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Maer

Zeitung

Monakdellage:Fuldaer Geschichtsblätter".

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Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda (Harmonie- Fernsprecher Nr. 9.

fUlda, Donnerstag, den 30. April 1903.

J\ß 97.

30. Jahrgang. -

Vie Reichtümer der Jesuiten.

Das grohherzogliche weimarische Ehepaar.

Zweites Blatt

Wenn nämlich die deutschen Jesuiten um diese handelt es sich ja hier so entsetzlich reich sind, dann hätten denn doch unsere Regierungen, mit dem sonst so genialen und weitblickenden Bismarck an der Spitze,

schmecker" betrieben wird. Ist das WortFein­schmecker" hier wohl wirklich am Platze? Wir behaupten geradezu, daß ein Fink oder eine Nachtigall nicht um ein Haar anders schmecken, wie jeder gewöhnliche Sperling, wenn sie ge­braten auf den Tisch kommen, daß an den Sing­vögeln überhaupt so wenig Fleisch vorhanden ist, daß es geradezu lächerlich ist, wenn die Italiener behaupten wollen, in ihnen etwas ganz Be­sonderes zu-verspeisen. Nur die Lust an dem althergebrachten Vogelmord und an derMode" des Singvögelessens kommen allein für die Italiener in Frage, denen es natürlich höchst gleichgiltig ist, ob sie uns damit die sorgsam geschützten und gepflegten Freunde und Helfer in Feld und Garten vernichten.

Der schon oben erwähnte internationale Schutzvertrag soll nun allen Insektenfressern un­umschränkten Schutz gewähren, der sich auch auf die Nester, Eier und Brut erstrecken soll. Weiter ist darin festgesetzt, daß in der Zeit vom 1. März bis 15. Sept, die nützlichen Vögel, zu denen u. a. gezählt werden:Steinkauz, Zwergeule, Schleiereule, Spechte, Bienensresser, Wiedehopf, Baumläufer, Schwalbe, Nachtigall, Blaukehlchen, Rotkehlchen, Rotschwänzchen, Grasmücke, Gold­hähnchen, ZaunkönigsämtlichenMeisearten,Fliegen- fänger, Bachstelze, Kreuzschnabel, Stieglitz, Zeisig, Stare und Storch" nicht gefangen, getötet oder feilgehalten werden dürfen. Auch die Ein- und Durchfuhr solcher Vögel soll von den Vertrags­mächten nach Möglichkeit verhindert werden. Gewisse Abweichungen von dem Vertrage sind nur unter besonders angegebenen Umständen ge­stattet. Heber die Nützlichkeit oder Schädlichkeit des Storches sind sich allerdings die land- und forstwirtschaftlichen Kreise noch immer nicht einig. In Jägerkreisen ist man wohl überwiegend geneigt, den langbeinigen Rotschnabel für recht schädlich zu halten, weil er Junghasen, Jungenten, Rebhühner und dergleichen Niederwild durchaus nicht verschmähen soll. Trotzdem genießt er doch nach uraltem Brauch im allgemeinen großen Schutz, ja man betrachtet es in manchen Gegen­den geradezu als Verbrechen, einen Storch zu schießen.

So lange nun allerdings Italien den Schutz­bestrebungen der andern Mächte völlig fern bleibt und ungehindert alljährlich seinen Vernichtungs­krieg gegen alles was fliegt, fortfetzt, haben alle Schutzbestimmungen nur einen bescheidenen Wert. Es muß daher auf jede Weise versucht werden, auf die leitenden Kreise in Italien einzuwirken daß sie wenigstens eine Einschränkung der Vogelschlächtereien dadurch herbeiführen, daß sie die Benutzung von Netzen prinzipiell verbieten. Die Flinte allein vermag unter den Vögeln nicht solche Verheerungen anzurichten, daß die Folgen eines sorgsamen Vogelschutzes im Norden ganz aufgehoben werden.

und heben die Schätze. Man denke: welch'reiches Erntefeld der Meeresboden für diese Zauber­künstler ist! Alles, was je im Laufe der Ge­schichte vom Meer verschlungen worden, seit den ersten Fahrten der Phönizier nach der Bernstein­küste an der Ostsee bis in die neueste Zeit herein, das ruht wohlgeborgen in den Kellergewölben derBank der Jesuiten", an deren Spitze der General in Rom steht.

