FuldaerMIeitung
So mi- unb Frier- tage. BierteljShrl.
30. Jahrgang.
JuL-c», Donnerstag, den 5. März 1903.
^L52.
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mit AnlerHallungs-Aeikage „Illuflrirte Sonnlags-Ieilung"
• Die Protestbewegung gegen die Jesuiten
-eginnt sich, so bemerken verschiedene Blätter mit Behagen, allmählich auszubreiten. In der Tat entwickeln die Jesiütenfeinde einen fieberhafte» Eifer. An alle» Ecken und Enden regt eS fich. Hier werden Proteste veröffentlicht, dort Set« sammlungen veranstaltet, Reden gehalten und Resolutionen angenommen; bald fordert dieser, bald jener kleinstaatliche Landtag die Regierung auf, fich im BundeSrat gegen die Aufhebung deS Jesuitengesetzes oder des 8 2 zu erklären. Wenn man dies geschäftige Treiben steht und den lauten Lärm hört, möchte man glauben, die .ganze protestantische Bevölkerung sei in Angst «»b Aufregung und werde Revolution anfangs«, wenn der BundeSrat das Wort der Reichs« Kanzlers einlöse.
ES gilt aber auch hier wieder das Wort: Zehn Menschen, die schreien, mache» mehr Lärm, alS zehntausend, die schweigen. In der Hauptfache sind es immer wieder dieselbe» Drahtzieher, die die „Bewegung" leiten, und dieselbe» Statisten, die alS Protestler auftreten. Die große Maffe deS Volkes bleibt trotz aller Anstrengungen der Hetzer vollständig gleichgtltig. Sie mag von allem, was nach Kulturkampf schmeckt, nichts mehr wiffen. Die Abneigung gegen Katholiken und Jesuiten sitzt ja ohne Zweifel den Mafien des protestantischen Volke! nach wie vor im Mute, weil sie ihnen in der Jugend von ihren geistlichen Erziehern eingeimpst wird. Aber für AuSbrüche des Fanatismus, für erregte Proteste ist keine Stimmung. Wo find denn die MafftN« Versammlungen, die Rtesenprtitionen usw., ole ftlS Werk gesetzt werden müßten, wenn wirklich eine solche Erregung durch das Volk ginge, wir die Macher behaupten? Ja der Millionenstadt Berlin hatte der Evangelische Bund für Dienstag Abend eine Protestoersrmmlung veranstaltet. Keine tausend Personen waren erschienen. Dir Sozialdemokraten vermögen jeden Augenblick in Berlin drei Dutzend Versammlungen gleichzeitig zustande bringen, die jede vier«, fünfmal Kiffer besucht sind, als die ehe des Evangelischen Bundes.
SS soll ja »icht geleugnet werden, daß es hier und da den Bündlern und Hetzern auch gelingt, größere Mafien in Bewegung zu setzen, i»S« besondere in Gegenden, wo einerseits die verlogene Wühlerei lange tätig gewesen ist, andererseits das gutgläubige Volk nie Gelegenheit gehabt hat, Katholiken und Jesuiten anders als in dem Zerr« bilde zu sehe», das ihnen sanatische Pastoren vorhalte». Aber eine unwüchsige, wirklich die Maffe deS protestantischen Volkes ergreifende Bewegung gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes existiert, besteht »icht und ist nicht in Gang zu bringen. Die meiste Bedeutung könnten noch die Kundgebungen der verschiedenen Land- tage beanspruchen. Aber auch hier ist nicht zu übersehen, daß Wahlpolitik und ähnliche unsach« liche Beweggründe mitspielen. Man will es mit den Lärmmachern nicht verderben und weiß, daß man es durch Handel» mit den Gleichgiltige» nicht verderben kann. Also resoloiert man. Die eigene Jesuitenscheu mag auch ihr Teil mitwirke».
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In M ass der Äaizsdarz.
Origtoalerzählunz aus der Geschichte der ehemaligen Jülicher Lande von .Aleca Ruth.
25 ------ (Nachdruck verboten.)
So saß et einstens grübelnd an dem kleinen Fevsterchen der Klause und schaute, d e Hände im Schoß gefaltet, in Een sinkenden Abend hinein. Die Baumschatten lagen gleich riesigen Figuren auf dem Waldbads«, die scheidende Sonne kg auf dem Grün der Blatter und malte leuchtende Arabcrkrn auf den Weg. Süßmelodisch schlug in dem nahen Dickicht des Waldbaches die Nachtigall, und die muntere Grille zirpte und schnarrte ihr eintöniges Girr! Girr! — Da plötzlich vrrstummten sie jäh, der einsame Träumer fuhr empor. Rvsse- gevteher drang durch die Stille des Waldes, und aus dem dunklen Schütt-n der Bäume lösten sich die Umriffe von Roß und Reiterin los.
