Einzelbild herunterladen
 

FuldaerMZeitung

eggs unb Frier« tage. Liertellührl. Ge,»«»p"^ oboe Bringerlohn

Bestellgeld in «,lda «nd auS« WlMSOPf.

!Inserate: Die eine palt. Garmond­zeile oder deren Raum1SPfa.,Re- klamen die Petit- zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

ih Unterste J. Parzelle» ix »üta. mit Zlnterhaktungs -AeikageZssnflrirte Sonntags-Zeitung!' petersgaff« ll». e (Darme xie).

J$59.

JuNa, Freitag, den 13. März 1903.

30. Jahrgang.

einen Zuschuß abschläglich beschieden hat.

Herr Rittmeister Deichmann-Lembach berichtete sodann über die Tätigkeit der Pferdezuchikommisfion. Die Zahl der Pferdezuchtgenoffenschaften beträgt jetzt sechs. Der Fohlenverkauf auf der vorjährigen Bezirkstierschau in Fritzlar erbrachte für 22 Stutenfohlen und 4 Hengste insgesamt 6275 Mk. Die Verhältnisse auf der Fohlen» weide in Bieberstein haben fich gebessert und die Pferdezucht sei im Aufblühen begriffen. Nach einer kurzen Debatte über diesen Gegenstand berichtete Herr Direktor Backhaus-Fulda über die Tätigkeit der Molkereikommtssion. Diese hat die Butterprüfungen in der bisherigen Art und Weise fortgesetzt, jedoch waren die Resultate nicht immer die günstigsten; auch ließ die Beteiligung sehr viel zu wünschen übrig. Das von der Kommission neuerdings eingeführte Probe- melken hat fich als sehr wertvoll für den Land­wirt erwiesen, zumal dieser dadurch die Leistungs­fähigkeit seiner einzelnen Milchtiere kennen lernt. Das Milchquantum und der Fettgehalt find be­deutenden Schwankungen unterworfen, die ein Laie selten festzustellen vermag, weshalb die Durch­führung de« Probemelkens im Interesse der Land­wirtschaft sehr zu empfehlen ist. Der Referent regt zum Schluß im Auftrage der Kommission an, die Molkereien durch einen Sachverständigen be­reisen zu lassen, um dadurch die Wünsche der Molkereien kennen zu lernen. Zu diesem Zwecke beantragt er die Bewilligung eines Zuschusses in Höhe von 1000 Mk. Dieser Antrag wird nach kurzer Debatte dem Vorstände zur möglichsten Berücksichtigung überwiesen. I

An« dem vom Herrn R'ttergutrbefitzer i M a er te»«-Sieber hausen erstatteten Bericht der Geflügelzucht.Kommission war zu ent­nehmen, daß diese im vergangenen Jahre fünf Sitzungen abgehallen hat, in welchen ein reich- haltige« Material aufgearbeitet wurde. Die Ge­samtzahl der Geflügelzuchtstationen beläuft fich jetzt auf 70, womit die Kommission die höchste Zahl erreicht zu haben glaubt. Jeder Kreis hat im Durchschnitt drei Stationen aufzu- weisen. Um den Landwirten die Möglichkeit zu | geben, den städtischen Konsumenten täglich frische Eier zukommen lassen zu können und dadurch die Einnahmen zu erhöhen, sind auf Veranlassung der Kammer äußerst praktische, au« starker Pappe ge­fertigte Eierkisten beschafft worden, deren Preis mit der Verschnürung für da« Stück nur 1,10 Mk. beträgt, während Holzkisten fich auf mindesten« 3 Mk. stellen.

Herr Amtmann Vaup el erstattet als Vieh­zucht - I n sp e k t o r den Jahresbericht und kommt zu dem Ergebnis, daß der Stand der Vieh. Haltung trotz der zu Beginn des Vorjahres all­gemeinen Futternot gut fei. Die im Laufe deS Berichtsjahres eingetretene Steigerung der Vieh- preise int allgemeinen, die auS den hohen Futter- mittelpreisen hervorgegangen sei, habe wieder größere» Jnlereffe bei der Landwirtschaft auf dem Gebiete der Viehzucht erweckt. Dagegen habe fich in der Zucht der Vtehraffen hier und da eine Abneigung gegen dar Simmen­taler Vieh ergeben, und er müffe auch einge- stehen, daß dar Simmentaler Rind trotz seiner Vorzüge für alle Orte und Landwirte fich nicht ; eigne. So habe man aus dem Bogelsberge e-nen entschiedenen Mißerfolg bei der Zucht von 1 Simmentaler Vieh zu verzeichnen. Dort kommen die sogen. Vogettbercer oder auch die Franken- I berger Raffe viel brffer fort; die Simmentaler 11

9. Vollversammlung der Landwirt- schastskammer.

Kassel, 12. März 1908.

