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Jutöa, Freitag, den 20. Februar 1903.
»ach dem väterlil
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30/Jahrgang.
»tfantoOTta»: IS, btt KetSftion 3»f. Im, fi* Jniernte 3. ParjHle, in Iulda.
»nie an» Perlag der Icldaer lictieebr-nSwi Petersgajr Ar. 2 tLarmmris).
Krttisteren, vielfach sehr übertriebene- R ttifier« der sozialen Verhältnisse beschränkt. Hätte» nicht andere Parteien die praktische Arbeit geleistet, hätten fie sich ebenfalls auf -roße Reo«, For- deruvgen und schließlich Neinsagen beschränkt, dann hätte» wir 618 heute »och nicht de« zehnte» Teil unterer jetzigen soziale» Gesetzgebung. Diese praktische soziale Arbeit hat vor allem daS Ze», trum geleistet und darum kann man mit viel größerem Rechte sagen: Ohne Zentrum keine So« zialreform!
Nach Storni Ein leiser Wind kam und spielte in den Blätter»; da- klang wie Musik. Die Böge! sangen lauter, freudiger. Der Sonnenschein huschte über Rafael- Gesicht und da glänzte wieder sei» Auge und zwischen seinen Brauen ward eS glatt. *
Er trat au- dem Gehölz und schaute über den Fluß, und als er sich wandte, ruhte sei» Blick aus dem Tur« der Kreuzkirche und a»f den Häuser«. In einem dieser HLufer saß — die Mutter. Wie ein Riß ging ek da durch sein Herz. O, wie innig fie ihn, wie er [fie liebt«! Sie wird weinen und Dir fluche» — nri», »ein. das wird fie nicht. Du wirst ihr schreibe», »xd dan» versteht fie Dich. Aber kei»e» Abschied von ihr. Sie würde Dich »icht lasse» »olle». Du würdest »icht gehe» »«»en. Und ei muß, ei muß fei»!
dem Bette. Gewiß I, ___________.....
-orn dahingeworfen. Schnei griff Rafael »ach
Paffagierverkehr nach New-Iork.
Die Einwanderung in New York hat im »origen Jahr« «inen neuen Rekord zu verzeichnen. Di« jetzt gemeldeten Ziffern find, soweit festzustellen, die höchsten, welche bisher jemals erreicht worden find. Rach der von der Sinwanderungsbehörd« veröffentlichten Statistik wurden im Jahre 1902 von den an dem transatlantischen Verkehr be- tätigten Dampfschiffahrtsgesellschaften insgesamt 139848 KajütS- und 574276 Zwischendeck«, paffagiere gelandet. Auch im letzten Jahre stehen die beiden großen, deutschen Schiffahrtsgesellschaften in der Zahl der beförderten Paffagiere wiederum an der Spitze sämtlicher Linien.
Es find im ganzen 20 Dampfergesellschaften au der Beförderung beteiligt. Der Anteil der beiden großen deutschen Linien beträgt nicht weniger al« 36,15 °/e aller Paffagiere. Berechnet man die Personenzahl, die durchschnittlich auf di« einzelnen Reisen entfällt, so ergeben sich folgende intereffante Ziffern: Rorddeutscher Lloyd 1243 Paffagiere, Hamburg-Amerika Linie 1013, Co. Ginerale Transatlantique 985, Red Star Line 1000, White Star Lin« 902, Holland.Amerika Linie 809, Cunarir Line 784, und die American Line 650 Paffagiere rc.
Mit über 1000 Passagieren für eine Reise im DurchschnUt find somit nur unser beiden deutsche» Gesellschaften, den MÜtelmeer-Verkehr nicht mit. gerechnet, vertreten, während die Red ©tat Line genau 1000 Passagiere pro Reise aufzuweisen hat. !In letzter Stelle stehen in der Durchschnitt-Mer von den vorerwähnten hauptsächlichsten Linien di« Cunard« und American Sitte, welche dagegen im Kajütsverkehr allein im Durchschnitt die höchsten Ziffern erreichen. Unter Einschluß der Miitelmeer- Linie wurden befördert von der Hamburg-Amerika Linie 119 686 Paffagiere, vom Norddeutschen Lloyd 138464 Paffagiere. Richt eingerechnet ist u dies« Zahl der b«i dem Lloyd noch in Betracht kommende sehr bedeutende Verkehr nach Baltimore, welcher stch im vorigen Jahre auf 49460 Paffa- ziere belief, außerdem wurden noch 1814 Per. onen nach Galoeston befördert, sodaß die Gesamt, ahl der vom Norddeutschen Lloyd im Jahr« 1902 nach den nordamerikanischen Häfen beförderten Paffagiere 189738 Personen beträgt. Den wesent- lichstm Anteil an der Auswanderung stellten wiederum die slavischen Länder, wogegen die deutsch« Auswanderung auch im ver stoffenen Jahre wiederum verhättnirmäßig gering war.
