Garnison zur Beratung vor. Gs soll erstrebt werden, die Verlegung des neu zu errichtenden Jägerbataillons des 18. Armeekorps nach hier zu erlangen. Auch die Städte Bensheim a. d. B. und Grünberg bemühen sich um die neue Garnison.
* Limburg, 4. Mai 1903. Am 17. d. WltS. findet hier im Gasthof zur alten Post eine allgemeine Jntereffentenversammlung für die Lahn- kanalisation statt.
[:] Mainz, 4. Mai 1903. Unter der Firma Kirchheim L Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung, hat eine geschäftliche Vereinigung der beiden bekannten Verlagsfirmen Kirchheim L Falk stattgefunden. Die seitherigen Einzelfirmen Franz Kirchheim und Johann Falk IN. Söhne (Mainzer Journal') bleiben nach wie vor bestehen ; ferner wurde in München unter der Firma Kirchheim sche Verlagsbuchhandlung, Kontznandit - Gesellschaft, eine Verlagsfirma errichtet, die u. a. den Vertrieb der „Weltgeschichte in Charakterbildern" übernommen hat.
* Eise«ach, 4. Mai 1903. Die Aus- wanderun g aus den thüringischen Staaten ist nach Inhalt des neuesten Heftes der von dem kaiserlichen statistischen Amt in Berlin herausgegebenen Statistik des deutschen Reiches erfreulicherweise ganz gewaltig zurückgegangen. Während im Jahre 1892 von 100,000 Einwohnern über deutsche, belgische, holländische und französische Häfen 129 auswan- derren, war dies zehn Jahre später, im vergangenen Jahre 1902, nur noch^bei 36 Personen der Fall.
* Treffurt, 4. Mai 1903. Dieser Tage wurde hier unter großer Beteiligung der Invalide Henne begraben. Derselbe machte, dem ,Mühlh. Anz.' zufolge, als Hilfstrompeter die Schlacht bei Langensalza mit. Bei einem Melderitt traf er, aus einem Walde kommend, 14 hannoversche Infanteristen an. Kurz entschlossen gab er ein Ngnal in den Wald hinein, zog seinen Säbel und forderte die Hannoveraner auf, die Waffen »iederzulegen, welches sie, in der Meinung, daß viele Preußen in der Nähe seien, auch taten. Henne führte nun die Gefangenen nach Langensalza zu und stieß glücklicherweise auf preußische Truppen.
* Heiligenstadt, 4. Mai 1903. Vor einigen Tagen hatten sich in der „Brauerei Heiligenstadt" die Vorstände sämtlicher Innungen und des Handwerkervereins zu einer Besprechung über die so brennende Frage des F o r t b i l d u n g s - schulwesens versammelt. Man war allgemein für die Errichtung einer Fortbildungsschule, ein Beschluß, der nach der Aussprache stattfand, ging dahin, der Frage demnächst näher zu treten, und an den am Sonntag, den 10. Mai, in obengenannter Brauerei stattfindenden allgemeinen Handwerkertag auf die Tagesordnung zu bringen. — Mit Eintritt der wärmeren Witterung entvölkern sich unsere eichsfeldischen Dörfer wieder. Die Männer ziehen als Hausierer in alle Himmelsrichtungen, die Burschen gehen als Ziegeleiarbeiter nach Westdeutschland oder als landwirtschaftliche Arbeiter in die Magdeburger Börde. Die Mädchen finden im Braunschweigischen oder Hannoverschen beim Spargelstechen oder in Konservenfabriken Beschäftigung. Das dichtbevölkerte Eichsfeld vermag seine Bewohner nicht alle zu ernähren. Für manches Fabrikunternehmen fänden sich in unseren zahlreichen Dörfern gute Arbeitskräfte.
