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FuldaerMZeitmrg
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JK 49.
gtuTöa, Montag, Den 2. März 1903.
Werste 3. parjelle» tx Aulda. mit Zlnterhattungs-Neilage „ILustrirte Sonntags-Zeitung"
Druck »nd Verla, der Fuldaer Actiendruckerei xeterssaffe Nr. 2 (Harmonie).
30. Jahrgang.
,ba| dieser Grund Deines H:r,bleibens vor mir
So liegt die KönigSburg unS nahe?'
Nachdem die Artilleriekapelle die »Festouver. tüte" von Lrutner vorgetragen und der stadt» pfarrliche Kirchenchor eine Komposttion von Piel für gemischten Chor und Orchesterbegleitung gefangen halte, eröffnete der Borfitzende de« Fest, ausschuffes, Herr Robert Kircher die Festver. sammlung mit einer herzliche» Begrüßung der Erschienenen. In den fast zwei Jahrtausenden, die daS Christentum besteht, sei eS kaum einer Generation vergönnt gewesen, ein solche- Fest zu feiern, »0 der oberste Hirte der Kirche sein 60jährigeS Bischofs», fein bOjährigeS Kardinals» und fein 25jährige- Papstjubtläum feiert. Die Würde als Statthalter Christi auf Erden erhebe den Papst über alle Würdenträger dieser Welt, und in Hinficht auf diese Würde eröffne er die Versammlung zu Ehren dessen, der sich in Le» XIII. seine« Statthalter erwählt habe, mit dem Gruße: Gelobt sei JrsuS Christus l
Der Gesang»erein „Winftidia" trug darauf daS von Herrn Domdechanten H. F. Müller komponierte „Jubiläum-lied" vor. Alsdann hielt Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni die Fest» rede. Jubeltöne klinge« vo» Land zu Land — so führte Redner aus — Berg und Tal halle» wieder vom freudige« Klange der Glocken, die heute lieblicher erschallen als sonst, weil fie heute läuten zu einem Freudenfeste, so hoch und hehr, wie es daS Christentum bisher nur zweimal ge» schaut. I« der ganze« Reihe der Päpste haben nur der hl. Petrus und Pt«S IX. die 25. Wiederkehr deS Tage- erlebt, a« dem fie die Regierung der Kirche übernahmen. Die ganze Welt nimmt freudigen Anteil daran, die gesamte Christenheit sammelt sich t« diesen Tage» um den päpstliche» Stuhl. Auch u»S zieht eS zu ihm hin; keiner von u«S will zurückbleiben an einem so bedeu- tungSooüen Gedenktage. Unser Blick richtet fich dabei auf die großen und herrlich» Taten deS Mannes, der nun feit 25* Jahren die Tiara trügt, um uns daran z« erbau», zu erheben und zu begeistern. Redner gab sodann eine gedkänzte Darstellung des Lebenslaufe« des hl. Later« und zeigte, wie derselbe sich von Jugend an durch hervorragende Setstesgaben, unermüdlich« Tätigkeit und innige Frömmigkeit auszeichnete, wie er al« Siudmt, al« Priester, al« Statthalter und Diplomat, al« Bischof und Kardinal stet« allen ein leuchtende« Vorbild und Beispiel war. Nm 20. Februar 1878 wurde er dann al« Nachfolger Ptu»' IX. zum Papste gewählt und hat al« solcher durch echte, wahre Wissenschaftlichkeit, klare« Urteil, zielbewußt«« Handeln, zuvor komm»de Liebenswürdigkeit und reine, heiligmäßig« Frömmigkeit fich die Verehrung und Bewunderung der ganzen Welt er. worben. Eine alte Weissagung bezeichnet ihn al« „lauen de coelo“ Licht vom Himmel; kürzer und treffender könne man den Charakter Leo« XIII. nicht bezeichnen. Redner wie« nach, wie Leo XIII. fich al« ein wahre« „Licht vom Himmel" erwiesen habe für die Wissenschaft, insbesondere sür die Philosophie und für die Geschicht«»iffenschast, al« ei» „Licht vom Himmel" für die christlichen , Völker, die er durch seine begeisternden Worte zu I treuem Festhalte» an den christlichen Wahrheiten 11 aneiferte, al« „Licht vom Himmel" für die 1 betdntsch» Völker durch die eifrige Förderung de« 1 Aisflon«»esrn«, al« „Licht vom Himmel" für die 1
„ES bediugt immer drei Tagereisen bi- daht». Ich eile allemal dorthin, wenn der Fürst für längere Zeit au-zieht, um einer einsamen Verzweifelnden ein geringer Trost zu sein. Auch jetzt reife ich, sobald der Fürst erscheint. — Ich liebe fie, die stille Dulderin, mit der ganze» Kraft meines Herz»S."