Ja noch mehr: Die höheren Chargen der Jesuiten haben noch größere Kenntnis der weißen, wie der schwarzen Magie. In den heiligen 12 Nächten von Weihnachten bis Dreikönig stehen sie in der Geisterstunde nachts von 121 Uhr auf den Kreuzwegen und alten Richtplätzen und ausgerüstet mit demHöllenzwang des Dr. Faustus" zitieren sie denBösen", daß er ihnen die Goldadern tief in der Erde angebe. Manch­mal erhalten sie auch eine Wünschelrute oder den Berg- und Erdspiegel, mit denen sie auf der ganzen Erde die in früheren Kriegszeiten ver­grabenen Goldschätze und fabelhafte Reichtümer im Schoß der Erde finden können, die sie dann im Geheimen heben.

Doch wozu brauchen denn die Jesuiten dieses viele Geld? Aber wozu diese müßige Frage? Wer kann kein Geld brauchen? vollends wenn er mit allen Staatsmännern im Geheimen kon­spiriert! Das kostet Geld, viel Geld! denn, wie wir in Frankreich sehen, haben diese Leute einen guten Magen, können ganze Klöster und Kongre­gationen samt ihrem Grundbesitz vertragen und nehmen gern ein kleines Trinkgeld von 12 Millionen, damit die Orden die Genehmigung zum Bleiben erhalten!

Und die Jesuiten haben noch ganz andere Geschäfte. Sie müssen auch deutsche Gelehrte bestechen und kaufen. Hat doch Profesfor Häckel, der phantasiereiche Kopf, in öffentlicher Gerichts­sitzung am 21. September 1893 dem Zoologen Professor Dr. Otto Hamann vorgeworfen: Ha­mann habe sich den Jesuiten verkauft! Beweis: Hamann war damals amOesterreichischen Literaturblatt" der Leo-Gesellschaft als Rezensent für zoologische Schriften beteiligt. Da Häckel damals wegen seiner großen Fertigkeit im Ver­dächtigen als Belohnung zu 200 Mark Strafe

9/i0 der Kosten verurteilt wurde, kann man diese Behauptung vom Aufkauf Hamanns durch me Jesuiten der nicht geringen Erbitterung des Jenenser Papstes zu gute halten. Aber es ver- ®~, seme Aeußerung doch, wessen die Jesuiten fähig sind; ob sie am Ende gar bei Häckel selbst angeklopft haben? (Ueber die ganze Affäre vgl. Dennert: Die Wahrheit über Ernst Häckel. Halle 1903. Drittes Tausend. S. 57f.)

Und was soll man sagen: wenn ein Berliner Professor, namens Schiemann, gar die Entdeckung macht, daß der polnischen Agitation Gelder jesuitischen Ursprungs zur Verfügung ständen! (Heiner: Der Jesuitismus. S. 47.)

Es ist wahrlich ein Armutszeugnis sonder gleichen, daß die modernen Jesuitenhasser nicht vor Scham brennend rot werden, wenn sie solche |

Lügen in die Welt setzen.- Diesen Rettern des deutschen Kapitols, welcye mit den Rettern des römischen Kapitols, den schreienden Gänsen, die kreischende Stimme und das kleine Gehirn gemein haben, widmet Heiner in seinem BuchDer Jesuitismus" den wohlverdienten Spott:

wider die Aufhebung des § 2 des Jesuiten­gesetzes Raison beibringt und den Bundesrat auf die famose Steuerquelle jesuitischen Mammons hinweist. Glauben die Hetzer selbst ihr Märlein von den ungeheuren Reichtümern der Jesuiten, so können sie nichts dagegen einwenden; glauben sie es aber selbst nicht, was sie sagen, so könnten sie vielleicht bei dieser Wendung der Dinge sich veranlaßt sehen, einzugestehen, daß sie ge­schwindelt haben.