Die 9. Vollversammlung der Landwirtschaft«, kammer wurde am Montag vormittag 10 Uhr vom Vor fitzenden, Ritterguisbesttzer Ernst von Stockhausen mit einem Katserhoch eröffnet. Rach Eintritt in die Tage«ordnung wurden zu­nächst die vorgenommenen Neuwahlen geprüft, gegen die keine Einwendungen erhoben wurden. E« folgte der Jahresbericht über die Tätigkeit der Dünger-Kommission, den Herr Tr. Hassel- hoff-Marburg erstattete. Danach haben die einzelnen Versuche erfreuliche Wirkungen gezeittgt. In einzelnen Fällen hat man einen Saatwechsel eintreten lassen müssen. Die Kalkdüngung in der Rhön wurde eingestellt, da der Er­folg zu wünschen übrig ließ. Die Absicht der Kommission, die übrigen Versuche in der Rhön auf der in diesem Jahre in Hannover stattfindenden Ausstellung der deutschen Landwirt- schaftegesellschaft auszustellen, konnte nicht ver- wirklicht werden, weil der Minister die Bitte um

des bezahlenden Volkes einen Profit einzuheimsen, dann ade Patriotismus! SS wird die Zett kom­men, wo der Staat ein scharfes Wort mit den Syndikaten und Unternehmerkartellen zu reden haben wird.

Jahre neun Sitzungen abgehalten, in welchen hauptsächlich die einzelnen StatS durchberaten wurde». Im Anschluß hieran nahm der Vor­fitzende »och besondere Veranlassung, aus den vom Staat in Aussicht genommenen Bau einer Ver­suchsmüllerei und -Bäckerei hinzuweisen, deren Bettieb von den Jutereffentenkretsen unterhalten werden soll. Hierfür find alljährlich 35,000 Mk. erforderlich, von denen 7000 Mk. die Müller und Bäcker und 28,000 Mk. die preußischen Land- Wirtschaftskammern aufzubringen haben.

In der Diskussion empfahl Herr Deich­mann.Lembach, sich mit dem Kommunal­landtage in Verbindung zu setzen, um dadurch einen derartigen Versuch in der Bäckerei und Müllerei in Haina zu ermöglichen. Dir weitere Verlauf der Diskussion ergab im Allge­meinen ein ablehnender Verhalten gegenüber dem Projekte. Sm endgiltiger Beschluß konnte nicht gefaßt werden, da die Angelegenheit fich noch im Stadium der Vorarbeiten befindet.

Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf die Vorlage der Rechnung für daS Rechnungs­jahr 1901, über welche Herr Pfan»stiel referierte. Danach beliefen fich die Einnahmen auf 212,786 Mk., die Ausgaben auf 187,619 Mark, sodaß ein Bestand von 25,167 Mk. ver­bliebe» ist. Die Rechnung wurde am Ende für abgehört erklärt und dem Redner Entlastung er. teilt. Nachdem sodann noch die Satzungen auf Grund des Ministerial-ErlaffeS vom 15 Januar 1903 einer Abänderung unterzogen worden waren, wurden die Verhandlungen 3 Uhr nachmittags auf morgen vormittag 10 Uhr vertagt.

Die Verhandlungen wurdenDienStag fortgesetzt bei dem PunkteWinterschulangelegenheiten". Ohne wesentliche Debatte wurde hierbei der in Vorschlag gebrachten Abänderung deS Statuts, der Gehaltskala für die Winterschuldirektoren, den AustellungS.Verträgen mit zwei Winterschuldirek- toten und einem Vertrage mit dem Kreise Mar- bürg zugestimmt. ES folgte die Beratung deS Etats für daS Rechnungsjahr 1903. Die Ein. nahmen und AuSgben deflelben balanziren mit 220 741 Mk. In der Ausgabe» find eingestellt für wissenschaftliche Unternehmungen insgesamt 100995 Mark, für Zwecke der Pferdezucht 12820 Mk. und zur Förderung der Zucht sämtlicher übrigen, der Land­wirtschaft dienstbarer Tiergattungen 1» 150 Mk. Die Staatsbeihilfen haben zum Teil eine Erhöhung erfahren; so diejenige zur Prämtirung vvn Rindern und zur Hebung der Rindviehzucht von 10 000 auf 12 000 Mk. und diejenige zur Hebung der Schweinezucht von 1000 auf 1500 Mk. Insgesamt belaufen sich die Staatsbeihilfen auf 105 835 Mk. gegen 83 220 Mk. im Bor- jahre.

