«rfchernt1»»ttch.«tt Sirnahmr der Sonn- «d Zeierta,«. viertel. Mrl.vrzugrprri, «hnt vringerlohn und »«JeLgeld in Zulda und «mvärte I mt S0 pfg.
verentwertlicher Schriftleiter: L. wehler für dir Jnftrete A. parzrLer in Krida.
Änzeisen: Vie efe» fpaltige Prtitzekle oder deren Saum fS pfg. Reklamen die petitzeüe 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entfpr. Rabatt gewährt.
Druck und Verlag der ZuldaerActiendruckerei in Zulda (Harmonie). Zernfprecher Nr. 9.
M iss
fUlda, Dienstag, den 2. Juni 1903.
30. Jahrgang.
* Was jedermann leisten kann!
„Das ist nichts für mich! .... Das kann id) nicht! .... Dazu habe ich keine Zeit! . . So und ähnlich lauten die „Entschuldigungen", wenn Saumselige zur Teilnahme an der Wahlarbeit eingeladen werden. Der Gegenbeweis ist ost schwer zu führen und noch öfter prallt er erfolglos an der Wahlarbeitsscheu ab. Manchmal wurzelt die ablehnende Haltung auch in einer übertriebenen Vorstellung von den Aufgaben, die den Mitarbeitern in der Wahlorganifation vermeintlich gestellt werden. Sogar das sanfte Wort „Kleinarbeit" kann auf bequeme Herren und übersorgsame Frauen abschreckend wirken, obschon doch die freigewählte Beteiligung an der frischen fröhlichen Kleinarbeit in der Regel ein angenehmer Zeitvertreib ist.
Aber jeder hat seinen Geschmack und seine Manier. Für diejenigen Parteigenoffen, die sich aus guten oder weniger guten Gründen nicht eingliedern lassen wollen in eine organisierte Arbeit, bleibt auch noch ein hübsches Wirkungsfeld nämlich eine ganz freie, ungebundene, gelegentliche Agitation unter vier Augen oder unter zwanzig Fingern, die bekannte Agitation von Mund zu Mund, von Hand zu Hand.
Wenn wir uns den ganzen riesigen Apparat der sozialdemokratischen Versammlungen ansehen, so dürfen wir nicht in den Irrtum fallen, diese „große Arbeit" für die eigentliche Wurzel der fozialdemokratifchen Erfolge zu halten. Nein, die Kraft der Roten beruht wesentlich in der „stillen" Agitation in den Werkstätten, in den Wirtschaften, auf den Arbeitswegen und bei sonstigen gelegentlichen Begegnungen, wo der eifrige „Genosse" auf seine Kameraden einspricht und ihnen gelegentlich Zeitungen, Broschüren, Flugblätter rc. in die Hände drückt. Kurze Bemerkungen oder Vorlesungen in den Arbeitspausen wirken in ihrer Gesamtheit viel mehr, als mehrstündige Reden Bebel's oder anderer Worthelden. Die großen Versammlungen dienen hauptsächlich für die Erbauung der schon verführten Personen; die „Bekehrung" selbst erfolgt in der Regel durch die anscheinend so harmlose Kleinarbeit im Verkehr der Arbeiter unter einander.
Vom Feinde muß man lernen. Aber die Nutzanwendung muß mit Verstand erfolgen. Das Anzetteln von Disputationen während der Arbeitspausen oder in den Wirtshäusern kann man z. B. den katholischen Arbeitern nicht allgemein empfehlen, weil bei einem derartigen Wortwechsel unter mehreren die Leute, welche alles verneinen und also alles rückhaltslos bespötteln können, zu leicht das große Wort an sich reißen. Wenn zur Verteidigung der positiven Güter der Religion und der Ordnung wirksam das Wort ergriffen werden soll, so muß eine
Lonsuelor Schicksale.
Novelle von Marg. Schlichter.
W (Nachdruck verboten.)
Langsam schlug er die Augen auf und blickte bald auf Consuelo, bald auf den Kötter Althövel. Ein leises Stöhnen entrang sich seiner Brust, und er deutete mit der Hand nach der Stelle, wo ihn der berabfallende Ast getroffen hatte, und während der Bauer zum Schlöffe eilte, um schleunige Hülfe herb«zuholen, öffnete Consuelo die Kleider Webers, um die arg gequetschte Brust des Getroffenen zu kühlen. Aber nicht, sobald fühlte dieser die so vorsichtig ausgeführte Berührung, als er jämmerlich stöhnte:
„O, diese Schmerzen! e- geht zu Ende mit mir!" Dann schloß er wieder seine Augen; plötzlich aber riß er sie weit auf:
„Glauben Sie, daß er einen gerechten Gott im Himmel gibt?"
