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30. Jahrgang.

Iut'öa, Freitag, dm 27. Februar 1903.

JK47.

Irxl an» v-rlaz »er Fuldaer »cliendriukeret xeterszaffe llr. 2 lDarmsme).

mit Nnterhaktungs-Aeikage „Illustrirte Sonntags-Aeitung"

)-( Das Schreiben des Kaisers an den Admiral Hollmann

hat nicht etwa de« Streit über „Babel und Bibel" ein Ende gemacht, ssndern ihn von neuem anoefacht. Zuerst stritt man fich darüber, ob die „Orthodox«" oder die Liberalen «ehr Grund halten, stcy über das Schreiben zu freuen, und dabet ging eS dem Schreiben, wie der Bibel selbst: Jeder laS heran-, waS er gern darin finde» wollte. Ran hat Profefisr Harnack t» einem längeren Aufsatze der Preußlsche« Jahr­bücher Stellung gu dem Schreibe» genommen und damit flammt der Stteit erst recht hoch auf.

Selbstverständlich stellt fich Harnack in der Hauptsache auf di« Seite von Delitzsch. Während der Kaiser eS tadelte, daß dieser bei seine» Borträgen nicht genug Rückficht auf Olt und Publikum genommen und die „LiedllngSvor- stellungen" de- „Volkes" und der „Laien" nicht geschont habe, ist Harnack umgekehrt ungehalten darüber, daß Kirche und Schule im Bunde die Ergebnisse der asiyrologischen Wiffenschast dem Volke bisher vorenrhalte» habe». Das sei et» Verdienst der Delitzsch'schen Vorlesungen, daß jetzt vo» de» Dächer« gepredigt werde, waS bisher verhallende- Wort war, und eS fei dank­bar zu begrüße«, daß er eine richtige Anschau­ung über da- alte Testament i« weite Kreise getragen habe, wen« auch die Auffaffung zurück­gewiesen «erde» müsse, daß mit dem alten Testa­ment „nu» nichts mehr los sei".

Dann nimmt Harnack daS Bekenntnis der Kaisers vor. <58 braucht nicht erst gesagt zu werden, daß er die Anschauungen deS Kaiser- über die religiöse Offenbarung und die Sattheit Christi nicht teilt. Schließlich predigt er da- Christentum der „L ebe" und steht in seltene« Optimismus bereits die Zstt im Anzüge, „'n der fich die evangelischen Christen auf dem Bekennt- nisse zu Jesu- Christus als dem Herr» und i» dem Entschlüsse, seinem Worte zu folge», auf- richtig die Hand reiche» werden." Die katholi­schen Brüder würden dann folgen mässe». „Die List einer la»genSeschichte voll vo»Mißverständ­nisse», vo» Formeln, die wie Schwerter starren, D-Lne» und Blut lastet auf unS, aber auch ein heiliges Erbe ist unS t» ihr gegeben. Unentwirr­bar scheinen beide mit einander verbunden zu sei», aber allmählich scheiden fie fich doch, wen» auch daS letzte „Werde" über diesem ChaoS »och nicht gesprochen ist. Sradstn» uns Mut, Auf­richtigkeit gegen fich selbst, Freiheit und Liebe — daS find die Hebel, welche die Last heben werden. In den Dienst dieser hohe» Aufgabe hat fich auch daS kaiserliche Schreiben gestellt."

Der liberale» Presse gefallen HarnackS Aus­führungen ganz vorzüglich. Der „orthodoxe" MeichSbote' dagegen ergeht fich in einer lange» Polemik dagege». Für uns liegt kei» Anlaß vor, auf HarnackS Ausführungen oder die seiner Gegner »Sher einzugehev. Es führt doch zu

Skt M auf btt SSchsbnrg.

Originalerzählung auS der Beschichte der ehemaligen

Jülicher Lande von WIeca Ruth.

20 ------ (Nachdruck verboten.)

Den Falken auf der Hand, ihr R»ß am Ziigel führend, m(eb er sorgfältig jeden Hügel, jeben Stein und lenkte auf »eiche Moorptade und ebene Wege. Sie achtete nicht auf de« Pferde« Schritt. In fr-hlichear Geplauder mit den Edeldamen »er- kürzte sie fich den Weg, ohne den Falkenier an ihrer Seite eine« Worte« zu würdigen.