Der Etat der agrikultur-chemischen Versuchs- und der Samenkontrollstation zu Marburg für daS Jahr 1903/4, der mit 56 510 Mk. Einnahmen und Ausgaben balanziert, wird genehmigt. Dergleichen der Mat der

find.

Der Kampf, den die Sozialdemokraten inau- gurirt haben, ist im wesentlichen eine Fortsetzung deS Kampfes gegen die Person und die Firma Krupp. Wir habe» keinen Anlaß, uns diesem Borgehen aozuschließen, das schon so gehäffige parteipolitische Blüten getrieben hat. Etwas anderes ist es, wenn das Gesamtwohl dafür in Betracht kommt und ganz unzweifelhafte Beweise vorliegen, daß eine systematische Uebervorteilung der Steuerzahler seitens gewiffer Unternehmer- kreisen vorliegen.

Wenn man den Patriotismus in Erbpacht hat, darf man dem Auslande nicht den Vorzug vor dem Baterlande geben. Gewisse Firme» haben aber nachgewiesenermaßen dem Auslande Kriegsmaterial und Waffen billiger geliefert, a!S dem eigenen Vaterlande. Die Sache hätte einen Sin», wenn das gelieferte Material minder­wertig wäre, dagegen würde» fich aber bei der Abnahme die ausländischen Militär- und Marinetechniker sehr verwahren. Es ist also mit dem Patriotismus vereinbar, dem AuSlande, welches einmal unser Feind in der Zukunft werde» kann, die MÜtel zu liefern, die Söhne unseres Landes zu vernichten und unsere ganze staatliche Existenz zu gefährden. DaS ist unlogisch im höchsten Grade und man handelt gegen die höch­sten Jvtereffen deS Vaterlandes, wenn man eS tut. Aber hier kommt nicht die Logik in Betracht, sondern das Geldverdienen und in Geldsachen hört bekanntlich die Gemütlichkeit auf.

In der Budgetkommisfion des Reichstages hat der Abg. Müller-Fulda (Ztr.) die Ma. terialpreift, welche gewiffe Firmen erheben, einer vernichtenden Kritik unterworfen. Wenn die Firma Krupp (die der Abgeordnete nicht besonders be­zeichnete) bei jedem Schiffe daS Reich blos um 600,000 bis 700,000 Mark an Materialpreis überteuert, so komme» ganz horrende Summen heraus. Die Existenz einer leistungsfähigen Firma ist eine Lebensfrage für daS Reich gewiß! Aber die Ueberteuerung ist deshalb nicht notweu- big; dann könnte der Staat fich seine eigenen Werkstätten bauen und würde beffer dabei fahren. Die Tatsache allein, daß bei Zulassung einer leistungsfähigen Firma zum Mitbewerb die Kosten nm Mill, herabgedrückt werden, sollte genügen, der Militär- und Marineverwaltung den rechten Weg I zu weisen. Die Vorliebe für eine bestimmte Firma kann gegenüber so horrenden Ersparnissen gar nicht in betracht kommen.

Ein schönes Stückchen aus der Geschichte deS Lieferungswesens war die Möffnung über den Trick der Grobblechwalzwerke in Esse», die auf die billigste Weise einen Extraprofit von BO Mk. pro Tonne herauSgeschunden habe». Es wurde bekannt, daß 8 Werke Offerten zur Lieserung von Panzerdeckplatte» gemacht hatten. Durch stille Verabredung machten die Werke einen Aufschlag von 30 Mark pro Tonne und diese 30 Mark sollte das Werk, welches den Zu­schlag erhallen würde, unter die anderen Werke verteilen, wie man fieht: ein ganz glattes Ge­schäft, welche- allerdings stark nach einem Beute- prg gegen die Steueyahler aus steht.