„Rein Trost lindert ihren Kummer," fuhr Jfeugard traurig fort, „1 königSburg zurückkehre, dann bi» ich selber krank vor Seelenleid."
„Deiner Ansicht «ach also ha«delst Da ge- wiffenloS, wm« Du mei« Falkenier bleibst."
„Jawohl! Ich betrüge mein Gewiffe»."
. . . ..Beruhigt Esch, ich pflege sonst damit nur wenn ich vo« der meinem Gewiffe» zu axtWorten."
Htt Lind oaf der Söchsblltg.
Originaler,ählmr« au« der «eschichte der ehemaligen Jülicher Lande van «leca Ruth.
2t ------ (Nachdruck verboten.)
„Eine vergebene Bitte, mei« Freund!" lächelte ft«. „Der Erbfeind schwang einst diese Waffe über m'ineS Vaters Haupt, da hieb er jenem t» wohlzezieltem Streiche die Hand ab. Schau hinüber, j»eS Gemälde verfi»»bildlicht dr» Bor- gang. Ich betrachte eS nie ohne Grau»." Ein erstaunter Ausruf deS Jüngling- lenkte ihre Aufmerksamkeit auf ei» Sch Wertstück, da- verein- zelt von de» übrige» Waffe» a» der Wand hing, ES stand darauf „Auf Lebenszeit." Jsmgard »ar ernst und traurig. „Sine Verpflichtung, die für diese- Lebe» bindet," versetzte sie mit trauererfülltem Blick auf da- seltsame Stück, „eine schmerzensreiche Geschichte knüpft fich daran. Du kennst d» Ritterbrauch in unseren Laude». W»n einem Fr»nde Unrecht geschehe», dann zerbncht er racheschwörend sein Schwert und reicht die eine Hälfte dem treue» Waffenbruder. Wit der «»»ahme desselbe« teilt jener den Rache- sch»« und verpflichtet fich zu tätiger Hllfe. Da« M ber sogenanvte Schwertbruch, und f» large der Schuldige seiner Bestrafung nicht zugeführt ist, darf fich da« Schwertstück nimmermehr zum Grnzen fügen." *
„So scheint die Schuld noch immer nicht ffl$ni?"
„Noch hit Ah der Frevler immer der rächest- den Hand zu entziehe» gewußt. Vergeben« zog
-1 arbeitenden Klasse» durch seine außerord»tliche 1 Tätigkeit zur Lösung der sozialen Frage. In der
Tat ein „Licht vom Himmel" für Welt und Kirch«! Viele Erfolg« hat er erzielt, viele Ehren find ihm zuteil geworden; aber auch von Schmerze» ist er nicht verschont gebvebe». Heute aber muß der Schmerz zurückstehen vor der Freude; die Freude gilt dem Jubelkreise, welcher von seiner I hohen Warte an« seine Stimme erhebt und die Völker de« Erdkreise« um fich schaart. Aber wir gehen nicht auf in dem äußere» Jubel, wir folgen willig den Ermahnungen und Lehr», die der hl. Vater unr gibt. Während unsere Gebete zu Gott dem Herrn emporsteigen, legen wir zugleich da« Gelöbnis ab, stet« treue Kinder der römisch- katholischen Kirche zu bleibe», damit sich auch hier da« Wort erfüllt: Christas vincit, Christas regnat, Christas imperet! (Lebhafter, langanhaltender Beifall)
Die Alumne« de- Priesterseminars sangen daraus die Ualienische Papsthymne im Original« t»xt. Alsdann hiett der Hochwürdigste Herr BtschofAdalbertuseine begeisterte Ansprache a« die Versammlung. Dem Wunsche deS Fest- komsteeS, er möge in dieser Festversammlung ein Hoch auf den hl. Vater auSbringen, komme er um so lieber nach, als es ihm zu großer Freude gereiche, teilnehrne« zu könne« a« dieser Feier, die so recht eine Veranstaltung fei, wie sie der alte« treukatholtfchen Stadt Fulda gezieme. Um die Begeisterung zu »»ecke», brauche er nichts mehr zu sagen, nachdem der Herr Oberbürgermeister ein so herrliche- Bild »0» der Person und der Wirksamkett Leos XIII. entworfen habe, dem heute der ganz« Erdkreis mit beispiellosem Jabel mtgegeniauchze. Kurz vor dem Tode des Papste- PiuS IX. habe der italt»ische Kultusminister in seinem Buche „PiuS IX. und der zukünftige Papst" erklärt: „Bon dem Kardinal Pecci kann man sag», daß er da- Ideal deS KardtnalatS realtfiert habe". Ebenso dürften wir heute sagen: Leo XIII. hat das Ideal des Papsttums realistert und zwar i« glänzendster Weise. Wie er das getan, wie er nicht bloß seine- Amte- als Hort und Hüter der Wahrheit gewaltet, sondern auch t» der Arbeit deS Frieden- fich betätigt habe, da- sei von dem Herrn Oberbürgermeister dargelegt w»rb» und auch in dem gemeinsame« Schreiben der deutsch» Bischöfe, welche- im Oktober v. I. in alle» Kirchen verlese» wurde, eingehend erörtert. Die ganz« Welt bewundere de» Scharsblick seine- Geistes und di« Tiefe seiner Frörnrnig. kett, die Nachwelt «erde ih« zu de» verehrung-würdigste« Träge» der Tiara und sein Pontifikat al- eines der bedeutung-vollst» der ganzen Kirchengeschichte bezeichne«. Seine Rundschreibe« würde» sortleben bi- an- Ende der Sette». Briondere Beherzigung verdiene die Frage, wa- Leo XIII. für unS alle im Lichte de» Glauben- ist. Christus, der Sohn d«S lebendigen Gotte-, i habe zu Petrn« di« Worte gesprochen: „Du bist i Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine ' Kirche baue«, und die Pforte« der Hölle sollen 1 fie nicht überwältige». Und vir will ich die ' Schlüffe! des Himmelreich- gebe»; wa» Du auf 1 Erde« bind» wirst, soll auch im Himmel gebunbe« i fein, und wa- Du auf Erd» lös» wirst, soll I auch im Himmel gelöst fein". So lange diese 1
Fest-Feier
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Kr. HeUigkrtt Kes'» XIII.
& Fulda, 2. März 1903.
Veit langer Zeit dürfte unsere alte Bischofs- ftabt Fulda wohl Lin schömreS Fest i« ihren Mauer» gesehen haben wie geste», wo eS galt, das Jubelfest unsere- alloerehrte» oberste» Hirten, Sr. Heiligkeit deS Papstes Leo XIII., zu feie». Wenn die Stadt Fulda mit berechtigtem Stolze darauf Hinweisen kann, daß fie seit den Tagen deS hl. Bonifatius, also von ihrer Gründung an, stet- fest und treu zu Rom, zum hl. Stuhle gehalten hat, so durste Fulda auch diesmal, wo der ganze katholische Erdkreis das Jubiläum des hl. Vater- festlich begeht, nicht zurücksteh» — und fürwahr, bet gestrige Tag hat e- gezeigt, daß die katholische Bürgerschaft der Stadt Fulda auch heute noch mit i» der ersten Reihe steht, wenn eS gilt, ihre Anhänglichkeit an den römischen Stuhl und seinen Inhaber an de« Tag zu leg».
Feierliche- Geläute aller Glocke» kündigte am Vorabende und in srüh-r Morgenstunde den festlich» Tag an; reichet Flaggenschmuck gab allen Straßen bet Stadt ein feierliche- Gepräge, besonder- da- Bonifatin-denkmal und vor allem der Domplatz prangt» in herrlichem Schmuck. Da- Wetter, welches am SamStag Abend »och alle Feftvorberettung» zu Schänd» zu mach» droh e, hatte fich übet Nacht so gebeffert, baß man «S fich kaum schöner hätte wünsch» können.
Jestchotk» dienst.
Um Uhr fand im Dome eia feierliche- Pontifikalamt statt, bei welchem dem hoch«. Her» Bischof« di« Herr» Proseffor» Dr. Rich, ter u*b Dr. Schreiber affigierte«, wärrend Herr Domkapitular Dr. Ar «»hold al« Cere. moniar fungierte, Di« Feflpredigt hielt Herr Domkapitular Regens Dr. Schmitt; der herrliche Gesang der Alumnen und di« Musik der Artilleriekapelle gab» der Feier nach außen hin ei» hochfestltcheS Gepräge. Insbesondere machte der Vortrag de« Hallet'sche» „Ta es Petres“ mit Orchesterbeglettungeinen überwältigende« Eindruck, ebenso da- Te Deum, welche- vo« der große« Schaar ber Gläubig» gemeinschaftlich gesungen, die «eiten Hallen des herrlich» Gotte-Hause- mächtig durchbrauste.
