Einzelbild herunterladen
 

Erscheint täglich ». Ausnahme der Soml-und Feier« Inge. Bierteljährl. SSSSi «ulda und ouS» LärtSlM.b0Pf.

nldarr M Ieitnnfl

Inserate-. Die einspaltig: Petit- »eile oder deren 9lsjml5 Pfg.Re­klamen d»e Petit- zeile 25 Pfq.; bei Wiederholungen wird entsprech end. Rabatt gewährt.

M <3.

Jutöa, Montag, den 23. Februar 1903.

30. Jahrgang.

ptrflelirertli»: Für »t« «edaktt-u 3«f. »«««, sie Inserate 2. Parzelle» in Fulda.

mit Anterhattungs-MeikageMustrirte Konntags-Ieitung" M*jssääüS

Reich

Berlin. 21. Februar 1903.

+ Als AettPrmLi f«r die Aeichslsß, «aylerr ist, wie die,Köln. Vztg.'aus zuverläistger Duelle erfährt, dm der Reichsregierung der 6. Juni (Samstag nach Pfiegsteu) fest ixAussicht genommen.

+ Aem Iteichstage ist ein Gesetzentwurf über die Erwerbung der Wilhelm-Luxem- burgBahn seitens der Reichselfendahnver« waltunz zugegangen.

+ zr-tch»t«s-p,Sftve»1 chraf KaSe- Krem ist von starker Heiserkeit befallen worden und daher genötigt, vorübergehend den Reichrtags« fltzungen sernzubleiben.

+ Die Andgetkommiska» de- AS,r» ord»ete»H»»f,» beschäftigte sich aus Samstag mit dem Etat der Bauverwaltung, der eine Neuforderung zur Anstellung eines Unter« staatsfekretärs im Arbeitsministrrium e«t- hält. dem das ganz« dauwestn unterstellt sei» soll, und zwar einschließlich des Wasserbau- wesens. I» der Kommission wurde hiergegen geltend gemacht, daß es sich empfehle, das ganze Wafferdauwrsen mit den zum landwirtschaftliche» Reffort gehörigen Waffermetioratiouen in einem Ministerium, und zwar imLandwirtschasts' Ministerium zu vereinigen. AuS diesem Grunde wurde die geforderte Stelle eines Unterstaats srkretärs ab gelehnt. Am Dienstag wird die Kommission ihre Beratungen fortsetzrn.

+ Ki» WoH»»«g»gesetz ist in Preußen von den beteiligten Ministerien aurgearbsitet word.'n und unterliegt jrtzt der B-fchlußsaffung de« Gesamtministeriums. Ueber den Inhalt der Entwurfs und über dm Zettpua't seiner Ein« bringung im Lrndtage erfährt man leider noch nicht«.

+ Ki« gkäuzeuder Siez des fchwäSisHe« Ieutrum» ist das Ergebnis der Landtagsersatz­wahl im Bezirk Münsingen. Der Zentrums« kandidat Adlerwirt Schmid erhielt 1663, Reib« ling (Bolkspartei) 1557, Herrmann (Bund der Landwirte) 1447 und ein Sozialdemokrat ganze 44 Stimmen. Die Zentrumsstimmen haben sich gegen die letzte Wahl um nahezu 500 vermehrt! Der Bund der Landwirte hat bei der Stichwahl zwischen Zentrum und Bolkspartei den Ausschlag zu geben und dabet zu »eigen, ob für ih» die Sorge für daS Wohl der Landwirt­schaft, das beim Zentrum jedenfalls bester auf« gehoben ist als bei der bauernfeindlichen Volks« Partei, oder aber die protestantische Engherzigkeit maßgebend ist.

X I»m AlstÄtritt d s Grafe« Aratt»- Hetm bringt die bay'rtsch-osfiziöse.Korrespondenz Hoffmann' «in« Darstellung, welche die politische Bedeutung, des Minister wechsel« zu leugnen sucht. Da« Rücktritt«gesuch de« Grasen Crailsheim sei durch Differenzen mit seine» Kollegen über di« Behandlung etnzelner Angelegenheiten veranlaßt, bei welchen nach Ansicht der anderen Minister

Der Raub auf der Söchslmg.

