30. Jahrgang.
fUlda, Dienstag, den 31. März 1903.
Reklamen- und Anzeigenteil.
LLennischler»
ichem Licht sich bemüht, noch einige Brocken Italienisch sich einzutrichtern. y
Endlich Mailand, das vielerstrebte, und das doch alle auf den ersten Augenblick enttäuscht, weil die moderne Stadt so wenig von dem bietet, was man eben in Italien erwartet, während es alles hat, was man befürchten muß. Doch schweigen wir von dem teuren kleinen Kämmerchen, in dem ich den Schlaf nicht finden konnte — es hat alles seine Gründe. Weshalb entdecke ich in meiner kleinen Hausapotheke auch erst am andern Morgen das große Pulver- läckchen, das mein wohlwollender Freund, der Apotheker, mit der bedeutungsvollen Aufschrift versehen: „Nicht vor Mailand zu öffnen!" —
Schutz gegen die Lawinengefahr, deren Schrecken in jedem Jahr fo viele Opfer in dem Lande fordert, von denen der späteren Zukunft nur ein kleines Holzkreuz Kunde gibt. Und doch auch die Lawinen haben neben dem Schrecken, wie Ad. Brennecke in den „Wundern der Welt* schreibt, ihren Nutzen: „Sie bahnen dem Frühling seinen Weg, indem sie Millionen Centner Schnee von den Berghalden wegführen: ihr unaufhörliches Niederdonnern ist den Aelplern ein heimatliches, fröhliches Naturschauspiel, eine Art Ostergeläut zu Ehren des neuerwachten Lebens in der Natur."
Den Anschluß haben wir in Fluelen glücklich erreicht und nun rasen die Räder auf der genialen St. Gotthardtbahn daher, rechts und links starren die Felsen empor, als wollten sie trotzig den Weg dem Dampfroß versperren, aber die menschliche Kunst ist der Natur Meister geworden und hat sie, wenn auch oft auf . recht verschlungenen Wegen überwunden. Außer dem 20 Minuten langen Scheiteltunnel durch das Urgestein des St. Gotthardt bietet die Bahn 56 Tunnels, davon 7 interessante Kehr- oder Schraubentunnels, infolge deren uns z. B. das der Rheinpfalz von Kaub nicht unähnliche auf einem Kegel gelegene Dorf Waffen dreimal in verschiedener Höhe zu Gesicht kommt. 9 Viadukte, 8 Galerien und 58 Brücken überwinden endlich die Schwierigkeiten, um uns in den Süden zu bringen.
Wer beim Austritte aus dem St. Gotthardttunnel glaubt, nun mit einem Schlage sich mitten in Italiens üppige Fluren hinein versetzt zu sehen, der ist allerdings enttäuscht. Mit dem Lichte begrüßen uns zunächst die wildromantischen Fets- gebilde, die schäumenden, aus schwindelnder Höhe wie flatternde Silberbänder herabstürzende Wildbäche und einstweilen verraten nur die Namen der Stationen, daß wir im Lande der italienischen Zunge uns befinden. Lange dauert das allerdings nicht, dann grüßen schon die zahmen Kastanienbäume, dann fliegen die weißen gradlinigen Häuser mit den platten Dächern, die vielen Kirchen mit dem eigenartigen Glockenturme, die wohlgepflegten, mit überdeckten Galerien umsäumten Friedhöfe an unserm Auge vorbei. Und endlich, da taucht das von drei Burgen gekrönte Bellinzona, die Hauptstadt Teffin's auf, die Zipfel der oberitalienifchen Seen werden sichtbar, wie bunte geschwungene Tücher, die uns den Willkommen entgegenwinken. Und i^m eilen wir schnell hinein in den Reiz der immer üppiger werdenden Landschast, das Auge weitet sich und doch kann es den Glanz nicht alle aufsaugen, der sich ihm bietet, da wir in Lugano einfahren und den ganzen Zauber des blauen See's vom rosigen Lichte des Abends zart überhaucht zu unseren Füßen haben, während rings die Berge so imposant und doch so lieblich von den ersten Kränzen des Frühlings umzogen, wie treue Hüter dieses seltenen Kleinods sich zum Himmel recken. Nicht umsonst heißt's hier zu Füßen des Monte Salvatore „im Paradies!"
