KuldaerMZeitung
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30. Jahrgang
Iulda, Freitag, dm 6. März 1903.
JH 53.
OtfniKlttS
niä" beffn oder W-ch'l-r »achm ISnxte», wnm ie Lockspitzel des HakatiSmus wären!
* Der .Rüchsanzeiger' warnt die Personen, die nach Gra«*v««k oder derHra»iest«atLoto* ie zu reisen beabsichtigen, nachdrücklich davor, die Au«> reise anzutrete», wer« sie sich nicht zuvor vergewissert haben, daß ihnen der zum Eintritt nach Transvaal und di« Oranjestaatkolonie und »um Aufenthalt daselbst erforderliche britische Erlaub« ni«schein erteilt ist. Deutsche müssen zur Er- largang des Erlaubnisscheine!, die Vermittelung der kaiserlichen Konsulatsbehörden in Südafrika n Anspruch nehmen und haben sich hierzu an dar- enige Konsulat zu wenden, das für den südafrikanischen Hasenplatz zuständig ist, von wo die Reise nach Transvaal oder der Oravjrflaßkolonie erfolgen soll. I» den Anträgen auf Erteilung des Erlaubnisscheines ist genau anzugeben, ob >er Schein für einen dauernden oder vorüber« gehende« Aufenthalt, in letzterem Fall- für wie lange, gewünscht wird, der Ort, für welchen der Schein ausgestellt werden soll, der Name des Ge« suchstrllers, Stand oder Beschäftigung deS Gesuch« stellerS, ob der Gesuchstsller ein eigenes Geschäft oder feste Anstellung besitzt, oder ob er über die notwendigen Mittel zum LrbenSunterhsÜ für sich und seine Familie verfügt und ob er zwei gute Referenzen in Südafrika bezeichnen kann und welche. Da von der britischen Regierung nur monatSweise einer begrenzten Anzahl von Personen die Reise- erlaubniS erteilt wird und es unbestimmt ist, wann
ein jedes Gesuch zur Erledigung kommt, ist es daher dringend empfohlen, die betreffenden Anträge so frühzeitig wie möglich bei dem zustän« digen Konsulat in Südafrika einzureichen. Der ,ReichSanz/ fügt hinzu: Eine möglichst weite Verbreitung dieser Notiz durch die Tagekpr.ffe ist im Interesse derer, die eS angeht, erwünscht.
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en zunächst die erforderlichen Unterlagen für ein weiteres Vorgehe» geschaffen werden. In den Ausführungen, mit denen der Zentrums-Abgeordnete Dr. Jäger den Antrag begründete, sind besonders dis Sähe bemerkenswert, aus denen er die Pflicht und daS Recht deS Reiches, in die Wohnungsfrage einzugreifen, herleitete. Nach der Verfaffung ist daS Reich ein „ewiger Bund zum Schutze deS Bundesgebietes und des innerhalb desselben gültigen Rechtes, sowie zur Pflege der Wohlfahrt deS deutschen Volkes." Diese wird aber in hohem Maße mitbrstimmt durch die Wohnungsoerhältnlffe. Im übrigen hat da« Reich bereits manche in das Gebiet der öffentliche» Wohlfahrt fallende Frage» durch Reichs- gesetzgebung geregelt. Dr. Jäger verwies auf daS Jmpfgefetz, die internationale Vereinbarung gegen die Eholera, das Verbot deS Verkehrs mit arsenhaltigen Tapete« und mit blei-emailhaltigen Koch- und Trinkgefäßen. Neben der formalen, in der Verfaffung begründete» Berechtigung und Pflicht des Reiches, die Wohnungsreform in die Hand zu nehmen, kommt aber vor allem die moralische in betracht. In den Volksvertretungen der Einzel- staate» wie in denen der Gemeinde find diejenigen Bevölkerungsklaffen, welche die WohnungS- frage in erster Linie angeht, entweder gar nicht oder doch meistens nur sehr schwach vertreten. Da es sich aber bei der Wohnungsfrage um die Gesundheit und Sittlichkeit von 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung in den großen Städten und mindestens der Hälfte der Bevölkerung des deutsche» Reiches handelt, so ist es Sache des Reiches, den Bundesstaaten und Gemeinden die Durchführung gewiffer Reformen auf dem Gebiete deS Wohnungswesens zur Pflicht zu machen.
