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FuldaerMIeitung

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Rabatt gewährt.

30. Jahrgang.

Iutöa, Dienstag, den 3. März 1903.

M 50.

»wantexrtli»: Jta bw XrtctH« 3»L Bee*, »» 3.»awstUti in Seite.

mit Anterhattungs-Aeikage „Zssustrirte Sonntags-Zeitung" fetereiafle Nr. 2 (Bermenie).

Rette uud au6»

© Die Trierer Schulftage im Abgeordnetenhaus^

Wen« die Nattonalliberale» mit ihrer Inter­pellation in der Trierer Schulangrlegenheit dem Abgeordnetenhaus« wieder einmal volle Zu» schauer »Tribünen zu verschaffe» beabsichtigt hatte«, so habe» ste ihre Abficht vollkommen er» reicht. Bett Jahre» war der Andrang nicht mehr so stark wie heut«. Das neue Abgeordnetenhaus hat überhaupt einen derartigen großen Andrang wohl noch nicht gesehen. @8 geigt sich da eben wieder, daß kirchenpolttische und verwandte Frage» immer noch dar größte Jmereffe in weiten Kreisen errege« und die größte „Anziehungskraft- auf das Publikum ausüben. Wie weit kultm kämpfe- rifche Gesinnung dabei mit ins Spiel kommt, wird sich schwerlich feststelle« laffen. Die Interpellan­ten werde» natürlich geneigt fein, in dem größten Telle der Zuhörer GefinnnngSgenoffen zu erblicken. Wenn wir aber de» Sang der heutigen Berhand» -ung betrachten, werden wir entschieden Zweifel an der Berechtigung dieser Auffaffung hege» dürfen.

Daß die Interpellation von dem Wunsche -Älltiert war, das KulturkampsSseuer ein w«ig zu schüre« und ihren Wahltopf daran zu wärmen, bestritten die Nationalliberalen. ES ist immerhin schon etwa-, wenn auch ste nicht mehr Vertreter deS Kulturkampfes sei» möge». Früher war dar anders. Indes die Ablehnung des nicht mehr zugkräftige» Name«« Kulturkämpfer allein tut es nicht. Die Sestnnung ist doch dieselbe Mblieben und die konfesfionelle Hetze gegen die Kotholikenist »och immer eine Lieblingsbeschäftigung der Nationalliberalen, wenn sie heute auch kon» fesstonelle Friedensliebe genannt wird. Was denn wollte» st« mit ihrer Interpellation, wenn nicht Aufregung gegen die Katholiken erregen? Sie habe« gar keine greifbare Antwort auf die Frage, wie die Regierung die staa liche Autorität gegenüber den geistliche« Urbergriffe» zu wahre» gedenke, erwartet; denn ste mußte» sich selbst sagen, daß die Regierung keine Neigung habe» werde, i» daS innere kirchliche Gebiet mit rauher Hand einzugreifen und das Institut der Beichte anzu- taste». Ss konnte ihnen somll nur darauf an» kommen, daß über die Trierer Angelegenheit einmal recht kräftig geredet werde. Die Gemüter sollte» über diese „klerikale Herausforderung- in Harnisch gebracht und durch die Aufregung der protestantische« Raffen sollte di« Regierung gege» die Katholiken scharf gemacht werde». Das war des Pudels Ker«.

DaS Scho, welches die J«terpella»ten i« Haufe fanden, dürfte fie belehrt haben, daß sie sich stark verrechnet haben. Für einen neuen Kulturkampf ist die Zeit nicht reif. Graf Bülow u«d Minister Stadt haben fich allerdings recht scharf über daS Vorgehe» des Bischofs do« Trier geäußert. Aber fie haben zugleich die Zu» mutung abgelehnt, fich wegen dieser Sach« in einen Streit mit der katholische» Kirche oder de» preußischen Katholiken zu stürzen. Sie wollen keine Zuspitzung der prinzipielle» Gegensätze,

An Laub ms btt SSchsburg.

OrlgMalerzählung au8 der Geschichte der ehemalige« Jülicher Lande von Ricca Ruth.

28 ------ (Nachdruck verboten.)

„Omar! Omar! Gehe nicht fort von mir!" Laut hallten ihre verzweifelten Worte in dem hohen Gemache wieder. Sr wandte fich um. Ernst und forschend ruhte sein Blick auf ihr — «och stand er unfchlüffig. I» ihren Augen standen Träne«!

