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mit Zlnterhaltungs-ZSeilageIllufirirte Sonntags-Zeitung"

Brnl int Dtrlag der Fuldaer XcliendruNerei xeterrgaffe Nr. 2 (Harmonie).

30. Jahrgang.

IuL-a, Donnerstag, den 12. März 1903.

M58.

^Kulturkampfund Zeitungsmache.

Ank der MontagSrede deS Sbz.Dr. Porsch im preußischen Abgeordnetenhause möchten wir nachträglich noch eine Einzelheit hervorheben, die fich auf die tendenziöse Berichterstattung der liberalen und überhaupt der katholikenfeindlichen Presse bezieht. WrS diese Pcrffe von den Reden de; Zentrums spreche! mitzutetlen für gut findet, ist völlig entstellt, so daß eS danach den Anschein erwecken könnte, alS wer.« unsere katholischen Volksvertreter lauter Dummköpfe und oberflächliche Schwätzer, ihre Gegner aber kennt« »iSretche und wortgewaltige Streiter wären, die mit spielender Leichtigkeit dieschwarzen Dunkel- Männer" in den Sand grstr.ckt hätten. Nun wird man es keinem Blatte verübeln, wen» eS in dem auszugsweisen Bericht, den eS über eine Parlamentarische Verhandlung bringt, die Reden seiner Partei vor denen der Gegner bevorzugt, besonders wenn ihm knappe Raumverhältnisss die größtmögliche Beschränkung im Parlamentsbericht zur Pflicht machten. Aber daß auch die größten hauptstädtischen Blätter, die ganze Bei­lagen auf ihre ParlamentSberichte verwenden, die Rede», die ih»e» nicht gefalle», nicht nur möglichst kurz halten, sondern auch fie außerdem i» so tendenziöser Weise zusammenstreiche», daß gerade die wesentlichsten Stücke der Beweis­führung aussallrn oder zur Unkenntlichkeit ver­ballhornt werden, läßt sich jedenfalls schon viel weniger entschuldigen. Vollkommen unentschuld­bar wib verwerflich ist es, wenn ste einen Redner Dinge sagen taffe», die er gar nicht gesagt hat, oder durch willkürliche Vertauschung von Sätze», Zusammenziehung von Dinge», die nicht zusammen gehören, und dgl. ihm unsinnige oder unwahre Behauptungen unterschi ben ober seine 91 be ab­sichtlich in so gehässige Form bringen, daß An­dersdenkende sich deswegen verletzt fühlen müsse».

So wurde in dem Berichte eines nichtkatho» lischt» parlamentarische» Bureau's, das sür Zeitungen verschiedener Parteirichtung und auch fürunparteiische" Blätter arbeitet, au8 der Rede des Abg. Da uzenberg vom Sams- tag eine wahre Hetzrede gemacht, welche Anders­gläubige schwer verletzen mußte, u»d auch dem Abg. Dr. Porsch wurden Aeußerungen in den Mund gelegt, welche die protestantische Empfind­lichkeit reizen mnßten. Herr Dr. Porsch bemerkte daher am Montag mit Recht, daß diese Art der Berichterstattung gewiß nicht darauf angelegt fei, unrichtige Vorstellungen von katholischem Wesen auf protestantischer Seite richtig zu stellen und unnötige Besorgnisse zu zerstreue». Im Gegen­teil, diese Berichterstattung arbeitet bewußt daraus hin, di« Abneigung der Protestantischen Bevölkerung gegendie katholische Minderheit immer mehr zu verstärken, um dadurch den konfessionellm Gegensatz zu verschärfe». Wer selbst aus der JouwaltstentribLne zu arbeiten gezwungen ist, kann diese Mache nur zu deutlich beobachte». N»d besonderspikant" ist dabei, daß die Be­richterstatter auf de» Tribünen im Reichstag und Landtag großenteils, wenn nicht in der Mehrheit Jude» find, und zwar meistens solche, die wie auch etliche ihrer getaufte»

Her Land ms dn fiöaigsbntg.

OrigMalerzählung auS der Geschichte der ehemalige» Jülicher Lande von Aleca Ruth.

31 ------ (Nachdruck verboten.)

War schon das Leben der Kriegsleute jener Zeit als ein abenteuerliches bekannt, so kämpfte Omar beim Anblicke jener Gesellen dennoch mit einem Gefühle des Unbehagens.

Wer find diese?" fragte er den Mann an seiner Seite, dem diese verwegene Schar ge- horchte.

