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JK 42.
JuLöa, Samstag, den 21. Februar 1903.
30. Jahrgang.
[J „Zentrum ist Trumps."
So schallt eS heute unisono durch den ganze« liberalen Blätterwald, weil in Bayern Ara Crailsheim das MtntsterprLstdtum und sein Mintsteramt überhaupt an den bisherigen Kultur» Minister Freiherr von Podewils hat ab,eben müffen. Tatsächlich aber ist Sraf Crailsheim nicht gefallen, weil «Zentrum Trumps" wäre, sondern weil er in ratet durch seine eigenen groben Fehler unhaltbar gewordenen Position durch die Person des Prinzregenten sich zu decken suchte. Das war vordem zwar öfter gelungen, weil die „chinesische Mauer", die sich zwischen de» Kegenten und daS bay-rische Volk schob, ßede wahrheitsgemäße Aufklärung des Verwesers der Krone über die Stimmung im Lande ver» haderte. Aber gerade diese „chinesische Mauer" muß in der letzten Ze.t brüchig geworden sein. Zweifellos — darauf deuten auch liberale Blätter hi» — haben auch Mitglieder des königlichen Hauses ein großes Verdienst darum, daß in jüngster Zeit auch andere Stimmen als die der . Herren Sraf Crailsheim, v. Feilitzsch, v. Riede j-M. <1, daS Ohr des Regenten errrichten. Als dies« sah, wie sein erster Minister, dem er bis dahin volles Vertrauen entgegengebracht, ihn jahrelang über die wirkliche Lage und die VolkS- stimmung ia Bcyrrn getäuscht und ihn selbst vorgeschoben hatte, um nur sein Amt zu retten, war ft natürlich empört und unterzeichnet gern das EntlaffungSgesuch, deffen Einreichung Herrn von Crailsheim allzu deutlich nahegelegt wurde, als daß er länger noch diese Winke übersehen konnte.
Bei alledem ist das Zentrum nur insofern beteiligt, als Graf CrailSyeim durch die Art, wie er beim Sturze des früheren Kultusministers von Landman» unter Preisgabe der SiaatSautorität an die Würzburger „Voraussetzung«^«," zugleich dem Zentrum die denkbar schwerste Beleidigung zufügte, dieses dazu brachte, daß es seine nach dem Gefühle seiner Wähler schon allzu langmütig bewahrte Geduld endlich aufgab, dem Minister sein Mißtraue« votierte und folgerichtig diese neue politische Lage durchiührt«. Doch anch die? hätte dem Ministerpräsidenten schwerlich den Hals gebrochen, wenn et nicht, wie schon vorher, so an- gestchts der Swinemünder Kaiserdepesche und weiterhin nach der Reichstagsverhandlung über dieselbe gegenüber de« von Berlin ausgehende« Tenderzen d,e Macht des Kaisertums auf Kosten der Einzel» fiaate« und ihrer Fürsten zu erweitern, eine kaum begreifliche Nachgiebigkeit und Kurzsichtigkeit an den Tag gelegt und dann für seine eigenen Fehler hinter dem Regenten Deckung gesucht hätte. Die eigentliche Ursache seines Sturzes ist also darrn begründet, daß er die Stellung Bayerns im Reiche nicht 8u wahren verstand. Und in seinem Sturze liegt daher nur insofern ein „Triumph" deSZentrums, als damit dessen fiten« geS Festhalten an dem bundesstaatlichen Charakter LeS Reiches endlich auch bei der bayerischen Regierung rin/gewisse? Verständnis stnoen zu sollen scheint. Wenn liberale Blätter auch daS prote- stantische Bekenntnis des Grasen Crailsheim hetanziehen, so soll damit nur wieder einmal der To» zu dem bekannten Liede von der „Intoleranz deS UltramontantsmuS" angeschlagen werden. In Wahrheit ober hatte dieses protestantische Be» kenntnts dcS Grafen Crailsheim weder mit feinem Sturze noch mit dem scharfen Gegensätze etwas zu tun. in welchem er zuletzt weit mehr als früher zum Zentrum stand. Das Zentrum würde ebenso sch-rrf seine« katholischen — aber nicht ultramon» tane» — Nachfolger bekämpfen müssen, wenn we|er eS ebenso schlecht wie fein Vorgänger verstände, Bayer» den „Platz an der Sonne" im Reiche zu wahre».
