Xnjelge«: Vie ei» fpclitge petitzeile oder seren Saum iS Pf-. Seklamra bk Petitzeki« 25 pfg.; bei Vieber- holunsen wirb etdfpr. Sabatt gewährt.
Druck mb Verlag b«r Zulbaer Actienbruckerri ia Zulba (Harmonie). Zerufprecher Nr. 4.
M 127.
flllda, Samstag, den 6. Juni 1903.
30. Jahrgang.
> Drittes Blatt i
gedeihenden echt deutschen Pflanze der letzten Jahrzehnte, der Gesangwettftreite, nachzuforschen und die Anfänge zu verfolgen, aus denen sich dieselben so schön entwickelt haben.
Unsere Forschungen führen uns in die alten deutschen Reichsstädte und deren kernhaftes Bürgertum als die Pfleger des sogenannten Meistersanges. In diesen haben wir den Ursprung unserer heutigen Sanggenossenschaften zu erkennen.
Von den Höfen, welche im eigentlichen Mittelalter den Gesang und die Dichtkunst pflegten, zog sich im 14. und 15. Jahrhundert mit der Machtentwickelung des freien Bürgertums die Singekunst in die Städte, und Mainz, welches eines der frühest entwickelten Gemeinwesen besaß, ist die erste Stadt, wo die Meistersängcr auftreten und bleibt daher stets ihre hohe Schule. Ihm folgte Straßburg, Ulm, Augsburg u. a., im 16. Jahrhundert besonders Nürnberg. Dabei ist es auffallend, daß sich die Meistersängerei nur in Süddeutschland, soweit die hochdeutsche Sprache galt, ausbreitete, in Niederdeutschland fand sich keine Schule. Der Handwerker, welcher ihrer nach des Tages Geschäften pflegte, im Zunft- und Formenwesen seiner Zeit befangen, mußte folgerichtig das Kindlein der Poesie in Formeln wickeln, die es unfern Augen allerdings etwas altväterisch steif herausgeputzt erscheinen lasten, wobei wir aber doch nicht die liebevolle Absicht verkennen dürfen. Wenn auch immer die Masse der Gewerbsleute nach vollendetem Geschäfte dem Bierhause nachging, so war es desto heilsamer, daß wenigstens eine Anzahl von wackeren Meistern ihre Feierstunden und Feiertage zu etwas Würdigerem anwendeten, die alte Kunst der Höfe in ihren Kreis herabnahmen und ihr Teilnehmer zu erhalten suchten. Hatte doch Hans Sachs die edle Kunst so in Aufnahme zu bringen gewußt, daß um ihn drittehalbhundert Meister in Nürnberg waren. Die nun saßen nach der Last ihrer Tagesarbeit hin und dichteten ihre Lieder, sannen über neue Töne und übten die alten, schrieben alles in große Bücher zusammen und freuten sich für ihre Nachkommen zu bewahren, was sie von ihren Vorfahren mit Liebe und Dankbarkeit überkommen hatten. Die Würde der Sitte und Uneigennützigkeit dieser Meister entschädigt sür ihre steife Kunst.
Nicht genug ist es anzuerkennen, was die biedern alten Meister zur Erhaltung und Fortbildung der alten deutschen Sprache und zur Verbreitung einer Anzahl nützlicher Kenntnisse unter dem Volke geleistet haben; denn wenn Hans Sachs einen großen Teil der römischen und deutschen Geschichte, wenn Wett den Schweizerkrieg gegen Oesterreich und Oesterreichs Krieg gegen die Türken in Meistertönen einem Auditorium aus allen Klaffen der Bevölkerung vortrugen, so war dies sicher nicht ohne Einfluß auf die Bildung des Volkes und auf die Erhaltung und Fortentwickelung der deutschen Sprache. Unsere Meistersänger schrieben im siebenzehnten Jahrhundert ein viel besseres Deutsch, als unsere Fürsten im achtzehnten.
