Einzelbild herunterladen
 

30. Jahrgang.

flllda, Samstag, den 30. Mai 1903

.M 122

Ausland

schiffen 60 Tage, um an ihren Bestimmungsort zu gelangen.

Der Grund für dieses Vorgehen wird wohl darin zu suchen fein, daß in den Vereinigten Staaten eine eigentliche Paketpost im deutschen Sinne nicht besteht; die unter der Bezeichnung „Parate“ zugelaffenen Sendungen bilden ein Mittelding zwischen Brief und Paket und dürfen auch nur bis zu 4 Pfund englisch wiegen. Wie sich der Paketbeförderungsdienst zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten nach dem Erlöschen des Übereinkommens, also vsm l.Jnli, ab gestalten wird, ist noch nicht zu übersehen. Es soll indes, wie die ,Deutsche Verk. Ztg/ hört, begründete Aussicht vorhanden sein, daß ein Austausch von Paketsendungen bis zum Gewichte von 2 Kilo­gramm zwischen der Postverwaltung beibehalten wird.

* München, 29. Mai 1903. Prinz­regent Luitpold von Bayern stattete heute vormittag nach 10 Uhr dem schwerkranken Grafen Konrad Preysing einen Besuch ab und ver­weilte längere Zeit am Krankenbette. Der Zu­stand oes Grafen ist hoffnungslos.

(Weitere politische Mitteilungen befinden sich im zweiten Blatte.)

Wegen des hl. Pfingstfestes wird die nächste Nummer unserer Zeitung erst am Dienstag ausgegeben.

ZubilSumrsahtten.

Reisebilder znm Papstjubiläum.

Bon Jos. Grunau.

H (Nachdruck verboten.)

„Neapel sehen und — dann ster­ben- — so geht das alte Wort, und oberfläch­liche Geister mögen sich auch in diesem bequemen, trägen Weltschmerzgedanken einige Augenblicke wohl gefallen; wenn sie dann aber zur Tat übergehen sollten, würden sie gewiß vorziehen — zu leben!

Nein, nicht sterben, nachdem man den über- wälttgenden Eindruck dieser Naturszenerie 'ge­nossen hat, sondern leben, doppelt freudig leben, die köstlichen Bilder mit sich forttragen und da­mit sich dir zukünftigen Tage verklären, wenn auch einmal nicht so sorgenlos das Leben aus uns einwirkt, wenn dürrer und in weniger frohen Farben die Natur uns umgibt.

Neapel, die innere Stadt, an einem schwülen Abend, und Neapel in seinem dem Meere ange­schmiegten, reizenden Villenkranze an einem tau­frischen Morgen, das sind zwei Dinge, von denen man nicht glauben sollte, daß sie so dichtgedrängt bei einander wohnen.

Die schönsten und herrlichsten Tage waren mir an diesem Eldorado der Natur allerdings nicht vergönnt. Der Ueberzieher war unser steter Begleiter, und die Unterkleider, die mir meine selige Mutter, sein mit blauen Bändchen ver­schnürt, einst mit auf die Universität vor 20 Jahren gegeben hatte, sie traten, so gut es den veränderten Körperverhältnissen nach ging, bei dieser Gelegenheit zuerst in Tätigkeit. Wozu mich der kalte Norden nicht gebracht, der süd­liche — Frühling hat es vollbracht.

Als halbe Eskimo's vermummt, traten wir aus unferm Hotel heraus in einen kalten, aber sonnenklaren Ilprilmorgen. Zwanzig Kutscher hieben auf ihre Pferde und in allen lebenden Sprachen priesen sie uns ihre Schnelligkeit, ihre Tüchtigkeit in Erklärung der Sehenswürdigkeiten und ihre Ehrlichkeit an. „Kühl bis ans Herz hinan," nannten wir unfern Preis für die vor­gesehene Tour; erst großes Geschrei, dann langes Handeln und schließlich saßen wir in unfern kleinen Wagen-, Marterkästen, die allem Komfort fpotten.

„Ihr fahrt mit einem Spitzbuben," rief uns das Gros der zurückbleibenden Roffelenker nach; drei andere aber erboten sich gleich noch, um 2 Lire billiger zu fahren.

