FuldaerMZeitung
JK 41
Mul^da, Freitag, den 20. Februar 1903.
30. Jahrgang.
Der Edelfalk« wurde des Jüngling- bestä». ----- -' .t— ----- •*-— —... v—t», । dtger Begleiter auf seinen Säugen durch den stil. und star,te in die dichten Laubkroneu über sich. len Wald. Majestätisch saß ihm der Bogel auf -Da hörte er Plötzlich in dem Blättergewirr «in | der Schulter, stieg auf seiueu Wink in die Lüste
wenu auch von vielen gehaßt und verfolgt, so doch allgemein als eine gewaltig« geistige Macht dasteht, so ist dies nächst Gott tu erster Linie dem Papst Leo XIII. zu verdanken, dessen ganzes Leben und Wirken, besten erhabene, makellose und liebenswürdige Erscheinung, besten tiefe Weisheit in der Durchdringung der schwierigsten Fragen unserer Zeit, besten unablässiges Bemühen zur Heilung der großen Schäden unserer Zeit — kurz, — dessen ganzes großes Pontifikat eine einzige herrliche Apologie der Tat und des Bet« fptelS ist!
Und wunderbar hat ihn Sott gesegnet und ausgezeichnet, in ihm sichtbar die göttliche Lenkung seiner Küche offenbart. Fürsten und Völker haben ihn hochgeehrt. Die Kirche durfte mit ihm ein erhebendes Jubelfest nach dem andern feiern, die goldenen Jubiläen feines Priestertums und seiner bischöflichen Würde, daS große Jubeljahr 1900 I und jetzt das silberne Jubiläum seiner päpstlichen Regierung. Und er, der einst geglaubt hatte, die Tia.a würde ihm de» Tod geben, er trägt sie nun schon 25 Jahre sichtbar geschützt und behütet und gestärkt von Gottes gnädiger Vorsehung. Die Katholiken des ganze» Erdkreise- I aber hoffen und beten, daß der avgütige Sott ihnen auch ferner noch lange erhalte ihren geliebten und bewunderte» Oberhirten, de» wahrhafte» Vater der Chrtste»heit, Papst Leo den Weisen, der i» Feffeln triumphiert!
A« Morgen erhob er sich in möglichster Frühe und ging in den Wald, um Beeren zum Morgen- Imbiß heimzuholen. Die Bilderter Nacht schwebten ihm noch in undeutlichen Umriffen vor, aber der Spuk war vorüber, er war wieder ruhiger ge- worden — nur eine« blieb, die Sehnsucht »ach dem Leben, nach Taten und Heldendasein. All' die«, wa« er die Zeit hindurch gewaltsam zurück- gedrängt, trat doppelt gewaltig hervor, gebieterisch heischend! Er kämpfte mit sich selber und wollte di« lauten nach Betätigung rufenden Stimmen zu« Schweigen bringen, allein fie waren stärker al« er selber, fie übertönten seine Gründe. Er wußte ja, er sah und fühlte e«, daß de» Klausners einziger Wunsch dahin ging, ihn dauernd au die Waldklause zu feffeln, aber er schreckte zurück vor der Kutte — seitdem er die Jagdhörner jubelnd gehört —--. O, daß sein Leben sich ander»
gestatten könnte! Er liebte den Wald und die stille Klause, er liebte und hing mit grenzenloser Lrrehrung an dem edlen Greise, der fein Vater, j fei» Freund und Lehrer geworden. Aber fein feurige» Gemüt duldete keinen Zwang. Er konnte sich nicht unglücklich machen, well sein Herz ander» »ölte al« fein Wille. Er legte fich in« schwellende Roo« nieder, schob beide Hände unter da« Haupt, I
Rascheln und Rauschen, und aushorchend bemerkte er ein langes blaue« Seidenband, das durch di« Zweige herabhing und durch «inen Vogelfuß hin und her bewegt wurde. Seine Neugierde war wachgerufen, er erkletterte den Baum und hielt alsbald da» Setdenband in Händen. Dasselbe hatte fich um ein Zweiglein geschlungen und hielt den Vogel gefangen. Die Blätter auseinander- streichend, sah Omar einen prächtigen Eaelfalken vor fich, der ängstlich empor flatterte. Sanft er- löste er den Vogel au» seiner Gefangenschaft und nahm ihn mit fich hinab.