Viel Sirenenstimmen locken hier zum Bleiben, aber für diesmal müssen wir es wie weiland Odysseus machen und uns die Ohren verstopfen, der Zug rollt weiter; auf dem hohen Steindamm, der 800 Meter lang die beiden Seeufer verbindet, können wir noch einmal den Blick an dem blauen See in den köstlichen Bergen nach beiden Seiten hin weiden und langsam entschwindet dann die Herrlichkeit unseren Augen, bis wir in Chiass o aus all den seligen Träumen durch die prosaische Zollrevision geweckt werden.
So notpeinlich wie hier dürfte es nicht leicht irgendwo in einem Zollhause der Welt zugehen, die italienischen Zöllner halten grundsätzlich jeden für einen Schmuggler, der ihnen nicht den Beweis des Gegenteils erbracht hat. Zigarren, das ist ihr Hauptsteckenpferd, denn sie rotff en, wie sehr wir Deutsche ein gutes Kraut schätzen und — rote schlecht ihre eigenen „Giftnudeln" sind. Ich danke meinem Leibarzt, daß er mir „zur Erholung" für die Reise das Rauchen verboten hat, sonst hätten vielleicht auch meine Strümpfe ein so unangenehmes Geheimnis enthüllen müssen wie die meines biederen Nachbars, der so bereitwillig seinen Koffer öffnete und der mit einer ganz unangenehmen Strafe seine Schlauheit bezahlen mußte, sintemalen die Zollwächter noch schlauer waren und — den Rummel kannten.
Es ist eine ganz unangenehme Stimmung in unserem Kupee geworden, die nicht gerade sich in Liebenswürdigkeiten für die Italiener Lust macht, die so wenig die Fremden zu schätzen wissen, die ihnen das Geld in das Land hineinbringen.
Die Dunkelheit ist mittlerweile angebrochen und da in der lombardischen Ebene das Hinaus- schauen aus dem Fenster überhaupt nicht lohnt, so drückt der eine fich in die Ecke und besieht sich von innen, während der andere bei spär-
Ein Ge-enkblatt für den hochseligen Zreiherrn v. heereman.
Der Westdeutschen Arbeiter - Ztg/ wird aus Reichstags-Kreisen geschrieben:
Gerechttgkeitssinn und Menschenfreundlichkeit, verklärt durch eine tiefe Frömmigkeit, bilden vor allem den Grundzug des Charakters unseres teuren Hingeschiedenen. Diesen Charakterzug hat er sowohl in seinem täglichen Verkehr als auch in seiner Politik stets in derselben Anspruchslosigkeit und Hingebung betätigt. Mit jedermann verkehrte er in derselben einfachen, gewinnenden Liebenswürdigkeit — ob es der hochgestellte Staatsmann oder Aristokrat, oder ob es der einfache Mann des Volkes, der Portier oder der Diener war. Wohl kein anderer Abgeordneter wurde so mit Bittgesuchen aus allen Kreisen der Bevölkerung heimgesucht, als Freiherr v. Heereman. Wenn er von 10 oder 11 bis 4 Uhr im preußischen Abgeordnetenhause seine anstrengenden Pflichten als Vorsitzender der Fraktion (bis vor einigen Jahren) und als erster Vizepräsident ausgeübt hatte, kam er mit peinlichster Pünktlichkeit zum Reichstag, um nun auf seinem Platze neben Verfolgung der Verhandlungen die umfassende Korrespondenz zu erledigen. So ging es jeden Tag bis 6 und 7 Uhr, und selbst diese Zeit reichte nicht aus. Schreiber dieses hat ihm oft angeboten, die eine oder andere Korrespondenz zu übernehmen, aber unter rührenden Dankesbezeu- gungen wurde es abgelehnt. Wie viele unangenehme Gänge der edle Verstorbene in all' den verschiedenen Ministerien im Interesse seiner zahllosen Petenten machte und welch' ein Opfer manchmal diese Gänge für den vornehmen Mann bedeuteten — weiß nur Gott. Wenn man mit Herrn v. Heereman reiste, dann konnte es selbst seine Bescheidenheit nicht verhüten, daß man einen Einblick gewann, wie viele stille, dankbare Verehrer er in aller Welt zählte. Da waren es finnige Geschenke, begrüßende Ansprachen, welche dem Dank Ausdruck gaben und die Bescheidenheit desHerrn v. Heereman in Verlegenheit setzten. Kloster-Genossenschaften, Kirchenvorstände, Geistliche, hohe und niedere Beamte, die versetzt werden wollten oder diszipliniert waren. Verurteilte, die Begnadigung erhofften.... alle wandten fich an den einflußreichen und liebenswürdigen Baron. Auch materiell Bedrängte aller Art suchten hier ihre Zuflucht.
