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Luid aerMZeitung

80. Jahrgang.

Jutta, Dienstag, dm 24. Februar 1903.

jn 44.

UtrwHOtt«.

RtUme» *x> Ä»icii<Mt<iio

Ptrantwortlt»; Sü» Me Ledaktian Jof. Sau«, für Inserate I. Parzelle» in Saida.

Prlillri ilt KBltein leülllei i. üroiilileaei,

la allen totaleren 6eschiften zu haben.

UafflUe und Zusälligkeitrn drö Lebens. Daß das Material der Ringe hierbei eine bedeutende Rolle gespielt habe« mag, ist wohl anzunehrnen und auch die Größe eine» solchen OhrreifenS »ar häufig genug der Maßstab sür die Wohlhabenheit seine- Befitzer» oder einer schöne» Besitzerin.

Während kultivierte Völker den Ohrring in der Regel als leichte« und zierliche« Schmuckstück tragen, finde» wir z. B. bei unseren schwarzen LandSmänninne« in Ostafrika diese „Mode" so- weit auSgeartet, daß da« Ohr oft ktloschwere Metallteile zu fragen hat. Ein schöne« Neger- fräulet» trägt nämlich nicht allei« um de» Hal« eine Sammlung von e»g aneinander liegenden Knpfersptralen, sonder» da« Ohr muß, um schö» anSzusehen, am Ohrläppchen recht beschwert sei», nicht etwa mit Edelmetall, net» »ur mit Kupfer. Auch dort fordert die Mode häufig ihre Opfer und wenn et» Ohrläppchen, welche« durch die Tortur oft zentimeterlang geworde» war, einer Tage« durchreißt und die vielen Kupferringe im Sande davonlaufe», dann ist der Jammer gar groß und die Unglückliche ist fich dessen gewiß, daß fie keine Männerherzen mehr erobern kann.

Srlehtte Herren grütel« und forschen oft ihr ganze« Lebe» lang darüber nach, wie man die großen Dölkrrfamtlten auf eine» Stamm zurück- führen konnte. Zur Erkennung verwandschaftlicher Beziehungen zwischen de» Bewohner» großer Erdteile benutzt man nicht nur die Aednlichkrit und gewisse Eigentümlichkeiten der Sprache, sondern auch hauptsächlich religiöse Gebräuche. Ma» weiß z. B., daß nicht nur der Christ, Jude und Moha- medaner eine Sündflut kennt, sondern auch noch der Südsre-Jnsulaner, ebenso wie die schwarze» Bewohner Afrikas und die rote Rare Amerika«. Bei vielen unkultivierten Völkerstämmen begeht die Familie ein große« Fest, wenn dem Ktnde an dem Tage, da ihm der Name gegeben wird, auch die Ohrläppchen durchstochen werden, um Raum zu schaffen für de» spätere» Schmuck. Dieser Festtag wird bei den Bewohner» der amerikanische» Prärie» u»d Pampa« ebenso festlich begangen, wie bet den Indiern, Persern, bet den Papua«, auf den Südsee-Jnseln und in dem schwarzen Erdteil. Wen» auch bet un« tu Europa der Tag de« Durchstechen« de« Ohr« läppchenS «icht eine solche Bedeutung besitzt »te in de» erwähnte» Fällen, so weiß aber jede Mutter an« Erfahrung, welche Freude und andererseits welche Furcht vor dem Schmerz ei» Mädchenherz befällt, «en» e« eine« Tage« heißt: „Komm her klein SlSchr», wir »olle» Ohrringe kaufen." Und wenn nun endlich der spitze Dor» da« empfindliche Ohrläppchen durchbrochen und der goldene Ring mit einer kleinen Perle oder einem glänzende» Sleinchen a» jener empfindliche» Stelle hängt, dann sehen wir et» lachende« Er­

ficht in Tränen.

