t täglick
-nähme drr Sonn» und Feiertage. Bierteliährl.
ohne Bringerlohn und Bestellgeld in «ulda und aus« LürtSlM.bOPs.
KuldaerMZeitimg
Dir einspaltige Petit- »eile oder bereu RaumlSPfg.,Reklamen die Petitzeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
mit Ilnterhaltungs-Mellage „Zlluflrirte Sonnlags-Zeitung"
Juwa, Mittwoch, den 25. Februar 1903.
M 45.
30. Jahrgang.
[1 Peterspfennrg für den heiligen Vater.
Zur Feier seines 25jährigen glorreichen Regierung-.Jubiläums auf dem Stuhle . de« heiligen VetruS hat unser heiliger Vater Leo XIII, alle seine Kinder zu einem Besuche in der Hauptstadt der Christenheit ein» geladen, und allenthalben rüsten sich fromme Pilgerschaaren, um dem väterlichen Rufe Folge zu leisten. Unter den GlLckwünschende« wird sich auch der „AugustinuS-Verein zurPflege der kath. Presse- befinden und die Glück« wünsche, welche daS katholische Deutschland zu dem Jubelfeste in allen seinen Zritungsorganen »iederlegte, in einem Album vereinigt, dem erhabenen Jubilars durch eine besondere Abordnung zu Füßen "legen.
Wie es althergebrachter christlicher Sitte ent» spricht, wird der AugustinuS-Verein nicht mit leeren Händen vor dem heiligen Batrr erscheinen, sondern durch einen Prterspfennig ihm seine Hirtensorge in etwa erleichtern helfen. Um die zu überreichende Gabe zu einer möglichst stattlichen zu machen, bitten wir alle Mitglieder, Gönner und Freunde des Augustinus-Verein? und der kath. Presse, welche nicht persönlich sich an der Pilgerfahrt beteiligen können, ihr Scher flr in der Abordnung des AugustinuS-V^reins zufließen zu lassen.
Gaben, über welche öffentlich quittiert wird, wolle man bis Mitte März an General-Sekretär Dr. WeilbScher, Kempen (Rhein) einseeden; auch ist dir Redaktion der .Fuldaer Zeitung' zur Uebermittelung bereit. M e l d u n g e n zu der vom heiligen Vater zu erbittenden Audienz, welche voraussichtlich Ende März oder Anfang Ap.it stattfinden wird, «olle man an Herrn Chefredakteur Jos. Grunau, Neuß a. Rh. richten.
Krefeld und Düsseldorf, 20. Fckr. 1903. Der Vorstand des Aug.-Vereins zur Pfl?ge der kath. Preffe
Heinrich Otto, Dr. Ed. HSSgen, Erster Vor fitzender. Zweiter Vorsitzender. Dr. P. Weilbächer, General-Sekretär.
Berlin, 24 Fsbrnar 1903.
+ ZrsiHsts-grprästdenk Hrak Mnlks. stre« hat sich erfreulicher Weife von seiner Erkältung schon wieder vollständig erholt und konnte am Dievsrag wieder dem Hause präsidieren.
4- Der „Aegis^-mg«präfthe«kett-Sch»S" erregt bei der .Post' lebhafte« Bedenken rechtlicher und praktischer Natur. Es wäre eine Verletzung de« Rechtes der Beamten, wenn man sts vor dem
Der Kaub auf der KöstzsbM OrigKalerzählun, an« der Geschichte der ehemaligen Jülicher Lande »ex Aleca Ruth.
18
(Nachdruck verboten.)
»Wie Du — Du — Du wagst «s, meine Kunst zu tadeln! Ich, der ich in den Dienst der Minne mein Leben stelle! Du staubgrborenes Geschöpf und ich! Ich!!" Seine Hagers Gestalt schien aus dem Talare herausznwachsen.
„Nun, was bist Du denn?" fragte der Jüngling mit naivem Erstaunen auf dir Harfe werfend, „Du kitzelst dieses Stück von einem Bilder- rahmen." —
„Was?!" schrie der gottbegnadete Sänger fuchswild, „Du Srdenkloß! Du seelenloses Gewürm ! Ich frage Dich — Dich, Du kurst- und poesieloser Aufbau von Staub und Knochen, was bist Du?"
„Immer friedlich — friedlich, edler Saiten» spieler," mahnte Omar, aber der sprach sich in immer größere Erregung.
