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Jalta. mit Ilnterhattungs -Beilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung" -1 pdmgofe N». 1 (Sarawak). _
Iurö^Samstag, dE7. März 1903.
M 54.
30. Jahrgang.
,Deutsche TazeSztß/ sich hier «stell», ist der
der,Tägl. Rundschau' werden der Vereinigung wahrscheinlich nicht zu der erhofften Bedeutung So zentrum!freundlich, wie die
0 Ein bischen Kulturkampf scheint gewiffe» Liberale« noch immer eine recht schätzbar« Würze für die Wahlagitation zu fei». Je mehr eS einer Partei an einem klaren und zugkräftigen Programm und a« sonstigen Qualitäten fehlt, um die Wähler zu gewinne», um so mehr verläßt sie sich auf die katholikenfeindlichen Instinkte urteilsloser oder fanatisierter Kreise. ES ist kein Zufall, daß wie neulich bet der Interpellation über die Trierer vchulsrage im Abgeordnetenhause, so auch heute im Reichstage bei der Debatte über die katholisch.theologische Fakultät in Straßburg die um Herr« Sattler brüderlich mit denen um Herrn Barth an demselben Strange zogen.
Im nationalliberalen Lager, daS weiß man ja, herrscht arge Verwirrung und Zwietracht, die sich hauptsächlich von der Zolloor- läge herschreibt. Die einen dränge» nach link-, die andere» wollen die Fühlung nach rechts nicht verliere». Wie schon auf dem Parteitage in Eisenach, so find eS auch jetzt wieder vorzugsweise die »ach links strebe»den Elemente, die mit etwas Kulturkämpferet die Brüche in der Partei kitte» und über manche Schwierigkeiten hinweg, kommen zu kS»»e» glauben. Mit dem Gezeter gegen die „Ultramontanen" und die „klerikal, Anmaßung" soll die Aufmerksamkeit der Wähler von dem Gebrechen der Partei abgelenkt werden. Die freisinnige Vereinigung fürchtet die Folgen ihrer Obstruktion im Reichstage und hält deshalb gleichfalls etwas konfessionelle Erregung für daS beste Mittel, alle Sünden vergeffr» zu machen. Außerdem ist die Konkurrenz mit der freisinnigen Volkspartei hierbei wirksam. Da diese fich der Kulturkämpferei gegenüber ziemlich ablehnend verhält, glaubt die frets. Vereinigung gute Geschäfte mit dem gegenteiligen Verhalten machen zu können. Die um Richter sollen den Wählern
Berlin, 6. März 1903.
h, Die,Tägl. Rundschau' erklärt, die neue „e»tinltremo«f«ae bereinig«»-" werde nicht praktisch bedeutungslos bleiben, sondern die bisherigen Vorarbeiten gäben die Gewähr, „daß gerade gewissen pflaumenweichen Konservativen und dem Bunde der Landwirte die Existenz d-r Vereinigung bald bemerkbar gemacht werde» dürfte". Dazu bemerkt die.Deutsche TageSztg.': „D?r Bund wird daS in Rahe abwartrn können. DaS Blatt scheint der Meinung zu sei», daß der Bund der Landwirte die Verpflichtung habe, dem Zentrum entgegenzutreten. ES foltte doch wtffrn, daß der Bund eine wirtschaftliche Vereinigung ist und erfreulicherweise zahlreiche Katho. ltken unter seine» Mitglieder» zählt. Die Artikel
nicht die Rede sein kann, sondern einfach ein Abkommen getroffen worden ist, daS im wesentlichen nicht anders lauten konnte, wenn die Fakultät zu stände kommen sollte. Wer eS mit dem staatliche» Interesse für unvereinbar kält, der muß auch die sämtlichen übrigen katholisch, theologischen Fakultäten verurteilen. SS find aber nicht zuletzt gerade diejenigen, die die neue Fakultät auS politischen Gründe» gewünscht habe», und die nun unzufrieden find. Den- jrnigen, die aus angeblichem Interesse für die Freiheit der Professoren und die freie Forschung mtt dem Abkomme» nicht einverstanden find, hat Freiherr von H.rtUng mtt Recht entgegen» gehalten, fie müßte» konserq renterwetse auch die protestantisch'theokogische» Fakultäten verwerfe».
