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Druck «86 Verlag 6er Auldaer Lcttendrnckerel PetersgaSe Nr. r ldarnwnie).
M 53.
JukSa, Freitag, den 6. März 1903.
30. Jahrgang.
0 WMHmbkittt MKaMiftikcht.
Der preußische Eisenbahnrninister Budde ist im Abgeordnetenhanse und noch mehr im Reichs» tag« angegriffen worden wegen seiner Aeußerungen über da« Koalitionsrecht der Eisenbahner. Der Minister verfichert immer von neuem, er wolle da« Koalitionsrecht nicht antasten; er will aber den Verein der Eisenbahner in Hamburg unter den Angestellten nicht dulden, weil dieser sozialdemokratisch ist und unter Umständen den allgemeinen Ausstand herbeiführen will. Darau« macht man ihm von sozialdemokratischer Seite nicht allein «Inen Widerspruch, sondern man wirft ihm direkt Lüge vor. Fretstnnigr und Sozialdemokraten behaupten, auf Grund de« § 152 der Gewerbe- ordnung stehe auch den Etsenbahuarbeitern da« Koalition-recht zu; Re dürften sich also an Ber- einbarungen und Vereinigungen zur Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbesondere mittel« Einstellung der Arbeit, beteiligen. Demgegenüber sucht die ,Rordd. Allg. Ztg.' aus» führlich nachzuwetsen, daß di« Eisenbahner durch § 6 der Gewerbeordnung ausdrücklich von dem § 152 ausgenommen seien. Der Nachweis scheint um gelungen zu sein.
Jndeß muß man dem Tisenbahnminister ohnehin zugeben, daß wichtige öffentliche Intenffen ein unbeschränkte« Koalitionsrecht der Eisenbahner verbieten. Es kann nicht zugegeben werden, daß sämtliche Eisenbahnangestellten eine« guten Tagsollen erklären dürfen: wir arbeiten nicht weiter, wenn die Gisenbahuverwaltung nicht sofort die von un« erhobenen Forderungen bewilligt. Die kleine Probe, die jüngst in Holland gemacht wurde, hat handgreiflich gezeigt, welche eminente Gefahr auf diese Werse in einem Augenblick über da« ganze Land heraufbeschworen werden kann. Da« gewiß nicht „reaktionäre* Holland schickt fich, nachdem er die Gefahr erkannt hat, au, ihr energisch zu begegnen. Bei un« würde die Wirkung eines Ausstandes noch »eit schlimmer sein und deshalb hat die Eisenbahnverwaltung die Pflicht, ihr vor- zubeugen. Man mag noch so freiheitlich und arbeiterfreundlich gestnat fein, man muß doch sagen: in einem Heere von 365000 Angestellten, von denen der ganze Verkehr, da« ganze wirtschaftlich« Leben Deutschland« abhängt, muß strenge Disziplin und Ordnung herrschen. E« kann ihnen im Jntereffe der Allgemeinheit nicht die gleiche Freiheit in bezug auf da« ArbeitsVerhältnis zu' gestanden werden, wie den Arbeitern einer beliebigen Fabrik. Da« ist so einleuchtend, daß kein Wort weiter darüber zu verlieren ist. Wer im Leben der Gesamtheit eine so große Rolle spielt, muß sich auch dem Jntereffe der Gesamtheit unterordnen.
Die Freiheit der politischen Ueberzeugung will der Minister nicht antafien; dir Eisenbahner können wählen, wen fie wollen; auch das allgemeine Vereins- und Versammlungsrecht solle» fie befitzen und genießen. Er will nur keine Propa- ganda dulden, die die Maschinen zum Stillstand ........................
Str Rmb ass der LöÄgsbmz.
OrigMalerzählan, a«8 ber Geschichte ber ehemaligen Jülicher Lande von Aleca Ruth.
2« ------ (Nachdruck verboten.)
So stand er vor der Burg und begehrte Einlaß. Man führte ihn zum Burggrafen, der ihn mehr verwundert al« freundlich empfing.
»Schon glaubte ich, Du hättest Deinen eigenen Weg gesunden," sagte dieser und fast schien es, al« sei er vom Gegenteil wenig erbaut. Omar aber in der blinden Erregung seine« Innern bemerkte von alledem nicht« und stich unvorsichtiger Weise hervor:
„Der einzige Weg für mich ist in dieser bedrohlichen Lsgr, Sie zu schützen! Stellt mich in die Rtthen Eurer Kämpen, ich setze nicht« als mein Leben ein, und viel ist mir'« nicht «ehr wert. Den frechen Räuber aber will ich züchtigen, den sucht mein Auge schon lange vergeben«." Mit eigenem Blick schaute ihn der Burgherr an. In seinem Innern ging etwa« Seltsame« vor. Em Gedanke schien in ihm Wurzel zu fassen.
