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mit Anlerhattungs-Aeilage „Mustrirte Sonntags-Ieitung" peterszage Nr. 4 (Barmonie).
Mul^da, Dienstag, den 24. Februar 1903.
JK44.
30. Jahrgang.
M Der neue Eisenbahn - Mnister Budde
hatte am Montag zu n erstenmale Selegenhett, vor dem preußischen Abgeordnetenhause seinen Etat ,u vertreten. Man erwartet bet solche» Anlässen von den Ministern eine Art P r o g r a m m. Rede, und in der Tat sprach auch Herr Budde von seinem Programm. Allerdings meinte er, sein Programm bestehe einfach darin, nach den „altbewährten Grundsätzen" der prenßt- scheu Eisenbahn«Verwaltung zu verfahren; und darausbi» wird man wohl in manchen Blättern lese» könne», der neue Eisenbahn-Minister habe eigentlich gar kein eigener Programm, er werde einfach „fortwursteln" wie blSher. Wir würden rin solche- Urteil aber für vorschnell ballen. In Preußen spielt die Tradition der Verwaltung eine große Rolle, teilweise auch mit Recht, denn fortwährende Lenderungen in den Grundsätzen bei jedem Mintsterwechsel find, wie man t» rein parlamentarisch regierten Ländern steht, mindestens ebenso sehr vom Uebel, wie rin allzu starrer Konservatismus. Man denke nur an den Unwillen, den der französtsche Marine - Minister Pelletan durch die Umstoßung alles deffen Hervorgernfen hat, was seine Vorgänger eingeführt und geschaffe» hatte». In Preußen ist es Sitte, daß ein neuer Minister t» seiner ersten größeren Parlaments-Rede seiner Vorgänger mit Anerkennung gedenkt und verspricht, in ihren Bahne» fortwandeln zu wolle». So hatte Herr Thielen seinem Borzänger Maybach ei« Lobtted gesungen, und er ist dann doch in mancher Beziehung andere Wege gegangen. Ebenso rühmte auch Herr Budde seine Vorgänger Thiele» und Maybach, ohne daß man daraus zu schließen braucht, Herr Budde sei nur ein jüngerer Thielen.
Allerdings darf man nicht darauf rechnen, daß Minister Budde im Handumdrehen grund- fiürzende Reformen einführen werde; er hat eS auch ausdrücklich abgelehnt, in Tariffcoge» gefährliche Experimente zu mache«. Nach wie vor werde« Vorficht und Sparsamkeit die oberste« Grundsätze der preußischen Etsrnbahnverwaltung sei«. In einem Augenblicke, wo die preußischen Finanzen, obwohl fie durchaus gesund find, doch mit der Tatsache eines, wenn auch nur rechnerischen Defizits fich abfinden müssen, wird auch kein Vernünftiger Experimente empfehle«, üb:r deren Wirkung man fich keine einigermaßen klare Vorstellung machen kann. Aber damit ist nicht gesagt, daß auch allmähliche, vorsichtige Fortschritte unterbleiben müßten, und daß bei Eintritt besserer Zetten nicht auch größere Reformen in Angriff genommen werden. Die Programmrede des neuen Ministers scheint unS solche Erwartungen keineswegs für immer auszuschließen. Schon jetzt zeigt er ja, daß er durch die Rückficht auf die allgemeine Finanzlage fich nicht hindern laffen will, notwendige oder nützliche Maßnahme« zu treffen. Schon der Grundsatz, daß er wegen eines, durch
Btt W) Ms der Lönizsbnrg.
Originalerzählunz auS der Geschichte der ehemalige»
Jülicher Lande von Aleea Ruth.
17 ------ (Nachdruck verboten.)
Bestürzt, von jähem Schrecken erfüllt sprang Omar auf.
„Wie?", rief er erbleichend, „so seid ihr der Herzog von Palmire?"
Nm war es an dem Klausner, in hohem Erstaunen sich aufzurichtea.
„Du kennst meine Geschichte?", fragte er und sein forschender Blick traf den Jüngling, „mir deucht, ich bin Dir kein Unbekannter."
Omar wich seinem Blicks aus. „Allerdings nicht, obwohl ich Euch früher nie gesehen.'' Der Klausner trat dicht vor ihn.