Eigentlich ist t« doch eine rechte sllnfitte! — Ich weine nicht da« Ohrringe fragen, wohl aber da« Durchstechen der Ohrläppchen. Völker, die auf einer sehr niedrigen Kulturstufe stehen, pflegen ja auch in der Nasenscheidewand einen Rt»g zu tragen und wir können eigenUich froh fein, daß diese Unsitte nicht auch bei europäischen Völkern gepflegt wird. Aber gerade an diesem Beispiel sieht man recht, daß e« noch ein Stück Unkultur bedeutet, den Körper zu verletzen, um Schmuck zu fragen. Und läßt fich da« Ohr denn nicht in anderer Weise schmücken, ohne da« Läpp­chen mit dem Loch zu verunstalten? Wenn die Natur die Ohrmuschel um Schmuck zu trage« geschaffen hätte, würde fie doch auch ganz gewiss da« kleine Loch dazu geschaffen haben. Die natürliche Aufgabe der Muschel ist doch unfiretti die, die Schallwellen aufzufangen. Nun muß man andererseits aber wieder sage», daß ein geschmück­te« Ohr wirklich schön auSfieht. Man hat vor Jahren schon einmal den Versuch gemacht, einen Ohrschmuck herzustellen, indem man um die Ohr- muschel herum einen elastischen Solddraht legte, der unten da« Ohrläppchen umspannte und am Ende einen Stein oder eine Perle trug. Diese Art Ohrschmuck hat fich aber nicht eingesührt. Der menschliche Seist arbeitet aber immer «eiter und auf diesem Sebiet gibt e« keinen Stillstand. Au« den Berichten de« Kaiserlichen Patentamtes entnehmen wir, daß vor einiger Zeit dem Juwelier Laut« Bub — Hamburg I, ein Schutzrecht erteilt worden ist auf einen Ohrring, welcher »icht da« ganze Ohr umspannt, wie jene« Pariser Ohr» schmuckstück, sonder» daß eine Perle oder ein Steinchen mittelst einer kleinen Feder am Ohr- läppchen festgehalten wird. Mit anderen Worten, der Ohrschmuck wird nach wie vor an der alt gewohnten Stelle getragen, wobei eine Verletz»» bei Ohrläppchen« ausgeschlossen ist.

Die Ohrringe habe» bekanntlich recht viele Seg- net, welche immer wieder und wieder betonen, man solle den menschlichen Körper durch jene Löcher in den Ohrmuscheln nicht verunstalten. Durch die vubsche Erfindung ist die ganze »e- wegung gegen daS Ohrringefragen eigentlich hin­

deutschen Kaiser«, Prof. Prell in Dresden, des Historienmaler« Sebhard-Düsseldorf, sowie endlich eine Reihe von zustimmenden Zeitungsartikeln au« Deutschland, Oesterreich, Belgien usw.

Am 14. d«. Mts. begab Papst Leo XHI. fich zum erstenmale in diesem Jahre in den zroßen Saal über dem Portiku« von St. Peter, woselbst sich 700 Pilger ans Benevent, 400 Pilger au« Apulien, sowie eine große Anzahl Einheimischer und Fremder eingefunden hatten. Unter den die betreffenden Pilgerschaften be­gleitenden Bischöfen befand sich der neue Erz- btschof Bouazzi von Benevent (bekanntlich ein casfinefischer Benediktiner), sowie der Diözesan- btschof oon Sallipoli, ein geborener Neapolitaner, mit dem echt deutschen Namen Müller.

Der hier vor einigen Tagen angekommene und im Kollegium Sermantcum abgestiegene Bischof Korum von Trier wohnte einer Versammlung de« deutschen Leseoerein« bei und wurde vorgestern vom heil. Pater in Privat- audienz empfangen.

Die deutschen (Berliner), sowie die öster­reichischen (Wiener) Pilger werden am 2. März hier erwartet. DaS hiesige deutsche Lokalpilger­komitee entwickelt eine äußerst rührige Tätigkeit, um den deutschen und österreichischen Landsleuten alle möglichen Bequemlichkeiten und Erleichterungen zu verschaffen. Sin großer Teil der Berliner wird im päpstlichen Pilgerhosptz Absteigequartier nehmen, wo der tägliche Pensionspreis 4 Francs 50 Centimes beträgt. Von den Wienern hat fich bi« jetzt nur ein einziger Pilger für diese« Hospiz gemeldet. Uebrtgen« dürfte e« bei der gegenwärtigen Uebersüllung der Hotel«, namentlich der besseren, ziemlich schwer fein, alle Pilger gut und billig unterzubringen.

Die. päpstliche Schweizergarde feierte gestern Nachmittag 4 Uhr in ihrer vatikanischen Kaserne da« diesjährige KarneoalSfest. An dem- selben rahmen alle Offiziere bleiet Truppe, die Familienangehörigen derselben, einige vatikanische Hof Herren sowie sonstige Ein geladene teil.

Der hiesige deutsche Mater Prof. Sustav Zfll. Roland stiftete für die neue Kirche de« hl. Antvnin« von Padua in Cetinje (Monte­negro), der erste» katholische» Kirche in der Hauptstadt der Schwarzen Berge, ein selbst- gemalte« Bild für den Hochaltar.