Mit welchem Ernst der Meistergesang gepflegt wurde und welche hohe Meinung man von der Würde desselben hatte, geht aus dem Gebote der Meister an ihre Schüler hervor, daß, „wenn an einem Orte etwa der Kunst oder Gesellschaft übel oder spöttlich sollte nachgeredet werden,sie solches mit Bescheidenheit widersprechen und der Kunst nichts zu kurz geschehen lassen sollten; daß sie kein Meisterlied auf öffentlichen Gassen Tags oder Nachts, auch nicht bei Gelagen oder anderen üppigen Zusammenkünften, wie auch nicht, so sie etwas sollten bezecht sein, singen, und hierdurch der Gesellschaft einen Schandfleck anhängen wollen. Jedoch wird ihnen erlaubt, gegen Fremde, fo Verlangen tragen, ein Meisterlied zu hören, wenn man versichert, daß sie kein Gespött daraus treiben werden, sich hören zu laffen." Wagenseil, der Geschichtsschreiber der Meistersänger, erzählt eine artige Geschichte von einem Nürnberger Meistersänger, Namens Haffner, der im Jahre 1666 sich am Hofe des Königs von Dänemark, Friedrich HI., hören ließ und große Gunst gewann. Er besaß eine Amsel, welche sechserlei Melodien pfeifen konnte, die ein durchreisender dänischer Legationssekretär von ihm kaufte, um sie dem Kömge zum Geschenk zu machen. Haffner war beauftragt, sie selbst zu überbringen, und in einem Schreiben des Sekretärs als Meisterfänger gerühmt. Der König bewog Haffner, vor ihm und seiner Familie zu singen, was mit solchem Wohlgefallen ausgenommen ward, daß Haffner während seines zweiwöchentlichen Aufenthaltes in Kopenhagen alle Tage vor dem Hofe singen mußte und der König mit Vorstellungen in chn drang, ganz in Kopenhagen zu verbleiben. Da aber der Meister unbeugsam bei seinem Vorhaben verharrte, in die Heimat zurückzukehren, wurde er reich beschenkt entlassen, der Rat der Stadt Nürnberg seinethalb mit einem königlichen
$« 6t|ono®ellflreit unserer Msnhren.
Studie von Dr. A. Schacht.
Nachdruck verbeten.
Da gegenwärtig der Sängerwettstreit in Frankfurt stattfindet, erscheint es wohl ange- racht, einmal den Wurzeln dieser so herrlich
lvschen-Rundschau.
(Nachdruck verboten.)
□ Fulda, 6. Juni 1903.
‘ Je näher wir den Wahlen kommen, um so klarer tritt hervor, doß dos Zentrum nichts zu fürchten hat, wenn die Wühler nur ihre Pflicht tun. i i mangelt es freilich noch hie und da, insbesondere »«'den sicheren Wallkreisen darf es nicht an Rührigkeit fehlen und überall muß die Wahlagitation von ^c.nn zu Monn geschehen.
Welche Erfolge die Hetzer des Evangelischen Bundes mit ihrer Agitation für die Aufrechterhaltung des § 2 des Jeiuitengesetzes und >gen die „Machistcllung des Ultramontanismus" bei uen Wahlen erzielen werden, läßt sich schwer beurteilen. Jedenfalls setzen sie ihr Treiben mit uncr- chöpflichem Haß fort. Neuerdings haben sie ihre .igitation auch in die protestantischen kirchlichen Synoden hineingetragen, die auf Kommando des Bundes eine nach der anderen gegen die Jesuiten resolvieren. Das scheint stellenweise mit solch leichtfertiger Eile zu geschehen, daß etwaigen Gegnern der Resolution kaum Gelegenheit gelassen wird, ihre abweichende Meinung zu begründen. In den Jahresberichten, die den Berliner Synoden vorgelegt wurden, führt man fast überall lebhafte Klage über den Rückgang des kirchlichen Lebens und der Sittlichkeit in den breiten Mafien der Bevölkerung. Man sollte nun meinen, das wären Dinge, die die Sorgen der Herren Synodalen weit mehr erregen müßten, als die Jesuiten, vor denen sich die Protestanten doch Noch ihrer Versicherung nicht im mindesten fürchten. Nur in einer Synode gelang es den „Positiven", einen Zusatz zur Annahme zu bringen, daß man zur Ueberwindung des jesuitischen Einflusses vor allem auf Erweckung und Belebung des Gaubens hinwirken müsse. In einer anderen Synode wurde ein ähnlicher Zusatz- antrag auf Betreiben des liberalen Vertreters des Evangelischen Bundes, der besonders Anstoß daran nahm, daß in dem Anträge vom Bekenntnis der Kirche die Rede war, abgelehnt. Dieser liberale Bundesvertreter sprach auch offen aus, daß der Hauptzweck der Resolution gegen die Jesuiten in der Bekämpfung der politischen Macht des Ultromvnta- nismus liege. Also die Synoden, die sich lediglich mit kirchlichen Angelegenheiten zu befassen haben, Werden durch den Evangelischen Bund für die politische Hetze mißbraucht. Ta die treibenden Kräfte im Evangelischen Bunde der liberalen Richtung angehören, kann es gar nicht zweifelhaft sein, welche Interessen die Synoden fördern, indem sie sich dem Bunde dienstbar machen.