„Gewiß glaube ich das; haben Sie denn je daran gezweifelt?"
„Ich habe lange nicht mehr an Gott gedacht."
„@o will er Sie heute daran erinnern, daß Sie ihm ihre Gedanken zuwenden sollen."
„Ach, was tarnt das helfen. Geschehenes läßt sich ja doch mcht mehr ungeschehen machen!"
„DaS nicht, aber es läßt sich sühnen, und wenn Sie glauben, m einer schwachen Stunde gefehlt zu haben, so suchen Sie Ihr Gewiffen davon zu Befreien, und Gott wird Ihnen verzeihen!"
„Ach, für mich gibt es keine Berzeihung!"
„Wie können Sie nur so sprechen! Gottes Barmherzigkeit ist ja für alle Menschen gleich groß."
„Ja, ob aber auch die Menschen barmherzig fein werden? Würden Sie jemandem verzeihen, der Ihnen
ernstere Stimmung zu Grunde liegen; in der Ulk- und Juxstimmung beschränft man sich besser auf einen einfachen kräftigen Gegenhieb oder den Einspruch gegen die frivole Behandlung ernster Dinge.
Die rechte Stimmung zu einem herzlichen Wort der Belehrung und Anregung findet mancher in einem kleineren Kreise, ja ost am allerbesten in den kleinsten Kreisen, unter vier Augen.
Und das gilt nicht bloß für Arbeiter, sondern für alle Kreise.
Darum sollte jeder, dem die gute Sache wirklich am Herzen liegt, fich einmal überlegen: „Wo finden sich in meinem Bekanntenkreise schwankende oder schlafende Personen, auf die ich günstig einwirken könnte? Durch freundlicheZusprache oder durch Darreichung von geeigneten Blättern oder Büchelchen (z. B. das prächtigeSchristchen von Fr. Nienkemper: Wahlwegweiser oder der Kern der Wahlnuß. Verlag von I. P. Bachem in Köln. 25 ^)"
Jeder wird den einen oder andern Verwandten, Kameraden oder sonstigen Bekannten entdecken, bei dem sich der Spruch erproben könnte: „Ein gutes Wort zur rechten Zeit ist wie goldene Aepfel auf silbernen Schalen."
Und wenn jeder nur einen einzigen Wähler gewinnt, so hat er schon viel geleistet; denn das bedeutet in der Gesamtheit die Verdoppelung der guten Kräfte.
Wem es zu schwer erscheint, einen Verführten wieder zu bekehren, der kann wenigstens einen Schlafenden wecken, einen Gleichgültigen anfeuern, einen Säumigen zur Wahlurne lootfen. Es ist ja schon mehrfach klargestellt worden, daß Millionen von Wählern ihr Stimmrecht nicht ausüben, daß die „Partei der Stimmlosen" die stärkste „Partei" bildet und in manchen Wahlkreisen den größten Schaden anrichtet. Darum sollte sich jeder treue Wähler zu strenger Pflicht machen, wenigstens einen Mitwähler, der sonst zu Hause geblieben oder gar abgeirrt wäre, ins Schlepptau zu nehmen.
Verzeichnis
der Neuanschaffungen der Ständischen LandesbibliothekzuZulda im Etatsjahr M2 (April ISVS—März 1903).
(Fortsetzung.)
Städtebilder, Historische, von C. Gur litt.
Bd. 2: Würzburg. Berlin I9O2. 2°.
Statz, V und Ungewitter, G.: Gothisches Musterbuch . . . . Neu bearbeitet von K. Mohrmann. Leipzig. 2°. — Lfrg. 15—16, 1902.
* Streiter, R.: Zur Geschichte der Baurn eist erfamilieDi en tzenhoefe r (Beil.z.Allg. Ztg. 1903, Nr. 5] München. 4°.
Thode, Henry: Michelangelo und das Ende der Renaissance. Bd. 1: Das Genie und die Welt. Berlin 1902. 8°.
Wölfflin, Heinrich: Renaissance und Barock ... . München 1888. 8°.
Eltern und Heimat und Ehre und Glück und alles, was dem Menschen wert und lieb ist, geraubt hat?"
„Ja, gewiß würde ich daS, wie der Herr feinen Feinden am Kreuze verziehen hat."
Der Rentmeister blickte Consuelo zweifelnd an.
