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mit Jtnterhattungs-Beilage „Assustrirte Sonntags-Zeitung"
Jtt 60.
JuLöa, Samstag, den 14. März 1903.
sagte:
„Hol' Dir vom T
„Ntcht so unwirsch, Mensch," sagte Omar ärgerlich, „sage mir wenigsten«, wer sich hinter der Maske eine« BanditenführerS verbirgt? Geringe Leute find da« nicht."
Der »ngeredele schnellt« herum.
„Bi, man merket wohl, daß Du noch da« Küken bist, da« überall nach dem »warum* fragt. Laß da« Forschen und Fragen, et ist vergeben«, — keiner antwortet Dir, et sei denn ei« Venäter ---und Verräter gibt e« nicht In unse m Bande."
»Und wen« beispielsweise ich einer wäre."
»Du hättest eS noch nicht auSgedacht, fo—" und er machte die Bewegung deS HalSabschnei« denS. Omar hatte genug, er wußte nun, daß «ur äußerste Vorsicht uito Gewandtheit seinerseits ihn ohne Verlust seines Lebens auS jener gefährliche« Umgebung hefteten konnte. — 118 die Sonne untergegangen, kehrten endlich die Scharen nebst den beiden Anführer« zurück. Sie lagerten unter den Gichenbäume«, welche die Köhlerhütte umstanden, nur Ornat fand in dem kleinen Raume der Hütte noch eine« Unterschlupf, wohin er fich zum Schlafen ausstrecken konnte. Gr war Md«, eher vom Denken und Nachgrübeln
I der Sendbote, dem man keine Erklärung gibt." | Damit trat er ohne Gruß seinen Rückweg an. und Omar wanderte langsam auf der Landstraße »eiter. In wenigen Augenblicken schon tcuchtr« Häusergiebel vor ihm auf und kündete« dir Nähe der Stadt. Das Jmnichhaus war bald aufgefunden, war doch sein Ruf gar weit verbreitet. Einigermaßen auf die kommenden Dinge gespannt, trat Omar in das wetrgebaute geräumige HauS ein und wurde «ach seinem Begehr vor dem Chef deS Hauses geführt. Dieser nah« wortlos seine Botschaft in Empfang und rief dann einen alten grauhaarigen Diener herbei.
»Führe de« Man« hier zum Warenhaus und beschäftigte ihn," sagte er kurz und ging hinaus. Omar horchte auf. Wohin wies ihn dieser?
»Folge mir, Freund," drang da die Stimme deS Dieners zu ihm her.
,8a« Warenhaus ?" fuhr Omar auf, »nimmer« mehr! Ich habe niemanden den Auftrag erteilt, mich zu einem SefchäftLmanne zu machen." Der Alte lächelte gar seltsam.
»Glaub« wohl, aber folge mir nur immerhin. ES wird nur ein vorübergehender Aufenthalt für Dich sei«. Ich sah schon manch Einen kommen u«b — gehen!" Mit diesen Worte« schritt er ihm voran. Nur widerwillig folgte ihm Omar. Er mußte erst zu einem Entschluffe kommen, erst eine« andern LebenSkrets vor stch sehen, ehe er daran denken konnte, auS jenen Verhältnissen fich zu retten. Durch lange haldduukle Gänge schritten sie dahin, bii sie in eine wette Halle eintraten, die bald bis zur Decke hinauf mit Kiste«, Fäffern und Balle« ungefüllt war. Dahinein schob ihn der alte Diener und tagte:
»Mache Dich nützlich." Dam» ging er davon
di» Antwort!"
I sicher zu erwarten ist, die Urters.ützung aber selbst von Kandidaten, die fich zwar konservativ I nenne«, ti aber nicht ix unserem Sinne find, sondern in Wahrheit willen-ose Werkzeuge der jedesmalige« Regierung bilden, für die Zukunft leitens deS Bundis unter keine« Umstände« er« folgen wird." Um diese Selbstempfehlung der Bündler als »staatsrrhaltende, königstreue Partei" vollkommen zu würdigen, braucht man nur an ihr Verhalten in Münsingen zu erinnern.
+ Die Andgetüommissiou dr, Aeichs- tage» genehmigte am Freitag den Etat für Ki aut schon ohne erhebliche Abstriche. Die nächste Sitzung der Kommission findet am Dienstag statt.