«Nun, was hast Du Dir da eingefangen?" begrüßte ih» der Klausner, und der Jüngling erzählte, wie er den Fund gemacht hatte.
«Der Falke ist jedenfalls von einer der rings umher liegenden Burgen entflogen," bemerk.« der Klausner. „Du müßtest ihn zurücktrage», aber da könntest Du tagelang pilgern, ehe Du Deinen Rundgang zu de» umliegende» Barge» beendet hättest. Behalte ihn also, bis man Nachfrage hält."
Für des Jüngling- Sedankenrichtung wurde dieser Falke von wohltätigstem Einfluß. Mit der Dreffur und Pflege desselben wurden feine Mußestunden ausgefüllt daß er fich wieder glücklich fühlte wie in den erst« Tagen fei«« Stilllebens. Der Klausner sah diese Veränderung in ihm vor- geye», und die Trauer verschwand anS seinen Auge» und um seine» Mund lag wieder das u». endlich milde Lächeln.
befahl er dem Jüngling, und als dieser dem Se- I heiß nachkommen wollte, hob der entrüstete Falke fein Flügelpaar und flog in di« Lüfte. Schimpfend und verwünschend schaute der Herold dem Flücht- linge nach.
«ES kostet mich meine Stellung und noch mehr," rief er wüteno, «wenn w'r den Falken nicht wieder einfangen. Schafft mir den Falken zur Stelle!" schrie er de» Jüngling an.
«So hott ihn Euch doch!" erwiderte diese» gelassen und schaute voll Befriedigung dem Aut- reißer nach, der seinen Flug bi» in di« Wolke« auszudehnen schien. Der Herold, der wohl gemerkt haben mußte, daß hier nicht« mit Schelten und Drohen aurgerichtet sei, verlegt« fich auf« Bitte» und führte alle Beweggründe in» Treffen; aber nut eine« schien den Jüngling zu rühren, da« war die mir heller Verzweiflung hervorgebrachte Bemerkung, daß da« Eaelfräulein fich über de» Verlust de« Liebling«fall en nicht zu trösten vermöge. Da schickte Omar seinen Lockruf in die Lüfte, ein schwarzer Punkt bewegte sich abwärts, ward größer und größer, und dann nahm der Flüchtling unter gellendem Geschrei wieder auf seine« Retter« Schulter P.atz. Auf de« Herold« dringende Vorstellung stieg Omar mit zur Burg hinauf, um ein abermalige« Entweichen des Vogel« zu verhindern.
Burg Rideggen, die gefürchtete Beste, lag auf einem steile» Felseck und war vo» einer hwhe» Mauer umgebe». Di« Torpfosten des Eingangs- totes wurde» durch zwei mächtig; Steiulöwe» gekrönt, über deren Rtesenleiber» dre Epheuranke» wucherten und daS MooS feine» grü»e» Schleier wob. Auf ein dreimaliges Poch»« deS Herold«
I allein im Gehorsam gegen das heilige Kollegium erkenne ich in seiner Wahl Gottes Stimme." Und so trat er denn unter dem Namen Leo XIII. sein ichwereS Amt an. Und wie sehr hat et, der in I so großer Demut, in Furcht und Zagen das Erbe PtuS IX. antrat, das Vertrauen seiner Wähler | gerechtfertigt, durch seine Amtsführung die Güte und Weisheit der Vorsehung, die ihn berief, i»8 hellste Licht gestellt! So gering fern Vertrauen in die eigene Kraft war, so groß war damals schon das Bertrauen der katholischen Welt darauf, daß der heilige Geist ihr den rechten, den besten Führer erkoren. Gewattige Begeisterung erweckte in Rom und auf dem ganzen Erdkreise die glück- liche Wahl. Eine tiefergreifende Schilderung gibt ei» Augenzeuge, der damals in Rom weilte, Prä- lat Dr. Werthmann in Freiburg, in der letzten Rammet der Monatsschrift »Die christliche Frau': 80,000 Menschen harrten vor und in dem Petersdome deS neuerwählten Papstes. «. . . . Plötzlich wurde durch das Fenster daS päpstliche Kreuz und der dem Papste vorangehende Zag sichtbar. Eine ungeheure Bewegung bemächtigte sich der Muffen, und als die weiße, hehre Gestalt deS Papstes an der Brüstung erschien, übermannte der Jubel die Meng« mit einer Ueber- gemalt, wie ich sie ähnlich nie mehr erlebt habe. Tausendstimmige Eooivarufe, Weinen, Schl- chzen und Jauchzen, Tücherschwenken, Händeringen: das alles durchwogte wie Meereswrllen die weiten Hallen, dem Neuerwählten entgegen; ich sah, wie starken Männern Helle Slücksiränen über die Wangen rollten."
