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KuUmerMZeitung

30. Jahrgang.

M 49.

[] Dieneuen Männer

P r r M sind für die liberale Preffe im allgemeine« eine Ent-

L IwerLes Wrcrrr. g täufchung. Wieder die Hoffnung hofft man «immer

, LIZs! wirder.daß endlich einmal dieRegierungeine«kräfti« ..................... .............................. I genRuck nach links" vornehme. Wie oft hat man

len.

tiene» atmen

gar nicht zu beantworten.

Das Havpt-Jntereffe erregt der neue Ober- prästdent von Poftn, Herr v. Waldow. Und ge­rade der gefällt der liberalen Preffe am aller« wenigsten. Er istpolitisch belastet", denn er hrt als Regierungspräsident in Königsberg den ireifinnigen Herrn Dullo als Stadtrat nicht be­stätigt und den fre sinnigen Landtagrabgsordneten Dr. Krieg:» in seiner Eigenschaft al« Kommunal­beamter einem politischen V rhör unterzogen. Da« läßt bei der liberalen Preffe einstweilen auch kein Vertrauen zu seiner Verwaltung in Posen auf­kommen. Man nennt ihn einenAgrarier vom reinsten Wasser" und befürchtet, daß er sich eben, so wie sein Vorgänger von dem Major Endel und Genoff-n beherrschen lasse» werde. Ein Teil der P-effe dagegen feiert ihn al« hervorragenden Vrrwaltungrbeamten und sehr energischen Charakter. Dar wird so ziemliche von j-dem neuernannten höheren Beamten gesagt, bi« er an maßgebende« Stellen U"zufri«denhett erregt hat. Wir unser­seits wollen ruhig abwarten, war Herr v. WUdow leiste» wird. Da nirgends von einem Syflem- weLfel in der Polenpolttik die Rede ist, fürchten wir, daß er einfach das alte verfehlte System sortsetze« wird.

So viel wir sehen, ist unter den neuen Männern nur ein einziger Katholik, der zum Regierung«. Präsidenten in Arnsberg ernannte Frhr. v. Coel« von der Brügghen. Es war wohl nicht nötig, daß die.Köln- Ztg' bemerkie, seine Ernennung dürfte den Prritätsfreunden im Zentrum Freude bereiten. Das klingt wie Hohn und lenkt erst recht die Aufmerksamkeit auf die in den höheren Verwaltungsstellen noch immer herrschenden Im­parität. Unter de« 14 N-uernanntsn oder Ver­setzten nur ein Katholik, dar ist sicher kein Anlaß für uns zu großer Befriedigung.

Au» dem Reichstage.

<£> 270. «itziurg vom 28. Februar 1908, 1 Uhr.

DaS gang leere Hau« erledigt zunächst wieder eine »zahl Petitionen genau »ach den Borichlägen der

Diese Erklärung wurde von den Redner» aller Parteien begrüßt; zwischen der Linke» und Rechte» ent­spann sich eine Auseinandersetzung darüber, wer Schuld !, daß dir Mißstäuoe nicht früher beseitigt

Während der Interpellant. Abg. Schmiedlug, in seiner BrgründungSrede eine Besserung der B-rhält- Kiffe im Westen für viel dringlicher als im Oste» er­klärte, vrrwieS

Abg. Graf Kirachwih (Zentrum) auf di« venach- tkiliau-s hm, welch« der Bau deS Mittellandkanals für die schlesische Industrie bedeute» würde.

Nachdem Minister Budd« erklärt hatte, die Re­gierung halte nach wir vor die baldige Ausführung d»S Dortmund Rheiukanal« alS Teilstrecke de« Rbein-Wefer- Elbe-Kauals für notwendig, die Linienführung jedoch fei «och »cht endgiltig festgef tzt, waren die «eiste» Redner, u. a. die Abg. Herold (Zentrum), EhlerS (freif. 8gg), der Ar ficht, eS könne aller wettere ruhig abgewartet werde».

Beim Etat der Bauverwaltung bemängelten die Abgg. Kolhei» (freif. Bgg.) und Otof Ktrachmitz (Zentrum) die Tarifierung der Vinnen schtfffahrtSab- gaben, besonders auf der oberen Oder.