Die Aufgaben der ReichswohnungSreform find nach Dr. Jäger die Durchführung, kurz ge- sagt, der Wohnungsaussicht und der Wohnungspflege, einer öffentlich.recht« lichen Organisation des Wohnung«. baueS, denen zugleich Maßregeln gegen die Bodenspekulation, den Bodenwuchrr gndie Seite trete» müffe». Es maß ei» solch dreifache« Netz von Bestimmungen sein, oar gleichmäßig wirkt, sicher einsetzt und gleichmäßig aus« gebaut wird.
Ohne eine solche systematische, unter der Initiative u»d Direktive deS Reiches in« Werk gesetzte und unter seiner Aufsicht durchgeführte Wohnu»gSreform ist in der Tat eine allgemeine und gleichmäßige vefferung auf diesem so wichtigen, daS ganze soziale Leben der unteren Volks« klaffen beeinflussende« Gebiete nicht zu erwarte». Ma» würde es kaum verstehen können, sollte» sich die Verbündeten Regierunge» gegenüber diesem neuen Anträge wiederum ablehnend verhalten und sich weiter hinter die Zuständigkeit der Einzel« staaten verschanzen.
Die Herren Regierun«?vertreter erklärten» daß di« Ausführung diese« L-ndtagsbeschluffeS von der «roß- herzoglichen StaatSregierung stet« im Auge behalten worden sei. SS sei aber bi« jetzt untunlich gewesen, diesbezügliche Verhandlungen in die Wege zu leite«, da gemäß StaatSoertrag die Feldabahn erst »ach Ablauf de« bestehenden Pachtvertrages an dir königl. preußisch« Regierung überg-he. dieser Pachtvertrag jedoch erst mit dem Jahre 19C7 sein Ende finde.
Er sei jedoch nicht ausgeschlossen, daß eine Lösung deS Pachtverhältnisses auch schon vor dem Jahre 1907 etmreten könne und alkdan» würde die großherzogliche StaatSregierung es sich angelegen sei» lassen, alsbald die geeignete» Schritte zu tun. Eine wesentliche Aeude- ru«, in der Auffassung der jetzigen RegierungSvertre- tung über daS Projekt der
Nefsetalbah»
gegenüber dem ablehuende» Berhaltrn, wie eS die Rr- gterungSvertreiung im Jahre 1898 anläßlich der damaligen Behandlung dieser Bahnfrage im Landtage e,n- nahm, konnte der EtsenbahnauSfchuß mit Genugtuung konstatieren.
Im große« und ganzen konnte sich der Eisenbah»- auSschuß mit de« von Seiten der RegierungSvertretung abgegebene« Erklärungen zufrieden geben und beantragt derselbe:
Der Landtag wolle dem Anträge der Abgeordnete» Heim und Genossen beitrete» und die Eroß- berzogliche StaatSregierung ersuche», daß sie auch in Zukunft dasZuftandekommen et«erBah»linieMet»ingen- Fulda, sowie der BerbindungSstrecke Kaltennorvhetm« Fladungen und der Neffetalbah« »ach Kräften fördere und unterstütze.
In der Plenarsitzung berichtete am Mittwoch Ab«. Dr. Kiel nochmals mündlich eingehend über de» Stand der einzelnen Bahrprrftkte, indem er besonders einigen Wünsche» deS weiwarischen TrilS des Rhingebirges Ausdruck gab, raß die Regierung bei einer später er» folgenden Festsetzung der Troer Meiningen.Fulda darauf Bedacht nehmen wöge, die Linie so führen zu lassen» daß möglichst viel weimarische Orte einbezogen würden, speziell, daß die Linie zwischen Kaltensundheim und Erbenhausen hindurchgesührt werde.
Der Antrag deS EisenbahnauSschufleS wurde ein- stimmt« vom Plenum zum Beschluß erhoben.
Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feier« tage.Lierteljährl.
»er«S'prei, ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und au«» wüririM.bOPf.
HeuLsche* Keich.
Berlin, 5. März 1903.
4- Die Mole« im Mester, wollen, nach einer Auslaffung deS Bockumer Polenblattes, dem Zentrum für ei» i« Rhei»la»d-Westfale« abzuschließe«d«S „Kompromiß" folgende Be- di«gungen stellen: DaS Zentrum soll 1. den Polen ständige ,Seelsorge t« polnischer Sprache garantieren (daS Zentrum kann doch nichts „garantiere«", was Sache der Bischöfe und des guten Willens der polnische« Geistlichen im Osten ist!), 2. dafür sorge«, daß die deutsche« Katholiken in der Provinz P o sen für die national- polnischen Kandidaten eintret«« (wie soll daS Zentrum im Westen dies anfange»?), 3. auf die Aufstellung eigener Kandidaten in Schlesien verzichte» und die oo« den pol« »ischen Wahlkomitees ausgestellte« Kandidaten unterstütze« (also abdanke«!), und 4. sich verpflichte«, die Polen in ihrem Kampfe gegen die polrufeindliche Politik im Landtage energisch und nicht nur mit Redensarten zu unterstützen (diese Forderung ist selbst »ur eine „Redensart", das Zentrum hat stets die polenfeindliche PolM in Reden wie durch seine Abstimmungen bekämpft). Weiter nicht- als» wünsche« die Herre«, die daS polnische Volk irrezuleiten suchen? Bescheidenheit ist offenbar nicht die schlimmste der Untugenden, an denen fie leiden. Das Zentrum wird nach wie vor «ach Recht und Gerechtigkeit, den Deutschen gegenüber wie gege»über de« Polen, seine PolM! bestimmen, ohne dazu durch „Bedingungen" irgendwelcher Art fich nötigen zu lassen. Im Uebrtgen wird eS lieber aus de» Gewinn einiger Wahlkreise und selbst auf die Erhaltung solcher, die t» seinem Besitze waren, verzichten, als seine Selbstachtung verliere». Die nächsten Wahle» »erden zu zeige» habe», ob daS polnische Volk politisch reif genug ist, um die Fallstricke zu erkenue», welche ihm gewissenlose Agitator«» liefer», die ihre Sache amh da«»
Das Reich uni> die Wohnungs- Fürsorge.
Der Gedanke, vo» reichswege« der Wohnungsfrage näher zu trete», ist nicht neu. Seit acht Jahren scho« hat dieses Problem den Reichstag beschäftigt. Im Jahre 1895 brachte» die Zen- trumsabgeordneten Hitz« und Pichler eine« An- trag ein, welcher die Regierungen ersuchte, dahi» zu wirke», „daß die Mittel der AlterS- und In- validenverficheru»gsanstalten in weiterem Umfange als bisher für die Erbauung von Arbeiter- wohnunge» zugänglich gemacht würden." Dieser Antrag wurde vo» der Mehrheit deS Reichstages abgelehnt. In der Folgezeit trat man d.r Frage »Sher. Obschon man in der Gemeinde die Haupt- trägeri» der Wohnungsreform sah und heute «och steht, gelangte man doch immer mehr zu der Ueberzeugung» daß bei dem mangelhaften sozialen Pfltchtbewußtsei« mancher Semrindever- tretungen und ihrem Widerstand gegen eine frische und tatkräftige Reform auf dem Gebiete des Wohnungswesens ohne die Initiative und gesetzgeberische Fürsorge deS Reiches eine allgemeine und durchgreifende Aktion nicht zu erwarten sei. Schon im Jahre 1896 schrieb Landesrat Brandts- Düsseldorf: „Die Wohnungsfrage scheint reif zu einem gesetzgeberische» Akte."
