MailniMchW. Vie bedeckte Reitbahn in der Schloßstraße ist zum 1. Juli d. I. zu verpachten.
Fulda, den 3. April 1903.
Der Magistrat.
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6 Zimmer nebst Zubehör, Gas- u. Badeeinrichtung zum 1. Juli er. zu vermieten. ,
1691] F. J. Reinhardt.
Wegzugshalber ist eine fttundlilheWchmins, 5 Zimmer nebst Zubehör, vom 1. Juli ab oder später-zu vermieten. [1939
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per 1. April, eventuell früher, zu vermieten. [660
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Eine Wohnung, bestehend aus zwei Zimmer, Küche und Kabinet nebst Zubehör zum 1. Juni zu vermieten. Daselbst per sofort ein möbliertes Zimmer. [1979
J. Meldung jr.,
Friedrichsmarkt 5.
Ein kl. freundl. Logis sowie ein möbliertes Zimmer zu vermieten. Wo, zu erfrag. in d. Exped. d. Ztg. [1903 OBer erteilt einem 9 jährigen Knaben Privatunterricht in Deutsch, Rechnen und Klavierspiel ? Schriftl. Nachrichten wolle man unter D. G.315 an die Exped. d. Bls. richten.
Ich suche für ein gemischtes Warengeschäft eine tüchtige - Verkäuferin zum Eintritt am 1. Juli ds.Js.
F. Jäger, Schlitz.
30. Jahrgang.
ftllda, Dienstag, den 14. April 1903.
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* Von wildester Räuberromantik mitten in Paris können wir nach Berichten von Blättern der französischen Hauptstadt erzählen: Kürzlich wurden 75,000 Franken in Wertpapieren gestohlen und von der
für Gott ist in der sozialdemokratischen Weltanschauung kein Platz; deshalb das Gaukelspiel mit dem Begriff Neligion, um die eigene Hohlheit zu verdecken und die verttauenden Arbeiter zu täuschen.
O^Doch natürlich dafür gibt es ja auch eine Ausrede: nämlich diese Anschauungen der Sozialdemokratie sollen sich „decken mit denen der bedeutendsten Vertreter der Wissenschaft, sogar mit denen liberaler Theologen." Diese Ausrede erinnert an jenen Schüler, der eine recht fehlerhafte Arbeit geliefert hatte und, darüber zur Rede gestellt, antwortete: er habe es von seinem Neben- manne abgefchrieben, der in der Tat auch die gleichen Fehler gemacht hatte.
Wie heißen sie denn die „bedeutendsten Vertreter der Wissenschaft", welche die Sozialdemokratie in ihre „Walhalla" aufgenommen hat? Es sind die Büchner, Moleschott, Sttauß, Häckel, Heigl, kurz die Vertreter des ödesten und blödesten Materialismus, über welche die wirklich „bedeutendsten" Vertreter der Wissenschaft längst zur Tagesordnung übergegangen sind. Auch hier macht es der wunderbaren „Wissenschaftlichkeit" der Sozialdemokratie alle Ehre, daß sie nach dem Vorbilde gewisser Hausierer die hundertmal widerlegten Lehren dieser Männer wieder als wahr und als „Resultat der Wissenschaft" ihren gläubigen Lesern als geistige Nahrung vorsetzt. Sie spekuliert da auf die Macht der Gewohnheit der Leser, welche schließlich zu der Meinung gelangen, was immer und immer wieder wiederholt wird, das müsse doch wahr sein!
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Sozialdemottatischer Humbug.
Nichts ist der Sozialdemokratie fo unbequem, als die Erörterung der Tatsache, daß sie eingestandenermaßen dem Christentum und aller Religion direkt feindselig gegenübersteht und deren Vernichtung und Ausrottung anstrebt. Und doch bietet die^ Durchsicht der sozialdemokratischen Schriften ein reiches Beweismaterial nach dieser Skite.
Da sind neuerdings verschiedene Broschüren des „Genossen" Losinsky vom .Vorwärts" v^- legt und verbreitet worden. Die katholische Presse hat den Inhalt dieser Broschüren etwas unter die Lupe genommen und die unerhörten Verdächtigungen und Beschimpfungen des-Chrtfttn- tums durch diesen gänzlich unwissenschaftlichen Broschürenschreiber etwas niedriger gehängt.
Was tut nun die sozialdemokratische Presfe. Sie erklärt die Arbeiten des „Genossen" als reine Privatarbeit und spricht von Losinsky verächtlich als einem „jungen Mann, einem oberflächlichen Freigeist", welcher keineswegs die berufene Interpret [Ausleger) der Stellung des Sozialismus zur Religion fei.
Wir stellen demgegenüber fest: 1) öer .Vorwärts^ hat diese Broschüren in Verlag genommen; — wenn er mit ihrem Inhalt nicht einverstanden war, so hätte er das nicht tun dürfen und auch nicht getan; 2) die Verlagshandlung .Vorwärts" verkauft nach wie vor. diefe Broschüren; 3) die sozialdemokratische Presse empfiehlt unter der Rubrik „Literarisches" nach wie vor diese Broschüren.
