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flllda, Montag, den 23 März 1903.

30. Jahrgang.

% Clemens Freiherr v. heereman- Zuyöwqk t

Berlin» 23. März 1903. (Telegramm.) Frhr. v. Heereman ist heute vormittag 8'/» Uhr verschieden.

Von den Veteranen des Zentrums, die tie großen parlamentarischen Schlachten für die Freiheit und die Rechte der katholischen Kirche in Preußen-Deutschland milgefochten haben, wird bald niemand mehr übrig sein. Die ältere Generation der Kämpfer aus den drang- und ruhmvollen Tagen des Kulturkampfes ist schon seit einer Reihe von Jahren aasgestorben. So nach und nach folgt ihr auch die jüngere Garde von damals. Siner der letzten, die von Anfang -an in den vordersten Reihen gefochten haben.

SijO

-war Clemens Frhr. Heereman v. Zuydwyk, der kernfeste westfälische Edelmann, der Landsmann Hermann u. Mallinckrodts und des Bischofs w. Ketteler. Er ist nun ebenfalls dahingegangen.

Seit 1870 hat er dem preußischen Abgeord­netenhause, seit 1871 dem Deutschen Reichstage angehört. Er hat mit an der Wiege der Zen tramsfrallion gestanden und zu den ersten Unter­zeichnern ihres Programms gehört. Ununter­brochen ist er dem Wahlspruch: „Für Wahrheit, Recht und Freiheit!" treu geblieben. Er ist „in den Sielen" gestorben. Schon ergriffen von der Krankheit, die ihn auf das Sterbelager werfen sollte, hielt er bei den Kullusdebalten seine letzte Rede; sie.galt seiner geliebten Universität Münster. Roch eine andere Rede beabsichtigte er zu halten, nämlich für die noch mehr geliebten und geehrten Engel der Barmherzigkeit die Krankenpflege­orden. Vielleicht, ja wahrscheinlich wäre seine Erkältung gefahrlos verlaufen, wenn er sich in den Tagen, bevor die verhängnisvolle Wendung eintrat, mehr geschont hätte. Aber er wollte sich nicht ausruhen und pflegen bevor er ein gutes Wort für die barmherzigen Schwestern eingelegt habe, und schleppte sich noch in das Abgeord­netenhaus, als er sich kaum mehr aufrecht er­halten konnte. Die Mitteilung des Kultusministers, daß die Regierung beschlossen habe, dem vor 2 Jahren mit großer Mehrheit gefaßten Beschlusfe des Abgeordnetenhanies wegen der Krankenpflege­orden keine Folge zu geben, hatte ihn nicht wenig

geschmerzt und aufgeregt, und es ihm in diesem Jahre ganz besonders als Pflicht erscheinen lassen, sich der Ordensschwestern anzunehmen. Es hat nicht sollen sein. Im St. Hedwigs- Krankenhause verschied er unter der Wflege der Schwestern, für die er so viel und so heiß ge­stritten hatte und denen auch seine letzten poli­tischen Gedanken und Arbeiten gegolten hatten.

Mit Clemens Frhrn. v. Heereman ist ein Politiker dahingegangen, der bei allen Parteien Liebe und Ansehen genoß. Sein mildes, konzi­liantes Wesen erwarb ihm überall. Freunde. Bei aller Milde, Ruhe und Vornehmheit des Tones, den seine Reden atmeten, war er jedoch unerschütterlich fest in der Vertretung der von ihm als recht erkannten Sache. Ja, wenn es sich um die Krankenpflegeorden handelte, konnte er sogar manchmal sehr scharf und bitter werden, ein Beweis, wie lief und schmerzlich er das Un­recht empfand, das er bekämpfte. Aber auch in dem Augenblicke der Ertragung und Entrüstung blieb er der vornehme Edelmann und die von ihm Angegriffenen fühlten sich nicht persönlich durch ihn gekränkt, selbst der Kultusminister nicht, davon er so unangenehme Dinge sagen mußte. Der jetzige Kultusminister sandte ihm als Zeichen seiner Hochachtung noch an sein Krankenlager einige Flaschen guten Weins zur Stärkung. Der Kranke selbst wollte ihm schrift­lich danken, mußte aber nach einem vergeblichen Versuch davon abstehen und der pflegenden Schwester das Dankschreiben diktieren.

