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JK57.
@ Die ^Rehabilitierung" des Dr. Peters.
Der bekannte Afrikasorschrr Dr. Karl PeterS, den der .Vorwärts' „Häage-Karl" zu nennen pflegt, hat immer bewundernde Freunds gehabt, die bereit waren, nicht allein für ihn durchs Feuer zu gehe», sondern auch alle seine Schänd« taten zu beschönigen. Sie find jetzt fleißig an der Arbeit, seine „Rehabilitierung" durchzusetzen. Al- Dr. PeterS durch DiSzip?i«arurteil seines Amtes entsetzt worden war, weil er sine seiner schwarzen Konkubinen und seinen Dieser auS Eifersucht und Rachsucht hatte hängen lasten, einem Häuptling, der den Vater eines entflohenen Mädchens nicht als »Geisel" auslieiern wollte, dr« Krieg erklärt hatte und mit Sengen und Brennen gegen ihn vorgezanzen war und über seine Expedition seiner vorgesetzten Behörde falsche Berichte geliefert hatte, schüttelte er den Staub deS undankbaren Vaterlandes von seinen Füßen und ging nach England, um für Leute, die mehr Verständnis für seine „Kolonisator"- Tugenden hatten, in Afrika neue Eroberungen und Entdeckungen zu machen.
Wiewohl er dabei nach seine« Angaben großen Erfolg hatte, alte Kulturen, Goldminen und so« gar das biblische Ophir entdeckte, sehnte er fich doch bald nach Deutschland zurück. Seine Freunde, dis vorzugsweise in der freikorrservatioen Partei fitzen, suchten ihm die Wege zu ebnen, indem fte seine Vergehen als harmlos hinstrllten oder gar seine völlige Unschuld behaupteten. Bor allem war es der berühmte Tucker-Brief, der bei ihren Bemühungen eine große Rolle spielte. Schließlich hat den» auch der Abg. Brbel, der de« Brief zuerst im Reichstage produziert und damit den Sturz von PeterS eingelrttet hatte, zugeben müssen, daß der Brief nicht existiere. Die Folgerung aber, dir PeterS »nd feine Freunde gar zu gern daraus ziehe« möchte«, daß nämlich damit die Unschuld von Peters erwiese« sei, ist völlig hinfällig. Der Brief hat vor dem DiSziplinarhof gar keine Rolle gespielt. Im Srgenteil, in dem Disziplinarverfahren wurde von der Anklagebehörde bereits anerkannt, daß der Brief nicht existiere. Dr. PeterS wurde verurteilt auf Grund vonZeu-en- aussagev, und diese find nicht im mindesten dadurch erschüttert worde«, vaß der Brief nicht vorhanden ist.
PeterS und seine Freunde habe« dann versucht, die Glaubwürdigkeit dieser Zeugen, eints Leutnants und eines Malers, zu erschüttern und ihre Aussage« als von Feindschaft diktiert zu kenn- zeichnen. Auch damit haben fie kein Glück gehabt. Vor einigen Woche« wurde bau« ein Sturm gegen de» Geh. Rat Hellwig inszeniert, der i« dem Disziplinarverfahren als Vertreter der Anklage tätig gewesen war. Man schickte einen auS der Anhängerschaft von Peters zu ihm, der fich, scheinbar lediglich um Klarheit und Wahrheit zu erhalte», erkundigte, wie eS fich denn eigentlich mit der Verurteilung des Dr. PeterS
Sn Raub ms -n SöchsbuW.
Ortgtxalerzähluns a»S der Geschichte der ehemalige« Jülicher Lande von Aleca Ruth.
SO ------ (Nachdruck verboten.)
„Mein armes Weib", seufzt« der kranke Fürst, »hätte ich Dir diesen Schmer, Deine« Leben« ersparen könne» 1" fer wandte fich ab, ein gequälter Ausdruck trat in sein bleiche« Gesicht. »So stolz und schön wie ich Dich heimgeführt auf die Burg meiner Väter — und wie unglücklich Du geworden bist!" rang es fich stöhnend von seinen Lippen.
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»J4 gehe", sagte der Burggraf, „und wäre <« nur, um de« Räubers Spur nicht zu verlieren."
Vergebens suchte ihm der Fürst da« Nutzlose eine« solchen vereinzelten Zuge« klar zu machen, « blieb unerschütterlich fest. @« galt ja, die lauten Stimmen in seinem Innern zu beschwichtigen, und da konnte er nur mit dem Schwerte in der Hand stch Ruhe erkämpfen.