Jestvetsammlmeg.
Nachmittag- S Uhr wurde im Stadtsaal« «ine Feflvetsammlung avgrhakt», die so stark besucht wat, daß der große Saal nebst dem an. schließend» raten Saal Überfüllt «ar. Der Saal «ar festlich geschmückt. Im Hintergründe der Bühne prangte auf hohem Piedestal die Büste deS hl. Vater-, umgeben von einem Lorbeerhain, bestrahlt von elektrischem Glühlicht; zur Sette der Bühne waten da- päpstliche und bischöfliche Wappen angebracht sowie die stattlichen Banner der zahlreichen Vereine aufg-pflanzt, die sich an dem Feste beteiligten.
ein wohlbewehrte« H:er aus, sei«« Fährt« zu er gründe», aber et scheint mit bösen Mächte« im Bund« zu stehe». Er taucht auf an allen Enden und verschwindet wieder spurlo«. In wenig Zeit lüstet man fich wieder zum Fehdezug, man scheint bestimmtere Nachrichten über den Aufenthalt de« »indesläuber« zu Habs». Mein Vater ist indessen hierüber sehr verschwieg»; nur ko viel weiß ich, daß wir die Königsburger in der nächsten Zeit erwarten." Omar fuhr fich über Stirn und Ange».
„Ihr nanntet KönigSburg; fast glaube ich, schon einmal davon gehört zu hab», aber ei ist so traumhaft verschwommen, so ohne Form und Gestalt, daß e- wett in meiner Erinnerung zurücklieg» muß."
„DaS ist wohl möglich; d»u al- über jene- FllrstenhauS da- Schreckliche hereinbrach, magst Du wohl ein kleiner Knabe gewes» sein. Die Kunde davon drang weit in die Land- hinein und w«j auch wohl bi- zu Deinem Ohr ge- drnnge» sein. Seitdem ist der KöaigSburger I mit feiner Schar alle die Jahre hindurch auf >er Suche nach dem Räuber; aber leider zwingt j h» das Leid» feinet Gemahlin oft, wenn et ich seinem ß ele nahe meint, umzukehren. Sie wird sterben aus Sehnsucht »ach ihrem Kinde!"
„Furchtbare- Geschick einer Mutter!" sagte er tiefbewegt.
„Ich stelle mich immer auf den Eurige»!" Seine G.laffenheit ärgerte st«.
„Du liebst eS überhaupt, über d» Abstand, | „So wollet Ihr die Burg verlass» auf un-1 der Dich von der Herrin vo» Nideggbutg tr»»t, bestimmte, vielleicht auf lange Zeit?" hinwegzusehm," entgegnete fie stolz.
„Ich »erbe votaukfichtlich erst zum nächst» „Ganz recht; ich bin so vermess» und sehe Frühjahr wiebe^ebrex." durch die Augen der Herrin von Nidezge«
„Dann vergesset nicht» mir Lebewohl zu und mache ihr Wort zu dem meinigen. Ich tagen. Ihr «erbet mich bei Eurer Heimkehr bin sogar so blind, ihr zum Verderbe« zu folg», auf Nideggbutg nicht wieder finde«." Sie hob wen« fie mich flihr» wollte." Seine Stimme den seine» Kopf. bebte. Sie trat zurück.
Ist das wieder eine neue Grille? „Du scheinst ,,Jch verbiete Dir diese Sprache!"
Dir tu Absonderlichkeiten zu gefallen." „Ich lasse meinem Hetz» nicht gebiet»!"
„Ich habe mir al- das, waS ich bin, eie ge- „Mein Gott, wie kann ich mich vor ihm fallen," entgegnete er. schützen!" rief fie, die Hande auf die B»st
„Barum bliebst Du also?" erwiderte fie I pressend.
gereizt. „ES bedarf keine- Schutzes!" brach eS über-
Euretwegen!" Sie wandte sich ab, um den wälttgend auS ihm hervor. „Ich liebe Sucht
Falk»* vo» einer Ritterstatue, darauf er fich Ich bete Euch an! Such gehört mein Herz, meine gewagt, herabzuholen. Vielleicht galt es auch erste lautere Liebe — ber glühenden Röte, die fie zu verberge» strebte „Unglückseliger!" tief sie erschrocken zurück- „Ich erwarte," kehrte fie sich wieder zu ihm, fahrend, „waS wagest Dul"
„daß dieser Grund Deine- Hier bleiben- vor mit „Ich wage alles, wo «S meine Liebe gilt!" »um ersten und einzigsten Male ausgesprochen tief er feurig, „entlasset mich Eures Di»pes, bleibt." _ | weiset mich zur Burg hinaus! Ich me’.fj, ich
habe da- Recht verwirkt. Euch nahe zu fei», aber besser in Schmerz geendet, al- i« Hang» und Bange» ein elende- Dasein zu fristen."
