Einzelbild herunterladen
 

w°ch°«:,.Illustrierte Sonntags)W

A». Jahrgang

fulda, Dienstag, den 24 März 1903.

<

( Nachdruck verböte».)

41

t CrsUsBlatti

AusäemWcdstäg

DeutscbesReKb,

Wegen des Feiertags Maria Ver­kündigung wird die nächste Nummer unserer Zeitung erst am Donnerstag aus­gegeben.

fcbctt*w

In wenigen Minuten war der Reisewagen m Bereitschaft gesetzt und zwei Dien r angeworben. Omar half der Herzogi" beim Hineinsteigen und um- hüllte ihr selber in sanfter Fürsorge btt Fuße mit Teppichen. Bor Marina aber trat er fremd und kalt zurück. Da fühlte er seine Hand ergriffen und mit warmem Drucke gepreßt. . .

Verzeihung,* schlug eS rote cm Hauch an sem Ohr. Er blickte sie an, in ihren Augen standen Tranen.

ist dem Reichstage nunmehr zugegangen. Die Blättermeldung, sie werde erst am Schluffe der Session kommen, hat sich also nicht bestätigt. Es würde ja auch ausgesehen haben, als wolle die Regierung sich damit einer Verlegenheit ent­ziehen oder alle Teile „befriedigen". Wegen des Schlusses der Tagung konnte die Vorlage leicht unerledigt liegen bleiben. Dann waren die konservativen Gegner zufrieden gewesen, die Freunde der Vorlage aber hätten sich gleichfalls nicht beklagen können, da die Regierung die Vorlage ja eingebracht und es nur an ihnen gelegen hätte, wenn sie nicht zustande gekommen wäre. Die zweideutige Haltung hat die Regie­

rung vermieden, indem sie die Vorlage noch recht­zeitig einbrachle.

Gleichwohl hat sie sich auf andere Werse be­müht, es allen Teilen „recht zu machen". Das Ergebnis ist denn auch in solchen Fällen unver­meidliche Halbheit. Die Wahlkouverts sollen zwar eingeführt werden, aber der Jsolierraum, in den der Wähler sich zu begeben hat, um den Wahlzettel in das Kouvert zu stecken, wird nicht unbedingt gefordert. Vielmehr wird bestimmt:

ist entweder durch Bereitstellung eines oder mehrerer Nebenräume, die nur durch das Wahl­

lokal betretbar und unmittelbar mit ihm ver- Lunden sind oder durch Vorrichtungen an einem oder mehreren von dem Vorstandstisch getrennten Nebentischen Vorsorge dafür zu treffen, daß der Wähler feinen Stimmzettel unbeachtet in den

Berlin, den 23. März 1903.

* Für den verstorbenen Abg. Dr. Frhr«. v. Heereman findet Donnerstag 9‘/3 Uhr tu der St. Hedwigskirche ein feierliches Requiem statt. Daran anschließend erfolgt die Ueber-

Antwort:

Das müssen die Truppen des Herzogs von Geldern sein, die unserm Fürsten zu Hilfe kommen. KriegSknech-e flohen durch unser Dorf und sagten, daß man die Geldrischen erwarte. — Seht Ihrs, dort sammeln sich neue Scharen und stürmen den Geldtaschen ru Das können nur die Berger und Dürener fein. Gott wolle es, daß ihre Kräfte ausre>chen, unserm Herzog Hilfe und Rettung zu bringen."

Omar brachte unentschloffen sein Pferd zum Stehen.

Die augenblickliche Gefahr war beseitigt, mit größter Entsagung nur hatte er sich aus der Schlacht ent­fernt, sollte er zurückkehren? Jndeffen bUeb der Ber­kaus der Schlacht immer noch zweifelhaft, die Gefahr war, wenn auch im Augenblick nicht zu furchten, so doch noch immer nicht vorüber. Er spornte sem Pferd von neuem an. Jedenfalls hatte er eine große Dankesschuld u den Grasen abzutragen, und er

weniger Dank zollen, wenn ich Deinem Begehren I 1 nicht entsprechen wollte. Tritt näher, mein Freund, . löse mir vom Halse die silberne Kette und nimm das goldene Medaillon, das daran hängt, an Dich.

