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mit Ilnlerhattungs -Message „IüuKrirte Sonntags-Zeitung"

JE 47. Jutöcr, Freitag, den 27. Februar 1903. 30. Jahrgang.

G Die Nationalliberalen habe» in Sachse» vor einiger Zeit stolz erklärt, bei den nächsten Wahle» würden sie selbst, ständig oorgehen; „los vom Bunde der Land, wirte!" müsse die Parole sei». Und als da»» auswärtige Blätter doch vo» K a r t e l l o e r h a n d. lunze» der Nattonalliberalr» mit de» Konfer« vatioe», La«dbündlern und Antisemiten zu be­richten wußten, versicherte die sächsische national, liberale Parteikonferenz, a» ei» solches Kartell sei nicht zu denken--- wenn die anderen Parteien

nicht bessere Bedingungen stellen würden! Also von der stotzen grundsätzlichen Ablehnung waren die Nationalliberale» schon bis z»r bedingte» An. nähme gelangt. Man konnte damals unschwer vorhersehen, daß die Nationalliberalen, die fich nur noch ei» bischen zierten, um bet dem Han­delsgeschäft noch etwas mehr herauszuschlagen, schließlich mit einem Seufzer der Erleichterung dm alte» Kartellpakt wieder unterschreiben würden.

Und so ist eS gekommen. Jetzt berichtet die­selbe Parteikorrespondenz, daß der Bertragsent' wurf mit den rechtSst.henden Parteien vom na- tionalliberalen Landesausschuß mit alle« gegen eine Stimme angenommen worden ist. Zur Beruhigung minder vorurteilsfreier liberaler Ge­müter fügt dar nationalltberale Parteiorgan hinzu, daß die Abmachung nur für die Reichstags« wählen gelte» solle; bei den Landtagswahlen sei em Zusammengehen mit den Konservativen nicht möglich, weit diese nicht zu einer Reform des fächstschrn Wahlrechts bereit seien.

Da steht man, wohin die politische Grund- satzlostgkeit führt : bei den Reichst agswahlen gehen Nationalltberale und Konservattoe brüderlich zu­sammen, und bei den LandtagSwahle» werden sie fich auf Tod und Leben bekämpfen — falls fie fich nicht bis dahin auch noch vertragen. Welch' ehrliche Kampf genossenschaft wird daS bei den Reichstagswahlen geben, wenn jeder der BundrSbrüder schon »den Dolch im Gewände" bei fich führt, womit er demnächst den anderen Bruder m-ucheln will!

Die Sache wird «och drastischer, wenn man nachdem Grunde dieses zwiespältigen Verhaltens der sächfischen Nationalliberalen fragt. Bei den Reichstagswahlen fürchten fie die Sozial­demokraten und schließen daher mit den „reaktionäre»" Parteien ein Bündnis gegen diese, um ihre Mandate zu retten. Bei den Landtags- wählen dagegen möchte» fie von links her, womöglich gar vo» de» Sozialdemokraten, Unter- stützung habe», um eine» Landtag zu Wege zu bringe», der das vor einige» Jahren mit ihrer Hilfe eingeführte Dretklaffenwahlrecht wieder umstoßen oder doch so „reformieren" fall, daß auch Sozialdemokraten wiederinden Land- tag hineinkommen. Dort Bekämpfung der roten Umsturzmänner mit der Ordnungsparole, hier Unterstützung derselben! Ma» könnte dieS Ver­halten für unverständlich halten, wenn nicht der platte Opportunismus der Nationalliberale» all. bekannt wäre. Im Landtags haben nämlich jetzt die Konservativen die Majorität, u«d die National, liberalen haben infolgedessen „nix to feggen". Deshalb müssen auch Sozialdemokraten in den Landtag hinein, damit die Konservativen nicht mehr allein über die Mehrheit verfügen, sonder« die Nationalltberale» den Ausschlag gebe», daS Zünglein an der Wage bilde» werde».

DaS Beste daran ist nur, daß die National- liberalen durch die Verschlechterung des Wahl­rechts vor etliche» Jahren selbst dafür gesorgt habe«, daß die Konservative» die ganze Macht i» die Hand bekamen! So rächt fich jede Schuld auf E-den, und fie wird fiq noch weiter rächen, den» es ist gar nicht daran zu denke», daß die Nationalliberalen bei de» nächsten Landtag«wähle« hr Z el erreichen werden.

Der Getreide-Berkaus der Bauern wird im neuen Zollgesetze einmal durch die vor­gesehene« Erhöhungen der Zollsätze, dann aber tnsbesonvere durch jene Bestimmungen begünstigt, welche den Getreidehandel auf den Aufkauf in­ländische» Getreides hindrän gen.