Lrschcint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierieljährl.
Dezugsprei, »hneBringcrlohn und Bestellgeld in Fulda und aus- «artSlM.b0Ps.
):( „Ohne Sozialdemokratie keine SoziaKesorm!"
DaS ist der Grundton der sozialdemokrattsche» Lockgesäxg«, die jetzt zum Zwecke der Wahl, agttation sowohl i» de» Reichstag-red« der Genossen wie tagtäglich ix ihrer Presse erklinge». Nichts ist den Sozialdemokraten unangenehmer, als andere Parteien, insbesondere das Zentrum, unentwegt und mit Erfolg a« dem Ausbau der sozialpolitische» Gesetzgebung arbeiten zu sehe», «ährend fie selbst sich daran erinnern lasse» müsse», daß die vielgepriesene sozialdemokratische .Arbeiterpartei" einst gegen die Grundlagen dieser Gesetzgebung gestimmt hat. Als in der Reichs- lagSsttzuxg vom 14. Januar 1893 der Abg. Hitze an die Sozialdemokraten die Frage richtete, ob fie etwa, wenn fie zu entscheiden hätte», »solche Gesetze wie daS Arbeiterschutzgefetz, die Rrankenverficherung, Unfallversicherung rc. an ihrem Widerspruch scheitern lassen wollte«-, da ertönte auS ihre« Reihen ety zielbewußtes »Jawohl" ! Also die Sozialdemokratie hätte sich damals kein Gewissen daraus gemacht, die Arbeiterschar noch länger auf jene Gesetze warten zu lasse», kam eS ihr doch hauptsächlich auf ihr Partetintereffe, auf Berhetzung der Arbeiterschaft und Schürung von Klaffenhaß an, und hat doch bekanntlich Bebel auf dem Erfurter Parteitag 1890 erklärt: „@8 handelt sich zunächst nicht darum, ob wir dies oder jener erreichen; für u«S (die Sozialdemokraten) ist die Hauptsache, daß wir gewisse Forderungen stelle», die lebte andere Partei stellen kann." (Prot. S. 174.)
Für die verständige« Arbeiter ist aber letzteres durchaus nicht die Hauptsache, für sie handelt es sich zunächst sehr wohl darum, ob fie etwas
i reden darf und daß nur von dessen Gnade : eine Audienz beim Kurfürsten abhäxgt, »a, dar weißt Du so gut w'e ich. Also ich brette Rafael- Blätter au- und lasse höre», wie ich mich glücklich schätze» würde, wenn Se. Durchlaucht daran Geschmack finden sollten. Der Graf schmunzelt, zieht sei» SlaS aus de« Jabot, betrachtet eine Zeichnung «ach der ander» und — schmunzelte nicht mehr. Denk' ich doch, »ich treffen tausend Blitze! Und was mußte ich hören! Recht artig, sagte der Gras, aber aufrichtig gesproche«, mein Lieber, der Wert dieser Blätter ist kein solcher, daß fie der Sammlung des gnädigste» Herr» oder der meinen zur Zierde gereiche» würden. Vielleicht sagen uns die Arbeiten Seines Sohne- später einmal besser zu; der Rafael ist wohl »och sehr jung. Daraus winkle er und verließ das Zimmer."
„Nun?" sagte die Frau ganz leis«, indem fie sich bemühte, die Tränen zmückzudrängen.
.Laß da- Flennen!" fuhr er da wild auf und hob drohend den Arm. «Wenn Du eine ftischgewaschene Haube auf dem Kopfe und Sonn- tags ei« Hahn im Topfe hast, bist Du zufrieden! Ich aber will mehr als satt werden."
Die Frau stand auf und trat a«§ Fenster. „Wo nur Rafael bleibt?" sprach fie vor sich hin. Mittag war vorüber; die Arbeiter hatten die Herberge«, in denen sie sich gelabt, bereits wieder verlaff«». — „Wo nur Rafael bleibt?" — Nach einer Weile wandte fie sich und fragte: „Wolle« wir ohne ihn essen?
„Keinen Bisse» rühre ich an, mir ist die Kehle wie zugeschnürt. Warum habe ich den Junge« für mei« schweres Geld mit nach Rom genommen, warum? Damit er die Koste» dreimal wieder herausschlägt, — ja darum! Und nun diese Beschrerung!"