Omar tat mit zitternder Hand, wie ihm geheißen.

„Dieses Schmuckstück," begann der Fürst wieder, „nimm in Deinen Besitz. Erlüge ich meinex Ver- wundung nicht und kehre gerettet zu den Meinen heim, so behalte eS, Du besitzest damit em Vermögen. Falls ich aber sterbe, mache Dich mit dem Kleinod auf 'gen Düren zur Königsburg und übergebe eS mit einem Scheidegruß denen, die sich um mich sorgen. Er hielt inne.

OmarS Herz klopfte wild. .

„Sterben, mein Fürst?" rief er aus, „nein! Ihr kehret als Held und Sieger zu den Euren zurück."

„In diesem Falle ist das Schmuckstück Dem." „Lohn für Euere Rettung nehme ich nicht. Ich tat’«, weil — ich nicht anders konnte ; nicht um Gold. Doch nun muß ich hinaus, Fürst."

„So wird die« teuere Kleinod von räuberischer Hand entehrt werden, und Du, der es zu hindern vermöchte, willst es nicht. Wie kannst Du so grausam sein!" Da beugte sich Omar über den verwundeten Fürsten und sein Atem ging schneller.

„Wohlan, Fürst es sei. Ich nehme dies Kleinod von Euerer Hand, es soll mein Talisman sein." Mn j krampfhaftem Drucke umfaßte er des Fürsten Hand, dann stürmte er hinaus. Im gleichen Augenblicke trat der Feldscheer über die Schwelle der Hütte.

Als Omar hinausgetreten war, drang ihm vom Schlachtfelde her verworrener Lärm entgegen. Scharen stürmten in wilder Flucht heran, alles und jeden mit sich sortreißend. Omar stellte sich ihnen tollkühn ent- 9<9 J^urüdl" rief er, „wenn Ihr flüchten wollt — der Weg führt nur über meine Leiche!" Aber tote eine gewaltige Woge brausten die flüchtigen Scharen daher Es waren die Dürener und die Mannen des Grasen von Berg. Die Jülicher und die Städte

Erscheint täglich.

Ausnahme bet Sonn- «nbHeiertage. viertel- rLbrl.ve;ugrp"" ebne vringerlohn und Bestellgeld in Hulda und «uswärtsimtsoptg

Verantwortlicher

§christleiter:Zos-vau« für die Inserate

I. parzeller in Hulda.

wollte die Seinen schützen. — Hebet bte ipe:c5°9burg zu Jülich stand der Mond mit Hellem Schein, als em schneller Reiter die ängstlichen Bewohner ausfcheuchte und sie vor die Türen ihrer Häuser trieb

„Er pocht an der Herzogburg. Was mag er wollen?" In dem matterleuchteten Frauengemach saß die Herzogin mit ihrer Süchte. Auf dem T^che stand eine silberne Kanne mit Thee und daneben em-Glas- schale mit süßer Frucht. Marina hatte den Kopf über ein Buch gebeugt und las der Herzogin eine Stelle , daraus vor, da hörten sie die Zugbrücke zur B<^e, heradraffeln, Hufschläge dröhnten über de» Hof. Sie sprangen empor. Da nabten sich schnelle Schritte der Türe, der Vorhang ward gehoben, Omar stand aus der Schwelle. Die Herzogm tat einen Schrei und sank auf den Divan zurück. Marma aber flog m per Verwirrung des Augenblicks und sich ihres Handelns unbewußt dem Ankommenden entgegen und ergriff bebend seine Hände. ,

„Omar, Ihr bringet Schlimmes! Er faßte ihre Arme und drängte sie sanft aber bestimmt von sich zurück. Er mochte daran denken, daß er m ihren Augen noch immer der Räuber war.