Q Solingen, 4. Mai 1903. Der vom Schöffengericht wegen Ungebühr verurteilte amerikanische Konsul Langer hat auf seine telegraphische Anfrage beim amerikanischen Botschafter in Berlin die Antwort erhalten, daß ihm nur der Rat gegeben werden könne, in Elberfeld beim Landgerichtspräsidenten vorstellig zu werden. Langer suchte hieraufden Landgerichtspräsidenten auf, erreichte hierbei aber nichts; die Strafe bleibt bestehen.
* Merane, 4. Mai 1903. Das „spiritistische Medium" des Vogtlandes, die Schmiedsehefrau Luise Frenzel, ist in Haft genommen worden. Sie hat ihren auf die Dümmsten der Dummen berechneten unglaublichen Hokuspokus jahrelang betrieben und viel Geld damit „verdient". Sie hatte es vornehmlich auf die Rettung der Seelen Verstorbener abgesehen, drohte den „Ungläubigen" mit den furchtbarsten Qualen im Jenseits, hatte immer Geisterschrift zur Verfügung und behauptete, aus ihr sprächen und durch sie schrieben
die Geister Abgeschiedener. Ihre Macht über die Geister benutzte sie auch zur Erlangung von Darlehen in Höhe von ca. 4000 Mark. Zinsen haben dir Bettefienden nur ein einzigesmal zu sehen bekommen, dann nicht mehr. Wer zinsfrei leche, sagte sie, tue ein gutes Werk an dem Heiland, wer Zinsen nähme, werde von Gott verachtet und müfie schreckliche Qualen erdulden.
(?) Temrjuk (Kaukasus), 4. Mai 1903. Etwa 400 Fischer und Städter verwüsteten vorgestern abend die Wohnung eines Fischereiaufsehers, welcher kurz vorher einen Fischer wegen Zuwiderhandlung gegen die gesetzlichen Vorschriften erschlagen hatte. Ehe das hrr- beigerufene Militär rintraf, gelang es dem Geistlichen, die aufgeregte Menge zum Auseinandergehen zu ver- anlafien.
-x. New Kork, 4. Mai 1903. Zweitausend polnische Ausflügler von Toledo im Staate Ohio drängten sich in Detroit trotz gcsperrrer Barrieren auf die Bahngeleise, worauf der Blitzzug der Grand- Trunk-Linie heranbrauste. Sieben Menschen wurden getötet, dreißig verletzt.
(*) Kleine Nachrichten. Soest. Im Juki 1896 verlor der Bürger S. beim Bestellen seines Feldes. den Trauring. Alles Suchen danach war vergebens. Jüngst beim Behacken des Ackers fand er den vor sieben Jahren in das Erdreich gefallenen Trauring wieder. Die Freude des S. war um so größer, als er in diesem Jahre die silberne Hochzeit feiern wird. — Wien. Während der Maiandacht in der Stephans! irche trat am Freitag ein junger Mann neben den Pttester an.' den Altar und feuerte aus einem Revolver mehrere Schüsse in die versammelte Gemeinde. Gymnasialprofessor Juratscheck wurde tätlich verletzt und eine Frau von einer Kugel gestreift. Der Täter ist irrsinnig. Die Stephanskirche, in der eine Panik ausbrach, wurde geschloffen. — St. Johann. Das Cafö Continental wurde gestern wieder eröffnet. Der Staatsanwalt zog die Berufung gegen die schöffengerichtliche Freisprechung des Cafetiers Bruch zurück. Damit bleibt gerichtlich erkannt, daß die Herabsetzung der Polizeistunde auf 11 Uhr gegenüber Bruch, der s. Z. die Konzession bis 2 Uhr morgens erhalten hatte, zu Unrecht erfolgt ist, und die Polizeistrafen demgemäß nicht zu Recht verhängt waren. Der Streit hierüber hat bekanntlich zu den bedauerlichen tumultuarischen Auftritten geführt. — Dortmund. Der Ober- Monteur Derscheidt, der 25 Jahre bei der Firma Schüchtermann & Krämer hier tätig war und noch im vorigen Jahre anläßlich seiner langjährigen Dienstzeit das Allgemeine Ehrenzeichen erhielt, wurde am Freitag wegen Unterschlagung von 5000 Mark, die