„Jsengard!" rief er, „wen« Du mich jetzt zurückrufst, so läßt das nur eine Deutung zu, daß Du mich liebst!"

„Ich weiß keine andere," sagte ste scheu und leise. Da stieß er eine» unterdrückte» Jubelruf «118 und stand an ihrer Seite.

Verdutzt warf der Falke seine» dicken Kopf empor. Er fand fich indeffen i« der veränderten Situation nicht gut zurecht, flog auf OrrarS Arm, gerade aus denjenigen, den er um di« Schulter der hocherglühenden Jungfrau gelegt and schaute neugierig in die zärtlich aneinander» geschmiegten Gesichter des glücklich vereinten Paare». Omar strich ihm daS struppige Feder» Neid. „Komm, Zero,- sagte er, „wir drei ge­hören zusammen I-

Und in seligem Schweige» vergingen die Minute«.

„Hat daS Edelfräulein do« Nidegge« auch bedacht,- begann »ach einer Weile Omar, „wie »lei es opfert, wenn «3 die Stimme seines Herzens NttF

sondern den konfessionelle» Frieden durch tatsäch­liche Verständigung und Duldung. MU manche», waS ste erklärt habe«, find wir ja we«ig ein» verstände«, aber grundsätzlich, wolle« fie fich za den Katholiken doch freundlich stelle». Wie «euig die Interpellanten befriedigt waren, daS bewiesen fie ja gerade durch ihre scharfe« A>» griffe auf die Regierung. Bon de« Parteien habe« fie die Freikonseroative« und die frei» finnige Vereinigung aus ihrer SeUe. Ja der fteistnnige Abgeordnete Dr. Barth schlug sogar noch einen weit schärfere» „antiklerikale«- Ton an, als die nationalliberale« Redner.

Aber die größte Partei, die Korrfervative», weife« die Berhetzu»gSversuche zurück. Auch fie find sehr unzufriede« mtt dem Vorgehen deS Trierer Bischof«- und verlange« Wahrung der staatlich« Jntereffe», allein sie wolle» keine allgemeine kirchenpolütsche» Folgerungen daraus ziehen und fich nicht gegen di« Katholik«« auf» reizen laffe». Da fie selbst grundsätzlich für di« konfessionelle* Schulen find und der Streit in Trier durch eine Simultan-Anstalt entstanden ist, so hätten fie fich von Rechtswegen entschiede» auf die Seite deS Zentrums stelle» müffen. In» deff« erkennen wir eS ja schon an, wen« fie die Frage mit Ruhe behandeln und auf die «atio- nalllberalen Scharfmacherei« nicht eingehen. Auch die Freisinnige Volkspartei verurteilt de« Bischof u»d verlangt Wahrung der staatlichen Rechte, aber auch fie will keine Verschärf»«- der ko«feffio«ellen Gegensätze und nichts, was »ach einem »en« Kulturkampf ausfieht.

Wen« man fich bloS an de» Wortlaut der Erklärung« der Konservativen und der Frei» finnigen BolkSpartel hält, wird man vielleicht urteilen, st« sei« doch ganz und gar nicht i» unserem Sinne und das Zentrum habe völlig allein gestanden. Allein wir halt« eS schon für ei« gutes Zeichen, daß man fich überhaupt mit kurzen Erklärungen begnügte und den Trierer Fall möglichst wenig ausgebauscht wiffen will. Vermutlich wird eS heiß«, die beiden Parteien und die Regierung hätten fich durch Rücksichten auf die Wahlen und daS Z«trum zu ihrer ftleb» llchen Haltung bestimmen lasten. Rag sein, daß solche Rückstcht« mitgespielt hab«. SS kann unS aber ziemlich gleichgültig sein, warum man mit d« Katholiken Friede« halt« möchte, wenn man ihn nur hält. Und wenn eS aus Rückstcht auf die Stellung geschieht, die sich die Katholiken im politischen Leb« errungen habe», um so beffer. De»» dann haben wir es einiger» maßen in der Hand, daß der Wind nicht so bald wieder umschläat.