Der Gras", begann er schnell, „ist wohlauf und unverletzt. Die ungünstige Nachricht, die'chbringe ist, daß Herzog Wilhelm gefangen ist. Doch rucken die Geldern chen schon zu seinem Bewand heran. Mich aber sendet der Graf, Euch gen Duren m das Haus der Karmeliter zu geleiten und m Sicherheit zu bringen; denn die Gefahr ist zu nahe, um sie zu über»

Wer bist Du?" hauchte der Fürst, „öffne Dem «isir daß ich Dein Gesicht sehen kann." Omar zuckte zusammen. Sein Auge ruhte auf der stattlichen R-tter» aestalt, eine ihm bisher fremde Empfindung stieg in ihm auf. Gibt es ein geheimnisvolles Ahnen, daß Seele mit Seele verbindet? Ist der Schatten, der die Wundern!är von Seele zu Seele trägt, dasjenige, das man die Stimme des Blutes nennt ? — Dann, Fürst ctbichau, hebe Dich empor, Dem Sohn steht neben Dir! Omar trat einen Schritt zurück. Jener Mann rief eine Erinnerung in ihm wach, die ihm heiße- Weh bereitete. Er konnte ihm nicht naher treten, er wollte sein Freund nicht fein, er war fein Retter ge­worden, aber er wollte seinen Dank nicht. So sagte er denn sanft und ernst: „Fraget mich weiter nicht, wer ich bin, ich müßte euch doch nur immer die eine Antwort geben, — ein Unglücklicher, ich muß nun wieder hinaus in die Schlacht, in die feindlichen Reihen, derweil der Feldscheer zu Euch herkommt, Eure Wunden zu verbinden. Gehabt Euch wohl, stürft Jbichau!" Der winkte ihn energisch zu sich her.

„Noch eine Weile bleibe bei mir und höre mich an. " Ich bin ein Sterbender —.'

Omar fuhr zusammen. Der Fürst bemerkte es «nd ergriff seine Hand.

„Du bist mir fein Fremder," sagte er bestimmt »nd blickte forschend in die Augen, die ans dem Visier hervorschauten. Omars Hand bebte, leise erwiederte er:

„Ihr kennet mich nicht und habet mich nie ge­sehen, auch Euch sah ich nun zum ersten Male, ober — ich kenne Euch! Habet Erbarmen und fraget nicht Weiter." „ „

„Es wird mir schwer, ich müßte Dir indessen

und dann ergreift vielleicht Herr Endell trotz alledem nochmals das Work. .

* Der Kaiserliche Geschäftsträger m Bern hat dem schweizerischen Bundesrat am 21. d. Pc. amtlich mitgelellt, daß das Deutsche Reich dem Pariser Verbände zum Schutze des ge­werblichen Eigentums in der Fassung ver Brüsseler Zusatzakte oom 14. Dezember 1900 mit Rechtswirkung vom 1- Mai d. I. an Beitritt.

* Daß die große wasserwirtschaftliche Vorlage — Mittellandkanal und östliche Wasser­straßen- in der kommenden Session ^enJieueJt Landtag beschäftigen wird, kann, wie die.Preutz. Korrespondenz" berichtet, schon jetzt als feststehend angenommen werden. Wenn auch wohl ein förm­licher Beschluß des Staatsminlsteriums über den Zeitpunkt für die Einbringung der Vorlage noch nicht gefaßt ist, so ist die ernste Absicht die Vor­lage in der nächsten Tagung zur Verabschiedung zu bringen, bei allen maßgebenden Faktoren un­zweifelhaft vorhanden. Zugunsten des Pro- jekles wird hervorgehoben, daß der Kanal die Industrie heranziehen und somit eine dezentrali­sierende Wirkung auf dieselbe ausüben werde, daß ferner die Regulierung der östlichen Wasser­straßen ein unabweisbares Landeskulturwerk sei.