er dem Monteur-Verein, dessen Kassierer er war, entwandte, verhaftet. - Kiel. Das Marine-Kriegsgericht verurteilte den Leutnant Gleiß, weil er den kürzlich an Bord des Schulschiffes „Moltke" ausgebrochenen Brand verschuldet hatte, zu einem Monat Festungshaft. — Dresden. Der Arzt Dr. v. Reyher war so vertrauensselig, dem sich in seiner Klinik befindlichen Kaufmann Adolf Bloch aus Warschau Wertpapiere im Betrage von 237000 Mark anzuvertrauen. Bloch hat die ganze Summe verspekuliert und im eigenen und im Interesse seines Bruders David Bloch aus Breslau verbraucht. Nach viertägiger Verhandlung wurde er wegen Betruges zu 5 Jahren Gefängnis, 3000 Mark Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust, sein Bruder wegen Begünstigung zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. — Mainz Die FülLLL.einer Null. Eine hiesige Weingrobhandlung »üMMigte, zu Reklamezwecken bei einer Münchener Firnm 5000 Bleistifte mit Silberhülsen und Firmenausdruck zu bestellen. Die Münchener Firma war hocherfreut über die große Bestellung, wogegen die hiesige Weingroßhandlung beim Eintreffen der Faktura mehr überrascht als erfreut war, indem sie vermeintlich 5000, aber keine 50000 Stück, wie fakturiert war, bestellt hatte. Auf Reklamation der hiesigen Weinhandlung hin sandte die Münchener Firma das Bestellungdschreiben ein, woraus hervorging, daß tatsächlich 50 000 Stück der Bleistifte bestellt waren. Die Weingroßhandlung mußte sich wohl oder übel dazu bequemen, die 50000 Stück anzunehmen. — Radolfzell. Hier sind nunmehr 9 Personen an Blattern erkrankt, welche in verschiedenen Stadtteilen wohnen. Vergiftung durch Pilze. Zu Anzio in Italien aßen acht Koblenarbeiter Pilze, die sie selbst gesammelt hatten. Sofort nach der Mahlzeit stellten sich bei den acht Männern schwere Vergrfmngserscheinungen ein. Drei der Vergifteten starben binnen wenigen Stunden, die übrigen gelten als verloren. — Schwetzingen. Hier wurde eine Metzgerinnung für den Amtsbezirk Schwetzingen gegründet. — Bonn. Ein Radfahrer fuhr ahnungslos gegen Meckenheim zu, als plötzlich aus dem dichten Forste drei kapitale Hirsche über den Chausseegraben setzten und den Radfahrer samt seinem Vehikel zu Boden schleuderten. Als er sich von der Erde erhoben hatte, waren die Uebeltäter längst außer Schußweite. Wohl oder übel mußte der Radler zu Fuß nach Meckenheim wandern und sein unfahrbar gewordenes Stahlroß neben sich herschreben. — Beuthen. Das Schwurgericht oerurteüte den Polizeibeamten Ferdinand Haenel aus Königshütte zu einem Jahr Gefängnis. Haenel hatte sich der ,Boss. Ztg/ zufolge einer ungerechtfertigten Verhaftung schuldig gemacht und dies bei seiner eidlichen Vernehmung bestritten. — Schweidnitz. In der Nacht zum Sonntag erschoß der Posten von 10. Grenadierregiment vor dem Pulvermagazin bei Bögendorf einen Mann, der sich dadurch verdächtig machte, daß er auf wiederholten Anruf nicht stand.
)( Klanglose Goldstücke. Vor kurzem kam ein Reisender der an einem Fahrkartenschalter ein echtes, aber klangloses Goldstück in Zahlung gegeben hatte, in den Verdacht der Falschmünzerei. Hierzu wird der .Köln. Vztg/ geschrieben: Es sind viele echte klanglose Goldstücke im Verkehr. An den meisten dieser Stücke sind kleine Splitter am Rande abgeschnitten von Leuten, die den Klangfehler entdeckt haben und den inneren Metallgehalt haben prüfen wollen. Der geübte Kaffenbeamte ist bei tadelloser Prägung mit Vollgewicht
m. Wetter beobachtungen.