Liberale Blätter äußern sich dann auch seht verdrießlich darüber, daß die halbamtliche,Nords. Allg. Ztg.' zum Papstjubiläum de» gestern von uns im Wortlaut mitgeteilte» Artikel gebracht hat, worin sie auch vom Standpunkte deS Nichtkatholike» aus den glänzenden persönlichen Eigenschafen Leo'- XIII. volle Gerech« iigfett widerfahren läßt. Sie bezeichnet chn als „leuchtendes Vorbild für die gesamte Menschheit", als eine» „Friedensfürste»" voll „staatsmännischer WeiShnt". Nu«, ist dies etwa unrichtig? Oder ist eS für die deutsche Regierung ein Verbreche«, »en» sie dem geistigen Oberhaupte von 20 Mill. Deutschen ebenso wie andere Regierungen eine« herzliche« Glückwunsch darbietet. Nur zelotische Engherzigkeit und Verranntheit kann daraus An» stoß nehmen. DaS Zentrum müßte mehr als de- scheiden sein, wenn es in solche« Freundlichkeiten die Erfüllung aller feiner Wünsche sehe« sollte. DaS Crntrum weiß »»r zu gut, wie wett eS noch
non jenem Ziele entfernt ist, das in der völligen Wiederherstellung des Zustande- vor dem Kultur, kampf besteht. Wit bilde» unS nicht ein, daß bei der Regierung „Zentrum Tramp," sei, freuen uc8 aber, daß dies beim katholische» Volke allktdi»gs der Fall ist!
Bei der Betrachtung der Ursachen der Crailsheim-Kitte muß man natürlich zwischen den eigentliche« Ursache», wie wir sie oben dargelegt, und dem nächsten A»lasse unter- scheide». Graf Crailsheim hatte selbstverständlich bemerkt, daß sein Ansehe» beim Regenten er- schüttelt war. Um nun seine Stellung wieder zu festigen, suchte er «ine Gelegenheit, um einen Vertrauensbeweis der Krone zu erlange«. Diese Gelegenheit glaubte er gefunden z - Haber, als in einer an sich unbedeutenden MeinrmaSver- schiedenhiit über eine Kompetenzfrage die Mehr, hett des StaatSministeriums, darunter Frhr. v. Podewils, gegen ibn entschieden hatte. Darum reichte er sein SntlaffungSgesuch et», in der Hoffnung, daß der Prinzregent dasselbe ablehnen werde. Darin hatte er sich getäuscht; der Regent, der — wie der .Germania' aus München telegraphiert wird — i» letzter Zeit eingehend übe«, die Stimmung deS Landes unterrichtet worden war, nahm ohne weiteres daS EntlaffungS- gesuch an und ernannte sofort Frhr«. v. Podewils zum Ministerpräsidenten. Als dessen Nachfolger wird bet Justizmintster Miltner genannt, der angeblich durch den protestantische» Oberlandes- gtrichtkpräfidenten v. Thelemann ersetzt werden soll, damit — so schreibt ein „unparteiisches" Blatt scheinbar ganz ernsthaft — die „Parität im Ministerium gewahrt" werde. Eine nette „Parität", bei welcher die Hälfte der Minister, oder wen« man nur die Zivil-Minister rechnet, drei Fünftel derselben protestantisch find, während die Bevölkerung Bayern- noch nicht zu einem Drittel protestantisch ist! Und da soll „Zentrum Trumps" sein!
Berlin, 90. Februar 1903.
+ Al» Rüa-tttzer Hverpräfidrat »»« Zfase« wurde unserem Mitarbeiter im Reichstage am Freitag der frühere Vorsttzende der kons-r- oativen ReichStagsfraktio» und jetzige Vizepräsident te? Herrenhauses Fht.v. Mantruffel-Crossen, Landesdirektor der Provinz Brandenburg, genannt. ES wird aber als »och sehr fraglich angesehen, ob Herr v. Manteuffel Last haben wird, den schwierigen Posten, auf dem sich schon mancher vorzeitig verbraucht hat, anzunehmen.