Das war kein Morgengruß, der in die Gegend paßte, aber endlich war das Geflucye des ent­täuschten Konkurrenzneides in unseren Ohren ver­hallt und als wir dem Kutscher eine Zigarre gaben, die wir selbst beim besten Willen nicht rauchen konnten, die ihm aber eine seltene Deli­katesse schien, ward er so redeselig, daß wir in der Tat dachten, die Mär von den neapolitani­schen Kutschern, als den größten Gaunern der Welt, sei entweder trughaft oder wir fahren mit einer der rühmlichen Ausnahmen.

Wie bald treten in dieser herrlichen Natur die kleinlichen Alltäglichkeiten zurück. Erst fahren wir durch prachtvolle Alleen, wo die Natur des Südens in ihrer Ueberfülle Auge und Herz ergreift, und doch ist es nur ein leises Empfäng­lichmachen für die weiteren unbeschreiblichen Herrlichkeiten, die, überwältigend und dann doch wieder sich in stets neue Formen kleidend, vor uns Märchen Entrollen, welche die Jugendphantasie wohl angeklungen, aber die sie doch nie in der Wirklichkeit so großartig auszudenken vermochte.

Wir stehen an der Spitze der Landzunge des P o s i l i p p, ein Blick so köstlich, in seiner Eigen­art so wechselreich, wie ihn die schöne Erde nicht oft bietet.

Viele Dichter, deren Namen Jahrtausende überlebt, haben versucht, die Schau in ihre Verse zu bannen, welche sich hier dem Auge bietet, und doch tönen ihre Worte nur wie ein leises ver­sagendes Echo gegenüber dem Hochgesange, den die Natur hier in vollem Chor dem Welten­schöpfer singt.

Um uns wuchert die Fruchtbarkeit, den Blüthen ihre glänzendsten Farben und kostbarsten Düfte, den Früchten ihre köstlichsten Säfte gebend und dabei nimmermüd die Winterpause zur Sammlung neuer Kräfte verschmähend.

In schroffen Formen ragt rings um das Gestein, dessen höchste Gipfel die grünenden und blühenden Gesträucher umziehen, damit des Menschen Auge leicht über die Schrecknisse irdischer Revolution hinwegsehe, welche sie einst erzeugt.

Zu unseren Füßen, die grauen und braunen Felsen umspielend, das dunkelblaue Meer, mii jeder Welle den Schmelz von Millionen Diamanten

Deutscher Reich.

Berlin, den 29. Mai 1903.

* Hebet die amtliche Tätigkeit des hoch­seligen Armeebischofs Dr. Aßmann läßt sich eine offiziöse Stimme in der ,Köln. Ztg.' also vernehmen: „Obgleich in seine Zeit die schwierige Periode des Kulturkampfes fiel, hat er es stets mit großem Takte verstanden, Konflikte mit der Regierung zu vermeiden, und feine Be­ziehungen zum Staat sind immer recht befriedi­gender Natur gewesen. Die katholische Armee­seelsorge hat sich unter ihm ganz ungemein ent­wickelt, und man kann wohl sagen, daß jetzt [unter der nachhaltigen Mitwirkung der parla­mentarischen Faktoren) alle berechtigten Wünsche der Katholiken in dieser Hinsicht ausgibig erfüllt worden sind. Die sehr reichliche Ausstattung des chinesischen Expeditionskorps mit katholischen Feld­geistlichen war nicht zum Wenigsten auf feinen Einfluß zurückzuführen, und feiner stets korrekten Haltung war es zuzufchreiben, daß die Regierung gern auf feine Wünsche einging. Es wird nicht leicht fein, einen geeigneten Ersatz für diesen maßvollen Geistlichen zu finden, der es verstand, die Pflichten seines geistlichen Amts mit den be- rechtigten Anforderungen des Staats in Einklang zu bringen."

* Das ,Militärwochenblattt meldet: Der Grbprinz von Sachsen-Meiningen ist von der Stellung als Kommandeur des 6. Armee­korps enthoben und gleichzeitig zum General- inspekteur der 2. Armeeinspektion mit dem Standort Meiningen ernannt worden, von Woyisch, Generalleutnant und Kom­mandeur der 12. Division, ist mit der Führung des 6.Armeekorps, Zedler, Generalmajor und Kommandeur der 12. Feldartilleriebrigade, mit der Führung der 12. Division beauftragt worden.

