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M 87.
fUldd, Samstag, den 18. April 1903.
30. Jahrgang.
** wie lange noch?
Die ,Nat.-Ztg.' hat entdeckt, daß im Zentrum augenblicklich eine „ziemlich hochgespannte Kampfesstimmung" herrsche. Wiewohl das Blatt selbst darauf hinweist, daß das Zentrum gegenwärtig von verschiedenen Seiten angegriffen und angefeindet wird, will es doch sagen, das Zentrum sei ängriffslustig und suche den Kampf. Die Sache liegt nun ziemlich umgekehrt. Man kann behaupten: das Zentrum hat bisherviel zu viel Friedensstimmung und Geduld gezeigt. Es hat sich auf die Abwehr beschränkt, aber lange hält offenbar die Geduld nicht mehr vor.
Liberale und „orthodoxe" Fanatiker im Bunde geben sich alle Mühe, den „Kampf gegen den Ultramontanismus" zur Wahlparole zu machen. Im Süden wie im Norden wird auf das ge- Viffenloseste gehetzt. Mit dem Schlagworte von der „Herrschsucht des Zentrums" und mit der «Jesuitengefahr" werden die Wählermaffen aufgestachell. Daß sich die guten Leute dabei etwas Greifbares vorstellen und daß sie merken sollten, wie ihre Unwissenheit und ihre Vorurteile nur ausgenutzt werden, um sie gewissen Parteien ins Netz zu treiben, ist ja ausgeschlossen. Leider können wir uns nicht verhehlen, daß die Hetzerei ihre Wirkung nicht verfehlt.
Die Zentrumspartei wird aber schwerlich so töricht sein, das ruhig hinzunehmen. Sie hat sich immer ihrer Haut zu wehren gewußt, und wird sich auch bei den bevorstehenden Wahlen zu wehren wissen. Dazu wird vor allem in den Wahlkreisen Gelegenheit sein, die sie nicht für sich selbst erobern kann, in denen sie aber stark zenug ist, um ein Wörtchen mitzusprech en. Hier dürfen Zentrumsstimmen weder voreilig verschenkt werden, noch unabgegeben bleiben. Wer in der Hauptwahl »der in der Stichwahl Hilfe von der Zentrums- Partei wünscht, der kann sie nicht umsonst erhalten. Wird jetzt von liberalen und sonstigen Gegnern des Zentrums überall darauf hingear- beilet, daß die Kandidaten sich gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes erklären sollen, so muß die Zentrums^artei über- all unbedingt verlangen, daß, wer ihre Stimme wünscht, sich mit aller Bestimmtheit für die Aufhebung erkläre. Will er das nicht, so mag er zusehen, wie er zurechtkommt. Wohl wird die Versuchung stellenweise groß sein, einem Kandidaten die Stimme trotzdem zu geben, well er den Vorzug vor seinem Gegner verdient.
KeimcrtgWck.
ErzÄhlung aus den Bergen. Von I. Fichtner.
--------- (Nachdruck »erbaten.)
Auch Röschen Werner, durchfroren, blaß und «lsgeregt, konnte sich nicht enthalten, noch einen Blick ^nabznwerfen, um dann Leuchen hinweg zu führen. Aber auch noch etwas wollte sie; nur einen Augenblick in die tiefgesenkten Augen schauen, nur einen Wchtigen Händedruck mit ihm wechseln.
'Heute, wo jeder sich das Recht nahm, den Verlaßenen Liebe und Freundschaft zu bezeugen, da mußte es auch ihr vergönnt sein, trotz den vielen ftemden Augen, ihn mitfühlend zu begrüßen. Und sie konnte es nicht anders, als mit dem alten, traulichen ,Du" aus der goldenen Kinderzeit.
„Heini" — flüsterte sie, „ich sage Dir auch mein herzlichstes Beileid!" Sie reichte ihm dabei die kleine, nhwarz behandschuhte Han? entgegen.