Der bayerische Ministerpräsident Freiherr von Podewils hat bei seinem Antrittsbesuche in Berlin den Roten Adlerorden erster Klasse erhalten. Die Wirkungen des Swinemünder Telegramms find jetzt wohl überwunden.
Tie Unruhen der Kroaten haben nachgelassen, da die ungarische Regierung energisch auftrat; im Stillen bleibt die Erbitterung gegen die Regierung aber fortbestehen. Daß diese auch „anti- Aerikal" ist, ist ja bekannt.
In Frankreich müssen sich die Minister in der Kammer gegen den Vorwurf der Bestechlichkeit 6er» leidigen. Ob die Anschuldigungen, insbesondere die gegen Pelletan, auf Wahrheit beruhen, läßt sich hier nicht festfiellen.
In Italien haben an zahlreichen Orten Kundgebungen gegen Oesterreich stattgefunden, an denen sich vor allem die Studenten beteiligten. Anlaß gaben Zusammenstöße zwischen deutschen und italienischen Studenten in Innsbruck, die durch „alldeuffche" Heißsporne verschuldet worden waren. Die Behörden und die besonnene italienische Prefie gaben sich alle Mühe, die gereizten Studenten zu beruhigen. Bei den Studenten scheinen auch sozialistische Bestrebungen mit» zuspielen.
In Engl and kam am 28. Mai im Unterhause die Zollftage zur Sprache. Sowohl der Ministerpräsident, wie der Kolonialminister Chamberlain gehen auf die Einführung des Schutzzollsystems aus» einmal um den Kolonien für Vorzugszölle eine Gegenleistung bieten zu können, und dann auch, um die englische Industrie vor Konkurrenz zu schützen. Fertig ist das Zollschutzsystem noch nicht, dar Volk soll erst über seine Meinung beftagt werden. Kanada gegenüber verhält sich die deutsche Regierung noch immer abwartend. In einem okfiziösen Artikel der .Norddeutschen Allgemeinen Zeitung^ wird das Recht Deutschlands, Kanada als eigenes Zollgebiet zu behandeln, eingehend dargelegt.
Auf der Balkanhalbinsel ist die vollständige Wiederherstellung der Ruhe so bald natürlich nicht zu erwarten, es scheint aber, daß Fortschritte in dieser Richtung gemacht werden.
Schreiben geehrt, und Friedrich III. ließ sich in der Folge bei jedem Nürnberger, der nach Kopenhagen kam, nach Christoph Haffner dem Meistersänger erkundigen.