Ste find AuSgestoßene wie Du, aber wir find alle Brüder," war die Antwort.

Nennt mir euere Zwecke," fortete Omar, denn jeder kämpft um feine Ideale."

Wir bringen den Bedrückten Hilfe und den Gewalttätigen züchtigen wir. Wo ver Besitz fich aufhäuft, leiten wir die Geschicke und verteilen chn so, wie Menschenrecht eS erfordert. Wir find des Armen Schutz, des Reichen Schrecken und alle miteinander Könige! Hier nimm diesen Speer und wappne Dich, kühner Held! Du stehst uns bereit. unseres Amtes zu walten. Um die siebente Morgenstunde kommt auf der Landstraße ein herrschaftlicher Reisewagen vor­übergefahren. Ein Bruchteil vom Urberfiaß deS fürstlichen Vermögens befindet fich darin. DaS ist Raub an der minder begüterten Menschheit und jene Wertsachen müsse» in unseren Befitz übersehen."

Omar dachte, daß er hier die Grundsätze von der Felsenburg wiederfinde und diese Tatsache gab ihm zu denken. ____

Kollegen politisch zur Sozialdemokratie sich rechne». Daraus kann man ersehen, zu wessen Vorteil die konfesfionelle Ver­dummung und Verhetzung durch eine tendenziöse Berichterstattung betrieben wird.

Daß die liberale Presse dann in ihren Stimmungsbildern" aus den Parlamenten die Dinge erst recht auf de» Kopf stellt und z. B. die gründlichen und sachliche» Ausführungen Dr. PirschS am SamStag einTänzeln an der Oberfläche", dagegen die Überaus seichte, aus jedes sachliche Argument verzichtende Antwort Dr. Sattlers eineNiedeischmetterung" der Zen« trumSrednerS nennt, kann nicht weiter verwun­dern. Ebensowenig wenn die abweisenden Bemerkungen Dr. Porschs am Montag über daS Geschwätz vonKuhhandel" zu einer Anerken- nung und Proklamierung deSKuhhandels" gemacht werden! (.Vorwärts' Nr. 58, .Berliner Tagebl.' Nr. 125.) Bei diesen Blätter» ist ja längst die bewußte Unehrlichkeit Trumpf.

WaS folgt daraus für die Katholiken: Zu. nächst für die katholische Presse, daß fie fich vollständig im Rechte der Notwehr befindet, wenn ste, je gehäfsizer die Gegner i» ihrer Be- richterstattung mit den ZentrumSabgcordneten umspringe», ihrerseits um so energischer die Leistungen unserer Abgeordneten inS rechte Licht stellt und um so schärfer nun auch die Gegner mit ihrer Mache kritifiert. Dann aber für die katholischen ZeitungSleser ergibt fich die Lehre, daß sie betrogen werden, wenn fie auch nut dieobjektiven" Berichte gegnerischer oder unparteiischer Zeitungen lesen, und dadurch langsam, aber sicher ganz falsche Vorstellungen von dem Auftreten deS Zentrums in fich auf­nehmen. Was dies bedeutet, wenn so grund­sätzlich wichtige Fragen wie die Schulfrage, die OrdenSfrag- usw. erörtert werde», liegt auf der Hand. Daher hinaus mit der schlechten Presse, auch derunparteiischen" auS den katholischen Familien, in jedes katho­lische Haus aber auch ein katholisches Blatt!

Berlin, 11. März 1903.

4- Nachdem durch das am 24. Mai 1902 ersolgte Ableben des Erzbischofs Dr. Simar der erzbischöfliche Stuhl tun Köln zur Erledigung gekommen, hat, schreibt der.ReichSanzeiger', »ach Maßgabe der bestehenden Vorschriften, am 6 Noo. 1902 durch daS Metropolitaukapitel zu Köln die Wahl eines neuen Erzbischofs stattgefunden, die auf den Weihbischof Dr. Auto« Iifcher in Köln gefallen ist. Derselbe har durch päpstliches Breve vom 14. Februar 1903 die Bestätigung zur Ausübung feines erzbischöflichen Amtes er­halte». Der König hat mittels Urkunde vom 2. März 1903 dem Erzbischof Dr. Anton Fischer die nachgesuchte landesherrliche Anerkennung als Erzbischof von Köln erteilt. Heute Mittag 121/! Uhr nahm der König von dem Erzbischof

Wer ist'S, dem Ihr aufhuert?" fragte er. Der Anführer richtete sich auf.