Minister P»dd« und andere RegierungSvrrtreter sagten Berücksichtigung zu.

Nm 8'/> Uhr vertagte sich daS HauS.

Montag 1 Uai: Jaterpellato« der National- liberalen brtr. Erlaß deS Bischofs Ro t um i» Trier g-gen die bort'fe paritätische höhere Mädchenschule.

Schluß 3'/, Uhr.

Literarisches.

prächtige neue Kom««ni»»-A*druki>r find soeben tm reltgiösen Runpvrrlag von Max Htrmer in Straubing erschienen, welche Firma seit Jahren aus diesem Erbiete Vorzügüch-s leistet und d-rnr P«. bltkationeu in alle» katholische« Ländern viilfach» An-

Erscheint täglich, ot. Ausnahme der Sonn- und Feier. tage.Vierleijahrl.

Zezugsprris ohne Bringerlohn und Bestellgeld m Fulda und aus­wärts l M 50 Pf.

genJtuet nacg uni» oornryme. xrsir un ihr nicht schon zu verstehen gegeben, daß eS doch endlich einmal a« der Zeit wäre; gegen den Bund der Landwirte und Die mit ihm verbündeten Konservativen energisch Front zu machen und ihnen zu zeigen, daß es auch ohne und gegen sie gehe. Heimlich hoffte man ohne Zweifel, derPräfi- drntenschub", den man schon im voraus ange­kündigt hatte, werde einen ausgesprochen politischen Charakter tragen. Wozu denn auch sorgst so große Verschiebungen in den höhere» Verwaltungs­stellen, wenn nicht, weil ein Systemwechsel beab- fichtigt war?

Nu« man dieBescherung" vor sich steht, muß man wehmütig bekennen: eS war wieder nichts. Die ganze Preffe ist einstimmig der Meinung, daß von einem Systemwechsel nichts zu entdecken ist, am wenigsten von einem System- Wechsel nach liberale« Wünschen. Nur an wenige unter den neuen Männern vermag Überhaupt die politische Erörterung anzuknüpfen. Die meisten find Leute, die einfach ihre Beamtenkarriere durch­gemacht, ohne politisch besonders hervorgetreten zu sein. Alle aber gelten als konservativ oder freikonfervativ. So weiß man nicht die Frage, warum den« der Personenwesel stattgefunden habe,

daran trage, worbe» feiet.

Die zweite natloxaUiberate Interpellation bett. Ausführung de« Dortmund-RheiukanalS (Smfchrrlinie) rief eine auSgiebige Ranalbebatte hernor. Natürlich kam der alte Gegensatz zwischen Weste» und Oste» zur

Herrisches Keich»

Berlin, 28. Februar 1903

+ Di- GesHSLL»I«-e le* IleiHsiKgs bildete heute den Geßenftand der Beratung deS TeniorenkonventS. Von verschiedenen Seiten wurde betont, daß der Schluß der Tagung vor Ostern sich nicht werde ermögliche» laffsn, ohne das Zustandekommen wichtiges Vorlagen zu fichsrn. Die Lage hat sich insofern geändert, als nunmehr im Reichstage dis Absicht oorwaltrt, das Phosphorgesetz und Die Kranken- kassennovelle endgiltiz in den Lisunzen zu er- ledigen. Außerdem ist es sogar zweifelhaft ge­worden, ob es Überhaupt möglich sein wird, den Star rechtzeitig fertig zu stellen. Der Senioren- konvent trug diesen Erwägungen Rechnung und erklärte fich damit einverstanden, die Tagung vor Ostern auszudehnen. Die Osterferien werden vom 28. März bis 21. April währen und bis dahin soll der Etat völlig darchberate» werden. Zwischen der zweiten und dritten Lesung kann dann vielleicht noch das Kinderschutzgesetz auf die Tagesordnung kommen.

X Die zur II ichskasse gelangte Ist ein- ! nähme, abzüglich Dee Ausfuhr-Vergütungen rc und der VerwaltuagS-Kosten beträgt "für dir Zett vom 1. April 1902 bis Ende Januar 1903 bei Den nachbezeichneten Einnahmen: ZSlle413,876.222 Jk. I ( 8044 Jk). Tabaksteuer 10 559,481 Jk | ( 90,075 Jfc), Zuckersteuer und Zuschlag 77,074,173 Jk ( 9 084,350 Jk), Salzsteuer 39 828 410 Jk. (+ 381,221 Jk). Maischbottich- I steuer 9064,787 Jk. (4- 987,417 Jk), Verbrauchs-

Aus dem Landtage»

'O MS8,»LS««r-»Haxr.