* Kauuover, 13. März 1903. Die Ge« mahlin dks Prinzen Bernhard von Sachsen« Weimar ist an einem Luv genödem gestern in Hannover gestorben. Die Verstorbene, Ella, ver« i wittwete Marquise Lucherini, geb. Brockmüller. ! war am 6. Mui 1863 geboren. Seit dem 24. Mui 1901 hatte der Prinz, der am 10. Okt. 1855 geboren ist, den Name« r irres Grafen von Erqyenberg angenommen. Gr verzichtete damals auf Rang und Titel eines großherzogüchrx Prinzen. Seine Gemahlin wurde gestern bei einer Spazierfahrt im Stadtyrrk zu Hannover plötzlich von Krämpfen befallen, und ihr Gemahl lenkte das Gespann sofort nach dem Vorort Rite« feit», wo sie in das HauS eines Arztes geschafft wurde. ES stellten fich wiederholt Krämpfe ein, und trotz der Bemühungen zweier Aerztt verstarb die Dame «ach etwa zwei Stunden.
* K«k»rt»H«, 13. März 1903. Jnsolze der beiden traurigen Duell«Afsairen deS eirgan« gene« Winter<Semesters hat der Sr^at der technischen Hochschule de« Beschluß gefaßt, künftig jeden Studenten für immer so« der Hochschule zu verweise», der fich an den VorbereitM« gen und am AuStrage eme8 Pistolen-Duells, sei es als Ratteflträger, Sekundant ober Unparteiischer, «ach Umständen auch als Mitglied des EhrexrateZ, aktto beteiligt.
[] Stuttgart, 13. März 1903. Die Kammer der Abgeordneten beriet heute über bea Gesetzentwurf, betreffend Tilgung der Staatsschuld und Umwandlung der 4prozentigen Staatsanleihe von 1891—1892 im Betrage von 34 Millionen Mark in eine 31/* prozermge L Iu.b. Nachdem fich sämtliche Redner im Prinzip mit dem Entwurf einverstanden erklärt hatten, wurde derselbe auf Antrag bei Abgeordneten Geß zur näheren Beratung an die Finanzkommisfion verwiesen.
als von der körperlichen Anstrengung und schlief alsbald ei«.
Dcr Helle Sonnenstrahl fiel schon durch die Luken der Hütte, als Omar erwachte und fich verwundert in dem dürftigen Raume umsah. Er war allein. Bor bet Türe faß mürrisch wie immer der Köhler und reichte Omar einen Krug Wei« und Brot mit Salz.
»Setze Dich nieder und stärke Dich — und dann folge mir." Der Jüngling kam dieser Aufforderung einigermaßen verwundert nach.
»Was bedeutet diese neueste Maßregel?" frug er ziemlich unwftsch, »und wo sind die Uebrigen?
Der Köhler drehte stch ihm mit seinem unfreundlichste« Gesichte zu.
„Du führst sonderbare Rede«. Merke Dir dies. Hier fragt keiner nach dem Warum — jeder gehorcht."
Ein Charakter wie derjenige Omars, der so wenig die sklavische Unterordnung verstand, konnte dieser Anschauung wenig Geschmack abgewinnen. Indessen scheiterten alle seine weiteren Fragen an dem mürrische« Schweige» jenes sonderbare» Mannes. Schweigend »ahm dieser den Knotenstock zur Hand, schweigend ging er voraus. So legten beide wortlos eine bedeutende WegeSstrecke zurück, bis fie aus einem Hohlwege heraus auf die ge« Jülich führende Landstraße stießen. lDort blieb der Köhler stehen und händigte dem Jüng-1 ling ein Päckchen ein.
ß»Ni«m dieses und gehe damit gen Jülich. Frage nach dem Warenhause der Firma Jmnich und Kettelheid und übergib dem Ehef des Hanfes — wohlverstanden, »ur diesem — jenes Päck- che». Er wftd für Dich »eiter sorge». Frage mich nichts, den« ich rveiß selber «tchtS. Ich bi, |
Energie im Bundesräte für die endliche Aufhebung des exorbitanten Ausnahmegesetzes gesorgt wird. ES wäre für die beiden größeren Bundesstaaten Preußens und Boyern eine direkte Blamage, wenn fie fich von den Kleinstaaten in einer für die politische Gesamtlage und für daS gute Einvernehmen mit dem Ze», trnm so wichtigen Frage majorisieren la ff en würden. Es hirße einfach, daß der BurrdeSrat vor dem Geschrei einet Schar gewerbsmäßiger Hetzer zurückge-vichen sei. Diese Erwägungen machen für uns jene Berliner Nachricht von vorn« herein unglaubwürdig. Wft erwarte« deshalb ein baldiges Dementi!