So wurde ein Häuflein der mutigsten Söldlinge zusammengebracht und in zwei Trupp« geteilt. Die größere Anzahl folgte dem Burggrasen zu dem gefährlichen Unterfangen; den übrigen Reu« «knechten wurde der Auftrag zuerteilt, in der weitesten Umgebung und auf den Landstraßen nach irgend einer Spur de« Falkners zu forschen. De- atte Görre«, der vertraute Diener der Barg, war ihr Führer.
So zogen sie zum Burgtore hinaus. Der kranke Fürst schaute ihnen hoffnungsvoll nach.
Auwa, Mittwoch,
verhalte« habe. Diesem sollte Herr Hellwig erzählt haben, f5 fei eine Jvtrixu« ins Werk gesetzt worden, um PeterS, der damals Gouverneur do« Deutsch-Ostafrika werden sollte, ei« Bei« zu stellen. Der Aushorcher brachte die Geschichte t« ein Leipziger Blatt. Ei« offiziöses Dementi blieb nicht auS, aber die Freunde deS „Hänge-Karls" riefe» gleichwohl laut, der wackere PeterS fei das Opfer einer schrören Jntrigne geworden. Aber selbst wenn eine Jntrigue bei der Einleitung des Disziplinarverfahrens mitgespielt hätte, so wäre damit doch noch keineswegs seine Unschuld «ach- gewiesen. Die Verurteilung war auf Grund von Zeugenaussagen erfolgt, und diese Aussage« standen unerschüttert fest.
Dr. Prters selbst schien nach der „Enthüllung" der „Jnrrigukn" seines SiegeS bereits ziemlich ficher zu fein. Er veröffentlichte im,Tag' einen selbstbewußte« Artikel und behauptet darin, an den maßgebendsten Stelle« sei man von seiner Unschuld überzeugt. Daß seine Freunde auch an hoher Stelle für ihn gearbeitet hatten und nicht ohne Erfolg, dürfte richtig sein. Nunmehr wird die Zeit für reif gehalten, ei« Gesuch a« den Kaiser zu richte«, worin um feine „Rehabilitierung" gebeten wird. Der Kaiser kann allerdings im Gnadenwege erlassen oder mildern, aber er kann den Dr. Peters nicht in dem Sinne „rehabilitieren", daß die Verurteilung als nicht geschehen anzusehen wäre und er wieder im Reichsdienste arigestillt würde. Dazu müßte erst seine Unschuld nachgeWiessn werden. wird aber gar nicht einmal behauptet, daß er die Handlungen, wegen deren er verurteilt wurde, nicht begangen habe. Das „Rehabili- tierungS'-Sesuch wird lediglich damit begründet, daß der Türkenbrirs nicht existiere. DaS aber ist völlig Nebrnsachr, den» wie gesagt, auf Grund dieses angebliche« Brieses ist er gar nicht ver- urteilt worden. Versuche, die „Hinrichtung" der Schwarze« als zu Recht geschehe« Hinz«, stellen und sich auf das mohamedanische „Ehe- recht" oder auf Notwehr za berufen, haben nichts zu bedeuten. Schon vor dem Disziplinarhofe ist diese Er.tfchulsiguAg vorzebracht worde«, aber das Gericht hat fir nicht gelten raffen. Im Uebzigen hat ja Dr. PeterS selbst indirekt seine Schuld zugegeben, denn & dem amtlich?« Berichte über seine Expedition hat er di« „Hin. richtunz" verschwiegen. Er war deshalb auch wegen falscher amtlicher Berichterstattung ange» klagt worde» und schuldig befunden worde«. Neuerdings behauptet er zwar, sein Bericht sei gar kein amtlicher gewesen, aber dasFerfängt nicht.
Um nicht zu heftige Opposition gegen fette „Rehabilitierung" zu erregen, läßt er jetzt verbreite», er wolle keineswegs rach Deutschland zurückkehrcu und etwa gar wieder i» den RrichSdienst eintrete», sondern beabsichtige dauernd in London zu bleiben; er wolle eben weiter nichts als „rehabilitiert" werde». Damit wird man indch niemand täuschen. Er und seine Freunde würden nicht so große AnstrengungtN machen, wenn sie nicht hoffte», seine „bewährte Kraft" wieder in den Dienst des Reiches verwandt zu sehe». Daß sie, wie behauptet wird, ihn zum Kolonialdirektor befördert zu können hoffen, kommt uns so ungeheuerlich
Ihm zur Seite stand die Fürstin und Jsengard. Sie sandlen Segenswünschs den Davonziehenden nach, aber bet Hoffnung frohe Gewißheit wollte nicht Einzug in ihre Herzen halten.