83. Sitzung vom 28. Februar, 11 Uhr.

Auf der Tagesordnung stehe» die J»terpella- tioue» der Konfervativm betr. Beseitigung der Not­stände in de» Stromgebieten, namentlich der untere» Oder, Epree, Havel und Elbe und zweite»« die Inter­pellation der Nationalliberalen betr. Aus­führung deS Dortmund RH«inka»alS (Emscherlinie).

Minister Mudd« erklärt, die StaatSregterung fei bereit, heute zu antworte».

Abg. ». Aoöeueck (kons.) begründet darauf die erste Interpellation in Kürze.

Minister Mudd« gab da« -Vorhandensein dieser Notstände zu und stellte Abhllfemittel für 1004 in

Weit?

Und jetzt wende ich mich an Dich, geliebte -ragend ... Es ist nicht Caere Aufgabe, fich zu Führern der Gesellschaft auszuwersen, ihr die Wege zu weisen, Die sie wandeln soll, denn Euch mangelt e« an Erfahrung und entsprechender not- wendiger Vorbereitung . . . Wer von Euch höhere Fähigkeiten aus der Hand Gotte« erhalten hat, wende sie an, aber nicht zu egoistischen Z Decken, sondern vielmehr um den Ruhm seine« VolkiS noch »u vermehren und zu den Errungenschaften menschlicher Ziv lisation auch sein Scherflein beb »utraaen. Alle diejenigen, bereu Namen unter ihrem Volke glänzen, alle diejenigen, welche bie Grundlagen de« öffentlichen Lebens zu befestigen halfen, haben sich in schwerer Harker Arbeit empor, gelungen zur Reife im Dienste für, da» Wohl ihre« Volke« und d-r gesamten Menschheit.

Auch Du, mein Sohn, der Du im Kaufmanrs | stauds, oder im Handwerk, in der Landwirtschast oder in einem andern Arbeit«,Delge Temen Beruf gewählt hast, höre auf meine Stimme. Lasse Dich nicht betören von Versuchern, die den Um­sturz jeder Autorität predigen und D.ch al» Werk, z-ug ihrer frevelhaften Lehren benutzen wollen. Bemühe Dich vielmehr i* Deinem Berufe durch aewiffrnhafle Arbeit und ehrenhafte» Leben zu ver- vollkommnen, auf daß selbst alle Feinde von einem jeden von Euch sagen müssen: Da« ist ein ehr­licher Kaufmann, der niemals schlechte Waren ver- absolgt, der seine Abnehmer freundlich bedient, - das ist ein ehrenhafter Handwerker, der sein Hanv- werk gut versteht, dar ist ein tüchtiger Land- wirt, ein nüchterner Arbeiter, auf den man sich verlassen kann.

Wenn die Jugend, welchem Stande oder Berufe sie auch angehört, solche gute Eigenschaften aufzuweisen bat, so wird sie dann sowohl der Gesellschaft Ehre machen, zu der ste gehört, als auch sich selbst dar Glück schmieden und dem öffentlichen Wohle am besten dienen."

Bemmen Ers-ft u»d gläubige Andacht. Die LuS- drunz ist bei dem eine» wie bet dem andere» vo» höchster technischer Vollendung. Der Preis, der bet jedem der zwei Bilder 25 Pfennig beträgt, ist erstaunlich niedrig.