„Wohlan," begann er, »reihe Dich den Beschützern meiner Burg zu. Wer sein Leben zu Markte trägt, der kommt mir eben recht. Wappne Dich, nimm ba« Fähnlein in Deine Hand und behaupte Dünen Platz auf der Ringmauer. Da gibt cs nur eine Wahl für Dich — entweder siegen ober sterben!"
»Siegen oder sterben!" wiede.holte der Jüngling, aber die Frage, die auf seiner Lippe schwebte, kam nicht zum Ausdruck. Ihretwegen war er
bttngen und ihn eines TageS mit einem allgemeinen Kontrakt- und Treubruch der Angestellten Überraschen kann ober will. Daß eine im Dienste oder unter dem Einfluß bet Sozialdemokratie flehende Organisation bas Ziel, die Angestellten einmal in den Ausstand hineinzudrängen im Auge hat, oder zum mindesten den AuSfland nicht grundsätzlich verwirft, sondern gerade mit ihm als einer Hauptwaffe rechnet, wird nicht gelenanet werden können. Wir können eS nur aiS Pflicht des Ministers bezeichnen, darüber zu wachen, daß «in« solche Organisation keinen Ein- fluß unter den Angestellte» gewinnt. Und daß der Verein der Eisenbahner in Homburg, mag er nun die sozialdemokratische Fahne aufstrckrn oder nicht, tatfächlich eine gefährliche Agitation betreibt, hat der Minister bewiesen.
Je schärfer er aber allen Bestrebungen ent- gegentritt, welche die DiS iplin gefährden und den Eisenbahnbetrieb zum Stillstand bringen könne», um so mehr muß er auf der andern Seite den Angestellten die Möglichk-it lasse», für die Ver- befferung ihrer Sage durch Bereinigungen und im Wege bet Petition tätig zv sein. Nach seiner Versicherung will et das ja auch. Wit haben keinen Stund, anzunehmen, daß er «S nicht ehr- lich und aufrichtig meint. Im Gegenteil, alle feine Reden machen den Eindruck, daß er von echter Liebe zu seinen Untergebenen befeelt ist und ihnen in jeder Hinsicht die wärmste Fürsorge zu- wendet. Wit können nut wünschen, daß eS ihm gelingen möge, den guten Willen in die Tat umzusetzen. Die Eisenbahner werden dann finde», daß daS weit mehr wert ist, als di« schrankenlose Koalitionsfreiheit, die ihnen die Sozialdemokraten vorgaukeln. Die Koalitionsfreiheit kann vernünftigerweise nur den Zweck haben, dem Arbeiter Lohn- und ArbestSvethältniffe zu vetschaf- fr», die der Gerechtigkeit und Billigkeit entsprechen. Wen» ihnen die Eisenbahn-Verwaltung dazu Der» hilft, können fir die Koalitionsfreiheit gern entbehren.
Berlin. 5. Mär, 1903.
SP*
+ Einet Behauptung der sozialdemokratischen Münchener .Post', wonach der Kaiser den in den ,Grenzboten' veröffentlichten Brief an Admiral Hollmann über das Thema „Anvek «sd Kivel" nicht selbst verfaßt habe» soll, gegenüber stellt die ,Nardo. IKj. Ztg.' fest, daß dieser bedeutsame Brief vom ersten bis zum letzte» Wort aus ber Feder ®r. Majestät geflossen, und daß kein von anderer Seite hetrührender Entwurf dabei irgendwie benutzt worden ist. Selbst wer fich hinter die Unkenntnis dieser Umstände zurückziehen wollte, hätte schon, bemerkt das Blatt, aus allen äußeren wie inneren Merkmalen der Kundgebung, die Satz für Satz das Gepräge ber kaiserlichen Persönlichkeit trägt, entnehmen könne», daß die in leicht erkennbarer Absicht aufgestellte Behauptung des sozialdemokratischer- Blattes falsch ist. Gegenüber der ,Rheinisch»Wests. Ztg.', die die Behavp-
herbeigeerlt, und nun scheute er sich, fein Herz zu veraten und ging und rüstete sich zum Tode.