Die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen be­günstigte» in hohem Maße den Aufkauf aus­ländische» Getreides und ermöglichten den Händlern, de» Preis bei inländischen unverhält­nismäßig niedrig zu halten. Wie der Vorsttzende der deutschen Landwirtschafts. RateS, Graf v.Schwerin-Löwitz, am 14 November 1902 im Reichstage aus führte, stellte fich daher in de» letzten Jahren der Preis für inländisches G-treide 5—12 pro 1000 kg niedriger als der für aus­

ländisches gleicher Qualität. Den Getreide-Groß­händler« find nämlich früher Lager (Privat-Tran fit- lager mit oder ohne amtlichen Mitverschluß) ge­stattet worden, auf welche fie riestge Massen aus- ländische» Getreides bringen kon«te», ohne daß fie den Zoll sofort zu entrichten oder auch nur zu verzinsen brauchte». Auch bet der direkte» Ei»fuhr ausländischen Getreides in de» fiele» Verkehr konnte der Zoll (unoerzivSlich) gestundet werde». So genossen die Setreidehändler unver­zinslichen Staatskredtt, der fich bei manchen Händ- lern über eine Million Mark hinaus belief; eS war infolgedessen auch weniger Betriebs-Kapital zur Einrichtung eines solchen GetreidegeschäsleS nötig, und der Handel mit ausländischem Getreide erforderte (weil ja der Zoll nicht sofort bezahlt zu werde» brauchte) weniger Kapital, als der mit inländischem, da hierbei im Preise wenigstens ein Teil, svenn nicht der ganze Zoll, mitentrichret, und zwar in der Regel bar mitenttichtet werde« muß. Alles daS war ein Anreiz zur Einfuhr überflüssige«, für die Ernährung deS deutschen Volkes entbehrlichen SetretdeS und drückte de« Preis ,ür inländisches Getreide erheblich herab, ohne daß jedoch bi«. Konsumenten Vorteile davon hatten.

BaS neue Zollgesetz bestimmt nun zur Ab­schaffung dieser Mißstandes, daß bei der direkten Einfuhr in de» freien Verkehr die Zölle für Gr. treibe, Hütsenfrüchte, RapS und Rübsen, sowie für die daraus hergestelllen Müllerei- und Mäl- zereierzeugntsse nicht mehr gestundet werde» dürfen. Werden aber diese Waren in ein Zolllager (öffent­liche Niederlage oder Privatlager mit oder ohne amtliche» Mitoerschluß) eingeführt, so find bei der Ueberführung der Waren in de« freien Ver­kehr die zu entrichtende« Zollgefälle für die Dauer der Lagerung mit vier vom Hundert zu verzinsen. Die Großhändler verlieren also durch das neue Gesetz den früheren Vorteil der Zins, freiheit; das macht pro Jahr für einen Händler, der ein Ttanfitlager mit Zollkredit von 750,000 Mar! hat, bei einem Zoll von 8,50 Mk. 30 000 Mark auS, bei dem neuen Zoll zirka 50,000 Mk.

Ferner ficht die neue Zollgesetzgebung auch die Beschränkung solcher Tranfillager vor, in welchen Getreide gelagert werde» kann, daS so­wohl für die Ausfuhr, wie für die Einfuhr be­stimmt ist. Die völlige Aufhebung dieser ,ge« mischten" Transitlager, welche die Einfuhr frem­den SetretdeS einigermaßen erleichtern, ist häufig von landwirtschaftlichen Kreisen gefordert worden. Wie Abg. Herold, selbst Landwirt, in der Reichstagsfitzung vom IS. Roo. 1902 zugab, find aber von de» verschiedensten Seiten gegen die unbedingte Aufhebung der Tranfitlager schwerwiegende Bedenke» geltend gemacht worden. Durch die genannten ZollziuLbestimmunge» seien aber die Nachteile dieser Lager für die Landwirt- schäft tatsächlich zum größten Teile beseitigt. Abg. Herold konnte zugleich auf das Bestreben der Re­gierung Hinweisen, daS die gemischten Transit- lager aus verhältnismäßig wenige Orte beschrän­ken will. Und hatte die Regierung bisher nur daS Recht, solche Lager vcm Bedürfnis abhängig zu machen, so hat dieselbe nach dem neuen Zoll- zesetz oie Pflicht, nur dort die Lager zu gestatten, vo ein dringendes Bedürfnis dafür anzuerkenne» st (z. B. wegen deS Exports inländischen Se- reideS nach dem Ausland, wie er von de» Lagern « Mannheim und in den Ostseestädten betriebe» wird, weshalb denn auch ein Antrag des Bundes rer Landwirte die Privattranfitlager für die Ost- eestädte ausdrücklich, wen» auch in anderer Form, ausrecht erhalten wissen wollte.)