Zur Teilnahme an den Festlichkeiten de« 20. Februar und de« 3. März, de« 25 jährigen Wahl- und KrönungStageS Leo'« XIII., ent­sendet der König von Spanien eine eigene außerordentllche Botschaft, welche bereit« im Laufe des morgigen Tage« hier elntteffen wird. Dieselbe besteht au« dem Granden von Spanien Srafen Almodavar, dem Marquis von Herrera, dem Adjutanten de« König« Obersten Blaneo und dem Sekretär der Botschaft, Sonzale« Hontoria, Attachö im Ministerium der AuS- wärttgen Angegenheiten.

Der Besuch de« russischen wie de« deut­schen Kaiser« find nunmehr auf diplomatischem Wege im Vatikan angemdbet worden. Ais Tag der „Vatikanfahrt" de« Letztere» gilt bi« jetzt der 12. und 13. Mai. Man glaubt, daß der König Viktor Emanuel den deutsche« Kaiser auf seinem etwaigen Am flage nach dem Benediktinererzkloster von Montecaffmo begleite» wird.

Die päpstliche» Seheirnkärnmerer werde» dem hl. Vater zu seinem JubiläumStage einen neue» Tragthron schenken, welchen der­selbe zum erste» Male gelegentlich der Riönung«» feier am 3. März in der PeterSkirche benutzen wird.

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Hü Rom, 17. Februar 1903.

Sester» Abend hielt die hiesige deutsche Künstlerzunft ihre erste diesjährigeVersamrn- lung ab. Im Saale de« katholischen deutschen Leseoerein« in der Anima hatte» fich die hervor- rasendsten Maler, Bildhauer, Kunstgrlehrten und Kunstfreunde au« der hiesige» deutschen, öfter- reichtschen und schweizerischen Kolonie eingefunden. Die Sitzung begann mit der Einführung deS neuen Prästsente» der Zunft, de« Prälaten Dr. Lohnt«ger, Rektor« ver Anima, welcher eine entsprechende Rede de« Altmeisters, Prof. Ludwig Seitz, de« bekannten Direktor« der päpstlichen Gallerien, mit einer Ansprache erwiderte. Nach dem Rechenschaftsberichte deS Sekretär«, de« Schweizer Archäologen Prof. WLfcher-Becchi, und des Säckelwart«, deS österreichischen Bild­hauer« Weihrich, schritt ma» zur Wiederwahl des Vorstände«. Jrn weiteren Verlause der Sitzung wurde über die vorn Altmeister der Künstlerzunft, Pros Seitz, im vorige» Jahre herau«gegebe»e Broschüre „Erörterungen über wichtige Kunstftagen" (A. OehrleinS Verlag in München) verhandelt, wobei auch eine ganze Reihe von Zustimmungskundgebungen zu den von Seitz ausgedrückten Ideen zur Verlesung ge­langten, darunter von dem berühmten Gründer der Beuroner Benediktiner. Kunstschule, P. Desi­derius Lenz, z. Z. in Montecasfino, dem Berliner Akademiebirektor, Pros. Anton v. Werner, bem AuSschmücker des hiesigen BotschastSpalai« de«

Etwas über Ohrringe.

6lne Plauderei von Dr. Han» Brau», Berlin M.

Die Sitte, Schmuckwerk zu tragen, ist wohl so alt wie das Menschengeschlecht selbst. Wir sehen, wie unkultivierte Völker einen großen Wert auf die Ausschmückung de« Körper« legen und wir finden in Gräbern uralte Schmucksachen und ihre Abbild«.. gen schon auf den steinernen Chroniken, die un« vom alte» Babylon erhalte» geblieben find.

Die Sitte, Ohrringe zu fragen, finden wir nicht nur beim Weib, sondern auch beim Mann und sogar in unserer heutigen aufgeklärten Zeit halte» einige flavische und romanische Völker an dieser Sitte mit einet eisernen Zähigkeit fest. Wer hätte noch nicht einen feurigen Italiener gesehen, der im linken Ohrläppchen einen dünnen Goldreifen trägt. In Slavovien und in Frank- reich hat besonder« die mittlere VolkSloffe nicht von dieser Sitte ablaffen wollen. Wenn ein Mann einen Ohrring trägt, so ist damit stet« ein Stückchen Aberglauben verknüpft—ein Aber- glaube, der bi« in die grauste Vorzeit hinein zu versolgen ist. Ehedem trug man nämlich den Ohrring al« Schutzmittel nicht nur gegen Ohr- krankheUe», sondern Überhaupt al« Amulett gegen

mit Anterhattungs-Beilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!' -* petmgagr Ui. 1 (Barmeeie).

Die Uebersüllung der Volksschulen.