* Militärdienst der VollöschnHehrer. Ein Volksschullehrer, welcher zwei Jahre vom Militärdienst zurückgestelll, im drillen Militar- pflichtjahre aber zur Aushebung vorgeschlagen wurde, suchte nachträglich die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nach, wurde aber von allen Instanzen abgewiesen. Der Kultusminister hat aus diesem Anlaß die Seminardlrektoren an­gewiesen, die Seminaristen darauf hinzuweisen, daß sie keine Aussicht auf Erlangung des Be­rechtigungsscheines haben, falls sie nichi von vornherein die Absicht kundgeben, als Emiahrlg- Freiwilliqe zu dienen. , . „

“ * Beil'n, 24. März 1903. Nach Angabe eines Potsdamer Berichterstatters robb ’m Lause. des Sommers der Besuch des englischen Königs- paar es im Neuen Palais zu Potsdam erwartet. Der Kro,-Prinz und Prinz Eitel Fritz sind nun : mehr wiederbergestellt und werden chre Motelm ' reise fortsetzen. Inwieweit der ursprüngliche Reffeplan Aenderungen erfährt, steht noch nicht fest. Jedenfalls werden aber die Besuche in Konstantinopel, Athen und Rom, wie beabsichtigt, abgestittet werden. Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht amtlich die ,angst in den höheren Regierungsamtern erwlgten ®r Nennungen und Versetzungen. Herr von Brandenstein wird dabei nicht erwähnt.

sührung der Leiche zum Lehrter Bahnhof. Die Beisetzung findet Samstag den 28. Marz 10 Uhr vormittags zu Riesenbeck bei Station Hörstel ui Westfalen in kleinerem Kreise statt.

* Das deutsch-französische Abkommen vom 2. Juli 1902 wegen der Behandlung bet Handlungsreisenden, das in diesen Tagen im,Reichsgesetzblatt' veröffentlicht wurde, ent pricht, wie die ,9lorbb. Allgem. Ztg. nntteüt, im wesentlichen dem bestehenden,Zustande Deutfch- land und Frankreich behandeln sich auf Grund des Artikels 11 des Frankfurter Friedensoertrages wechselseitig meistbegünstigt. Deshalb sind schon bisher bei uns die französischen Handlungsreifen­den steuerfrei und ihre Warenmuster auf Zeit zoll­frei zugelaffen worden, da in unseren Handels-, Verträgen mit anderen Staaten diese Freiheit von Steuer und Eingangszoll füpuhert ist. Ebenso genießen umgekehrt die deutschen Handlungsrei­senden in Frankreich Steuerfreiheit und für ihre Warenmuster zeitweilige Zollfrecheit. Nur inso­fern wurden bisher die französischen Reffenden bei uns besonders behandelt, als sie sich thre Legitimation bei ihrem Eintritte in Deutschland lösen mußten, während die Reffenden aus Oester­reich-Ungarn, Italien rc. auf Grund von Leglti- mations - Karten zugelaffen werden, die von den Behörden ihres Heunatslandes ausgestellt sind. Nunmehr fallen auch für die französischen Rel- : senden in Deutschland und umgekehrt für die 1 deutschen Reisenden in Frankreich d,e nach einem bestimmten Muster im Heimatslande ausgestellten Legitimationen ausreichend fein. Eme solche Neue­rung zu treffen liegt -in der verfassungsmäßigen Kompetenz des Bundesrates. Im übrngen. ent­spricht das Abkommen der geltenden Rechtslage und enthält nichts, zu dessen Durchführung es eines Aktes der Gesetzgebung bedurfte.