Die Herzogin von Palmire, die mit ihrer Nichte zum Hofe des Herzogs von Jülich fich begibt." Der Jüngling zuckte zusammen.

Der Herzogin von Palmire?" rief er aus, und er dachte an die Waldklause; an den gebrochene» Greis und an die schreckliche Schuld jenes WeibeS; wohlan," sprach er fest,ich bin der Euere!"

Ma» setzte hierauf dem neugewo»»e»e» Mit« gliede Speise und Trank vor.

AlS »un der Führer zum Aufbruch mahnte, trat Omar vor ihn hin.

Ich bin nun, wir Du gesagt. Dein Bundes- genösse. DaS bedingt, daß meine Angelegen- heite» nun auch die Deinen werden."

Das ist Dir zugesagt."

»Ihr folget mir also demnächst zu einem Feldzuge gegen die Frlsenburg. Dort findet Ihr den unrechtmäßigen Befitz. den Ihr bekämpfet, die Unterdrückten, denen Ihr Schutz und Wehr seid, den Machthaber, den Ihr stürze» wollet. Ihr stndet dort der Arbeit ge»ug!"

Bei Nrnnu»g der Felse»burg war der An­führer herumgeschnellt und faßte den Jüngling scharf ins Auge. Hinter der MaSke blitzten flammende, forschende Blicke.

WaS mochte in diesem verhüllten Angesichte vorgehen?

Darüber sprechen wir ei« andermal," war die ruhige Erwiderung,folge mir jetzt, die Stunde drängt." Und ste stiegen nun ebenfalls hinauf. In der Hütte wurden zwei Mann alS Wache zurückgelaffen, die übrigen verschwanden im Dickicht. .... __

Dr. Fischer, welker zu diesem Behuse nebst seiner Begleitung in einer königlichen Equipage von seiner hiesigen Wohnung abgeholt worden war, im Rittersaal deS hiesige» kgl. Schlosses den vorgeschriebene» Eid Allerhöchstselbst entgegen. Zu dem feierliche» Akt waren außer dem Oberst- kämmerer, dem Oberzeremo»ie»meister, dem dienst­tuende» Hofmarschall und dem Flügeladjutanten vom Dienst erschienen der Reichskanzler, der Minister des königlichen HauseS, dir Minister der Justiz, der geistlichen ec. Angelegenheiten und deS Inner», die Chefs des Marine- und Militär« kabinettS, der Stellvertreter des Chefs deS Ge­heimen ZioilkabinettS, der Kommandant des Hauptquartiers, daS diensttuende Hauptquartier und der UnterstaatSsekre.är im Ministerium der glistliche» Angelegenheiten. Die Vorstellung deS Erzbischof« erfolgte durch den Kultusminister. Der Erzbischof hielt eine Ansprache und leistete de» Eid. Alsdann hielt der Kaiser folgende An­sprache:Ich habe mich bewogen gesunden, Sie, hochwürdiger Herr, bei Antritt JhreS Amtes persönlich zu empfangen und daS eidliche Gelöbnis der Treue, welches Sie eben abgelegt haben, Selbst entgegen zu nehmen. Als »ach dem allzufrühen, auch von Mir tief beklagte» Hinscheiden des Erzbischofs Dr. Simar dir Wahl des Metropolitankapitels Sie auf dk» erzbischöflichen Stuhl zu Köln berief, habe Ich zu Ihrer Erwählung gern Meine Genehmhaltung aussprechen taffe«. Seit mehr als 14 Jahren dem Metropolitan ko p'tel angehörig, find Sie, namentlich durch Ihre Wirksamkeit als Weih« bischof, den Aufgaben des Sie jetzt erwartenden weiten und schwierigen Arbeitsfeldes näher getreten. Ihre reiche Erfahrung wird Ihnen die Führung deS neuen Amtes erleichtern. Und Ihre Pflicht­treue sowie die Beweise patriotischer Gesinnung aus Ihrer frühere« Tätigkeit find Mir Gewähr, daß Sie auf dem erzbischöflichen Stuhle zu Köln als guter Hirte der Ihnen anoetircute» Seele», dem Mir soeben abgelegten Gelübde g treu, in den Grmüter« der Geistlichen und Gemeinden den Geist der Ehrfurcht und Treue gegen Mich und Mein Hau?, die Liebe zum Vaterlande unb den Gehorsam gegen die von Gott geordnete Obrigkeit, sowie die Eintracht unter den Be­wohnern deS Landes pflegen un«? nähre» werden. Ja dieser Erwartung erteile Ich Ihnen Meine landesherrliche Anerkennung und wünsche Ihnen, hochwürdiger Herr, zu der Verwaltung Ihres erzbischöfliche« Amtes Gottes reichsten Segen! Dir Unterschrift leistete drr Erzbischof in der Brandenburgische» Kammer. Im Pfeilersaal nahm die Kaiserin sodann die Vorstellung des Erzbischofs entgeie«. Mittags fand eine Frühstückstafel bei den Majestäten statt, zu welcher Erzbischof Dr. Fischer und sämtliche bei der feierlichen Audienz be­teiligt gewesenen Herren geladen waren.

