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monatsMiage:Fuldaer Seschichtrblätter".

roodKiMiaee:Illustrierte Sonntagszeitung"

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Druck und Verlag der Fuldaer Aktiendruckerei in Fulda (Harmonie). Fernsprecher Nr. 9.

M 76.

flllda, Freitag, den 3. April 1903.

30. Jahrgang.

(Nachdruck verdaleu.)

4»

erstes Blatt >

Her Naud auf der Näaigsbmg.

Orißmalerzählung auS der Geschichte der ehemalige« Jülicher Lande von Aleca Ruth.

(Schluß.)

6me dumpfe Stille folgte darnach, um so deut­licher ward der gellende Aufschrei gehört, der vom Söller Herdrang. Omars Blick wandte sich dorthin es war Jsengard! Hatte die furchtbare Stimme, die er als jene des schwarzen Ritter« erkannt, der seine Rache grausam zu Ende geführt, fast das Blut in feinen Adern erstarren lassen, so brach der Anblick der Geliebten in diesem Augenblicke seine ganze Wider­standskraft. Die Maske vom Gesichte reißend, sah er zu dem starr und unbeweglich dastehenden Fürsten hinüber.

»Ich bin es, Omar Teskereh!" Der Fürst stand wie zu Stein erstarrt, wie einer, der den entsetzlichsten Moment seines Lebens nahen fühlt.

Vom Söller her drang der gellende Ruf:Omar, Omar, Du bist's!"

Und über den Burghof kam sein Weib in zittern­der Hast.

So ist er mein Sohn Ethelred!"

Dieser Doppelklang schlug erschütternd an des Fürsten Ohr. Er sah den Verbrecher in seine« Weibes Armen!

Und dieser war sein Sohn! Ein Räuber und Mörder sein Sohn, ein fürstlicher Sprosse! Stumm wände er sich hinweg, stieß sein Schwert in die Scheide und ging davon. Auf den Divan warf er sich nieder und verhüllte sein Gesicht. Wenn jener Jüngling Omar Teskereh war, dann waltete kein Zweifel mehr, er war sein Sohn. Es war alles so sonnenklar, die entsetzliche Stimme, die er gehört, hatte ihn aufgeklärt. Hatz! darin erkannte er des Furchtbaren Rache. Einen

hatte er ihm geraubt und al« Auswurf der

Die Reichstagswahlen und die Ostmärker".

Die Polen können sich wenigstens nicht darüber beklagen, daß die Deutschen bei den Wahlen einmütig gegen sie zusammenständen. Sie selbst treten, wiewohl auch bei ihnen die Gegensätze liberal und konservativ in verschiedenen Schattierungen bestehen, als geschloffene nationale ^«rtei auf, während es den Deutschen nicht ge- üngen will, die Parteigegensätze zu überwinden und einfach die Parole auszugeben: Hie Deuffche, hie Polen.

An Anstrengungen, der deutschen Zersplitte- r»»g zu begegnen, hat es ja nicht gefehlt, aber die Einigung ist immer nur mangelhaft gelungen. Am besten gelang sie noch bei den vorigen Wahl»n. Infolgedessen konnte man den Polen vier Mandate entreißen. Obwohl mittlerweile der Hakatismus bedeutend zugenommen und die Polenpolitik der Regierung sich verschärft hat, ist die Einigkeit der Deutschen nicht größer ge­worden, sondern die Gegensätze unter ihnen haben sich bedenklich erweitert. DerFall Endell" und derFall Willich" haben uns noch in letzter Zeit gezeigt, wie erbittert die deutschen Parteien sich wieder gegenüberstehen.

Die Eifersucht um die Mandate erweitert nur noch die Kluft. Die Liberalen klagen bitter, daß die Konservativen so schroff gegen den Liberalis­mus auftreten und bei der Aufstellung der Kan­didaten auf sie so wenig Rücksicht nehmen. Sie rechnen ihnen vor, wie denn eigentlich die Partei- verhältniffe liegen, und lehnen es ab, einfach den Konservativen Handlangerdienste zu leisten. Wenn die Deutschen zusammengehen sollten, so seien gegenseitige Rücksichten und Kompromisse uner­läßlich und die Ausfälle der konservativen Presse auf die Liberalen müßten unterbleiben.