+ Die AeiHrtaPSwuHke« sollen, wie der Deutschen Tagesztg/ „aus unanfechtbarer Quelle" mitgeteilt wird, nicht Mitte Juni, sondern schon in der ersten Juniwoche strttfinden. Trifft die- zu, dann ist damit die msp üngliche Meldung der ,K»rrespondenz für die Centrums» presse', welche zuerst und allein in der gavz-n Preffe den Anfang des Janimond r all Termin der Reichstagswahlen bezeichnet hatte, bestätigt. Wir wiederholen daher auch ur.fere Mahnung, die Wahlvordereitungen zu beschleunigen und tn oller Kürze zu Ende zu führen!
+ I« »<r MaHIfiarteK „KattzSKim-" >es .Vorwärts' schreibt die parteiamtliche,Natio- nalltberale Kort« spondenz':
„Die ganze Geschichte deS .Vorwärts' vom Wahlkartell, soweit sie die »ationalliberale Parteileitung angeht, beruht auf willkürlichster Kombination deS sozialdemokratischen Organs."
Ernst genommen hat die Phantasien des,Vor- wärts' übrrhanpt kein Blatt, dos selbst ernst genommen set» will. Immerhin dürfte ei« Körn, chen Wahrheit auch ia diesem sozialdemokratische« Unsinn liegen, nämlich soweit die Wünsche mancher Nationalliberale» i» betracht kommen. Aber daß diese sich nicht bis zur Ausarbeitung einer ganzen MandatSvet- etlungSplsnes verdichtet habe«, glauben wir der.Ratlib. Korresp.' gern.
X Die Errichtung einer militär- technischen Aochschnke bildete den Gegenstand der Verhandlungen der Budgetkommisston >e« Reichstags am Freitag. Man kam noch zu keinem Beschlüsse, da Nationalliberale, Frei- !onservative und Freifinnige im Jrtereffe bet Professoren bet Technischen Hochschule in Char» lottenburg gegen die Errichtung einer besonderen militärtechnischen Hochschule sich hartnäckig zur Wehr setzten, obwohl der KriegSminister über- zeugend nachwies, daß die militärische Technik ganz anbetigeatteie Kenntnisse verlangt, al« fte ia dem auf die Bedürfnisse bet Industrie znge»
schnittenen Unterricht der Technischen Hochschule vermittelt werben. Abg. Paasche (nail), bet selbst Professor an dieser Hochschule ist, verlangte, daß die mllitärtechntschen Fächer wenigsten« der Hochschule unterstellt werden, und beantragte daher bie Streichung be« geforderten Gehalt« für einen Direktor der militärtechnifchen Hochschule. Abg. Gröber (Ztr.) erkannte dagegen vir Forrerungen der Militärserwaltung und den Wunsch nach besserer technischer Au«btldung bet Offiziere im allgemeinen al« berechtigt an, beantragte jedoS, die allgemeine technische Ausbildung der Df filiere nach wie vor der Technischen Hochschule tn Charlottenburg zu überlassen und nur die spezielle milnättechnische Ausbildung einer „Hochschule für militärtechnische Lehrgegenstände" zu übertragen. Damit war der Kriegsminister einverstanden. Die Debatte wurde schließlich auf Dienstag vertagt.
* Kto»? i 20. Febr. 1903. Wir die .Zeitung für Hinterpommern' meldet, hat der Regierungspissioent von Tepper-Laski in Körlin fern Abschiedsgesuch eingereichl.
Parlamentarische Nachrichten.