11. Kapitel.
In einer Felsenhöhle ssßen um da» Feuer einige der Spießgesellen de« Raubritters in un- heimlichem Schweigen.
„Sie bl iben über Gebühr lange au«," brach einer der Gesellen die drückende Stille „werin's zum Morgen geht, mag e« uns nicht so leicht werden, da« junge Wölflein dort zu hüten." 6t deutete dabei in die Tiefe der Höhle, wo eine zusammengekauerte Gestalt am Boden lag.
„Schweige lieber, Jonny," »erwies ihn der andere, „und horche auf den Käuzchenschrei, der die Rückkehr der Unfein kündet. — Doch hielt er plötzlich inne und lauschte in die Nacht hinaus.
„Jonny," flüsterte er, „hörst Du nicht«?" Die Andern schlichen zum Eingang der Höhle.
„Tod und Hölle!" knirschte Jonny, der Jürg««. „Reiter nahen fich der Höhle, fie bemerken den Feuerschein. Ich höre deutlich di« eiligen Pferdehufe auf dem Waldboden."
„Tretet da« Feuer nieder und dann verlaffen wir bie Höhle," gebot der FÜhxer der kleinen Truppe, „und lenken dadurch die Aufmerksamkeit der Reiter von derselben ab Dadurch allein bleibt der Gefangene in der Höhle unbehelligt und ihren Augen verborgen. Jonny Du allem bleibst in der Nähe versteckt und kehrst in die Höhle zurück, sobald die Gefahr vorüber. Hah! Kameraden, seht ihr an der Stahlhaube jenes Ritter« den wehenden Federbufch? Da« ist der
dm 11. März 1903.
vor, daß wir nicht daran glauben können. Kolo- nialmimfter Dr. PeterS wäre wenigstens im Reichstage vollkommen unmöglich. Bei uns ist ja heutzutage vieles möglich, ober wir wolle» doch hoffe», daß ttotz aller Erfolge, welche die Freunde deS Dr. PeterS „an maßgebenden Stellen" mit ihrem Bohren und Wühlen bereits erreicht habe«, man u«S doch mit einem „reha- bililiertrn" PeterS verschont. Wir können unsere Kolontalpolittk nicht kompromittieren kaffen durch Leute, die fich durch gemeine« Mord befleckt haben.
Berlin, 10. März 1903
X lieber die Erledigung des „Trierer Iskk ist die Korrefpondenz de« evangelischen Bundes ganz au« dem Häuschen gerate«. Sie tobt: „Er hat'« erreicht! „Herr" Bischoff Korum hat seinen Kanzelerlaß „für nicht geschehen" erklärt, nachdem dieser seinen nächsten Zweck, die Abstellung angeblicher Mißstände in der betreffenden Trierer Mädchenschule, erfüllt hat. Ist das ei« Sieg der deutschen Reichsregierung? Mit Nichten! Für Herausforderung der Staatsautorität gebührt sich ein Strafvollzug am Attentäter, nicht Geschenke, Trinkgelder und Schweigegelder. Korum hat erreicht, wo« er wollte, und dadurch für die Zukunft das Wertvoll« solchen friedenstörenden Vorgehens für fein« Kollegen vorbildlich gemacht. Die Regierung ist in der Sache unter! en. Rur in der Sache? Auch formal ist die Neerlage der Regierung vollständig. Der Bischof bittet nicht ab, das kann er nicht, weil fein Erlaß, die konsequente Durchführung der Grundsätze päpstlicher Ballen und Encykltken ist. Er zeigt auch die Rücknahme der Erlasses dem Ministerium nicht an, meldet vielmehr nur dem betreffenden Rkgierungsprästderiten Vie vollzogene Tatsache. Der Reichskanzler hatte aber doch den ganzen Skandal dem Gesandten am Vatikan zur Er- lediZung übergehen. Wo bleibt dessen Bericht über d!e Stellungnahme der römischen Kurl« und wie ist sein Wortlaut? Warum war «e notwendig, daß man die vorhandene amtliche Person des Gesandten eben trotz de« formalen Austräger in der Sache durch Entsendung eine« besonderen Par lamentär« in der Person de« nichtamtlichen Kardinals Kopp ausschaltete? Wozu — fragen wir — hat da« Deutsche Reich einen Gesandten am Vatikan unterhalten, wenn er für diplomatische Aktionen unzureichend und wertlos ist, also nur den alleinige« Zvkck verfolgen kann, zur größeren Ehrs des Papstkönigs ein Schleppträger zu sein?" — Daß man doch auch nicht in solchen Fällen den evangelischen Bund heranzirht! Wie würde er e« verstehen, den konfessionellen Frieden ficher zu stellen!