Die geängstigte Frau hatte kaum auf diese Worte geachtet. Noch immer stand fie am Fenster, unverwandt auf die Straße blickend. Zwei schlug es auf dem Turme der Kreuzkirche — Rafael «och «icht da! Und fie hatte zur Feier feiner Heimkehr fein Leibgericht bereitet, Speckklöße mit saurer Brühe. Allein fie dachte jetzt nicht daran, haß die Klöße hart wie Steine geworden, fie dachte mit bebendem Herzen, wo hr einziges Kind weilen und was der Grund der Abwesenheit fein könne? — Wieder schlug eine Uhr. Da warS der gefolterten Frau, als müsse ihr da« Herz brechen. Nach Tuch und Schleier greifen Znd zur Tür stürze«, das «ar eins . . .
Dort, wo heute am AuSgange der Brühl- fche» Terrasse die prachtvolle Synagoge steht, war um daS Jahr 1745 ein kleines Gehölz. \ Und unter dem höchsten Baum, einer weitäfligen! Eiche, lag auf dem Rücke« Rafael Mengs. Aber er sah nichts von der Blätterfülle, nicht- vom Sonnenstrahl, der um de« Baum glitzerte, hörte nicht- vom Singsang der Bogelschaare«; sein Auge war starr, wir leblos, die Falte zwischen seinen Brauen ward tiefer und tiefer, und immer fester preßte «r die Zähne zusammen.
Em Taugenichts, ein Stümper! So hatte ihn der Vater in seiner Wut genannt.
War er das. hatte er da-, dar verdient? Nein! Die Zeichnungen hatten dem Grafen nicht zugesagt — war denn da- ei» Beweis, daß er nie etwa- geleistet, nie etwa« leiste» werde?
„Auf meine eigenen Füße will ich mich stellen und ai beit? ust atlsitf», Wunk.i um Stunde und Tag und Nacht. Ich muß ihm das Zeigen, mir selbsi bin ich's schuldig. Fort, fort nach Rom. Und wen» ich ein Künstler geworden, ja dan» kehre ich heim, trete vor den Vater, breite »eine Schätze auS und frage: bin ich ein Taugenichts, bin ich ein Stümper?"
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»er. Glückliche Entdeckung I „Wird man ix DreSde« Auge» mach«", fei*« Zeichnuxge» lag auf sagte d«r Maler, „erst Fiorilla im Bild« und hatte si« der Sätet im ersten dann Fiorilla, fein Modell, ht Person al- mei
" ----- I Gattin."
Dornr« rmd Lorbeer.
Erzähl»«, von Paul Alexander.
-------- (Aichdriuk »ertettx.)
Die Frau saß in der Ecke und weint«. Der Mann lies in der Stube umher, rarst« fick dtt Haare und chluz in sei»? Bwst
„Mengs, MeugS,-" sagte fie, das Haupt et» hebend, nach langer Pause, „Du tust doch wirklich und wahrhaftig, als hätte» wir de» letzten Groschen aufgezehrt und müßte» «un betteln gehe». Was liegt daran, ob der Jung« von feine» Zeichnungen verkauft hat oder nicht? Daß er auf dem langen Wege von Rom bis «ach u«fetem Dresden auch nicht ein Blatt a« den Mann gebracht hat, daS will noch nicht gleich fage«: mit feine» Zeichnungen ist eS nichts?! Geh', Mann. Dir ist e- nur um's Geld zu tu», uxb Du, Hofmaler Sr. Kurfürfil, Durchlaucht, brauchst Dich doch wahrlich nicht zu fürchte», dereinst a» den Bettelstab zu kommen. — Mengs," fetzte fie warnende» Tones hinzu, „hüte Dich vor der Geldgier!"
Mtt verschränkten Armen blieb er stehe» und höher und höher schwoll die Ader auf feiner Sttr», alS er versetzt«: „Wir sagt den«, daß ich auf bet Steife »ach Rom nur eine von Raphaels Zeich. »ungen au-geboten habe? Wollte höher damit hinaus, wollt« fie dem Kurfürsten verkaufe». I« Leipzig, weißt Du, wohnt der Kunstkenner und Kunsthändler Weigel. Hätte ich auf der H-im- kehr bei dem augepocht, fo hätte er wahrfchein- lich Raphaels gan.« Mappe auSgekramt, natürlich für «in Spottgeld. DaS bedachte ich schon in Rom und ging deshalb i» Leipzig um Weigel- Hau- herum und dachte bestimmt, die Zeichn««, gen würde» in- Dr-dener Schloß komme». Profit di« Mahlzettl Trete da heute Morgen vor den Premierminister Grase» Brühl. Daß rna» »ur durch dessen Mund zu unserem Herrn
11 der Mappe und unter daS Bettflroh nach der । kleinen Sparbüchse, in der sich einige Taler befanden, die ihm die Mutter a» Festtage» heimlich zugesteckt. Dann fort, die Treppe wieder hinab — unter vor der Mutter Stube b'ttb er stehen und legte die Hand auf das stürmende Herz, (Sie wat noch immer auf der Gaffe und suchte den Schn.) Vor fehle» Augen ward e- finster, er schwankte, aber im Nu kehrten die Sinn« wieder zurück. „Sie wird Dich verstehe». Es muß, es muß ja fei»."
