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Rabatt gewährt.

90. Jahrgang.

Dar vattkamsche Archiv

blick iw einzelne

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Retiwwtii« «nd Anzeigenteil.

Prlillrt alt goltem leialllei i. Elreitljloaei.

I* allen besseren Geschäften n haben.

Lande, jeder Diözese, jeder einzelnen Kirche, wie von den hervorragendsten Persönlichkeiten der »ergangenen Jahrhunderte. Ereignisse, Einrich. tungew, Lehren, Sitten und Gebräuche der 93er»

-d f-i- «'schließnn, durch Lea M

Uni« d«u Sammelnamen „päpstliches oder vatikanische» Archi» ist die Gesamtheit der unter vatikanischer^ Bermaltung stehende» Archive zu

iea leitende Persönlichkeit«! zumeist , d. h. Leute, die aller Steuerung ab»

Infolge der günstigen Lage bet Bersamm» lungsorteS steht eine sehr rege Beteiligung nicht «nr aus Deutschland, sondern auch auS Oester» reich und der Schweiz zu erwarten. Den Ehren» des L^tSaoAschuffes haben in liebens wür» diger Weise Herr Provinzial-Direktor Seheimrath Freiherr v. Sagern und Herr Ober bü tgt t meiner Dr. Saßner übernommen.

Der Schriftführer des OrtSausschuffeS zur Torbereitung fstr den 4. Hllfsschul-BerbanbStag zu Mainz, Hilftschulletter I. Wettig (Mainz, Lauterenstraße Nr. 9), ist,u Auskünften gerne bereit und nimmt Anmeldungen schon jetzt entgegen.

Grundsätzlich enthält die päpstliche Maßnahme ei» außerordentliche« Entgegenkommen, bedeutet st« eine Anerkennung der auf Erschließung der Wahrheit gerichtete», wissenschaftliche« Bestre­bungen. Sie führte aber auch zu dem ErgebutS, daß diejenigen, die gewiss« Pikanterien i« »eii» konischen Archiv zu finden hoffte«, schwer ent» täuscht wurden. Falschmünzer der Geschichte kamen nicht auf chre Rechnung.

Den in dem Archiv aufgesammelten Grund» stock vollständig und methodisch beschreiben, würde mehrere Menschenalter und zahlreiche Foliobände erfordern. Einen schwachen Begriff davon gibt schon die Tatsache, daß alle!« die Kataloge j deS Archivs 669 Foliobände füllen. Die Register, in die sämtliche ausgehende» Schreiben eingetragen würbe», d. h. für die Feit »ach Jnnocenz III., umfasse» rund 5000 Bände. Sie

Reform!

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I Bund erhalten ohne die

I bisherige Bekleidungeform zu ent­behren, so tragen Sie alle nur,

W** Corsets oder Mieder mit den wegen ihrer hohen gesued- heitlichen Wirkung überall aus­gezeichneten, unzerbrechlichen, sich nach allen Seiten biegenden

Patent-flercnlei-Spiralfedern.

Uud dach ist diese« Werk nicht minder nötig Md wichtig, denn der Schwachsinnige« gibt e« weit mehr al« der Biersinnigen, und jene ßnd «richt weniger hilfebedürftig al« diese. Aber weil ihr Iriden nicht so augenfällig ist, übersah man «S «nd ließ ste i» den Volksschulen «der schickte N in ei«, Jdiotenanstalt. Beide« ist in gleichem Maße verwerflich, denn weder auf der einen noch Mf der anderen Stelle wurde de» Kinder« die »«eignete Erziehung zu leit. Der letzte Funken Geistige« Leben« erstarb unter einer solchen un» zweckmäßigen Behandlung vollend«. Ohne im «e» sttz« de« geringsten Maße« geistiger Bildung «nd »h»e erwerbsfähig zu fein, wurden diese Unglück­liche« in da« Leben hinausgeschickt, wo ste dann gar bald entweder den Armenhäusern oder gar de« Gefängnissen zur Last fielen.

— ------1 ..... uimip

Jutta, DimStag,' den 10. MSn 1903.

derartige Archive von kleinerem oder größere« I »erden mußte. Inzwischen wurde immer "dringt Umfange, aber sie alle find für die Gelehrte, ltcher der Wunsch, daß die Kurie dar »»vergleich»

ZU Das -mische Hilssschulweserr.