„Schau her, daß ich in Deinem Ar gesichte forsche, — Du bist der Sohn de« Mörders meine« Sohnes?"
„Gott ist mein Zeuge, daß ich er nicht bin erwiderte Omar ruhig, „aber fraget und forschet nicht weiter, mein Mund ist verschlossen, ich darf nicht reden."
„So sage mir das eine nur: Kennst Du den Mörder meines Sohnes?"
Der Jüngling schwieg. Schmerzgebeugt sank daS greise Haupt auf die bochatmende Brust. Es galt einen verzweifelten Kampf von neuem zu känpfen, eine vernarbte und doch jetzt wieder blutende Wunde von neuem zu stillen — und er blieb Sieger, weil Gott mit ihm war. Langsam und schwer lreß er fich wieder auf de«
die wirtschaftlichen Verhältniffe bedingten Rückganges der Einnahme« auS d-m Personenverkehr nicht die Anzahl der Personenzüze verringern werde, verdient Anerkennung, und eS liegt hierin auch schon eine Abweichung von seinem Vorgänger, der doch gar manchen Zag hat ausfallen laffen. Auch aus wettere Fortschritte in der Verbesserung der Tarife will Herr Budde nicht verzichten. Namentlich aber verdient alle Anerkennung die von ihm schon im vorliegenden Etat in Angriff genommene Verstärkung des Oberbaues der stark belasteten Schnellzugstrecken, der durch die Einführurig schwererer leistungsfähigerer Lokomotive» und die zunehmende Zahl schwerer Schnellzüge bedingt ist. Gerade diese Verstärkung des Oberbaues dient nicht nur zur Vermehrung der Verkehrssicherheit, auf welche der Minister mit Recht große« Nachdruck legte, sondern ist auch die Vorbedingung einer Vermehrung der Züge und der Zugsgeschwindigkeit.
Andererseits will Minister Budde Ersparnisse erzielen durch Vereinfachung deS Schreibwerks und Beseitigung überflüffiger Beamtenstellen. In letzterer Beziehung ist allerdings eine Warnung am Platze, daß man nicht aus Sparsamkeit in der Verminderung der Stellen zu weit gehe. Möglich, daß durch die Verminderung deS Schreibverkehrs und Vereinfachung des Schreibwerks auch manche Bureaustellen einzusparen find. Dagegen wird man bei den Beamtenstelle« im äußeren Dienst kaum Erspa- rungen machen können; dir Betriebssicherheit, auf die doch auch der Minister so hohen Wert legt, wird vielfach eine Vermehrung, nicht eine Verminderung der Stellen, insbesondere bei dem unteren und mittlere» Pers o«al bedinge». Für die Wohlfahrt seines Personals will Minister Budde „Tag und Nacht" sorgen, ebenso tttschloffrn aber Disziplin und Ordnung auf- rschterhalten und alle Beamten beseitigen, die sich an umstürzlerisch:» Bestrebungen beteiligt». Ma« wird abwarten müffen, wie sich die Ausführung dieser Grundsätze, deren starke Betonung zwe ffillos durch den jüngsten Eisenbahnerstreik in Holland veranlaßt ist, in der ProxiS gestalte» wird. Wir könne« «ur wünsche», daß der Minister unter voller Ausrechterhaltunz der Disziplin doch de» EiÄflüstetuugen aller ge- fliffentliche« Scharfmacher sein Ohr verschließen und berechtigte Wünsche und Beschwerden der Eisenbahnangestellten, auch wenn ne von Verbänden derselben vorgetragen werden, willig anhören möge. Die Koalitionsfreiheit, die alle» anderen Arbeiter» gewährt ist, muß auch den Arbeitern der Ersenbahnverwaltung gewahrt bleiben. Die E:ssnbahnverwaltu»g ist ja, wie Minister Budde bei Beratung des Ausgleichsfonds betonte, ei« großes industrielles Unternehme«, ihre Arbeiter kürfen daher nicht schlechter dastkhen als die Arbeiter anderer industrieller Unternehmungen. Das gehört auch dazu, wen» die Staatsbetriebe, wie der Kaiser s. Zt. verlangte, Musterbetriebe sein sollen.