X Die B-,dgetko«mifk»n des Reichstages setzte am Donnerstag die Beratung oeS Militär Etat« fort. DieAbgg Prinz Arenberg (Ztr.),Dr. Müller- Saga» (fit), Dr. Blan kenhor n (ntL), v. Walbow und Reitzenstei» (konf.) bringen Beschwerde» über die SinquartterungSlasten und die Flurschäden vor. KriezSminifter v Goßler verspricht »acy Möglichkeit Entgegenkommen. Referent Sraf Roon (konf.) wünscht, daß nicht nur daS Getreide bei Flurschäden entschädigt werde, sonder» auch daS Hrbbftfuttet d. h. solche Futterpflanzen, die nach Aberutung deS Roggen« angeraut werden. Die landwirtschaftliche Not- läge bedinge Abwendung wirtschaftlicher Sri ävigunge», die Hauptlast entstände hauptsächlich durch dc - Durchmarsch nach be» UedungSplätzen. Einzelne Gegenden seien, wie bereits gestern erwähnt, »a sehr mit Etnquar- tleruagen bedacht. Einen bestimmten Antrag wolle er nicht stellen. Seneralleutenant v. Einern: Orte tn der Nähe von UebungSplätzen dürften dauernd nicht mit Einquartierungen belegt werden Geheimrat Herz: Die Essahrungen bezüglich der Entschädigungen bei Einquartierungen «sw. seien im Gange, aber noch nicht ab. geschloffen. Man werde den Einwohnern möglichst entgegen kommen Hierauf wird daS Kapitel 1 Reisekosten und Tagegelder, Vorspann, und Transportkosten beraten. Der vorliegende Erat weift et» PluS von 111,640 Mk. gegen da? Borjayr auf für Reisekosten und Tagegelder, dagegen ea» MinuS nct 13,885 Mark bet den Vorspann, und Transportkosten. Hierbei entsteht etne längere Debatte, tu welcher die ZentruwSabgeordnete» Roeren, Müller-Fulda und Vröber ,ür die Abschaffung der Kilomttergeldrr eintreten. Nur die wirklichen Steife» kosten sollten ersetzt werden. DaS Kapitel wird unverändert bewilligt, ebenso die betreffenden fächfischen und wü tembergischrn Kapitel.
A«s dem Reichstage«
263. Sitzung vom 20. Februar 1903, 1 Uhr.
Eingegangen ist die Novelle zum Krankenversicherungs-Gesetz.
Die Beratung des Etats des Reichsamtes deS Innern wird fortgesetzt bei dem Titel kosten der Maßregel» gegen vie ReblauSkrankheit in Verbindung mit der Resolution Baumann (Ztr.), Blanken» Horn (ttatl.), welche besondere Maßnahmen gegen die von Elfaß-Lothtinzen her drohende Reblausgefahr fordert.
Abg. (Els.-Lothr.) vrrsich rt, daß in de« Reichilande» alles Erdenkliche geschehe, um die dortige ReblauSseuchr einzudämmev. Nach Möglichkeit werte auch das bewährte AuSrottungSversahre» angewendet. Außerordentliche Maßnahmen gegen die ReblauS in Lothringen zu treffen, würde Sache deS Reiches fein, Lothringen fei dazu nicht imstande wegen feiner finanziellen Lage. UebrrdieS sei 1871 auch die ReblauS schon mitannektirrt worden, und obwohl daS Reich die Berwaltunz hatte, fei vor 1883 zur Bekämpfung der ReblauS dort nich s gssch-hea. Auch deshalb fei eS jetzt Rctchssache, die Kosten zu tragen.
Die Abg,. Baumann (Z ntrum) und Dein« Hard (natl.) fvrechen im Sinne der Resolution, während Abg. Wer ter le (Els.) dafür eintrat, daß daS Reich helfend eingreiseu müsse.
Abg. Aalley (Elf.-Lothr. Bevollmächtigter) erklärt, seit einet kurzen Reihe von Jahren habe Eliaß-Loth- tingen zur Bekämpfung der ReblauS 2'/, Millionen angewendet. Nichts sei »ernachlässigt worbe». Aber die Eifolge hätten nicht den gemachten Anstrengungen entsprochen, daS Infekt habe stch al« stärk.r erwiesen.