* Der Kaiser erließ heute auf dem T r u p p e n - Uebungsplatze Döberitz folgende Ordre betr. «e«e Ueberröcke für die Offiziere: „Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich: l)Die Offiziere tragen künftig allgemein (mit Ausnahme der unter 2 genannten) die Ueberröcke von dem Grundtuch des für sie vorgeschriebenen Waffen­rockes (der Ulanka). 2) Die Offiziere der Maschinen­gewehr-Abteilungen tragen — wie die Jäger — Ueberröcke von dunkelgrünem, die der Jäger zu Pferde — wie bisher — von ^dunkelblauem Tuch. 3) Die Sanitäts-Offiziere und die Beamten der Milikär-Verwalkung tragen Ueberröcke von dunkel­blauem Tuch. 4) Blauschwarze Ueberröcke dürfen bis auf weiteres aufgetragen werden. Neubeschas- fungen find nicht gestattet. Das Kriegsministe- rium hat hiernach das weitere zu veranlassen."

** Den reichsdeutschen Universitäts­professoren, die zu gunften einer künftigen Universität im August und September Ferial- Hochschulkurse in Salzburg abhalten wollen, wird im „Hamb. Korresp/ dringend geraten, dies bleiben zu lassen, denn „sie beteiligen sich an einem Kampfe gegen Bestrebungen für uine Institution, die auf österreichischem Boden mit österreichischen Mitteln, nach Maßgabe der österreichischen Gesetze errichtet werden soll, und das ist unter allen Umständen eine reichsdeutsche Einmischung in eine interne österreichische Ange­legenheit, die sogar den österreichischen Behörden das Recht zu einem Protest und zu polizeilichem Einschreiten geben könnte." Auch die,Berliner Neuest. Nachr/ sind gegen die Einmischung in innere österreichische Angelegenheiten. Ader da es sich um eine „klerikale" Universität handelt, ist es „ganz was anderes": Es sei das ja keine Staatsangelegenheit, sondern lediglich ein Kampf zwischen zwei Weltanschauungen, also dürfen unsere „Voraussetzungslosen" sich dreist einmtschen, ja es ist ein Verdienst, das zu tun. Im umge­kehrten Falle würden sich natürlich die ,Berl. Neuest. Nachr.' die Einmischung österreichischer katholischerAProsessoren in eine protestantische deutsche Universitätsangelegenheit entschieden ver­bitten und nichts von dem „Kampfe zwischen zwei Weltanschauungen" hören wollen.

* Das am 26. Äug. 1899 zwischen Deutsch­land und den Vereinigten Staaten von Nordamerika abgeschlossene Postpaket-Ab­kommen, das Sendungen bis zum Gewicht von 5 Kilogramm zuläßt, ist amerikanischerseits mit der Wirkung gekündigt worden, daß es mit Ablauf des Monats Juni außer Kraft tritt.

* London, 29. Mai 1903. Beim Lord­mayor tafelten am Donnerstag die Mitglieder des Internationalen kolonialen Instituts. Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg hielt hierbei eine Rede, in welcher er ausführte, daß London als das Centrum eines gigantischen Weltreichs der geeignetste Platz für die Ver­sammlung des Instituts sei. Die Welt sei groß genug, daß alle Nationen ihre Kräfte in ftied- lichem Wirken Seite an Seite betätigen könnten. Jeder neue Arbeiter müsse willkommen geheißen werden, der dazu beitrage, daß die unbegrenzten Gebiete, die noch öde balägen, erschlossen werden, und der auf diese Weise die verborgenen Kräfte noch unzivilisierter oder Halbzivilisterter Völker zu wecken helfe. „Wenn wir die offene Tür, welche wir in dieser Stadt fanden und all das, was wir von Ihren hervorragenden Landsleuten über die britische offene Tür jenseits der Meere gehört haben, als ein gutes Omen für die Arbeit, die noch von allen kolonisatorifchen Nationen ge­tan werden muß, erwägen, bann wirb in der Tat der Ausführung unserer kolonialen Ausgaben im Jntereffe der Menschheit ein großer Dienst erwiesen werden und ein großer Schritt vorwärts für die Zwecke dieses Instituts getan werden." Redner schloß mit einem Hoch auf den Lordmayor und die City von London.

