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V***^h*«rt< 3.P«f3»Ue» t» mit Mnterhattungs-Aellage „Alkufirirte Sonntags-Zeitung" peters-ag« Nr. 2 (Harmonie).

JK 40.

JuLöa, Donnerstag, den 19. Februar 1903.

30. Jahrgang.

G Wahl-Parolen und Regierung.

Liberale und konservative Blät>er zerbreche» sich be» Kopf darüber, mit welcher Wahl-Parole der künftige Wahlkampf zu führen sei, und wie fich die Regierung wohl dazu stelle« werde. Aach die politische Stellung der Regierung im Reiche wie tu Preußen an sich, ohne Rückficht auf irgend welche Wahl-Parole», gibt de« politischen Rätsellösern Stoff genug zu nachdenkliche« Be­trachtungen und Auseinandersetzungen. So müßig »»S diese« ganze Hin- und Herstreiten dünkt, so begreiflich ist eS doch, wen» ma» fich selbst ein­mal die Frage vorlegt: Was ist eigentlich daS Programm der Regierung? Denn man wird dann bald finde», daß fich über nichts ausgiebiger Kreil« läßt. ' als übrr dar politisch, Slaubr»»- bekenntniS drs Herrn Reichskanzlers und der an­dere« Minister und Staatssekretäre.

Blätter« wir einmal zurück in den Ztitnngru bis zu den Woche» vor Weth»achte«. Da stand eS t» der liberale» Preffe unzweifelhaft fest, daß die ganze Regierung „sich den Agrarier» verschriebe»" habe. Im neuen Jahre erhob dann der Bund der Landwirte das Schlacht- panier gegen dieselbe Regierung, von der *fflt die Landwirtschaft nichts zu er- hoffen" sei. Der Bund sprach ihr sein vollstes Mißtrauen auS, und Herr von PodbielSki ant- «ortete mit der Zerschneidung des Tisch- tucheS zwischen fich und dem Bunde der Land, wirte. Ma» munkelte sogar von einer geplanten Wahlkandgrbung der preußische» Regierung gegen den Bund der Landwirte. Dan» kam daS Abschiedsgesuch deS Posener Oderpräfi- deuten von Bitter infolge der Fälle Lötz»i»g und Willtch, und nun streitet man fich darüber, ob Herr von Bitter de« Liberale« oder be« Agrarier« „geopfert" werde.

Weiter regte zu Betrachtungen an die Stellung der Regierung zur Sozialdemokratie. Die Konservativen wolle» in der Sicherung des Wahl- geheimniffeS durch daS verhaßte „Wahlkämmer- leinzefetz", daS dem Reichstage übrigens »och immtr nicht zugegangen ist, wie auch in der Art, wie Graf PofabowSky im Reichstage die Ent- sendung von Regieru»gSo«tre1er» zu Gewerk- fchaftöbrngreffe» an fich — falls nur keine rote Fahne« dabei auSgrhängt würde» — verteidigt hat, »Verbeugung«" der Regteru»g vor der Sozialdemokratie erblicke». Diese ist natürlich ganz entgegengesetzter Meinung bezüglich der Stellungnahme der Regierung zu ihr. Die Schärfe, mit welcher zwischen den Sozialdemo­kraten und be« Wortführern der Regierung bei dem Kampfe um de» Zolltarif und auch noch bei der StatSderatung — man denke an die Debatten «ege« der Kaiferrrdr« — die Klingen gekreuzt wurde«, spricht aber doch wahrlich «icht für et» Bemühe« der Regierung, fich mit der Sozial- demokratie auf gute« Fuß zu setze«.

Natürlich fehle« auch weder in der liberale« noch in der sozialdemokratische« Preffe die Klag« über die angeblich „klertkal-konser- vattve" Richtung der Rrgierungepolitik. DaS Zugeständnis in Sache« des Jesuttengesehes gilt dafür als vollgilttger Beweis. Wir glaube«, daß bet be« bevorstehenden Debatten auS Anlaß

Dn Lmd auf ta Söchsbllrg.

Origiualerzählung auS der Geschichte der ehemalige« Jülicher Lande von «leea Ruth.

14 ------ (Nachdruck verboten.)

„Setze Dich her zu mir, wandernder Jüng- Heg, schiebe mir die Weide« zu und lausche, «om’i Dich danach verlangt, meine« Worte«."