Aber auch gegenseitige Unterstützung mit Rat und Tat in allen Angelegenheiten des bürgerlichen Lebens ward den Mitgliedern zur Pflicht gemacht, wie Wahrung der persönlichen Ehre ihrer Genoffen und ihrer Nachrede. Es warm der Tat ein enger brüderlicher Bund, der die Ueberzeugung in sich trug, in Gemeinschaft Mitstrebender ein edles, ehrendes Werk zu verrichten. Ihre Lieder dichteten sie nicht, um sie drucken zu laffen und in die Zahl der Schriftsteller einzutreten, sondern nur um sie in den Versammlungen singend vorzutragen, zur Erbauung und Belehrung ihrer Zuhörer, weshalb auch von den viertausend Meistergesängen des Hans Sachs während seines Lebens nicht ein einziger im Druck erschien. Singen und Dichten war ihnen ein heiliges Geschäft, sür welches sie mit Aufopferung von Mühe und Zeit Schüler aufzogen, denen es nicht leicht gemacht wurde, den Meistergrad zu erringen. Man mußte erst längere Zeit auf den Schulen gesungen haben, um es wagen zu können, um Freiung d. i. Lossprechung von der Schülerschaft, anzuhalten und auf offener Singfchule zum Meister erklärt zu werden. Alle, welche in die Gefell- schaft eingeschrieben waren, hießen Gesellschafter. Gegen die Fehler des Versbaues bestanden dreiunddreißig Regeln und Vorschriften, die zuweilen ins kleinliche gehen, aber so manches ^enthalten, was heute noch und zu allen Zeiten gerügt würde. Gestraft wurde es hauptsächlich, wenn jemand gegen die deutsche Sprache fehlte, falsches Latein anwandte, undeutlich sich ausdrückte, Silben wegließ, um des Reimes willen ungehörige Silben anhing, Vokale versetzte usw. Ebenso bestanden Regeln für den Gesang, welche einen korrekten Vortrag der Lieder bezweckten, wobei jedoch auf eine Ausbildung der Stimme im Sinne unserer Zeit nicht eigentlich Bedacht genommen war. Freilich konnte die strenge Beobachtung all dieser Regeln weder Dichter noch Sänger bilden, sondern eben nur Meister einer schulgerechten Kunst, bei deren Ausübung es sich hauptsächlich um den öffentlichen Vortrag von gesungenen Liedern und einen Richterspruch über dieselben handelte. Wo der Geist bei den Meistern- sängetzn sich mächtig regte, wie es bei Hans Sachs der Fall war, durchbrach er die Satzungen und versuchte sich neben den Meistergesängen noch in anderen nicht zunflmäßigen Dichtungen.
Ein Meisterlied wurde „Bar" genannt. Ein „Bar" zerfiel in mehr oder weniger Gesätze und Verse, welche wieder in drei Teile, einen Aufgesang mit zwei Stellen und einen Abgesang, sich teilten; die beiden Stellen wurden nach derselben Weise gesungen, der Abgesang wich davon ab.
Ein Gesätz mußte mindestens fünf Reihenzeilen haben, konnte aber auch aus hundert bestehen, und die mehreren Gesätze eines Liedes wurden nicht immer nach derselben Weise gesungen, sondern nach mancherlei Tönen oder Melodien, welch letztere man mit den seltsamsten und absurdesten Namen belegte. So gab es eine Schnecken-, Poley-, Weberkratzen-, Schreibpapier-, abgeschiedene Vielfraß-, verschalkte Fuchs- weise u. s. w., während die Töne älterer Meister edlere Namen führen, als: der verguldte i on Wolfram's, der blühende Ton Frauenlob's u. a. m.
Versetzen wir uns jetzt in die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts, um einer öffentlichen Singeschule beizuwohnen.
In der Singhalle bemerken wir ein niedriges Gerüst, auf welchem sich ein Tisch mit einem großen schwarzen Pulte und etlichen Bänken befindet. Es ist dies der Platz der vier Merker oder Preisrichter, welcher beim Beginn des Singens mit Vorhängen umzogen wird, damit niemand die dahinter sitzendey Männer in ihrem ernsten Wirken des Merkers störe.
Es entwickeln sich nun zwei Abteilungen des Singens, das Frei- und das Hauptsingen. Ist eine gute Anzahl Zuhörer versammelt, so beginnt das erstere, in welchem geschichtliche oder moralische Stoffe behandelt werden. Der Sänger setzt sich fein züchtig aus den Singstuhl, ein Katheder, zieht Hut oder Barett ab, pausiert erst eine kleine Weile und beginnt alsdann zu singen. In diesem Freifingen wird aber nicht gemerkt und kann auch außer der Ehre nichts gewonnen werden. Hat sich niemand mehr zur Besteigung des Singstuhles angemeldet, so fingen die gesamten Meister ein frommes Lied. Diesem folgt das Hauptsingen, zu welchem lediglich biblische Stoffe zugelaffen werden.
Hat der nun austretende Sänger den Stuhl bestiegen und die Stelle seines Textes angezeigt, so ruft hinter dem Vorhang der erste Merker: „Fangt an!" Nach jedem Gesätze macht der Sänger eine Pause und erwartet den Zuruf:
„Fahrt fort!" Indessen warten die Merker ihrer Amtes. Der älteste achtet auf die reine Sprache, der zweite achtet der Tabulaturgesetze und merkt mit einer Kreide die etwaigen Verstöße gegen dieselben auf dem Pulte an. Auf gleiche Weise notiert der dritte die Endreime, während der vierte den Gesang beachtet.