Die Stellung der Regierung zu der Frage kam besonders 1899 gelegentlich der Beratung einer a» den Reichstag gerichteten Petition zum Ausdruck, welche die baldige Vorlage eines ReichSwohnungSaesetzeS verlangte. Die Regierung verhielt fich ablehnend. Die Wohnungsfürsorge sei Aufgabe der Einzelstaats« und nicht des Reiches. Trotzdem beschloß der Reichs- tag, die Petition dem MeichSkanzler mit dem Ersuchen zu überweisen, eine Kommission zu beruseu; diese sollte die Woh-unaSverhältniffe u«d die auf dieselbe» bezügliche« Gesetzes- und Verwal ungsbestimmungen untersuchen und feststellen, ob und in welcher Weise ein Eingreifen des Reiches angezeigt sei. Die Kommission wurde aber nicht berufen. I« der folgenden Session kam die Sache wieder zur Sprache. Die Regierung verhielt fich aber wiederum ablehnend, indem fie auf die Etnzelstaaten verwies. Auf die Einberufung der Kommission warten wir bis heute vergebens.
Inzwischen ist non den Etnzelstaaten auf dem Gebiete der WohnurgSreform schon Einiges geschehe». Am weitesten ist Hissen vorgegange», mit am wenigsten hat bisher Preuße« getan. Im preußische« Abgeordnetenhause »ersuchte 1899 daS Zentrum mit der konservative« und national- liberale« Fraktion die Rentengutsgesetzgebung auch für die Arbeiterwoh»unge» nutzbar zu machen, oh«e bet der Regierung Entgegenkommen zu finde». Der Antrag wurde 1900 zwar vom Ab- geordneteuhause mit großer Mehrheit angenommen, vom Herrenhause aber infolge Widerspruchs der Regierung wieder verworfen. Preußen hat dann zwar 1901 „Woh«u«gSerlasse" an die Oberbe». Regierungspräsidenten gerichtet, in denen die Aufgabe» der Gemeinde« auf dem Gebiete der Wohnungsfürforg« näher bezeichnet werden. Diese Erlasse find aber in der Hauptsache auf de« Papier gebkiebe«. Von Vertreter» der Wissenschaft und Praxis wurde die Sache in den letzten Jahre« weiter gefördert. Gegenüber der Fra-e, ob der Gemeinde oder dem Einzelstaat oder Reich die Aufgabe der Wohnungsreform zufalle, ver- trat Dr. von Mangoldt in einem für de» VI. internationalen Wohnungskongreß zu Düsseldorf (1902) bestimmte« Gutachten mit Recht die Ansicht, daß e« fich hier überhaupt um kein Ent- weder — Oder, sondern um Sowohl — Als auch handele. Dem Reiche falle dabei die oberste Leitung und Initiative zu. Zur Förderung einer RetchSgesetzgebung hat fich vor ei«ige» Jahre» auch «i» „Verein RetchSwohnungsgesetz" ?«bildet, der rin Sammelwerk „Die Wohnuugs- :age und daS Reich" herausgibt. Es werde« hier die Aufgabe» des Reiches, der Sinzelstaate» und der Gemeinden bezüglich der Hauptpunkte der WohmmgSreform näher dargelegt.