Originalerzählung auS der Beschichte der ehemaligen

Jülicher Lande von Aleca Ruth.

16 ------ (Nachdruck verboten.)

Sein einstiger Zakunftstraum schwand in nebel­grauer Ferne Kahm, sein größter Eh-geiz bestand nunmehr darin, der Falkenier des Eselftämein« von der Ridegzburg zu sein. Rar eine» lag ihm noch bleischwer auf dem Herze«, als er langsam aus dem Waldpfade der Klause zuschritt. Wie konnte er sein eigenmächtiges Hrndeln vor dem Einsiedler begründen. Eines nur konnte für fein Scheid«» au« dec Klause bestimmend sein, da« war die Verwirklichung eben seinkS ZukunftStraumes. Statt besten aber handelte er diesem schnurstrackr zuwider, ward Falkenier, wo er Ritter, Kämpe, Streiter für die gerechte Sache, Rächer eines un­schuldig Hingrmordeten sein wollte. Fast kam ihn in Gesühi bitterster Scham an, aber dann sah er wieder de« Edelfräaletn« lächelndes Angesicht und konnte sich dem Banne nicht entziehen.

In diesem Gemütszustände stand er vor dem Klausner, der schweigend seine mit größter Be­fangenheit vorgebrachte Erzählung anhört«. Er sprach stockend, jäh errötend, entschuldigend, al« habe er eine Schuld zu verschweigen; aber de« edlen Greiser forschender Blick sah in seine Seele. Ruhig und freundlich Hub er an:

Du bist also Falkensteiner geworden, mein Sohn."

Ich denke," fiel ihm der Jüngling schnell In« Wort?« ist die erste Stufe zur Erreichung meine« Zieles."

Graf Crailsheim vor einer Entschließung sich mit dem ganzen Ministerrate hätte in'« Einveknehmen setzen wüsten. Damit ist aber keincsveg« be­wiesen, daß der Rücktritt Crailsheim« keine politischen Ursachen habe. Denn worin bestand denn jene Angelegenheit, welch« di« anberen Minister nicht dem alleinigen Ermeffen de« Grafen Crailsheim überlasten wollten? Doch nur in der Vrröffenilichung der bekannten Dankvepesche an den Grafen Bülow, die allerdings al«ein hervorragender politischer Akt anzusehen war, der ohne Zweifel vorher dem Gesamtministerium hätte unterbreitet werden wüsten. Damit ist aber klar­gestellt, daß die Mehrheit der Minister nicht ein­verstanden war mit der Art, wie Graf Crails­heim die Angelegenheit der Swinemünder Kaiserdepesche behandelte. Hieran ist Graf Crailsheim gescheitert, und der Vorgang im Ministerium war nur in Folge seiner politischen Fehler und zu seinem Sturz« nur der äußere Anlaß. Daran können offiziöse Abschwächunxs- orrsuche nichts ander». Ma» kann billig fragen, welchen Zweck überhaupt solche fruchtlose» Be­mühungen verfolgen. Anscheinend soll die B er« l i n e rRegierun g dadurch vor einer V e r st i m m u » g bewahrt und zugleich eine Grundlage geschaffen werden, auf welcher die Herren Fhr. v. Feilitzsch und v. Riedel ihr ferneres Verbleibe» im Amte rechtfertige» zu können mrine». Dos hilft ihnen aber nichts; die ganz« Presse aller Schattierungen hat bereits mit den Fingern auf diese Herren hingewiesen in der sicheren Erwartung, daß nach dem Sturze Trailsheims auch für sie kein Platz mehr sei in der neue» Regierung, Es wäre un> schön von ihnen, w?n» sie ihren Freund Crails­heim allein fallen ließen. Bleiben sie doch in Amt und Würden, so werden sie in den Sagen der ganzen Welt alsKleber" dastehen. Uebrigens wenn ihnen dies Spaß macht uns kann es recht sein; politisch ist ihre Rolle auch so ausgesplelt, und übcr de» Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streite».