Düster schäme der Burggraf vor fich hin, alber Jüngling gegangen.
„Nur dieser eine Weg bleibt mir offen, will ich mein Kind au« seiner Verblendung rette». Sagt er nicht selbst, sein Lebe» habe keinen Wett mehr für ihn," suchte er sein Gewissen zu berubigen, „mag er also hmgehen und der Tode« sichere Beute werden."
Der Tag neigte fich seinem Ende zu und war noch keine Spur von den Königrburgern zu sehr». Sie mußten also doch schon wettet fein, al« man anfänglich geglaubt. Jafolged ffen wuchs die Angst und Sorge auf ber Nibeggbmg, jernehr der biitte Tag näher tut.
Omar hatte seiner Sehnsucht nicht mehr länger gebieten können. Als er daher de» Hrtfner daher« kommen sah, überwand et sich und stellte die ver- hlngnirvolle Frage nach ihr. Der lächelte hämisch und triumphierend.
„Mein Freund," sagte er, „Du hättest Dir die Nachfrage sparen können. Da« Eoelfräulein ist unter dem Schutze des Finkenburg und seiner bewaffneten Schar gen Düren abgereiset, sobald die Fehde angekündet ward."
Unter dem Schutze de« Finkenburg! Das saß ihm immerwährend im Ohre, da« fraß ihm am Herzen! Wa« wollte er weiter? — Ec hatte fie ja sreigegebe». Eine wilde Freude überkam ihn, im tollen Kampfesreigen seinen rasenden Schmerz au-toben zu lassen. Die anderen bangten, er aber sehnte die letzte Stunde de« scheidenden dritten Tages herbei. Todenst lle lagerte über Burg Nideggen. Im hohen Warttnrm saß der Türmer
hingen ber Münchener.Post' »mit Behagen breit getreten* hat. bemerkt di« ,Nordd. Allg. Ztg/ weiter, b«8 Blatt würde seinem nationale» Standpunkt nichts vergebe», wenn es ber geistige» Be- Deutung des Monarchen, die nicht auf byzantinischer Erfindung beruhe, unbefange» gerecht werde» wollte, statt bei sozialbernokratische» Verkleinerungskünste» mitzuhelsen.
+ Das Kreuzergeschwaber irr Hflafien bleibt »ach soeben ergangener kaiserlicher Anordnung im Frühjahr und Sommer unverändert, speziell solle» die von bet australischen und ost- afrikanischen Station aus Anlaß der chinesischen Wirren nach Ostafien entsandte» kleine» Kreuzer »Bussard* und Seeadler* weiter dem Chef deS KreuzerzeschwaberS Vizeabmirmal Geißler unter» stellt bleiben. Das Kreuzergeschwader wird fich also zusammensetzen aus den drei großen Kreuzern »Fürst Bismarck", .Hansa", »Hertha", den vier kl-inen Kreuzern »TyatiS" »Geier", „Seeadler" „Bussard", den Kanonenboote» „JltiS" „Jaguar", „Tiger", „Luchs", den zwei Torpedoboten „Taku", »8 90" dem Flußkanonenboot „Vorwärts" und der Flußbarkaffe „Schamisn".