Das Zentrum hat in Frhrn. o. Heereman, der im Jahre 1875, also mitten im Kulturkämpfe, den Staatsdienst verlassen hatte (er war damals Regierungsrat und Mitglied des Regierungs- kollegiums in Merseburg), um sich ganz der Sache des katholischen Volkes widmeii zu können, einen hochgeachteten Führer verloren, der, wie gesagt, stets in seinen vordersten Reihen gekänipst hat. Im ganzen katholischen Volke kennt man die Bilder, auf denen neben den an Deren hervorragendsten Zentrumsmitgliedern auch Freiherr von Heereman dargestellt war. Seit dem Tode Windthorsts im Jahre 1891 war Freiherr von Heereman Vorsitzender der Zentrumsfraktion des Abgeordnetenhauses, bereit Verhandlungen er mit milder, aber geschickter Hand leitete. Vor zwei Jahren legte er wegen vorgerückten Alters und zunehmender Kränklich­keit' den Vorsitz nieder, den alsdann Abgeord­neter Fritzen übernahm. Schon früher hatte er wiederholt den Wunsch geäußert, die Last des Vorsitzes, die wahrlich nicht gering ist und sich keineswegs auf die Leitung der Verhandlungen in den Fraküonssitzungen beschränkt, niederzu­legen. Durch die dringenden Bitten seiner Kollegen hatte er sich aber bewegen lassen, das Amt noch weiter beizubehalten. Als er nun aber endgiltig auf seinem Rücktritt bestand, be­zeugte die Fraktion ihm ihren Dank durch seine Ernennung zum Ehrenmitgliede.

Als nach der stürmischen Zeit des Kultur­kampfes, in der liberale Unduldsamkeit kein Zentrumsmitglied im Präsidium des Abgeordneten­hauses vertragen konnte, im Jahre 1879 eine

Wendung in der parlamentarischen Konstellation eintrat und dem Zentrum die Stelle des zweiten Vizepräsidenten eingeräumt wurde, präsentierte es für diesen Posten den Abgeordneten Freiherrn von Heereman. Noch einmal siegte dann für kurze Zeit die liberale Unduldsamkeit. Wegen der Zurückhaltung der Katholiken bei der Fest­lichkeit zur Vollendung des Kölner Domes wollten die Nationalliberalen dem Abgeordneten von Buda (der persönlich keiner der schlimmsten Kulturkämpfer war) nicht gestatten, neben Frei Herrn von Heereman im Präsidium zu sitzen und dieser wurde nicht wiedergewählt. Im Jahre 1882 aber wurde Freiherr von Heereman erster Vizepräsident und er ist es seitdem ununter­brochen geblieben bis zu seinem Tode. Mit allgemein anerkannter Gewandtheit hat er seines Amtes gewaltet.

Seine parlamentarische Tätigkeit im einzelnen zu schildern, würde uns zu weit führen. Hervor­gehoben sei nur noch, daß er sich bei seinem regen Interesse und hervorragenden Verständnisse für die Kunst auch besonders eifrig an Debatt.n über Kunstfragen, insbesondere über Malerei und Baukunst, beteiligte und für eine gesunde, christ liche Richtung in der Kunst einirat. Außerhalb des Parlaments beteiligte er sich ebenfalls lebhaft an den Bestrebungen zur Förderung und Ver­breitung der Kunst und des Kunstverständnisses. Auch schriftstellerisch betätigte er sich auf dem Kunstgebiete. Insbesondere veröffentlichte er ein sehr beachtetes Werk über „Die ältesten Tafel­malereien Westfalens". Desgleichen interessierte er sich für die Geschichte, nahm sehr tätigen An­teil an Vereinen und Veranstaltungen zur För­derung der Geschichte und Altertumskunde nament­lich feiner Heimat. In seiner Heimat hat er. abgesehen von seiner politischen Tätigkeit ferner besonders gewirkt als Mitglied des Provinzial- landtages.

Dem bescheidenen Sinne des Verstorbenen sagte es nicht zu, wenn er öffentlich gelobt wurde. Wir können aber nicht umhin, auch noch derjenigen seiner Verdienste zu gedenken, die ihrer Natur nach am meisten im Stillen bleiben: feiner um­fassenden Wohltätigkeit. Der ewige Vergelter keimt die Werke der Barmherzigkeit Heeremans.

Geboren am 28. August 1832 zu Surenburg bei Riesenbeck in Westfalen hat der Verstorbene ein Alter von 70'/- Jahren erreicht. Er hat das Leben eines Christen und Edelmannes ge­lebt. R. I. P.