ReuerdingS hat das Zentrum bn Reichstage et«en Antrag zur WohmmgSftage eingebracht, der die Regierungen ersucht, „eine llebersicht über die GesetzgebungS- und Verwaltung-- Maßregeln vorzulegen, welche im Reiche und i» de» einzelne» Bundesstaaten zur Regelung de- Wohnungswesen- und zur Förderung des Woh- »ungSbau«- für die minderbemittelte» Masse» ge- t«Sm find, verbunden mit Mitteilungen über die SrMgs u»v Wirkungen dieser Maßregeln." Hier- 1 durch soll die ganz« Frage endlich i» Fluß ge-
* Wie mau faule Schuldner zum Zahle« bringt. Wie aus New-Dark gemeldet wird, begann eine neue Agentur, die eS fich zur Aufgabe gemacht hat, da» Geld von faulen Schuldnern einzutreiben, kürzlich ihre Tätigkeit: fie hat ein etwas sensationelles Mittel gewählt, um ans die säumigen Leute emzuwirken. Die Gesellschaft verwendet große rote Wagen mit der Aufschrift „Sammler schlechter Schulden", bte auf ieder Seite weithin sichtbar aufgemalt ist. Diese Wagen fahren vor das Hau» des Schuldners und stehen dort vor der Tür, während ein Agent bei dem Schuldner vorspricht. Bei jedem folgenden Besuch bleibt der Wagen länger stehen, bis die Schuld etnadtteben tft. Der Direktor der Gesellschaft erklärt, er befurchte nicht, daß ein Prozeß wegen Schadenersatz von einem Schuldner anhängig gemacht werden könne, der sich durch dl« Methode der Gesellschaft beleidigt sthle. DaS Erscheinen der Wagen erregte allenthalben m Brooklyn 9l8V Wi^ lange dauert ein Augenblick? Ein deutscher Forscher hat, w e wir der Hapierztg.^ entnehmen, durch ein einsaches Verfahren die gewöhnlichen »e* wequngen der Augenlider untersucht und dabei auch die durchschnittliche Länge eines sogenannten Augenblicks sestgestellt. Das Verfahren bestand darin, baß an dem Rand eines Augenlides ein Stück Papwr befestigt und dann die Bewegung durch photographische Aufnahmen bestimmt wurde. Die Ergebnisse lehren, daß fich das Augenlid sehr schnell abwärts bewegt, dann aber sür kurze Zeit Halt macht, ehe eS sich ganz schließt. Die Aufwärtsbewegung erfolgt langsamer. Die mittlere Dauer der Abwärtsbewegung wirb za 75 bis 91 Tausendstel einer Minute angegeben, du Zeit biS zum völligen Schließen des Auge» aus 15- bis 17 Hundertstel, die Dauer der Hebung deS Lide» auf 17 Hundertstel Stunde. Ein ganzer Augenblick dauert demnach etwa 0,4 oder nicht ganz eine halb«
* Amerikanischer Humor. Sufie: -0, Mutter, ich bin sicher, daß Jack mich wirklich liebt. So ost er mich umarmt, kann ich sein Herz schlagen hören. „Bist Du sicher, daß es sein Herz ist, da» Du schlage« hörst und nicht seine Uhr? Auf diese Weise bm ich nämlich mit Deinem Vater auch hereingefallen. — „Aber Junge, wie kannst Du Dich nur mit einem so nichtsnutzigen Buben abgeben, wie dieser Harry; ich höre, daß er der letzte der Klasse ist- — „Ich verkehre aus Dankbarkeit mit ihm, Onkel, wäre« nicht da, wäre ich nämlich der Letzte. — — Money schwärmt riesig für dar Automobil; sie^ behauptet, er verjünge den Menschen. — „Da» ch wahr, denn da kann fie die große blaue Brille tmgen, daher niemand ihr Geficht sehen kann " — »*•
dukteur: „Erlauben Sie, das Fräulein ist doch «tar -lS zwölf Jahr - fie kann nicht auf «nKindttbll^t mitgenommen werden. — „Glauben Sie vulleich^ daß wir die Eisenbahn betrügen wolle« ? Ich fahr« schon seit 16 Jahren mit diesem Kinde auf dich« Bahn, aber bisher hat uns noch niemand in dich« Wesse beleidigt."--„Harrtz ich kann e» «M
fasse«, daß D« so grausam fern konntest, diese klein« Löge! zu schieß«; ich will nicht» mehr von Dir totff en." — „Und ich habe dabei nur dar«» gedaA wie mit diese Tierchen auf Deinem ne««. H«t sich machen würden." - „Wirklich, Harry? «ein, »* lieb und gut da» von Dir ist!"
□ Meirrmrischer Landtag.
Weimar, 4. März 1903.
In der Landtagsfitzun, vom Dienstag kam der Antrag Heim und »enoffen, betreffend den Bau verschiedener Eisenbahnen zur zweiten Lesung.
lieber die Verhandlungen des EisenbahnausschuffeS hatte der Referent desselben Abg. Dr. Kiel-Geisa folgende« schriftlichen Bericht erstattet.
Der Anttag des Abg. Heim bezweckt in der Hauptsache die Förderung des Ausbaues dreier Eisenbahn- Projekte und zwar die Linie Meiningen-Fulda, der Verbindungslinie Kaltennordheim-Fladungen und der Neffetalbad«.