Heinrich sah auf; die geliebte Stimme hatte ihn nus seiner Versunkenheit gerissen. Aber es war ein Senker, irrender Blick, der aus den großen, blauen ugen brach — es schien, als ob er sich im Augenblick nicht zurechtfinden könnte. Dann aber Röschen «ckeunend, wallte eS heiß auf im Herzen und stieg mit heißer, verräterischer Glut auf in sein Gesicht
Auch Röschens junges Herz schlug ihm in scheuer Sehnsucht entgegen — sie sahen und fühlten es beide, »ie sie vor Gott und aller Welt — um des reinen, heiligen Liebesfunkens, der in ihrem Herzen entglommen war, zusammengehörten, und dennoch wich er plötzlich Mrück. Er nahm weder die bargebotene Hand, noch •ttmberte er ihren Gruß. Um sie herum drängten sich bie Menschen, um Grüße zu tauschen, Abschied zu «hmen und sie hätten unbehindert und unbemerkt •» Gleiche« tun können und dennoch —I Sie konnte nicht verstehen, was ihn zurückscheuchte —Kefühlte M beschämt und beleidigt, daß er in dieser Munde
Aber nur unter besonderen Umständen darf das geschehen. Wir befinden uns hier in der No^ wehr. Will man auf der Gegenseite die Beibehaltung des § 2 des Jesuitengesetzes zum Feldgeschrei machen, so müssen wir um so entschiedener die Aufhebung zum Schiboleth machen. """Vielleicht gefällt das Ergebnis, das unter solchen Verhältnissen bei den" Wahlen herauskommen könnte, der Regierung nicht ganz. Nun, sie hat es ja vollkommen inderHand, es zu ändern. Der Bundesrat stimme der Aufhebung des § 2 zu, dann ist dieser Zankapfel mit einemmale aus der Welt geschafft; 2r/8 Monate sind bereits verflossen, seitdem der Reichskanzler die Aufhebung in Aussicht gestellt hat. Warum ist sie nicht längst beschlossen worden? Weil so lebhaft dagegen agitiert wird? Da müssen wir denn doch fragen: „Wer regiert denn eigentlich bei uns in Deutschland, der evangelische Bund und die Hetzpastoren oder die verfassungsmäßigen Inhaber der Regierungs-Gewalt?" Wir lehnen es ab, uns vom evangelischen Bunde regieren zu lassen. Er regiert aber tatsächlich, wenn er es mit seinen Lügen und seiner gewissenlosen Agitation soll verhindern können, daß ein vom Reichstage wiederholt mit großer Mehrheit auf Antrag von konservativer und liberaler Seite gefaßter Beschluß, dem der Bundesrat zuzustimmen willens war, abgelehnt oder beiseite gelegt wird. Ihm allein ist es doch zu „verdanken", daß die Entscheidung noch nicht gefallen ist. Will Graf Bülow und will der Bundesrat sich durch fanatische Pastoren von einem als recht und billig erkannten Beschlüsse abhalten lassen, so möge er diesen Leuten doch gleich die Regierungs-Gewalt übertragen. Dann wissen wir doch unzweideutig, woran wir sind und mit wem wir es zu tun haben.
Es ist wahrlich schon hinreichend, daß uns Katholiken mpnche Rechte und Freiheiten versagt weroen, bloß weil ein Teil der Protestanten darart Anstoß nehmen könnte. Wir erinnern uns daran, daß im preußischen Abgeordnetenhause wiederholt vom Regierungstische aus erklärt worden ist, die noch bestehenden Reste derKulturkampfgesetzgebunz (Klostergesetz u. s. w.) dürften nicht beseitigt werden, weil protestantische Kreise sich hierdurch „beunruhigt" fühlen würden. Bei dem § 2 des Jesuitengesetzes haben wir es mit einem Anträge zu tun, der von protestantischer Seite her? rührt. Will man uns nun die Aufhebung dieses Paragraphen vorenthalten, weil ein Häuflein von Fanatikern nicht damit einverstanden ist, so versuche man doch konsequent zu sein und richte sich bei der Behandlung der Katholiken ganz nach den Wünschen des evangelischen Bundes. Will man vor ihm aboanken, dann tue man es auch gleich ganz.
Natürlich soweit wird man es nicht zu treiben wagen. Wir vermögen aber nicht einzusehen, mit welchem Rechte man annehmen kann, wtr wurden uns Die Behandlung des Jesuitengesetzes nach den Vorschriften des evangelischen Bundes ih,e Teilnahme nicht wollte; im verletzten Mädchen- stolz bereute sie ihr Entgegenkommen und wandte ihm den Rücken.