3» Mainz findet am 14., 15. und 18. April, Vst«« d. I., der 4. Verbandstag d«r HllfS» schul« Deutschland« statt. Der Hilfsschulverband, im Fahre 1898 gegründet, hat sich die edle »uf- t*e gestellt, die vielfach so stiefmütterlich be- handelte» schwachbegabte« «nd schwach» ^"igen Kinder- in eigene» Schale«, söge«. Hrlssschnle«, zu erziehe« »vd zu unterricht«!. Während de« körperlich Gebrechlichen schon feit «8er Zeit sich menschliche Barmherzigkeit und Liebe znmendet, ist für die geistig Minder»« tigen bi« ** kurzem so viel wie nichts geschehe«. Selbst Han«, als man schon längst AnKttte« zur Unter* briugnng von Idioten, Blinde«, Taubstumme« NM, dachte kaum jemand daran, de« Schwach«, "*■ Meiste eine besondere Erziehung angedeihe« zu

Ll'L 5W Zeile oder berew R«m,1SPsg..Re- klamen die Petit- teile 25 Pfg.; bei - Wiederholungen

Umfange, aber sie alle sind für die Gelehrte« ltcher der Wunsch, daß die Kurie das unveraleich. «tweder ganz oder doch in ihre» wichtigsten liche Material ihrer Archive der Oeffeutlichkeit Telle» verschloss«!. zngävglich mache, «rst u»t«r Leo XM. gi»g er

_ Inders liegt die Sache i» Rom am päpstliche» | i» Erfüllung, zugleich aber auch in einem Um» fange, daß um» ohne Widerspr»ch behaupte« darf: Nirgendwo wird dar Archivgeheimnis seit­dem liberaler aufgefaßt, als im päpstlicheu Archive. Seine geschichtlichen Dokumente stehe» jetzt der freie« Forschung offe» ohne Unterschied bet ..... ' ; ~ i! »ub da-ist Leos XM. eigenste Tat. Es »edurfte bet ganzen Energie seiner machtvolle» Persönlichkeit, um allen Biber» stand zu beseitigen: die Macht beS Ueberliefetten, | die Furcht vor Neuerungen, und dies an eine«

Anders liegt die Sache in Rom am Stuhle, wo das Archiv durch Leo XM. im Jahre 1SS0 in seine« ganze» Umfange für die Männer der Wissenschaft erschlossen wurde. Die ganze geblldete Welt hat dies Ereignis mit Freuden begrüßt. I« bew geräumige» ArbeitSsaal bei I freien Forschung offe» Archivs sehe« wir settdem täglich eine lautlos Ratio« «och bet Konfession arbeitende Schar von Mäunet« auS der ganze« eigenste Tat. ES oedurf geblldeten Welt versammelt. Früher war der Zutritt zu be« Archivräumen bei Strafe b«S KircheubanuS nur dem Papste, dem Karbiual» staatSfekretär uub be« Archivbeamten gestattet! Jeber «bete Sterbliche bedurfte dazu direkte« päpstlicher Erlaubnis, die nur Auserlesenen zu teil wurde.

gangeuheil trete« da in lichtvoller Klarheit vor dar Ange dessen, der in die Geheimnisse dieser unendliche» Sammlung einzudringen vermag. Dabei welche Garantie für die Echtheit der Doku­mente, welche Sicherheit für die zeitliche Reihen­folge ! In das Gebiet jener Art Register fallen auch die Breven, sogenannt, weil ste weniger Formalitäten aufweisen, als die Bulle». (Unser Wort Brief kommt bekanntlich von Breve.)

Wichtig für die Forschung find auch die Suppliken-Register, die a«S dem Archive der Dataria apoetolioa stammen, jener kirchlichen Behörde, welche die „Gnadensachen-, vor allem die Vergebung von Pfründen zu behandeln und zu AuSgang des Mittelalters viel Hoß auf sich gezogen hatte. DaS .Suppliken-Register umfaßt etwa 7—8000 Bände. Sie bieten wichtige auf» schlöffe über diejenigen Persönlichkeiten, die um Bischofstühle, Abteien, Kanonikate usw. sich be­warben oder DiSpenS nachsuchte».

Wertvolle Angaben findet man auch in der Buchführung der Kurie über die jährlichen Ein­nahmen und Ausgaben. An ihrer Senanig« kett und Gewiff-nhaftigkeit könnte manche deutsche | Hausfrau sich ein Beispiel nehmen. Der ganze HauShalt, die Tafel der Päpste steht da vor un­seren Augen. Aber auch die Seldverhältniffe und die Preise für Waren und Lebensmittel einer fernen Vergangenheit und damit zugleich ein zu» verlässiger Gradmesser für die Beurteilung sozialer Zustände. In den päpstlichen Rechnungen wur­den, wie GregoroviuS, der Berfaffer der bekannten Geschichte der Stadt Rom, hervorhebt, «tt pein­licher Gewiffenhafttgkeit die geringsten Ausgaben „bis auf die letzte Unze Pfeffer ober bas kleinste | Bündelchen Salat- verzeichnet. „Im Ganzen! sitzt die Einfachheit und Sparsamkeit der päpstlichen Haushaltung in Erstaunen; man bars sagen, daß sie nach bet fortgesetzten Regelung eines RefritorimnS auSfieht."