Daß die neue Fakultät von de» liberalen Rednern nur als Anlaß benutzt wurde, mit etwas Kultur, kampf Wahlagitation zu treiben, ersah man auch deutlich daraus, daß fie allerhand andere Dinge hineinmischten, die mit der Sache nicht daS min« beste zu tu» haben, die aber in der letzten Zeit die Gemüter „erregt" haben. Der § 2 des Jesuiten- Gesetzes, daS Vorgehen des Bischof- Korum und gar eine angebliche Amßerung des Abgeordnete» Dr. Schädler in Mannheim stehen doch wahr« lich in keinerlei Beziehung zu der Straßburger Frckultät. Trotzdem wurden fie von den Satt- ler, Schrader und Barth in die Debatte ge- zerrt. DaS Abkommen wegen der Fakultät reichte eben nicht auS, um die gewünschte Stimmung zu mache». Die andere» Gegenstände schienen mehr geeignet, um den Grimm über die schwächliche Haltung der Regierung, die Preisgabe staatlicher Rechte, die immer kühner werdende klerikale Anmaßung rc. wachzurufen. De» Eindruck des Ge
künstelten ihrer Aufregung konnte» die Herren aber mit dem besten Wille» nicht verwische». Di seS ewige Wiederholen der alten abgebrauchte» Wep- du»ge» wirkte sogar mitleiderregend.
Wie neulich im Abgeordnetenhause, so haben auch heute irn Reichstage wieder die streitlustigen
Herren zu ihrem Schmerze erfahren müsse», daß für die Schürung des konfesstonelle» HaffeS zu politischen Zwecken die Zeitverhältntffe ungünstig sind. Die Zentrums-Abgeordneten Dr. Spahn und Freiherr v. Hertltng waren ja zur Ab« wehrauf die Angriffe genötigt; aber sonst fanden die Rufer im Streite nirgends ein Echo. Keine der übrigen Parteien beteiligte fich an der Debatte. Wenn daS nicht deutlich genug sagt, wie die Dinge stehen, dann wissen wir nicht, auf welche Weis« eS noch deutlicher gemacht «erden könnte. Die ZenttumS.Redner haben abermals bewiesen, daß fie den Streit nicht suche». Ihre Erwide« rungen auf die nichts weniger als höflichen Ausfälle waren konziliant und vornehm. DaS Zentrum will de» Frieden und wir hoffe» »ach der Hal- tung der übrige» Parteien, daß auch die gr He Mehrheit der protestantischen Bevölkerung ihn will und trotz alles Lärmen« einiger verbissener Fanatiker kein Bode» für die Kulturkämpserei zu finden ist.
Bund nun doch tatsächlich nicht.
Hc 3Mt «-scheid-»! Die Einstellung von 4 Millionen Mk. in den ReichshauShalt zur Förderung deS Baues von Beamten- »nd Arbeiterwohnhäusern hat die Berliner Sausbesitzer auf die Beine gebracht. Jieircr rotestversammlung stellte» fie folgende Forderungen auf: Die von der Reichsregierung durch den Etat für 1903 geforderten 4 Millionen Mark zur Förderung der Herstellung geeigneter Kleinwohnungen für Arbeiter und gering besoldete Beamten in den Betrieben und Verwaltungen deS Reiches nicht zu bewilligen, die Reichs- regierung zu veranlaffm, daß die dem Beamten. wohnnngS-Verein tn Berlin aus Reichsmittel» bisher bewilligten Darlehen, soweit fich diese Darlehen als eine etatswidrige (!) Verwendung von ReichSmitteln erweisen, sofort von dem Schuldner zurückverlangt werden, eine parlamentarische Untersuchungskommission zur Feststellung der etat-widrigen Verwendung deS in Frage stehenden W shnungSsürsorge- Fond« und der verhängnisvolle« Folgen der betreffen» den Regierungsmaßnahmen einzufitzen. Zur Be- Gründung dieser Forderungen soll eine ausführliche Denkschrift bienen, die der Bund der Grund« befitzer-Vereine gleichzeitig dem Reichstage über- mittel« will. Der.Vorwärts' meint dazu, daß man sich keineswegs zu wundern brauche, wenn die Hausbesitzer eines Tages verlangen, daß Staat und Gemeinde zu ihren Gunsten auch auf den Bau von Dienstgebäude«, Schule« und Rat- Häusern verzichte« sollen.