In Abgeordnetenhause sand der Minister m't seinen Grundsätze» im allgemeinen lebhafte Zustimmung. Insbesondere waren die Konservativen, Freikonseroatioen und Nationalliberalen» wie aus Schemel nieder, und fein Angesicht sprach Verzeihung und Frieden.
„Ueberwunde» — vergeffen — begraben!," murmelte er, „scharren wir keine« Grabhügel auf! Wo immer der Mörder meine« Sohnes wohnen mag, meiner Vergeltung ist er entzogen. Die hat ein Höherer übernommen, der »ahm mir das Racheschwert aus der Ha»d und sagte: Mein ist die Rache."
In freudiger Erregung stand der Jüngling neben ihm. „O, edler Man»! Wie kann ich glaube», daß so viel Schmerz so viel Verzeihung gewährt!"
„U»b ich frage Dich", erwiderte rr»st der Klausner, „wie kannst Du glauben, daß ich würdig wäre, dieses Gewand zu tragen, wenn noch rin Atom von Rachelust in mir glühte?"
„So fei Sott gelobt!", rief Omar, „glaubet mir, mein Vater, der im Zorne zum Mörder ward an eurem Sohne, büßet tausendfach sein Verschulden. Eine Leiche ist er mit gesunden Sinnen, ein Toter, Begrabener bei lebendigem Leibe. — O, Jarbi, mein armer hing.opferter Freund, wen» diese Botschaft noch zu deinen Ohren gedrungen wäre!"
DeS Klausners Kopf war zur Brust herab gesunken. „Mein ist die Rache, so sprach der Herr", murmelte er sinnend vor fich hin, „aber eS hat Ueberwindung gekostet, ehr ich dem Mächtigeren die Vergeltung überließ. Vielleicht trug da« andere dazu bei, mich, der ich ohnmächtig war, einem höher» zu unterordnen, damal« al« die Befriedigung meiner Rachelust mir nicht die erhoffte Genugtuung brachte. Ja, jener andere! Es war der letzte Nagel zum Sarge meine«
de» Aeußerunge» der Abgg. von Arnim, von Erffa, Samp und Macco heroorging, mit feinen Ausführungen bezüglich der BeamtendiSzi- plin sehr zufrieden. Auf der Linken will man, wie Adg Ehlers bemerkt, dem Minister noch einige „Schonzeit" gewähren. Der Eindruck ist trotz des überwiegenden Beifalls von rechts, den der Minister sand, doch wohl der, daß man erst die Taten des Ministers abwarten muß, und daß seine Persönlichkeit an fich Vertrauen zu erwecken scheint. Möge er dieses Vertraue» rechtfertige».
Berlin, 23. Februar 1903.
X Den Kaiser hat, wie die .Kreuzztg.' meldet, 6000 Mk. auS seinem DispositionS» fond«, welcher aus Staatsmitteln ergänzt wird, zur Auschaffang von 100 Exemplaren des Werke« „Der Protestantismus am Ende des 19. Jahrhunderts" zur Verfügung gt- steut. Auch katholische Fürsten hätten nacht selten Gelegenheit, so glänzendes Mäzenatentum zu beweise«; denn es gibt auch wertvolle katholische Veröffentlichungen, die vermöge ihrer Kostspieligkeit nur schwer fich einen größeren Leserkreis verschofftn könne».
+ Graf KaSestre« hat fich von feiner Erkältung leider noch nicht ganz erholt und muß daher »och kurze Zeit dem Reichstage f^ ^bleiben.
X Ier »ene bayerische Kulin»minifier, der an die Stelle des zum Minister pcäfidenten ernannten Frhrn. v. Podewils tritt, ist der bisherige Staatsrat im Kultusministerium Dr. von Wehner. Dieser gilt allgemein al« ein trefflicher Beamter und ist, wie der ,Germ.' au« München geschrieben wird, ein ausgezeichneter Katholik, dem da« bayerische Volk volle« Vertrauen entgegenbringen darf. — Die Herren v. Riedel und Frhr. v. Feilitzsch werden immer einsamer!