Aber nicht nur Verwendung, Fürsprache und Almosen gewährte der Edelmann in reichstem Maße — vor allem trat er ein für Recht und Gerechtigkeit gegen die Kleinen und Schwachen. Hier ist es neben dem Mittelstände vor allem der .Arbeiterstand, welcher dem teuren Toten zu großem Danke verpflichtet ist. Herr v. Heereman hat stets auf Seite der energischen Arbeiterschutz-Freunde gestanden. Als im Jahre 1883 der ersteAnstoß int deutschen Reichstage zu gunsten der Sonntagsruhe gemacht wurde, unterstützte Abg. von Heereman den Abg. Hitze (Berichterstatter) in wirkungsvollster Weise. Und so ist es in all den Jahren geblieben: Herr von Heereman gewährte stets gerne und vertrauensvoll seine starke moralische Unterstützung, und so oft es gewünscht wurde, setzte er sein gewichtiges Wort auch öffentlich für die Arbeitersache ein. Ebenso trat er stets entschieden ein für die Be- rechttgung der christlichen Gewerkvereine, freute sich über deren hoffnungsvolle Entwickelung. Von Anfang an gehörte er dem Verbände „Arbeiterwohl" und dem „Volksverein für das katholische Deutschland" an, und nie fehlte er, wenn die Generalversammlungen — früher des „Arbeiterwohl", später des „Volksvereins" — gleichzeitig mit den Katholikenversammlungen stattfanden.
Der deutsche Arbeiterstand ist ein junger, aufstrebender Stand. Allmählich beginnt auch der christliche Arbeiterstand sich zu organisieren, sich seiner selbst bewußt zu werden. Wenn er zurückschauet auf die Entwickelung der letzten 25 Jahre: — wer möchte leugnen, daß doch vieles bester geworden. Gewiß wird der Appell an unsere denkenden, christlichen Arbeiter nicht vergeblich fein: in diesen Tagen, wo alle Katholiken am Grabe unseres auf dem Kampfplatz gefallenen edlen Helden trauernd beten, vergesset auch ihr, christliche Arbeiter, nicht, ein Vater unser zu beten für den, welcher für Euch mehr als dreißig Jahre so treu und selbstlos gesorgt, gearbeitet und gekämpft hat! R. i. p-
* Er braucht Wasser. Ein Engländer aus Kanada reifte durch die Vereinigten Staaten und stieg im Gasthaus einer kleinen Stadt ab. Hier bemerkte er mit Erstaunen, daß das Stubenmädchen mit den Gästen an einem Tische speiste. Der Wirt, befragt, ob es hier Sitte sei, daß die Dienstboten mit den Gästen speisten, berichtigte dem Engländer voller Entrüstung: „Wir nennen unsere Dienstboten unsere „Hilfe". Sie sind keine Unterdrückten, keine Sklaven bei uns!" — „Schön!" sagte der Engländer, „werde mirs merken. Äm nächsten morgen alarmiert er das Haus, indem er von oben herunter aus Leibeskräften den Ruf erschallen ließ: „Hilfe! Hilfe! Master! Wasser!" In wenigen Augenblicken kamen alle Bediensteten des Hauses, den Wirt an der Spitze, mit gefüllten Wassereimern in des Engländers Zimmer gestürzt. „Danke Euch sehr", sagte dieser, „doch ich bedarf so vielen Wassers nicht, nur ein kltin wenig zum Rasieren? — „Rasteren?" schrie der Wirt, „und deshalb schreien Sie: Hilfe! Wasser! Ich dachte, Ihr Zimmer stände in Flammen!" — „Ich rief das Stubenmädchen", belehrte ihn der Gast, „sagten Sie doch, daß Sie Ihre Dienstboten Hilfe nennen, und würde ich denn Master 1 Wasser! rufen, wenn ich Feuer meinte?"