Dar Archiv enthält auch in rund 500 Bänden die Rechnungsablage über die Abgaben, Zehnten und Gefälle, die a«S den verschie­denen Ländern eingisgei», mithin ein«« Prüfstein für die Frage, ob wirklich box einer Ausdeutung durch Rom im Ernste gesprochen werben kann oder nicht.

»uartU'irtU«: l,t Xrtatti»a 3»L los, W» Ouseratt 3. p«,,»»,», le Lstta.

Nach diesem flüchtigen Ueberblick übet die Schätze des Vatikanischen Archivs seien «och einige Worte gestattet übet die eifrige Forscher- arbeit, die fdt Erschließung beS Archivs mit Erfolg im Gange ist, zum Trll mit Unter­stützung kirchlicher und staatlicher Behörde». Frankreick, Oesterreich, Preußen und ueurrbingk auch Belgien haben bekanntlich eigenS historisch« Institute zu jenem Zweck begründet. Nicht ! staatlicher Initiative, sondern einem Aufrufe Leo XIII. entsprossen ist das 1888 ins Lebe» getretene historische Institut der Göttes-Gesell- schaft. Obwohl finanziell bei wette« nicht s» dotiert, wie die staatlicherseits eingerichtete« Institute, hat es doch bereits eine Reihe hoch» I bedeutsamer Veröffentlichungen zu verzeichnen, namentlich aus den Nuntiaturberichte« und de« Tridenttnischen Konzil. Zwischen be« einzelne» Instituten herrscht natürlich ein lebhafter ober freunbschaftlicher Wettbewerb, bet bie Betei­ligte« auf dem Boden der ewige« Stabt ein­ander näher bringt über die Schranken bet Nationalität und Konfession hinweg in der ge­meinsamen Pflege der Ideale: DeS Wahre«, Guten und Schönen!

Wie auch immer das Schicksal der Archiv« unter den Nachfolger« des hl. VaterS sich ge- stalte« möge, so viel ist sicher — in den Annalen der Wissenschaft wird Leo XIII, immerdar alt derjenige Papst verzeichnet feix, dem die Ge­schichtsforschung die großartigste Förde­rung verdankt!

Etwa 2000 Bände fallen auf die sog. M i S- cellaneex. Es find die Archive alt römischer Familien, die entweder auSgestotben »der her­untergekommen find. Zu ihnen gehört auch das berühmte Archiv bet Borghese, das Leo XM. 1891 erwarb in siegreichem Wettbewerb mit dem Ptiußischen Historischen Institut.

Zu erwähne« ist auch das alte Archiv der E«gelSburg, dessen wertvollste Originalschätze (Bullen, Kaiserdiplome, Treueide, Privilegien und sonstige RechtStttel der römische» Kirche) zum Schutze gegen Feuchtigkeit u. s. w. in Holzbüchsen aufbewahrt werben.

Das könnte anber« sein. Denn die Wirksam- kett der Hilfsschulen hat gezeigt, daß bie Mehr- VM der schwachbefähigten Kinder durch geeignete Behandlung noch zu nützlichen Gliedern der mensch- Ache« Gesellschaft entwickett werden tarnt. Darum ifi die Sache der Hilfsschulen in erster Linie eine hochwichtige Angelegenheit des Staates und der Kommunen. Aber auch Aetzte, Geistliche und Juristen schenken ihnen neben den Schulmännern stets wachsende Beachtung. Es ist daher eine er» freuliche und ix sozialer Hinsicht eine bedeutsame Erscheinung, daß die Hilfsschulen in den letzten Jahre« erheblich zugenommen habe».