* Major a. D. Endell oeröffentM)! | in der .Deutschen Tageszeitung' eine neue Er­klärung, wonach er sich in eine Polemik mit den liberalen Zeitungen wegen der neuerdings gegen ihn gerichteten Angriffe nicht mehr emlassen will. Er erklärt nochmals, daß über feine Tätigten als Vorsitzender der Posener Landwirtschafts­kammer der Kaiser entschieden habe, und daß diese Entscheidung für ihn maßgebend sei und bleibe. Alle etwaigen Angriffe der Preffe gegen ihn würden für die Folge von feiner Seite unbe­antwortet bleiben. Gleichzeitig sendet er aber an das .Berliner Tageblatt' noch em „letztes Wort" in der Angelegenheit des Generalsekretärs Eberl. Er erklärt da: „Mir ist von kom­

petentester Seite die Mitteilung gemacht wm den. daß gegen den Generalsekretär Eberl die Dlszi- plinaruntersuchung eingeleitet worden sei. Tat­sache ist. daß Eberl seid dem Ium v IS. vom Dienst suspendirt ist. daß der heutige Vorsitzende der Landwirtschastskammer zu verschiedenen Malen die Disziplinaruntersuchung aus den von mir angegebenen Gründen bei der Königlichen Regie­rung beantragt hat, und daß eine Anzahl von Vernehmungen stattgefunden hab ^m übrigen halte ich alles, was ich über Eberl unter dem 16. d. Mts. Ihnen mitgeteilt habe, aufrecht.

Nun wird wohl Herr Eberl wieder antworten

schon jetzt wichtige Vorschriften des Wahlregie, ments unbeachtet bleiben in Orten, wo niemand gegen die Verstöße zu protestieren wagt, ^n Zu- Fünft wird es bei den Vorrichtungen zur „Siche­rung des Wahlgeheimnisses" fürchten wir, ebenso neben. Man wird zum Schein einen Tffch auf» stellen und ihn von einer Seite hm verdecken, aber so, daß den Aufpassern immer noch die Möglichkeit bleibt, zu beobachten, w?s für emen Fettei der Wähler in den Umschlag steckt. Jeden­falls ist es sehr bedenklich, zuzulaffen, daß der Wähler mit seinem Umschlag in einem nicht wirk­lich abgeschlossenen Raum geschickt wird.

In der Begründung der Vorlage wird sogar ausdrücklich gesagt, es fei nicht erforderlich, daß die Person des Wählers selbst der Beobachtung entzogen fei; es genüge, wenn das Hmeinl^en des Stimmzettels in den Umschlag nicht beobachtet werden könne. Zur Verhütung mißbräuchlicher Inanspruchnahme des Sonderraumes sei es aber zweckmäßig, die Absonderungsvorrichtung derart einzurichten, daß der Wahlvorstand dieselbe über­sehen könne, um zu kontrollieren, daß sie nur zu dem Zwecke und nur solange benutzt werden, als es die Hineinlegung des Stimmzettels m Umschlag nötig machen. Also der Wähler soll beobachtet werden können! Allerdings nur von dem Wahlvorstande, aber das »genügt voll­kommen, denn nur zu häufig ist der Wahlvor^ stand gerade die Person, von der der Wähler sich am wenigsten beobachtet wissen mochte

Die Vorlage kommt erst nach den Osterferien »ur Beratung. Sie bedarf nur einer einmaligen Lesung da sie kein Gesetz, sondern nur eine „Sntmachung" ist. Ob der Reichstag mit dieser Halbheit zufrieden fern wird steht dahin. Das was er gefordert hat, ist es keinenfalls. Es soll uns gar nicht wundern, wenn auch die konservaffven Gegner des , Klosetgesetzes" ohne weiteres für die Vorlage stimmen. Wenn dann auch die anderen Parteien dafür stimmen well es etwas bester ist als gar Nichts, dann steht Graf Bülow wieder einmal als der große Staatsmann da, der es allen recht zu machen versteht.

