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30. Jahrgang
Iukda, Donnerstag, den 26. Februar 1903.
Jtl 46.
Eiuzelstsalen „gründlich ausxrnutzek“.
Ulttomoniawee* ae. Werin sie statt „Warum gerade jetzt?- fragen wollte«: „War«« nicht schon längst?" so wäre diese Frage berechtigt. Aber da- Verlange», daß die Lufhebu«L auch jetzt nicht geschehen solle, «eil ste nicht schon längst geschehe» ist, kann auf gar nichts anderem.
lich ist. Die.Post' wendet sich gegen diese Aus. führungen; sie sucht dabei Ansichten zu widerlege», die niemand ausgesprochen hat. Wir rotffee sehr wohl, daß der Kaiser auch als aumnnisepißcopue kein« Entscheidung tnMaubenSfrage» hat — «er könnte die überhaupt im Protestantismus haben? Wohl aber find rote der Meinung, daß die per- ssnlichen Slaubensmetnunge» und -Aeußerungen de« Kaisers einen großen Einfluß aus die religiöse Urberzeugung roetter Kreise deS Protestant'scheu BolkeS oder doch «ff die äußere Betätigung deS ElaubsnS und der Kirchlichkeit auSüben. Außer« dem Lber hat der Kaiser eS 1» der Hand, welche Richtung i» den kirchlichen Aemtern die Oberhand habe« soll, und auch auf diese Weise kann et einen weitgehende» Einfluß auf de» Glauben deS protestanttschen BölkeS auSüben, oh»e daß ihm eine förmliche Entscheidung inGlaubenSsachrn zu- steht. Barum denn sonst verfolgen „Liberale" und „Positive" die persönlichen GlaubenS»Aeuße« rungen deS Kaisers mit so viel XufmerksamkeU
.Gchwäb. Merkur' mit ziemlicher Sicherheit be» hauptet. In Braunschweig hat sich neulich der Landtag einstimmig gegen die Aushebung ausgesprochen und di« Regierung dieses duldsamen Staats wird wohl auch nicht wage», de« „Willen des Sotto“ «ntgegrnzuhandel». ES wiÄ» «och verschiedene andere „protestantische“ Staate« von gleicher Zuverttsfigkeit geben» SS kommt also darauf an, die etwa »och „unsicheren“ Staaten zum Widerstande zu ermutigen, uud an Bemühungen fehlt eS da wenigstens in der Presse nicht.
Die .Dresdener Nachrichten' bezeichne» es geradezu alS „nationale Pflicht“ der „protestantischen" Einzelstaate», ihr verfaffungSmäßlgeS Recht hier gründlich auszunutze». Der Ausfall der Abstimmung werde entscheidend sei» für die ^Beantwortung der für unser nationales BersaffangSleben so überaus wichtigen Frage, ob die Stellungnahme deS führenden Bundesstaates schlechtweg maß« gebend sei oder ob sich bet Reinungsoerschteden- heilen von solcher Tragweite, wie beim Jesuiten- gesetzs, auch einmal eine gesunde Opposition im BundeSrate im BiSmarck'schen Geiste durchzuringen vermöge. Aehnlich reden jesuiteuseiudliche Blätter
als auf Vorurteile» beruh«».
Mr halte» »och immer an der Auffaffuug fest, daß der Reichskanzler fei« Erklärung nicht abgegeben haben würde, roen» er der Mehrheit im BundeSrote nicht ficher wäre. Was da o»» Verstimmungen bei verschiedenen Bundes» regierungen über feine ohne ihr Wissen »nd ihre Zustimmung abgegebene Erklärung gesagt worden ist, halten wir sür ei» Manöver zu »achttäglicher Beeinflussung deS Bundesrates oder auch zur Beschwichtigung gewisser Wählerkreise.
wuchs stündlich. Gr hörte die abeuteuerltchen Erzählungen der fremden Kriegsleute, vernahm ihre Kriegstaten und sagte sich immer wieder, daß er au« diesem, seiner Neigung so wenig entsprechenden Lebe» sich aufraffen müsse.
So trat ein Zwiespalt i» sein stille« Lebe», der ihn nicht zu Glück «nd Friede» kommen ließ.
7. Kapitel.
Ja der Falkenecke ging e« laut her, rüstet« man sich doch allgemeiu zu der lange vorher «- gekündigten Falkenjagd. Mitten unter der lärmende» Falkenschar stand Omar und schien die Mutwillen Tiere alle durch feine« Blick zu bändigen.