* Petersburg, 29. Mai 1903. Aus Petersburg auSgeroiefen wurde der Korre­spondent der Londoner ,Times^. Das Blatt teilt mit, daß es ein Telegramm von feinem Korrespondenten in Petersburg erhalten habe, ihm sei von der russischen Regierung der Befehl zuaegangen, das russische Gebiet zu ver- laffen. Als Termin fei ursprünglich der 28. Mai festgesetzt gewesen, aber durch die Vermittelung des britischen Botschafters sei ihm eine Frist von 3 Tagen für die Ordnung seiner Angelegenheiten gewährt worden. — Kanonensalut kündigte heute morgen den Beginn der Jubelfeier des 200- jährigen Bestehens der Stadt an. In einem feierlichen Zuge wurde das Boot Peters des Großen aus dem Petershäuschen zum Peter-Denkmal gebracht; voran fuhr ein Dampfer mit der Geistlichkeit und dem Erlöserbilbe, bann kam eine Barke mit bem Boot Peters des Großen, der eine Flotille von Dampfern, Jachten, altertümlichen Galeeren und Ruderbooten folgte. Als vor der Festung auf dem Boote Peters die Kaiser st andarte gehißt wurde, erdröhnte Kanonensalut, sämtliche Schiffe salutierten und legten bunten Flaggenschmuck an. Beim Winterpalais vereinigte sich die Geistlichkeit mit der dort harrenden Kirchenprozessivn und setzte sodann ihren Weg nach der Jsaakskathedrale fort. Dann sand im Beisein des Kaisers und der Kaiserin die feierliche Eröffnung der neuen Troizki-Brücke statt. Nach der Feier fuhren die Majestäten direkt nach dem vor dem Denkmal Peters des Großen errichteten Kaiserzelt, woselbst nach dem Eintreffen der Kirchenprozession ein feierliches Tedeum stattfand und das Stadt­oberhaupt den Majestäten die Jubiläumsmedaillen überreichte.

* Caracas, 29. Mai 1903. Das Amts­blatt zu Caracas veröffentlicht eine Bekanntmachung, wonach die Erhebung von Zöllen in Barce­lona, Guiria, La Vsla, Canocolorado, Ciudad, Bolivar und Puerto Sucre einstweilig ein­gestellt wird. Die Regierung bewilligt von Europa kommenden Dampfern 30 und Segel-

und Edelsteinen aufwerfend, gegen deren Viel­fältigkeit und Farbenglanz das, was wir schleifen und in goldene Ringe fassen, nur ein ganz er­bärmliches Bruchstück ist. Das Meer, wie es sich im Hellen Sonnenlichte kräuselt, das ist die beste Diamant- und Ebelsteingrube, welche bie Welt hat, entzogen dem Besitz bes Einzelnen aber unversiegbar bem ganzen Menschengeschlecht erhalten.

