
daher für einen außerordentlich glücklichen ZufiM, als einige Tage nach diesem Ereignisse von seinem jünaeren^Coyne Gregor ein Brief anlangte, in welchem dersckbe" dem Vater mitt eilte, daß er Kantme m übernehmen habe und zum betriebe derselben einen verläßlichen Menschen suche. .
S ääsws*
I ^M8icher Freude teilte daher Furtner seinen Schützlingen seinen Plan mit. . .
^Gemischte Empfindungen erweckte m thnen diese Nachricht. Zuerst war es die Helle Freude darüber, daß fie so uwerhofft der Sorgen für die nächste Zukunft enthoben seien, dann war eS wieder der Schmerz, daß fie sich, die von Kindheit an so sehr aneinanderhingen, trennen müßten.
Bald überwog ,edoch da» erstere Gefühl, un dankbaren Herzens fielen fi- rhrewalten Sreunbe, der so väterlich für fie sorgte, um den Hals.
Mit Furtner» Sohn Gregor, mit dem sie 1 I stets auf gutem Freunderfuß standen, war bald die
liberalen 7. Doch sind, wie gesagt, alle dtej Zahlen unsicher. Die konservative Partes leitung wird, wie die .Kreuzztg. hörtz den konseivativen Wählern bet den engeren Wahlen in allen Wahlkreisen, in denen dte.Soztal- bemokraten beteiligt ftnb, die Stimmabgabe gegen diese zur patriotischen Pflicht machen. Das Blatt bemerkt weiter: »Wir sind der Meinung, daß diese Parole die allem durch die Sachlage gebotene ist, und geben uns Der Hoffnung hin, daß sie bei den übrigen bürgerlichen Parteien Erwiederung finden wird. S-e hat zur selbstverständlichen Folge, daß insbesondere im ersten Berliner Wahlkreise alle konservativen Wähler zur Stimmabgabe für den freisinnigen
ernähren zu können — irdische Güter aber mußte er Andern überlassen. —
Der kränkliche Knabe Lorenz folgte seinem inneren Triebe und Wissen und steckte fleißig in den Büchern. Er eignete sich namentlich in Botanik bedeutende Kenntnisse an, die durch seine Vorliebe für die Natur gefördert wurden. Er mochte fteilich damals nicht geahnt haben, daß ihm einsten» diese Kenntnis zum Broderwerbe werde dienen müssen.
Als Lorenz endlich kräftiger wurde, war eS zur Erlernung eine» Handwerke« zu spät. Der Vater begnügte sich nun vor der Hand damit, daß ihn sein Sohn in seinem ärztlichen Beruf unterstützte, indem er ihm Heilkräuter sammelte.--
Der so unerwartet eingetretme Tod de» Vaters versetzte nun die drei Waisen plötzlich in eine sehr traurige Lage. Sie hatten bisher nicht gelernt, selbständig für ihr Brod zu sorgen. Der Verstorbene fand e» unter seiner Würde, seine karge Lage nach Außen hin durchblicken zu lassen oder gar seinen Kindern untergeordnete dienstliche Stellungen zuzumuten, er legte sich lieber mancherlei persönliche Einschränkungen auf, um nur da» StandeSansehen zu wahnen.
Nach seinem Tode allertzing« mußte die ganze ttefste Lage der Baderfamilie an den Tug kommen. —
Me heute der sommerliche Himmel, so verdüstert war da» Gemüt der drei, die am offenen Grabe ihres geliebten Ernährer» standen und sich nicht trennen I konutm von der Stelle, wo man ihre einzige Stutze
im Leben in die Erde gesenkt. — Der erleichternde Tränenquell war versiegt, stumm standen sie da, die Augen starr in die Gruft gerichtet, al» wollten fie die schwache Bretterwand des Sarges durchdringen, um nur noch einmal das geliebte Antlitz zu schauen. — Längst hatten die übrigen Leidtragenden als letzte Liebesgabe eine Scholle Erde auf den Sarg des alten guten Freundes hinabgleiten lassen, da ermannte sich Leni. „Kommt," sprach sie, „W uns gehen, ber Herr, der die Vöglein am Dache nährt, wird auch un» Brod schicken, — allerdings m so kurzer Zeit ito ei so herbe Verluste — es ist fast zu viel. ä Vor einigen Wochen war den Geschwistern nam- | lich auch eine Muhme gestorben, von ihnen die „Waldmuhme" genannt, weil fie das bereits erwähnte Häuschen im Walde bewohnte. Von ihr batte bte SiaSerfamilie manchen Zuschuß erhalten, oder zuM mindesten konnte man sich in Kreuz und Leck nut der Muhme aulreben — und bann wat allen wieder
,,ma fvt, _ Was half's, baß ihnen bte guU Alte ihr Häuschen im Walde hinterließ? Es gehörte freilich ein Acker gründ und ein Keiner Wiesen- vlan dazu, ber für eine Kuh wohl Nahrung bot - doch die Geschwister konnten fich ja nicht tote bte alte Muhme in's Waldhäuschen zusamwensetzon, fiem-chten fich einen Erwerb suchen, mußten hinaus in bte Welt.