„Meines Lebens Streben hieß Geld, Geld und wieder Geld", murmelte er für sich, „und nun verläßt mich alles, was ich um den Preis meiner ewigen Seligkeit erworben habe. Und Gottes Hand trifft mich in dem Augenblicke, als ich im Begriff stand, mein großes Konto durch eine neue Schuld zu belasten."
In diesem Augenblicke erschien Althövel wieder, gefolgt von zwei Knechten, welche eine mit Decken belegte Tragbahre trugen. Der Anblick des Mannes, dessen Leben er kurz vorher bedroht hatte, erschien ihm in diesem Augenblicke wie ein unerbittlicher Rächer aus der anderen Welt. In dem bangen Schrecken seiner verwirrten Sinne glaubte er, daß man ihm den Todesstoß versetzen wolle. Die Leute legten indes den Verwundeten, so vorsichtig sie konnten, auf die Bahre; aber trotzdem waren die hierdurch verursachten Schmerzen so groß, daß er wieder in eine tiefe Ohnmacht fiel.
„Laufen Sie, so schnell Sie können, zum Pfarrer und von da zum nächsten Arzt," wandte Consuelo sich an Althövel. Diese Anordnungen waren indes über- flüsfig, denn die Frau des Rentmeisters hatte bereits jemand zum Pfarrer und Arzt geschickt und mit großer Umsicht alle Vorkehrungen zur Pflege ihres unglücklichen Mannes getroffen. Sie sollte aber bald sehen, daß es hier nicht viel mehr zu pflegen gab, und daß der Tod bereits seiner Beute sicher war, wenn er ihr auch noch eine kurze Frist gönnen wollte. Das arme Weib hatte an der Seite ihres Mannes nie das Glück gefunden, das sie fich von der Ehe versprochen hatte. Noch ziemlich jung, war fie ihm aus einem fern gelegenen Dorfe, wo ihr Vater Lehrer war, gefolgt; aber schon bald nach ihrer Heirat erkannte fie, daß fie fich an einen kalten, berechnenden Egoisten gefettet batte, der für die Regungen eine« edlen Frauenherzens fein Verständnis hatte. Ihres M«me» Hätte >md
Wnlff, O.: DasKatholikonvonHosios Lukas und verwandte Byzantinische Kirchenbauten. Berlin und Stuttgart (1903) 4°. — Baukunst, Die n, 11.
VI. Sprache und Merator.
Borchardt, Wilhelm: Die sprichwörtlichen Redensarten im deutschen Volksmunde .... 5. Aufl. Leipzig 1895. 8®.
v. Droste-Hülshoff, Anette: Gesammelte Werke... . 2. Aufl. Bd. I, 2. Paderborn 1901. 8°.
<Sbcrt, Adolf: Allgemeine Geschichte der Litteratur des Mittelalters. Bd 1. 2. Aufl. Leipzig 1889. 8°.
Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte. Herausgegeben von August Sauer. Leipzig und Wien. 8. — Bd. 9, 1902.
Förstemann, Ernst: Altdeutsches Namenbuch. Bd. 1 (Personen - Namen). 2. Aufl. Bonn 1901. 4°.
Freust en, Gustav: Jörn Uhl. 78. Tausend. Berlin 1903. 8°.
Goethes Werke. Herausgegeben im Auftrage der Großherzogin von Sachfen. Weimar. 8. — Abth I, Bd. 34 u. 41. — Abth. IV, Bd. 26. — 1902.
Goethe - Jahrbuch. Herausg. von Ludwig Geiger. Frankfurt a. M. 8. — Bd. 24, 1902.
Goethe und Oesterreich. Briefe mit Erläuterungen. Th. 1. Herausg. von A. Sauer. Weimar 1902. 8°. — Schriften der Goethe- Gesellschaft, 17.
* Gran, Jo(sephine): Das Lob des Kreuzes. 2. Aufl. Köln (1903). 8°
Grimm, Jakob und Wilhelm: Deutsches Wörterbuch. Fortgesetzt von Moritz Heyne. Leipzig. 4. — Bd.L, 8—10; XIII, 2. 1702 bis 1903.
Grundriß derRo manisch en Philologie. Herausgegeben von Gustav Gröber. Straßburg. 8. — Bd. 2, I, 5. 1902.
Jahresberichte für neuere deutsche Literaturgeschichte . . . Herausgegeben von Elias u. a. Berlin. 8. — Bd. IX, 3—4, X. 2—3 (für die Jahre 1898 und 1899).