[] Leipzig, 21. Febr. 1903. Die,Grenz- bote-r' vnöffe-itlichen unter dem TitelBabel und Bibel" ein langes Handschreiben Kaiser Wilhelm II an vas Vorstandsmit­glied der deutschen Otientgesellschaft, Admiral von Hollmann, in welchem der Kaiser seine Stellung zu dem zweiten Vortrag, welchen Pro­fessor Delitzsch i» der deutschen Orienigesell- schäft über das ThemaBabel und Bibel" ge­halten hat, präzisierte. Der Kaiser gibt eine ausführliche Darlegung seiner Stellungnahme zu dem Inhalt des Vorträge«, insbesondere zu den Anschauungen des Professors Delitzsch über die Offenbarungsfrage und erklärt es für einen schwere» Fehler, daß Professor Delitzsch ix sehr polemischer Weise sich an die Offenbarungs­frage herangemacht und dieselbe mehr oder minder vereint bezw. auf historisch rein mensch­liche Dinge zurückführe» zu können geglaubt habe. Das Handschreiben stellt nachfolgende Schlußfolgerungen des Kaisers fest: a) Ich glaube an einen einigen Gott; b) wir Menschen brauchen, um ihn zu lehren, eine Form, zumal für ursere Kinder; c) düs- Form ist bither das alte Testament in seiner jetzigen Überlieferung

Vielleicht auch die letzte," sprach da der Klausner ernst,die Gunst einer großen Herrn ist wandelbar wie die FkühlirgSfonne unb un­beständig wie das Meer. Stehe Dich vor; mein Sohn, daß dieser Dir so p'ötzlich aufgegangene Stern Dich nicht nach Jerusalem zurückführt. Unb nu» sage mit einmal, wie Du zum galten» steinet gewotdrn bist. Du gingest übet diese» Punkt so schnell hinweg." Des Jünglings Vet- legrnheit trat deutlich in seinem G-sichte hervor, was dem Klausner nicht et igtng. Er sprang ihm deshalb mit bet Frage bei:

»Der Burggraf hatte Dich also schon hier vor der Klause gesehen?"

Nein, nein 1 DaS Edelfräulein erkannte mich als de» Matten flechtet wieder!

Und als der Falke Dich nicht mehr verlassen wollte, sagte der Burggraf, daß Du als Falkenier auf der Burg bleiben solltest?

Auch das nicht; das Edelfräulein sprach so zu mir.

Uxb Du willigtest ein und sagtest, daß Dir diese Stelle zusage?

DaS sagt« ich nicht.-

Aber Du erklärtest Dich bereit?M So recht eigentlich nicht ich. Ei, wer denn?"

Auch wieder das Edelsräulein! Des KlauSnerS Wißbegierde schien vollauf befriedigt zu sein, während Ornat ein Gefühl des Unbe­hagens nicht von sich abzuschütteln vermochte.

Setze Dich her zu mit, sprach bet Klaus­ner,wir wollen de» letzten Abend, btx Du in bet Klause verbringest, in heimischem Geplauder verkürzen. Sieh, mein Sohn, ich war eine Weile ölücklich gewesen und vergaß, daß dein Sehnen

gewesen. Diese Form wird unter Forschung und Inschriften und Grabungen sich entschieden wesentlich ändern. Das schadet aber nichts. Auch daß dadurch viel vom Nimbus des aus- erwählten Volkes verloren gehl, schadet nichts. Kern und Inhalt bleibt immer derselbe: Gott und sein Wirken. Nie war Religio» Er­gebnis ber Wissenschaft, sondern ein Aus­fluß deS Herzens und Seins des Menschen aus feinem Verkehr mit Gott,

* MSuchr«, 22 Febr. 1903. Der Staats, rat im Kultusministerium Dr. Wehner ist zum Kultusminister ernannt worden.