Nach ca. 30 Jahren zum erstenmale rote >er beschäftigte Landtag wie Ausschuß da» Bahnprojekt
Meiningen-Fulda.
Im Jrhri' 1872 war schon einmal diese» Projekt feiner Verwirklichung sehr nahe gewesen, indem ein Finauzkonsortinm den Ausbau für seine Rechnung übernehmen wollte unter gleichzeitiger Beteiligung von feiten deS Groß Herzogtums Sachsen-Weimar, des HerzoetumS Sachsen. Meiningen und der «roßherzoglich Hessischen Regierung.
Speziell hatte daS Grvßherzogtum Sachsen-Weimar laut LandtagSbeschlnß vom 22. Februar 1872 (cf. Schriftenwechsel 1871/72 Nr. 48 p 194 und Nr. 188 p 699) eine Beteiligung an diesem Unternehmen durch Zeichnung von Stammaktien biS zum Betrage von 270 000 Talei u fest zugesagt. , _ _ , . ,
Die Ausführung deS ProMeS kam damals aber trotzdem nicht zu stände, weil im Augenblick, als die Konstituierung der Gesellschaft, welcher bte Konzession seitens der beteiligten Negierungen bei angemessener Festsetzung bei Aktienkapital» in sichere Aussicht gestellt worden war, stattfinden sollte, eine schwere wirtschaftliche SrtsiS Über Deutschland hereinbrach, die unter ihren Trümmern auch diese» Projekt vorläufig begrub.
In jüngster Zeit wurde der alte Plan wieder von den hauptsächlich interessierten Kreisen MeiningenS und FuldaS aufgegriffen und ebenso scheint die Preußische Eisenbahnve-waltun, selbst dem Projekte nicht ungünstig gegenüber zu steben, da der Preußische Minister der öffentlichen Arbeiten durch die Eisenbahndireklion in Erfurt bereits Erhebungen über den Bau einer Nebenbahn von Meiniigen nach Fulda anstellen ließ.
Der EiseubahnauSschuß war keinen Augenblick da- rüber zweifelhaft, daß der AuSbau der projektierte« Linie, welche das weimarische Gebiet auf eine Lünge von ca. 30 Kilometern durchführt, auch für daS Groß- herzoatum von großer Bedeutung sei, da sie einerseits einer Anzahl unserer weimarische» Nhönorte, wie Bttx, Frankenheim, Erbenhausen, »erthausen und HelmerS- Hausen die unschätzbaren Vorteile eines Bahnanschlusses »ermittelt, andererseits aber auch eine bessere Verwertung der f.rstfiSkalischni Hölzer in dortiger »egenb durch Schaffung neuer TrauSportverhültnisse ermöglicht.
Nach AuSsage der Herren BegierungSveitreter steht auch die gr.ßherzogliche StaatSregierung bet »erwirk- lichun, eine« vahnprojekte» Meiningen-Fulda au» gleichen Gründen, wie oben angegeben, nicht unsympattfch gegenüber und wirb sie bereit sein, die Interessen de« weimarischen Anteil» an der Linie zu wahren unb an dem Zustandekommen derselben mitznwirken, sobald Preußen sich gewillt zeigt, den AnSdan dieser Träte in Angriff zu nehmen. .
Da« be« AuSbau der VerbindnngSftrecke
Kaltennordheim-Fladungen
angeht, so hatte der Landtag schon i» Juli 1M1 Stellung dazu genommen, indemi er dem damaligen lu«. schnßantrag beitrat unb beschloß, die ^.ßherzoeliche StaatSregierung zu ersuchen, »aß sie daraus Bedacht nehme, mit der preußischen «ismibahnverwallung einen bestimmten, nicht «Ip fernen Zeitpunkt »« »eretnbar«. au welche» die Feldabahn nicht nur von »orndorf nach Kaltennordheim ebenfeM »»r normalspuriaen »ahn an* gebaut, sondern auch von Kaltennordheim nach Fladungen weiter geführt werde.
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