Abg. Eaheuoky (Zeutruy,) erklärt, im Weingebiete deS Rheines seien bie Winzer mit Dem völligen AuS- rottungsverfahre» durchaus einverstanden. Er könne daher nur bitten. DaS Haus wolle die Resolution Blankenhorn möglichst einmütig annehmen.
Die Abgg. Müller-Sagan (stets. BolkSp) und Lueüe-VaterShauskN (Bund bet Land») äußern sich in demselben Sinne. Nach kurzer weiterer Debatte wird die Resolution Baumann-Blankenhoru gegen die Glimmen der Elsaß-Lothringer angenommen.
Sei dem Titel zur Förderung deS Absatzes landwirtschaftlicher Erzeugnisse und zur Unterstützung wissenschaftlicher, technischer uns ähnlicher allgemeiner Bestrebungen auf Dem Gebiete der Landwirtschaft wünscht
Abg. Kerokd (Ztr.) vermehrte statistische Publikationen über einschlägige Berhällnifle, Geneide- preirbewegungen, Frachtsätze, Balutabewegungen rc. im AuSlande. Vielfach sei nur die Unkenntnis aller solcher Berhältniffe schuld an sonst nicht gerechtfertigten Brcik- schwankungen im Jnlande. Wenn beispielsweise bet LandwirtschaftSrat auf dem bezeichneten Wege vorgehen füllte, so wäre erwünscht, daß auch Bettreter der Müllerei, deS Handel«, dabei mitwirkten und DaS Reich Mittel dazu zur Verfügung stellte.
Abg. Südeüu« (sozb., erklärt eS für unstatthaft, einer solchen rem landwirtschaftliche.. Korporation ReichSgelder zu bewilligen.
Staatssekretär Heal ^oladownsty - Ich habe schau bei früherer Grlegrnhrtt erklärt, daß es wünschenswert wäre, wenn eine genaue Statistik über Preisbildung«, welche freilich nicht nur die Landwirtschaft, sondern «lch Mühleni. duftrie und Handel interessiere durch eine Bereinigung beschafft werde» könnte. ES müsse» in ein« solche» Vereinigung freilich ihrer Bedeutung nach die verschiedenen genannten Jntrreffen-Gruppe» sämtlich und in angemessene» Verhältnis beteiligt sein. Bi« jetzt bestehl aber eine solche Vereinigung nicht. Ich habe auch keine Fonds für diesen Zweck, weil im Etat ein solch« nicht anSgeworfe» ist.
Abg Irese, (frf. 8g.) meint, der Reichstag habe daS beste Mittel, nm über den Stand der Preise zn unterrichte», nämlich den Termmhandel, lotgeschlagrn.
An der weiteten Debatte beteiligen sich »och die Abgg. ASsiche (B. d. L.), chothei», Aerakd, Graf Kchweri» und ». Aeyk. Darauf wird der Titel genehmigt.
Bei dem Titel ReichSkommtffariat für da« AuS- wandernugSwesen äußert
Abg. ßahennky, (Ztr.), feine Genugtuung über die Tättgkrit dies« riommiffattatS, namentlich hinsichtlich »er Kontrolle übet die EichetheitS-Vortichtunge» auf den Schiffen. Ekfteulich fei, wie auf den Hamburg- Smetika-Echissen für Licht und Luft durch da« Kammersystem gesorgt werde. E» wäre zu wünschen, daß «ach gleicher Richtung Hw auf Bremen eineewirkt werde.
Bei dem Titel »ReichSfckulkommifston" entsteht eine teilweise erregte Debatte über ba« Schulwesen i» Mecklenburg, well Vizepräsident Aüflng nicht dulde» will, daß «bg. Aerzfetb (Szd.) die GehattS»«- HLlwiffe der Lehret, die Landesfache find, im Reichstage befpticht. Der Titel wird schließlich genehmigt.
Morgen 1 Uhr Fortsetzung.
Schluß 6*/i Uhr.
Aus dem Landtage.
tP NSgeardaelentz«»».
26. Sitzung vom 20. Februar, 11 Uhr.
Die zweite Beratung beS Etats der Bergwerk«- und Salinenverwaltung wird bei den Ausgabe» fort« gefegt.