Ein Berliner Blatt meldet, dem Reichstage solle am Schluß der Session auch noch eme Diätenvorlage zugehen. Der vorn Reichs age becbloffene Entwurf werde m Bundesratskreisen in mehrfacher Hinsicht als unprakti ch .beanstandet und solle deshalb erst umgearbeitet werden Es wäre zu wünschen, wenn die Regierung durch eine Diätenvorlage wenigstens einigermaßen wie­der gut mache, was sie an der Vorlage zum Schutze des Wahlgeheimnistes schlecht gemacht hat.

Die Vorlage zur Sicherung öes Wahlgeheimnisses

Geilenkirchen und Waffenberg standen noch allein im ^Herzog' Wilhelm ist gefangen!" tönte es in wirrem Geschrei, „rette sich, wer tarnt! Zornig riß Omar einen Flüchtling zurück.

„Hall! Jonny! Unter Herzog Wilhelms Fahne dient kein Feigling, dort ist Dein Platz Auf, folget mir! Heil, Herzog Wilhelm! Mir nach!" Es waren die Königsbauer Worte, die er begeistert rief und die Flüchtigen wandten sich, ihm wieder m die Schacht zu folgen. Da sprengte vom Schlachtfelde her Graf j bi Pauli.

Hierher, Omar Testereh!" rief er, „nimm mein Pferd und sprenge gen Jülich. Bringe die Frauen tu dem Prior des Karmeliterhauses m Duren. Wer weiß welches das Schicksal des Landes ist. Er schwang fich vo-n Roß herab und führte an Omars Stelle die Schar zum Kampfe. Omar aber sprengte davon. Der Abend brach, schon herein, als er Alden- Hoven erreichte. Da bemertte er in der Fnne eine Reiterschar, die gen Baesweiler zu sprengte. @r fragte einen Landmann, wer diese seien und erhielt zur

i.' Jgy A 1 Anzeigen: Vie ein-

. y Jl A. A. a. spaltige petitzeile ober

deren Raum 15 Psg.

JSMlk M W M M M W Reklamen die Petitzeile

lyl I II III I 25 pfg.; bei wieder-

HM Pir El W W W Es Ü W W Holungen wird entspr.

pivEX BlIB>1

” Druck und Verlag der

Fuldaer Actiendruckerei

„ „ , , , « «-1A «4 in Hulda Harmonie)

moiiatrbeilagc: „Huldaer Geschichkblatter . S-W»"

290. Sitzung am 23. März 10 Uh».

Präsiden? Graf^Balleftrem teilt mit, daß der Abg. Freiherr von Heereman (Zentrum) gestorben ist und widmet dem Verstorbenen einen tief empfundenen

Nachruf, den das Haus stehend anhort. , . a

Dritte Beratung des KlNderschutzgesetzes.

Die §§ 1—14 werden ohne weseninche Debatte und abgesehen von §3, der eine redaktionelle Aenderung erhält, unverändert angenommen.

Umschlag zu legen vermag."

Auf diese Weise haben anscheinend die „Be­denken" entkräftet werden fallen, die wegen der Kosten für die Beschaffung des Jsolierraumes in kleinen Gemeinden erhoben wurden. Vielleicht -soll damit aber auch dem Widersprach der Kon­servativen und der übrigen Scharfmacher gegen den Jsolierraum überhaupt Rechnung getragen werden. Wir fürchten jedenfalls fehr, daß die .„Vorrichtungen" an den „Nebentischen" int Wahl­lokal selbst sehr oft nicht ausreichen werden, um das Wahlgeheimnis zu sichern. Ueberall, wo man bisher gewohnt war, die abhängigen Wähler zu fontroHieren bis zur Abgabe des ihnen beim Eintritt in das Wahllokal überreichten Stimm- «ttels, werden die „maßgebenden" Arbeitgeber nunmehr bemüht fein, an dem Jsolierraum vor­beizukommen um die „Vorrichtungen" an den „Nebentischen" zu treffen. Man weiß, wie häufig

ütt R«iid auf bet Migsdmg.

Originalerzählung aus der Geschichte der ehemaligen Jülicher Lande von Aleca Ruth.