Zum Zweck der Reklame druckt die Verlagsbuchhandlung .Vorwärts" auf dem Umschlag der Broschüren nachstehende Empfehlung ab:
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Kriminalpolizei in einem Bankgeschäft eruirt. Es wurde der Verkäuferin der Papiere, einer Madame de Gouroon, nachgespürt und sie schließlich in der Billa eines unlängst verstorbenen Edelmannes als Besitzerin aufgefunden. Die Polizei drang unangemeldet dort em und überraschte bei einer famosen Mahlzeit acht Manner und zwei Frauen. Aus einem Nebenzimmer stürmte ein Mann mit geladenem Revolver heraus, der überwältigt wurde. In der Stube neben dem Eßzimmer lag ein junges Weib mit kunstgerechtem Verband am Gesicht: die ziemlich schwere Wunde hatte sie rm Kamps mit Leuten Erhalten, die sich nicht bestehlen lasten wollten. Eine Treppe hoch gab es eine Flucht prachng eingerichteter Salons, an deren Ende man m eine Art Operationssaal trat, wo sich ein reicher und gut zusammengestellter Vorrat von Arzneien fand. Den zweiten Stock nahmen große Speicher mit geraubten Gegenständen ein. Die Hausbesitzerin gab an, daß sie Marie Gourdon heiße, 19 Jahre alt fei, daß ste ihre Laufbahn als Dienstmädchen begonnen und ,eht Führerin einer Räuberbande sei. Sie bezeichnete dre Opfer, die beraubt und nötigenfalls ermordet werden sollten und ihre Leute schritten dann zur Ausführung. Auf emer Konsole in ihrem Zimmer stand ein Totenschadel, der als Sparbüchse diente; er war fast ganz mit Goldstücken gefüllt. Die ganze Räuberbande, darunter em ehemaliger praktischer Arzt, wurde ms Gefängnis ge-
‘gilt Truthahn als Kindesmörder. In dem unweit von Mailand gelegenen Dörfchen Errvetta spielte sich vor einigen Tagen ein schrecklicher Vorfall ab. In dem zu ebener Erde bestndlichen Zimmer emes dortigen Bauernhauses stand die Tür offen, während einwemge Wochen alter Säugling nach italienischer Sitte oder Unsitte mit Bändern ganz umwickelt in einer Wiege lag. Die Mutter des Kindes arbeitete auf dem benachbarten Felde, ohne an etwas Böses zu denken. Zuruckgekehrt fonb sie zu ihrem Entsetzen das arme kleine Geschöpf mit blutigen, leeren Augenhöhlen und einen großen Truthahn neben ihm, der mit fernem scharfen Schnabel dem bedauernswerten Kinde, das sich, danr der festen Umhüllung, nicht rühren konnte, die Augen ausgehackt und sie verzehrt hatte. Das Kind starb nach wenigen Stunden. ~ ,
* Raffiniert. Wirt (zum Kellner): „Der Herr auf Nr. 17 ist ein Oberlehrer. Schreiben Ste dem die Rechnung nach der neuest n Orthographie vor Freude merkt er dann die hohen Preise nicht 1
* Genügt. A.: „Ich habe neulich das Arbeitszimmer des Rentters Meier besichtigt. Ich muß sagen, eS ist sehr einfach." - B.: -So?" - A.: „Ja- Eine eiserne Kasette und auf dem Schreibtisch eine Schere — das ist alles." ________________
Diese Schriften — denen weitere folgen werden verdanken ihr Erscheinen einem Antrag am Mainzer Parteitag: eine wissenschastlicheWiderlegung der Lehren des Christentums als Agitationsschrift herauszugeben. Diese Schriften — nach den Werken der Schriftsteller des 19. Jahrhunderts bearbeitet — dürften gerade heute doppelt zeitgemäß fern, wo das Muckertum in Staat und Kirche frecher als je fein Haupt erhebt und wo das Christentum mehr als jeden Deckmantel bilden soll für die politische und wirtschaftliche Knechtung der Arbeiterklasse.
Ist das keine zugkräfttge Reklame und das trotz der offiziellen Ableugnung? Wir registrieren mit größtem Vergnügen, daß die Sozialdemokratie trotz ihrer angeblichen Wissenschaftlichkeit, die mach ihrer eigenen Messung noch höher ist als der Eiffelturm, oberflächliche Machwerke eines „oberflächlichen Freigeistes" als Belehrungsund Unterrichtslektüre den Genossen empfohlen hat und noch empfiehlt. Eine bessere Selbstverspottung hat noch niemand an sich selbst geübt. Nur satte Gedankenlosigkeit kann zu solchen Ausreden wie die oben erwähnte greifen.
Aber auch Bebel wird plötzlich verleugnet. Berüchtigt und fatffam bekannt ist dessen Aeuße- rung: „Wir erstreben auf dem, was man heute das religiöse Gebiet nennt, den Atheismus", d. h. den vollendeten Unglauben (Bebel im Reichstage am 31. März 1881). Diese Aeußerung ist der Rheinischen Ztg/ sehr unbequem und so schreibt sie mit paradiesischer Unbefangenheit: Bebels Aeußerung unterschreiben wir nicht. Er hat vor 22 Jahren ein Urteil abgegeben, das sich mit den Anschauungen weiter Parteikreise nicht (??) deckt. Zwischen Dogmenglauben und Atheismus liegt noch ein unendlich weites Gebiet für die Auseinandersetzung des Menschen mit dem Weltall und seinen Rätseln. (,Rhein. Ztg/ Nr. 66 vom 21. März 1903.) Das ist ja recht bequem. Also bei der Religion handelt es sich nur um die „Auseinandersetzung des Menschen mit dem Weltall und seinen Rätseln'." Und das soll kein Atheismus sein! Sonst ist man der Ansicht, daß es sich bei der Religion handelt um „Auseinandersetzung" des Menschen mit Gott! Aber freilich,
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