Einzelbild herunterladen
 

fUlda, Freitag, den 29. Mai 1903.

(Fortsetzung folgt.)

> Zweites Blatt i

Ger- Nürn-

ein kleiner schwarzer Kerl einen Kragen, der etwas neugierig aus der Umhangtasche geschaut,

v. Leixner, Othmar: Der St. Step Hans- dom zu Wien. Berlin und Stuttgart (1902.) 4°. = Baukunst, Die. II, 10.

v Lützow, Karl: Geschichte des deut- scheu Kupferstiches und Holzschnittes

Wenn ich nur nicht gleich aus der Heimat em Billet nach Neapel und den andern Herr­lichkeiten des Südi ns mitgebracht hätte, so würde ich wohl nicht d,,.1hin gelangt sein. Allerdings in 14 Tagen loi ii man bei sachgemäßer Füh­rung schon ein cu tes Stück von Rom sehen, aber ift bodf) rur, um den Appetit zu regen; ein flüchtiges Hinschauen, ohne eigentlich recht den vollen Reiz der einzelnen Kunstwerke zu genießen. Y1 "ur M.Tisch saß eine ältere Dame, die nun schon 14 Winter in der ewigen Stadt weilt und j Sag m Tag sich gewissenhaft auf den Weg macht, um die Denkmale des alten und neuen Rom s aus sich einwirken zu lassen, und noch immer hat sie nicht die Zeit gefunden, um den Fuß weiter nach dem Süden zu setzen.

Es bedurfte in der Tat eines herzhaften Ent- Ichlusfes, den mir allerdings das in Rom einge­tretene nasse Wetter und gute Nachrichten aus oem Süden erleichterten. Die Kampagna, welche der Bug in der ersten Stunde durcheilt, steht bei oen Römern selbst in schlechtem Rufe. Der abends aufsteigende Dunst gilt ihnen als Gift, das Fieber erzeugt, und selbst tagsüber wagt man sich nicht zuweit in die Fluren hinein, weil nur zu oft von größeren und kleineren Raubanfällen, die sich hier ereignen, in den Zett ungen zu lesen ist. o i,

den Sorgenbrecher, die feurige Glut des Weines bescheeren.

Geschichte I (Altertum); II, 1 (Römer und feien an Rachitis (sogenannte englische Krankheit) Gemanen); II, 2 (Volkerwanderunq. Ueberaana krankt und.-----. J >

ins Mittelalter.) Berlin 19001902. 8°.

Heere, Die, und Flotten der Gegenwart . . . herausgegeben von C. von Zepelin. falten [1]: Die Flotte. Berlin 1902. 8°.

Jahrbuch für Deutschlands See-Inte­ressen. 8. Jahrg. 4 (1902).

Klein,Karl: DieFröschweilerChronik.

-»^E^und Friedensbilder aus dem Jahre 1870. 19. Aufl. München 1902. 8°.

Klein, Katharina: Fröschweiler Er- innerungen. Ergänzungsblätter zur Frösch- weiler Chronik. 2. Aufl. Müncheft 1899. 8°

v. Lettow-Borbeck, Oskar: Geschichte des Krieges von 18,66 in Deutschland. Band 1 Langensalza) u. 2 (Feldzug in Böhmen) Berlin 189699. 8°.

«rlchebU tSgllch.mit W M

Utwohme der Sonn- M - fiä Wk

vIllAAAt

He vringerlotzn «nd W B B M M MM ||¥|

«eßellgeldinM-aund /«L | | > M MM > :

«m»6rtslHlt50pfg. mWr t|I |

veranttoortltcher M W

die Inftrat«

x p«re»er in s«iöa. wochenbellage:Illustrierte §oimiag$zeitung

/ I JL Anzekgen: Vie ei»

M j&u. sp-lüge petttzeile «d«

«sMzITII IIil SÄÄÄ

MU M Bl I I BI III I 25 psg-r bei Wied«.

Ws W. M B H Je H B ® B Holungen «krd entM.

V M B P'HL Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der ZuldaerSctiendruckeret monairbeUage:Zul-aer Geschlchtrblätter". 'Ä8S*

ar Miltarische Korrespondenz,

den Dienstschriften des Jahres 1859.