Im nächste» Dorfs blieb et über Nacht. Als dse Sonne ewporstieg, wanderte er weiter. Js Grimma fiel ihm ei», daß fein Anzug bei der Ankunft in Rom fo schadhaft fein würde, daß et ihn dort ablege« müßte; und da er sehr wohl in einem minder guten Kleide wandern konnte, fo hielt er er für geraten, in de» ersten besten Trödellade» zu trete«. Da war ein sehr wohlfeiler Anzug, der ihm paßte; er betrachtete ihn nicht lange, er legte ihn an, band den andern zusammen und ging wettet. AlS er fich in Leipzig in der Herberge befand, war die Sparbüchse leer. DaS bekümmerte ihn nicht. Hatte er doch die Zeichnungen und wußte er doch auS de« Reden des Vaters, daß der Kunstkenner und Kunsthändler Weigel i» Leipzig wohne. Der Herbergswirt führte ih« bi- a« Herrn Weigels Haus. Eben wollte et die Glocke ziehen, da fuhr eS wie der Blitz durch seine» Kops: „Wenn aber dieser Man» just so spricht wie Gras Brühl? WaS dann? — Ei was, ich wag'S!"
Er zog die Glocke.
Eine Magd öffnete. @r sagte, wer er sei und «aS er wolle. Die Magd machte Kehrt und ging zu ihrem Herrn. I« der nächste» Minute erschien fie wieder.
„Gib nur die Zeichnungen her, der Herr will fie ansehe»."
Eben reichte er eine Rolle hi», das Mädchen griff scho» danach, da erschien Herr Weigel i» der Tür.
„Ein Sohn von Israel Mengs i» Dresden?" fragte er. „Ich verstand bett Namen nicht sogleich. Nur herein, mein Lieber."
Herr Weigel brach in ein lautes Gelächter au-, indem er die Tür zu seiner Arbeitsstube öffnete.
„Wo in aller Welt hast Du diese« Anzug her? Wie Du jetzt einhergehst, so, gerade so sah ich vor 50 Jahre» aus."
Der Man» wurde aber ernst, al- er die Zeichnungen Rafaels betrachtete. Er prüfte Blatt um Blatt, auch er schmunzelte, wie Gras Brühl eS getan hatte, aber er stellte das Schmu»- I zeln nicht ei«. Et bot einen Preis, einen so hohen Preis, daß Rafael laut auf jauchzte:
„Herr Gott, da- viele, viele Geld."
Herr Weigel sand großes Wohlgefallen a» dem Jüngling. Vertraue» erweckt Vertraue», ei» Wort gab da- andere, bald wußte der treffliche Mann den Grund von RasaelS Flucht.
„Wie oft haben große Menschen so ihr« Weg begonnen", sprach «r zu fich selbst. „Ich kenne MrngS, de» Vater, der steht ihm äh»lich. I Kann ich «Ine» Teil meine- Reichslums, den Gott mir beschert, beffer anwend««, als den Weg dieser Jünglings möglichst zu ebene»?" Und et legte nun beide Hände auf RasaelS Haupt und sprach zu ihm; er faste, daß er ihm einen Zehrpfennig mt aus der Weg geben und ihm helfen wolle, fü cxgj ei sein« Hilfe bedürfe, und daß er der Mutter nach Dresden schreiben und fie völlig beruhigen werde.
„Geh' mit Gott, mein teurer Sohn, lerne, arbeite, strebe!"
Rafaels Wangen glühten wie Rose«, a«S seinen Ang« schaffen Tränen. Alle- drehte sich um ihn, er hörte alles nur halb, er fühlte, daß seine Taschen plötzlich schwer geworden, geseh« hatte er nichts. Er faxt in die Atme feines Wohltäter-, aus di« Knie, wider in die geöffnet« Arme und stürzte dann fort, au- dem Haus", in die Herberge und in die Reich-pofikutsche, die just zur Abfahrt bereit stand.