Aber, könnte jemand einwenden, wo bleiben die Vermögen der in den Orden Eintretenden? Die Antwort ist sehr einfach: Was eingebracht wird, wird aufgebraucht und zwar zunächst für den Unterhalt der Ordensmitglieder. Denn die Gesellschaft Jesu ist kein Bettelorden, die ein­zelnen beziehen für ihre seelsorgerliche Tätigkeit keine Gehälter und die gelehrte Schriststellerei wirft in Deutschland bekanntlich nicht so viel ab, daß ein Mann davon leben könnte; sodann zur Errichtung von Schulen und höheren Lehr­anstalten mit ihren Bibliotheken und Naturalien­sammlungen und den verschiedensten für einen richtigen Betrieb der Naturwissenschaften er­forderlichen Instituten, zu welchen die Jesuiten keine Staats- und Gemeindezuschüsse erhalten; und endlich für den Unterhalt der Missionen, welche große finanzielle Opfer erfordern. Aus all' diesen Gründen würden wir es den Jesuiten von Herzen gönnen, wenn sie die Reichtümer, die man ihnen anlügt, wirklich besäßen und diese nicht blos in der Phantasie ihrer Feinde existierten! Denn dann könnten sie auf all' diesen Gebieten noch viel mehr leisten, als bisher möglich ist.

Nur in seines Nichts durchbohrendem Gefühl 1 - . r, ... t -r V.

ta- ein «mfdig.rSW.aer h-ren unblefen ttKÄTÄÄtt von den Millionen und Jlalltarben der modernen Streich' begangen, indem sie durch die Vertreibung der Krösusse der Rothschilds, der Bleichröder, der Jesuiten unseren Nationalreichtum schwer geschädigt Vanderbilts, der Pier Morgans und wie sie alle hätten, da diese natürlich ihr gesamtes Vermögen mit heißen mögen die be°°r,ngl.n H-fchargen » Ä Eff

Königs Mammon. Wenigstens ist von einer Beschlagnahme der Jesuiten-

Aber was sind diese Milliardäre gegenüber güter im Kulturkampf nichts verlautet; auch müßte sonst den Jesuiten? Habenichtse, Proletarier, Bettler die Wirkung dieser reichen Beute auf die finanzielle »nh wenn sie Goldbarren rii Reraen mifnpfimift Lage des deutschen Reiches bis heute fühlbar fein, uno wenn ) -sow arren zu -öergen aufgeyauft Diese dem Reich entstandenen empfindlichen Nachteile hatten so hoch rote die Alpen, das waren nur könnten nur durch die Zurückberufung der Jesuiten ge- Sandkörner gegenüber jenen Reichtümern, welche hoben werden; mit ihnen würde dann auch ihr im- bie Jesuiten aufgestapelt haben, wenn man näm- Menses Vermögen nach Deutschland zurückkehren. In lick die Ausaeburten einer krankkmsi überreirten Geldsachen hort doch auch sonst die.Gemütlichkeit'auf; c>7c... r « ?,ntE uverreizlen warum nicht ebenso die Abneigung und Feindschaft ^esmtenftefser- Phantasie für bare Münze nimmt, gegen die Jesuiten? Man behält doch auch Juden und

Aber wer wird auch an der Wahrheit dieser andere naturalisierten ,Germanen' im Reich, ja, deko- Märlein zweifeln wollen? Ist nicht erst vor riert, ehrt und adelt sie, um die Steuerkraft derselben kurzem durck einen Sckalk bekannt aemorden nicht zu verlieren; warum sollen nicht Männer von .- <rn rr geworoen, echt deutschem Blut ihre unvergleichlich größeren Reich- woher ine Jesuiten diese Millionen sich ver- tümer ebenfalls im Inland verzehren und versteuern schaffen? Durch Erbschleicherei? Pah! was kann dürfen? Kurz, vom finanziellen Gesichtspunkte aus, man auf diesem Wege erreichen? Ein paar und dieser fällt ja bei allen Privat- und Staats- PsEge; was ein rechter Jesuit ist, gibt sich mit ^wnen schwerem ^e^Wagschale, ist müde^ge- solchen Lappalien nicht mehr ab, das überlaßt Reichtümer aus Deutschland fahren zu lassen, ja sogar er den Anfängern im Handwerk. Ganz anders hinauszuwerfen." (©. 49.)