Ans dem Reichstage«

264. Sitzung osM 21. Februar 1903, 1 Uhr.

Auf der TageSorduunz steht zunächst der Sp?zial- Etat deS Statistischen Amtes.

Abg. Graf Aanih bemängelt die Warenhandels. Statistik hinsichtlich ihrer Wert Ziffern. Das Statistische Amt ziehe nicht genug in Betracht die Schleuderpreise, zu welchen Kohlen und CoakS, Roheisen und andere Roh- und Halbzeu,waren, auch Walzesten, Schiffsbleche von unseren kartellverbänden an das Ausland abgegeben würden. Die AuSsührwertziffern feien daher in unserer Sratisttk weitaus zu hoch angegeben. Endlich verbreitet sich mebner noch über di- Bevölkerungs Statistik, über die Bewegungen und Verschiebungen in Stadt und platten Land. Die HandelSvvlittk gebe Gelegenheit, die deutsche Landwirtschaft wieder auf den Platz zu stellen, der ihr gebühre. (Bravo! rechts.)

Abg Dr. Südestnm (Loz) wendet sich gegen den Vorredner und fragt dann, wie es mit einer neuen Be- rufs« und Gewerbe,ähluriz jür 19C5 stehe. Redner be­mängelt dann noch de« Geschäftsgang bet der arbeiter- statistischen Abteilung deS Statistischen Amtes.

Sächsischer Beooll. Dr. Itscher widerspricht diesen Ausführungen, die tatsächlich und.'gründet seien, ebenso der württembergische Bevollmächtigte von Kchtcher.

Ab«. AösiMe-Deffau (frf. Bgg.) ärrß nt sich im Sinne SüdekumS.

Abg. von Aeyk zu Aerr««Heim(ntl.) betont u.A., Geschäftsführung und Zusammensetzung des arbrits- flatistischen BetratS seien in keiner Weise zn bemängeln.

Staatssekretär Graf Aosadowuky tritt den Be­mängelungen deS Grafen Kanitz entgegen. DaS Statistische Amt wende alles an, um die Tatsachen so objektiv wie möglich darzustellen. Die Kosten einer Berufszählung betragen Mehrere Millionen, und bei der Frage, wann wir wieder ei.ie solche Zählung vornehmen, werde daher wahrscheinlich die Finanzlage eine Rolle spielen.

Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird der Etat d:S Statistischen Amtes genehmigt, ebenso debattelos daS Kapitel AichungSamt.

Montag 1 Uhr Fortsetzung.

Schluß £>'/. Uhr.

Aas dem Landtage.

27. Sitzung vom 21. Februar, 11 Uhr.

Nach Erledigung des Gesetzentwürfe? betr. die Er­weiterung deS Stadtkreises Gelsenkirchen in erster Lesung felgt die erste Beratung des Sesetzrntwurfes betr. die Bildung eines AusgleichSfondS für die Eisenbahnverwaltung

M nistii v. Aheiuvave« benüxbet die Vorlage. W.e Privatunternehmungen sich Reservefonds bildeten, o müfle auch für die Eisenbahnvrrwalrung eine Re- ervr für schlechte Konjunkturen geschaffen werden.

Abg. Am Jetzuhoff (Zentrum): Ein großer Teil einer Freunde stehe der Vorlage ablehnend gegenüber, ein anderer wünsche tlesgchrnde Aenderunoen. Zunächst bestehen Bedenken, es könne durch den Entwurf das Budgetrecht deS HauseS beschränkt werden. Gewiß wirken die Schwankungen der Einnahmen der Eisen­bahnen auf die ganze StaatSwirtschast schädlich ein.

aufwärts ging, das meinige abwärts. Nun rächt dir doppelte Unvernunft sich bittet."

Mein Vater", stammelre Omar uxb ergriff eine Hand,ach, könnte ich doch, wie Ihr wöllkt, aber dagegen sträubt sich e.llrs in mir.