Die R tter sprengte» auf ihren flinken Rosten heran. Die Diener erschienen mit purpurbehangene« Tragseffeln für diejenigen Edeldamen, die »ur der Jagd al« Zuschauer beizuwohnen wünschten, die jüngern tue anwesenden weibliche» Geschlechte« saßen zu Pferd.
Mit schnellem Griff stülpte Omar die Haube» über die Köpfe seiner Falken, um deren spähende Auge» vorerst in Du«kel zu setzen uud verteüte sie dann unter die Jagdtetlnehmer. Ale er die edelsten Paare den Edeldamen übergeben w llte, kam der Ritter Fiakenburg zuvor und beanspruchte dieses Recht sür sich. Da er aber so plump zugriff, wurden die in ihrer Haube sich ohnedies unbehaglich fühlenden Falke» unruhig und rückte» furchtsam näher zusammen. Omar riet ihm von seinem Vorhabe» ab, waS aber bei dem ohnehi» auf ihn erzürnten Ritter eine barsche Zurecht- Weisung hervorrief. Ungeschickt wie er war, griff er in daS F.drrvieh hinein, wollte die Schnur fassen, welche die Schar verba»d und — griff fehl, da ei» Krummschnabel unvermutet auf feine
” Erstes Wlatt.
• Bundesrat und Jesuitengesetz.
SS war vorauSzusehe», daß die Ankündigung des Reichskanzlers, die preußischen Stimmen würde» im BuudeSrst für die Aufhebung des 8 2 des JefuitengefetzeS abgegeben werde», noch «»mal alle Gegner der Jesuiten auf de» Plan rufe» werden. So rollt), rote wir erwartet hatten, haben sie Indeß nicht getobt. Es schiex sich ihrer eine gelinde Resignation bemächtigt zu haben in der Uebrrzeugung, daß doch nicht« mehr zu machen sei. Sogar die Protesterklärung deS Vorstandes deS Evangelischen Bundes siel verhältnismäßig recht matt aus. Indeß dir Hoffnung, das Vaterland von bta Jesuiten noch retten zu können, ist offenbar noch nicht ganz aufgegeben. Ma» rechnet »och immer auf den BundeSrat und sucht die „protestantischen“ Mittel- und Kleinstaaten scharf zu machen. Wenn das gelingt, hat man gewonnener Spiel.
Preuße» mit Bayer», daS man bereits verloren gibt, zumal nach dem jüngste» Minister- Wechsel, verfügen nur über 23 von de» 58 Stimmen. Die übrigen Staaten brauche» also nur zusammenzuhalte», so find die beide» überstimmt. Scho« neulich wurde das in der jesuitenfeindlichen Presse heroorgehobe», damals mehr theoretisch und auS „statistischem Interesse", heute rechnet man schon ernstlich mit einem tatsächlichen Erfolge der Kleinen und läßt es jedenfalls an Stimmungsmache und Aufmunterung nicht fehle». Daß Sachsen Rein sage» wird, versteht sich von selbst. <88 gäbe ja eine Revolution im „Mutterlande der Reformation“, wenn die sächsische Regierung vorurteilslos und duldsam genug sein wollte, «ine gehässige Ausnahmebestimmung gegen;
dürste schwerlich annehme», wen» »icht der Kaiser etwa oirekt befehlen würde. Herr von Hkybebrand hat aber schon abgelehnt, uno Herr von Jagow soll alS früherer Gegner der Kanalvorlage »och etwas anrüchig fei». W-r bezweifel» dies. Wenn Herr von Manteuffel ablehnt, kommt Herr von Jazow wohl zunächst in Bettacht. Möglich ist aber auch, daß da»» irgend ein „Außenseiter“ daS Steneen gewinnt.
+ Irhr. 9. Aerilrug soll in einem Interview sich über die bayerische Kammer der Abgeordneten sehr geringschätzig geäußert haben. Wir können versichern, daß Frhr. v. Hertling solche oder äh» liche Bemerkungen nicht gemacht hat. ES liegt dem Frhr». v. Hrrtlina durchaus fern, über die bayerische Kammer abfällig zu urteilen.