* Krauste, W.: Erpho v. Nithardis- husen, eine Rhöngeschichte aus derZeitdes Bonifatius. Eisenach 1878. 8°.
Meyer, Richard M.: Grundriß der neueren deutschen Litteraturqeschichte. Berlin 1902. 8°.
Otfrids Evangelie.nbuch, herausgegeben und erklärt von Oskar Erdmann. Halle a. S. 1882. 8<> = Germanist. Handbibliothek, 5.
Proelst, Johannes: Scheffels Leben und Dichten. Berlin 1887. 8°.
Schiller, (Friedrichs: Deutsche Größe, ein unvollendetes Gedicht Schillers 1801. Nachbildung der Handschrift . . ., herausgegeben und erläutert von Bernhard Suphan. Weimar 1902. 2» — Schriften der Goethe-Gesellschaft, besondere Gabe.
Schultz, Franz: Joseph Görres . . . im
Strenge gegen die Pächter des Freiherm, die fie noch nicht einmal in ihrem vollen Umfange kannte, ent- ftemdeten sie ihrem Gatten immer mehr, und da ihnen Kinder vertagt blieben, so wendete sie ihre ganze Sorge den notleidenden Mitmenschen zu, stand ihnen mit Rat und Tat, so viel fie vermochte, zur Seite und machte so in etwas wieder gut, was ihr Mann an den Leuten sündigte. Wie entsetzte fie sich jetzt, als man ihn, einer Leiche ähnlich, bleich, mit geschloffenen Augen, zu ihr in's Haus trug, der fie noch vor wenigen Stunden in voller Manneskraft verlassen hatte. Sobald er auf seinem Lager lag, bemühte fie sich, ihn wieder ins Bewußtsein zurückzubringen, indem fie ihm Stirn und Schläfen mit einer belebenden Essenz befeuchtete. Endlich schlug er die Augen auf. In diesem Augenblick erschien auch der Arzt, welcher den Kranken Sorgfältig untersuchte. Fran Weber' las in dessen Mienen, daß sie nichts mehr zu hoffen habe. Er gab einige Anweisungen und empfahl sich bald darauf.
. „Lina, mir kann kein Arzt mehr helfen; es geht mit mir zu Ende; bete für meine arme Seele!"
„Ich weiß einen Arzt, der Dir sicher helfen kann, und er sendet Dir gleich seinen Diener, damit er Dich ttöste und aufrichte. Willst Du mtt unserem guten Pfarrer sprechen, wenn er gleich kommt?"
„Wird er denn kommen? Du weißt, er hält nicht viel aus mich; das Kirchengehen war meine Sache nicht."
Ach, wie wenig kannte doch dieser Mann die aufopferungsvolle Liebe dieses Priesterherzens! Hätte der Pfarrer mitten in der Nacht durch fußhohen Schnee waten müssen, er hätte keinen Augenblick ge- zögett, dem Rufe zu einem Schäflein seiner Heerde Folge zu leisten. Und nun kam er, tief ergriffen, zu einem Pfarrkinde, daS so oft der Gegenstand feiner bangen Sorge gewesen war. In brünstigem Gebete hatte er, als er die Nachricht von dem schrecklichen Unfall, der Web« betroffen, erhallen, für dessen Seele die Gnade nnd Barmherzigkeit Gottes angefleht. Doch das, was er jetzt ans dem Mnnde des Beichtenden hören sollte, erfüllte ihn mit Entsetzen und Abscheu;
Zusammenhänge mit der jüngeren Romantik. Berlin 1902. 8°.
Sievers, Eduard: Grundzüge der P h o n e t i k. 5. Auflage. Leipzig 1901. 8®.
Storm, Theodor: Sämtliche Werke. Neue Ausgabe. 7. Auflage. Bd. 1—8. Braunschweig. 1902. 8°.
Tatian. Lateinisch und altdeutsch . . . herausgegeben von Sievers. 2. Auflage. Paderborn 1892. 8°.
Thesaurus Linguae Latinae ed. aucto- ritate et consilio Academiarum quinque Ger- manicarum. Lipsiae. 2°. — Vol. I, 4—5; Vol. II, 3—4, 1902.
Türck, Hermann: Eine neue Fausterklärung. 2. Auflage. Berlin 1901. 8°.
Vierteljahrschrist für Litteraturge- schichte. . . herausgegeben von Seuffert. Bd. 1—6. Weimar 1888—1893. 8°.
Vilmar, A. F. C.: Deutsches Namenbüchlein. 6. Auflage. Marburg 1898. 8®.