Still!" flüsterte abwehrend der Greis,eS st ja nut das törichte Hessen eines alten Mannes gewesen. Der Himmel bewahre mich davor. Deiner Seele Zwang anzutun. Nur einen fröh­liche» Gebet hat Gott lieb! Du darfst nicht unglücklich werde», um ein Glück zu suche», daß Du vielleicht »immer findest die Entsagung i» Gott!"

Wenn die läuflich wate, wie mancher Flitter- and, tief der Jüngling begeistert,ich läge heute zu Euren Füße«, mein Vater, und flehte um dies Gewand der bitterste» Entsagung."

Eine Weile Geduld," versetzte vet Klausner ernst und legte seine Hand schwer auf des Jüxg- inzs Schultet, vielleicht ist die Stunde nicht mehr fern, die Dich zurück in die Klause schicket. Vielleicht kehrst Du müde und ruhebedürftig schon vor Deinem Abend in den Waldftieden ein. Eine Weile Geduld, mein Sohns"

Ehe mein Mut erlahmt, meine Kraft erlischt, lehrt auf der Waldklause längst kein Stein mehr auf dem ander»!"

Der Jüngling schüttelte abwehrend das blonde Lockexhaupt.

Ein eigentümliches Lächeln umspielte des Klausners Mund:Sie ist von gutem Funda­mente, fajte er und deutete auf daS graue Sk- lein,ich fürchte, mein Sohn, Du wirst ech chlechter Baumeister. Ich bin eS auch gewesen, aber nun bin ich in einer guten Schule gewesen und habe au diesem Gestein meine Kunst bewiesen.

Aber weit gefährltchkr unb lästiger seien für die ein« »einen Staaten die Schwankungen in den Matrikular- briträgkn. Mindestens müßte also auch zur Beseitigung dieser Schwankungen b»r Fonds dienen. Dieser Ansicht fei auch Miquel gewesen. Er beantrage Verweisung der Borlaxe an die Budzrtkommisston.

Abg. Sichler (freis. Vp.): Nach Art. 99 der «er- faflunz sollten alle Einnahmen und Ausgaben alljährlich veranschlagt und auf den Etat gebracht werden. Hier­gegen verstoße dieses Gesetz, das er durchaus ablehne.

Abg. ». Arnim (kor-.s.): Der Entwurf sei in einem ungeeigneten Moment gekommen, aber seine Partei sei bereit, ihn wohlwollend zu prüfen, obwohl sie ihm sehr skeptisch gegenüberstände.

Minister der öffentlichen Arbeite» Andder Gerade der gegenwärtige Moment scheine ihm der geeignetste für die Einbringung der Vorlage zu fein, weil die Eisen- bahnoerwaltung sich in einer Notlage befinde. Die Eifenbahuverwaltung, die ein großes industrielles Unter­nehmen fei, bedürfe deS Fonds, nicht um se.bständig und unabhängig von der allgemeinen Finanzverwallung »u sein, sonder» um die Eisenbahnen ihrem Zweck ent» spreche-d als BerkehrSinstrnmrnt auf der Höhe zu halte». (Bravo.)

Abg. Sattler (notilb.) faßt sein Urteil über daS Gesetz zusammen in den Worten: Klein aber ganz nied­lich. ES sei ein Schritt zu dem großen Ziele, die Elsen- bahnverwaltung zwar nicht vollständig zu isolieren, aber fiemehrvon der allgemeinen Ftnanzverwaltung zu trenne».

Abg. Hamp (fit.) meint, vielleicht könnte man be» AuSgleichssonds dadurch umgehen, daß man jährlich 20-80 Millionen dem Eisenbahnmintster zur Verfügung stelle. Im Prinzip stehe er auf dem Boden der Vorlage, er wüiffche nur, baß der 30 MillionenfoudS nicht für ewige Zeiten gewünscht, sondern in j dem Etat festge­setzt werbe.

Minister v. Aheinbakeu- Daß bas Bubgetrecht des Hauses gefährdet werde, könne er nicht anerkennen. Die Eisenbahnen seien ein Unternehmen von derartigem Risiko, baß sich gesetzliche Sicherung ihrer Bebürsntffe wohl rechtfertige.