Nehmen denn aber die Liberalen so zarte Rücksichten auf die Konservativen? Ihren ganz besonderen Zorn erregt es, daß die konservativen Kandidaten Agrarier der Endell'schen Richtung sind. Und wie haben sie die Endell-Partei in der letzten Zeit behandelt? Wir können nicht ent­scheiden, wer in dem Streite recht hat; aber die massiven Anschuldigungen, die gegen dieAgrarier- Klique geschleudert wurden, gingen doch weit hinaus über die Beleidigungen, welche die ,Nat.- Ztg.' so sehr schmerzen und die darin gipfeln, daß von konservativen Blättern den National- liberalen derEhrenname einer nationalen Par­tei" abgesprochen wurde. Die Agrarier wurden doch als eine Art Räuberbande hingestellt, die nur darauf ausgehe, die Staatsgelder, die für die Bekämpfung des Polentums bestimmt seien, in die eigenen Taschen zu leiten und damit auch reichlich Erfolg gehabt habe.

Nun fehlt es ja links und rechts an Worten nicht, die den Deutschen die Notwendigkeit der Einigkeit bei den Wahlen vor Augen stellen und die Fraktions-Politik als unheilvoll verdammen. Dabei haben aber beide Teile wieder vorzugs­weise die Fraktionspolitik im Aug». Jeder ver­langt, daß der andere Selbstüberwindung übe und auf die FraktionspoMk verzichte. Auf dem konservativen Delegiertentage sprach Dr. von Dziembowski über das Verhältnis der Deutschen in den Ostmarken untereinander. Die politischen und wirtschaftlichen Gegensätze seien nicht so groß, daß sie nicht durch das nationale Pflicht­bewußtsein überbrückt werden könnten. Im Grunde sei der ganze Hader auf rein persönliche Dinge zurüchuführen; man solle die Vergangen­heit auf sich beruhen lassen und das verwerfliche Bemühen, die Einheit zu stören, aufgeben.

Herr v. Dziembowski hat ganz recht, meint dazu die ,National-Zeitung', aber die Leute er­neuerten die Kluft, die Herrn Endell, denVater aller Hindernisse", in die Landwirtschaftskammer trotz des bekannten Reverses wieder gewählr hätten. Solange dieAffäre" nicht zum end- giltigen 2lustrag gebracht sei, könne nun einmal die Vergangenheit nicht auf sich beruhen bleiben, da immer wieder mit der empfindlichsten Störung des Ein^rnehmens gerechnet werden müsse. Die Partei Ms Herrn Endell denkt aber schwerlich daran, ihu den liberalen Hakatisten zuliebe fallen zu lassen. Sie wird auch nicht willens sein, nach dem Wunsche der Liberalen auf Kandidaten einerbestimmten Jntereffengruppe" zu verzichten. Somit ist wenig Hoffnung auf ein Zusammen­gehen der Deutschen (von den deutschen Katho­liken sehen wir hier von vornherein ab) vor­handen, und selbst wenn überall die Aufstellung gemeinsamer deutscher Kandidaten gelänge, würde allem Anscheine nach die Einigkeit doch nicht her­gestellt, sondern durchgehässige und hochfahrende Kritik", die die Parteien sich einander in der Presse angedeihen lassen, stets wieder gestört werden.

Ä.

Berlin, den 2. April 1903.

** Zur Finanzlage in Preussen teilte Eisenbahnminster Budde heute im Herrenhause mit, es sei infolge von Verkehrssteigerungen und von Ersparnissen in den Ausgaben der Eisen­bahnverwaltung gelungen, dem Finanzminister noch zum Schluß des Rechnungsjahres die Summe von 35 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen und damit das ganze Defizit aus dem preußischen Staatshaushaltsetat für das Rech­nungsjahr 1902 zu beseitigen.

* Eine neue Sprozentige Reichsanleihe ist, wieWolffs Bureau" mitteilt, am Donners­tag im Betrage von 290 Millionen Mk. seitens der Finanzverwaltung an das unter Führung der Reichsbank stehende sogenannte

Menschheit gab er ihn ihm wieder zurück. Welch ein harter Schlag für sein stolzes Bewußtsein! Wollte er denn nun wirklich de« Fürchtlichen Rache vollenden und sich mit Abscheu von dem wiedergefundenen Sohne wenden? Er sah im Geiste wieder jenes glücklichver­einte Paar auf dem Gerüste. Der Mutter Liede folgte ihm selbst bis zum Galgen hinauf und er er wich von Zorn uno Verachtung erfüllt zurück. In dumpfem Stöhnen barg er sein Gesicht in die Hände:

Nun weiß ich erft, daß ich keinen Sohn mehr habe!" Da berührte jemand seine Schulter.