Während im Jahre 1898 ihre Zahl in Deutsch- land 52 betrug, zählt das Reich zur Zeit 174 S,er Snstsltex. Fast alle größeren und mehr- Aassige« find selbständige Schulsysteme mtt eigener, Lotung. Daß dieser gewaltige Fottschritt tx erster Linie dem Verbände deutscher Hilfsschulen und seine« Versammluxgex, die stets mch vom Auslände besucht waren, zuzuschreiben ist, dürfte nicht zu bezweifeln feix. Doch der Verband rastet nicht; er will seine Erfahruxge» in immer weitere «reife tragen. In Klaffen von höchstens 15 Schülern sollen gedachte Kinder ver- einigt werden; durch liebevolle Behandlung, frei» lich auch durch fast übermenschliche Geduld, durch eine tntexstoe Berwertaxg des Anschauungs- und SprechunterrichtrS und nicht zuletzt durch denHaxd- ferligkritS. und ArbeitSuxterricht werden diese Schwachen so weit gefördert, daß durchschnittlich

Prozent derselben einem, wenn auch einfachen, so doch geordnete« Lebensberufe entgegengeführt werden. Auch ix der Fortbildungsschule soll ihnen die gebührende Berückstchttgung zu teil werden; namentlich will man ihnen bei Auswahl und Auf- ftnbuxg des Lebensberufes auch nach der Schul» Entlassung zur Sette stehen. Auf dem Mainzer V rh«^ "-tage wirb ein erfahrener Jurist, Ober- amikrichtet Nolte aus Braunschweig, bie „®e< tückstchtigung ber Schwachsinnigen im bürgerlichen n»b öffentlichen Rechte des Deutsche» Reiches" bespreche». Die UnterrichtS-Statistik bezengr, daß auf etwa 1000 Einwohner ein schwachsinniges Ki»b zu rechne» ist, so baß also schon Städte mtt 20,000 Einwohnern in ber Lage find, sich erfolg» reich biefem Samariterdienste zu widmen.

AuS dem Archi» des Staatssekretariats wer­den lehrreiche Rufschlüffe über bie internatio-

B'.'^hunzen gewönne». Leider find „ meinen n na»e..

viele einfchlägtge Dokumente i» Prioatbefitz ver- I______________________"

schleppt, insbesondere in bet Familie Farnese. ,--—-

Bon den Papieren über bas hochwichtige Konzil! I TLmpinorr

von Trient ist ein Teil gar gänzlich vrrschwun-9 „ 'S?

den, nur durch einen Zufall ist ber größere Teil I > ^1>aCT SEuus'v-- sicherer »trfcftmtatt. [

| von be» Schriftstücken des Konzils erhalle» ge­blieben und später bew Florentiner Staatsarchiv einverleibt worden. So betrübend er auch daß ber Unterschieb von Staats- und besitz bei so wichtigen Dokumenten sich so lckcht damals »erwischte, in einet für die Kirche tritt, sch«« Zeit wie bie ReformationSperiode: so zeigt dieser Umstand doch auch anstatt ber für Manch« sprichwörtliche» Hinterlist u»b Doppelzüngigkeit ber vatikanischen Politik eine sgerabezu kinblich berührende Herttauen-seligkeit, die man ebenso gut als Leichtsinn charakterisieren könnt« l vor aller Lückenhaftigkeit enthüll übrigens da» Archi» deS Staatssekretariats in ber Abteil»« **aütatnr*w ein unschätzbares Material in Abschriften H«b auS späterer Zett auch in Ori­ginalen, außerdem aber viele Hunderte von Bänden »riefe von Karbinälen, Bischöfe», Fürste«, Heerführer» uxb Privaten, sowie Tage, büchet beS 15. unb 18. Jahrhunderts und viele Konklave-Attex.

Die päpstlichen Archive sollte» ihrem Zweck nach alle aus ber katholischen Welt bei bem römischen Stuhle ei»laufe»b e »Stücke umfasse«, ferner alle von ber Kurie ausgehenden Schreibe», da diese vor ihrem Abgang alle in Register- bände« kopiert wurde». Die Register bände bildeten daher auch von jeher den wichtigsten Teil deS Archivs. Wären sie «lle von Anfang an «och vorhanden, f» besäßen wir ein erschöpfendes, für alle Phasen der Entwicklung der römischen Kurie authentisches Material, das zugleich einen । genauen Einblick in die jeweiligen Zustände sämt­licher Länder Europas vom Beginne des Mittel- allerS bis in die Neuzeit ermöglichte. DaS ist jedoch leider nicht der Fall. Sind doch sämtliche Registerbände bis 1198, der Thronbesteigung deS Papst-S JnnocenzHI., verloren gegangen unb L,______,___ ...__________..