t Jas Andenle« der tzschsel. Wschose» Settel-- ist vsr d-'.r rohen Angriff«» Her Sozialdemokratie heute nicht mehr geschützt. AlS bei den großen sozialen Debatten der letzte» Tage von feiten der Zentrumsredner Trirnborn und Stötze! auf die großen Verdienste Kettler'« um die Sozialresorm yingewiefen wurde, hatte der sozialdemokratische Jude Wurm (Sitzung vom 18. Februar) d»e Unverfchämthkit, die hoch- edle«, lauteren Absichten diese« heiligmäßigen Bischofs dahin zu verdächtigen: Was dieser getan, habe er nicht im Interesse der Arbeiter, sondern im Jntereffe der Zentrumspartei getan! I« seiner blinde» Leidenschaft vergaß Wurm, daß Krittlers Reden und Schriften: „Predigten über die großen sozialen Fragen der G egen wart" (1848), „Arbeiterfrage und Christentum" (1864), u»v das Beste: „Die Rede auf der Liebsrauenheide" (1869) zu einer Zeit erschienen find, wo »och Nremand a» ein Zentrum dachte. Letzteres
LsbenrglÜcke«. Damals als ich vom Schmerze um den Virlust meines Einzigen niedergebeugt, tröst- und fassungslos Zerstreuung im roitben Kriegs- treiben suchte, um mein Leben derjenigen zu erhalten, deren Schützer und Gatte ich mar. Und da kehrte ich heim vom blutigen Felde, müde an Köiper und Geist, nach meiner stillen Häuslichkeit mich sehnend und fand mein Weib, mein angebetetes Weib, die Mutter meines unvergeßliche» Sohnes, — in den Armen ihre« Buhlen! Da packte mich der Wahnsinn, ich riß mein noch blutige« Schwert aus der Scheide, und ehe fie aus ihrem Lieb: «to umel erwachen konnte, flog mein scharfer Stahl dem Verräter in die Brust, und dann stürzte ich hinaus mit von Furien gefolgt und verließ das Schloß meiner Väter für immer. Hungernd, elend an Leib und Seele zog ich durch die Lande, bis ich in dieser Waldeinsamkeit mein Herz gesunde« ließ. Dort baute ich mir eine Hütte mit eigener Hand, da drang die Stimme Gottes an mein Ohr, ich hörte auf fie und fand den Friede». Die Steine zum Bau dieses Kirchleins trug ich unermüdet zusammen, nun steht es dort, einsam und schlicht, aber es mahnt mich an meine letzte Pflicht — mir den stillen Ort zu schaufeln, wohl« ich mich bald zum ewige« Schlafe lege."
Die Abendschatten hatten fich längst auf Baum und Strauch niedergesenkt, und das bleiche Mond- licht flutete durch das kleine Fenster.
„Und jene, die euch betrogen ?" wagte Omar leise zu fragen, und der Klausner hob daS
„Ich habe nie danach gefragt. Sie mag ge storde« fei», vielleicht auch lebt fie noch, geehrt,
ist ja erst E»de 1870 gegründet worden. Und nun, einen Bischof Äetteler solcher Heuchelei zu beschuldigen — einem Manne von unbeugsamem Charakter, in deffen ganzem Wesen, Wahr- hett, Vornehmheit und Lauterkeit der Gestnnung ausgeprägt war! Als Bischof Retteier feine Stimme erhob jum Schutze der Schwachen und Vergeffenen, da nahm er den Kampf aus gegen die ganze liberale Zeitströmung. Noch in den fiebenziger Jahre wurde er im deutschen Reichs» tage der „BundeSgenoffenschaft" mit der Sozialdemokratie beschuldigt, einer Anklage, die damals — zumal gegen eine« Bischof gerichtet, doppelt schmerzlich empfunden wurde. Was aber noch mehr besagen will: Bischof K-tteler hat seine Liebe zum Volke zuerst durch persönliche Opfer und durch großartige Werke der barmherzigen Liebe betätigt und dann auch öffentlich das Wort ergriffen. Und selbst ein solcher Mann ist in seiner Grabesruhe nicht sicher vor den Angriffen eines jüdische« Phrasenhelden! — Katholische Arbeiter, stellt Euch als Schutzwache um daS Grad unseres großen soziale« Bischoses! Wer sein Andenken zu schmähen weiß, ist unser Feind!