„Em Nichts bist Du! Ein Staubkorn auf meinem Ftugernagsl, das ich wrgblase, ein träger Hund, bei dem ein Fußtritt auch eine Antwort ist." -
„Sachte, edler Mtnnefrrund!"
ein leben ses Spottgedicht auf den Mr«» scher, ein srilsr, treuloser Knecht — ei» —!" „Ach warne Dich! Duldsam sein gehört gerade nicht zu meinen Tugenden."
„Ein ganz gemeiner Broteffer, der wie die
65. Lebensjahre ohne förmliches Verfahren wider Willen in den Ruhestand versetze, während fi; noch fähig seien zur Wahrnehmung ihrer Am:s- pfltchteu. E« sei auch kaum würdig, den Beamten zu nötigen, wider seine Ansicht einen Grund für sein Abschiedsgesuch vorzuschützen. Sei ein noch dienstfähiger Beamter für eine bestimmte Stellung nicht mehr geeignet, so sei nach der Gesetzgebung der allein richtige Weg, ihn auf Wartegeld zu sitzen. Ihn einzuschlagen, hindere die vorsintflutliche Höhe de« Wartegeldes. Aber die« könne man ja aus einen den heutigen Verhältnissen entsprechenden Betrag bringen; an dem Pension«, fand« würde man ja entsprechend sparen.
-s- Es muß wohl sehr schwer fein, einen neuen HSerprastdenre« für Pose« zu fiidsn. Noch immer weiß man nicht, wie es werden soll. Daß die Neigung, den heiklen Posten zu übernehme«, bei den geeigneten Persönlichkeiten nicht allzu groß ist, begreift sich vollkommen. Diejenigen, die ihn haben möchte», eignen sich vielleicht nicht. Dem Freiherrn von M a n t e u f s e l soll es übrigens, wie die,Brrl. N. N.' behaupten, angeboren worden sein; dieser hat es aber abgelebt.
+ Zum Rücktritt des Nesie»««t»-U»Lst deute« ».Arnstedt schreibt die.Maqvrd.Ztg.': „Herr v. Arnstedt ist plötzlich vom Minister drS Inner» aufzefordert worden, zsm 1. Sp il d. I. seine Entlassung zu nehmen. Für diesen außergewöhnlichen Vorgang hat man in Kreisen, die Herrn v. Arnstedt nahestehen, keine Erklärung. Er ist ein anerkannt tüchtiger Beamter aus der allpreußtschrn Schule, und wenn seine politischen Auffassungen sich auch mit denen der konfervaliven und agrarischen Partei decken, so ist er doch in dieser Beziehung nach außen hin wenig hervor- g-tretes. Das Alter kann auch nicht dm Nuß. schlag gegeben haben, denn er ist erst 62 Jahre alt und besitzt «och eine große Arbeitskraft."
X Ate miMSrksHrrksche Aochschsle, dis im Miliiäretat neu gefordert wird, ist am Dienstag von der Badgetkommisston de« Reichstag« mit 14 gegen 14 Stimmen, also mit Stimmengleich' h«it ab gelehnt worden. Die Oppüsilion bestand aus der gesamten Linken unter national» liberaler Führung und dem polnischen Kommission«» Mitglieds. Dagegen wurde mit 15 gegen 13 Stimmen dis Errichtung eines ballistischen Laboratorium« im Anschlüsse an die Technische Hochschule in CharloUenburg, sowie eise Resolution beschlossen, die einen Erweiterungsbau an der Technischen Hochschule zu militärtechnischm Zwecken empfiehlt. Der Kriegeminlstsr hatte vorher erklärt, daß der noch verfügbare freie Raum bei der Technischen Hochschule für die eigenen Bedürfnisse der letzteren reserviert bleiben müsse. Wie da« AbstimmungSverhältni« zeigt, ist e« nicht unmöglich, daß das Plenum de« ReichttakS den ablehnenden Beschluß der Kommission wieder umstößt. — Nachher genehmigte die Kommission noch da« Kapitel „Artillerie- und Waffenwesen", da« eine Reihe neuer Stellen, darunter je einen Zeugleutnant, Zeugfeldwebel, Zeugsergeant und Oberfeuerwerker für dos zu errichtende Filial-Artilleriedepot in Neustadt O. S. und desgleichen für stolberg und Lahr enthält. — Dre Kommission fzfct ihre Beratungen am Mittwoch fort.