USVMZschtKK»

Dergroße Schweiger" in Marmor. Donners­tag, 26. Februar, traf auf dem Anhalter Bahnhof die fertig auspunktierte Molike-Tiatue für Berlin ein. Die Lieferung dieses Blockes stellte eine merkwürdige Leistung dar. Die Figuren in der Siegesallee (italienischer Marmor) durchschnittlich 250 Cmtr. doch, 100 Emir, breit und 100 Cmtr. stark, sind bisher wohl die größten, die Berlin aus Marmor besitzt, gegen die Moltke Figur erscheinen sie klein. Diese ist 550 Emir, hoch, 200 Emir, breit und 220 Cmtr. stark, übertrifft an Größe also alle Marmorstandbilder, die Berlin besitzt ur.b in den nächsten Jahren zur Aufstellung bringt. DerMoÜkeBlcck" wog nach dem B-echen 1710 Zentner und wußte aus dem Marmorbruch in Laas (Tyrcl), der 2250 Meter über dem Meere liegt, durch enge Schluchten'und über steile Abhänge herunter gebracht werden. Wer die steilen Abhänge der Tyroler Hochalpen kennt, weiß, welche ungeheure Sch vierig- teiien bet Abtransport so großer Lasten verursacht. Nur um den Block vom Bruch zu Tal zu schaffen, gebrauchte eine größere Anzahl Arbeiter 23 Tage. Unten angelangt wurde der stein in dem Bildhauer» atelier in Leas auspmcktiert und dann zur Reise nach Berlin fertig gemacht. Bor der Verladung in den Eisenbahnwagen mußte die Figur noch einen Landweg von 40 Kilometer zurücklegen und wiederum nicht un­bedeutende Geländeichwier -keilen überwinden. Um die Last in Meran über eine Brücke zu schaffen, wurde diese erst verstärkt. Der Block kam auf ein Schlitten- geflell und totrbe an Flaschenzügen über d e Brücke gezogen, um weder Menschen und Tiere in Gefahr zu brirgen. 26 Pferde waren alsdann notwendig, um die Last von der Brücke bis zum Bahnhof in Meran zu schaffen Die Einwohner von Meran kamen an den Weg heran, um das interessante Schauspiel zu sehen, das fich nun hier in Berlin wiederholt. Nur Wien und Stuttgart haben noch größere Denkmäler auS Marmor Stuttgart erhielt einen Block, der 550 Cmtr. hoch, 400 Cmtr. breit und 250 Cmtr. stark war und der Rauminhalt mancher Portier-Wohnung gleichkommt.

Htz,e verstand ste das? In eisern Kirchhof zu Middledurp, «eraiotit, steht cht Srabmal, da» eine Frau ihrem verstorbeae» Semahl errichten ließ und auf wel­chem folgende Inschrift zu lese« ist:Ruhr in Frieden I - biS wir einander wieder treffen."

erkrnnnng gefunden habe,. DaS eine der beide» neue» Andenken stellt da» heil. Abendmahl dar, in de» vier Ecke» Osterlamm und Pelikan, Abrahams und Melchi- fedkchz Opfrr, daS Easze v»n einer pächttg gezeichnete» Randleiste eingefaßt. Dar zweite Blatt zeigt uns de» göttliche» Heiuuid bei feine» Jünger» in EmauS, gle ch> falls van alttestameitliche» Borbilder» und va» reicher Ornamentrk umgebe». Es ist schwer zu sagen, welchem ter beide» Andenken des Larzug gebührt, beide find von entzückender Schönheit und Anmut und vo» hoher

PetitionS-Kommisfio».

Es folgt die Beratung deS P o stet atS.

Staatssekretär Araskste führt auS, eS seien oOOO neue Beamten- und Unterbeamteustellen eingestellt, baruntir allerdings nur 2000 neue Ssfistentenstelle», statt 8 00, wie er dies ursprünglich gewollt habe. Die Zahl der Hilfsarbeiter betrage jetzt 8000, davon aber nur 1400 wirklich dauernde Hilfsarbeiter. Wenn darüber Ä: werde, daß der HilsSbeamte der auf Kündigung 1 sei, nicht sicher sei ober vielmehr fich nicht sicher fühle, so könne er versichern: der HilsSbeamte, der sich gut führe, brauche keine Kündigung zu fürchte«. Weiter, als bis zur Anstellung vo» 2000 neuen Assistenten, habe die Verwaltung nicht gehe» könne». Nicht aus Laune, sondern eS sei das eine bittere Notwendigkeit.