Der vor kurzem erschienene dritte Teil der statistischen Erhebungen über da«,preu­ßische Volk«schulwesen vom 27. Ium 1901 gewählt u. a. auch ein klare« Bild über die durchschnittliche Uebersüllung der öffent» ltchen Volksschulen. Danach waren am 27. Juni 1901 tat preußischen Staatsgebiete 673 HalvtagSs chnlen mit 1340 Klassen und 93,066 Schulkindern überfüllt, da auf jede dieser Klaffen durchschnittlich mehr al« 60, nämlich 69 Kinder kamen. An diesen Hulbtagsschulen hatte also jeder Lehrer durchschnittlich 138 Kinder zu unterrichten. Ans die Städte entfielen habet 6 Halblagsschulen mit 12 Klaffen. Von den einklaffigen Schulen waren 1051 mit ebensoviel klaffen und 93,677 Schulkindern überfüllt, da auf eine Schulklasse durchschnittlich 89 Kinder kamen. Die Städte partizipieren an dieser Zahl mit 23 Schulen. Von ben zwei- und mehr klaff ig e» Schulen waren 2093 mit 8856 Klaffen und 670,833 Schülern überfüllt; in jeder dieser Klaffen faßen durchschnittlich 76 Schulkinder. Aus die Städte entfielen davon 285 Schulen mit 1827 Klaffen und 135,936 Kinder», mit durchschnittlich 74 auf jede Klaffe. Unter ab­normen Frequenzverhältniffen wurden darnach 857,516 Schulkinder unterrichtet gegen 1,390,25 im Jahre 1896 und 1,661,182 im Jahre 1891. Geht die Besserung in dem im letzten Jahrfünft erfolgten Tempo weiter, so würden wir in etwa zehn Jahren einigermaßen normale Verhältmffe haben d. h. keine Halbtagrschule würde mehr al« 60, keine einklassige mehr al« 80 und keine Klaffe einer mehrklaffigen Schule mehr als 70 Kinder haben. Ja Wirklichkeit ist aber die Uebersüllung viel auffälliger, al« die Durchschnittszahlen er­kennen laffen. Ein Anhang zu der Tabelle weist nicht weniger al« 152 Schulen auf, die mehr al« 100 Kmder ta einer Klaffe haben. Die meisten dieser Schulen liegen natürlich im Oste».

Eine neue Art von Schulen finde» wir auch in dieser Statistik, sogenannte „Dritteltagi- schulen", da« find solche, in welchen ein Lehrer nach einander drei Klaffen zu unterrichten hat. Die 92 Schulen dieser Art, welche die Statistik ausweist, verteilen sich folgendermaßen auf die Regierungrbezirke: Königsberg 2, Gumbinnen 1, Danzig 2, Marienwerder 3, Potsdam 3, Stettin 5, Köslin 2, Posen 19, Bromoerg 3, Breslau 4, Liegnitz 2, Oppeln 1, Magdeburg 1, Merseburg 19, Schleswig 1, Hannover 1, Hildeshe»m 2, Stade 1, Osnabrück 9, Münster 2, Minden 4, Arnsberg 1, Kassel 2, Düsseldorf 1, Trier 1.

Wegen Uebersüllung konnten im Jahre 1901 2735 schulpflichtige Kinder keine Auf­nahme finden, und zwar nach den Regierungs­bezirken: Königsberg 23, Gumbinnen 3, Danzig 96, Marienwerder 26, Frankfurt 3, Stettin 62, Köslin 2, Posen 1341, Bromberg 364, Liegnitz 9, Oppeln 448, Merseburg 122, Schleswig 7, Hannover 6, Lüneburg 1, Stade 5, Aurich 15, Arnsberg 32, Düsseldorf 124, Köln 26, Trier 7, Aachen 13. __________

Erscheint täglich, «.Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Vierteljährl.

Krsugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Sulba und aus­wärts 1M.50 Pf.

□ chrientatifche tzeppich«. Seit einig« Zett laufen fich au« aUeu Leuen bei Reichs die Berichte übet Schwindeleien, welche beim vertriebe orientalischer Teppiche durch wandernde Händler vortommrn und die wiederholt zu gerichtlichen Verurteilungen dieser Händler -führt haben. Es sei deShalb daran erinnert, daß der lerband der Teppich-, Linoleum« und Mdbelstoffhändlrr Deutschlands (mit dem Sitz, in Hannover) mit Unter- iützung einer größeren Anzahl von Handelskammern estgeftellt hat, daß im Handel mit sogenannten echte» orientalische» Teppichen, soweit er durch »icht orttan- äffige, ortentaltsche oder sonst fremdländisch auSsehende Händler betrieben wird, «»lauterer Wettbewerb, Täuschung und U-brrvorteUnng der «äuser sozusogeu die Reget bilde». 68 kann daher jedem Llebyabrr solcher Teppiche »ur empföhle» »eroe», den Haufirrer» und ihren Helfershelfer», Die fich unter alle» mögliche» «or- wändrn, teilweise »»ter Verletzung der in Deutschland geltenden gewerberechtliche» Bestimmungen, Umgang i rrade in ine besten Häuser z» oerschafse» wisse», die : cüi zu weise», und fich an »ine» al» reell bekannt«» ansäsfigen Kaufmann zu wenden, der mit feinem Renom­mee für Echtheit und PrriSwürdigkeit der von ihm be­zogene» oder durch ihn vermittelte« Warr bürgt und die sonstige» Garantie» bietet, dir drm landfremde« Häniler »aturgrmäß abgrhen. „ , .

