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30. Jahrgang.

fUlda, Mittwoch, den 20. Mai 1903.

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jeher ftänbige Berbteudjer von

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mrMIilhe Maibowle. Isfried Freund,

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Der Eingang selbst mit der prachtvollen Vor­halle ist von der Straße abgewendet. Aller Mißmut ober schwindet, wenn man in die hohe Pracht der Basilika hineintritt, welche die Seele erfaßt und zum jubelnden Credo in unum Deum emvorhebt, den Körper aber demütig auf die Kniee zwingt bei der Grabstätte des Apostels, der in seinem gewaltigen Worte einst, wuchtiger noch als diese Säulenhallen es versinnbildlichen können, den Tempel Gottes aufbaute, mitten unter den Altären niederer Gottheiten, die das allgemeine Glaubensbedürfnis der Menschheit, wie deren Leidenschaften errichtet hatten. Still und ruhig kann man hier bei dem Grabe des hl. Paulus beten denn der immerwährende Menschenstrom, wie in St. Peter, fehlt. Und doch vermißt man auch wieder die Lebhaftigkeit des Verkehrs und die außerordentliche Pracht, namentlich der viel­farbigen Marmorsäulen, wirkt nicht so recht be­lebend, weil man sich vereinsamt fühlt. Das nebenanliegende Benediktinerkloster, in dem man manche liebenswürdige deutsche Patres findet, hält Wache bei diesem Heiligtum und dem sehens­werten Kreuzgang, das ihm die italienische Re­gierung gütigst als Kunstdenkmal anvertraut hat.

In stark zwanzig Minuten führt uns über eine leichte Hügelkette der Wagen, der einst an­scheinend bessere Zeiten gesehen, zu dem fried­lichen Trappistenkloster „Trefontane" Emst eine ungesunde Gegend, wo die Ausdünstungen der Sümpfe Jeden in weitem Bogen vorbei- sührten, ist heute dort ein kleines Paradies ent­standen, viel besucht und selbst als Sommer­aufenthalt begehrt. Die wunderbare Umwandlung hat die Anpflanzung des Encalyptnsbanmes vollbracht, dessen schnelles Wachstum nicht allein bald prächtigen Schatten spendet, sondern dessen Blätter auch eine heilsame Mixtur für den Magen und das Rheuma bieten. Wie hat uns der dem Chartreuse ähnliche Eucalyptusbitter den inneren Menschen, der durch die holperige Fahrt der Seekrankheit nahe gebracht war, wun­dersam wiederhergestellt, und mit welch augen-

auch die heilige Begeisterung trinkt für seinen Glauben, für die welterlösende und beseligende Macht des christkatholischen Gedankens.

St. Paul, der Apostel der Völker, er ver­dient wohl in unseren Zeiten der besonderen Verehrung. Wie er hat niemand einst auf das Heidentum eingewirkt, möge seine verklärte Kraft heute in den Kreisen der Getreuen der Kirche weiterwirken, die Altäre der neuerhobenen Götter des Eigeninteresses und der Leidenschaft stürzend, denen aber, die den „unbekannten Gott" in ehrlichem Forschen suchen, den Weg der Wahr­heit zu Christus weisend! — Es ist eine lange Fahrt, zumeist längst der alten kaiserlichen Stadt­mauer nach Lateran, der dem hl. Johannes gewidmeten Kirche, die den Namen „Mutter aller Kirchen" führt. Hier reichen die Spuren bis in die Zeit Konstantins und der hl. Helena zurück. Wie der Vatikan, so ist auch dieser Besitz, neben einigen anderen Gebäuden, dem Papst als eigener Besitz belassen. Die Pracht der herrlichen Kirche beeinträchtigen uns die augenblicklich in der Ausführung begriffenen Restaurationsarbeiten, für welche Leo XIII. trotz feiner eigenen Not die Mittel zur Verfügung stellte. Von all den kostbaren Reliquien er­wähnen wir nur die Häupter der beiden Avostel- fürften Petrus und Paulus, geborgen in der Pracht des Sakramentsaltares, der auch einen Tisch enthält, auf dem St. Peter das hl. Meß­opfer darbrachte. Im Baptisterium hat Kon­stantin, der die Macht des siegreichen Kreuzes er­fahren, die heilige Taufe empfangen. In einem eigenen Gotteshaufe hat feine Gemahlin, die hl. Helena aus dem Paläste des Pontius Pilatus die „heilige Treppe" untergebracht,, welche Christus dort einst hinaufgegangen. Heute drängen sich die Pilger zu diesem kostbaren Schatze und steigen knieend die 28 mit Holzdielen vor der Ab­nutzung geschützten Stufen hinauf. Hier vergißt die in Demut und Andacht gesammelte christliche Seele den eigenen Schmerz undsuchtim Leiden Christi die welterlösende, alles eigene Leid stillende Liebe.