Abg. Ana (Ztr) äußert zunächst einige Wünsche materielle» J-haltS: Herabsetzung der Gebühren für die lettres box-s, Verlängerung oes TelephondiensteS abends dis 10 Uhr an verschiedene« Orte«, Wesfall der Packet-Vegleitadrcsfe», einheitliche Form der Kuverts zur Erleichterung der Abstempelung größere SoantagS ruhe der Postagenten uod aBgemtfftnere Festsetzung der WohnunaSseldzufchüfi* für die ReichSpostveamten.

Sbg8 Gickst ost (t is. Volkkp.) bittet den Staat?- | fitretir, nicht mit Reformen nachzulaffen.

Abg. Singer (E»d) bemängelte, daß bet Bergebutrs der fo,. gehobenen Unterbeamte«stellen vielfach nach Gunst statt nach Verdienst und Leistung^» der Büsmten verfahren würde, beschwerte fich über die übermäßig ausgedehnte Arbeitszeit der Unterbeamtcn und warf der Postoerwaltung vor, daß fte sich bei Ueberwachunz der außerdienstliche» Tätigkeit' der Unterb-amten Urbrr- griffe habe xu Schulde» kommen laffr».

Staatssekretär Kraetke trat dieser Behauptung ÄÄÄ K.--,, ...

klärte Staatssekretär KruetKe ferner, es solle dafür gesorgt werden, daß in Berlin as Scüxtagex der Packet- eeilebr bi? 10 Uhr morgens beendet sei.

Abg. Ltirsch (Ztr.) sprach den Wunsch aus, daß in rein latholtschenSegknden derPostdienst au de» katholischen Füertagen ebenso geregelt werd?» möcht, wie an de» gesetz'ichen Feiertagen und gedachte schließlich »och mit aneile*H(»bea Worten der außerordentliche» Leistungen der Postbeamte» auf der Düsseldorfer Ausst-llung.

Nach weiterer Diskussion wird Titel Staatssekretär i DOII e»tjüdenb*r Echö-Heit und Anmut ui genehmigt und auf Antrag WüKer-Saga» die Asst- r^»stkerifch«r Wirkung, beide «ompostli stenten rc. Titel der Budgetkommissto» überwissen. frommen Ers-ft und gläubige Andacht.

Morgen 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß 7 Uhr.

Inserat» fpalt zeile oder deren Rauml5Pfg..Re- klamen die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Abgabe von Branntweirr undZuschlag93,296.134^ I ( 1,719,841 J6.), Brennsteuer 1,906,065 Jk. I ( 4 786,448 Jk}, Schaumweiustkuer einschließ­lich der Nachsteuer 2,658,163 J6. (+ 2,658,163 Jk\ Braustruer und UebergavgS - Abgabe von Bier 23.952,161 Jk. ( 1,714,073 Jk), Summa 672,215 596 Jk. ( 3,845,534 Jk}. Spielkarten- Stemprl 1,288,841 Jk. (+ 30,553 Jk)

+ Im Abgeordnetenhaus- wird an Montag bei der Verhandlung Über die natio- n al liberale Interpellation in derGri-r-» Schul ° Angelegerrheil namens des Zentrums zunächst Abg. Dr. Dittrich, sodann Abgeordn. Roe re« als Vertreter des Trierer Wahlkreises und an dritter Stelle Abg. Dr. Por sch (Zentr.) sprtchen.

+ Die kontradiktorischen Verhandlungen über dar A«-r«isch MefffSUsche KoHlensyndiKst. mit wrlchrm die Enquete über da« inländische Kartellwesm ihren Anfang nahm, wurden nach dem ,Reich«anz-iger' durch einen Bericht de« Referenten, RegierungrratS Dr. Voelcker, über die Organisation und die wirtschaftliche Bedeutung der Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat« eingr- leitet. Alsdann trat man in die Bssprechuug der Fragebogen« ei». Zu den einzeltien Nummer» de« "Fragebogens waren zahlreiche Uuterfragen gestellt, welch« zu einem sehr regen Meinungs­austausch führten. Die Fragen der Organisatio'! de« Koblensyndikat« sowie seine Preispolitik und der Einfluß auf die wirtschaftlichen Verhältniff« betj von ihm abhängigen Industrien, insbesondere die Wirkungen auf die Lage der Roheisen- und Walz- werkindustrie, der Maschinen , Kleineisen-, Zink und Bleiindustrie sowie der Kohlenhandel« boten zu eingehenden Erörterungen Anlaß. Von dem Vorstände des Syndikats wurden umfangreich« Tabellen sowie die verschiedenen Vertragsformulare und Verkaufsbedingungen zur Verfügung gestellt. Das stenographische Protokoll über die Verhand­lungen wird im .Retchsanzeiger" veröffentlicht werden.