die Eingeweihten, die im Jesuitenorden einen Hoffen wir, daß die deutsche Reichsschulden­höheren Rang erreicht haben. Diese sind ge- Deckungskommission diesen unklugen Hetzern Heimer Dinge kundig. An allen Seeküsten aller Meere haben sie ihre Spione und sobald sie hören, daß ein Schiff untergegangen, fahren sie mit einem riesigen Unterseeboot an die Stelle

* Wann ist Christus gestorben? In der G ö t- 'ng°r Gesellschaft der Wissenschaften hat Professor Achelis von Königsberg einen Versuch den Karfreitag zu datieren, vorlegen lassen, der in den .Nachrichten' der Gesellschaft veröffentlicht ist. Mit Hilfe genauer Rechnungen, die für ihn im Königlichen Astronomischen Recheninstitut in Berlin angestellt sind. H auf folgendem Wege den Todestag Jesu zuver-

1 uh °O7^" c an einem Freitag gekreuzigt

(Matth. 27, 62; 28. 1. Mark. 15, 42. Luk. 23, 64. 3^- 1?, 31.) Jesus ist nach Johannes am 14. Nisan (Fruhlingsmonat), nach den anderen drei Evangelien am 15. Nisan gekreuzigt.- Das Jahr fehlt. Pilatus war Landpfleger von 26 bis 36; Ostern 36 war er chon abgesetzt. Nun fiel aber der 15. Nisan in dieser Zeit überhaupt nicht auf einen Freitag, der 14. aber tn den Jahren 30 und 33 und zwar auf den 6. bezw. bleibt daher die Wahl zwischen dem 6.

April 30 und dem 3. April 33. Zur Entscheidung in dieser Wahl helfen andere Datierungen bei Lukas und Johannes.Das angenehme Jahr des Herrn", die öffentliche Wirksamkeit Jesu, beginnt nach Lukas im unmittelbaren Anschluß an das Auftreten des Täufers, dieser aber trat auf im fünfzehnten Jahre des Tiberiusj als Pontrus Pilatus Judäa verwaltete, und in Galiläa Herodes Tetrarch war, sein Bruder Philippus aber Tetrarch war über Jturäa usw., und Lysanias Tetrarch über Abilena, unter dem Hohenpriester Annas und Kaiphas (Luk. 3, 1). Das ist die Zeit zwischen dem 19. August 28 und dem 18. August 29. Johannes läßt b°m-, 1-Auftreten Jesu die Juden zu ihm sagen (2,20):

Jahren wurde dieser Tempel aufgebaut usw. Das fuhrt auf das Jahr 27/28. Da nun Jesus bei Lukas ein Jahr, bei Johannes zwei (oder drei) Jahre Su '1° haben beide Evangelien als Todesjahr das Jahr 30 angenommen. Diese Annahme findet ihre Be- iattgung dadurch, daß gerade in diesem Jahre der Todestag em Freitag ist. Prof. Archelis schließt daher, daß der6. April 30 der wahre Karfreitag sei.

.Periode der Klirnafchwan kunge». Bor Jahren halte Profeffor E. Brückner m Bern den Nachweis geliefert, daß die Landflächen der Erde um das Jahr 1880 herum ein Maximum des Regenfalles aufwiesen, ebenso wie sie vorher um 1860 em Minimum und um 1850 ein Maximum gezeigt