+ Da« SsMerchsrrs wird sich am 30. März, 2 Uhr, zu einer Sitzung versammeln. Gcht, wie da« Abgeordnetenhaus beabsichtigt, der Etat dem H-rrenhrus'. om 24. März zu, so werden sich die Plenarsitzungen bis zum 3. April ausdehnen; im «■_ ir.ni MOTgg iiiLiwa Jgwsw« «SWW»««SWW«r Mdeggen. Nun gilt es, fie irre zu führen" und eiligst verfchwanden sie im Dunkel der Nacht.
Bald darauf ertönte vielstimmiges Geschrei. Waffen klirrten anehtanber, Flüche und Drohrufe wurden laut, dazwischen der Weblaut eine« Verwundeten. Der Kamps verlor fich schließlich im tiefen Walde. Da tauchte eine Gestalt am Eingänge derselben auf, tat ein paar Schritts in die Höhle und brach unter einem Wehelaut zusammen. In die geseffelte Gestalt nahe der Felsenwand kam Bewegung und Leben. Sie schob fich zu dem Bewußtlosen hin, und hatte bald an dem noch in der Hand dr« Verwundeten befindlichen Schwerte die Fesseln zerschnitten.
Durch einen im Innern- der Höhle befindlichen ihm wohlbekannten geheimen Gang, eine alte Fuchs- höhle, hatte er bald Dai Freie an der anderen Seite bei Berges erreicht. Eben lugte durch zerriffene« Gewölk da« bleiche Mondlicht und ließ ihn seine nächste Umgebung erkennen. Unmittelbar vor ihm zog eine breite Landstraße sich hin, auf dieser eilte er unverzüglich voran, de«n seine Verfolger konnte« jeden Augenblick ihm folgen.
Seinem Vermuten nach führte die Landstraße gen Jülich, so konnte er, wenn er rüstig fürbaß schritt, Jülich in kurzer Zeit erreicht haben.
Auf feinem einsamen Wege kamen ihm bie Vorgänge der jüngsten Zeit so recht lebendig vor Augen. Die Sitterteit feiner Seele gipfelte in dem Kampfe auf den Mauern der Nideggburg, denn wie ver geneigt« Les» wohl schon erraten, war Omar — Ethelred, der gesuchte FÜrstensohn, der, unbewußt der Dings, die seiner harrten, grollrrfüllt den Boten seiner schönen Zukunft enifloh. Ja feinen Adern pulsierte ein heiß«« Blut, und wie er nun
30. Jahrgang.
anderen Falle würden nur zwei Plenarsitzungen, am 30. und 31. März stattfinde«. Darin werde« die EirgemeindnngSLdtwürfe und Verträge und andere kleine Vorlagen erledigt werden.
X AskiormMSeral freifirmi-e Wayl- SStrd-riff-, Obwohl in zM'rtcherr Wahlkreise» eine Einigen s zwischen Nation «Liberalen und Freifinnigen bereits mißlungen ist, «erde« die Versuche uwoerbt offen fortgesetzt. I» einzelne« Fälle« scheinen fie auch Erfolg zu habe«. So wird aus Waldeck-Pyrmont von einer Einigung der liberalen Parteien auf die Person deS nationalliberalen Redakteurs Wilhelm Hopp- städter in Witten, der aber im Reichstag „wildliberal" bleibe» will, berichtet, um den deutsch-sozialen Bündln Müller zu verdrängen. Ebenso soll in Bielefeld der ZnitrnmSabge- ordnete Hu mann verdrängt werde« durch fteifinr-ige Hülfe für die «atioralliberale Kandidatur des LandtagSabgeordneten KasrlowSky. In diesem Wahlkreis bilden die Katholiken nicht dtr Mehrheit, sondern wen« wir nicht irre«, «ur ei« knappeS Drittel der Bevölkerung. DaS Zentrum konnte hier nur dadurch siege«, daß eS i« die Stichwahl mit den Sozialdemokraten kam und dadurch Zuzug von den Konservative« erhielt. Letztere wäre« früher im Besitze dieses Wahlkreises, verloren ihn aber, als fie unter sich und mit den Nationalliberale« uneinig wurden. Die Freisinnigen stimmten bei der letzten Wahl für das Z-rttrum. Wen« fte jetzt de« National- liberalen sich auschlteßen wolle«, ist der Wahl« kreis für das Zentrum zweifellos stark gefährdet, braucht aber darum noch nicht aufgegeben zu werde«. Jedenfalls kau« aber das Verhalte« der Freisinnige«, wen« Re den nationalliberale« Lockungen felgen, für fie Üble Wirkungen in anderen Wahlkreisen haben:.