X Gegenüber der Behauptung deS Frhrn. v. Wangenheim auf der Versammlung des Bundes Der Landwirte in Magdeburg, im wirtschaftliche» Ausschüsse sei ein lfickepHafte» Doppeltarif mit hohen landwirtschaftlichen Zöllen vorgeschlagen und die Zustimmung der Regierung zu diesem Vorschläge in sichere Aussicht gestellt worden, und zwar von „allerhöchster Stelle", bemerken die »Berl.Pol.Nachr/, es fei richtig, daß ber wirtschaftliche Ausschuß die Aufstellung eines vollflänbige» Doppeltarifs mit über die jetzigen Mtndestzölle für Get'eide hinauSgehenden Mini» malzölle» und verhältnismäßig hohen Minimalzöllen für Vieh befürwortet habe. Dagegen fei die Angabe, baß diese« Gutachten die Zustimmung der Regierung gefunden habe oder daß die Zustimmung von den dazu zuständige» Stellen, stt es Reichsrezierung, fei es verbündete Regierungen, i» Aussicht gestellt fei, unzutreffend. Niemals sei eilte Erklärung dieses Inhalts abgegeben worben, und es beruhe daher auf freier E> findung, daß innerhalb ber Reichsregierung oder der ver- bünbeten Regierungen „späterhin der Wind um- geschlagen fei“. Bei der Behauptung, daß, nachdem von der Festsetzung von Mindestsätzen für die Vikhzölls Abstand genommen, d ese als Haupt- sächlichstes Kompensationsobjekt, namentlich Rußland gegenüber, dienen würde», und daß dem- zufolge eine nennenswerte Verstärkung de« Zoll- fchutzes für die heimische Viehzucht bei dem Abschluß neuer Handelsverträge nicht zu erhoffen sei, werde verschwiegen, daß bereits die Viehzölle in dem RegierungS entwürfe sehr viel höher normiert waren, als i« dem jetzt geltenden autonomen Zolltarife, und daß mit Zustimmung der Regierung vom Reichstage sowohl »ach ber Art als nach der Höbe eine weitere beträchtliche Änderung dieser Zölle beschloffen worden fei. Selbst eine verhältnismäßig beträchtliche Herabsetzung im Wege des Vertrages würde daher noch immer eine sehr b-deutend« Verstärkung des Zoll- gesetzeS der heimische» Viehzucht darstelle». Es komme aber auch in betracht, daß ix der beträchtlichen Höhe der Viehzölle deS neuen autonomen
und spähte in den sinkende» Abend hinein, die Burgdewohner schlichen bedrückt einher, murmelten Gebet« und seufzten:
„Wenn doch die Ksnlg«burger kämen!" Aber sie kamen nicht, und der dritte Tag ging zu Ende. Der Burgherr ordnete seine Scharen- Auf der Ringmauer, in den Türmen, in den Höfen starrten die Waffen h rvor. Ein bangts Schweige» ruhte auf der Kämpferschar. Da schmetterte es in der Nacht vor dem Tore, und mit wildem Geschrei drangen die Räuberscharen auf die Burg zu. Ein wildes Toben, Schreien und Lärmen begann. Schwerter klirrte», Steine roiyben in die Reihen geschleudert, Lanzen und Pfeile flogen zischend durch die Lust. Die verwegenen Schare» des schwarzen Ritters erkletterten die Mauern, brachen Steine los und entfalteten eine Kühnheit und Verwegenheit, welche die Söldnerschar de« Burggrafen in Furcht und Schrecken versetzte. Ein verzweifelte« Ringen entstand auf ber Mauer. Dort wälzte fich ein wirrer Menschenkcäuel van Freund und Feind umher. Schwerter sausten auf fU herab, die spitzen Lanze» fuhren auf sie nieder. Stöhnen und Jammern drang hervor, Hülferufe und Klage- laute. Zwis f en den Kämpfenden hindurch bewegten sich die Fackelträger und beleuchteten mit trübem Schein die« grausige Schauspiel.
„Tapfer, ihr Krechte!" donnerte de« Burggrafen Stimme dmch den Lärm, „wer mir einen Kopf des Feinde« aufweist, erhält 50 Gulden zu- gewiesen."
Da erschien auf ber Mauer eine herkulische Gestalt mit schwarzer Rüstung.
„Der schwarze Ritter!" drang der Schreck!nr- ruf empor, und entsetzt wichen alle zurück.
TariseS ein sehr wirksamer Hebel für eine ben Interesse» wahrende Viehzucht entsprechende Gestaltung der neuen Vertrags oerhältniffe mit dem Auslande gegeben fei, denn die Gefahr des vollständigen Ausschlüsse« von dem deutschen Markt werde für diejenigen Staate», welche fich zu HandelSverträzen nicht bereit finden lassen, denen gegenüber demzufolge ber autonome Tarif Platz greife« würde, naturgemäß um fo größer, je höher die Zollsätze dieses autonomen Tarifs find.
+ Der Vorsitzende deS Ava«t« lisch«« Knude», Graf v. Wintzingerode, hat einen B.ief wechsel mit dem Reichskanzler geführt üoer die geplante Aufhebung von § 2 deS Jesuitengesetzes, foroie über die gesamte kirchenpolkische Sage in Deutschland. »Diese Korrespondenz wirft, schreibt die .Korrespondenz des Bundes', fo grelle Schlaglichter auf die augenblickliche schwierige Situation und erheischt so dringend eine weitere Behandlung, daß die sofortige Einberufung deS Sefarntvor- standeS des Evangelischen Bundes zu einer Versammlung in Halle beschloffen wurde." Mit der .Korrespondenz' bedauern wir lebhaft, „daß der Wortlaut des Briefwechsels in der Oeffentlichkeit nicht mitgeteilt werden kann." Graf Bülow scheint dem Grafen Wintzingerode eine gepfefferte Antwort erteilt zu haben.