+ Die amtliche Ausgabe der Aah»-»S-»icht- dev pr-stzifche« It-si-r«»«-- Hewrrve- «Sie rr«d Mergvetzörsse« für 1902 wird dem- nächst tm R. von Decker scheu Verlage in Berlin erscheinen. Umfang und Preis des Werkes stehen noch nicht genau fest. Gleichwohl empfiehlt es fich. schre.öt der .Reichsanzriger', den Bedarf schon jetzt, womöglich bis zam 1. April d. I., bei dem Buchhändler oder Verleger zu bestellen;

i bei einem Umfange drS Werkes von etwa 42 Druckbogen, der schwerlich überschritten werden wird, wäre der Ladenpreis für ein broschiertes Sx-wplar 5 Mk. 80 Pf., für ei« gebundenes 6 Mk. 50 Pf.

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AuS den diesjährigen Fastenhirten­briesen der deutschen Bischöse.

ii.

Der Hoch«. Herr Erzbischof Floriavi von Knes-n U-se« b.htndels in seinem die«lägtigen Fastenhirtenschreiben die Bedemung de« Papsttums im allaemrinrn, indem et zeigt, wie die kathol chr Kirche,^ durch das Papsttum die Mste geistliche Autorität, die stärkste Stütz: geworden ist für jene andere Autorität auf der Erde.

Hierzu veranlaßt den Herrn Erzbischof noch ein anderer Umstand, nämlich die allgemeine Klage Über die beständig fortschreitende Untergrabung jeder irdischen A'-itorttät tm häuslichen wie tm öffentlichen Leben.

. . . Viele Menschen halten leider fälschlich Eigenwille für Freiheit; wie früher fo auch jetzt wollen fie, trotz bitterer Erfahrungen, nicht den aöttlichen Willen anerkennen, der, wenn er auch bisweilen strafen muß, dennoch nicht aufhött, Gutes zu erweisen. Wir sehen, wie diese« Bestreben, jede irdische Autorität zu vernichtet, tmmet stärk» in der Geschichte der Menschheit hervortritt. Rach- dem man im sechzehnten Jahrhundert fich an der! kirchlichen Gewalt vergriffen hatte, erhob men sich bald auch gegen die weltliche Gewalt; heute scheint man in den anarchistischen Umtrieben und in den Anschlägeu auf da« L-bsn der Fürsten das Aeußerste wagen zu wollen. Vielleicht öffnet nun endlich die Welt die Augen und erkennt, wohin sie gelangt, wenn fie die Achtung vor der höchsten Autorität preisgibt."

Der Herr Erzbischof weist dann nach, wie als Heilmittel gegen diese Bestrebungen, gegen den Geist der Anarchie eine Institution betrachtet werden muß, in der die Anerkennung der höchsten, d. i. göttlichen Aaimitäi am kcäst-gfien zum Aus druck gelangt, nämlich die katholische Ktrche, denn diese erzieht den Menschen zur HeilighaltULg der Pflichten gegenüber der rechtmäßigen Obrig­keit tu allen Ständen und L.beuSverhältniffen.

Der zweite Teil d:S Hirtenbriesss erinnert an bie Notwendigkeit, aus der diesjährigen Papst- feier auch für uns einen geistigen Nutzen zu ziehen.In dieser Beziehung, das wollen wir un« nicht verhehlen, rnüffen wir unsumwandeln in der Erneuerung unseres Sinnes." .... Wer ohne Rücksicht auf sein greises Haupt unb ferne Stande«würde mit einer leichtfertigen Jugend schlüpfrigen Vergnügungen fich hingibt, in Aus- gelaffenheiten oder Trinkgelagen den Ton angibt, arbeitet der nicht an der Herabwürdigung der Autorität des Alters^ an der-Lockerung der Sitt-

V 'r,:'m.-<v .3Jan

IÄöa, Montag, dm 2. März 1903