Die Jigbgffellschast war inzwischen mitten in« Unterholz eine« nahen Wilde» geraten. Hier zweigten fich di« Proviantträz.r mit ihren Körben und Traglettern ab, um im nahen Waldschlößchrn alle« zu einem Imbiß herzurichte«, «ährend die Jagdgesellschaft fich alsbald in Gruppen z-rstreut- und In laute« Eifer der Falkerjigd oblag. Laute Zurufe, Lachen und fröhliche« G plauder hallten im nahen »alddorn wieder, Stoffe wieherten, Falken stiegen auf a» alle» (Sahen, kreisten durch bie Lüfte, erfaßten im Fluge ihre Beute und senkten fich, sobald der Lockruf ertönte, wieder zu der Stelle ihre- Ausflug- zurück.

Omar hatte de» Eoeldamen die Falk-n her­zurichten und zeigte fich zu jeder Hilfeleistung gern befett. Diese- und sein Renommee al- der „schöne Falkenier" machte» dies« sonst sehr reservierte» Damen ihm gegenüber liebenswürdiger und mtt- tellsamer. Die Ritter, die fich um die Gunst der Edeldamen ausschließlich bemühte«, sähe» diesem Sebahrrn mtt nicht freundlichen Blicke» z», nm- somchr, alS deS Falkners Art sich zu geben durch-

»ichtS. AlS »»beteUiqte Zuschauer müsse» wir aber jetzt schon festfirllen: wenn der Kaiser mtt seinem Schreiben, wie eS doch »ach dessen Wort­laut der Fall «ar, deabfichttgte, die theologischen Streitigkeiten auS btt breiten Oeffrntlichkett zu verweise« u«b sie auf die Fachpresse und die Fachmänner zu beschränken, so hat er daS gerade Gegenteil erreicht. Jetzt ist erst recht die Auf- merksamkett auf diese Streitigkeiten gelenkt und daS allgemeine Interesse dafür erregt worden. I« der TageSpreffe und in Versammlungen wird daS Thema „Babel und Bibel" noch oft und vielfach erörtert werde». Und wen» der Kaiser, waS wir annehmen, beabstchtigt hatte, mit seinem Schreibe» dem positiven Christenglauben zu HUfe zu komme» und bei bedenkliche» Eindruck, den die Delitzsch',chen Vorträge sowie seiner Tellnahme daran in protestantischen VolkSkrelse» Hervorge­rufe« hatten, zu verwische», so hat er offenbar bas gerade Gegenteil erreicht. Die Harnack'sche Entgegnung wird j'tzt allüberall verbreitet und die liberale Preffe sorgt oafür, baß fie ihre Wirkung nicht verfehle. Ma» glaube boch nicht, baß ter .Reichsbote' mit seiner „Orthodoxie" ober bet Generalleutnant a. D. v. Hertzberg m.t seiner schneibigen Attacke gegen die Gotlostgkeit und daS Schwinde» der AutorUät dagegen auf­komme» kön»ten.

Der Kaiser hat den Nichttheologen Delitzsch au« d-m theologischen Gebiete verwiesen. Er ist aber selbst kein Theologe und ist doch mit einer theologischen Abhandlung in die Oeff-ntlichkeit ge­treten. Damit hat er aber den Theologen Harnack auf den Plan gerufen, dem er die Autoritär nicht abstreiten kann und dieser predigt ein ganz andere« Evangelium als er. Eigentlich hat der Kaiser selbst ihm Gehör verschafft; nut Theologen sollen mitteben. Die Autorität diese« Theologen wird ohne Zweifel mehr gelten al« die dc« Kaiser«, selbst wenn dieser al« aummua epia- eopuB dar Wort ergriffen hätte. Man hat un- ganz unnötiger Weise entgegengehalten, der Kaiser habe als aummua epiacopua keine Entscheidung in Glaubenssachen. Daß er gleichwohl den Glauben in der „evangelischen Landeskirche" ganz erheblich beeinfluffen kann, bestätigt uns heute die ,Nrt.- Zrg.'. Sie erhebt die Frage, ob die Handhabung de« Kirchenregiment« denn der freien Auffassung entspreche, die das Haupt der evanaeltschen Kirchenregierung durch Aneikennung der Meianng von der „Weiterbildung der Religion" bekundet habe. Eine neue Gelegenheit, die freie Auffaffung zu betätigen, werde fich in einigen Monaten au« Anlaß de« Zusammentritt« der Generalsyitobe bieten. Bei den Syaodalwahlen werde die Richtung, die für „Weiterbildung der Religion" einstehe, in die verschwindende Minderheit gedrängt. Dem Könige stehe aber die Ernennung von 30 Mit­gliedern zu. Die dir»«allgen Ernennungen würden Aufschluß darüber geben, welche tatsächliche Be­deutung für des Kirchenregiment der Kaiser seiner Kundgebung verleihen wolle. Die Grneralsynode hat auf das kirchliche und Glaubensleben der „evangelischen Landeskirche" unstreitig einen großen Einfluß. Wir erinnern nur an den Agendenstreit auf der l-tzte» Generalsyaode. Noch mehr Emflaß als ans die Zesammens.tzung der Sy rode kann der Kaiser auf die Besitzung der kirchlichen Aemter

ausüben. Welche Wirkung da« auf den Glauben weiter Kreise haben kann, braucht nicht nochural« gesagt zu werden.