• tzstzotograph «» a»f dem Körper. Noch der ,Ph-l«grap-isch-n Xunft' ist rS eine »er neuestrn Lannen d«r «merilanennne», da» Bild de« Liebsten aus der Haut und zwar auf dem Ihm, über dem H«»" »der auf der runden Schuller zu trage». 6i»e schön« Dam« kam zuerst auf den Gedanken, daS Bild ihr»- Ma»»« ich auf Den Arm tätowiere» zu lasse». Da» hätten viele gerne sofort »achgeahmt, wenn »ur ein Verfahren gefunden »erd«» konm», bei drm da» BUd nicht für dir Ewigkeit dauerte Schließlich fand ein Photograph «in Umfahre», daS diese schwerwiegende» Brdentr».be­seitigte. Der Gedanke war z« origi»rll, um va» Mo­nopol einer oder zwei« Frauen zu bleibe», und i» er­staunlich kurzer Zeit erschien denn auch ein H««r von junge» Dame» au» der Gesellschaft, di« auf ihrer Haut Photographien trugen. Nach dr» Bildern zu urteile», die in de» Zeitung«» von den also Geschmückte» ge­bracht werden, soll der Anblick allrrding» sehr kornisch

* Der erst« norwegisch« weiSkich« Zt«chtsa»w»kt debütierte dieirr Tage am wtadt» und Seegerrchl g» Ehristiania. Die weibliche Verteidigerin wirkte etwa« .befremdend-, machte im Übrige» aber den denkbar günstigsten EmdruckMa» erwartet,daß fie bald Kollegin»«» erhält.

* Gi» resoluter Metzger wohnt in Nackenheim. AtS bi<iet Tage der Gendarm von Bodenheim Wurst« proben entnehmen wollte und zwar gerade dirieuigen, welche er — nach dem Wunsche deS Metzger« — »icht hätte nehme» solle», riß ihm der Metzger kur, entschlossen die Wurst au« bei Hand. Da» Endchen, welch,» der Gendarm i» der Hand hielt, wird genüge», um e»ext. die »erzweiflnng de» Metzger» zu begründen.

• zleneste Meükame. Transparente Zylinderhüte find da» neueste tu der Reklame. Rach Schluß der Vorstellung im Hostheater zu München bewegte» fich unter dem Publikum mrhrere Herren mit schwarze» Zylindern, auf denen in feurigen Buchstaben der »tarne erneS viel annoncierten und plakatierte» Haar« und Mundwasser» prangte. '________________

llig geworden und eS ist deshalb zu erwarten, daß diese neue Erfindung recht bald allgemetu werden wird. Freilich die einmal gestochenen : iöcher werden wohl bleiben, aber einfichtsvolle Item werden eS nie zugeben, dem Kind« da- Ohrläppchen durchstechen zu laffen, wen« die mo­derne Technik Mittel vnd Wege bietet, die« zu vermeiden.

Die Kostbarkeit einer Ohrrings liegt bekannt- ch in der Auswahl de« verwendete« Material«. Wer Über einen gefüllten Geldbeutel verfügt, kann di« Seinigen mit einem Brillant- oder mit einem Perlenohrring beglücken; der weniger Be- üterte muß fich aber mtt de« Halbedelsteinen egnügen. Ob die Bubfche Erfindung dazu an­getan ist, das Ohrringetragen in der Männer­wett wieder allgemein werden zu laffen, möchten wir bezweifeln, denn in den Kreisen der Männer ilt diese Sitte mit «echt heute noch ebenso äppisch und albern, wie «Hedem im alten Rom, « Hellas oder in Germaniens rauhe» Wäldern aber «er weiß, was die Modenarren noch Ür Torheiten ausbrüten «erde«.

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»eile ober bereu Raum1SPfg.,Re- klamen bie Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wirb entsprechend. Rabatt gewährt.