• Herzog Müokan» von WSrttemver« ist am Sonntag in Karlsruh (Schlesien) gestorben. Der Dahingeschiedene war am 1. März 1833 geboren. Er ist ein Sohn des 1857 verstorbenen Herzogs Eugen. Am 8. Mal 1868 vermählte sich Herzog Nikolaus mit Herzogin Wilhelmine von Württemberg, die am 24. April 1892 starb. Kinder find dieser Ehe nicht ent» sprossen. Herzog Nikolaus war der präsumtive würtierndergische Thronsolger, da die Ehe des £5nig8 Wilhelm mit seiner Gemahlin Charlotte bisher kinderlos geblieoen. I« Folge des TodeS des Herzogs Nikolaus hat jetzt die katholische herzogliche fitste, deren Haupt Herzog Albrecht ist, die nächste Anwartschaft auf de« Königs thron.
X Ki«e starke N-»jS«germ»g i* bat Megiernngnpr ast-ien ist augenblicklich im Gange. Bereits find die Präsidien in Düsseldorf, Arnsberg und Köslin erledigt, und »u» hat auch der Regierungspräsident ».Magdeburg, Herr v. Arnstedt, „krankheitshalber" sein Abschiedsgesuch eingereicht. Ob alle diese Ver- änderurige« rein zufällig zusammentreffen. oder ob hier etwa die kommenden Wahle« mitspreche«, läßt fich «o ftweilen nicht beurteilen.
+ richtet a»f seine zviedenrvsyl hat der zoeite Vizepräsident des Reichstage«, bet 46g. Büsing, der den 2. mecklenburgischen Wahltrei« vertritt. Als Grund seines Rücktritte« gibt Herr Büsing, der dem linke» Flügel der Ra- tionalbberaten ang-hört, Gesundheitsrücksichten an.
* Die näheren Bestimmungen über großer» T»nppe«LVnnge« im Jahre 1903 lauten: Da« IV. und XI. Armeekorps halten Kaisermauöo« ab gegen die beiden könial. sächsischen Armeekorps XII. und XIX. Dem IV. Armeekorps wird eine Schwadron des kombinierten Jäger- Detachrnent« zu Pferds in Langensalza zugeteilt. Zur Bildung von Prooiantkolonnen und zur Gestellung von T'ain-Aulsichtspersonal werden die Train-Bataillone der Garde, Nr. 2, 3, 5, 6, S, 10 unb 18 herangijogen. Die Kriegsgliederurgen gefeiert —fie war schön, geistreich uns edel! Bedenk«, Omar, was das in de« Augen der Welt bebrütet!" Der Jüngling warf den Kopf zu- rück.
„Ich werde die Herzogin von Palmire Haffen müffen, wenn sie je auf meinem Lebenswege mir entgrgentrtit," sagte er bestimmt.
„Das träte unchristlich und töricht — übri» gens vergißt fich nichts leichter, als der Rache» schwur einer schö »en Frau gegenüber," war die mit bitterem Lächeln gegebene Antwort, „denke daran, mein Sohn, und sei auf Deiner Hut. Laß Drin Herz nicht fiegen über di« Vernunft. Besser ist's, Du reißest Dir ein Glied von Deinem Leibe. Bleibe stark, mein Sohn, und fei nicht Deiner Schwäche Knecht, besser leidvoll entsagt, al8 ein langes Lebe« beklagt. Keine« fchlimmeren SIS«, biger gibt es, als die Reue; die fordert stündlich Zinse» Deiner Schuld." Der Jüngling küßte bewegt deS Greises Hand.
„In guter und böser Zeit wird dieses Wort mein Leitstern sein!"
Hinter grauen Wolkenbergen verschwand der Mond, die Waldvögelein zwitscherten im Traume und in der Waldklause wurde es still.
4. Kapitel.
So wurde Omar Teskereh Falkenier auf der Nideggburg. Wen» er über die "'eiten Burghöfe daherschritt, die kühlen, mit Jagdtrophär» ge» schmückten Hallen unb die hohe» Rittersäle durch- oanbtrte und auf der weiten Ebene deS Kampfplatzes die Söldlinge im Waffenspiele fich tummeln sah, dann glaubte er, erst jetzt mit dem Lebe» begonnen zu haben, und seine Dankbarkett