Reklamen- und Anzeigenteil.
neueste Nachrichten* und Alegrsmm^
11,2« Reaum.
7,2« „
11,6» „
Die höchste Temperatur des gestrigen Tages betrug 21,5 Celsius (17,2° Reaumur).
Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug 6,0» Celsius (4,8° Reaumur).
Barometerstand mittags 12 Uhr: 735 mm.
Mutmaßliche Witterung für den 6. Mai: Trübe, windig, veränderlich.
1903.
14,0° Cel
9,0° „
14,5° „
W. Lindau, 5. Mai 1903. Das .Lindauer Tageblatt' meldet: Prinzessin Luise von Toscana P gestern abend 9 Uhr von einer Prinzessin entbunden worden.
W. Lemberg, 5. Mai 1903. Durch eine Feuersbrunst wurden in Lubien Wielkie zweihundert und in dem Städtchen Rozdol einhundert Häuser eingeäschert.
W: Belgrad, 5. Mai 1903. In hiesigen politischen Kreisen glaubt man, die Türkei werde in kürzester Zeit sich in einen Krieg mit Bulgarien verwickeln. Das Kriegsministerium entfaltet eine fieberhafte Tätigkeit. Täglich werden große Mengen Kriegsmaterial nach Nisch transportiert. In kürzester Zeit sollen alle Reservisten zur Uebung einberusen werden.
W. Rom, 4. Mai 1903. Der Kaiser wurde gestern nachmittag auf dem Forum, wo er um 51/« Uhr anlangte, vom Könige, dem ^Unterrichts Minister und dem Direktor der Ausgrabungen, Boni, empfangen. Letzterer gab verschiedene Erläuterungen. Nach einer Stunde verließen der Kaiser und der König das Forum und besichtigten die Arbeiten zu dem Nationaldenkmal für König Viktor Emanuel II. Hier wurden die Monarchen von dem Minister der öffentlichen Arbeiten, dem Unterstaatssekretär Niccolini, und dem Schöpfer des Denkmals, Sacconi, empfangen. Kurz nach 7 Uhr trafen der Kaiser und der König wieder im Quirinal ein, auf dem ganzen Weg von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. Abends fand im Quirinal ein Gastmahl zu 109 Gedecken statt. Der Kaiser saß zwischen dem Königspaar.
W. Rom, 5. Mai 1903. Der aus Freiburg i. Br. abgegangene erste deutsche Rom- pilgerzug ist gestern nachmittag wohlbehalten hier eingetroffen.
5. Mai
Temperatur 6 Uhr abends: „ 7 „ morgens:
„ 12 „ mittags:
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seiner Sache sicher. Der Schatterbeamte, der beim Vorkommen eines solchen Stückes gleich nach der Polizei schreit, sollte erst noch tn die Lehre g-hen. Die Sammelstelle für fehlerhafte Münzen ist das Münzmekalldepot des deutschen Reicyes in Berlin, welches sie ohne jede Schwiettgkeit einlöst. Es ist noch so zuvorkommend, den Ersatz unttr Reichsdienstsache, also portofrei, eingeschrieben zu versenden, so daß auch kgm Bestellgeld zu entrichten ist. Für Behörden, staatliche und kommunale Kaffen ist der Austausch ganz kostenlos, rpffl sie ebenfalls die fehlerbasten Stücke unter Reichsdienstfache an das Münzmetalldepoteinsendenkönnen. Schreiber dieses hat auf diese Weise schon zahlreiche Stücke eingetauscht. Sie sind alle in Berlin anstandslos umgewechselt worden. Ausgeschloffen find solche, die, abgesehen von den oben erwähnten