Inmitten dieses minutenlange« Jubelgewirres erhob der heil. Vater die Rechte, und gleichwie einst Christus dem MeereSsturme befahl, daß eine große Stille eintrat, so legte» sich sitzt mit einem male auf dieses Zeichen di« hochgehenden Wogen
I der Begeisterung. In die feierliche Stille aber I klangen wohltönend und laut, so daß sie im letzten Winkel gehört wurden, die ersten SegenSworte de« Erkorenen: „ Adjutoriam noatrum in nomine Domini!“ Und in tausendfachem Ehore erschallte dir Antwort: „Qai fecit coelam et terram,“ Jetzt erhob Leo XIII. die Hände zum Himmel, breitete fie dann über die ehrfurchtsvoll tnieenbe Menge auS und gab dieser dreimal den Segen.
Kaum war das vieltausendstimmige Amen verhallt, so brach der Jubel der VolkSmaffen von neuem los, noch stürmischer und ergreifender salS zuvor. Man muß als Katholik hiervon Zeuge gewesen fein, man muß fich ganz in die damals so betrübende Lage der Kirche hineinversenkt habe», um die Unmittelbarkeit solcher Begeisterung zu verstehen. Ich selbst rechne diese Augen- blicke i* St. Peter zu den denkwürdigste» meines Lebens.
Man möchte sagen, die Katholiken, die so begeistert den neuen Papst begrüßten, haben geahnt, welche Bedeutung derselbe für die katholische Welt erlangen sollte. Wen» in dieser Zrtt eines allgemeine» A»fiurmS gegen die katholische Kirche, inmitten unermüdlicher Versuche, durch die schmäh- lichsten Beschimpfungen der Kirche und ihrer Diener diese nicht nur in den Augen der ungläubigen Welt, sondern auch vor ihren eigenen Kindern verächtlich zu machen, die katholische Kirche trotzdem glanzvoll, groß und geachtet.
< W Zum Jubelfeste Leo's XIII.*)
AlS am 7. Februar des Jahres 1878 nach SSjähriger Regierung der große Dulder Papst PiuS IX. seine edle Seele auShauchte, da glaubten . eicht wenige unter den Feinden des Papsttums, das letzte Stündlein der römisch katholischen Kirche sei gekommen. Und als ein schwerer ^lag traf - die Trauerkunde auch die treuen Katholiken deS Erdkreises. Zwar bannte der unerschütterliche Glaube, das unbedingte Bertrauen auf die Der- ' heißung des göttlichen Stifters, jeden Zweifel; aber daß die Kirche überaus fchweren Prüfungen ausgesetzt und ihre Regierung, menschlich ge- sprochen, stark gefährdet werden würde, war doch »ohl die überwiegende Sorge der Katholiken. < Ohnehin waren jene Zeiten trübe und beängstigend genug für jedes aufrichtige katholische Herz Im deutschen Reiche lastete staatliche Bedrückung und Verfolgung auf der Kirche. Rom selbst, ihr Mittelpunkt, war in der Gewalt ihrer Feinde, von denen man sich eine gewalttätige Einwirkung auf das Papstwahl-Konklave o»er gar dessen ' Verhinderung wohl versehen durfte. Aber set eS, daß fie doch Scheu trugen, das äußerste zu wagen, und sich ihrer Sache nicht recht sicher Mhlten, oder daß fie augenblicklich durch andere Sorgen zu sehr in Anspruch genommen waren — gleichviel, Gottes Vorsehung sorgte dafür, daß die Wahl des neuen Oberhirten seiner Herde un- gestört fich vollziehen konnte, während die Augen Europa« aus de» Orient, die letzten Ereignisse d«S russisch-türkischen Krieges, gerichtet waren.