VII. Medhiil. — Nlllllrmsseuschllfteu.
Bronn, H. G.: Klassen und Ordnungen des Tierreiches .... Leipzig. 8. VI, 1 (Fische), Liefer. 2—8, 1902.
Eneyklopädie der Hygiene. Herausg. von R. Pfeiffer . . . Liefer. 1—9. Leipzig 1902—3. 8®.
Eneyklopädie der Naturwissenschaft en. Herausg. von W. Förster u. a. Breslau. 8. — Astronomie, Bd. III, 3—5, 1902.
Jahrbücher, Schmidts, der in- und ausländischen gesamten Medizin. Herausg. von Möbius und Dippe. Bd. 273—76, Jahrg. 1902. Leipzig 1902. 8®.
Straßburger u. a.: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 5. Aufl. Jena 1902. 8®.
(Fortsetzung folgt.)
* Die Herstellung von Geld, sowohl von Banknoten als von Münzen, wird vor den Augen des Publikums auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 vorgenommen werden. Das nv'-damerikanische Schatzamt läßt eine Prägemaschine aufstellen, welche DVnzen prägt, um dem Publikum die Art und Weise der Herstellung von Silber-, Nickel-, Kupfer- und Bronzemünzen zu zeigen. Es werden aber auch Pressen aufgestellt, auf welchen Banknoten gedruckt werden; ebenso Maschinen, welche Briefmarken, Checks und Wertpapiere, die der Staat ausgibt, herstellen. Hochinteressant wird eine Sammlung von Banknoten sein, welche die Bereinigten Staaten von Amerika seit dem Beginn ihres Bestehens ausgegeben haben, und Banknoten von 1 Dollar bis zu 10,000 Dollars (40,000 Ml. Wert) sollen unter Glas und Rahmen dem Publikum zur Schau und zum Studium binnen.
* Kasernenhofblüte. Unteroffizier: „Meier, Sie kommen fich wohl beim Militär so überflüssig vor, wie ein Wasserleltungskontrolleur bei einer Sintflut?!"
* Sei« Ideal. Gerichtsvollzieher (der eine Möbel- ausstellung besucht): „Herrgott, da müßte 's Pfänden eine Freude sein!"
und doch, wie dankte er Gott in seinem Herzen, daß er dem Sterbenden noch in der letzten Stunde^Ge- legenheit gegeben, eines langen Lebens Missetaten durch Reue und Buße zu sühnen. In diesem Sinne tröstete er auch den Leidenden, und auf sein dringendes Zureden entschloß dieser fich, einen Teil seines Bekenntnisses vor den beiden haüptbeteiligten Personen zu wiederholen.
Der Pfarrer begab sich zum Schlosse; er wankte mehr als er ging, und kehrte bald daraus in Gesellschaft des alten Barons und seiner Enkelin Consuelo zurück. Sie fanden Webers Frau in Tränen aufgelöst vor dem Bette des Kranken knieen. Sie wollte sich beim Eintritt der anderen entfernen, aber ihr Mann hielt sie zurück.
„Bleibe, damit mein Bekenntnis in Deiner Gegenwatt einen Teil meiner Buße ausmache, und Du Dich erinnerst, wie sehr ich Deines Gebetes bedarf, wenn ich nicht mehr bin. — Ich will mich kurz fassen, denn meine Stunden find gezählt. Aber Sie, Baronesse, halte ich beim Worte, wenn eS Ihnen schwer fallen sollte, mir zu verzeihen; und auch Sie, Herr Baron, wollen Gnade und Milde üben! — Baron Clemens war damals unschuldig, ich — ich habe den Wechsel gefälscht. Ich wußte, daß Baron Albert seinem Bruder übel gesinnt war. Aber er konnte ihn nicht mehr hassen, als ich ihn Haßte, und der Zufall machte uns zu Verbündeten. Und wissen Sie, weshalb ich ihn so haßte? Nur, weil er so gut und milde war. Einst traf er mich im Walde, wie ich mit einer alten Frau zankte, well fie fich dürres Holz aufgelesen hatte. Da nahm er gleich Pattei für die Frau und tourbe sehr zornig und wollte mich bei Ihnen vettlagen. Sell der Zell haßte ich chn und fürchtete auch, wenn er dereinst hier der Herr fein würde, so wäre eS mtt meiner Herrlichkeit vorbei; er würde mich nicht schattm und walten lassen, wie fein Baker, der solch große» Bettrauen in mich setzte. Ach, hätte ich diese» Bettrauen nur besser gerechtfertigt l
(Fortsetzung mr erst« Blatt.)