Hunde von den Krumrn lebt, die vom Tische der Grbietrriu fallen — — Hilfe! Mörder! Räuber!" Unversehens war ei« Schatten von der Mauer hrrabgezlttten und vergriff sich an der geheiligte« Person des Minnesängers. Der fühlte sich wie mit eisernen Klammer« umspannt und auf seinen Rücken ävß-rte fiÄ diesmal die Stimme seiner Seele, das S-Ück von einem Bilderrahms«, in schlagender Wirkung. Und "der entlarvte Apoll entwickelte eine Beständigkeit, die erst an dem Trümmerhaufen von zersprungenen Saiten und geborstenen Rahmen ihre Grenz; fand,
„Hglla, was geht hier vor?" Die gedrungene Gestalt eines Ritters tauchte um die nächste Eck; auf. Bei feint m Anblick flog der gemaßregelte Sänger mit flatterndem Gewände auf ihn zu und rief de« Zorn des gesamten O'yrns auf den Frevler uns Barbaren herab. Omar erwartet!- tu ruhiger Sicherheit das Weitere. Die selbstbewußte Art des JünzlingS schien dem Ritter, der sonst wohl kaum der Sache fich ernsthaft angenommen, gründlich zu mißfallen. Mit tben nicht freundlichem Ausdruck sagte et:
„Ich sehe einen Hilfesuchenden, den Trüm- merhaufen einer Harfe und einen Kühnen, der seine Schuld nicht «inzssteht. — Was weißt Da mehr?"
„Gerade dasselbe sehe ich — und weiß nichts mehr!" Spruchs und schwang fich über die Mauer in dir Falkenecke hinunter.
Vor Scham und Wut erfüllt stampfte der Ritter davon, wehrend der Sänger mit stillem Rncheschsur die stummen Zruzen einer ruchlosen
X Sie zreichstagswahle« we-den zweifellos anfangs Juni, fichrr aber nicht später als Mitte Juni stattfinden. Daran müssen wir unbedingt festhalte« trotz einem Dementi der halbamtlichen ,Nordd,Allg. Ztg.', di? behauptet, „der Termin sei noch nicht festgesetzt". DaS ist nichts als Wortklauberei. Natürlich bat der Bundesrat noch nichts über den Wahltermin beschließen können, weil er «och nicht ossiziell weiß, wann der alte Reichstag auseinander- gehen wird. Trotzdem ist man sich in Bundesratskreisen natürlich vollständig klar darüber, daß der Reichstag nicht über Ostern zusammengehallen werden kann, und man hat daher auch bereits eine be immte Zeit, nämlich die zwischen Frühjahrsbestellung und Heuernte für die Wahlen ins Auge gefaßt. Daraus ergibt sich der Wahltermin für anfangs, spätestens aber Mitte Juni. Auch die ,D. Tagssztg.' hält ihre mit unseren Nachrichten übereinstimmende Mit- teilunp, daß die erste Juniwoche als Wahüermin in Aussicht.genommen sei, durchaus aufrecht. Wie kösnen nur wiederhole«, daß man fich im Lands durch solche offiziösen Manöver nicht läuschen und von der energischen Betreibung der Wahloorbereitungen abhalten lassen möge.
+ Der Reichskanzler hat Erhebungen darüber angeordnet, ob nach den seit dem 1. April 1895 gesammelten Erfahrungen die Aufhebung oder Einschränkung einzelner Ausnahmen von der gesetzlich vorgsschrieberien SonxlKzsvuhe zulässig sei. Es wird bei dieser Prüfung von dem Gesicht?punkte ausgegangen werden, daß die Arbeiter ein Anrecht auf die Beseitigung von Bestimmungen Haben, die ihnen die Sonntagsruhe verkürze«, soweit dadurch nicht berechtigte In- terrffen der Arbeitgeber geschädigt werden. Dir Erhebungen sollen fich zunächst «ach zwei Richtungen bewegen: einmal, ob einzelne Vorschriften über Ausnahmen von der Sonntagsruhe in der Praxis richt oder doch so selten zur An- wendun« gelangen, daß gegen ihre Aufhebung oder Einschränkung Einwendungen nicht zu erheben fisd, und ferner, ob sonstige Erfahrungen varltezr«, die eine Aushebung oder Einschränkung eirrzelüer Ausnahmen von der gebotenen Sonn- tazsruhe a« gezeigt erscheinen lassen.
+ Dem Abgeordnetenhause ist derGe- fttzentw-rf brtr. die polizeiliche Zregelmeg de« IrnrrlösHwe/enr und die Denkschrift über die Ansiedelungen in den Provinzen Westpreuße« und Posen für das Jahr 1902 zugegangen.