+ 3Ufio**IWer<iite und Weifet» standen stch b.sher in bitterer Feindschaft gegenüber. Die Einbruchsgelüstö de« »Bunde« der Landwirte" haben da« Unerhörte zuwege gebracht, daß ein Wahlbündnis zwischen Rational- liberalen und Welsen angebahni ist. Ja einer Vertrauen«männerversammlung der nationallibr- taten Partei in Kreiensen zog der al« Kompro mißkandidat der bürgerlichen Parteien ausgestellte Oberamtmann Kreutz - Gandersheim seine Kandidatur für Holzminden-Gandersheim zurück, weil vom Bunde der Landwirte ein Gegenkandidat in der Person de« Oberamtsrichters Brandte-Braunschweig aufgestellt worden ist. W e die ,Boff. Ztz/ berichtet, beschloß die Versammlung, den Kandidaten de« Bunde« der Landwirte in seiner Weise zu unterstützen, sondern für den Kandidaten der welfisch en Partei, Notar Damm-Braur.schweig einzutteten. Die Nachricht bedarf zwar noch der B stätigung, kenn- j zeichnet aber doch die zvischen dem Bunde und den Nationalliberalen herrschende Stimmung.
X Die Korrespondenz des Ztznude» der (jten)niirte klagt, „daß i« letzter Zeit wieder« holt auf Kandidaten, die namentlich wegen! ihrer bis dahin stets bekundeten stramm! agrarische« Gesinnung für die kommenden Wahlen ausgestellt worden find oder ausgestellt werden sollten, im letzten Augenblick seitens mehr oder minder einflußreicher Regierungsoertreter ei» Druck dahin auSgeübt werben | ist, vom Bund der Landwirte ab« j zurücken." Das amtliche Organ des Bundes gibt demgegenüber zu bedenken, „daß der Bund der Landwirte berartige» Kandidaten, di? einmal keinerlei Gewähr dafür bieten, daß fie fich auch späterhin im Reichstag bet der Entscheidung wichtiger wirtschaftlicher Fragen allen gouver- »ementalenBeeinflaffungen gegenüber unzugänglich erweisen werde», und auf der axberen Seite nicht die bestimmte Erklärung abgebe», daß fie völlig auf dem wirtschaftliche» Boden deS Bundes »er Landwirte stehen, keinerlei positiven WahlunterstLtzung zu teil werden laffen wird, ft löst wen« fie fich so» vornherein der konser« nativen Partei anschließe« zu wollen erklären". Ob die Regierungsvertreter, die i» solcher Weise gegen die Bündler vorgehen, damit der Sache der staatserhaltenden, könig-treue« Parteien eine» Dienst erweise», will die Korrespondenz »ahingestellt sei» laffen, »da ohne die tätige Wahlhilfe des Bundes in alle» schwierigen und bedrohten Wahlkreisen ei» Mißerfolg so gut wie
A«s dem ßiv«dta-r. .
•O sä»eeeziiM<rt« Mgew»«
42. Bttzwrg vom 12. März, (Abendfitz««,.)
Fortsktz««, der Beratung deS KultuSetatS: HSHere Schule«
Ab,. Aatzeksek (Ztr.) beklagte di« häufigen Dispensationen »om ReligwnSunterncht und Nbgeordueter H«aitf<lter (Ztr.) betonte mit Entschiedenheit, daß au» den ScschtchtSbücheru alle» entfernt werden müsse, «a» die tiatho iken mit Recht verletzen könne.
Regierungsbaumeister »eh. Rat Köpke trat dem vom «v,. Met,er (nallib.) erwähnte» Gerüchte entlegen, die Gebühre» o-r Extraneer sollten zum Bau etuer Bootshall. t» Berlin diene». Niemand tot Ministerium denke daran.
Neberdievz» derSommisfio» gestrjchenenForderun,«» zur girderun, de» Schül^rrudernS an de» höhere» Lehranstalten in Berlin wurde auf Wunsch deS Ministerial- direkiorS Aki Hoff »ie Beratung bis zum Schluffe der Bersruug deS KultuSetalS ausgesetzt.
Der Titel 4800 Mark zur Anmietung von Ober» lebreibiroftn-oliawege» t» de» ehemals polnischen LandeS- tnlen, di- -«gleich alS Echülerpenfione» dienen sollen, wurde,v-, chd-die AbggKttzchek (Pole) uudHSalkiaVor» (Ztr.) stq g, «en denselben auSgesproche« hatten, a»,e« rem^ea.
Schluß der Sitzung */ill Uhr.