Berlin, 26. Februar 1903.

X Als Nebeuktehnvorkage, die am Mitt­woch dem preußischen Abgeordnetenhause zage- gange» ist, fordert:

1. Zur Hrrfttllmlg von Sifenbabnen und zur Be- schaffanA »on Betriebsmittel» für dieselben 72,476,000

2. Die Reform zur Deckung der Mehrkosten für de» Bau einer schon früher bewilligten Eisenbahn 6,016,00« Mark. _

8. Zur weitere» Beteiligung an der Altdamm-Kol- berger Etseubahngesevschaft 116,630,40 Mark.

4. Zur Förderung be8 Baues von Kleinbahnen 5 Millionen Mark.

Unter den Neusorderungen befindet sich zu­nächst eine solche für die strategische Haupteisei­bahn von Saarbrücken nach BouS in Höhr von 13.877,000 Mark, dann Forderungen für 15 Nebenbahnen, von denen 12 auf den Osten fallen. Die 3 anderen Nebenbahnen find: von Winter- berg i. Wests, nach Frankenberg in Heffen-Raffau 4,800,000 Mk., von Ufingen nach Weilmünster 2 682,000 Mk., von (Simmern) Castellaun »ach Boppard 5,943.000 Mark. Die Deckung von Mehrkosten wird beantragt für fünf Eisenbahnen, die sämtlich dem Weste« bezw. Thüringen ange­hören. Der gesamte Bedarf der Vorlage im «e- trage von 53 6 Millionen Mark soll durch Aus­gabe von S.aatSschuldvetschteibungen gedeckt werden.

+ Nach dem neuesten Berichte der A» siebe- l««g» Aommisfion beträgt die Gesamtzahl der bi« Ende 1902 in P s-n unb Westpreußen an­gefiedelte Familien 6010; ihre Seelenzahl wird auf 40000 bis 42 000 geschätzt. Wir können auch j:tzt noch nicht fhben, daß diese Zahl gegen­über den Polen irgendwie in« Gewicht falle und da« AufiedlungsergebniS die Kosten lohne, zumal da unter den Ansiedlungen 1ls auf Deutsche fällt, die au« den Anstedlung«provinzen selbst stammen. Die Spekulation drängt fich immer mehr a« die Kommisfion heran, denn dar Angebot von Gütern nimmt zu. Da die Ankäufe au« polnischer Hand einen stet« kleiner werdenden Bruchteil bilden, glauben „national gesinnte" Den.sche um so fleißiger G.schäfte mit der Kommisfion machen zu können.

X Sester» ist hier in Berlin ein „K««b her Aa» fielete" gegründet worden. Ueber 170 kaufmännische Vereine und Verbände mit mehr al« 219000 Mitgliedern haben ihren Bei­tritt zu dem Bunde erklärt, dessen Gründung von dem „Verband Berliner Spezialgeschäfte" auSging. Darunter befinden fich nicht nur kauf­männische, sondern auch solche Vereine, die gleichmäßig kaufmännische und industrielle Interessen vertrete». Utter anderen gehören dem Bunde an eie großen Organ, s ttionen der HandelSangeflellten, der Bankbeamten, oer große

aus nicht seiner bescheidenen Stellung angemessen war. AlS daher der Edelfalke, anstatt den er­legten Vogel bei dem Edelfräulein von Nieggen niederzulegen, auf de» Falkenier zugeflogen kam, ritt bet Finkenburg heran und rief Omar barsch an:

„Der Falke apportiert falsch 1 Lehre ihn seine Beute an maßgebender Stelle »iedetzulegen!" Al« aber ber Jüngling bie befehlenden Worte alS nicht an srtne Person gerichtet betrachtete unb ruhig fich mit dem erlegten Vogel belud, dem Falken ivde„en bie Koppe über stülp le, warb ber Rittet rat vor Zorn und schrie:

„Hörst du nicht, Falkner? Der Falke tut unter deiner Pflege seine Schuldigkett nicht!"