Der Landwirtschaft kommt ferner die neue Bestimmung zu gute, »ach welcher die Einfuhr, chetne, die bei der Ausfuhr von mindestens 5 Doppelzentnern Roggen, Weizen, Spelz, Gerste, Hafer, Buchweizen, Hülsensrüchten, RapS und Rübsen gewährt werden, sofort zur Begleichung aller (auch kreditierter) Zollgefälle gütig find.

Alle diese Maßnahmen erleichtern die AuS- uhr, erschweren die Einfuhr und verbessern da- »urch de» inländischen Preis um jenen Betrag, um welchen er bisher unter dem Preis für die zleiche ausländische Qualität stand, worauf auch rer deutsche LandwirtschaftSrat in einem Rund- chreiben aufmerksam gemacht hat.

Es liegt nun an de» kleinen und mittlere» Bauer», fich diese Marktoerschiebung zu nutze zu machen. Das kann nur geschehe« durch ge­nossenschaftlichen Zusammenschluß zum Zwecke deS GerreideverkausS, wie er fich in Bayern so erfreulich entwickelt. Wir richten da- »er gerade an die kleine und mittlere Bauern- chaft, zumal in gebirgigen Gegenden, in denen vor allem der um 78 Prozent (von 2,80 auf 5 Mk ) im Mindestsätze erhöhte Hafer (auch Serste, RapS, bei denen ebenfalls erhebliche Er- Mutigen eingetreten find) angebaut wird, die Mahnung, noch im laufenden Winter mit rer Bildung kleiner SetreidevrrkaufSgenoffen- chaften zu beginnen und fich deswegen an die in ihrer Gegend verbreiteten Bauernvereine »der

Genoffenschaftsoerbände zu wende». Nur auf genossenschaftlichem Wege könne» die Bewirt­schafter kleinerer Betriebe dahin kommen, daß fie eine einheitliche, gleichmäßig behandelte Ware auf den Markt bringen und fich alle die Vorteile sichern, welche die neue Zollgesetzgebung gerade dem Bauernstände in de» gebirgige» Gegenden Deutschlands gebracht hat.

Aus den diesjährigen Fastenhirten­briesen der deutschen Bischöse.

i.

Der Hoch». Herr Bischof DominikuS Willi vo» weist in seinem Fasten­

hirtenbriefe zunächst auf das Jubiläum deS hl. Vaters hin und behandelt die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. DaS Hirtenschreiben schließt mit den Worten:

Und nun, geliebte Diözesanen, habe» wir nicht alle Ursache, unS zu freuen, daß wir dieser Kirche anzugehören daS Glück haben, und habe« wir nicht ebenso alle Ursache, uns zu freue», daß in diese» Tagen des SturmeS gegen die Kirche und namentlich gegen deren Oberhaupt Gott uni ein tröstliches Jubelfest erleben läßt, daS de« Primat deS hl. Stuhles in ungeschwächter Kraft zeigt? Ja, freue« wir u»S, aber noch vielmehr, danken wird Gott auS ganzem Herzen, daß er feine Kirche bisher fo wunderbar beschützt und ausgebreitet hat. Wir müssen Sott danke» für die große Gnade deS Glauben«, durch dis wir aller anderen unermeßlichen Gnadenkchätze der Kirche teilhaftig geworden find, eine Gnade, die uns Gott ebenso hätte vorenthalten könne«, wie so vielen Millionen unserer Mitmenschen auf Erden. Aber auch bitte» müssen wir, daß dieser Glaube unS nicht genommen werde; denn wie jede andere Gnade, so kann auch diese Gnade uns wieder entzogen werden und zwar zu un­serem ewigen Verderben, da wir in diesem Falle nicht schuldlos, sondern belehrt und bewußt uns vom Leibe Christi trennen würden. Wie sehr müssen besonders Eltern beten, daß ihre Kinder nicht durch irgend eine Leidenschaft verblendet oder durch AuSstcht auf zeitlichen Gewinn, durch Gleichgiltigkeit in geistlichen Dingen oder durch Verführung fich oder ihre Nachkommenschaft von der hl. Kirche, in der fie geboten find, jemals trennen, damit auch fie, die Elter«, der Worte de« Heilandes fich bedienend, am Ende ihres Lebens mit Trost sprechen können: „Die du mir gegeben hast, habe ich bewahret, und keiner von ihnen ist verloren" (Joh. 17, 11).