Derrifches Keich
Berlin, 13. März 1903
+ Freiherr v. Aeerema«, der alloerehrte Vorsitzende der Zentrums-Fraktion des preußische« Abgeordnetenhauses und erster Vizepräfidenr des letztere», ist leider bedenklicher erkrankt, als man »«nächst annehmen Durfte. Er mußte noch am Donnerstag »ach dem St. HrdwigS-Krankenhause überführt werde«, weil der Arzt eine Lungen- entzünduna ftftstellte, die bei dem hohen Alter des Kranke« (73 Jahre) immerhin zu Beforgniffen Anlaß gibt, wen« auch eine akute Gefah: nicht vor,«liegen scheint. Freiherr v. Heerema« hatte schon bei seinem letzten Aufenthalte in der Heimat eine« Ja flirr«,o-Anfall zu bestehe» gehabt. Leider wartete der pflichttreue Abgeordnete die völlige Wiederherstellung nicht ab, fordern begab sich zur Erfüllung seiner parlamentarischen Pflichten »ach Berlin. Hier erlitt er nun am Donnerstag einen Rückfall, der durch e'ne Lungenentzündung kompliziert ist. Die deutschen Katholtken wrde« im Gebrte deS hochverdiente» Veteranen ihrer parlamentarische» Vertretung nicht vergeffe«, auf daß ihnen Clemens v. Heerema« noch lange als leuchtendes Vorbild erhalten bleibe!
X AieA«fHevimq de» 8 2 oe»Ies»ite»ge- sstzes in Ke fahr? Eine Meldung verschiedener Mütter will den Anschein erwecke«, als ob die Auf« HebungdeStz2 deSJesuitengesetzes verschoben sei.
* Wir wollen zunächst noch annehmen, daß bei der ' Nachricht der Wunsch der Vater des Gedankens war. Der „Eoangelische Bund" und feine Helfer waren schon längst eifrig an der Arbeit, um die Aushebung zu hintertreiben. Namentlich der sächsische Zwischenfall mußte dafür herhalten, obwohl er in absolut keinem Zusammenhang mit dem Jesuitrngrsetze stand. Dann kam der Ver- stoß der N rtionalliberalen mit der Interpellation Überde« Trierer Fall. ®ieprompte Beilegung dieser Affäre war sicher nicht nach dem Geschmacke der Kulturkämpfer, die stch sirtzt wieder hinter den Bundesrat stecken, in dem für diese» Augenblick auf eine Mehrheit für die Aushebung nicht mtt Siche, heit gerechnet werden könne. DaS ist nun freilich nach den positive« Srklä« r«»sen des Reichskanzlers Grafen v. Bülow ein starkes Stück. Daß mächtige Einflüffe fich der Aufhebung widersetze», ist kein Geheimnis und der Reichskanzler kennt dieselbe» fo gut wie wir; sonst würde sich die Abschaffung des Gesetzes nicht so lange hingeschobe» haben. Wenn aber Äras Bülow der Ueberzeugung war, daß im Bundesrate keine Mehrheit für die Aushebung vorhanden ist, dann hätte er seine bindenden Erklärungen einfach nicht abgeben dürfen. I tzt bleibt es Aufgabe deS Grafe» Bülow, den ganzen Eir fllß aufzubieten, um seine Versprechungen wahr zu machen. Im Übrigen könnte man auch wo» dem zweitgrößten Bundesstaate, dem katholische» Bayern, erwarte«, daß mit aller
Kriegsminister ». Hoßter trat de, Sagriffen,eg« die Mililäiverwalku», entgegen. Bo» Uebeieoiteitaeg und EtatSüberschreitung Unne keine Rede sein, und de» ®rufen Dohna treffe ebensowenig eine Schuld, wie die Berwattuug.
Die Resolution zum Militäretat wurde einstimmig angenommen, n. a. auch die betr. Zuwendung von Auf« trägen an verschiedene Firmen im Jutereffe der größeren Konkurrenz und der durch diese günstig beeinflußte» 9t?id)s ftHazjeit
Ohne Debatte wurde der Etat deS Reichsmilitär« gerichteS erledigt.
Darauf begann mit »Volldampf" die Beratung deS MarineetatS.
Ohne jegliche Debatte erhielt Staatssekretär ne« Tirpitz sein Gehalt bewilligt, gewiß eine Seltenheit, die verdient, hervorgehoben zu werden, wenn man bedenkt, wie lange und schwer die Kollegen des Herrn v. Tirpitz um ihren »Titel" zu kämpfe» haben! Alles — Referent, Staatssekretär und die übrige» Redner — befleißigte stch einer wohltuenden Kürze, so daß eine ganze Reihe weiterer Titel deS MarineetatS erledigt werden konnten, biS um 6 Uhr das schwach besuchte HauS sein Schicksal ereilte.