Herausgegeben vom Großen Generalftabe. Berlin 1902. 8° Militärische Werke I, 4

v. Müller, Alfred: Die Wi'rren in ^Yina und die Kämpfe der verbündeten Truppen Band 12. Berlin 1902. 8°.

V. LuuKwisseuschast.

^kuzeiger sund Mitteilungen) des manischen Nationalmuseums.

berg. 8. Jahrg. 1901, 4 und 1902.

mr Geschichte der deutschen

Plastrk. Berlm (1893.) 8°.

* drouuer, Karl: Die Wandmalereien s"ber^Kirche zu Frau-Rombach. = Quar- tolbl des histor. Vereins f. d. Großh. Hessen. Band III, 4. 1901. 8». "

Für uns bot die Fahrt durch die verschrieene Gegend eine herrliche Befriedigung. Nirgends tntt die große Kuppel der St. Peterskirche so machtvoll in die Erscheinung, als von hier aus. Kaum ist dem Auge das Städtebild entrückt, so treten uns dicht zur Seite die endlosen hohen Bogen der alten römischen Wasserleitung, die heute zum Teil benutzt, in Rom die maje­stätischen Brunnen speist. Aus dem Grün der Briefen, das uns im wohltuenden Saft des Früh­lings entgegenlacht, recken die meist verlassenen antiken Bauten ihr altersgraues Haupt hervor. jtul Grabmalen von Männern, deren Namen der Geschichte eingemeißelt sind, Ä^ben sich heute ost kleine weiße Häuschen, von Ackersleuten und Hirten; es lebt die Armut auf Ruhme?en be§ toten Reichtums und des einstigen

Eigentlich sollte dieser köstliche Tropfen I)ier ^«0 e£ gar mcht wachsen, denn Sorgen zu brechen gibt Maa der ^unae "' ®

h^r nicht, wo jeder in den Tag hineinlebt, merkte, daß§er wissend, daß überall für seine angeborene Be- dürsnislosigkeit der Tisch gedeckt ist. Denn

_ Und nun winken uns von dem Albaner- und sabmergebirge die prächtigen Städtchen, deren ledes emen Besuch verdiente, Frascati, Tivoli, Rocca di Papa, sie alle winken herüber und sprechen vom Reize ihrer Gegend, von der lieb­lichen Kunst, die unvergängliche Kränze ihnen gewunden, vom vortrefflichen Wein, der die Be­sucher so fröhlich macht, wie die Menschen, welche m diesen gesegneten Bergen sich durch's Leben singen. Bald ändert sich dann das Bild wieder- die grauvioletten Rosmarinhecken, welche die Lieblichkeit der Gegend wirksam einrahmen ver­schwinden langsam, wir steigen in die rauheren j Striche der Abruzzen hinein. Da zeigt sich uns an der grauen Felswand Aquino, die Heimat des Doktor angelicus des Fürsten der scholasti­schen Schule, des hl. Thomas von Aquin. Und nun kommt auf hoher Bergwacht das Kloster von Monte Cassino in Sicht, eine Festung des Glaubens und der Wissenschaft, die vom hl. Benedikt 529 gegründet, nun 1400 Jahre Aon ihre wackern Soldaten im Ordenskleid der Erde entrückt und dem Himmel nahe gebracht hat Gern möchten wir die Gastfreundschaft der Patres genießen, die dem fahrenden Scholaren i

/^voll geboten wird, wie dem mächtigen Herrscher, der dort Einkehr hält, aber der S.roeitv und bringt uns mit jedem Schntte naher der unbeschreiblichen Fruchtbarkeit Spante ns. Aus den schroffen Felsen mit in die üppigste Natur, wo die Blüte die Blute, und die Frucht die Frucht 2nrpnn9Lr° pF doden, ohne sich Ruhe zu ntUe. östliche Gaben gebiehrt.

Mehrmals im ^ahre drangen sich auf dem Felde bei2 glänzenden Grün 5er Baume leuchten die großen gelben Zittonen und dte goldigen Orangen hervor, so dicht daß sie kaum dem Laube Platz gönnen. Und damit mich mcht genug, schwingt von der Erde zu den Baumkronen und durch diese hinauf die Rebe ihre leichten Ranken. Auch sie will ihren Platz an der Sonne haben, um die köstlichen Beeren reffen zu lassen, die dem leichtlebigen Völkchen

Iubiläumrfahtten.

Reisebilder zum Papftjubiläum.