X DrrM«weg Sier Aom" läßt den Kulturpaukern, die denFall Komm" weiter aus beuten möchten, noch immer keine Ruhe. Der .Vorwärts', bei dem sonstReligion Privatsache" ist, möchte seine» Leser» aufbinde», daß Graf Bülow schon am 2. März, als die »ationallibr- rale Interpellation soeben erledigt war, über die Zurücknahme des Bischöfl. Erlasses unterrichtet gewesen wäre. Was er »ach seiner bamaliaen

In dem Gehölz «eben der Landstraße nahmen die unheimlichen Gesellen Ausstellung. Jeder von ihnen hatte seine bestimmte Ausgabe zu­erteilt bekommen. Omar hatte alS der erste beim Herannahe» des Wagens auf ein gegebenes Zeichen heroorzuspringen und die Pferde zum Stehen zu bringen, während die übrigen fich auf die ESkortereiter zu werfen hatten, um fie zu entwaffne».

Da- Angrifflzttchen war ein Schuß, den der Anführer ans feiner Hackenbüchse, der einzigen Schußwaffe der Bande, abfeuern sollte. So stand die Rotte in düsterem Schweigen, auf ihre Opfer lauernd im Hinterhalte, als ein dumpfes Rollen auS der Ferne hörbar ward und Pferde­getrappel an der Horchenden Ohr drang. Omar bog die Zweige deS Hollunderstrauches, dahinter er versteckt stand, auseinander und spähte aus die Landstraße hinaus. Ein massiver, nach dem S>y'e jener Zeit hochgebauter, kastenartiger Wagen mit zwei runden Fenster«, die damals nur in fürstlichen Reisewagen angebracht waren, rollte schwerfällig heran. Zu beiden Seite« deS- selben ritten eise»gerüstete Knechte zum persöe- lichen Schutze, und dem Wagm voran der Führer, der ein vornehmer Ritter zu sein schien.

Mit hochklopf-udem Hetzen erwartete Omar da» Herannah rn de» Wagens, in welchem die Herzogin, da» erste Opfer seines Haffe», mit ihrer Nichte saß. Da knallte ein Schaß und Feuer blitzte auf und in demselben Momente sprang Omar auf die Landstraße und von da au« mit gebietendem Zurufe auf den Kutscherbock und riß den Wagenführer herab, ehr die Ueberraschten zu fich kamen.^Und da tauchten auch schon von allen

Erklärung nur erwartet habe, sei schon vollendete Tatsache gewesen. Nun ist ziemlich sicher, daß man in Trier selbst erst am SamStag den 7. März Über die Zurücknahme des Erlasses schlüssig war. Noch seinöhriger alS der,Vorwärts' ist die »Ber­liner VolkSztg.', die man neuerdings ruhig all daS größte Hetzblatt Deutschlands bezeichnen kann. Sie läßt sich au« Rom von ihrem sattsam be­kannten Korrespondenten telegraphiere«:Die Ver­handlungen Preußens mtt der Kurie begänne« mit der Zusicherung der preußischen Gesandte«, die Beschwerde» Korums würden (siel) berücksichtigt werden. Dir Punktatio» vom 27. Februar be­sagt: Die von dem Brschof beanstandeten Lehr- bücher werden abgeschafft, der Unterricht in den Hauptfächern am Lehrerinnen-Seminar und der Töchterschule wird von Katholiken erteilt. Die Religionslehrer werden durch de« Bischof nach persönlicher Auswahl nominiert." Die Spesen für diesesrömische Telegramm" hätte sich ein Herr Cohn sparen können, jeder Re- daktionSfuchS kann so etwas aus seine« Fi»gem saugen, denn waS da alsZugeständnis" bei Staates hingestellt wird, versteht sich ohne weitere! dos selbst. Allerdings darf man den Passus wegen der Abschaffung der vom Bischof bean­standeten Lehrbücher noch nicht als bare Münze nehmen. I» ihrer Wut denFall Komm" breit­zuschlagen, verfallen die Kulturkämpfer eben auf die gewagtesten Mittelchen. Als persönliche In- forma io» können wir übrigens mitteilen, daß Erzbischof Fischer, der gegenwärtig in Berlin weilt, mit der Erledigung des Trierer Mißver­ständnisse« sehr zu friede« ist.