„Darüber, dächt' ich, hätte daS Edelfräulein allein zu entscheiden." sagte Ornat endlich.

Da» brachte den Ritter vollends auf.

„Auf deS EdolfräuleinS Urteil fich zu berufe», daS steht dem K»echte nicht zu. Aber warte, mein Bürschchen, ich will dich morea lehren." Da sprengte daS Gdelftäulei» heran, stolz im Sattel aufgerichtet.

„Ritter Finkenburg, ich sehe die Angelegenheit alS erledigt a»l" tief sie zürnend und ritt an ihm vorbei. Die Edeldame« folgte» ihr, die Ritter fchloffen fich ihne» an. Finkenburg unter- drückte seinen Groll aber nur mit dem Entschlüsse, ihn an geeigneter Stelle au«töne» zu lassen. Der Blick, den er dabei nach der Richtung hinüber- sandte, wo der Burggraf mtt den älter« Rittern ber Falke» jagb oblag, ließ darüber weiter keine« Zweifel.

Am Wrldsaum stand eine G-nppe von R ttem, die aufmerksam eine« Falken Flug durch die Lüste

»erfolgte«. Da oben spielte sich wolkenhoch ein eigenart'gr« Schauspiel ab. Eine Anzahl Jagd- tiere ward von einer Faltenschar zusammengetrieben, und während jene krächzend und schreiend einher« fütterten, zogen die Falken immer engere Kreise nm fie, bi« fie zum heftigsten Kampfe aufeinander stießen. S« war bie« der Glanzpunkt ber Falken- jsgd, und immer mehr Zuschauer fanden fich ein, Die ihre Meinungen Über den AuSgang diese« Kampfe« in den Lüften avstanschten.

„Da fehlt Zer, noch!" tief Jsengard und winkte ihre» Falkenier herbei, „der wirb die Ent­scheidung herbeiführen." Die Haube ward ihm a genommm und unter allgemeinem Interesse hob er seine Flügel unb stieg in die Lüste auf. E« «ar, al« verdopple er die Schnelligkeit feine« Flvge«, um In die« lebhafte Treiben mit aller Kawpfgier fich einzumischen. In einiger Ent. sernung von der streitenden Vogelschat hielt er plötzlich an und ruhte ohne Flügelschlag ruhig beobachtend auf den Lüsten.

„Ec scheut zurück!" riefen alle, „der befiederte Äaufboib ist im Grunde genommen ein feiger Bursche!" — Bitten wir ab!" Noch war da« letzte Wort nichr au«gesp:ochen, al« er plötzlich wie ein Pleil dahin stob — mitten in die auf­kreischende Schar hinein. Wütend hackte ee »tt seinem Schnabel zu, ein Vog l kugelte betäubt durch die Lüste herab, ein anderer folgte ihm, ermannte sich aber in halber Höhe wieder und schoß kleischend wieder empor — da ereilte ihn fein Geschick, Zero spießte Ihn auf, überließ ihn aber großmütig einem anderen Falken, dem einzigen, der keine Bente im Schnabel trug, er selbst be­hielt für fich nur — den Schnabel voller au«'

Zemralverband deutscher Handlungsagenten, die zttka 14000 Mitglieder umfassende Zentral­vereinigung der kaufmännischen katholische« Ver­eine Deutschlands, der Vnband reisender Kauf­leute, Händlervereine einzelner Branchen, so der Verein deutscher Eisenhändler und andere. Auch seitens der große« Sereiniguege« der Bank- und Börsenwelt hat bie neue Vereinigung Förderung und UvterstÜtzung erfahren. Der „Bund ber Kaufleute" ist nach dem Statutenentwurf, welcher Annahme fand, »ach dem Muster des Buntes der Landwirte organisiert. Er soll sich terri­torial Über da- ganze Reichsgebiet verbreiten und «eben Landes- undProvinzialabtetlungen auch besondere Abteilungen für die einzelnen Wahlkreise zum Reichstag bilde«. Die Beiträge find niedrig bemessen. Der Mindest-Beitrag bettägt für be» selbständigen Kaufmann 5 Jh u«b für be» An«, gestellten 1 M. Die »Deutsche Tagksztg/ bezwet- feit, baß bie Kaufleute bei ter Verschiedenartig- kett ihrer Interessen so eng zusammengeschloffm werbe» kön»le» wie bie Landwirte. Jedenfalls werbe ber Bund der Kaufleute hindern müsse«, baß biejenige» großkapitalistische» Elemente ihm fern blieben, welche in ihrer Wttkiamkeit nichts anderes wollten unb bedeutete» als den Ruin teS mittleren, seßhaften und soliden Kaufmanns. Auch könne die Besürchtung nicht von ber Hanb ge­wiesen werden, daß der neue Bund durch gewisse Persönlichkeiten, die dem HanbelSvertragS-Derette nahe ständen und nahe stehen, in ei» Fahrwasser gelenkt werden können, daS große Gefahre» berge. Rur dann werde er fich gedeihlich entwickel», wenn er fich der große» Mittelstands-Bewegung an­schließe und, soweit daS nach Lage ter Dinge möglich ist, mtt dem Handwerk unb ter Laute wirtschaft Hand in Hand arbeite.