Omar sprang empor, so heftig, daß der Holzschemel zmückflog, und seine brennenden Augen hafteten an der schlacken Gestalt, die schnell vom Pferde sprang, dem alten Diener Göires die Zügel zuwarf und auf die Klause zukam. War es denn wirklich kein Gebilde seiner Phantasie? War sie es wirklich — sie - Jsengach — sein ehziges Lieb! Sie, in diesem Augenblick, wo er kaum die quälenden Geister zur Rahe gebracht! Sie, in btefer Klause, in seinem Exil? ■— O, das war mehr als er ertragen konnte; wenn der Versucher in dieser Gestalt kam, — war dann mit seiner leidenden Seele?! — Unbeweglich wie zu Stein erstarrt stand er und starrte nach der
Sich mit der Begründung der Proteste zu be» fasse», lohnt fich nicht. SS find immer wieder dieselbe» verleumderische» Anklagen, zum Teil unfaßbare Phrasen, zum Teil SeschicktSlügen und Entstellungen der Wahrheit. So oft auch alles widerlegt worden ist, eS wird doch immer wiederholt. Das meiste ist so grotesk, daß urteilsfähige Leute, sobald sie den Launen der Redner und Versammlungen entronnen find, fich sage» müssen: es ist ja alles Unfinn; solche moralische Scheu- sale, wie die Jesuiten sei» solle», würde auch die römische Kirche nicht dulde»; we»n die Jesuiten wirklich so wäre», so müßte nta» doch überall auf ihre Greueltaten stoßen, während alle, die je mit Jesuiten in Berührung gekommen, ihnen das Zeugnis ausstellen, daß fie verständige Menschen find. Vermutlich liegt es zum Teil auch an den tollen Entstellungen und Lügen, die die Macher auftischen, daß die große Maffe so recht nicht in Harnisch zu bringen ist.
Wird nun diese „Bewegung" die Stellungnahme des BundeSrateS beeirPuffen? Nack den Wahrfcheinlichkettsberechnungen, die in der Presse angestellt werden, allerdings. Aber ohne Zweifel bat fich Graf Bülow, als er der Aufhebung des § 2 ix Aussicht stellte, doch selbst gesagt, daß diese „Bewegung" entstehe» werde. Er mußte also sicher sein, daß sie ihn nicht an die Einlösung seine« Wortes hindern werde». Aber warum zögert der Bundesrat mit seiner Entscheidung? Die Abstimmunz hätte doch längst stattfinden könne». Alles wäre dann vorbei und die „Bewegung" würde von selbst einschlafen. Will man jetzt warten, bis wieder einige „Be- ruhigung" eingetreten ist? Für das Endergebnis ist es doch ganz gleichgiltig, ob man jetzt oder in „ruhigeren" Zeiten seine Entscheidung trifft. Die Leute, die jetzt unzuschden mit der Aufhebung deS § 2 find, werden es auch in Zukunft fein. Der § 2 aber ist eie schweres Unrecht; mit seiner Aufhebung zöger», sobald man seine Ungerechtigkeit erkannt hat, ist ein neues Unrecht.
Wie es gemacht wird, ersteht man aus folgendem Aufruf, den wir im Anzeigenteile der in Marburg erscheinenden »Oörrhessifchen Zfitung' finden:
„Die Unterieichneten werde» in den nächsten Tagen die folgende Pet ttton a* den BundeSrat bei ihren Mitbürgern zirkulieren lassen und bitten um zahlreiche Unterschriften.
Braun. Drost. Euler. Feußner. tzapptch. Heermann. Hesse. Lehmann, v. Lengerke. Mtrbt. Pabst. Scheffer. Siebert. Trbltsch.
Weizsäcker.
An de» hohen BundeSrat!
Die Ankündigung de? Herr» Reichskanzlers in der ReichStagSfitzu», vom 3. Februar, wonach die preußischen BundeSratSNimmen für die Aushebung deS § 2 des Jefuttengefetzes vom 4. Juli 1872 instruiert werden sollen, bält un« ehrerbietig Unterzeichnete in schmerzlicher Unruhe und Sorge.
Nicht um für ein christ icheS Bekenntnis Gewinn zu suchen, sondern um beiden christlichen Bekenntnisse» ei» friedliches Nebeneinandrrwohnen auf bisher bewährter Grundlage zu sicher», wünschen wir nufere Stimme warnend gegen eine, wenn auch zunächst beschränkte gesetzliche Wiederzulaffung jene« Ordens zu erheben, der nicht nur de» Protestanten, sonder» auch den Katholiken, den Priester» sowohl wie de» Laien a 18 der schlimmste Feind konfessionellen Friedens geschichtlich bekannt ist.