Ach, sie wußte eS ja nicht, daß er im peinvollen Bewußtsein einer Schuld, einer raschen, ehrlosen Tat, seiner blutbefleckten vand, von ihr der reinen, schuldlosen Mävchenblume zurückweichen mußte! Daß er nicht mehr würdig war, seine Hand nach ihr auSzu- strccken.
Man sollte nicht mit Fingern auf sie zeigen, wenn erst seine Tat hier bekannt wurde.
Noch war der Vorfall ja noch allen eut Geheimnis. Der Verwundete lag im Fieber, und Laurenz, der inzwischen überzeugt war, daß die Verletzung nicht lebensgefährlich sei, halte aus Rücksicht für Heinrich den Eltern Stephan'« noch keine Mitteilung gemacht.
Er kannte den Haß der Reichert'schen Eheleute gegen Heinrich und wußte, daß diese alles aufbieten würden, um ihn in's Verderben zu stürzen.
Erst mußte Heinrich wieder fort von W, ehe ein Wort dort laut wurde.
Was Heinrich selbst unter diesen Verhältnissen litt, besonders, als er sich gezwungen sah, Röschen von sich zu weisen, das konnte ihm niemand nachfühlen.
Die Geschwister kehrten, von einigen Bekannten begleitet, in ihr ödes Heim zurück.
Auch die körperliche Ermattung kam nun der seelischen gleich; eine Nachbarin hatte für einen warmen Trank gesorgt und dabei blieben nun einige Freundin» en der Verstorbenen mit Lenchen sitzen und plauderten sich den Kummer vom Herzen
' „Wie es nun werden würde?" Das war die nächste Fr: ge. Leuchen sah auf ihren Bruder; sie hatte noch o wenig von ihm gehört, er kam ihr gar so seltsam Üll vor; fie sehnte sich nach einer Aussprache mit ihm.
Es würde eben nicht anders werden, als weiter arbeiten — weiter schaffen.
Heinrich wurde ei zu eng im Zimmer, ihm schoß das Blut zu Kopf bei Dem Gedanken an die Aeußeruug Stephan'«! Im grellsten Licht erschien chm plötzlich diese
ruhig gefallen lassen. Wir fürchten vielmehr, daß die Folgen einer Ablehnung des Reichstagsbeschluffes sich nicht auf die Erschütterung der Autorität des Reichskanzlers beschränken werden. Im katholischen Volke würde die Erbitterung so groß werden, daß sie dem Zentrum seine bisherige Stellung zur Regierung wahrscheinlich unmöglich machen würde.
Da wird immer geredet von der „Herrschsucht", dem „llebermut und der Anmaßung des Zentrums" und von der „Nachgiebigkeit der Regierung" gegen seine Forderungen. Ja, so belege man das Gerede doch einmal mit Tatsachen. Nicht einmal die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes hat es bisher durchsetzen können, wiewohl diese im Grunde mehr ein Entgegenkommen gegen die Konservativen und die Liberalen bedeutete als gegen das Zentrum. Der evangelische Bund scheint viel mehr Einfluß bei der Regierung zu haben. Wir glauben, daß Graf Bülow seine Ankündigung, die preußischen Stimmen würden im Bundesrate für Aufhebung des § 2 abgegeben werden, aufrichtig gemeint und ihm die neuerdings mehrfach vermutete Absicht, einen Zankapfel zwischen die Zolltarifmehrheit zu werfen, fern gelegen hat. Aber es wird hohe Zeit, daß er seinem Worte endlich die Tat folgen lasse. Sonst könnten die Folgen dann doch sehr unerfreulich werden. Wir glauben einstweilen nicht, daß der evangelische Bund im Stande ist, das Zentrum im Parlamente zu ersetzen.
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Deutsches Rekf)
Berlin, den 17. April 1903.