Er weiß auch schon, daß er keinen Baier mehr hat!" Die Fürstin stand neben dem unglücklichen Manne. Er drängte sie fast heftig zurück.

Nenne ihn Deinen Sohn, wenn Du kannst," rief er,ich vermag e« dicht. Zwischen ihm und mir steht der Galgen!" Ruhig und sanft erwiderte die Fürstin:

Zwischen Dir und mir stand einst unsere« Kindes Leiche, und wir fanden doch den Weg zueinander. Zwischen Dirund Deinem Kinde steht nun der Galgen und auch darüber wird er den Weg zu Deiner Liebe finden." Der Fürst wollte Widerspruch erheben, sie aber setzte sich an seine Seite und nahm seine Hand.

Dein Sohn ist also ein Mörder," begann sie mit unerschütterlicher Ruhe,kannst Du mir sagen, wo und wen er gemordet hat?" Der Fürst wandte sich unwillig ab.

Er ist auch ein Räuber," fuhr sie fort,Du weißt sicher, welche und wieviele Kaufmannszüge er überfallen hat. Um die Größe seiner Strafe zu recht­fertigen, mußt Du sogar die Opfer seiner Raublust zu Zeugen herbefohlen haben." Der Fürst schwieg.

Ferner ist erwiesen," fuhr sie unbeirrt fort,daß er in räuberischer Absicht in die Königsburg eindrang und den Herrn dieser Burg zu töten gedachte. Welche Zeugen nennst Du mir, die diese Mutmaßung zur Wahrheit machen?"

Ihr Blick ruhte forschend auf ihm, er wagte nicht aufzuschauen. Da sprang sie flammenden AngeS empor.

So klage ich Dich, Fürst Jbichan," rief fit,de»

Preußenkonsortium gegeben worden. DaS Kon­sortium wird den übernommenen Betrag am 17. April d. I. zur öffentlichen Zeichnung zum Preise von 92 für je 100 Mark Nenn­wert auflegen; die zugeteilten Stücke können vom 27. d. M. ganz, müssen aber an diesem Tage zur Hälfte und mit je einem Viertel am 11. und 25. Mai gegen Zahlung des Preises abgenommen werden. Die letzte Reichsanleihe ist am 22. Januar 1902 aufgelegt worden. Es wurden damals 115 Millionen Mark Reichsanleche und 185 Millionen Mark preußische Staatsanleihe zum Kurse von 89,80 pCt. aufgelegt, während der Börsenkurs dieser Werte damals 90.40 be­trug. Die Anleihe wurde 61fach überzeichnet. Gegenwärtig ist der Kurs der 3proz. Reichs­anleihe 92.70 bis 92.75. Der Etat für 1903 verlangt allerdings zu seiner Bilanzierung eine Anleihe von 160 Millionen Mark. DazuHat die Regierung noch 113 Millionen Mark Kredite aus früheren Bewilligungen in der Hand.

* Ein gemeinsamer Erlass der Minister des Innern, der Finanzen und des Han-« dels und Gewerbes regelt die Kostenfrage bei Streitigkeiten über die Zugehörigkeit ein­zelner Vereine zu Zwangs-Innungen. Der Erlaß lautet:Die gemäß §100 h der Gewerbe - Ordnung gefällten Entscheidungen der Aufsichts-Behörden sind dazu bestimmt, die den Zwangs-Innungen zugehörigen Personenkreise den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend abzugren­zen, damit diese Korporationen zur Erfüllung der ihnen im Interesse des Handwerkerstandes zuge­wiesenen Aufgaben lebensfähig bleiben, zugleich aber auch Gewähr dafür geboten wird, daß sie bei der Inanspruchnahme und Aufnahme von Mitgliedern die ihnen zugezogenen Grenzen inne halten. Die Entscheidungen ergehen daher über­wiegend im öffentlichen Interesse und bedürfen des Ausfertigungs - Stempels nicht. Aus dem gleichen Grunde muß auch die Auferlegung der Kosten des Verfahrens an die unterliegende Par­tei als ungerechtfertigt angesehen werden. Denn es ist ein der neueren Gesetzgebung entsprechen­der, übrigens bereits in dem Erlasse des Mini­steriums des Innern vom 7. Januar 1826 an­erkannter Verwaltungs-Grundsatz, daß die Par­teien solche Entscheidungen kostenlos zu beanspruchen haben. Die etwa entstehenden besonderen Kosten, auf deren Vermeidung tunlichst Bedacht zu neh­men ist, sind von demjenigen zu tragen, welchem die Amtsunkosten der entscheidenden Behörden zur Last fallen.