„Dis hättest Du «her bedenken sollen," rtrnte fie, „ober wenigstens Deiner kühnen Voran--
! I Wort« in der hl. Schrift stehen, so lange müßte» J wir in inniger Verbindung zum hl. Petrn- steh», 1 wen» wir in der Kirche Christi »nS befind» 1 wollen. Der hl. Petrus lebe fort in feinen Nachfolge». Im Jahre 451 riefen die Väter des Konzil- zu Chalcedon: „Petrus hat durch Leo gesprochen!" So müßte» auch wir rufe»: „Petrus spricht durch Leo XIII. unb seine Nachfolger bis ans Ende der Zetten!" Los von Rom heiße nicht- anderes als LsS von der Kirche Christi. DaS Stab deS hl. Bonifatius im hiesig» Dome predige unS eindringlich die Anhänglichleit an Rom, denn dreimal fei der hl. Bonifotiu- nach Rom gepilgert zum Papste, in welchem er den Stellvertreter Christi und benMittelpuntt der Christenheit erblickte. Wir würde» daher nicht mehr Söhne des hl. Bonifatius fein, wenn wir nicht die innigste Liebe zum Felsen Petri im Herzen trüg». Heute Morgen habe ber Festptedizer am Schluffe feiner Predigt alle ermahnt, fest auf dem Fels» Petri zu verharren; er, der Bischof, dürfe in aller Nam» dem großen Apostel Deutschlands tnS Grab rufen: „Wir werben stet- treu bleiben, wir schwören zum Felsen Petri, zur hl. römisch- katholisch» Kirche im Leben und im Sterben." Wenn heute Abend die Straße« der Stadt im Lichterstrahl erglänzen, so werbe das als et« Ausdruck unseres Glauben- fei« an die Worte: Du bist PetruS, und auf diese» Felsen will ich meine Kirche bauen. Um aber auch jetzt schon d» Gefühl» de« Danke-, der Liebe und der unverbrüchlichen Treue zum hl. Stuhl Ausdruck zu geb», möge bet Ruf erschall»: Se. Heiligkeit bet Jubelbischof, Jubelkardinal und Jubä- papst Leo XIII. lebe hoch, hoch, hoch! (Vom Schloßgatten her unterstützte der Donner der Kanone« da- Hochrusen, welches den Saal durchbrauste.)
Nachdem das Hoch verklung», wurde der „Festchor" für gemischt» Chor mit BlaS« instrumentm-Begleitung von Mitterer durch de« stadtpfarrliche« Kirchenchor zum Vortrag gebracht. Darauf sagt« Herr Ktrcker dem Hoch«. Her» Bischof, dem Herr» Oberbürgermeister, dm Säuger« und der Must! herzliche« Dank und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Fest noch recht lange in der Erinnerung sortleben und dazu beitragen möge, die Begeisterung für den Jubelgreis auf Petri Stuhle zu förbern und ten Glauben an das ewige Rom zu stärken. I» diesem Sinne schließe er die Versammlung mit demselben christlichen Gruße, mit dem er sie eröffnet: Gelobt sei JesuS C-tistuS!
Die Artilleriekapelle spielte bann zum Schluß «och die Finale auS „Genoveva" von Schumann — und damit hatte di« überaus schöne Festoersammlung ihr Ende erreicht.
3« Iackelzng.
D r herrlichen Festversammlung reihte fich bei Beginn der Dunkelheit ein imposanter Fackelzug würdig an. Wohl niemals dürfte dte Stadt Fulda, die doch schon so viele glanzvolle Feste erlebt hat, einen so großen und großartig» Fackelzug in ihren Staue» gesehen habe». In schier endlos» Reihe» zogen die Fackelträger von drei Musikkapellen begleitet durch die Straß» ber Stadt, wobei die städtische Feuerwehr für eine musterhafte Ordnung sorgte. Da- Boni-
„Du bist nicht höflich!"
„Aber aufrichtig; ich achte daS höher." „Man mutz fich eben auf Deinen Standpunkt stellen."