\ lieber die Beziehungen zwischen Berlin und Gmunden geht verschiedenen Blättern aus Hannover folgende Mitteilung zu. Die vom ,Dailq Telegraph' gebrachte Meldung, oaß der deutsche Kronprinz im Laufe deö Sommers zum Besuche des Prinzen Maximilian von Baden und Gemahlin in Karlsruhe eintreffen und dort der Prinzessin Alexandra von Cumberland begegnen werde, wird nunmehr aus Gmunden bestätigt. Dem ,Hannov. Anzeiger' ging ferner am Donnerstag aus Gmunden die Nachricht zu, daß der Besuch des Kaisers am Hofe des Herzogs von Cumberland für den Herbst d. Js. bevorstehe. Der Kaiser werde ooraus- sichtlich als Jagdgast des Herzogs mehrere Tage in Gmunden verweilen. — Bei einem Festmahle, welches die Welfen zur Feier des 85. Geburtstages der Königin Marie von Hannover veranstalteten, berührte der Reichstagsabgeordnete Frhr. Hodenberg auch das Thema der Kopenhagener Kaiserreise. Er sagte: Jedenfalls habe der Herzog vom Cumberland von der geplanten Kaiserreise gewußt, und wenn er trotzdem nach Kopenhagen gefahren sei, so geht daraus hervor, daß er einer Begegnung mit dem Kaiser durchaus nicht abgeneigt war. Falls daher für seine
Armut, Die er bisher so leicht getragen. Sie war ihm plötzlich so verhaßt und drückend. Konnte er denn das Opfer seiner Schwester weiter annehmen, war es nicht eine Schande, diese mühsam erworbenen Groschen ferner zu beanspruchen?
In seinem Kopfe hämmerte es; diese drückende Enge! Er mußte hinaus — fort in Schnee und Eis.
„Wo gehst Du denn hin?" rief ihm Lenchen nach — er war schon hinaus und hörte es nicht. Am Marktplatz hin — die Berqgasse hinauf und hinaus in den zaubervollen Reiz des winterlichen Walde«. Jeder Schritt klang wieder in der feierlichen Stille. Die riesenhaften Tannen und Fichten wölbt-n sich zum kristallenen Dom, über welchen die matten Sonnenstrahlen vergoldend binschlüpften. ,
Nichts war zu hören, als sein hallender Schritt, das leise Klingen der schnee-und eisbeladenen Zweige, das verlorene Echo eines fern arbeitenden Holzschlägers, hier und da tauchte ein vermummtes Männlein auf, gebückt unter der Last der Leinwandbürde, die es zum Städtchen trug. Der kurze, übliche Gruß, und es war wieder still.
Versunken in seine quälenden Gedanken, das Herz voll Weh und Jammer ob des Verlustes der Mutter, des Verzichtes auf die Geliebte, schkitt Heinrich ohne Wahl und Ziel. Unbeabsichtigt ging er wohl den lied- gewohnten Weg der Kindheit — seitwärts von der Bergstraße auf wohlbekannten Waldwegen, die zahlreiche Fußspuren auf wiesen.
Noch eine kleine Wendung, und es leuchtete und blinkte durch die schneebeladenen Bäume eine kleine Lichtung und mitten drin winkte die liedbekannte Annakapelle, der Zielpunkt frommer Seelen, schmerzbeladener Herzen.
Dorthin wo er so oft durch WaldeSgrün, Blütenduft und Vogelsang gewandert als frohfingender Shorknabe, zog es ihn auch jetzt, nun die goldenen Illusionen der Kindheit sich zu schweren Wolken, die seinen Lebenshimmel bedrohten — verdunkelt hatten. (Er schritt die Sinsen hinan, drücke die Stirn un die katte
frühzeitige Rückkehr nach Gmunden außer der Erkrankung des Prinzen Ernst August wirklich noch andere Gründe maßgebend gewesen sein sollten, was er (Redner) nicht wisse, so würden dieselben vielleicht darin zu suchen fein, daß man sich in Berlin noch nicht dazu habe verstehen können, dem Herzog diejenige Stelle einzuräumen, die er als deutscher Bundesfürst beanspruchen könne.
** Der ,Reichsbote^ der sich in der gewohnten Weise gegen die Aufhebung des § 2 des Jefuitengesetzes ereifert, behauptet, das Zentrum habe früher wiederholt gegen die Aufhebung gestimmt, weil sie ihm nicht genügte. Wenn das richtig wäre, so läge für das Pastorenblatt doch um so weniger Anlaß vor, der Aufhebung zu widersprechen, da diese dann lediglich einem Wunsche der Konservativen und Liberalen entsprechen würde. Jndeß hat das Zentrum niemals gegen die Aufhebung des § 2, sondern stets dafür gestimmt, weil sie doch wenigstens ein Stück des Jesuitengesetzes beseitigen würde.