+ Vor einem Ltessellreile« gegen de« Grafe« Aülow berichtet eine Berliner Korre­spondenz. Geheimnisvoll wird auf eine sehr hoch­gestellte Dame und andere fürstliche Personen in der Umgebung des Kaisers als dieSeelen" dieser Agitation hingewiese», die in der angeblich zu «katholikenfreundlichen Haltung bei Reichskanzlers ihren Grund haben soll. Wir halten das Ganze nur für müßige» Klatsch, wen» es auch zweifellos Leute genug gibt, die an Stelle deS Grafe» Bülow lieber einen andern, etwa ben Grafen Wintzingerode, den Vorsitzenden deS Evan­gelischen Bundes, sähe«!

X 3P» Meili die Aarlage zur Siche- r««g des Wahlgeheimnisses? Schon vor Wochen UV oer Bundesrat dem Gesetz-ntwurfe wegen Ava-derung des Wahlreglements zuge- stimmt. Am 20. Januar erklärte der RstchS- bn'er, er werde d m RrichStage zugehen, so» baid bet VundeSrat sich damit einverstanden erklärt habe. Noch immer ist aber die Vorlage im Reichstage nicht eingegangen. Und jetzt meldet eine vor kmz;m entstandene Korrespondenz, die sich eine» offiziösen Anstrich zu gebe» beliebt, bet Reichstag werde Überhaupt nicht in die Luge komme«, fich mit dieser Vorlage zu be­schäftige». Die entsprechende» Bestimmungen würde» vielmehr auf dem Wege der Verordnung in Kraft trete» und binnen kurzem veröffentlicht werde». Die .Deutsche TageSztg.' behaupt*!, diese Mitteilung bestätigen zu können. Nachdem indeß der Reichskanzler bestimmt die Aenderung deS WshlreglementS angekündigt und Staats­sekretär Graf PosadowSky mtt so durchschlagenden

©eben die unheimlichen Gesellen auf, umzingelte« den Wagen und »iffen die Reiter von ihren Pferden. Ein stumme«, verzweifelte« Ringen entstand. Die Diener drangen auf Omar ein und stachen mit den Speere» nach ihm. Aber auch sein Schwert führte blutte Streiche; doch schome er der Leben­den und begnügte fich damit, die Ueberfallenen zu entwaffnen und zu fesseln. Inzwischen trug sich vor dem Reisewagen Seltsam!« zu. Der Anführer war heravgetreten, öffnete die Wagentüre und forderte unter tiefem Reigen die Herzogin unb ihre Richte auf, den Wagen zu verlassen, worauf die Durchsuchung derselben stattfavd. Juwelen unb sonstige Kostbarkeiten wurden in höflicher ab« bestimmter Form abverlangt, und die Herzogin war einsichtsvoll genug, der Gewalt sich ohne Wider- stand zu fügen. Nicht so ihre stolze Nichte. Sie wehrte sich mtt aller Energie gegen diese Zumutung, unb,all ihr Protest nur eine drohen oe Haltung der Bande hervorrief und die Herzogin sie beschwor, der Aufforderung Folge zu leisten, da schleuderte sie ihre kostbaren Juwele», die fie um Hals und Armen trug, dem Anführer zu Füßen und wandte fich mit grenzenloser Verachtung von ihm hinweg. Diesem war eS indessen nicht so gemeint, er winkte einem der Vermummte», und nun sah Omar vor seinen Augen eine Szene fich abspielen, die ihn t» starrem Erstaunen erhielt, die aber dem damaligen so tiefoer- breitete» Räuberunweien de» Stempel feiner Eigenartigkeit aufdrückte. Der Anführer hatte die Herzogin an der Hand ergriffen unb f ührte ste zum lustigen Tanzesreigen auf die Mitte der Landstraße. Sein Genosse hatte fich gleichfalls der jungen Dame^ genähert und versuchte ihre