+ Z--* nette de«1fH rssstsche Asudel«- vertrag soll, «ach einer Mitteilung des Vorsitzenden des Verbandes deutscher Leinenindustrieller an die Verbandsmitgkieder, zwischen den beiher» fettig«« Regierungen schon vereinbart sein. Der Entwurf werde zunächst den Regierungen der Einzelstaaten zur Begutachtung vorzelrgt werden. Diese Nachricht ist selbstverständlich rrn t aller Vorsicht aufzunehmen.
X Me Sszialdemokratie m) der WiMsris«»». Dis Sozialdemokraten — so wird der .Korresp. f. d. ZrntrumSprkffe' aus parlamentarischen Kreisen geschrieben — fangen jetzt an auch für Militärforderunßrn zu stimme«. Nachdem in der DienstagS-SitzMg die Regierungsvorlage für e ne militärisch« Tat in feinem Talar zusammenraffte und langsam mit gewichtigen Schritten zur Burg hinan-
„Wer ist der Ritter dort mit dem dicken roten Kopf auf den breite» Schulter»?", fragte Omar de« Fasanenzüchter; denn er wollte den kennen, den er zu seinem Feinde gemacht.
„Habe acht auf Deine Rede und zügle Deine Zange; das ist der Fiokenburp, auf der Nweg- burg ei« hochgeehrter Gast, und —", er neigte sich flüsternd zu dem Jüngling, „mau hält es für gewiß, — des Edrlfräuleins künftiger Eheherr."
„WaS? — Dies ungeformte Dchrritzwerk aus einem Affenschädel!" riss Omar, „der des Tdel- sräulrinz —."
„Ich gehe!" sagte hastig der Fasanenzüchter uab schaute nach allen Seite« um, „denn ich sehe. Du willst Dein Verderbe«," und er enteilte.
Gleichsam im Einklänge mit seiner Vorhersage erschien, um die Ecke der Kapelle biegend, ein Page des Edelfräuleins und winkte Omar, ihm schleunigst zu folgen. Der leistete dieser Aufforderung eini-ermaße« erstaunt Folge. Neu- gierig auf die Ursache dieses Rufes, hielt er den vor ihm hereilende« Pagen an seinem Gammt- röckchen fest und wollte .von ihm etwas näheres «fahren. Der aber zeigte sich unzugänglich, schüttelte energisch das Köpfchen und versuchte sich unwillig loszureißen. Aber da« Kleidungsstück war wie in einem eisernen Schraubstock in die Hand des Jüngling« gepreßt.
„Erst rede, kleine Bachstelze!" — „Erst gib
technischeHochschule mit 19gegen 14Stimmen abgelehnt worden war, wurden 50000 Mk. sür derselben Zweck auf Antrag Dr. Paasche mit 19 gegen 13 Stimmen genehmigt, weil Nationalliberale,Frkistr.«ige, Polen und Sozialdemokraten dafür stimmten, letztere gaben den Ausschlag. Mit der prinzipiellen Ablehnung aller Militärforderungen scheint die Sozialdemokratie jetzt gebrochen zu haben. Die Mauserung macht also weitere Fortschritte! Vielleicht werden die Herren Sozialdemokraten im nächste« Reichstage noch mehr daS Bedürfnis fühlen, cls „Bewillige»" bei HeereS- und Ma'ine-Ausgaben auszutretsn! In ihrer Presse und in Volksversammlungen gebärden sie fich allerdings nach wie vor, a!S wenn fie alles ab- lehnteu, was überhaupt an solche« Ausgaben gefordert würde.
Aus dem Reichstage»
-N 266. Sitzung VLM 24 Februar 1908, 1 Uhr.
Die Beratung beS Etat des RrtchSauttS deS Znuer», Kapitel RetchSIesuxdhstlSamt, wirb foitgesitzt.
Die Sttzuuz begann mit ein r Auseinandersetzung über dis Bekämpfurg von Milzbrand und Maul» und Klquenfeuche, woran fich die Abg. Dr. Paasch« (natl.), SüdeSnm (Soz.', Wetzl (natl.) und Arflma«« Hall (südd. BolkSp.) beteiligtest.
Staatssekretär Graf ^os«dsw»Sq teilte dabet mit, daß eine Novelle zum Viehfeuchengesktze in der Ausarbeitung begriffe» sei, und daß erwogen wer e, was etwa gegen die auS der Reinigung von Häute» t» fließendem Wasser fich ergebende Mtlzbrandgefahr geschehe» könne.