War den Trierer Fall selbst angeht, so wird es nicht gelingen, die Schuld an dem Streit lediglich dem Bischöfe aufzubürden. Es hört fich ja gut an, wenn die Regierung erklärt, ste hätte sich ja gern mit ihm verständigt, wenn er fich nur an ste gewandt hätte und wen« AuS« stellung« wegen der Trierer Semtnar-Verhält» niffe erhoben worden wären. Die Entwicklung der Trierer Schulfrage kann ihr aber doch in all d« Jahren unmöglich verborgen geblieben fein. Sie hätte eS nicht zu dem die Katholiken schwer verletzenden und benachteiligenden Zuständen komm« laffen dürfen. Der Abg. Roer« hat ihre Schuld in dieser Hinsicht sehr wirksamdar»

gelegt. Hält «an eS denn für möglich, daß in tütet überwiegend protestantisch« Stadt die Dinge eine so die Rechte und Empsindungen der Pro» testant« verletzend« Entwicklung hätt« nehm« könn«, «le eS In Trier gegenüber d« Katho» Illen geschehen Ist? Da hätte die Regierung ganz anders aufgepaßt und längst eingegriff«. Da di« Regierung nach ihrer Versicherung von den beümAbsichte» beseelt ist, woll««ir nun wmigstenS hoffen, daß der „Trierer Zwischenfall- gu einer die Katholiken beftiedig«den Regelung der Schul- frage den Anstoß gegeben hat.

verli«, 2. März 1903.

4- Der deutsche Gesandte Jetzt. Speck »o« Sternönrg hat dem Präsidenten Roosevelt i« einem amtlichen Schreiben m'tgeteilt. daß die Uebergabe der Statue Friedrichs de« Großen auf Anordnung de» deutschen Kaiser» mit Rück­sicht auf di« Unfertigkeit de« für fie bestimmten Platze« vor der noch im Bau befindlichen Kriegs- akademie erst im Frühjahr 1904 erfolg« solle, damit, die Statue nicht erst provisorisch an einem anderen Ort, sondern gleich endgiltig aufgestellt «erd« könne.

X Propst Aetuyatd Jalüeuöerg in Schrotz, der frühere Chefredakteur der.Germa» nia', ist in der Nacht gum Sonntag 12*/» Uhr plötzlich gestorben. Eebor« am 18. August 1843 gu Zypnow in Westprmß«, war Herr Falk«, berg »ach Empfang der Priesterweihe zunächst als Seelsorger tätig, doch brachte der Kutturkampf bald eine Wendung in fein Leben hinein. Zuerst Korrespondent der .Germania', wurde er unter der Chesredaktio» Majunke'S ständige- Mit­glied der Redaktion und eine Zeitlang auch «er« antworelicher R.dakteur derselben. SS ’iat um die Zeit der Glühhitze deS Kulturkämpfe-, wo gelegentlich nicht weniger al- 5 Redakteure der .Germania' gleichzeitig ihre „Preßsünden- in Plötzenft« zu verbüß« hatt«. Auch Falkenberg ist in dieser Zeit nicht verschont geblieben, er hat sogar «eg« Beleidigung deS Herr« v. Sybel eine längere Gefängnisstrafe verbüßen muffe«. Bis Oktober 1883 war er in der Redaktion der »Germania' tätig, dann übernahm er die bis da» hin von Dr. Majuuke herausgegebene Korrespon­denz sür die Zentrum-preffe, die er bi« 1881 «efterführte, um dann die Thefredaktton d«,Ger­mania' zu übernehmen, die er jedoch nur kurze Zett führte. Am 20. Oktober 1889 wurde er als Propst in Schrotz eingeführt. Falkenberg, schreibt die .Germania', gehört zu d«j«igen Charakter«, die von strengem Wichtgefühl und von unwandelbaren Grundsätze« der Gerechtigkeit fich leite« laffen. Im persönliche« Verkehr der liebenswürdigste Mensch, kannte er in der Politik keine anderen Grundsätze, als daS Programm deS Zentrums „Für Wahrheit, Freiheit und Recht." Diesen Grundsätzen gemäß war sein Leben uud sein Tod.

+ lieber die Stellung der einzelnen deut­sch« Regierungen zu der Frage der Auf-

fehdet, meine Sltem fanden beide ihren Tod, während ich von dem Freunde meine« Vaters gerettet und davo »getragen ward. Dieser Man», der meine Dankbarkeit in Haß umaewandelt.

daß ich frei und ungehindert Dein Weib werde» könnte!- Damit traf fie unbewußt die wunde Stelle in ihm. Er senkte traurig den Kopf, fett» Antlitz verdüsterte fich.