,** Freiherr von Herkling ist in letzter Zeit der Gegenstand von allerhand kollegialem und Zeitungsklatsch auf liberaler Seite. Er ebne sich aus München fort, heißt es da, und die bayerische Regierung werde ihm dabei keine Hindernisse in den Weg legen; er möchte an

M

Berlin, den 21. März 1903.

Her Rand auf der Duigsburg.

Driginaierzählung aus der Geschichte der ehemaligen Jülicher Land« von Aleca Ruth.

40 ------ (Nachdruck Verbote».)

Gras di Pauli bemerkte den Jüngling und rief ihn berbei.

„Besteiget unverzüglich Euer Pferd und reitet nach Edernburg hinüber. Der Herzog weilet dort bei st iner Anverwandte, der Bnrgsrau Sophia von Edern. .Uebet bringet ihm die Nachricht, die Ihr soeben ver- i ommen und nehmet seine Befehle entgegen." Omar -eilte davon. Als er aus der Pforte trat, ichwang der Fürst sich vom Pferde und ging dicht an ihm vorüber, ohne seiner zu achten. Welch' ein Verhängnis! Welch' ein Geschick!

Jener war fein Sohn. Der Fürst suchte ihn in den Landen und dort schritt er an ihm vorbei!

An einem Baumstamm angebunden stand ein Pferd, daneben auf dem Rasen lag sein Re ter. Omar rief ihm zu:

„Guter Freund, leihe mir zu einem schnellen Ritte Dein Pferd, es ist gesattelt u»d ich habe keine Zeit zu verlieren. Ich muß zur ©bemburg," Der Angeredete hob sich empor und blickte prüfend in des Rusers Ge­sicht unter dem geöffneten Visier. Auch Omar schaute genauer zu.

„Wahrhaftig, Du bist's, Jonny!" rief er und streckte dem Krieger beide Hände entgegen.

„Tausend Element!" lachte dieser und erhob sich, ^daS hätte mir Mühe gemacht, Dich in der feinen Ge­wandung zu erkennen. Du siehst ja wie ein Ritter au8. Man merkt, Du fitzest am Tische reicher Herren. Wie weit ist denn Deine Laufbahn fortgeschritten?"

„Dem Verdienste gerecht, vom Turm in den Kamps. Hiermit ist meinem Leben vielleicht ein Ende gesetzt und ich beklage eS nicht."

„Das find bittere Worte, aber Du wirst nicht ster-

den. Die Augen des Bundes folgen Dir. Wo ein Arm sich bebt, auf Dich den langen Spieß zu schleu­dern, hält ein anoerer Arm ihn zurück. Ich wieder­hole: Sterben wirst Du nichi!"

„Sprich nicht so töricht, Jonny", sagte Omar und band das Pferd los, „zum Bunde kehre ich nimmer­mehr zurück, ich habe mich losgesagt dadurch, daß ich, entgegen seiner Weifüng, in des Herzogs Heer ein» getreten. Der Bund hat meinen Erwartungen nicht entsprochen, er hielt nicht einmal das Versprechen, dessen Erfüllung ich zur Bedingung gemacht. Ich verachie jene. Menschen und will keine Gemeinschaft mehr mit ihnen haben." Jonny begann an seinem Harnisch zu putzen.

„Macke weiter keine Pläne, Freund", sagte er mit eigenem Lächeln, „aus des Tigers Krallen mag es noch eine Rettung für Dich geben, hat aber die schwarze Bande einmal ihre Arme nach Dir ausge» streckt, bann kannst Du nur — darin untergehen! Ein Zweite- gibt'- nicht. Sie wird Mittel und Wege finden. Dir nur die eine Wahl zu lassen: Treue zum Bunde oder Tod!"

„Du übertreibst, Jonny, demnach müßte die chwarze Bande größere Macht befitzen al- des Wassers Streitmacht."

„Törichter!" Jonny beugte sich dicht zu seinem Ohr: „wann wirft Du endlich die Bedeutung diese« Bundes begreifen lernen? Wo immer Du Dich finden magst, die schwarze Bande umgibt Dich. Wenn Du morgen die Ritter und Grafen in glänzender Rüstung um den Herzog geschart fiehst, so denke: dieser da und jener, der hat neben Dir gestanden mit — der chwnrzen Maske!"

„Still, Jonny, Du redest furchtbar, die Räuber, wegen deren der Krieg entbrannt —."