Für uns liegt in diesem skandalös »»patriotischen Verfahren nur wieder eine neue Bestätigung der Verwerflichkeit der Unternehmerkartelle. Bei de» Wahlen »etben Arbeiter und Beamte, die nicht vegienmgSfromm und reichstreu mähle», auf jede ordentliche Weise gemaßregelt und geschuhriegelt. Mt «8 aber, auf Reichskosten und ans Kosten |'

Lehrschmiede zu Fulda für daS laufende Jahr mit 1105 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Der Etat der Molkereischule zu Fulda balanziert mit 25105 Mk. in Einnahme und Ausgabe. AnS dem Staatsfond find zu den Unterhattungskosten 10000 Mark beigesteuert «orden. Der Mat der Obstbau.Lehranstalt in Oberzwehren schließt ab mit 15,210M.inEinnahmen und Ausgaben. Der Mat der Fohlenweide zn Tiergarten bei Bieberstein schließt mit 21 570 Mk. ab und wird ebenfalls genehmigt. Für den Neubau einer Fohlenschuppens und größere Reparaturen der Gebäude find 16 500 Mk. eingestellt. Die Verhältnisse auf der Fohlenweide werden al» beffer als in den Vorjahren bezeichnet. Der Etat der Fisch­brutanstalt zu HahlingSmühle schließt in Ein­nahme und Ausgabe mit 600 Mk. ab und wird debattelos genehmigt.

Zur Beratung stand sodann ein Antrag de« landwirtschaftlichen KreiSvereinS Marburg, für diejenige» Untersuchunge», welche die Land­wirte deS Kammerbezirkes in der chemischen Versuchsstation Marburg ausführe» lassen, eine Verbilligung drr UntersuchungS- kosten bis zu 25 Prozent eintceten zu lassen. Di-fer von Herrn Klingelhöfer-Hof Fortbach begründete Antrag wurde schließlich abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag Dr. Haselhoff an­genommen, dahingehend, den Vorstand zu beauf- tragen, in Erwägung darüber einzutreten, ob fich unter de» heutigen Zritverhältniffen eine Ver­billigung der Kosten für die Untersuchung der landwirtschaftlichen Verbrauchsartikel bei der Versuchsstation Marburg herbeiführen läßt, viel­leicht unter Zubilligung eines Rabatts bei einer vom Vorstände »och näher festzusetzenden Anzahl von Untersuchungen.

Urber den Wert der KornhSufer sprach sodann Herr Oekonomierat Rexerodt. Er zeigte der Versammlung die Vorzüge, die der gesamten Landwirtschaft aus Den Kornhäuser» entständen. Deshalb werde die Justitutio» der hessische» Kornhäuser überall im AuSlande, i» Frankreich, in Dänemark und Ungarn nach­geahmt. Ueberall, wo Kornhäuser bestehen, haben die Landwirte die Vorteile. Deshalb sei eS auch notwendig, daß der Bau der Kor» Häuser überall seitens des Staates gefördert «erde. Der ge. samten Landwirtschaft, und dieses wisse man allerorts zu schätze», erwachsen Nach­teile, we«n man de» Bau der Kornhäuser, wie dies U Fulda der Fall sei, von Jahr zu Jahr zurückstelle. Die gesamte Umgegend ist auf die Händler angewiesen, die für daS Getreide gebe», waS sie denken. Die Kornhausgesellschaft habe sich vor l1/» Jahren ko»stituiert, müsse sie noch länger auf Errichtung eines Korn- Hauses warten, dann würde daS In­teresse bald schwinden. Deshalb bitte er, folgende Resolution anzunehmen:

.In der Erwägung, da- ein richtig geleitete« Korubau« durchaus im Juteress« drr hessische« Land­wirtschaft liegt, beauftragt die Bollversammlung ihren Borßtzeudrn, 6e. Exzellenz den Herrn Ober» prästdente», zu ersuche«, gütigst dahin wirte» zu wolle», da- an maßgebender Stelle bekannt wird, daß ein lange« HiuauSschieben der Ge­nehmigung zum Bau de« «kornhause« in !kulda, sowie die Erneuerung der bestehende» Verträge eine Gefahr für die Xornha««» ache bedeutet."

Herr Regierungspräsident Fromme, als Vertreter des Herrn Oberprästdenten, teilt mit, > Se. Exzellenz bereits vor 14 Tagen in Berlin auf eine Petition der Fuldaer Kornhauskommisfion hin, an zuständiger Stelle vorstellig geworden sei und die Be- chleunigung des Baue- einer Korn- »auseS in Fulda warm befürwortet >abe. Seitens deS Herrn Oberprästdenten könne nichts weiter geschehen. ES würde ober nichts chaden, wenn auch die Landwirtschafts kammer noch einmal auf diese Angelegenheit zurückkomme, vielleicht könne doch wo anders etwas geschehe» und die Angelegenheit nochmals erörtert werden. Linige Herren aus der Versammlung gaben ihrem Bedauern Ausdruck, daß daS Kornhaus nicht nach Kirchhain gekommen sei, wo die Bahnverbindungen doch viel beffer als in Fulda eien; eS ist doch ohne Frage klar, daß nur dann »ie Kornhäuser sich recht rentieren, wenn die Gelegenheit geboten ist, alles Getreide auf der Eisenbahn «ach dem Kornhause zu bringen. Die Resolution deS Herrn Oekonomierat Rexerodt wurde hierauf mit großer Mehr» »eit angenommen.