4- Wie Fachblätter ber Tuchbranche mitteile«, würben auf Veranlassung deS KrlezrministeriumS fortgesetzt Versuche mit felbgr«*r* G«ch«te« vorgenommen, welche für eine Neuuntsormierung bet Armee am geeignetsten find. ES bestehst dabei bie Absicht, nach Abschluß eingehenber Ver- jucke in der gesamte» Armee für den Fe Id Dienst­gebrauch einen grauen Wossenrock, welcher alle« berechtigten moderne» Ansorberunge» für bar Krieg hinsichtlich B»qiemlichkett und FeldiÜchtig- kett entspricht, sowie dem Auge des Gegner« da« Ziele» möglichst erschwert, einzuführen. Zn- nächst wird bie ostastatische BesatzuugSbtigabe mit den reue» praktischen Versuche» betraut werde», während in der Armee in erster Stale das in Potsdam garnis nietende Garbe. Jäger- Bataillon neue Tuchproben zum Trage« unb zur Prüfung bet Brauchbarkeit bet Stoffe erhalten soll. Die Verteilung ber Wassenröcke neuerer Art wird wahrscheinlich vor unb während teS ManöuerS auch bei anderen Truppenteilen er­folge».

* Ale ApolheüergehUfe« ««b Apotheke» Deutschland» haben an be« Kultusminister Dr. Sinkt eine Bittschrift nm Einführung einer Nachttaxe gerichtet. Sie wünschen hi die Arzneitexe folgende Bestimmungen hinzugefügt zu sehen: 1. Die Zeit von 10 Uhr Abends biS 7 Uht Morgens gilt als Nachtzeit. 2. Wird während der Nachtzeit d e Bereitung von Arznei verlangt, oder am Tage bestellte Arznei abgehott.

geraufter Federn! So flog er an der Spitze ter Falkenschar wieder herab, stolz wie e?n Sieger, der die Trophäen nicht vorzuweisen braucht, uw fein Verdienst zu bekunden. Laute» Brav» empfing die wohldressterie Schar. Nun stieg man vvu den P-erden, nm den kurzen Weg durch te« dichtbelaubten Wild zum JagdschPßchrn zurückzu- leger. Da« Horn rief die Jagdgesellschaft zu­sammen, die Dienet eilten mtt der Beute herbei und legten fie auf die Handkarren.

Des Edelfräulein war mit Hilfe be« Ritters von Falkenburg vom Pferde gestieeca unb warf bie Zügel ihrem Falkenier z«. Der führte t« abseits, um c», bi« seine Falken eivgefangen, an einen Bau« festzubinden, bemerkte aber nicht, daß Zero von seiner Schulter weghüpfte und seinen Standort auf dem küa. gebogenen Half« deS Pferde« wählte, da« Omar am Zügel führte. Da diese« die fich in seinem Fleische unb ter Mähne sestkcallende Last unbequem unb schmerz- haft fühlte, wars e« den Kopf wiehernd in bie Höhe un» sch«ttelie fich, daß Zero sich kaum noch zu halten wußte. Da« erboste ihn, wütend hackte er auf den Hal« be« Pferde« etn »ad hatte, ehe Ornat recht auf die« Treiben aufmerksam wutte, alsbald Hilfe von seiner Sippr, deren Kawpfgier noch nicht ganz venaucht war. Da« Roß wieherte und bäumte fich auf, und sprang von Schmerz betäubt empor, nahm einen Anlauf und stürmte davon, be« Jüngling mit fich fortreißend durch Sttanch und Gebüsch, an einer Waldlichtung anlangend, mitte« in eine« KreiS ahnungsloser Edelfräulein hin, die hilferufend auseinander« stoben utb mit schreckensbleichen Gesichter» bi« wilde Jazd dahin stürm ne sahen. DaS Pfer^