Dem abg. stieße (natlib.) erwidert der Minist« MSlker, daß wegen der schlechte« Finanzlage die Löhne der Bergarbeiter gegenwärtig nicht erhöht werden könnten, trotzdem eS in einigen Fällen dringend zu wünsche« fei.
Abg. choihei« (fif, Bg) fordert zur Erforschung und energische» «ekämpfung der Wurmkrankheit aus. ANff eine weitere a»tegung beS Redner- erklärt
Minister Möller- Sc werde untersuche» lass«, inwieweit die Wohlfahrts einrichtung der staut ichen Bergwerke hinter denen der privaten zurückbleibe».
«bg. Schmieding (natlib.) bittet bei der Position zur Errichtung einer DienstgebäudeS für die Bergwerk«» vitektio» im Bezirk Dortmund — DieBudgetkommisfio« beattii agt Ablehnung dieser Position — diese« Dienst- grbäude in Dortmund zu errichten.
8bg. champ (frf.) verteidigt den KommifsionSbeschluß.
Ab,. Hiötzek (Ztr.) bittet, de» Arberter«, die a» bet Wur - kcankhett gelitten, Zeit zut Erholung zu geben, und empfi.htt Beteilizung d« Arbeiter an bet Gtube«- anffi ht.
Abg. v Haviguy (Ztr.) wünscht Errichtung be« neuen $ith|.ljcbäubeS für Bez'rk Dortmund tn Recklinghausen.
Abg. Danöach (Ztr.) bringt Beschwerden der Bergarbeiter im Saat-Revier vor.
Oderberg Hauptmann v. Welse« bemerkt in fei»« Antwort u. a., er habe baS Gefühl, daß im Saatrevi« unter be» Bergarbeitern wieder rote vor einem Jahrzehnt bie alte Melodie anklinge: Alle Räder stehen still, wen» dein starker Atm eS will. Er bitte auch be» Vorredner, dafür mitforze» zu wollen, daß bie Ruhe int Eaartevier erhalten bleibe.
Satfprechenb dem Ar trag der Budgetkommissto» wird die Position zur Errichtung eines Dienstge- bäudeS im Bezirk Dortmund abgelehnt.
Auf eine Anregung beS Abg. Letocha (Ztr.), erklärt Minister Möller, eine Revision beS Knappschaft«- pensionskassengeseheS werde so bald wie möglich erfolgen.
Abg. Kitsch (stets. VolkSp.) beschwert stch darüb«, baß die Perfionkkaffe» der Knappschaften so häufig aus Mangel an Mittel» aufgelöst und dann die invaliden Arbeitet ihrer Beiträge ontuftig gingen.
Nach kurz« weiterer Debatte wird der ganze Etat erlebtet.
Morgen 11 6ht: Vorlage bett. Sisenbah»- auSgleichfondS. Eifenbahnetat.
Schluß 31/« Uhr.
TTfusiänd
® 20 Febr. 1903, Ein fron«
zösisch-englische- Marokko-Abkommen soll abgeschlossen werd,.«. Der Pariser Korrespondent deS.Standard' erfährt, dem Minister SDefcifle liege sehr viel daran, ein endgilttge» Abkommen mit England Über die Zukanft Marokkos zu treffen. Deliaffö fei bereit, ander französischen Wirkungssphäre einen Strich längs bet Küste zwischen Tanger und Ernta auszuschließen, dessen Verwaltung event. Spante« anvertraut werden könne und tn dem die Errichtung von Befestigungen verboten sein solle. Krankretch würde dann tn dem übrige« Teil Marokko-, dessen schließlichen Besitz Delcaffä alS vitale Notwendigkeit tm Interesse der Sicherheit und der Homogeat äl des französische« Reiche- in Nord-Afrika betrachte, freie Hand haben. Der .Standard' bemerkt, daß sei« Korrespondent auch in der Lage fei zn erklären, daß Delcaffv LandSdowne diese Pläae bereits u«ter- bi eitet habe. — Die Kammer nahm heute in zweiter Beratung be« Gesetzentwurf betreffend Unterdrückung deS Mädchenhandels an.