Splitterchen, mutwillig verletzt find oder denen durch Säure Gold entzogen ist. Stücke der letzteren Art kommen ab und zu vor. Sie sind daran kenntlich, daß die Schärfe aller Lmien gleichmäßig fottgefreffen ist und die glatten Flächen so erscheinen, als ob fle im Sand gepreßt worden seien. Nach den einschlägigen Bestimmungen des Reichsgesetzes vom 4. Dezember 1871 sollen Reichsgoldmün-en, deren Gewicht um nicht mehr als fünf Tausendteile hinter dem Normalgewicht zurückbleibt (Passivgewicht), und welche nicht durch gewaltsame oder gesetzwidrige Beschädigung äm Gewicht verringert sind, bei allen Zahlungen als vollgewichtig gelten. Reichsgoldmünzen, welche das vorgedachte Passivgewicht nicht erreichen und an Zahlungsstatt von den Reichs-, Staats-, Provinzial- oder Kommunalkaffen, sowie von Geld- und Kreditanstalten und Banken angenommen worden sind, dürfen von den gedachten Kaffen und Anstalten nicht wieder ausgegeben werden. Die Reichs- goldmünzen werden, wenn dieselben infolge längerer Zirkulation und Abnutzung am Gewicht so viel eingebüßt haben, daß sie das Passivgewicht nicht mehr erreichen, für Rechnung des Reiches zum Einschmelzen eingezogen. Auch werden dergleichen abgenutzte Goldmünzen bei allen Kaffen des Reiches und der Bundesstaaten stets voll zu demjenigen Werte, zu welchem sie ausgegeben worden sind, angenommen.
* Drahtlose Telegraphie am Nordpol. Die bereits früher gehegte Annahme, daß die drahtlose Telegraphie geeignet sei, in den Dienst der Polarforschung gestellt zu werden, wird jetzt zur Verwirklichung gelangen. Bei der Unterseeboot-Nordpolexpedition, welche der Münchener Dr. Scholl gemeinsam mitDr.Anschütz- Kaempfe ausrüstet, wird die Funkentelegraphie eine wichtige Rolle spielen. Dr. Scholl Hat sich zu diesem Berufe an die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie gewandt, welche ihm ihre Unterstützung zugesagt hat. Die Gesellschaft wird für das Unternehmen auf der Insel Spitzbergen eine große funkentelegraphische Anlage nach dem System Braun, Siemens u. Halske errichten. Eine korrespondierende Station wird sich bei der Expedition befinden und auf diese Weise während der ganzen Fahrt dauernd den Verkehr mit der Stationsbasis aufrecht erhalten können. Die genannte Gesellschaft beabsichtigt, binnen kurzem die vorbereiten- den Versuche in Gemeinschaft mit Dr. scholl anzustellen.
* Die wahre Liebe. Dame: „Ich würde Jb en Antrag annehmen, Herr Assessor, aber ich fürchte, mein Verrnö en ist nicht hinreichend--ich habe
30000 Taler....." — Assessor (zu ihren Füßen):
„Tatet!? O, ich dachte Mark! ©ugrnie, ich liebe Sie drei mal mehr, a's ich anfangs glaubte!"
* Im Eifer. Junge Frau: „Mit meinem Mann habe ich mich heut' wieder versöhnt, und zum Andenken daran haben wir ein Bäumchen gepflanzt." — Rärin (vorwurfsvoll zu ibrent Matte): „Siehst Tu,, wenn wir das auch getan hätten, was für einen schönen Gatten formten wir jetzt haben!"
Marktberichte.