Geliebte Diözesanen l Beten wir aber auch für unsere hl. Kirche und besonders für den, der in diesen Tagen die Herze» und Gedanken aller Katholiken des ErdkreiseS in ganz besonderer Weise beschäftigt und der so oft und so ein- dringlich um daS Almosen deS Gebetes fleht, unseren hl. Vater Leo XIII. Beten wir für den greisen obersten Hirten der Kirche mit dem könig­lichen Propheten: „Der Herr behüte ihn und er­halte ihn am Leben und mache ihn selig auf Erden und übergebe ihn nicht in den Willen seiner Feinde" (Ps. 40, 3). Amen.

Der Fastenhirtenbrief des Bischofs Dr. Heinrich Brück von Mainz handelt von den Mitteln, durch welche daS religiöse Leben der Familie erhalten und gefördert werde« kann. Es ist die religiöse Unterweisung, deren Pflicht ds« Elter« gegenüber ihren Kindern ob­liegt, besonders wenn diese «och die Schule be­suche«. Es ist die Fernhaltung schlechter Bücher und Druckschriften und die gründliche Kenntnis )et Wahrheiten deS Glaubens vermittelst der Anhörung deS Wortes GotteS und guter Lektüre. Endlich ist ein wirksames Mittel, die Religio« in den Familien zu erhalten, die würdige Feier deS Sonntags. Ein hohes Lob singt der Oder­hirte dem stktechiSmus, diesem herrlichen Buche, „daS auS dem tiefe«, wunderbaren Inhalt deS Glaubens i« der einfachsten,' der Fassungskraft aller, auch der schlichtesten Mensche», entsprechenden Weise darbietet". DaS Hirtenschreiben warnt sodann mit apostolischem Freimut vor dem im letzten Iahte massenhaft in katholischen Ge­meinden verbreiteten sozialdemokratischen Kalender „Hessischer Landbote", der in wahrhaft em­pörender Weise die katholische Kirch« und den Prtesterstand angreife. Zrm Schlüsse empfiehlt )er Bischof gemäß dem Wunsche deS hl. VaterS sen Beikitt zum Verein der heil. Familie von Nazareth.

Der Hirtenbrief deS Erzbischofs Thomas Nörber von Areiöarg i. M. handelt von den „schlechten Büchern, Schriften und Tagesblättern, von welchen unsere Welt ge. radezu überflutet ist" und wendet fich am Schluffe eindringltch an die Eltern: „Ihr seid die Wächter euerer Familie», ihr seid verantwortlich vor Sott auch für daS, waS in eure« Häusern gelesen wirb. Täuschet euch nicht; ein einziges gottloser oder fittenloseS Buch kann alles zerstören, waS

ihr an Liebe, an Arbeit, an Geld und Sorge in der Erziehung euerer Kinder geopfert habt. And viele Elter», deren Haare in Kummer Über ihre Kinder erbleiche», trage» nur die Folge der un­heilvollen Sorglosigkeit, mit der fie daS gedruckte Sist in ihrem Haufe und in den Händen ihrer Kinder geduldet haben. Nicht warm genug kann ich an dieser Stelle den katholischen VolkSverei» und seine Schriften, die katholischen Volts- bibliotheken, die Vereine zur Verbreitung guter Bücher empfehlen. In jeder HauS gehört ein gutes Buch, tn jedes HauS ein gutes Blatt. Ich verwahre mich zum voraus gegen jene bekannte» pharisäische» Verdächtigungen, als stehe die Kirche einet wahren Bildung entgegen. ES ist ein Un­dank unserer Zeit, daß fie die Kirche alS bildungS feindlich schmäht, obgleich gerade fie die Fundamente gelegt hat, auf denen bet stolze Bau unserer Geistesbildung fich erhebt. Nicht die Vermehrung de« Wissens will die Kirche hindern, sondern die Vergiftung, den Mißbrauch desselben."