Zur Beratung stand hiernach ein« Vorlage >etr. Abänderung de« PlaneS zur Verwendung »er staatlichen Unterstützungsgelber zur Hebung »er Rindviehzucht. Nach diesem Plane sollten von den 7500 Mk. staatlichen Unterstützung»- geldern verwandt werden: 1. zu Prämiierungen auf der Bezirk«tierschau 4000 SW., 2. zur Prä­miierung |en|et vtehstämme 1000 Mk., 4. zmc

| Rinder seien zu empfänglich gegen das rauhe Klima und stelle» an die Landwirte, waS Pflege anbelangt, große Anforderungen. Deshalb hätten fich auch viele Landwirte in jenem Distrikt vom Simmentaler Vieh abgewandt. In de» meisten andere» Kreise» sei daS Simme»taler Vieh indes wieder sehr bevorzugt. Auch mit der Zucht der anderen Rindviehraffen habe man entschiedene Fortschritte gemacht. Die hier und da abgehaltene BezirkStierschauen hätte» durch- weg ei» erfreuliches Bild von der Viehzucht in unserem Heffenlande abgegeben und es sei nur zu wünschen, daß die Verhältnisse so bleibe« mögen. Sehr gute», gepflegtes Jungvieh habe stets prämiiert werden können, auf die AuSwah der Zuchtbullen werde von Jahr zu Jahr mehr Gewicht gelegt und es sei zu hoffe», daß dieS so bleibe.

Herr Generalsekretär Oekonomierat Ger land berichtet sodann über die Tätigkeit deS Vereins- auSfchuffeS, Herr Dr.Staehly über die Tätig­keit deS AuSschuffeS für Volkswirtschaft.

Herr Oekonomierat Rexerodt berichtet über die Tättgkeit des Genossen sch aftSa uS- fchusfeS. Diese Tätigkeit sei eine für die ge­samte Landwirtschaft Hessens überaus segens­reiche. Die SenossenschaftSkasse habe von Jahr zu Jahr eine» größeren Umsatz gehabt, der fich im Vorjahr auf über 51 Mill, be­lief. Mn gutes Zeichen des BermögenSstandeS der Landwirtschaft sei, daß die Höhe deS Ver­mögens um 21/* Mill. Mk. im Vorjahre gestiegen sei, ein Zeichen, daß der Kaffe großes Vertrauen entgegengebracht werde, indem jetzt die Land­wirte ihr flüssiges Vermögen der Kaffe zur zins­tragenden Aufbewahrung anvertraue«. Redxer schloß mit der Hoffnung, daß die Kaffe noch viel öfter und in weit größerem Umfange von den Landwirte» in Anspruch genommen werden möge.

Der Vorstand hat nach dem Referat deS Herrn OekonomierateS ©erlaub im verflossenen

s Gefchiiftspatriotismns und Kartelle.

Wen» der sozialdemokratische.Vorwärts* Ent« hüllunge» auS dem Armee- u»d Marinewesen macht, muß ma» dieselbe» meistens mit Vorsicht aufnekmen. Der Genosse Bebel ist schon gar z« oft auf Unrichtigkeiten in seinen Berichten über Soldatenmißhandlungen und bgl. festgenagelt worden, als daß man auch Treue und Glauben annehmen könnte, waS sein Leiborgan an Be- schwerde» dieser Art vorbringt.

Diesmal ist e« nicht der .Vorwärts' und waren eS nicht die Herren Genossen, welche auf Ungebührlichkeiten und Mißstände im Liefernngs« wesen für Heer und Marine hinwiesen, die tat­sächlich als unerhört bezeichnet werben müssen. Wen» ziffernmäßig erwt-sen wird, daß eine Forderung von über 40 Millionen auf 24 Millio­nen ermäßigt werden kann, bloß, »eil einmal eine potente Konkurrenzfirma zum Mttbewerb anfgeforbett worden ist, so kann man fich ei« ungefähres Bild machen, welche Summe» dem Reichssteuersäckel überflüssiger Weise zum Nutzen einzelner Unternehmergruppen entzogen worden