+ Andlich! Herr Graf Paul von H o e n i • broech, der Exjesuit, angelt sch»« |o lange «ach einem ReichktagSrnandat. daß es Einen fast dauern konnte zu sehen, wie feine Hoffnungen immer wieder zu Waffer wurden. I tzt hat fich endlich der Wahlkreis Reichenbach. Kirchbach iw Sachsen, bez«. „evangelische Arbeiter und Fabrikanten" desselben herbst, gelassen, den Macher der „antiultramontanen Wahloereinigung" als ReichStagSkandidate« auf den Schild zu erheben. Ob hinter feinem Wahl- komitee auch eine politische Partei steht, er« fahre» wir leider nicht. Unb doch wäre gerade dies ebenso interessant wie für die Beurteilung der WahlauSfichten wichtig zu wisse». Bei der letzte» ReichitagSwahl entfielen i» jenem Wahlkreise auf ein«» nationalltberalen Kartellkandi-
wegen ihrerZentrumSfteundlichkeit und allzu großen Nachgiebigkeit gegen de« „UltramontanttmuL" verdächtig gemacht werden. Daß insbesondere der protestantische Eifer des Herr» Dr. Barth gar nicht- weiter ist, als „Wahltaktik", weiß so» zusagen jede- politische Kind. Auf der Linken zumal wird e- nicht viel Leute gebe», die de» ... Herr» ohne innerlich zu lächeln, so kräftig gegen verhelfen, die kirchlichen Machiansprüche loSgehen sehe«. *
Was die Herren Dr. Sattler, Barth, Schrader gegen da- Abkommen wegen der Straßburger Fakultät vorbrachten, habe» wir alle- längst tn liberalen Blättern gelesen. Ja andere« liberalen Blättern haben wir auch die Widerlegung gelesen. Wen da- nicht überzeugt hat, de» müssen, salls er fich überhaupt über, zeuge» lasse» will, die heutigen Ausführungen deS Seh. Ober Rrg..RatS Hall' y und der Abg. Dr. Freiherr von Hertltng Überzeugt haben, daß von einer „Kapitulation der Regierung vor Rom", von einer schmählichen „Preisgabe staat- licher Rechte gegenüber kt chlichen Ansprüchen", und wie die „hohlen Phrasen" sonst alle lauteten,
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bäte» 11588 Stimmen, auf den sozialdemo. krattschen Bewerber, ben jetzige« Abgeordnete« Hofmann 13154. Die Sozialdemokraten hätten eigentlich alle Veranlassung, dem Herrn Grase« gutwillig den Wahlkreis zu überlasse», hat er sich dock schon längst als einen warme« Freund unb Gönner bet Sozialdemokratie bewiesen 1
+ „Wer bestimmt die Nmedeskeutdi« bataren?" fragt die freikouservattve,Post'. Die Leitung bei Bundes pflegt bei etwaigen Be« schwerden bekanntlich zu antworte«, bie Aufstellung der Kandidaten sei nicht Sache des Bundesvorstände«, sondern der Vertrauensmänner in den einzelnen Kreisen. Dieser Grundsatz scheint ober, meint die ,Post', ganz nach Belieben aufgegeben zu werden. Jetzt ist der Bundesdirektor Dr. Diedrich Hahn wieder im Braunschweigischen in einer Vertrauenrmämerversammlung des Bunde» zu Jerxheim eifrig tätig gewesen, um die Kan» didatur dc« bisherigen nationalliberalen Abg. v. Kaufmann zu hintertreiben, der für den Antrag v Kardorff gestimmt hat. Er bekämpfte nicht nur vor der Abstimmung die Kandidatur von Kaufmann heftig, sondern erklärte auch, al» bie Abstimmung vollzogen war unb bie Hälft« bet Anwesenden für, die Hälfte gegen v. Kaufmann war, daß der bisherige Abgeordnete unter keinen Umständen al« Bundeskandidat in Frage kommen könne. Wenn neuerdings von Berlin au» dekretiert werden soll, wer Bundeskandidat fe’n soll und wer nicht, dann sollte man sich doch nicht erst die Mühe machen, die Vertrauensmänner zusammenzurufen und abstimmen z« lasse«, meint die.Post'. Di« Vertrauensmänner find offenbar nut dazu da, damit die Buadesleitung unbequemen Fragen au» dem Wege gehen kann.
4- Streichungen am Zßkari»e-kat. Die Bubgetkornmiffion des Reichstags hat am Freitag die Beratung des Marineetats begonnen und dabet sogleich verschiedene Abstriche vorge- nomnten. Zunächst wurde» vom Besoldungsetat des ReichSmartneamiS die mehrgeforderten 4000 Mark und dann »och wettere 6000 Mark bei ben Prrfonalausaaben geftrichm, ebenso von den neugeforderte« Offistersstellen: 1 Kapitän zur See, 4 Fregatte» kapitäne, 1 Kapitänleutnant. 4 Oberleutnant- zur See, 11 Leutnants z S. Von der Posttion für Ablösung von Schiffsbr. satzungen wurde« 100000 Mark gestrichen, ferner 4500 Mark beim Verwaltung-personal. Dagegen wurde eine Resolution zu Gunsten einer Gehalts« ausbkffrrung der Führer, Steuerleute unb Maschinisten von Werftbampfern, Schwimmkähne«, Schwimmdocks, sowie der drei Schleusenmeister« gehilsen angenommen. Die Hauptabstriche können erst beim Extraorbtnarium erfolgen, baS am nächste« Dienstag die Kommisston beschäftigen wirb. Insbesondere dürfte babei bie Millionen« forderung für bn Neubau eines Reichs marine« amt« in Berlin ins Wasser fallen.