** Zur Ausführung des Fleischbeschan­gesetzes hat der Bundesrat nach der ,BetL Korr.' beschlossen: Schweine, bei deren Beschau durch die mikroskopische Untersuchung von je 6 aus den Zwerchfellpfeilern, dem Rippenteile des Zwerchfells, den Kehlkopfmuskeln und den Zungen­muskeln zu untersuchenden Präparaten in nicht mehr als acht Präparaten Trichinen festgestellt werden, gelten als schwach trichinös. Die ganzen Tierkörper von solchen Schweinen sind als be­dingt tauglich anzusehen. Die Brauchbarmachung solchen Fleisches zum Genuffe für Menschen hat durch Kochen und Dämpfen zu geschehen. Von ungerechten Urteilsspruches an Deinem einzigen Kinde, Deinem Sohne an!" Er fuhr empor.

Bedenke, Julitta, er schwieg! Ist das nicht das furchtbarste Bekenntni«?"

Da faßte fie ihn bei der Hand und führte ihn hinweg.

So komme und höre ihn reden." Leise hob die Fürstin ein wenig den Vorhang, der das anstoßende Gemach von dem Riitergemache trennte. Der Fürst stand wie angewurzelt. Auf dem Divan saß ein eng- umschlungenes Paar. Jsengards blonder Kopf lag an des Jünglings Brust, ihr Auge aber ruhte sinnend auf dem Schmuckstück in Omars Hand. Es war des Fürsten Medaillon!

Der Vorhang rauschte, die Selbstvergessenen fuhren auseinander. Der Fürst stand vor ihnen.

Omar Teskereh! Wer gab Dir mein Eigentum?" Dieser senkte demütig den stolzen Kopf.

Ich lege es in die Hand meines Vaters zurück." Dieser aber fuhr bewegt fort:

Wer rettete mich aus der Schlacht, wer schlug mir mit Verachtung seines Lebens Bahn durch die dichtesten Reihen der Feinde? Antworte, Omar Tes­kereh, wer ist der Retter meines Lebens?" Da trat die Fürstin vor. Ihre Augen leuchteten.

Er schweigt, Fürst Jbichan! Ist das nicht das furchtbarste Bekenntnis?" wiederholte sie seine eigenen Worte. Da feuchtete sich des Fürsten Auge, seine Arme breiteten sich aus, und die Fürstin drängte den Sohn hinein. Dann wandte fie sich zu Jsengard zurück.

Komm," sagte sie und zog fie mit sich hinaus, wenn Männerherzen sich erschließen, dulden sie keine Zeugen."------------

Nachdem mir der Leser durch all die verschlungenen Lebenspfade des geraubten Fürstensohnes gefolgt, bleibt mir nur noch übrig, an das Ende seiner Leiden den Anfang seiner Vergeltung und seines Glückes zu knüpfen. Wa« dem Fürsten trotz seiner Streitmacht

Schweinen, bei deren Beschau sich ergibt, daß «8 sich nur um eine schleichend, ohne Störung des Allgemeinbefindens verlaufeude und mit erheb­licher Abmagerung nicht verbundene Erkrankung an Schweineseuche oder nur um Ueberbleibsä dieser Seuche (Verwachsungen, Vernarbungen, eingekapselte, verkäste Herde u. bergt.) handelt, sind die ganzen Tierkörper mit Ausnahme der als untauglich zu erachtenden veränderten Teile als tauglich zum Genüsse für Menschen anzn- sehen.

** Der /Vorwärts' teilt jetzt folgende Stelle aus der Anleitung zur Aufstellung der Wähler­liste mit:Von der Berechtigung zum Wählen für den deutschen Reichstag sind ausgeschlossen und deshalb in Wählerlisten nicht aufzunehmen: 1) Personen, welche noch nicht 25 Jahre alt sind, d. h. nach dem 17. Mai 1878 geboren find; (bei Berechnung des Alters gilt der 17. Mai 1878 als Endpunkt). 2) Personen, welche am 17. Mai 1878 sich nicht im Besitze der'bürgerlichen Ehren­rechte befinden usw." Der /Vorwärts' bemerkt dazu, nach diesen Bestimmungen habe man 6e8 zum letzten Sonnabend einschließlich die Wähler­listen ausgearbeitet, dann erst sei die Umkrempe- lung unter Voraussetzung des 16. Juni erfolgt. Daß verschiedentlich daran gedacht worden war, die Wahlen früher als am 16. Juni statt­finden zu lassen, war schon anderweitig wieder­holt gemeldet worden. Aus den Mitteilungen des ,Borwärts' geht blos hervor, daß bei Erlaß der Anleitung über den Wahltermin noch nicht entschieden war, nicht aber, daß beabsichtigt ge­wesen sei, die Wähler mit der Wahl am 17. Mai zu überrumpeln und mit der offiziösen Beraumung des 16. Juni als Wahltermin zu täuschen, auch nicht, daß infolge derEnthüllung" des vor­wärts' die Absicht der Ueberrumpelung aufgegeben und der Wahltermin auf den *16. Juni verlegt worden sei.