„Hier ist bie Grotte bes Serail", mahnt uns ber Kutscher bei einem kleinen Häuschen. Wir zahlen unsere Lire und schimpfen weidlich, als man uns, von einem Kienspahn beleuchtet, zehn Minuten lang durch einen durch die Land­zunge gebrochenen großen Felsengang führt. Endlich zeigt sich ein Fleckchen Himmel und es wird immer größer bis sich vor uns das Tor auftut zu einem sorgsam gepflegten Hausgarten in dem die reifen „dicken Bohnen" sofort als biedere Deutsche unfern Neid erwecken. Doch nicht lange dürfen wir uns solch materialistischen Gedanken hingeben, denn mit jedem Schritte ent­hüllen fich neue Wunder des blauen Meeres. Da liegt nahe vor uns hoch aus dem Woffer erhoben die Insel Nisi da, ein wahrer Juwel, heute ein Gefängnis, und die Individuen, welche dort hinkommen, dürfen sich rühmen, an einem der herrlichsten Punkte der Welt Aufenthalt zu nehmen. Hier, wo das Meer in den Felsen eingeengt ist, nimmt es eine hellblaue, oft ins smaragdgrüne hineinspielende Farbe an. Im weiten Bogen dehnt sich zu unserer Rechten die Landbucht aus, welche im Hintergründe das be­rühmte, aussichtsreiche Kloster Camaldoli ab­schließt. Wie riesengroße Wasserrosen, so träumen auf ihren hohen Stämmen die teller­runden Baumkronen der Pinien, die überall sich vornehm über die Gegend erheben. Soweit das Auge sehen kann, heben sich aus dem Grün der Zitronen und Orangenhaine bie freunblichen Stäbtchen mit ihrem weißen Gestein. P o z z u o l i mit bem rounberbaren Serapis - Tempel, ber mehrmals im Meere nahezu versunken, sich immer wieder aus ber Salzflut erhebt und mit diesem Phänomen den Gelehrten manch Kopfzerbrechen macht. Weiter bann, reizenb am Strande ge­lagert, bas alte 93ajae ber Römer, das üppigste Bad, welches die einstigen Weltbeherrscher kannten. Heute tanzt uns für 50 Zentesimi auf den Ruinen eine halbmüde, mit ber Schönheit auf keinem allzufreunblichen Fuße lebenbe Mäbchen- geftalt eine Tarantella. Bin zwar selbst kein flotter Tänzer, aber das kann ich boch sagen, unsere rheinischen Mädchen bewegen sich etwas floiter und eleganter. Freilich geht's da nur mn's liebe Geld. Und endlich dann bei ber äußersten Spitze der in's Meer ge­streckten Landzunge Meseno. lieber die blaue Flut hinüber grüßt Ischia, die srucht- bare und doch so sarchtbare Insel, von vulkani­schen Kräften aus dem Meere einst gehoben, eerrlich gegliedert und üppig bestanden, mit allen Kräften der Statur auSgeftattet; aber immer wieder mahnt der Vulkan, daß hier fein schreckliches Reich ist. So zuletzt im Jahre 1887, wo das furchtbare Erdbeben mehr als andert­halbtaufend froh ins Leben schauenden Menschen so plötzlichen Tod brachte.

Im Banne der unterirdischen Gewalten steht überhaupt die ganze weite Bucht mit ihrer Schön­heit, ihrer Fruchtbarkeit und den intereffanten Naturschauspielen, welche hier und dort als ernste Mahner noch an bie schlimmen Tage ber ge­waltigen Eruption erinnern. Dies kam uns recht deutlich zum Bewußtsein, als wir bei Pozzuoli bie sogen. Solsatara, die Schwefelquelle, be- fuchten, einen im Kleinen tätigen Vulkan, ber Rest eines gewaltigen Kraters, durch beffen etwa 20 Minuten in der Länge und Breite meffenben Grund wir heute sorglos schreiten. Den Kessel umgeben rings 50 bis 100 Meter hohe Berg- ränber, kahl, nur hier und da kümmerlich einigem Strauchwerk auf angewehtem Boden Raum ge­bend. Aus dem losen Bimsteingerölle zu unfern Füßen steigen leichte Wölkchen auf, gleich wie aus frisch ausgeschütteter Asche. Kleine Burschen haben große Steinkugeln herangeschleppt und werfen sie auf den Boden nieder, der so dumpf und hohl klingt, als ob nur eine dünne Decke uns von dem unterliegenden leeren Raume trenne. In der äußersten Ecke erreichten wir die noch offene Stelle des Vulkans, der sich übrigens schon 800 Jahre seit seinem größeren Ausbruch Zeit gelassen hat. Man kämpft wacker gegen die starken ausströmenden Schwefeldünste an, er­mutigt von dem Führer, der sagt, daß es gesund sei, und schaut dann hinein in die kochenden Dämpfe, die allerhand phantastische Formen dem Auge vorgaukeln. In der Wächterbude heult ein Rudel junger Hunde, sie wittern ihr Los, denn für eine Lire macht man die armen Tiere in dem Schwefel ersticken. Wir haben dem uns zugedachten das Leben geschenkt — dis die nächste

d Ä Mnjelje«: W« et»»

▲ A JL A JB AA A. spalttgepettt,«ite«h» rttllltft SS ■CII II | | 11

gnlbeerldienbtucterd

. , ,. , . .. ix 8nlb« (Harmonie).

IHonatsbtitage: „$Ulöacr (DCfa)la)t$DmttCr . smwter m.».

: Mltzaer

venmtt—rtNcher

Hriftl<tter:l.»* *ler

»ÄÄÄc woch-UÄ»-- „IDlftrittte Sonntagrztttmig"

i erstes Blatt ।