„Warum?- murmelte er, „warum muß S also fein? Ich bin eine« Edlen Sohn, aber mein Leben ist bisher glück- und friedlos ge- wese«, wenn ich aber Dich verlieren muß, bann wird e« mir zum Fluche. -

Sie umschlang ihn sanft. „Wirf diese finster» Gedanken von Dir. Wenn Dein Leben bisher des Glücke- entbehrte, ich will eS Dir tausendfach zubringen. An Dir ist gesündigt worden, mein Omar, man hat fich bemüht, In verkehrter Er- zlehung die Dämon« .DemeS Herzens wach- zuruf«, ich will versuchen, Dich dem Lichte deS Glauben« wlederzugeb«.

Er schaut« lächelnd auf fie herab.

„Das hat ein anderer vor Dir beffer ver- stand«».-

„Wer ist dieser andere?- fragte fie, „Du hast mir bisher so wenig aus Deinem »ergange­ne» Leben erzählt, und doch möchte ich Dich gang kennen lerne», damit zwischen uns kein un­aufgeklärtes Wort bestehe.-

„Da läßt fich wenige« sag«, Geliebte,- mehlte er liebreich, „ich weiß darüber nur, was man mir seit Anbeginn vorerzählt, bis «S in mir gum Glaub« ward. Meines Sätet« Burg war br-

„DaS Edelftäuleln von Mdegge« hat nur zu gewinnen und nichts zu opfern,- erklärte fie be­stimmt und legte den schönen Kopf auf feine Brust, „wir halte» unsere» LiebeSbund einst­weilen geheim, bis mein Vater für u»S gewonnen ist. Zudem hoffe ich viel von dem Einspruch meiner mütterlich« Freundin. Ich reise zur KönigSburg und hoffe, als Deine anerkannte Braut zurückzukehren. Durch meines Vaters Einfluß wird Dir alsdann Gelegenheit geboten, Dein« Hrld«stn« zu betätigen —.“

„Jsengard! Jsengard! Du gibst mir mehr alS Deine Liebe!- rief er begeistert.

„Du wirst ein Ritter," fuhr fie lächelnd fort.

„Und ziehe aus, mir meine Lorbeeren heim­zuholen!- fetzte er hinzu.

„Und bann kehrest Du heim als Sieger, Du kühner Held!"

„Und auf bem Söller winkt mir eine weiße Hanb ben Willkommengruß."

„Dann gilt es, eine FreunbsSpflicht zu er­fülle». Du ziehest mit ben KönigSburgern —.*

„Mein Wort darauf, holdes Sieb, meine höchste Pflicht wird dies« sein!"

Da griff der Falke in die Unterhaltung ein. Er hackte wütend mtt seinem Schnabel auf die Liebend« ei«, waS ungefähr besagte: Sure erste Pflicht ist, mich nicht verhungern gu laffen!

Lachend öffnete Omar das Fenster und ließ ihn hinaus, und der Falke flog davon. Zs«, gard sah den stattlichen Jüngling vor fich und konnte sich nicht enthalt«, mit stillem Seufzer

auLzuruf«: bei meine xiauiomieu i* vuP umwwu««"

„Warum bist Du nicht eine- Sdl« Sohn, | nahm mich mit auf feine Burg und versah Sätet.

Hebung bet § 2 be« Aefnilengesetze» will die .Deutsch- Tagesztg.' folgend«« wiff«: 8» «erd« sicher für bte Aushebung de» § 2 abgegeben werd« bte 17 Stimm« Preußen», die 6 Stimm« Bagern« und, wie verlautet, auch die Stimm« Lübeck»; dagegen bürst« abgegeb« «erden die 4 Stimmen Sachsen», die 4 Stimm« Württem­berg» und etwa 20 Stimm« der kleineren Staat«. Ob von dies« letzter« Stimm« einige dafür ab­gegeben werd«, können ja noch fraglich schein«. Jed«fall» «ürdm e« verhältni»mäßig wenig« sein. Au«schlaggebe»b werbe bte Haltung Baden» und Hessen« fein, über bte noch nicht« bekannt sei. So viel fei sicher, daß bte Mehrheit, die sich eventuell für bte Aufhebung «»«sprechen dürste, seht gering fein «erde.

+ Der Jenttakvorstand de» Kvange- tische« Kunde» veröffentlicht abermals ein« Aufruf an die „evangelisch« Volksgenossen", worin er fie gegen Jesuiten und Uttramoetanifr rnuS" aufrust. Diesmal wendet er fich befonbeti an die Wähler, daß fieihre „heiligsten Süter- wahre und die Regierung aus den Feffel« de- ZenttumS befrei« solle». Sten Erfolg wollen wir in Ruhe abwarte».