Langsamen Schrittes, noch einen schmerzlichen Scheidearuß auf bie offene Graberstelle zurückwersend, ♦raten fie zum Kirchhoftore hinan». Hier aber erwartete fie ein guter Bekannter, der ihnen stumm und wehmütig bie Hanb drückte zum Zeichen seiner innigen Teilnahme und seine» eigenen Schmerze» um den $ei^ßent Rinber!" sprach er mit zitternder Stimme, „Ihr könnt jetzt nicht sogleich tn Eure berem amte Behausung zurück, kommt wenigsten» für den heutigen Tag mit mir, Ihr müßt unter bie Leute mußt Euch zu zerstreuen suchen. Wir wollen habet über Euer rocitfttÄ (Scfncficil bereiten.M _ K
Der also sprach, »ar Furtner, der Berghofbefitzer,
bildet doch das Zentrum, gegen das es Regierung und Parteien hetzen möchte.
9 Ohne Zweifel hat der ,Reichsbote- manche Gesinnungsgenossen von gleichem politischem Buck. Wir glauben indessen, daß ihre Stimme mt Reichs- taqe nicht allzusehr ins Gewicht fallen wird Man hat sich doch allmählich daran gewohnt, die abergläubische Scheu vor dem Zentrum aufzugeben und es als eire Partei kennen gelernt, mit der sich arbeiten läßt. Demgemäß werden sich die zu positivem Arbeiten bereiten Parteien wohl auch tm nächsten Reichstage zum Zentrum stellen. Die Regierung durfte es nicht anders machen. Als eine Partei, die alle Äitigto unb »I , auf.
di- S-g<nf-tz° aus>Ml«,ch.n such«, mchte -- qr » W » ro„ben.
sogar die angenehmste von allen Parteien sein, l l Freilich zu einer gou vernement alen^asage- Partei wird es sich nicht hergeben.
sie doch vorwiegend und lästig. Da die Kon- serv ativen keine nennenswerte Einbuße erleiden, vielmehr verschiedentlich auf Kosten der Linken Geschäfte machen, und nun der Scheu vor der bündlerischen Fuchtel ledig werden, so hat er auch nicht zu besorgen, daß sie ihm wegen des „Klosetgesetzes" sonderlich grollen werden.
In verschiedenen Blättern wird jetzt der Vorwurf gegen den Reichskanzler erneuert, daß er feine Wahlparole ausgegeben und bis zum letzten Augenblick Schweigen im Wahlkampfe beobachtet hat. Er selbst dürfte jetzt über seine Neutralität herzlich froh sein. Denn was hätte er mit einer Wahlparole erreicht? Eine Niederlage der Sozialdemokraten sicherlich nicht. Was das antisozialistische Kartell leistet, haben wir doch in Sachsen deutlich genug gesehen. Hätte er eine zoll- und handelspolitische Parole ausgegeben, so würden wahrscheinlich die I von Funatttern spiegen '"P
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schweren, ihm vorgeworfen haben, daß er einen Zankapfel zwischen sie geworfen habe. Wir vermögen wenigstens nicht einzusehen, was eine
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(*) Zur Stichwahl im Wahlkreise Marburg - Kirchhai« - Frankenberg. In diesem Wahlkreise findet, wie schon mitgeteilt, Stichwahl statt zwischen dem konservativ en und vom Bunde der Landwirte unterstützten N>> . uw»mi ii jilgi |i» | Kandidatenv.Pappenheimunddemnationai-
L sozialen Kandidaten v. Ger lach, von d.nen
1 U ersterer 4917, letzterer 3605 Stimmen beim ersten
Wahlgange erhalten hat. Nach Lage der Sache Berlin, den 18. Juni 1903. fallen bei der Stichwahl die 1900 Stimmen d s
* Das Wahlergebnis liegt nunmehr voll- welchen
ständig vor. Lecker aber widersprechen vielleicht oeN ÄUsi^ g bie Anhänger
sich die Angaben noch vielfach. Jede Zusammen- von decken^ Kandidat wue zunächst
stellung der Gewinne und Verluste weicht von der d« SSn ' betrifft, o steht
andern ab. Das offiziöse Telegraphenbureau den am nächsten,
-v U.b4ch'.-b" di-
M ber Stick' v Pappenheim hat es den katholischen Wählern ssrtnxssvii daktion der,Fuldaer Zeitung^ schreibter. Es ist wahr, daß ich mich gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes zur Zett ausgesprochen habe". Die naturgemäße Folge dieses Satzes lautet: „Es ist klar, daß bie Katholiken gegen die Wahl des Herrn v. Pappenheim zur Zett sich aussprechen müssen". Wenn der konser vative Kandidat nicht einmal den Antrag des konservativen Abg. Grasen Limburg-Sttrum, jenen § 2 aufzuheben, dem bte ganze konservative Fraktion bes Reichstages zugestlmmt hat, gutheißen will, bann verzichtet er bannt ohne Weiteres auf bie Stimmen ber katholischen Wähler. - Mit dem politischen Programm des n at i o nai- sozialen Kandidaten v. Ger lach sind wir zwar keineswegs in allem einverstanden- aber wir rechnen es ihm hoch an, daß er sich fett Jahren in Wort unb Schrift nicht nur für bte Aufhebung bes § 2 des Jesuitengesetzes onbeni für die Aufhebung des ganzen Gesetzes aus. gesprochen hat, weil es ein Ausnahmegesetz ist und er gleiches Recht für alle - auch für die Jesuiten - fordert. In dresem Punkte also, den man auf Seiten unserer Gegner - nich von unserer Seite - zum Kernpunkte