+ Die nationalliberale Interpellation über die Trier«» Sch«ka««eke,e»-eir kommt am nächsten Montag im Abgeordnetenhause zur Verhandlung. __ _
+ Eine eigrntümkiHe Wahlparole soll man nach der »Deutschen Volkswirtschaft!. Korr. „regierungsseitig“ auSgegebe» habe» oder auszro> geben beabsichtigen. Diese soll dahin gehe», daß für die Regierung nur solche Kandidaten annehmbar wäre», welche sich erstens auf eine gesteigerte SchlffSbantätigkeit und zweitens darauf verpflichte» würden, von der Regierung dem Reichstage vor-ulegende Handelsverträge «ane phrase anzunehmen. Nur Kandidaten, »eUfee diese beiden Verpflichtungen bindend eingingen, hätten aus die Unterstützung der Regierung zu rechnen. Wiewohl die ,D. V. Korr/ dte Mitteilung auS „ernst zu nehmenden politischen Kreisen“ habe» will, so vermöge» wir doch nuht daran zu glaube». Jedenfalls wäre kaum eine törichtere Wahlparole zu finde».
X Ai- Sozialdemoürat-u fahren fort, i» der Budget kommt ff ton Militärausgabe» zu bewillige». Am Mittwoch gäbe» ste den Aurfchlag zu Gunsten der Bewilligung einer Garnison bäckrrei in Brieg (Gesamtkosten 81000 Ml.), wo den Bäckermeistern die Brot- lteferung für daS Militär entzöge» und künftig in eigener Verwaltung seitens deS Proviantamts daS KommiSbrod gebacken werde» soll. Dl« Forderung wurde deshalb mit 16 gegen 11 Stimmen bewilligt. Segen dieselbe hatten stch besonders die Abgg. Gröber, Müller-Fulda und Horn-Neiße vom Zentrum, sowie Abg. Müller-Sagau (fteis. BolkSp.) ausgesprochen. — Im übrigen gelang e«, in der Kommission einige Abstriche durchzufetzen, so 130000 Mk. von den 430000 Mk., die alS 6. Rate für Ragazingebäude in Köln verlangt wurden (auf Antrag Roeren, Ztr.) und 150000 Mk. von 300000 Mk , die als 6. Rate für de» Neubau eines BekleidungSamt« deS 9. Armeekorps in Bahrenfeld (Attons) gefordert wurde». Tine längere Debatte veranlaßte die Neuforderung eines Generalkommandos in Frankfurt a. M. Roeren (Ztr.) beantragte Streichung, da der kommandierende General j-tzt für 22000 Mk. wohnt, in dem Neubau aber, der 1300000 Rk. kosten soll, für 65000 Mk wohnen würde. Bo» verschiedenen Seiten wurde scharf der übertriebene LvxuS bei de» höheren Kommandeuren getadelt.
Wenn man sich wenigstens die Mühe geben wollte, auch etwas „Gründliches“ gegen die Aufhebung des §2 deSJrsuitengefetzeSvorzubringen. Aber da begnügt men stch bescheiden mit de« alten gehässigen und verlogene» Phrasen und der „AuSnützung“ von krasse» Bovurteile». Das wird de» Protestler» auch in einer offiziösen Berliner Darlegung der .Südd. Reichskerrespo». benf vorgehalten. GS wird darauf hingewtefen, daß im Reichstage nur vo» einem Abgeordnete« gegen die Aufhebung bei § 2 Widerspruch laut geworden sei. Sachlich, heißt eS weiter, seien die verspäteten Proteste durchaus ungerechtfertigt. Dir Aufhebung tzeS | 2 begegne in gewisse» konfessionellen und Bilormgskreise» einem O Slum, das mehr -auf allgemeinen Vorurteile« gegen die Jesuiten, alS auf Kenntnis der politischen Verhältnisse beruht. So ist eS. ES ist auch keine Widerlegung der offiziöse« Behauptung, roen« mit der Frage geantwortet wird, warum den» gerade jetzt der H 2 aufgehoben werden müsse. Diese Frage selbst beweist, daß die Fragesteller von Vorurteilen beeinflußt find. Sie feilten doch lediglich davon^»uSgehe», ob die Beibehaltung deS § 2 gerecht fei. Statt taffe« stelle« ste Be- ttachlungen über „Handelsgeschäfte“, „Wahl-
in andere« Staaten. ES Ist ungemein bezeichnend, oerschtedeneu ZrntrumSblätter« darauf hiugeroiefen daß stch daS Bedürfnis nach einer „gefunden worben, daß das Glaubensbekenntnis des Kaisers Opposition“ gerade bei einer Frage geltend machen von Bedeutung für die ganze evangelische Kirche muß, wo eS stch um die religiöse FreiheU von sei. deren sammne epiecopus bet Kaiser bekannt- Katholiken, um bie Gleichheit vor dem Gesetze handelt. Wen» die wichtigsten Interessen bet Eluzelstaaten und ihrer Bevölkerung in Frage kommen, z. B. wenn die finanziellen Lasten in die Höhe geschraubt werben oder von Berlin a»S ohne vorherige Benachrichtigung unb Befragung der Einzelregietunge» kostspielige Pläne, rote bie Vergrößerung der Flotte, in Angriff genommen werde», bann merkt man gar wenig vo» einer Neigung, dem führenden Bundesstaate Oppofitton zu machen unb boS verfassungsmäßige Recht der
oder auch Besorgnis?