MBMII— I
Türe, die mit leiser Hand geöffnet ward. Wie eine Lichtwolke schwebte sie über die Schwelle der kahlen Raumes und stand nun vor dem Jüngling. Ernst richteten ihre Blicke sich auf ein erbleichte« Antlitz, und ihre Stimme klang laut und fest, aU sie sprach:
„Omar, ich komme, Dich heimzüholen!" Langsam hob sich sein Blick und er deutete schweigend m t dem au«gestrcckten Arm nach der Wand, darauf des Toten letzter Gruß zu Itfjn stand.
Lange ruhten ihre Augen darauf; ihr Antlitz verriet «.ichts, aber ihr Innere» ward erschüttert. Sie begriff nun alles. Um vieles milder wandte fie sich dem Geliebten zu:
„Du kamst zu spät und — warst allein mit deinem Schmerze und mit deinem Toten — Omar, mein Freund." Fast hast'-g fiel er ihr in die Rede und wandte den Blick:
„Ich mußte alllin sein", und fügte traurig hinzu, „ich werde nun immer allein fein müssen."
„Müssen, Omar?" Bleich und unruhig näherte fie sich ihm, „wer svricht davon? Schon hast Du allzulange um den Toten getrauert, nun fordert Dich die Liebe zurück. Schau, Geliebter, Jsengard — Deine Jsengard ist gekommen um Dich heimzuholen." Fast erschreckt trat er zurück und streckte abwehrend beide Hände au».
nie kehre ich zurück!" fließ er hervor, „ein,1 Ssmur ist'«, der mich bindet — hörst du'«, SfeftSjO— ein Schwur! Der muß gehalten sein, der ilig! Soll ich den Eid brechen, weil ich schM/L"?*
kenne nur einen Schwur von Dir," er- mibe* <pe in erhabenem Ernste, „der ist älter, der hat größere Rechte, das ist der Schwur der Liebe
Wir veikenue» »icht, daß namentlich dem jüngere» Geschlechte »ach dem lange» FriedenSzustande, den wir haben genießen dürfe», daSBewußtei» von der Größe der Gefahr hier und da verschwunden ist und daß manche» Parteien tot Kampfe um politische und wirtschaftliche Ausgabe» die Sorge um die heiligste» Güter, die hie» auf dem Spiele stehen, für nicht so drtnglich gilt. ES hat darum den Wert etoeS Weckrufes, der alle Sorglosen aufiüttrl» kann, wenn gerade jetzt unter der Führung ihres Bischofs Korum die Geistlichkeit vo» Trier de» Kampf ge»e» eine dortige staalliche Schule unter Androhung schärfster ttrchlicher Zuchtwittel begönne» hat. Dieses KriegSfignal richtet fich offe»ku»dig gsge» die staatliche Autorität to unserem gesamten Schulwesen und bedroht unmittelbar de» Friede« i» Staat, Gemeinde und Familie. DaSWerk, das hstr begonnen wird, indem nta» den Staat als Schutzherr» und Schiedsrichter diS Friedens beiseite schiebt, weist furchtbar drohend auf den Zustand, den dir wieder zugrlaflene» Jesuiten vrllenden würde».
Die Stunde ist ernst, möge die Weisheit der Berbündeten Regierungen eine schlimme Befahr vom Deutschen Reiche frrnhalten!
Wir Unterzeichneten könne» »icht selbst in die Entscheidung etogreifen, wir können nur, im Gewisse» gedrängt, ZeugaiS ablege», wie unS um'S Herz ist, und vereinige» u»S zu der ehrerbirtige« Bitte an de» Hobe» Bundesrat, er wolle gegebenenfalls dem Anträge auf Aufhebung deS § 2 des Jesuitengesetzes vom 4. Juli 1872 seine Zustimmung versagen."
Wenn dar nicht hilft,---!
Berlin, 4. März 1903.