Der Hochwürdigste Bischof Dr. Paul Wil­helm vo» Keppler von tritt

im diesjährigen Fastenhirtenbrief der Löse und Phrase entgegen, daß katholisches Glauben and Leben mit Bildung nicht vereinbart sei. Wir hebe« wenige bemerkenswerte Sätze auS dem Htttenschreiben hervor. Bildung gilt alles in der Welt. DaS Streben nach Bildung ist teilweise in Bildungswahn und Bildungswut anSgeartet. Nun gibt der Seist bet Hülle die Losung aus: Bildung, Wissen und Wissenschaft find mit dem (Stauben nicht zu vertragen. So mancher Jüngling, Arbeiter und besonders die Schar der sogenannten Halbgebildeten, welche einen Ballast ungeordneter Vtelwifferei auflaben, die noch verderblicher ist alS völlige Unwissenheit, find das Opfer jeneS Schlagwortes. So kommt es, daß viele gar nicht mehr wissen, wo« der Glaube ist und was fie an ihm haben. Wissen steht ihnen über Glauben. Andere find vom Irrtum befallen, daß der Glaube nichts Wesent­liches und Notwendiges sondern daß Glauben im Belieben des Menschen stehe, daß eS ihm freistehe, den Glauben zu behalten oder ihn als etwas UeberflÜsfigeS und Beengendes wegzuwerfen. Gerade so eiusäl ig wäre eS, zu meinen, der Glaube fei wohl für das ungebildete Volk und die unmüdipen Äinbit da, der Gebildete brauche ihn nicht und könne ihn nicht brauchen. Viel eher aber darf man behaupte«: Je höher dieBildung, desto not­wendiger der Glaube, Höchste menschliche Bildung ohne Glauben ist etwas Unvollständiges, Un­genügendes, Unbefriedigendes. Notdürftige Bil­dung mit Glauben ist mehr wert, als höchste Bildung ohne Glaube«. Unglaube vergiftet alle Bildung und macht fie zum Fluch. Unglaube macht die Wissenschaft nicht frei, sondern knechtet und knebelt fie durch den Wahn, all ob kein Sott sei. Unglaube macht den Menschen nicht geistig frei, sondern macht ihn zum Sklave» deS Aberglaubens und Wah»glaube»S. Der Bischof mahnt, „festzufiehen im Glauben" (I Kor. 16, 13), SlaubenSspott nicht zu fürchten, fich betrach­tend in die hl. Geheimnisse, besonders im Rosen- kränz - Gebet, zu vertiefen. Leset gute christliche Bücher; schlechten Schriften und Zeitungen sei euer HauS für immer verriegelt. @me besondere Mahnung ergeht an die Höhergebildeten und an die studierende Jugend, täglich dos Kapital deS Wissens zu vermehren, dabei aber de» hl. Glau­ben wie i-en Augapfel zu hüten. Nichtglauben, Nichtzlaubenwollkn, Nlchtglaubenkönnen ist kein Beweis von Bildung, von GeisteSfiärke, es ist ei« Zeichen von Mißbildung, von Geistesschwäche, vo« abnormer Geistesverfassung. Nicht die Bil­dung (st dem Glauben feind, sondern der Bil­dungswahn, nicht daS Wissen, sondern der Wissens- stolz. Halbbildnng macht dummstolz und gtau« bensuufähig, wahre Bildung macht demütig und glaubenSwilltg. Gottesleugner« schenket nie Glau­ben. Denn «er nicht- glaubt, dem glaubet auch ihr nichts. Glaube ist Tugend und gedeiht nur auf dem Felde der Tugend. „Glaubet en daS Licht, fo lange ihr das Licht habet, damit ihr Kinder des Lichtes seid." (Joh. 12, 35.)

Literarisches.

strtk« Jkitf* im **u«9«rt. — MerRvkLtter »et GesmndHeitopff»,«. Unter diesem Dopp ltitel ist soebeu vorn Lharttas verbandet» BolkSbnch Über Gesund­heitspflege heraaSgegebe» worde», da» de»G minar« arzt Dr. med. Baur tu Schw..Gewü«d zom »erfasse, Hal. Da« Büchlein soll ein premptrr Aalgeber fein für die Zufälle de« Leden«, die »nvorhrrgesche» eiutretru und schnelle Hilfe erheiichen, benvrnoch der eilig gerufen« »rzt zur «teile sein kann; daun aber auch ei» gewisse,. Hafter Gesondhrttilrhrer, der über unser »erhalte* gegenüber de» Gotte«,eschen! eine» «r,»»de» «örperg ,»« belehrt, damtt wir in ihm ein taugliche« Bettie« der Seele un« erhalte», der aber zugleich un« führ, mache» will, rme geet^ete Hilfe be*en zu sei», dir dir« kostbare ®«t verloren haben und durch die ürztlich, Kunst e« wieder zu gewinne» Hesse». Wer da« gut au», gestattete Buch stch anschafft, wird sicher durch die leicht» faßliche Darstellung und die schirre» Illustrationen sehr befriedigt sei». Prei« de» Werke» 1.20 Mark. Zu beziehen durch ave Buchhandlungen.