* öur Teilnahme an de» diesjährige* Kaisermanäver« werde» Tinladunge» a» deutsche unbffrembläudische Fürste« er- gche», die Thrfs der manSr mietende» Regimenter find, so an dte Großfürsten NteslauS N cola- jewitsch und Wladimir von Rußland, den Kronprinzen von Dänemark, be» Herzog Karl Theo- dor in Bayer», den Großherzog vo» Sachsen- Weimar, bie beide» Fürsten von «chwarzenburg, ben Fürsten von Walbeck imb Pyrmont u. a. Der König von Sachsen, Chef beS Mane«-Regi- mente Wc. 10, nimmt als oberster Kriegsherr des 12. unb 19. Armeekorps an ben Malvern teil, ebenso bet Generalfeldmatschall Graf Wal- betfee und Generaloberst Prinz ßeopolb von Beyern alS Generalinspekteur bet 3. unb 4. Armee- Inspektion, zu bene» daS 4. unb 11. Armeekorps gchören.
4- Pas Hv-epeLfidLum. Wir
haben vor einigen Tage» «ttgeteilt, daß Freiherr v. Mouteuffel-Troffen für baS Posener Oberprästdium in Bettacht komme. Obwohl wir selbst hinzusügten, es sei »och saht fraglich, ob Herr v. Manteuffel Luft habe» werbe, btefe» wenig angenehmen Posten zu übernehme», glaubte» boch verschiebe»« Blätter (anscheinend auch eine ZenttumSblStter» zugehende Korrespondenz) unsere Mitteilung dementieren |u sollen. Man könnte solche billige» Scherze doch füg'ich unterlassen, den» bisher haben alle Anzweifelungen unserer Nachrichten sich alS unbegründet herauSgestelkt. WaS eS mit dem letzte» „Dementi" auf sich hat, beweist eine Auslassung bet wegen ihrer offiziösen Verbindungen bekannte» ,Neue» Pol. Korresp/ bie al« ernsthafte Kandidaten für Posen folgende nennt: Regierungspräsident a. D. von Heydebtand, Regierungspräsident von Jago w> Marienwerder und Freiherr von Manteuffel-Trossen. Sie fügt hinzu: „Landerdirektor Freiherr von Manteuffel-Troffen
„Die mag er sich holen mit dem Schwerte in der Hand in ehrlichem Zweikampf. Hah! mein Schwert führt «ine scharfe Schneide!“ Da war e« wieder, war ihre Augen gefangen hielt, die heldenhafte Jüngling «gestalt, kühn, stolz und furchtlos. Ein kurze« Ringen mit sich selber, daun trat ste auf ihn zu und berührte mit warmen Drucke seinen Arm.
„Bleibe, Omar, die Forderung, di« Du unbillig nennst, fei Dir erlassen! Der Finkenburg mag sich zufrieden geben.“
Omar nannte sie ihn!
Er stürzte zu ihren Füßen unb küßte ben Saum ihre« Kleide«.
„Wie kann ich gehen, wo tausend Bande mich halten! Ich bleibe und kenne keinen größeren Ehrgeiz mehr, al« — Euer Falkenier zu fein!“
Roch ein freundliche« Zuwinke» ihrer Hand, dann verschwand sie um dl« Falkenmauer.
Unterdessen rückten die Festtage bet große» Falkenjagden immer näher. Burg Rideggeu füllte sich mit Gästen. Ritter mit glänzendem Gefolge hielten vor dem Tore, Ebeldamen und Ritter- ftäulein kamen auf ihre« langschwelfigen Zeltet» und auf Maultieren dahergeritten. Fremde Kriegsknechte unb Diener lagerten faul auf den Burghöfen und an ben herrschaftliche» Ställen, bie Edelfrauen lustwandelten in den Gälten ober versammelte» sich in den Rittetsälen, die Ritter huldigten mit Leidenschaft dem Hazatdfpiel, dem damals so beliebten Würfelspiel „Landsknecht“, oder auch dem sogenannten Primieripiel, faße« vom Mittagsmahle bi« spät in die Nacht, ließen die Gulden rollen und verschmähten sogar Speise und Trank.