* Frankfurt, 4. Mai 1903. Am heutigen WockM- märkle war Landweizen auf vereinzelte Verkäufe nach Frankreich wesentlich höher gehalten, doch wurden die gebesserten Preise nicht in vollem Umfang und nur für mäßige Quantitäten bewilligt. Landroggen ebenfalls höher bei wenig belangreichem Geschäft. Ausländische Brotfrüchte in der Nachfrage gebessert und höher bezahlt. Gerste geschäftslos. Hafer in Landware knavper angeboten und teuerer. Mais in guter Qualität äußerst selten und wesentlich höher bezahlt, defekte Ware war stark angeboten unü erheblich unter Notiz erhältlich. Es notieren nach Qualität:
Weizen, hies. u. Wetterauer 16.65—17.00 M kurhess. 16.90-17.00 Mk., norddeutscher 00.00-00.00 Mk., russischer 17.00—18.00 M., Redwinter 17.40—17.75 M., Kansas 17.50-17.75 M„ La Plata 18.00 M., Rumänier 17.40-17.75 M , Roggen, hiesiger, 14.75-14.90 Mk., russischer 14.75-15.00 M., Gerste, hiesige, 15.90-16.10 Mark, Pfälzer 16.25—16.50 M., fränkische 15.80-16.00 Mark, Riedgerste 16.40 16.60 M., ungarische 00.00 M., Hafer, hiesiger, 14.50—15.25 M„ Württemberger —.— Mark, bayerischer 14.50—15.50 M., russischer 18.60 bis 15.50 M., Mais, Donaumais, 00.00- 00.00 M., Mixed 11.80—12.00 M., La Plata -.— M. Alles per 10» Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl unverändert. Es notiert nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 25.75—26.25 M., feinere Marken 28.75—29,25 M., Nr. 1 23.75—24.25 M., feinere Marken 25.25—25.75 M., Nr. 2 22.75—23.25 M , feinere Marken 23.75—24.25 M., Str. 3 21.75—22.25 M„ feinere Marken 22.75—23.25 M , Nr. 4 19.00—19.50 M„ feinere Marken 19.75—20.25 M., Roggenmehl, hiesiges, Nr. 0 22.75—23.25 M., Nr. 1 20.25—21.25 Mk., Nr. 2 15.75—16.25 Mk. Alles per 100 Kilo incl. Sack. Futterartikel gesucht und höher. Es notieren: Weizenschalen 4.70—4.80 Mk., Weizenkleie 4.65—4.75 M., Roggenkleie 4.90—5.10 M., Futtermehl 5.75—6.75 Mk., Biertreber, getrocknet, 5.50—5.60 Mk. je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier bei Abnahme von 10000 Kilo.
• Frankfurt a. M., 4. Mai 1903. Notierung der Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf standen: 475
Ochfen, 77 Bullen, 708 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder), 213.Kälber, 183 Schafe und Hämmel und 1882 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht? Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts bis 8«; 3 Jahren 67—69 Mk , b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere auSgemäftete 62—65 MQ e. mäßig genährte junge, gutgenährte ältere 59—60 Mk., <r. gering genährte jäten Alters 50—56 Mk. Bullen, a. vollfleischige höchstens Schlachtwertes 61—63 Mk., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 59—60 Mk., c. gering genährte —. Mk., Kühe und Färsen: (Stiere und Rinder): s. vollfleischige, ausge- mästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 62-6J Mk., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes dis zu 7 Jahren 60—61 Mk., e. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 49 bis 51 Mk., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 46 48 Mk , -. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 00.00 Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- («ollm. Mast, und beste Saugkälber 83—84 Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 78—79 Pfg., c. geringe Saugkälber 64—66 Pfg., d. ältere gering genährte Kälber «Fresser) .— Pfg. Schafe: a. Mast- länfmer und jüngere Masthämmel 68—70 Pfg., b. ältere Masthämmel 64—66 Pfg., c mäßig genährte Hämmel und Schafe Mcrzschafe« 00.00 Pfg. Schweine: a. vollfleischige her feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu i1« Jahren 55 —56 Pfg., b. fleischige 54 bis 00 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 48—50 Pfg, d. ausländische Schweine unter Angabe der Herkunft) —.— Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber a. 49—51 Pfg., b. 46—47 Pfg., Schweine a. 44 Pfg., h. fleischige 43 Pfg Geschäft in Hornvieh mittelmäßiö, Ueberstand unbedeutend, in Meinvieh gut, Markt geräumt — Aus Oesterreich standen :67 Ochsen und 8 Bullen zum Verkauf.
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