+ DaS «dgültige Programm deS IX. An- ter»«ttonalen Kongresse» gegen den Alüo- tzoliemns, Breme«, 14.-19. April, ist ,oeb« in deutscher, englischer und französtscher Sprache herauSgegebm worben unb wird vom Bureau des KongreffeS, Bremen, Bahnhofstraße 1 bereit« willigst an jebe aufgegebene Abreffe versandt. Nach ben bisherig« Anmeldungen gu schließen, wird dieser zum ersten Male in Deutschland tagende Kongreß der besuchteste seiner Art werb«. Nicht gum wenigste» dürste bas hochbedeutsame Kon­greß-Progamm dazu beitrag«, das 22 hervor­ragende Redner und Rednerinnen, gut Hälfte aal dem Auslande, zählt. Auf dem Bremer Kongresse wird nicht mehr die gonge Alkoholfrage, wie auf früher« Kongreffen behandelt werd«, sondern elf hervorragende Kapitel derselben find auSgewählt word«, um Raum für eine ausge­dehnte Besprechung gu behalte«. Eine reichhaltig beschickte Ausstellung wird eb«fallS dazubet- tragen, ben diesjährigen Kongreß befände«- in- tertff<int gu gestalte«. Erwähne» wollen wir noch, daß der Hohe S«at Bremen» die Kongreßteil­nehmer gu einem Frühstücke im Rathause einlad« wird und baß die Direktion de- Nordd«tfchrn Lloyd eine Fahrt in See auf einem feiner Schnell­dampfer vorgesehen hat. Der Preis der Mitglied»« karte des KongreffeS beträgt 5 Mark; fie berech­tigt zur Teilnahme an d« Veranstaltungen bei KongreffeS und gum Beguge bei später zu ver- öffentlicheud« stenographisch« Berhanblungsbe- richteS.

4- Der Kund der Landwirte hat im Landtagswahlkretse Münsingen beschloffen, in der Stichwahl zwischen Zentrum und Volkspartei für ben Zentrumskandidateu einzutret«, da da« Zentrum für den Schutz der national« Arbeit eintrete nnb wie bet Bund der Landwirte auf dem Boden der christlich« Weltanschauung stehe. Man darf gespannt darauf sein, ob die protestantischen Bauern dieser verständig« Weisung auch Folge leisten werben. — Anbererseit« wird au« Hilbeehelm mit geteilt, baß im 10. hannover­schen Wahlkreise der Bunb der Landwirte und da«

stelle an mir. Ich enrfloh seiner Gewalt, kam gu dem Klausner, und dann verschlug mich mein Geschick auf bte Riddegburg."

„Unb Du weißt nicht, wer Deine Elte« waren, erinnerst Dich ihrer nicht mehr?"

„Zuweilen stieg in meiner Erinnerung da- Bild einer engelhaft« Frau auf, die mich auf dem Schoß gewiegt. Ich grüble, finne, forsche uns will da» Nebelbild durchbringen, iubeffeu je tiefer ich bem schwachen Schimmer seiner Eriuuo- rung nachjage, besto dichter ballt sich die Rebel- schicht, desto unklarer wird mein Denke». Rur daS eine weiß ich bestimmt, der Retter nahm mich im Schlafe auf, unb als ich staunend er­wachte. barg mich deS RttterS »eiter Mantel."

„Welch ein Gegensatz zu bem Raube auf bat KönigSburg," sagte Jsengard finnmd, „hier die Elte« geraubt in jähem Tobe, auf der ander» Seite die ttauernden Elte«, die ihren Knaben beweinen."

„Also ein Knabe war e8/

„Ja, unb sogar »och ein solcher, der mir in der Wiege schon angelobt war," lächelte sie.

„Dann mag et in Ruhe schlafen! — Ich habe an dem Finkenburg für mein eifersüchtiges Herz genug."

„Der Finkenburg! Bei Gott! Du erschreckst mich. ®u bist so stürmisch — unb getabe jetzt, wo Du Anrecht auf mich hast nnb wir beide schweig« müssen."

„Gerade jetzt, wo ich Dich mein weiß, werde ich ruhiger sein."

„Mir bangt vor Deiner Ruhe!" seufzte fie. Er nahm str lachend in seine Arme.