K« Die Abstimmung über de» Antrag Frese auf Aiederoerstellung der Regieruugkvoi läge von 2 Mill. Mark für Reparaturen und bauliche Berbefferunge« an de» Kreuzern »Kaiserin Aususta" und »Irene" ergab nämlich kein unzweifelhaftes Resultat, fo daß zum Mittel des »Hammelsprunges" gegriffen werde« mußte. Für de» Antrag stimmten 59, gegen denselben 65 (Zentrum, Freisinnige BolkSpartet und Sozialdemokraten) — daS HauS war somit nicht beschlußfähig.
Am EamStag wird die Beratung deS Marine» etatS fortgefetzi. Außerdem Skat für Ktautschou und Wahlprüfungen.
A«s dem Reichstage«
•0» 288. Sitzung oem 18. März 1908, 1 Uhr.
vor Eintritt in die Tagesordnung verliest bet Präsident ein ihm heute zugegangenes Schreiben deS Abg. von Oldenburg, wonach derselbe sein Mandat ntebfltelegt hat.
Die Beratung deS Militäretats wird fortgesetzt mit der gestern abgebrochenen Debatte über die Forderung (6. Rate) für de» Truppe »Übungsplatz tu Neuhammer und die dazu vo» der Kommisfi»» beantragte Resolution: Den Reichskanzler zu ersuchen, bei künftigen Anforderungen für neue Truppenübungsplätze zuvor genaue Entwürfe und Kostenanschläge festft-.llen und de» in betracht kommenden Erunderwerb durch Vorverträge fichern zu laffe».
43. Sitzung vom 18. März.
Auf der Tagesordnung steht die Interpellation deS Grafen K->»itz (kons.) betreffend die Einbringung rbteg SÄuldotatioUsaesrtzrS.
Minister Kindt erklärt stch zu sofortiger Beantwortung bereit.
Graf Kanitz (kons.) begründet die Interpellation. Da jetzt ein allgemeine« Schulgesetz nicht zu erwartr» sei, müßten zunächst die drückenden Schullasten herab« gemindert werden. Die Regierung habe die Pflicht, da etnjugreiftn, wo die Kräfte bei Einzelnen nicht auS- reichen.
Minister Stndt verlieft eine Erklärung des Inhalts: Die Regierung erkenne an, daß die bestehende» vor-
und überließ de« Derbllffttn Jüngling feinem Schicksals Bor der Halle hielt gerade ein größerer , KaufmannSzufi, der mit Waren belade» unter bewaffneter Begleitung fich eben in Bewegung fetzte. Geschäftig eitle« die Männer zwischen den aufgestapelte» Ware» nnher, Befehle wurden gegebe» utb anggesührt, FSffer auf und ab gerollt. ES wäret» lebhaftes Woge« und Treibe«. Da trat ein junger schmächtiger Mann zu Omar, klopfte ihm srenn blich auf di« Schütter und sagte:
„Komm, mein Freund, deine Kraft ist von Nöten." Aber anstatt dieser Aufforderung Folge zu leisten, starrte Omar den Sprecher ganz perplex an und suchte in seiner Erinnerung, wo er diese Stimme schon einmal gehört haben mochte. De« Fremde schien seine Gedanken zu erraten, faßte ihn beim Arm und zog ihn mit fort zur Arbeit. So war nun Omar, der Fürstensoh», in ehe neues Stadium seines Lebens eiwgetretetu Er wuroe Geschäftsmann, aber daS war ihm ein Greuel. Mehr als einmal stand er auf dem Sprunge, zu entfliehen. Bann aber kam ihm die Frage: Wohin? Er hatte schon soviel vom Lebe» gelernt, daß er wußte, dem fahrenden Landsknecht fielen die Lorbeeren und daS tägliche Brot nicht vorn Himmel herab. So blies er und hoffte auf BeffereS, obwohl ihm das eintönige Beben und die niedrige Beschäftigung all Arbeitsknecht stündlich immer mehr zur Last wurde. Der einzige, der ihm unter der Arbeiter- schar einiges Vertrauen einflößte, war jener junge Man», der ibn so lebhaft beschäftigte. Er suchte feine Gesellschaft auf und unterhielt sich gern mit ihm, denn jener, der fleißig und z« allem brauchbar war, besaß manche bemerkenswerte Eigenschaft, unter anderen eine Besonnen-
Btt Laub ms btt SSui-sbutz.
Origtoalerzählung auS der Erschichte der ehemalige» Jülicher Laude vo» Aleca Ruth.
3« ------ (Nachdruck verboten.)
aber eben die in seiner ganzen Hattuvg aus« gedrückte Sprnuung schien den Kranken stutzig zu machen. Sr wandte sich unwillig zur Seite und