Bon Jos. Grunau.

X. (Nachdruck verboten.)

Herausgegeben von W. Spemann. Berlin- Stuttgart. 4. - Jahrg. 7, 1902.

,. ?Nuther, Richard: Geschichte der Eng­lischen Malerei. Berlin 1903. 8°.

Eftiui, Fritz:HansThoma. Bielefeld und 2 _8°. Künstler-Monographien, 46.

, Uofenhagen, Hans: Liebermann. Biele­feld und Leipzig 1900. 8». = Künstler-Mono­graphien, ;45.

, Seemann s Wandbilder. Zweite Folge. Petermanns Mittheilungen aus Justus «o <ve?e 5er bildenden Kunst. Leipzig, thes Geographischer Anstalt. ^Serausaeaeben 2 1 Steferun9 15, 1902.

___30. Jahrgang.

Der Römische Tem- pelbau. Berlin und Stuttgart (1902.) 4°. = Baukunst, Die. II, 9.

-3-: Geschichte des deutschen Kunstgewerbes. Berlin (1891). 8°.

: Ludwig von Hofmann. Bielefeld und Leipzig 1903. 8°. --- Künstler. Monographien, 63.

Adolf Hildebrandt. Zlelefeld und Leipzig 1902. 8°. = Künstler- Monographien, 60.

Jahresbericht des Germanischen Na- t?o°r.1a L^u*eum§- Nürnberg. 4. Bericht 48 für das Jahr 1901, 1902.

sm Banitschek, H.: Geschichte der deutschen Malerei. Berlin (1893.) 8°.

Knackfuß, H. und Zimmermann, Max Georg: Allgemeine Kunstgeschichte. Band 3: Sarod Rokoko, Neuzeit. Bielefeld und Leipzig 1902. 8«.

Künstler-Lexikon, Allgemeines,. . 3' um­gearbeitete und bis auf die neueste Zeit ergänzte Auflage herausgegeben von Hans Wolfgang ®95-i9oi$a8°. 1-5 5ranffurt a- Main

H-- JmJnnern Afrikas. I ,

3- Aufl- Leipzig 1891. 8°. . . ^öfterer Aberglaube. Unter dieser Spitzmarke

Wolkenhauer, W.: Leitfaden i»r @e. S, ST'Ä63«Wft«u8

lchlchte der Kartographie. . . Breslau 1895. 8°. Wonnemonds st dem eichen Tage des

v. Zobeltitz, Fedor- Berlin isia ^vvnnemonats ist leider noch mancher Aberglaube der-

'-» ä -BäSSks

IV. MilittmiM./t ral toSSwT ÄJ?

Sdbriid tear DI-Gischjchli- d-r E &SgZ

?11 T Rahmen der politischen Kreises Hoya kommen. Man hörte, alle dies?Kinder Geschichte. I (Altertum); II, 1 (Römer und l ftien an Rachitis (sogenannte englische Krankheit) er« , I krankt und würden in der Mainacht von einem klugen 0) Manne natürlich schweigend und nur vor Sonnen­aufgang behandelt. (!) Die armen Kleinen wur­den nackend auf den kalten Erdboden im freien Felde ^Aegt und unter Anrufung des göttlichen Namens lstst npfinT611 "^rsäet. Dieser kluge Mann ist neu« gestorben, und man glaubte, nun endlich würde sckönkn MoÄÄ'- Fr Unschuldigen nicht mehr den arirrt Ä begrüßen. Aber man hatte sich geirrt. Mcht fern von jenem Orte haben Jäaer die auf den Anstand gingen, in der letzten Mainacht' das ,^'?"uern und Schreien der frierenden Kindlein gehört, uA am Morgen sah man eine Anzahl Wagen nach ber- Jerne,tt H«mat jueikn.9 Hinter siand sicher wieder lachend ein anderer kluger Mann, dem der Leinsamen wahrscheinlich gut bezahlt worden war. Sollte denn gegen solche gefühlslose Eltern nichts getan werden können?