„Sind die Höflinge de« Herzog«! Begreifst Du nun? Die feinen Herren, die mit glattzüngiger Rebe den Herzog umgeben, legen mit bem Hoffrack auch hre feine Sitte ab und »erben Räuber unb Wege­lagerer. — So, nun besteige mein Pferd, ein scharfer

Ritt wird Deine Gedanken ordnen helfen!" „Lebe­wohl, Jonny!" rief Omar und schwang sich auf das Roß, „in der Nacht sehen wir uns wieder!"

Noch in der Schlackt brach dos vereinigte Heer auf und marschierte noch Baesweiler zu. Als der erste Moigenttrahl durch die Sonne brach, lag das Dorf vor ibnctt.

Inmitten einer fruchtbaren Ebene gelegen, zwiscken ästigen Wiesen und 93aut» gärten, bietet dasselbe sich dem Ange des Beschauers als ein überaus idyllisches Naturbild dar. Beim ersten Uederblick gewinnt man den Eindruck, als liege vor uns ein Wald unb nicht eine blühende Dorsschasr. Die Hütten und Häuser bergen sich in dem grünen dickten Versteck der Hain- unb Rotbuchen, welche die eingefriedigten Wiesen unb Iderlänbereien umschließen. Jede Art von Bäumen cheint hier verrieten ; neben der stämmigen Eiche die zierliche Pappel, die schlanke Ulme. Lindenbäume hauchen ihre milden Düste aus und dichtbelaubte Obst- bäume beschatten die blühenden Gärten. Durch jene ruchistrotzende Ebene hindurch zieht sich wie weißer kreidestrich die Aachen-Lmnicher Landstraße. Diese war in dem Zeitpunkte, zu dem wir unsere Leser zu- rückführen, dicht mit den Truppen des Herzogs Wenzel besetzt, außerdem lagerten sie in den zahl­reichen Wiesen, in den Gärten und Hütten, überall Spuren »er Verwüstung zurücklaffend.

Es war eine fast unübersehbare Streitmacht, die den Blicken des Anrückenden darbot und manch einem klopfte ahnung-bang das Herz unter bem Harnisch. So stauben sich bie beiden Streitmächte Auge in Auge Vmber, wie ein einzig großer Wald starrten die tngen Spieße empor. Eine lautlose Stille trat ein. Der Feltzkaplan war an bie Spitze de- Heere» getreten auf eine kleine Anhöhe unb richtete eindringliche Worte an die ÄriegigefeHen — die Erhebung des Gemütes zu Gott vor der Schlucht! Dann ward da» Zeichen zum Angriff gegeben. Alle knieten meber, warfen eine Hand voll Erde über fick, damit anbeutenb, daß sie nun alles Irdische hinter sich ließen und dem

eine preußische Universität berufen werden und dergleichen mehr. Jetzt versichert selbst die liberale .Nationalzeitung', daß alle diese Gerüchte unbegründet sind, und erinnert daran, daß Professor v. Hertling erst vor drei Jahren eine Berufung nach Bonn abgelehnt hat.

* Diäten? In „parlamentarischen Kreisen" — so behauptet ein parteiloses Berliner Lokal­blatt, das aber weniger zu parlamentarischen als zu R e g i e r u n g s - Kreisen Beziehungen zu unter­halten pflegt — nimmt man an, daß der Bun­de srai selbst eine Vorlage betreffend „Ge­währung" von Diäten an die Mitglieder des Reichstags auSarbciten unb dem letzteren o m Schlüsse der Session vorlegen werde. Bis zu diesem Zeitpunkte dürfte auch die Em- bringung des Entwurfs wegen Sicherung des Wahlgeheimnisses hi musgeschoven werden, i er vom Reichstag beschlossene Diätengefetzent- wurf wird angeblich in Bundesratskreisen in mehrfacher Hinsicht als unpraklisch beanstandet. Sinn, daran dürfte dem Reichstag wenig liegen, wenn nut dasselbe Ziel erreicht wird, und zwar daß es ohne durch „Kompensationen" beim Wahl­recht und dgl. erkauft werden soll — dafür wäre die Mehrheit des Reichstages keinesfalls zu haben. Im übrigen muß die Bestätigung der vorstehenden Nachricht natürlich abgemaviet wer­den. Wünschenswert wäre es ja freilich, wenn die Einführung von Dicssen noch vor den Wahlen erfolg le. Das würde die Auswahl und die Ge- winnung geeigneter Kandidaten sehr erleichtern. — Was den Entwurf zur Sicherung des Wahlgeheimnisses angeht, so meldet auch die ,Lib. Korrdaß derselbe unmittelbar nach den Osterferien dem Reichstage zugehen soll. Das entspricht auch unseren Informationen. Uebrigens wirb, wie allgemein angenommen wird, der Reichs­tag nur noch auf etwa acht Tage nach Ostern zusammenkommen. Die .Liberale Korresp/ erklärt außerdem, aus guter Quelle zu wissen, daß bie Wahlen schon am 9. Ium st.ttifinden sollen, aus Rücksicht auf die (Srnteai betten. Dann müßte der Reichstag wohl aufgelöst werben.