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Hainzell, 15. Mai 1903.

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Die Bedingungen werden tm Termin bekannt gemacht.

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Rimmels, den 6. Mai 1903.

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scheinlicher Befriedigung schenkte uns der gute Bruder Fidelis, ein biederer Oesterreicher, den zweiten und dritten ein!

Welch heiliger Friede herrscht in dieser wald­umgebenen Stätte, wo man so wenig den stau­bigen Wind der Straßen verspürt, wie die Be­wohner von den rauhen Stürmen des Lebens überhaupt berührt werden.

Gleich hinter den freundlichen Gartenanlagen feffeln unfern Schritt zwei Kirchen, links die alte Basilika, an deren Pfeiler die Fresken der zwölf Apostel das fönst fchmucklose Innere be­leben. Ob die Angabe stimmt, daß sie von Rasaels Hand erstanden, weiß ich nicht, jeden­falls aber spricht die mit Anmut gepaarte kraft­volle Darstellung vom Geiste des großen Malers und darf unser Interesse beanspruchen.

Die rechts den Weg auf einer kleinen Anhöhe bekrönende Kapelle birgt den kleinen Kerker, in welchem der heilige Paulus die letzten Tage vor seiner Enthauptung zugebracht hat. Das enge dumpfe Gefängnis ähnelt in allem dem mamerti- nischen, in öder, erstarrender Schaurigkeit. Zwischen den beiden Kirchen durch führt uns eine prächtige Eucalyptusallee, umsäumt von wohlgepflegten Blumenbeeten, hindurch zu der vielverehrten Glaubensstätte, zu der Kirche der Enthauptung des hl. Paulus und der drei Quellen, welche dem ganzen Orte (Trefontane) den Namen gegeben haben. Pius IX. hat der Kirche seine besondere Sorgfalt zugewandt und sie ist ein prächtiges Schmuckkästchen mit einer herrlichen Mosaik geworden. Rechts in der Ecke zeigt man uns die Säule, auf welche Paulus bei der Enthauptung die Stirne aufgelegt haben soll. Es erzählt die fromme Sage, daß der ab­geschlagene Kopf drei Sprünge gemacht habe und an den Stellen, wo er die Erde berührte, fei eine frische Quelle geflossen. Drei Altäre be­zeichnen diese Orte und zu ihren Füßen schöpft man noch heute das Waffer der drei ver­schiedenen Quellen, aus denen der frohbewegte Pilger nicht allein den labenden Trunk, sondern

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Von Jos. Grunau.

H (Nachdruck verboten.)

Nachdem wir so lange den Spuren des hl. Petrus gefolgt sind, und selbst dem alten Rom eine kurze Visite gemacht haben, ist es wohl Zett, daß wir auch dem andern Apostelfursten, dem beiligen Paulus, einen Besuch abstatten. M Frölich er, der mit Stolz das römische Bürgerrecht bei seinem Bekenntnisse für den christlichen Glauben reklamieren konnte, er hat die Hauptstadt der Welt trotz Bürgerrecht dem em- geräumt, den Christus selbst als seinen Nachfolger für alle Zeiten bestimmt hat.

San Paolo fuori le mura“, St. Paul außer­halb" der Stadtmauern", den Namen trägt die Stätte, die dem Weltapostel geweihtist. ^n sausender Schnelle führt uns die elektrische Bahn von dem Venezier Platze hinaus, vorbei an Capitol und Forum. Links grüßt von dem Berggipfel das Ordenshaus des Maltheserordens mit prächtigen Anlagen, rechts dann der wohl­erhaltene Tempel der heidnischen Göttin Vesta und weiter gleich bei dem protestantischen Kirch­hofe die Cestius Pyramide, das ausgeprägteste altrömische Grabmal in der ägyptischen Bauform. Weiter dann die von Weinschenken umsäumte Chaussee bis zum Endpunkt der Strecke.

Der heutige Bau der St. Paul's Basilika bietet von Außen einen wunderlichen, um nicht zu sagen unbefriedigenden Anblick. Der Campanile, der Glockenturm, der an der Straße hegt schau aus, als ob er seine eigene Geschmacklosigkeit einsehe und frage, wer stößt mich um.

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Das seither von Herrn Rechts­anwalt Rang bewohnte

Zweites Blatt«