* Ein Handbüchlein für die Zeu- trumswähler, herausgegeben auf Veranlassung hervorragender Parteifreunde von Fritz Nien- kemper (Verfasser der Unpolitischen ZeitläufZ wird in Kürze erscheinen. Als ein vorzügliches Hilfsmittel bei den bevorstehenden Reichstags­wahlen wird es geeignet sein, in großen Massen verbreitet zu werden. Die Wahlkomitees der Zentrumspartei seien schon jetzt auf dieses Schrift- chen aufmerksam gemacht. Jede Buchhandlung nimmt Bestellungen an. (Verleger: I. P. B ach em in Köln.)

* Freiburg i. B., 2. April 1903. Der vom Centralkomitee der Katholiken Deutschland» veranstaltete Pilgerzug nach Rom hat s» zahlreiche Meldungen aufzuweisen, daß voraus­sichtlich 3 Extrazüge abgelassen werden müssen.

V Berlin, 2. April 1903. Der Kaiser wirb, wie die .National-Zeitung' erfährt, bei Gelegenheit der bevorstehenden Reife nach Rom der Benedittinerabtei von Monte Cassino einen Besuch abftatten. Dies entspricht einer früheren Zusage, die der Kaiser gemacht hat. Der Kaiser wird im September während der Kaisermanöver in Sachsen feinen Aufenthalt in Leipzig nehmen. Die Kaiserparade über das 11. Armee­korps wird, wie nunmehr feststeht, in unmittelbarer Nähe von Erfurt, zwischen Atzmannsdorf und Kerps- leben, am 2. September abgehalten. Während der

zwei Jahrzentc hindurch nicht gelungen, was ein Krieg nicht zuwege gebracht Ethelred vollendete e« die vollständige Ausrottung des Räuberwesens in de« Jülicher Landen. Um dieses Ziel zu erreichen, daz» gehörte eben seine Lebensgeschichte und seine Erfcch- rungen inbetreff der Ausbreitung und des Zieles bet schwarzen Bande.

Ein furchtbares Schicksal ereilte den schwarzen Ritter, den Urheber all des Elends. Durch die ge­heimen Zugänge führte der Fürstensohn seine Streit­macht," und zerstörte das Raubnest von Grund ans. In die Enge getrieben und vor der Rache des Fürste« bangend, sprang der schwarze Ritter von der Ring­mauer seiner Burg aus in den Abgrund.

Jarbis Vater konnte kein besseres Geschick mehr be­reitet werden, er starb am zweiten Tage seiner Erlösung.

Wo ehemals die Waldklause stand erhob sich nun­mehr ein prächtiges Kirchlein, da« die Gebeine be» Ermiten barg ein Werk der Herzogin von Palmire! Als darauf der junge Fürstensohn seinen siegreichen Heimzug hielt, jubelte man ihm aller Orte« zu, selbst der Kaiser Karl berief ihn an seinen Hof und zeichnete ihn mit hohen Ehren aus. Von de« Fürsten Batcrglück aber wich der Schatten, er durfte stolz sein auf seinen wiedergefundenen Sohn. Für Jsengard und die Fürstin freilich war dies eine Zeit de« Darbens und Entbehrend, dann sollten fie ihn für immer haben. Das war, als Hochzeitsjubel die hohen Säle des Königsburg durchbrauste. Froh er­wartete Gäste waren Graf di Pauli und die Herzogin. Die eine, die fehlte, lag vor dem Krippleinzu Na­zareth" auf den Snieen und betete für das Glück de« jungen Paares. Mitten im krohen Hochgeitsjubel trat der junge Gatte an die Seite der Herzogin.

Mrch drängt es, das eine zu wissen, ob fie glM- lich ist."

Dankbar schaute ihn die Herzogin an.

Sie hat den Frieden gesunden!"