Aber mehr noch: Gott erweckte seiner Kirche in dieser schweren Zett einen Hirten, der mit br- wundernSwerter Weisheit und Festigkeit alle Ge- fahren zu vermeiden, alle Prüfungen sicher zu bestehen und Großes zu vollbringen wußte. Joachim Pecci, der Bischof von Perugia, von Pius IX. noch kurz vor seinem Tade zum Käwmner der hl. römischen Kirche ernannt und hierdurch berufen, in der Zeit deS Interregnums die oberste Leitung der Kirche an der Spitze des Kardinals-Kollegiums zu führen, ging auS der Wahl des hl. Kollegiums am 20. Ieörnar 1878 als Nachfolger des großen Pins hervor. Nur unter äußerstem Widerstreben, ja, fast kleinmütig, folgte Joachim Pecci der Stimme SotteS. Er fetzte die stärksten Zweifel sowohl in seine geistige« Fähigkeiten, wie in seine körperliche Kraft. „Nicht die Tiara gibt man mir, sondern den Tod" so äußerte er unter anderem zu einem vertrauten Freunde, als ihm die Absicht seiner Mttkardinäle bekannt geworden war.
AIS dann unter stürmischem Jubel Kardinal Pecci'S Wahl verkündet wurde, rang er zunächst in kurzem, aber heißem Gebete um Fassung. Dann ergab er fich in SotteS Wille«, indem er sprach: «Ich bi» nicht würdig, daS Amt zu übernehmen;
*) Ein besonderes Festblatt zu dem Jubelfeste d«S hl. BaterS «erden wir am 1. März bei Gelegee- >eit der offiziellen kirchlichen Feier deS Jubiläum» nnsetenLssern überreichen. D. Red.
I wollenden Freund und einen aufrichtige« Bewunderer gefunden. Wir bringe« de» erhabenen Oberhaupte der katholischen Kirche unser« Glückwunsch zu dem morgigen Tage dar."
+ <§bm Speck vo« Steruvurg hat Pech. Waren schon seine Entgleisungen in dem Interview, das er einem Vertreter des ,Berl. Tageblattes' gewährte, schlimm genug, so ist die Art, wie ihn jetzt dasselbe Blatt herauszuhauen sucht, noch schlimmer. Wir Üben Nachsicht, wenn wfc dar rabulistische Gerede des MoffeblatteS lieber ganz verschweigen. Es ist für Herrn v. Speck schon hart genug, in der ganzen Presse nur gerade bei diesem Judenblatte Schutz zu find«, welches natürlich daS Bedürfnis hat, für daS Interview, das ihm Herr von Speck gegönnt, fich in feiner Art zu bedanken. ES täte ih» aber einen größeren Dienst, wenn eS erklären wollte, daß die Mittellungen feines Gewährsmannes über die Unterredung — ungenau waren.
+ Aüü- Ar. Aropaischeck, der Lhef- rebotteur der,Kr«uzztg.', de« Hauptorgan» der konservativen Partei, läßt in diesem Blatte erklären, daß er für den Reichrtagswohlkrei« Zanch- Belzig nicht wieder kandidieren werde. Diese Fassung scheint anzudeuten, daß Herr Kropatscheck in einem anderen Wahlkreis« ausgestellt zu werden wünscht.
+ Eine Mehrsteuer durch eine Resolution zu fordern, soll den Berliner Blätter« zufolge der Zentrumrabaeordnete Müller- Fulda die Absicht haben. Wir können versichern, daß diese Meldung vollständig unbegründet ist. Nicht Herr Müller-Fulda, sondern der freikonservative Abg. Arenst hat, wie man hört, die Absicht, den Gedanken einer Wehrsteuer erne«t anzuregen.
X Arrr v. Kraikohetm — entkass-m. Schon feit etwa zwei Wochen munkelte ma», daß daS Ansehen des bayerische« Minister-Präfidente« Graf Crailsheim beim Pri«zrege«ten nicht mehr so fest stehe wie früher. Am Mittwoch nun hat der Prinzregent den Minister« Präsidenten „seine» Ansuchen entsprechend" vom 1. März an seiner ! Amtes enthoben. Herr v. Crailsheim hat vor | kurzem ganz gewiß «och nicht voran gedacht, um seine Entlassung eivzukomme«. Vein Rücktritt ist also kein ganz freiwilliger, und wir gehe« kaum fehl mit der Annahme, daß seine jüngste« offiziöse« Ver!autbaru«sen, wie name»tlich die Veröffentlichung ei«et Dankes«Depesche deS Prinzreg-ntsn a« den Reichskanzler wegen dessen Erwiderung auf Dr. SchädlerS Etatsrede (3s)'.nemG 'set Kaiser-Telegramm!), seine Stellung so sehr erschüttert haben, daß et fich nicht länger halten konnte. Sowie «S dem Prinzregenten offenbar wurde, daß Graf Crailsheim, um nur seine eigene werte Person vor den gerechtfertigten TadelSooten der Wortführer des katholische» bey-rischen Volke- z« schützen, den Regenten als Schild vorschob, mußte sein Vertraue« auf de« Grafe« CraüSheim einen Stoß erhalte«, der zum Stuqe des bisher „Allmächtigen" führe« mußte. Wer fein Nachfolger sein wird? Nach Ansicht deS Herr« von Crailsheim offenbar der neue Kultusminister Frecherr von PodewilS, den« gegen diesen richtete die offiziöse ,AugSb. Abendttg.'