Bruchstücke ihres Inhalts hi Ab- geben eine urkundliche Geschichte der zivilifierten fWen erhalten. Diese Verluste fallen höchst» Welt in ihrer Gesamtheit, aber auch von jedem wahrscheinlich zusammen mit den Stadtkämpfen " " ' ------ - - — -

deS 13. Jahrhunderts, die vor nichts Hall machten. Die älteren Schriftstücke würden das 13. Jahr» hundert sowieso nicht überlebt haben, da sie nicht ans Pergament, wie die spätere«, sondern auf Papyrus ausgezeichnet waren, dessen Fasern ber Auflösung leicht verfielen. Ein deutscher Gelehrter, Phttipp Jaffe, war eS Übrigens, ber ben groß­artigen Plan faßte, oie verlorenen Register beS päpstlichen Archivs aus den Originalen zu rekon» ituiete«, bie sich in tausenb unb abertausend Bibliotheken unb Archiven Europas zerstreut oorfi-iben. «ix eigenes Breve PiuS IX. erkannte bie »erbiexflliche Tätigkeit dieses Sammlers an.

Die Verlegung ber päpstlichen Residenz nach Avignon im Jahre 1304, das sog. babylonische | Heil bet Kirche, hatte auch eine Ueberstedeluxg I •es Archivs bebingt. Sie kostete, wie der Kuriosität «Iber mitgeteilt sei, nur 40 Gulden. Aus Avignon am nach mancherlei Schicksalen ber größere Teil beS Archivs erst 1441 nach Rom zurück, die letzten ! Bruchstücke jedoch erst beim AuSbruch ber fran» höfischen Revolution von 1789, Die wertvollsten Urkunben wurden in ber sicheren Engeltzburg untergebracht, fanben aber dort schlimme Feinde in der Feuchtigkeit ber Räume. Der Zerstreuung auf bie verschiedensten Aufbewahrung-Plätze und vielfacher Verschleuderung machte erst Paul V. (1605—1621) auS bem Hause -oorghese ein Enbe, ixbem et aus ein Einheitsprojekt Pius des Vierten zurückgriff unb ein« große Zentralfi alle für das vatikanische Archiv schuf.

Währenb bas 17. unb 18. Jahrhundert im allgemeinen ruhig an bem Archiv vorüberging, hatte es schwere Bedrängniffe burch die fran­zösische Revolution und Napoleon zu bestehen. Dem Anfinne«, alle Gold» und Silberbullen von

«W Ilnlerhattungs-Aeitage „Ällullrirte Sonnlags-Ieüung" *"*

Endlich ist als größere Abteilung noch das Konsistorial-Archiv zu nennen. Zum Amt« deS Konfistor iurnS gehört bekanntlich die Kreation der Kardixäle mit wenige* Ausnahme«, Pro­vision der Bischöfe, Gründung neuer Bistümer, Entsendung von Legaten a latere, Heilig- unb Seligsprechung, feierlicher Empfang fremder Monarchen und ihrer Gesandten. Die Kon» fistorialakten reichen bis 1409 zurück, bilden also für all- einschlägigen Ereigniffe des letze» halben Jahrtausends eine genaue und zuver­lässige Quelle.

Der wissenschaftlichen Forschung blieb baS Archiv aber auch bann noch »erschlossen. Nur tiugte Gelehrten erhielten Ein» Regesten»Bände. Dabei trieb man aber bie »otficht so wett, daß jeder Band sowwauung peyeuoen NNylve zu I einzeln in das Bureau des Archiopräfekten ge- verstehen. Au alle» fürstliche» Höfe» bestehe» bracht und »»ter dessen A»fstcht burchgefehen

ben Ociginalbiplomen abzulösen unb bet Republik auszuliefern, widersetzte sich der Archivar Gaetano Marini zwar mit Erfolg. Schlimmere Zette» aber tarne», als Napoleon in ber Nacht zum «. Juli 1809 ben Papst PiuS VII. gefangen nahm unb in bet Folge be« gigantischen Plan faßte, in Paris ein Universalarchiv zu errichten. Er wollte alle Urkunben aus ber Geschichte bet ®on ihm eroberten Länder in seiner Hauptstadt vereinigen. Als bie Masse ber geraubten Archive in Paria anlangte, reichten die Säle des fran, zöfischen Archivpalastes nicht auS. Ganze Haufe« wurden daher einfach in den Wanbelgängen deS Hauses und in den Säulenhallen deS Hofes niebergelegt. Dank besonderer Fürsorge erging eS dabei den päpstlichen Archwen noch glimpflich. Die Erwartung französischer Kirchexfeinde, in bem Archive Waffen zu einem vernichtenden Schlage gegen bas Papsttum zu finden, gingen nicht in Erfüllung. Die Rückkehr der »rchivalien nach* Rom erfolgte erst nach beS Torsen zweitem Sturze, 1815, «nd kostete 200,000 Franken!

S Fuldaer