Omars Interesse an diesem laute» Treiben
mit Unterhaltungs-Anlage „Illustrirte Sonntags-Zeitung"
Ott Eiei anf irr SSmgsinrg.
OriginalerzLhlmr« an« der Geschichte der ehemalige«
Jülicher Lande von Aleca Ruth.
1» ------ (Nachdruck verboten.)
Damit ging er entschlossen hinan«. De« Edel- ftäulein« Kops schnellte horchend empor, sie schien an dem Gehörten zu zwetseln, der Harfner triumphierte, der Graf erachtete diesen Entschluß al« die wünschenswerteste Lösung be« Konfliktes, unb Omar malterte fein Gehirn mit bem Gedanken ab, ob die einzige Möglichkeit diejenige war, die er ergriffen. Er ging in feine Falkenecke unb lockte Zero zu sich her. Er kam herangeflogen, fetzte sich auf seine Schulter unb krauste mit seinem krummen Schnabel in dem blonden Hsar des Jünglings, der sinnend und mit sich selbst z« Rate gehend wider die Mauer lehnte und die Stunde des Abschiede» vergaß.
Da riß ihn der ferne hellklingende Ton eines Glöckchens aus seinen Grübeleien. Der Widerschein frohen Hoffen« trat auf feinem Gesichte hervor, denn das Läuten drang von der Wald- klanse her unb erfüllte fein niedergeschwetterte« Herz mit der frohe» Gewißheit, daß er nicht ganz »erlassen uud einsam da stand, daß immer eine Heimstätte ihm offen stand, d'e als letzte« Asyl ihm blitb, wenn anderwärts Tor und Tür sich vor ihm schloffen.
Mit einem Male stob der Falke von feiner Schuller mit lautem Geschrei davon, schnell wandte bet Jüngling sich unb — stand dem SbelfiSnlein gegenüber, auf dessen Arm der Falke faß.
die Jesuiten aufzuhebc». Daß Württemberg ttad)iungen über .HandetegsschSfte-, „Wayte gegen bie Aufhebung stimmen werbe, wird vom Politik“ unb „Steigerung deS gefügte der
Deutsches Keich.
Berlin, 25. Februar 1903.
X Im Anschlüsse an da« Schreibe» Ws StMftts «» be» Admiral Aollmau» war in
„Omar Teskered“, redete sie ihn keife au, „hörte ich recht, baß Du gehen willst?“
Als er sie so unvermutet vor sich sah in ihrer Schönheit und Güte, bie er mit der ganzen Glut seine« reinen Herzen« liebte, da kostete e« ihm einige Ueberroinbung, seinen Entschluß aufrecht zu erhalten. Dennoch aber blieb er seinem Vorsatz getreu und erwiderte:
„Fast glaube ich, daß ich schon zu lange gesäumt“, und der Blick, der sich in den ihre» versenkte, sprach nur zu beredt bie tiefere Bedeutung. Sie warf den Kopf zurück, al« suche sie ein fesselnde« Gewebe, da« ihre Glieder umstricke, von sich abzufchütteln. Er aber fuhr hastig fort:
„Entbindet mich Eure« Dienste«, keine Zunge wär« beredt genug, mich zur Erfüllung dieser unbilligen Forderung geneigt zu machen. Ich kann und will Euer Falkenier nicht mehr bleiben.“ Sie schaute zu ihm hin mit eigenem Blick.
„E« buhlten schon viele um die Gunst, mein Falkenier zu sein“, sagte ste daraus, „aber cs nicht zu sei» — da bist Du, Omar Terkereh, der erste!“ Er blickte empor, wundersam von dem Klange und dem herzklemmende« Etwa« in ihrer Stimme berührt. Heiß und fragend drang fein Blick nach ihr hinüber, und alles Blut wallte ungestüm zu feinem Herzen, aber vor dieser demütigenden Forderung, da schrak selbst feine große Liebe zu ihr zurück.
„So viel ich auch sinne und «wäge, es bleibt mir nur da« Eine — daß ich gehen muß.“
„Da bist ein Trotzkopf, Omar Teskered!“
„Lieber da«, al« ei« Ehrloser!“ — „Glaubst Du den», daß ein Benehmen wie da« Deinige einem Ritter unb dem Gast unsere« Haufe« gegenüber keine Genugtuung fordert?“