+ Eine Zpahkver-
ei»ig««g" hat fick, allem Anschein nach auf Betreibe« des vom Renexatenhaß Jüte von der politischen Eitelkeit gleichmäßig geplagten Ex- jefuiten Grafen Hoensbroech gebildet, um die Wähler über die „ultramontane Gefahr", entsprechend der Mahnung des evangelischen Bunde», oufzuklären. Sie veröffentlicht einen von 40u Personen, Pastoren, Professoren, Oberlehrern, Kaufleuten, Bank Direktoren usw. unterzeichneten Ausruf „zur Abwehr des UltramontaniSrnus bei den politischen Wahlen". „Zentrum ist Trumpf!" beginnt er, und dann folgen die uralten Phrasen über die Gefährlichkeit des „UltramontaniSrnus" für die „deutsche Kultur und die Aufforderung an die Wähler, „unbeschadet ihrer sonstigen Parteistellung oder religiösen Ueberzeugung", bei den bevorstehenden Wahlen im ultramontanen Sinne wirksam zu fein, Wir würden fürchten, uni ebenso lächerlich zu mach.«, wie die Berfaffer und Unterzeichner dieses Ausrufs, wenn wir die „ollen Kamellen" einer kritischen „Würdigung" unterziehen wollten. Wir begnügen uns mit dem Hinweis auf die Verhandlungen über die Interpellation wegen der Trierer Schulanflelegenheit. Sie haben jedem, der nur irgend politisches Verständnis besitzt, deutlich genug gezeigt, daß für die Eonfffftoneßen Fanatiker die Z.itlage sehr ungünstig ist. Die „antiultramotane Vereinigung" hätte früher kommen ober noch ein Weilchen warten müssen.
X „gtetigio* ist Ksivatssche " Daß der .Vorwärts' die Bedeutung der Jubelfeier des Papstes möglichst herabzusetzen sucht, kann niemand wundern. Wir verzichten daher auch gern und Treue, den Du mir geleistet. Von diesem kann nur ich Dich entbinden. Ich halte ihn aber aufrecht in seiner ganzen Bedeutung. Ich fordere Dich zurück. Omar Teskereh, Dich! Derne Siebe, Deine Treu-! Sie gehören mir! Kein Anderer hat Anrecht darauf."
„Nsin! nein," rief er abwehrend, „das kann nimmG.sein." Ich kann nicht zurück. Ick will es nicht!" Sie lächelte voll vertrau-nder Liebe, voll stolzer Gewißheit.
„Du — wolltest — nicht — mit mir gehen?!" und ihre weichen Arme umschlangen ihn. „Rein, Omar, da« glaubt Dir Deine Jsengard nicht." Er prallte zurück, al« habe er fich gegen zwingende Gewalten zu wehren.
„Jsengard", flehte er, „nenn Du mich wahrhaft liebest, so laß mich glücklich sein — auch ohne Dich!"
„Kein Glück für mich, außer Dir! Kein Glück für uns beide,' wo wir nicht in Liebe beisammen stehen!" ri f fie in steghaftem Selbstbewußtsein, „Omar, Geliebter, siehe mich hier an Deinem Herzen um Liebe betteln. Lasse mich nicht leer ausgehen, da Du so viel zu geben hast", bat sie schmeichelnd mit leiser, süßer Stimme.
„Habe Mitleid mit mir", stöhnte er, „am Altars habe ich'« geschworen und kann nimmer anders Wie könntest Du fürder meinem Treueschwur noch glauben, wenn ich Gott selber das Wort gebrochen? Jsengard! Jsengard! Wenn Du wüßtrst, welchen Zwiespalt Du in mein Herz htuemgetragen!"
„Wer fich Gott dahingegkbev, muß sein Herz vom Irdischen loegeriffsn haben. Dein Herz aber hängt mit allen Fasern noch an dem meinen, wie
darauf, hierüber in eine Auseinandersetzung mit dem »Vorwärts' einzulrete». Er ärgert fich Aber den Glanz der Frier, die Zeugnis davon ablegt, daß das Papsttum doch noch eine weit größere geistige Macht ist als die Sozialdemokratie. DaS Hauptorgan der Roten möchte gerave dies freilich nicht gerne zugeben, ja eS glaubt dem Papsttum und der katholischen Kirche sogar mit dem Untergänge durch die Gewalt des „Proletariat-" drohen zu könne«. Nicht die politischen Mächte, die Bourgeoisie, so betont er in seiner Nummer vom 4. März, würden das Papsttum besiege»: „Allerdings find eS andere Mächte, die der verderblichen Herr schäft,Roms ein sichere- Ende bereiten .... die gestrige Kulturkampf- Debatte im preußischen Abgeordnetenhause beweist daS. Ernstliche Erschütterung ihrer Machtstellung draht der Kttche deshalb nur vorn Proletariat, das die Kirche als gefährliche» Hort der Reaktion bekämpft. . . . Mag fich die Kirche noch ei» mal in all ihrem Glanze sonnen, die Tage ihrer Macht find gezählt. Der Sozialismus rückt unaufhaltsam vor." — Wir find dem Hauptorgan b« Sozialdemokratie dankbar dafür, daß es die heuchlerische Maske des auf den Gimpelfang berechneten Pro- grammfatzes' „Religion ist Privatfache" einmal abgeworfen hat, um das wahre Gesicht de- Sozialismus zu zeigen. Das „Proletariat", der Sozialismus, bekämpft die Kirche — diese- Geständnis ist wertvoller für ut.8, als eS den klügeren „Genoffen" des .Vorwärts' lieb fein wird. DaS Papsttum gehört so notwendig zur Kirche, wie diese mit 2em Papste an der Spitze eine notwendige und ehe der wesentlichsten Bestandteile der katholisches Religion ist. Daraus ergibt fich klar, daß kein Katholik Sozialdemokrat fein kann, eS sei denn, daß et sich selbst von der katholische» Kirche und ihrem Fundamente Jesus Christ»- loSreißen wollte! Die Toten, die unserem Herrgott Trotz bieten zu können wähnen — arme Wichte, die ihr ewiges Erdtell preiSgeben um ein Hirngespinnst von „ZaknnstSstaat"!