Der zweite Teil der Sitzung war der Beratung der Resolution W««mauu betrefft einheitlicher Nahrungsmtttelloutrolle von Reichswege» gewidmet. Die Abg. Aanm««« (Ztr.), Iritz (natl.), Schüler (Ztr.), Deintzard (natl.), Nlaulleutzsr» (natl.), N-rsSach (Ztr.), Kucke (Bund der Landwirte) und Mallenpor« (Ztr) erkannten an, daß das Wetnge» setz gut gewirkt habe, aber fie betonte», daß nicht bloß beim Winzer, sonder» auch bei den Wetnhändlern eine strenge Kontrolle geübt werde» müsse; hieran fehle eS aber ganz besonders «och i» Preußen.
Staatssekretär Graf SMavewsßi) erklärte, daß er fich mit de» preußische» Behörde» schon in Verbindung gesetzt habe, und empfahl im Nebrige», die Sache vor die betr. Einz-.llandtage zu bringen. .
Morgen 1 Mr Fortsetzung. '•<<
Schluß 6* 4 Uhr.
Auf eine Anregung des Abg. Daakch« sagt noch Präfidert Balkestrem zu, nach Durchberatung deS Etats deSReichSamtS de» Innern dieK rankeuversicherungS- Novekle zur ersten L-sung zu stellen.
Airs dem Landtage.
•e» IAgoerdurreutzaus.
29. Sitzung vom 24, Februar, 11 Uhr.
Bei der fortgesetzten Beratung deS Eisenbahn- et atS tritt
Abg. Airsch («stl b) für Abschaffang der Rückfahrkarte» unter Festsetzung deS einfachen Fahrpreises auf die Hälfte, für Ermäßigung der Frachtsätze und für dir Emschertallinie deS Mittellandkanals ei».
Minister Muddr erwidert, daß er unter der schon früher von ihm inS Auge gefaßte» Personenverkehrs- refor« nicht eine Verbilligung, sondern eine B er einfach«», der Personentarife verstehe, die i» Angriff zu nehmen sei, sobald eine erhebliche Berrkgerung der Einnahmen nicht zu erwarte» sei. Doch sei er weder für Abschaffung der 4. Klosse, die sich durchaus bewährt habe, noch-für die sächsische Tarifreform, die zwar die Einnahme» um 10 Millionen Mark vermehre» würde, fich aber für Preußen nicht eigne,
Abg. Krieger (fts. Bp.) wendet fich gegen die gestrigen Aeußerungen des Ministers bezüglich der sozial-
mich loS!" — „Daß ich dumm wäre!" Litschi — riß der Zipfel vom SamMtjäckchsn. Omar stand einigermaßen verblüfft, bedauerud, da kam der alte Hausdiener Görres die Marmortreppe herab, griff den Zögernden beim Arme und schob ihn vor fich her.
„Hurtig, daS EdelfrSulein wartet," eine schwere massive Türe ward geöffnet, ein Vorhang zurückzeschobert — er stand in einem hell vom Sonnenlicht durchströmten Gemache.
Mit zornigem Aufblitzen ihrer Augen trat bai EdelftSulrin vor ihn hin.
»Wa« ficht Dich an, Omar Teskereh? Du scheinst zu vergessen, daß es am allerwenigsten meinem Fslkenier geziemt, fich in solch unangenehmer Weise auf der Burg bemerkbar zu machen." Er begann fich einigermaßen von seiner Ueber- raschuog zu erholen.
„Was habe ich denn verbrochen?" fragte er ehrlich 'erstaunt. Sie sah ihn an, offenbar int Zweifel, ob fie diesen ehrlichen, blauen Augen glauben, oder ihn vor die Tür« setzen lassen solle; aber ihr erster Zorn war vorüber, fie trat ohne ein weiteres Wort an ihn zu der Schmalwand der Zimmer«, hob derr scharlachroten Vorhang und wivkte.
Schlürfende Schritte näherten fich, goldgestickte Sandalrn schoben sich über die Schwelle, und daun erschien die hagere Gestalt de« Harfner«, den Talar geschürzt und in seinen wettert Falten etwa» verbergend, Kepf und Augen gesenkt — die verkörperte trauernde Stufe!
„Sun, Falkenier", hob das Edelsräalein strenge an, „erinnerst Du Dich jetzt?", und Omar fach