Parlamentarische Nachrichten.
X Der Marineetat in der Kommission. Die Budgetkommission des Reichstags setzte die Beratung des Marineetats am Dienstag beim Extra- ordinarium fort. Zur Erläuterung sei bemerkt: Nach dem Gesetz, betreffend die deutsche Flotte, beträgt der Sollbestand sür Linienschiffe 38, für große Kreuzer 14, für kleffere Kreuzer 38. Es find bis jetzt im Dienst resp. im Bau 31 Linienschiffe, 11 große Kreuzer, 92 kleine Kreuzer. Neugefordert werden im dirS^ jährigen Val 2 Linienschiffe („M." und „N.") 1 großer Kreuzer (Ersatz Deutschland). 2 kleine Kreuzer („M") und „E^s tz Nerkur"). DaS Extraordinarim fordert u. a. für fee ffebauten 74375000 Mark (gegen 1902 k"'ni er 79 lXX) Mk.), für artilleristische Armierungen 26056000 Mk. (mehr 2 250000 M ), sür Torpedoarmierungen 4 230000 M. (mehr 120000 Mk.), für die Bedürfniffe der Werften 2 259500 Mk. (weniger 1907000 Mk ), für Bedürfnisse der Artillerieverwal- tung 769100 Mk.), mehr 219600 Mk.), für Hafen- und Hochbauten 18 700000 Mk. (mehr 11000000 Mk.) für Festungsbauten 250000 Mk. (im Vorjahre nichts). Zusammen wurden tm ganzen Extraordinarium angefordert 128 956 870 Mk.
Zunächst bringt Abg Müller-Fulda (Cir.) die Ausbeutung der Marineverwaltung durch das Grobblechsyndikat zur Sprache. Um die Pre.e- treibereien des Kartells zu verhindern, empfehle fich Berücksichtigung der ausländischen Fabrikation. Redner empfiehlt folgende Resolution: Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen,
den Surgirafe^, den er als ehrenwerten Ritter hochgeachtet, in j nem Kampftsmomertt so erbärmlich niedrig denkend gefunden, untreu seinem Worte, nur von dem Triumph seine» Siege« erfüllt, da vrrwochie er kaum der Erregung feine« Innern zn gebieten. Warum war er jenem Manne nicht mehr wert, al« ein Hund, den mAn kaltblütig ertrinken steht? Was nützte ihm seine Ehrenhaftigkeit, die Aufrichtigleit seiner Streben«, fein Httdenfinn l E: besaß da« eine nicht, da« nicht eigene« Verdienst, sondern ererbte Wohltat ist, — den klingenden Namen, die ebenbürtige Stellung! Und darum ward er nicht gleichwrrt g befunden, darum schätzte man ihn gering, darum war seine Liebe ein Verbrechen! — Darum auch sollte er untergehen, ohne Gnade, ohne E barmen!
In dem Augenblick-, als er ihm den größte« Dienst erwiesen, al« er mit eigener Lebensgefahr ihm Haus und Gat vor dem Verderben bewahrt, gibt er ihm den Fußtritt, der ihm den letzten Halt benimmt und ihn hinabschleudert in die rohe Gewalt feiner Peiniger. Er fleht, er ruft ihn an um Hülfe, —-und jener Mann, dem er Gutes er- wies'n, rührt keine Hand, schaut kalt und grausam zu ihm her und steht ihn hinabsinken in« Verderbe« und hat dafür nur etn Gefühl, dasjenige he« Triumphe«!
Hah! wie diese Eikenntais ihm das Blut i« wildem Kreislauf durch die Adern trieb und jede bessere Regung in ihm erstickte! Man hatte ihm alles geraubt, keine Liebe waltete mehr über ihm. Die Eltern gleichsam von der Wiege weggerissen, derjenige, der sein Freund, sein Bruder geworden, durch -eine Hand dem Tode gewebt, und ihn, der ihn schützen wollte wie ein Vater, der ihm ei«