• Berlin, 6. Mär, 1903. Der Kaiser wird morgen auf der Rückreise »o» Helgoland in Bremen eivtreffe». Im Ratskeller wird em kleiner Imbiß eingenommen. In der Bezleitnng deS Kaisers best .det fich der Ervßherzog von Oldenburg; Prinz Heinrich von Preußen beabsichtigt da,ege» tn Bremen keinen Aufenthalt ,n nehmen, sondern direkt »ach Berlin weiter zu fahre». Bo» Berlin auS werde» der Reichskanzler u»d Minister Budde auf Einladung des Kaisers »ach Breme» komme». — Der vorbereittnde Schriftenwechfel zwischen Brrli» und Petersburg we,en der HandelSvertragSver« Jandlungen hat bereits statt,«fu»den. — Staats« ekrrtär Graf PofadowSk, hat fich, wie schon erwähnt, eine Erkälton, zugezogen »»» kann für die nächste Zeit nicht an den parlamentarische» Arbeiten tetlnehme». Er hat sein Nichterscheinen t» der Kranken« kaffenkemmisfio» biS auf weiteres entichuldige» lassen. — Heute fand im LandwtrtfchaftSwinisterMm eine Konferenz wegen Teilu», bezw. Umgestaltung der An f i ed- lungSkommiffton uatt — Die Frühjahr» - parade der GardekorpS auf dem Tewpelhofer Felde bei Berlin fällt diesmal au». Dafür soll am 29. Mai auf dem DSberitzer Platz vor dem Kaiser ei» Gefecht»« exerziere» der Sarde stat!fi«dr», woran sich et« Parade« marsch schließe» wird. — Der Mt»ister der öffentliche» Arbeite» hat dir Ets»»->ahudirektto»e» zu reichlicher und zw«ck»äßi,rr A»brm,u»g der S tat io« S »am e» auf de» Bahnhöfen der Hauptbahnen aufgrsordrrt. Insbesondere wünscht er die StationSnameu mehr al» bisher an den Bahnpetglaterne» angebracht *u sehr». — Der Nachs,l,er de» Herr» v. Bitter, Oberpräfident von Waldow, hat eine schwere J-fluenza durch,«macht und befindet fich ,e,en»»rtig zur Erholung in inetan. Er wird fehl Amt erst Mitte April antrete».
♦ 6. März 1903. Das Groß.
Herzogi. Oberkonfistorium hat fich, wie schon vor Jahresfrist, in letzter Stunde noch einmal mit der bringenden Bitte an bie Staatsregierung gemen- bet, diese wolle bet Aufhebung auch nur des § 2 des JesuitengesetzeL ihre Zustimmung tm Bundes» ate versagen,
Airs dem Keichsta-e.
«e» 276. Ettzung vom 6. März 1908, 1 Uhr.
Auf der Tagesordnung steht zunächst der Etat dr» Reichsschatzamtes.
Graf Sanner (te»f.) fragt, »aS die Regierung zu tun gedenke, um die deutsche Zuckeriuduftrt« auch »ach Jnkrasttrrtr« der Brüsseler Konvention und de» neuen ZuckerfteuergesrtzeS auf dem Weltmärkte konkurrenzfähig zu erhalten.
Schatzsekrrtär v. Fhiekman«: Die Regierung hat gelegentlich der SonventwnSvorlage allerdings die Kon» tingeutterungsfrage zu prüfe» zugrsogt. DaS vorliegende Material gibt gegenwärtig de» Regier«»»«» noch keine» Anlaß, dem Reichstage eine Kontingentierungs-Novell« vorzuschlazen. Der Schatzsekrrtär fügt dann noch Hinz«, daß die völlige Aufhebung der Zucker- verbrauchSfteuer, wie man fie in Eingabe« a» die Regierung erbeten habe, unmöglich sei. Wir hoffe», de» inner«» verbrauch fich heben zu sehe» durch di« Herabsetzung der Verbrauchssteuer.