+ Auf einer Versammlung des K»»ds* der Landwirte in Magdeburg sprach am Montag Herr von WauLenhetm Über die Vorbereitungen deS Zolltarifs und machte dabei eise Mitteilung, von bet er sagte, baß fie bisher Geheimnis gewesen sei: „Man hatte fich im Wirtschaftlichen Ausschuß so schön geeinigt und zwar a s Sätze von 6,50 Mark und 6 Mark, ; leidlich Viehzölle und annehmbare Zölle auf an’ »te fü unS wichtige Produkte. Auq die R Murg hatte dem zugestimmt. Allein die Arbeit war für be« Papietkotb; obwohl so» der allerhöchsten Stelle erklärt worben war: „Es wird schon gemacht »erbe»*, lagen wir nachher doch wieder drin in bet Patsche. Die Parole war plötzlich eine ganz andere geworden." Hebet die künftigen Handel-» vettragS-VerhanbluNgen sagte er: „Wie ich unzuverlässigster Qrelle weiß, find die Vieh- gölte als KompensationSobjekt an Rußland ausersehen. Bei den Getreibezöllen, die gebunbi-n, fi«d keine Konzrfftonen möglich und an be« Jndustri-zöllen Hot Rußland kein Interesse."
4- Im Briefkasten der , Freis. Ztg/ findet sich folgendes: „Aas mehreren Wahlkreisen wirb a—MEgMimMU rw—iiiMM wim « —
kannst, wie darfst Du es, unwürdig wie e« ist, in den Dienst Gottes stellen? Omar, ich ringe um meine Sieb?, um mein Lrben! Glaubst Du denn, es hätte mir feines Kampf gekostet, ehe ich mich zu dem Entschlüsse durchgerungen, zu Dir zu eilen?"
„Ich war glücklich, Jiengard, ehe Du kamst. E« war ein anderes Glück, als dar ich tu Deinen Armen genossen, aber schon lag die Welt hinter mir, ich wollte glücklich ieffi. wollte vergessen, ich schwor er! Und j'tzt roch siche ich Dich an: Gib mich der Klause zurück, ich kann oergtffen —."
„Wenn dies Wahrhtzit ist, so gedenke mein — zum letzten Male nob, — und wiederhole diese« Wort. Wenn Du e« kannst, so will ich wortlo- von Dir gehen", und fie barg sich in feine Arme.
Da Übermannte ihn die übergroße Liebe, die er gewaltsam zurückgedrängt. Er riß sie heftig an sein Herz. Dann aber sanken seine Arme schlaff herab.
„Lebe wohl", rief er, „dar war unser Abschied für’« Leben!" Und er stürmte hinaus.
„Ornat!" schrie fie flehend auf. Sie wankte über die Schwelle. Vor ter halboffenen Kirchen- türs lehnte fie und starrte in da« Heiligtum hinein. Vor dem War aus da« Antlitz hingestreckt lag der Jüngling. Dorthin hatte er fich g-flüchtet vor der Versuchung, und fir wagte e« nicht, ihm zu folgen. Auf der Schwelle be« Gotteshauses wurzelte ihr Fuß.
Sie hatte dis Hönde krampfhaft über die Brust verschlungen und aus ihren Augen quoll da« heiße Raß hervor.
„Gott, mein Gott", schluchzte fie, „Du wirst dieses Opfer nicht annehmen", und fie schwankte hinan«, langsam in den Wald hinein und suchte umsonst ihr Herzentweh zum Schweigen zu bringen.