ber Fürstin-Mutter Wohnung genommen. Die Festlichkeiten anläßlich ber Vermählung begannen am 27. April abends mit einem Galabiner, am 28. war Hofball unb am 29. Hofkonzert. Die Trauung bes Paares wirb am 30. April in ben ersten Nachmittagsstunden in ber Schloßkirche ftattfinben. Wir geben unseren Lesern beistehend ein Porträt bes großherzoglichen .Ehepaares. Großherzog Wilhelm Ernst folgt bekanntlich seinem 1901 verstorbenen Vater Karl Alexander auf ben Thron; ftine Braut unb bemnächstige Gemahlin ist die jüngste Tochter des im Vor­jahre verstorbenen Fürsten Heinrich XXII. von Reuß ä. L. Der Großherzog zählt 28, seine Gemahlin 20 Jahre. Der feierliche Einzug des Großherzogspaares findet, wie nunmehr feststeht, Dienstag den 2. Juni statt.

Leiber haben alle diese Schutzmaßregeln nicht vermocht, die Vernichtung der» Singvögel in den südlichen Staaten, vor allen Dingen in Italien zu hindern, das ja neben England allein dem internationalen Vertrage zum Schutz der Singvögel nicht beigetreten ist. Nach wie vor ist deshalb in Italien im Frühjahr und Herbst ber Massenmord der durchziehenden Vögel an der Tagesordnung. Wird doch erst unter dem 31. Mai aus Genua berichtet, daß an der Riviera Rotkehlchen, Finken, Sing­drosseln in Massen zum Verkauf ausgeboten waren. Diese Tierchen sind nicht etwa mit der Vogelflinte erlegt, das würde sich nicht lohnen", sie sind vielmehr an bestimmten Stellen, hauptsächlich Abhängen, die in der regel­mäßig innegehaltenen Flugrichtung liegen, mit mächtigen Netzen in dem Augenblick gefangen, wenn sie sich ermüdet vom Fluge dort niet)er« gelaßen haben. In den Netzen werden die Tierchen dann einfach mit Knütteln totge- fchlagen. Wenn man bedenkt, wie viele Nachtigallen dazu gehören, ein einziges Mahl zu liefern, bann kann man sich einen Begriff von dem Vernichtungswerk machen, bas in Italien zur Befriedigung derFein­

Hente am 30. d. M. findet bekanntlich die Vermählung des Großherzogs von Sachsen- Weimar mit der Prinzessin Karoline von Reuß ä. L. am Hofe in Bückeburg statt. Bei der­selben sind außer dem Kaiser noch folgende Fürst­lichkeiten dort anwesend: Königin Wilhelmina der Niederlande und ihr Gemahl, Prinz Heinrich der Niederlande, der Erbgroßherzog und die Erb- großherzogin von Baden, die Erbgroßherzogin von Sachsen, Mutter des Bräutigams, die Herzogin von Württemberg, Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe nebst Gemahlin, Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg, Prinz und Prinzessin Wilhelm von Sachsen-Weimar, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Reuß j. L. und andere mehr. Die Herrschaften haben in Bückeburg im dortigen Residenzschlosse, zum Teil auch im Palais

Singüögelmorö in Aalien.

Schon seit Jahren wird in allen nördlichen Ländern Klage darüber geführt, daß die Zahl der nützlichen Vögel, die man dort sorgsam schont, immer mehr abnimmt, während die Zahl der schädlichen Insekten beständig wächst. In landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kreisen Deutschlands unterstützt man deshalb alle Be­strebungen lebhaft, die darauf hinzielen, eine Vermehrung der Insektenfresser unter den Vögeln herbeizuführen. Auf staatliche An­regung hin sind namentlich in solchen Gegenden, ine sehr unter der Raupenplage zu leiden haben, Vorträge über landwirtschaftliche Orni­thologie gehalten worden, es sind Nistgelegen- heiten für die Vögel geschaffen und An­pflanzungen vorgenommen, um namentlich die Vogelarten zu halten, die uns im Winter nicht verlassen. Es sind das u. a. Meisen, Baum­läufer, Goldhähnchen und Spechtarttn. Zum Schutze unserer Singvögel aber sind bekannt­lich noch besondere gesetzliche Bestimmungen er­lassen, die den kleinen harmlosen und nützlichen Tieren, an denen jeder feine Freude hat, weit­gehenden Schutz gewähren.

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