6 * ®"e Abbröckelung der Felsmafseu der Insel H e Igo land ist auch in diesem Frühjahre wieder vor sich gegangen Es finden trotz aller Maßregeln Felsensturze infolge Unterwaschungen und durch in Spalten emgedrungene Regenwasser statt. In be- ftnderem Maße bedroht ist der Kommandeurstand und ?b°bach ungspostm m der Nähe der LummeFelsen an Der Westseitt. Es werden gegenwärttg erneute um» 5nMCt<^e ^betten in Angriff genommen, um die Sufel zu erhalten, die ausgewaschenen Höhlungen tottben mit Beton ausgefüllt. An einer bedrohten anderen Stelle soll eme Schutzmauer von 15 Meter Die Befestigungsarbetten werden Lst9°"^.L°^^ bauern und in den nächst«, Jahren fortgeführt werden, um die Insel um 1-°-» P-->- «Slütpu« ber gtetteunbS-B erWtrTX Wert werden die Arbeiten dadurch daß sie nur bei tonnen^ bet 8utem SBctter vorgenommen werben

rm" -öi-» -vcuie von dannan.

JKog der Junge geflucht haben, als er später mov - von Papier war!

I dürsnislosigkeit der Tisch gebectt^ift " ®enn Tei I sir,,?!0^ Ä? Bildchen zum Schluß für heute, allem Reichtum der Natur ist eine Kruste Brod cf .b,enm »or der großen Gallerte drängen gefüllt mit gekochten weißen Bohnen/dem^und klein, wöhnlichen Manne schon ein Festmahl und eine aIte. Halbverdeck an, in dessen

Portion Maccaroni, deren lange Riemen er mit Ämächtigen Watte-

der Geschicklichkeit eines Mefferschluckers sich in J ?' Gleich als ob sein letztes den Hals hinunterschlängeln läßt, ein Genuß §m Klagen sollt^ Und vorne auf

: den ihm nur der vom Fremden erbettelte Soldo ? mit einer

(4 Pfennig-Münze) gestattet. £«^9 und ladet jeden em, feine

Während wir solchen Betrachtungen na^ eme Lire zu er­hängen, entsteht plötzlich im ganzen Zuge eine 2fiann ein® Sute Kundschaft

lebhafte Bewegung den Fenstern zu. DerV e - Lbn EifT?nfer zuweilen den verkehrten snv", so geht es durch die lange Waaenreibe I erwischt, so hat er doch auch wie die und das Wort elektrisiert alle Fahrgäste, die m^e^ropheten zuweilen einen Treffer. Stiller neugierig übereinander zum offenen Fenster hinaus- sie § r ^nt,er ben. Arkaden, wo an

gelehnt, nach dem hohen Kegel Ausschau halten SS9 ' an holpengen Tischen der in der Ferne sich in schwarzen Formen aus a Ln K ±n ?tzen und hier dem

dem graublauen Dunstkreise abhebt. ° f tesn Mütterlein eine Mahnung an den Sohn

Mau schaut und schaut und glaubt in jedem Lai^n Ep einer heißblütigen, schwarz- Augenblicke müsse nun der sprühende Funken- den Gelie^istres Ängsten Liebesschwüre für regen, wie man ihn, einem halben Weltunter- AT E 'hres Herzens zu Papier bringen, gange gleich, auf den Ansichtspostkarten abge-1 ®c9on lst es dunkel geworden; in den engen bildet sieht, losschießen. Allein, der Vesuv arbeitet ma keine Laternen brennen, qualmen nicht auf Kommando, er ist ein Rentner, der's eimge schlechte Kerzen in bunten Papierballons, nicht nötig hat, und dann nur spukt, roennS l^ukt und tanzt und jubelt von .....

rhm gefällt. In den Tagen, die uns am »5? Schätzen, die man am Tage erobert, bis die Berlin (1891). 8°. " " '

schönsten Meerbusen Europa's beschieden waren, ^ter hemntergebrannt sind. Wer aber jetzt den Meißner, Franz Hermann: Arnold Böck-

ist ber alte Vesuv nicht aus seiner Ruhe ge-1 'zye.?, aach Hause nimmt, der sehe fein zu, daß Taus. Berlin und Leipzig 1901. 8°

kommen; nur hin und wieder stieg ein leichtes I ®r,uber Ulemand stolpert, der auf dem Trottoir Musenm. Das Museum, eine Anleitung

Wölkchen gegen den blauen Himmel, gleich einem "nen alten Sack zum komfortablen Nacht- tum ®enuB der Werke bildender Kunst gemütlichen Alten, der ab und zu einen Zug aus Ia0er ^gerichtet hat. 1 ------- - ---1

dem Pfeifchen tut, und zwischen den Zähnen -----

durch dann langsam die Kringel hinausbläst.