** Im Parlament von Kanada hat der Finanzminister erklärt, nachdem die Verhandlungen mit Deutschland, „durch welche dieses Land zu einer billigen Behandlung der kanadischen Erzeugnisse veranlaßt werden sollte", fehl- geschlagen seien, solle ein Zuschlagszoll von einem Drittel des gegenwärtigen Zolls auf nach Kanada eingehende deutsche Waren erhoben werden. Der kanadische Finanzminister stellt sich außerordentlich naiv. Kanada hat notorisch, um England zu bevorzugen, den deutschen Waren die Meistbegünstigung entzogen. Daß Deutschland sich das nicht einfach gefallen ließ, sondern gleiche- mit gleichem vergalt, war selbstverständlich. Unter den erhöhten Differenzialzöllen hat gegen sein Erwarten Kanada bisher mehr gelitten als Deutschland; die kanadische Ausfuhr zu uns hat ftart abgenommen, unsere Ausfuhr nach Kanada nicht. Will nun Kanada den Zollkrieg verschärfen, fe zwingt es auch uns weitere Maßregeln auf und dürfte doch nach den bisherigen Erfahrungen bet dem unnütz vom Zaune gebrochenen Streit den kürzeren ziehen. — Unter den Tarifvorlagen, welche der Finanzminister Fielding dem Parlament unterbreitete, befinden sich auch folgende: auf Stahlfchienen, welche jetzt zollfrei sind, soll ein Zoll von 7 Dollar für die Tonne gelegt werden; doch soll dieser Satz nicht eher in Kraft treten, als bis der Gouverneur sich überzeugt hat, daß die kanadischen Werke die für den Bedarf Kanadas nötigen Schienen in genügender Menge und Beschaffenheit Herstellen. Die Zollbefreiung für Maschinen, welche zur Gewinnung von Rübenzucker dienen, soll auf ein weitere» Jahr ausgedehnt werden. Der Zoll für im Ausland gebaute Schiffe soll abgeschafft werden, d« eine Lizenzabgabe an seine Stelle getreten ist.
* Die königliche Staatsregierung ist neuerdings der Frage nähergetreten, ob und in welcher Weise für die zahlreichen weiblichen Kräfte im Handelsgewerbe eine zweckentsprechende Fortbildung im Rahmen eines geregelten Unterrichts anzustreben fein wird. Im allgemeinen ha^hierbe^er^Ge^cht^unktE^^^^^P^
Tür — er hatte ja den Schlüssel, der sich fast in jedem Hause befand, nicht mitgenommen und so — ohne Einlaß zu finden, rang er um Ruhe und Friede«. Hier — nur dem Auge Gottes sichtbar, schmolz der starre Schmerz, und Träne um Träne heiß und schwer rann nieder in den Schnee.
Der Sternwirt hatte vollauf zu tun. Er hatte sich'S wohl gedacht und war deshalb schon ftüher vom Kirchhof fortgeeilt.
Nun füllten sich die beiden Gaststuben immer dichter mit Durchfrorenen, zähneklappernden Männer». Die Frau Wirtin braute den Grog bald literweise und mit seiner Hilfe und einer schleunigst in Brau» gesteckten Zigarre, suchte sich jeder Gast wieder a«f einen gemütlichen Standpunkt zu bringen. Bald war die Unterhaltung in vollem Gange und Rede und Gegenrede schwirrte umher.
Natürlich mürbe der eben beendete traurige Akt des langen und breiten besprochen. Wie tröstlich der Pfarrer gesprochen — wie schön man am Grabe gesungen und wie schrecklich es doch für die Hinterbliebene« ist, wenn der Tod so unvermutet den Menschen überfällt.
In der Her enfiube, wo sich heut noch so manche» nicht dort heimische aus Platzmangel eingedrängt, behandelte man ziemlich dasselbe Thema
„Nun" — meinte Doktor Reismüller, „die Stadt wird doch nun zeigen, wann fie zur rechten Zeit m* am rechten Orte einzutreten hat. Da- bischen Penfim» wirst Du doch weiter zahlen, Bürgermeister?"
„Herzlich gern, wenn die Stadtverordneten u»d die Gemeinde einverstanden ist!" erklärte der (gefragte.
„Daran kann doch kein Zweffel fein; niemand verdient die kleine Hllse mehr als die beiden Geschwister!" rief der Sekretär.
„Gewiß, wenigstens so lange, bis der junge Winter fertig ist! Ich bin sofort einverstanden! SBer stimmt mit mir?" Und Kaufmann Renner, einer der (fcften in der Stabt, hob schon die Hand.