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Deutsches Reich
Berlin, 19. Februar 1903.
* Zum ^apstInvilänm schreibt die offiziöse .Nordd. Allgem. Ztg.': „Morgen find 25 Jahre verflossen, seit Leo XIII, den päpstliche« Thron bestiege« hat, um als Oberhaupt der katholische« Kirche feine hoh. Mission zu erfülle«. Nur sehr wenigen Päpste« ist ein solches Jubiläum beschieden gewesen, und die katholische Christenheit der ganzen Welt begeht den morgi- gen Tag mit Recht als einen Festtag. AlS Drei- undneunzigjähriger waltet Leo XIII., beglückt durch eine staunenswert« Frische deS Geistes und deS Körpers, mit nimmer müdem Pflichtgefühl seines Amtes als leuchtendes Vorbild für die gesamt« Menschheit. Sein« Verdienst« um die katholische Kirche find so groß und mannigfaltig, daß sie vollkommen die außerordentliche Verehrung und Liebe rechtfertigen, welche ihm von den Mitgliedern der Kirche entgegengebracht wird. Aber auch außerhalb dieser ist Seo XIII. für sein Watten Anerkennung und Bewunderung zu teil geworden. AlS schönstes Beiwort schmückt ihn die Bezeichnung eine- FriedenSfürste«. Sie hat ihren Inhalt nicht nur durch die unermüdliche Fürsorge LeoS XIII. für die Hebung deS arbeiten» । den Standes erhalten, sondern auch durch die staatsmännische Weisheit, mit welcher er wiederholt das Amt eines Schiedsrichters und Vermittlers zwischen weltlichen Mächten auSübt«. Deutschland hat in Leo XIII. stets einen wohl- und keh te aus seinen Ruf zutraulich wieder zu ihm zurück.
Er nahm ihn auch mit ins Dorf hinab, als er dorthin wanderte, um für die fertig gestellten Matten Lebensmittel einzutauschen. Schon wollte er eines TageS zurückkehre«, mit dem wenigen Erwerb belastet, als die Volksmenge fich um einen Monn in glänzender Livree zusammenrottete. Neugierig blieb auch Omar abseits stehe« u«d horchte. Es war ei« Herold, der im Namen seiner Meisters und Herr« k»nd und zu wissen tat, daß deS EdelftäuleinS LiebttugSfalke entflogen fei. Wer immer ihn eingefonge» habe, fet aufgefordert, ihn alfobald auf Burg Ntoeggen wieder abzultefern.
Tief erschrocken stand Omar mit seinem galten auf der Schulter abseits und starrte auf den Sprecher. Er sollte feinen Liebling hergeben, feinen stummen Freund, de» Genossen feiner sch Lasten Stunden!
.Mei« Liebling, wir müssen unS trennen," flüsterte er betrübt und drückte daS Gesicht in des Vogels warmes Federkleid. Da berührte eine Hand feine Schulter:
„Mir dünkt, da haben wir den FlüchÜing schon!" Der Herold stand vor dem Jüngling und streckte die Hand auS, um den Vogel zu fasse». DaS ging dem über de» Spaß. Er hackte mit feinem krummen Schnabel so wacker auf dessen Hand los, daß diesem das Zugreifen verging. Fluchend trat er zurück und hätte dem „unver- chämten Vieh" sicher den dicken Kopf abgedreht, Denn er eben nicht solch' ein wertvoller Gegenland gewesen wäre.
„Hott mir den Tausendschwersnöter herunter," I
Dn Lmi> auf bet Lönigsburz
Originaler,ähluu, a«S der Beschichte der ehemaligen Jülicher Lande von «leca Ruth.
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