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Jahre find vergangen. Im Staletfaal bei „Signor Rafael Meng-" drängen fich Italien«», Engländer, Franzos«. Das ist ein wahre- Kreis« um die Staffelei«, und ein Staun« und ei» Bewundern. „Hier ertönt bet Ruf: „Der neue Tizian"! dort: „Der zwette Rasel Sanzio"!
Unser Meng- wat für feine Verehrer fast unsichtbar. Da stand er in einem versteckt lie«
zur Verbesserung ihrer Lage erreiche», und da hierzu jene Grütze schon ci« gut Stück beigetragen haben, fo ist den Herren „Genoffen" höchst fatal, daß fie bei jenen Gesetze» absolut keine praktische Mitarbeit gelei et, sondern dagegen gestimmt haben. Diese Tatsache, die ihnen jetzt mit Recht immer wieder vorgehalten wird, such« fie aus jede Weise zu beschönigen. Immer wieder begegnen wir ihrer Emschuldigung, fie hätten »ur deshalb dagegen gestimmt, weil sie diese oder jene Verbesserung nicht hätten erreich« könne», und d« Novellen von 1899, 1900 «nd 1901 hätten fie doch zugestimmt. Nein, die Sache liege doch ein wenig anders: Wie Bebel selbst gesagt hat, kam es ihnen Überhaupt gar nicht darauf a», „dies oder jenes zu erreichen", und vor 10—15 Jahren konnten fie es auch riskier-:», fich auf den Staxdyunkt: „Alles oder nichts!" zu stellen. In den letzten Jahre« hat fich dieses Blättchen nun gewendet. Ein sehr erheblicher Teil der eigenen Genossen ist praktischer geworden, will greifbare Erfolge sehen, und datum hat die sozialdrmokratifche Fraktion ihr stets ablehnendes Verhalten neuerdings aufgeben müssen — wiederum aus Par- teirückstchten.
Dan» sagen die Sozialdemokraten, gegen eine- der soziale« Gesetze, gegen bas Invalidität-- und A^ersnerfichen nMefttz rt« 1889, ha :dcch auch die Mehrheit deS Zentrum- gestimmt. Gewiß, aber aus ganz anderen Gründe«, wie fie die Sozialdemokratie bei Ablehnung aller Gesetze geleitet haben. Bei diesem Gesetz hatte die Mehrheit de- Zentrums schwere und berechtigte Be> denken gegen die Organisation der Versicherung und gegen ihre Ausdehnung aus Handwerk und Landwirtschaft. Gleichwohl war es der praktisch« Mttarbeit des Zentrum- zu verdanken, daß jene Regierungsvorlage nut nach manchen erheblich« Verbesserungen Gesetz wurde. Jedenfalls hat daS Zentrum auch diesem Gesetz gegenüber einen prak- ttschete» Standpunkt eingenommen, als die Sozialdemokratie, der es mit ihrem Führet Bebel nicht darauf ankam, „dies oder j«es zu erreich«."
De« Haupttrumpf aber vermein« die Herren G«off« mit ihrem Satz: „Ohne Sozialdemokratie keine Sozialreform!" au-zuspiele«. Daß bi« Sozialdemokratie, ober vielmehr die durch sie sich kundgebende Unzuftiedenhett über soziale Mißstände, einen gewissen Einfluß auf di« Regierung« und die der Sozialreform von vornherein wmiger g«eigten konservativen und liberal« Parkett» au-geübt hat. ist nie geleugnet worden. Aber ist damit etwa bewiesen, daß e- ohne So- jialbenwfratte keine Sozialresorm gebe? Die deut» M« Katholikentage und da- Z«ttum haben aus NliaU Reform« hingedrängt, al- die deutsche SoMdanokratie noch ganz i« den Anfang« M»b. And dann die Hauptsache: Mtt Krttifieten allein macht man leine Sozialreform. Sie Sozial- Demokratie aber hat fich im wesentlichen auf-
gend« Gemache, vor einer Staffelei und legte , nur dann Pinsel und Palette z»r Sette, wen» Die Sonnenstrahl« siett» schräger, dtt Schott« da- Mädchen, welche- ihm in Gegenwart ihr« wuchs«, dtt Dämmerung nahte. Da ging Rafael Mutter Modell stand, einmal dtt Stellung ver- che» Hanse und durch die Hinter- änderte und lachend au-ries: „Hall ein, Geliebter, schlich die Treppe hinauf und jetzt «HI ich wider Italienerin sein."
»ach der vchlaskarnmer. Glückliche Entdeck-», —' ----- - -
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