Die Ab,g. Laasche (natlb ), Speist (Zentrum) und Dr. "Nachuicke (frets. vgg.) stimmten darin überein, daß die staatliche Kontingentierung nicht nur eine Verletzung der Brüsseler Konvention involvier», sonder« auch eine Schädigung der Landwirtschaft, die die Zuckerindustrie selbst mtt fich bringe« werde, die auf bie Dauer geradezu verhängnisvoll sein würde. Aba- Sp«<L er» Hätte, da» Zentrum sei seinerzeit zwar für die Pro- dukttonSlontingentlerungeingetreten, von der Verbrauchs« koutingentteruug jedoch wolle t» nicht» wisse«.
Staatssekretär Frhr. o. Fhiekma«« teilte dann »och mit, daß di« bekannt« Resolution brtr. Fracht- Herabsetzung sür Rohrzucker, Melasse usw. dem Reichs- etsenbahnamt bereit» überwiese« sei und der Tarif auö- schuß fich mit der Angelegenheit befasse. _
Dir Ab,. Sterne» (freis. vp.) und Hamp (Rp.) befürworteten ein wohlwollenderes Vorgehen und eine a»,eweffene Entschädigung für jene vaccharinfabrikanten, welche infolge de» Süßstoff,«setze» den Betrieb einstelleu mußten.
De« Schluß der Sitzu«, füllte die Debatte über die kath»lisch.tbeol»,ische Fakultät in Straßburg an». (Bergt Leitartikel.)
Schließlich wurde der Etat de» Schatzamtes genehmigt^
Morgen 1 Ubr: Etat de» all,«meinen PenfionS- fand», sowie die A ststrntrn-Titel im Poftrtat, die «och- mal» der Kowmisfio» überwiesen worden war«». Endlich Militäretat.
Schluß 6»/« Uhr.
• Saris, 6. Mär, 1903. Im gütigen Minisierrat teilte Ministerpräsident Sombe« mit, er beabsichtige, demBischofvon Perigueux da» Gehalt wegen seine« Fastonbriefo« zu sperren, beffm Inhalt gegen ba« Konkordat verstoße und für die Staatsgewalt beleidigend sei. — Der KrikgSmtnister teilte mit, daß er zahlreiche Arbeiter au« den staatlichen Waffenfabriken entlassen werde,
® Aonvo«, 8. März 1903. SchatzsekretLr Balfour lenkte gestern die Aufmerksamkeit be» Unterhauses auf die Notwendigkeit, eine» Verteidigungsausschuß zu bilden unb beantragte eine Resolution, in der erklärt wird, daß nach Ansicht de» Haust» die wachsenden Bedürfnisse be» Reiche» die Errichtung eine» Set« teldiguug«au»schusse» notwendig machen. So viele Nachrichtenabteilungen unb Verteidigung«- ausschüsss England aber auch organisieren möge, würde e» doch in jedem Kriege, in ben e» verwickelt werde, viele Ueberraschungen gebe». Er glaube aber, baß der jetzt vorliegende Plan sich nicht unwirksam erweisen werde bei der Durchführung der großen Zwecke, für die er bestimmt sei. Nachdem die Mehrheit der Redner für ben Vorschlag der Regierung eingetreten waren, wurde die Resolution Balfour angenommen. — Heute ist ein Blanbuch veröffentlicht, welche» eine längere Erklärung Lord Lansdowne» gegenüber dem österreichisch- ungarischen Botschafter in London, Frhrn. von Deym, über die Auffassung der englischen Regierung bezüglich der Lage Mazedonien» enthält. Danach werde die nur vorläufige Annahme der Reformvorschläge nicht so angesehen, al» ob die Regierung keine anderweitigen Vorschläge aus- stellen oder unterstützen könne, im Falle die gegenwärtigen fich al« ungeeignet erweisen sollten.
• Konst«, tinopek. 5. März. 1903. Nach wetteren eirgetroffenen Meldungen dauerte der Kampf mit der bulgarischen Bande bei Lubunowa im Wilajet Manastir von Samstag bi» Sonntag. Er wurde nicht von der Gendarmerie, sondern von einem Militärdetachement geführt. Da« Detachement hatte sieben Tote, darunter einmHauptmann unb zwei Verwunbete. Der Banbe kam eine zweite Bande zu Hilfe.
flns Kjrchr und Stfiuk.
* Saderöoru, 7. März 1903. Der hoch». Herr Weihbischof von Paderborn, Dr. Augufltn Gockel feiert heute sein goldene- Priester- jubiläum.
Stadtverordueten-Bersamml««g.
□ Fulda, 7. Mär, 1903.
An bet gestrigen außerordentlichen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung nahmen 90 Stadtverordnete teil. Der Magistrat war durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Antoni und Herrn viadttat vtöhr vertreten. Außerdem wohme Herr Baurat Schirme,er der Versammlung bei.