Abg. Ktzkrrr (fr. Bgg.) erkennt an, daß die Eise»- bahnverwaltung eines Reserv-fonds bedürfe. Jedoch werbe sich die rechtliche Seite kaum einwandfrei gestalte» taffen.

Ab», ztewoldt (fit) steht der Vorlage im allgemeine« sympathisch gegenüber.

Darauf wird die Vorlage an die Budgetkomis- fton verwiesen. Montag 11 Uhr: Eisenbahn- etat.

Schluß 3 Uhr.

« Kaas, 22. Febr, 1903. Ma« bestätigt, daß mehrere amerikanische Milliardäre über den Ankauf der Grvßherzogl. Weimarische« Besitzung in Haag verhandel», um daselbst eine» Friedens-Palast alSSitz des inrernationale» Schiedsgerichtes zu errichten und diese» der hol- Indischen Regierung zu schexken. Der Wert der Schenk» <i mied auf 12 Millionen Franken berechnet.

D Kit22. Febr. 1903. Wie au- Ma)«do>"«x gemeldet wird, organifirrtrn sich w de» letzt.» Tage» auf die Anregung Sarafow- insgesamt sieben bulgarische Banden zu je 200300 Mann, welche vollständig ausgerüstet find. Die hiestzen Matter bedauern, daß auS der Reform-Nkiion O>sterreich«Ungarns und Ruß­lands die Frage der Entwaffnung der Albanese» ausgeschieden sei, die für das serbische Element von ernster Wichtigkeit sei.

G Mshinglo«^ 21 F-br. 1903. DaS Repräsentantenhaus stimmte dem Bericht dcS Ausschusses über den Gesetzentwurf zum Schutze des Präsidenten zu. Der Gesetz- entwarf in ber vom Ausschuß angenommene» '>«!M,MLMv«!U!^WMMWMSWWM»W«S»SS»I Rücke «aher, mein Freund, ich will Dir meine Grfchichte erzählen, ehe wir scheiden. Schaue auf zu mir, Jüngling, Du brauchst den Blick nicht vor mir zu fetten. Der da vor Dir fitzet mit dem Schiee des Alters auf dem Scheitel, ist ein Büßer e!« Sünder--ein Mörder! !**

Erschrocken wollte der Jüngling emporfahren, aber des Klausners starke Hand zwang ihn nieder.

Aus dis Greises Zügen sprach die mächtigste @rregurg, indem er sprach:Auch ich war einst glückiich MckliD, was die Welt in diesem Eirne meint. Ich besaß das trauteste Familien» glück! @ n Werb, schön und geistreich, nannte ich mein Eigen; schöner als Deine Augen jemals ein solches schaue» kön«en. Und auch einen Sohn schenkte mir Gott, einen heldenhaften, ritterlichen Sohn. Wir hüteten feixe Schritts und folgten schützend feixen Wegen, war er doch das Unter» psaxd unserer Liebe, unseres Glückes. Schon find meine Auge» in der Schwäche des Alters getrübt, aber noch steht mir lebhaft und in unverwisch­barer Frische das Bild vor Augen, das mich seitdem im Wache» und Tiäume» verfolgt. Ich sehe ihn ix seiner schlank«» Größe über de» Alta» dahinschreiten, unseren Stolz, unsere Freude, de» ich nur Wiedersehen sollte als Leiche!

Er hielt inne, die Erregung Überwältigte ihn.

In dem Augenblick;," fuhr er fort,da ich mich von der Uebermacht meine« Glücke« berauscht fühlte, nahte mit schwerem Flügelschlag schon ber düstere Unheilverkünder, diese« schattenhafte exi­stenzlose Wese», da« uns in banger Vorahnung ergreift. Blut'g, tot ward er uns hetmgebracht, erstochen von einem unserer geringsten Knecht«, den er im Zorne gezüchtigt."

(Fortsetzung folgt.)