Wer zarte Nerven hat, der bleibe lieber von 10)111$ . . .

Sinn wird^'hier"auf^die' ^rtestt^Pwbe^ge/telltz ^EUÜNschasfUNgeN der $taNdIfcheN Leipzi^lWO und erst, wenn man nach allen Seiten etwas ab-1 LlMdeSbibliothekZUHuldfl lMtot$fübr 1902 gestumpft ist, fängt hier das Genießen an. Wir (April 1902 'jutän

hatten uns, erfahrenem Rate folgend, ein Dutzend W T ~ $J9°3)'

der schärfsten italienischen Schimpfworte mit dem (Fortsetzung.).

richtigen Accent eingeübt und diese hintereinander ---------------«....uMtuuuni uus -VUUU5

und durcheinander schnarrend kamen wir ver- Perthes Geographischer Anstalt. Heransgeaeben haltmsmaßig schnell m unfern Hotelwagen, vor von A. Supan. Gotha. 4. Band 48 1902 öem eine muntere Schar krausgelockter Burschen . * Wagner, G. W. I.: Die Wüstungen Purzelbäume schlug, und uns in allen Tonarten lm Großherzogtum Hessen. Provinz Ober« vordeklamierte, daß sie entsetzlichen Hunger auf Hessen. Darmstadt 1854. 8

Maccaroni habe. Als wir ihnen dann der Wahr- . Wegener, Georg: DeutscheOstseeküste hett entsprechend zuriefen, daß auch wir Hunger Bielefeld und Leipzig 1900; 8°. = Land und hatten, verabschiedeten sie sich, uns ihre hübschen Leute, 7. uno

roten Zungen zeigend und suchten sich andere ' Opfer. Es dauerte eine gute Zeit, ehe der Omnibus sich in Bewegung setzen konnte, denn nur langsam vermochten sich die andern Reisen­den förmlich durch den Schwarm sogen, hilfs­bereiter Geister zu schlagen. Einen alten Berliner Professor nebst Gemahlin hatten mindestens zehn große und kleine neapolitanische Gauner an allen nur greifbaren Enden gefaßt und unser Kutscher mußte die Beiden förmlich aus dem Gedränge heraushauen. Für Hiebe sind die Tagediebe alttrdings sehr empfänglich, aber das überläßt man am besten dem Hausknecht, denn auf einige Zoll Stahl kommt es den Burschen meist nicht an

Endlich setzten sich die Rosse in Trab und eme halbe Stunde lang geht's durch das lär­mende, gestikulierende Menschengewirre, bergab afen zu, wo im Angesicht der mastreichen Schiffe, des blauen Meeres und der in der Ferne winkenden Landzungen und Inseln, am breiten Quai die großen Hotels liegen. Die be- deutliche Miene des Portiers verrät nichts gutes, aber nach einem Blick, den er zu schätzen weiß, schafft er schließlich Rat. Zwei Familien be­ziehen gemeinsam ein durch eine spanische Wand geteiltes Zimmer und für mich findet sich oben im fünften Stock noch ein schiefes Kämmerchen, ef'en ^cke aus ich aber dafür den reizenden Bttck auf die Herrlichkeiten des Meeres habe. Bald sammelt sich unsere kleine Truppe, denn Neapel ist's nicht gut allein zu gehen, drunten im Flur des Hotels, um noch etwas von dem »rngen Straßenleben Neapels zu genießen. ?inpfcÄ .,eber Mann von oben bis unten 3V fem Goldteilchen ist sichtbar, denn £iS?ie Nichtstuer, wie die

^Od) kW vor der Abreise in Rom erzählte uns ein wohlbeleibter Landsmann, daß er hier vor einem Brunnen gestanden, behaglich die Hande m den Taschen. Ein Stoß, er lag Ä ber Erde, und als er mitfreundlicher" B-men stand,"war goldene Uhrund Kette schon um die nächste Straßenecke verschwunden. Dank unserer Vorsicht ist es uns bester ergangen, jebem, der sich uns nabte, kehrten wir den bärbeißigen preußischen Unter­offizier heraus, und doch, als wir bei der Ab­reste endlich den Fiaker bestiegen, reißt mir so