** Der Reichstag gedenkt die drille Lesung des Etats am Montag unb Dienstag zu er­ledigen und dann die Osterferien anzuireten. Diese sollen bis zum 24. April dauern. Nach Ostern wird der Reichstag kaum aus länger als 8 -rage wieder zusammenkommen. Voraussichtlich wird in dieser Zeit von dem noch unerledigten Arbeitsstoff sehr wenig aufgearbeiut werden. Die wichtigste Vorlage, die Krankenkassen- Novelle, ist in der Kommission noch nicht einmal in der ersten Lesung erledigt. Während der Ferien will die Kommission nidjt tagen. Sie würde wahrscheinlich noch längere Zeit brauchen, als der Reichstag überhaupt beisammen bleibt. Auf ein beschlußfähiges Haus ist nach Ostern nicht mehr zu rechnen; infolgedessen wird u. a. wohl auch das in der Kommission bereits er­ledigte Phosphorgesetz liegen bleiben.

** Es wird, wie der.Reichsanzeiger' schreibt, beabsichtigt, dem Landtage in den nächsten Tagen eine Verstaatlichungsvorlage zu machen, in der die Staatsregierum ermächtigt werden soll, nnww1

Tode entgegenfaben, ru.d stürmten bann mit wildem KriegSgeschrei auf den Feind zu.

Ein blutiges Schauspiel nahm feinen Anfang. Lanzen klirrten, Rosse schnaubten und wieherten, Wehe­rufe und Klagelaute durchzitterten die Lüste, dazwischen Trommelwirbel und lautes Schlachtgeschrei. Der Kampf Tausender gegen Tausende wurde zum Eivzelkampf, in blutiger Um innung trafen sich Freund und Feind. Ein furchtbares Gemetzel entstand. D e grünen Auen des friedlichen Dönchens trieften von Blut, über zuckende Leichname führte der Siegesweg. Der Tod hielt grausige Ernte und brach furchtbare Lücken in die Scharen Herzog Wilhelms. Mann um Mann fiel, Omar stand im dichtesten Schlachtgewühl und kämpfte wie ein Löwe. Sein Pferd war ihm unter dem Leibe erstochen, er kämpfte nur nock mit dem breiten Hand­schwert, dessen Scheide nach damaliger KriegSart quer am Gürtel hing. So stand er da, unerschrocken dis zur Vermessenheit. Er halte nur ein Leben zu verlieren, das für ihn wertlos geworden, er fürchtete den Tod nicht. Neben ihm, hinter ihm sank Mann um Mann, Hausenweife lagen die Leichen auseinander, er stand im B'ute bi- zu een Knöcheln. Aber immer erfolgreicher drangen die Truppen de« Herzogs Wenzels vor, diejenigen Herzog WllhelmS gewaltsam zurück- zwingend. Einige toanbten sich schon zur Flucht, da sprengte auf reichgffchirrtem Pferde ein Retter heran.

„Mir nach!" riff er und schwang den Speer, und todeamutig warf sich seine Schar dem Feinde entgegen. Es war der KönigSburger! Von mm ab folgten Omars Blicke diesem Manne, der sich, keiner Gefahr achtend, mit seinen betreuen in die dichtesten Haufen hineinwarf. Die Feinde umringten mit Triumphgeschrei die verwegene Schar und hieben wutentbrannt mit ihren langen Spießen auf fie ein. Omar, der unter den Mannen des Grafen »on Berg und den Jülich- schen Rafeüen focht, sah den Fürsten von den Feinden umzingelt, die fich wie eine feste Mauer immer näher und näher um ihn schloffen unb ihn von seinen Krieg«- knechten zu trennen suchten. Obwohl der Fürst der»