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Druck und Verlag der Fuldaer Akttendruckerei in Zulda (Harmonie) Zernsprecher Nr. 9.
«rschtint tSglich-E Ausnahme der Sonn- und Zeiertage. viertel StLSMi L'S«
> Literarisches'
Iubiläumrsahrtrn.
Reisebilder zum Papstjubiläum.
Bon Jos. Grunau.
(Nachdruck verboten.) II.
Der goldene Sonnenschein hat mir das Reisekonzept gleich am zweiten Tage verdorben und so ist der schöne Morgenschnellzug gen den St. Gotthard abgedampft ohne mich.
Aber, wer wollte widerstehen, wenn die grünblauen Wogen, im leichten geschwätzigen Geplauder an den Strand schlagen und eine so einladende Sprache führen, wenn die Ufer vom blendenden ersten Glast des Frühlings, von herzerquickendem frischem Grün und duftigen Blüten überzogen sind.
Und so sitze ich denn oben auf dem Promenadendeck der „Stadt Luzern", die mächtigen Radschauseln fetzen sich rauschend in Bewegung und langsam, als hielten die Sinne die reizvolle Stadt, das schweizerische Neapel, mit starken Festein, geht es in den herrlichen See der vier Waldstädte, die am 7. November 1307 auf dem „Rütli" den Bund beschworen, dessen Treue sich durch der Jahrhunderte wechselvolle Reihe der ganzen Welt zum Beispiel bis auf unsere Tage bewährt hat.
Heute ist's noch gemütlich auf dem Schiffe, es fehlt noch der große Schwann der Touristen, die langweiligen Engländer, die vorlauten Amerikaner, über deren lang gestreckte Beine man sich sonst oft als unblutiger „Winkelriedt" eine Gaffe bahnen muß.
Heute läßt sich's träumen und das großartige Naturschauspiel ungestört bewundern, das die Höhen und Tiefen umspannt und gerade zu dieser Jahreszeit die Reize des hervordrängenden Frühlings mit der ruhigen Majestät des Winters in den oberen Regionen wirksam vereint.
Was sind die funkelnden Diamanten in den dumpfen Sälen unserer Feste gegen die Milliarden Edelsteine, die aus dem Füllhorn der Verschwendung hier im Wasserspiegel durcheinander wirbeln, wie armselig die Dekoration unserer Theater, wie klein die Menschen darauf, im Hinblick auf diese Bühne, wo unser Herrgott die Kulissen seiner herrlichen Natur aufgezogen, wo die stummen Felsen zerklüftet bald, und wieder dann in gradem Zuge zur Höhe vorschwellend, Charaktere uns vorsühren, bei deren Giganten- tum wir uns so recht bewußt werden, wie arme, kleine Menschen wir sind.
„Ultra montes!“ — „Ultramontane", wie man die gläubigen Katholiken verhöhnen glaubt zu können, — hier zwischen den Bergen kann man so recht empfinden, wie schön und erhaben dieser Titel ist. Wer über die stolzeste Pracht der Erde sein Herz erhebt, wer hier bei den zum Himmel mit majestätischem Finger auf- weisenden Bergen die Seele sich stärkt, der nimmt fürwahr leicht den Flug zur „ewigen Stadt", mag sie jenseits oder über den stolzen Alpenfirnen liegen.
Für den Rompilger, den die fromme Sehnsucht zu den Stätten treibt, wo der Liebe nieverbleichendes Alpenglühen die höchsten Zinnen des zum Himmel ausstrebenden Glaubens umsäumt, kann es keine stimmungsvollere ■ bessere Vorbereitung geben, als die naturstarken, die Großartigkeit mit der Lieblichkeit paarenden Gebilde der Alpenwelt.