Nach beendetem Hauptsingen beraten sich die Merker über den, welcher am besten bestanden, und wenn es ffch herausstellt, daß Mehrere gleich gut gesungen haben, so müssen sie um den Preis rittern, d. h. sich nochmals hören laffen, bis einer Sieger bleibt. Nun werden die Vorhänge des Gewerks auseinander gezogen und die beiden Preisträger mit ihren Auszeichnungen geschmückt. Da heute auch Hans Sachs mit» gesungen hat, so ist es keine Frage, daß ihm der erste Preis oder die Zierde des Gehänges zuteil wird. Das Gehänge ist eine lange silberne Kette, von großen breiten Gliedern, welche mit den Namen derer, die sie machen ließen, bezeichnet sind und woran viele geschenkte Silberpfennige hängen. Es mochte diese silberne Last unferm guten Sachs, der sie oft getragen, etwas unbequem geworden fein, denn er stiftete an ihrer Stelle eine seidene Schnur, an welche drei große silberne und vergoldete Schillinge gebunden waren und die der König David genannt wurde, weil sich dieser, die Harfe spielend, auf dem mittleren größten befand. Der zweite Preis ist ein Kranz von seidenen Blumen. Nach dessen Verteilung ist die Singschule zu Ende, und wir verlassen mit den befriedigten Zuhörern, welche die Preisträger beglückwünschen, die Halle und folgen den Meistern auf ihre Herberge, allwo fte „eine ehrbare, friedliche Zech" halten. Auf derselben geht es in der Tat gar ehrbar zu, denn es hat nicht allein jeder feine Waffe von ich zu legen, sich des Spieles, unnützen Ge- präches und zu vielen Trinkens zu enthalten, andern es soll sich auch niemand ungeladen an )en Tisch der Merker setzen und vor allem sich hüten, Spottlieder, sogenannte ©träfet und Reizer, zu singen. Von dem Geld, welches bei der Singschule eingegangen ist, erhalten die Preisträger je zwanzig Groschen, ein Merker zwanzig Kreuzer, mit dem Rest werden die Kosten der Zeche bezahlt, soweit es eben reichen will.
Wir hören noch einige ihrer Bars, welche nun in zwangloser Weise um den Preis des Freitrunkes von diesem ober jenem Tische ertönen, und verlassen die Zechstube der Meistersänger, deren würdige, ehrbare Gestalten wir auf einen Augenblick heraufbeschworen, um uns von ihrer Art und Weise eine richtige Vorstellung machen zu können. Wohl mutet uns ihre Art der Kunstpflege in ihren Regeln und starren Formen fremdartig, vielleicht pedantifch an; dennoch aber wird sie ihren wohlerworbenen Platz in der Literatur- und Kulturgeschichte behaupten und wir unsere Achtung ihr nicht ner^ sagen können.
Sottesdienstordnling in ZuldcuUs Z
Sonntag, 7. Juni. Tom. 5 und 6 Uhr heil. Meffen. Während der 6 Uhr-Mefse Kommunion der christenlehrpfl. Jünglinge, 7 Uhr Pfarramt, nach Eintreffen der Prozession aus der Stadtpfarrei Predigt und Bischöfl. Hochamt, 12 Uhr heil. Messe, l1/« Uhr Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Predigt und Abendandacht, 7*1* Uhr Schlußandacht in der Bonifatiusgrust. — Stadtpfarrkirche. 5 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 Uhr hl. Messe, 7 Uhr hl. Messe und Kommunion der christenlehrpfl. Jünglinge, 8 Uhr Prozession zum Grabe des heil. Bonifatius, nach Ausgang derselben hl. Messe, 1*/» Uhr Christenlehre, 3 Uhr Rosenkranzbruderschaft. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Nonnenkirche. 2 Uhr Herz-Jesu-Bruderschastsandacht. - Frauenberg. Hl. Meffen um 5, */»7 und 8 Uhr, 9 Uhr Hochamt, */«2 Uhr feierliche Kreuzwegandacht mit Predigt (auf dem Kalvarienberge), ’/s8 Uhr Herz-Jesu-Andacht.
Mittwoch, 10. Juni. Tom. 7*1* Uhr Andacht zum allerheiligsten Sakrament des Altares. — Stadtpfarrkirche. Abends 8 Uhr Beginn der Stägigen Andacht zu Ehren des Allerheiligsten Sakramentes.^
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