4- Das Kornhans z« AaK« a. S. hat die Oeffentlichkeit schon öfters beschäftigt. ES arbeitet feit Jahren mit Verlust. Jetzt hat e« mit einem fo großen Fehlbetrag abgeschloffe», daß es vor dem Zusammenbruche steht. Die .Saale-Ztg.'berichtet unter dem 4. März: »In der heutige» Versammlung der Landwirtschaftskammer, der auch der OberprSstdent Exzellenz v. Bötticher beiwohnte, wurde» über die finanzielle Lage der Höllischen Kornhausgenoffenschaft Mitteilungen gegeben. Die Senoffevschaft, die fich in außerordentliche» pekuniären Nöten befindet, glaubt die Liquidation vermeiden zu können, wenn der Staat di« Kosten ermäßigt, die für die Silos u. s. w. bisher zu zahlen waren.
4- Die KostasststeAlen-SkeK«« sollen nach dem neuen Etat um 2000 vermehrt werben. In der Budget-Kommissto», a» welche die Forderung zurückoerwiesen worden war, beantragte am Donnerstag Abg. Müller - Saga» (frs. Vp.), diese Stellen sogar um 3000 zu vermehre», was einen jährlichen Mehraufwand von 1,058,000 JU erfordern würde. Im „dienfllichen Jntereffe" wandte fichReichspostsekretär Brätle gegen diesen Vorschlag; man dürfe nicht mehr Stellen schaffen, als nötig seien. Der Verkehr habe fich nicht so gehoben, als man bei Uebernahme der Privatposten erwartet habe. Eine Anzahl nicht fest an- gestellter Assistenten müsse man behalte», um bei zu vielen Erkrankungen der Postverwaltung die freie Beweglichkeit für Aushülsen rc. zu .erhalte». Angesichts biejer Erklärung glaubte Die Mehrheit ber Kommission, in daS Innere ber Verwaltung nicht eingreifen zu sollen und lehnte daher be» Antrag Müller ab, ebenso eine Resolution auf Erhöhung der Tagegelder der nicht angestellte» Assistenten auf den Betrag des Gehaltes ter an» gestellten Assistenten. Die Vorlage, also die Vermehrung der Stelle» um 2000, wurde angenommen. Nach Erledigung einiger anderer zurückge-
„Verloren!" stöhnte der Burggraf „Gut und Leben verloren, wenn diese feigen Knechte flichen l" — An seiner Seite stand Omar. —
„Graf!' Sein Atem ging heftig, ,.waS gebet Ihr dem, der euch zum Siege verhilft?'
„1000 Gulden! Beim ewigen Gott, er soll ba« Dreifache erhalten!"
„Ich verlange mehr, Graf, ich verlange bie Hand Eurer Tochter, wenn ich Euch b:n Steg erringe!" Der starrte ihn an. Dann schien ein Entschluß in ihm zu reifen.
„Die Hand meiner Tochter ist Dein/' rief er, „so Du die Burg errettest."
Da stürmte der Jüngling die Maner hinauf.
In dem Kanpsgewühe ragte eine hohe Ritter- gestatt empor. Auf diese rannte er zu mit hoch- geschwungener Lanze.
„Schicke ein Stoßgebetlein für Deine arme Seele empor, schwarzer Ritter!" rief er „Sein letztes Stündlein Hot geschlagen!" Und gleichzeitig sauste seine Larze auf den Gefürchteten, der schnell zur Seite wich ; aber die Waffe hatte feinen Arm gchreift, daß da« Blut hervorquoll. Nun drang Omar mit dem Schwerte auf ihn ein. Ange um Auze stand er seinem Todesfeiude gegenüber, feine Blicks bohrten sich in die feinen.
„Ha," flüsterte -r ihm z», „wir kennen uns. Greis« zur Waffe Mörder, Zahn um Zahn."
Di« Schwerter klirrten aneinander, der schwarze Ritter taumelte zurück, feine Getreuen sprangen herzu. — Da tönte vielstimmig der Freudenruf dmch das Kampfgetöse: „Die Königsbmger! Die Königs ßurger!"
Ei» wirres Renne», Rufen, Laufe» und Schreie» enistand. Die Scharen de« schwarze»