Schon lenkt unser Schiff ein in den Urner- see und unwillkürlich taucht vor uns auf die Geschichte „Wilhelm Tell's". Dort zur Rechten erhebt sich der schmucklose Naturstein, einfach und doch das schönste Denkmal, das je eines Dichters Arbeit belohnte mit den Worten: „Dem Sänger Wilhelm Tell's, F. Schiller. Die Urtantone 1859."
Die neue Geschichtsforschung will den Befreier der Schweiz in's "Santi der Sage weisen, — es mag sein, aber wenn der Held gleich erfunden ist, heute lebt er im Geiste aller Eidgenossen und diesen Geist der Tatkraft und der glühenden Vaterlandsliebe verehrt die Welt in dem feinen Traditionen treuen Schweizervolke:
Ob sie geschehn, das ist hier nicht zu fragen, Die Perle jeder Fabel ist der Sinn, Das Mark der Wahrheit ruhet ftisch darin. Der reiche Kern von allen Völkersagen.
Gottfr. Keller.
Wir nähern uns dem Ende des See's und während wir den Blick auf den stolzen Berg- gallerien der „Ax en st raße" ruhen lassen, will sich eine Falte in die Stirne legen, über die häßlichen Holzpallisaden, die zwischen den schroffen Felsmassen und den silbernen, mehrere hundert Meter hohen Wasserfällen allerdings keine günstige Figur abgeben. Das ist des Lebens eiserne Notwendigkeit, die nicht immer mit der Schönheit einen Pakt geschlossen hat. Das ist der
Ida Gräft« Hahn-Hah«. Maria Regina. Eine Erzählung aus der Gegenwart. Einzel-Ausgabe. 2 Bde. Gebund. 4 Mk Regensburg. I. Habbel. „Man sagt nicht zuviel/ schrieb seiner Zeit ein kompetenter Kritiker in den,Histor.-pol. Blättern", „wenn man die Gräfin Ida Hahn-Hahn für die erste unter den deutschen Erzählerinnen der Gegenwart erklärt; die geistreichste ist sie ohne Frage. Eine vollbürtige Dichternatur, ist sie zugleich eine scharfsinnige Denkerin und eine Beobachterin von ungewöhnlichem Freisinn und Scharfsinn. Ihrer Erfindungsgabe steht eine reiche Welterfahrung zur Seile, ihrem Schilderungstalent eine lange Schule der Technik. Ihre Romane sind daru» nicht blos Spiegelbilder der Gegenwart voll Anregung und Spannung, sie sind mehr als das, sie sind Kunstwerke." Allen ihren Werken steht obenan „ Maria Regina", der erste Roman nach ihrer Konversion. Es ist im Grunde eine poetische Erklärung und Rechtfertigung ihrer Konversion. Die hochbegabte, stolze, innerlich unzufriedene Judith Maranes ist die Gräfin Hahn-Hahn vor ihrer Rückkehr zur Kirche; Maria Regina ist das Ideal, welches ihr vor Augen schwebte und das sie in der katholischen Kirche realisiert fand. Die hier geschilderten Seelenkämpfe hat die Dichterin selbst erlebt und durchgekämpft. Daher die Wahrheit und Lebendigkeit der Szenen dieses Romanes, der nicht nur als Kunstwerk den größten Erfolg errungen, sondern auch viele als Kompaß im Leben orientiert hat. Die neue Ausgabe dieses Romans ist so billig (zwei Bände geb. 4 Mark), daß jeder sich selbe für seine Hausbibliothek anschaffen kann. Der Einband, geziert mit dem interessanten Wappen der Gräfin, ist ein Prachtstück. — Die Gesamtausgabe der Hahn-Hahn-Werke schreitet flott vorwärts. Bereits 24 Lieferungen (ä 30 Pfg.), enthaltend die Romane Maria Regina, Doralice, zwei Schwestern, sind ausgegeben. Wir empfehlen das Unternehmen wärmstens der Förderung aller katholischen Kreise.
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