And er begann mit leiser Stimme seinem aufmerksamen Zuhörer die Wahrhetten des «RaubenS zu enthülle« und ihm nahe zu legen. Heb Omar hing an feinen Lippe», seine Hände ruhte« müßig im Schoß, und durch sei« Herz zog et» Strahl jene- Friedens, de« die Wald- einsamkett bst. Der Vöglein leises Gezwitscher erfüllte d« tiefe« Wald, die hohe» Baum wipfel ra»schte» — sonst allerwege» andachtsvolle- Schweige»!

Der Jüngling dachte nicht mehr arrS Wander», die Aaldklause »ahm ih« auf, die kahle Zelle teilte« der zum Friede» eivgekehrte JLngli«g und «r dem Grabe zueilende Greis. Nach immer stak. daS Schwert des Jünglings in der Erde, eS schien, al» sei mit dieser Hingabe auch der Drang »ach Helde»ruhm uvd Tat a«S OmarS Seele gewichen Der groß« Gegensatz seiner AebenSweife auf der wüsten Felsenburg und bet frieblichen Waldklause war eS, der ihn heimisch machte i« ber Waldeinsamkeit. @t grng mit bcm Klausner auS, die heilsamen Kräuter zu suchen, half ihm die Matte» und sonstiges Geräte aus bürrem Holz anfertige« und schmückte das Kirch- kein mit Blumen und Tannenreisern. So schlang

ber nationalliberale» Interpellation über be« Trierer Schulstreit unb beim Kulturetat ein ganz anberer Wind vom RegierungStische wehen wird. Auch in andere Beziehungen vermögen wir kein Anzeichen für eine dem Zentrum geneigte Rich- tung der RegierungSpolttik zu erkennen. Wir erinnern an die Antwort, die der Reichskanzler in Sachen der Swinemünder Depesche dem Abg. Dr. Schädler gegeben hat. Die Rede«, die der preußische Handelsminister Möller in Köln, Bremen und Hannover gehalten hat, richte» fich schnurstracks gegen die Sozial- und Wirt- schastSpolitik deS Zentrums und wetthin auch der Konserva iven.

Gerade diese Rede» mußten freilich de» Glaube» an die Srschloffenheit und Ueberetn- stimmtiag in der politische« Halts»- unser«: StaatSleuker stark erschüttern. Herr Möller hat fich den» avck schon eines visieren belehren laflen and gesagt, daß er ,ei nutzt wieder mn* werbe. Jedenfalls ergibt fich aber auS alledem, daß nrchtS so klar ist, als daß die Gesamtrichtung der Berliner Regierungspolitik völlig unklar ist. Zum Teil liegt daS freilich an der Verschieden- hett der parteipolitische» Verhältniffe im Reiche und in Preußen, wobei fie bald mehr »ach recht», bald mehr »ach link» ihren Stützpunkt zu suchen glaubt. GtwaS zielbewußter könnte fie aber doch auftreten.

Aber eine Wahlparole von der Regierung zu erwarte», da» kann höchstens Sache solcher Parteien fein, die nicht daS Gefühl vollständiger Unabhängigkett und die ruhige Gewißheit ihrer eigenen Kraft und bet Richtigkeit ihrer Grund­sätze haben. Für bie Katholiken kann eS jedenfalls keine Wahlparole geben, bie vo« bet Regierung aufgestellt oder gebilligt wäre. Für fie gibt e» auch weiterhin nur eine Wahlparole, und diese heißt:

Hie gut Lentrum allewege!

Berlin, 18. Februar 1903.

+ Si« Gesetz Sv-r Aildung kirchliche» Aikftsoad« siir katholische Zksarrgemet«- de» war in der preußischen Thronrede angekündigt worden. Wir hatte« als Zweck desselben be­zeichnet die Blldung gemeinschaftlicher Fonds für alle katholischen Pfarreien einer Stadt, um in große» Städten die Errichtung »euer Pfarreien, bene» e» zunächst an eigenen Mitteln fehlt, zu erleichtern. Infolge einer offiziöse» Notiz, wonach zu ähnlichen Zwecken einheitliche Diözefan-Kirchensteuern durch den reuen Entwurf ermöglicht werden sollte», wurde unsere, auf de« zuverlässigst« Informationen beruhende A»gabe vielfach angrzweifett. Jetzt stellt fich heraus, daß diese Zweifel unberechtigt waren. Was die offiziöse Mitteilung besagte, betraf nur einen Teil der geplante« gesetzgeberische» Neu- ord»u»g; und waS wir mitgeteilt hatten, betraf dm andere« Tell derselben. Ob es fich nun, sich eilt enge« Band um die so grundverschiedenen Nature«. Voll Ehrfurcht uud Liebe schaute Omar zu dem Greise aus, eS lag etwas so vor­nehmes, edle», hoheitSvolleS in deffm Wese«, daß ihn oft da» unbezwingbare Verlangen über- kam, mehr von seiner Vergangenheit, seiner Her­kunft zu wiffen. DaS aber blieb für ihn ein verschlossene- Buch. Die Vergangenheit war auSgelöscht au» des Eremiten Leden. Nur ein- mal ließ er fich von der momentane» Verstim­mung hinreißen. Sie gingen zum Holzfällen auS und Omar, wie er den ritterlichen Mau« mit dem Beil be« Stamm bearbeite« sah, konnte die Frage nicht zurückdiängm:

»Diese Hand ist gewohnt, daS Schwert zu führen, nicht daS »eil! Wie kann ein solches Helden- her» Genüge finde« in tatenlosem Dahinlebe»?"

„Mein Sohn," sagte bet Klauener ernst, „wer immer auch daS Lebe» tatenvoll verbracht, der firht am Ende feiner Bahn, wie eitel und töricht e« gewesen, feine« Leben« ganze Kraft an ein Dasein zu setzen, da« nicht wert ist, gelebt zu werden. Wa« übrig bleibt von der Heldenkraft der Jugendjahre, da« ist nicht der Gewißheit Trost, auf verdienten Lorbeeren de« Rest der Jahre zu verbringen; wmigstenS birgt dieser Zustand nicht den Trost in fich, ben Du vorauszusetzen scheinest. Da» stad die kläglichen Rests einer einstigen Heldenkraft, da« letzte Ansstuckem der schwimmen- ben Kraft, ein Häuflein Asche. Die läßt keine Freude an Deinem verbrauchten Dasein auf­komm«. Du bist welk und dürr, ein gefällter Baum, und Dein letzte« Gedeihe« ist — lang- sawe« Absterben!" Danach schwieg er lauge, und auch der Jüngking ward nachdenklich, und in ihm

wie bie »Köln. Bolksztg/ hört, um zwei getrennte Gesetzentwürfe hanbelt ober nur um zwei Teile beffeldm Entwurfs, hat nur formelle Bebeutung. Jedenfalls bestehen für bie protestantische Landes­kirche ähnliche Vorschriften bereit» in beiden Hinfichten.

+ Die Interpellation bet national« liberale« Abgg. Borgman» unb Genossen be- treffenb bett Erlaß be« Hochw. Herrn Bischofs von Trier über be« Besuch der üoufefstons- tofr* höhere» zKädche»sch»le« kommt am Freitag im Adgeordnetenhause zur Besprechung. Dabei wirb fich zeigen, baß ber Unterricht an der konfesfionslosen Töchterschule i« Trier in religiöser wie i« sittlicher Beziehung die schwerstm Bedenk« Hervorruf« mußte.'

* SU Mütgie 34edflA5tfn«e. Im Reichstage ist eins die Zeit bi« Ende 1902 umfassende Denkschrift bett, die Anwendung der in den deutschen Staaten für die bedingte Begnadigung geltenden Vorschriften verteilt worden. Um eine gleichmäßige Handhabung be« bedingten Strafausschube« herbeizuführen, find unter Ver­mittelung be« Reich« Justizamt« zwischen den Re­gierungen derjenig« Bundesstaaten, in welchen Vorschriften über den bedingten Strafaufschub be­stehen, folgende Grundsätze vereinbart worb«: „1. Von dem bedingten Strafaufschub soll vor­zugsweise zu Gunsten solcher Verurtellten Ge- brauch gemacht werden, welche zurzeit ber Tat da« achtzehnte Lebensjahr nicht vollmdkt hatten. 2. Gegenüber Personen, die ftüher bereit« zu Freiheitsstrafen verurteilt find und die Strafe ganz ober teilweise verbüßt haben, soll ber bedingte Strafaufschub nur in besonderen Fällen Platz greifen. 3. Die Höhe der erkannten Freiheits- strafe soll die Gewährung be« bedingten Straf­aufschub« nicht grundsätzlich ausschließ«. 4. Ueber die Bewilligung be« bedingten Strafaufschub« ist eine Aeußernng be« erkennend« Gericht« herbei- zuführen. 5. Die Bewährungsfrist soll auf weniger al« die Dauer der Verjährungsfrist, und zwar bei Straf«, die in zwei Jahren verjähren, mindest«« auf ein Jahr, bei Strafen, die einer längeren Verjährung unterliegen, auf mindest«« zwei Jahre bemess« werd«." Tie vereinbarten Gründ, sätze find vom 1. Januar 1903 ab in all« be­teiligten BundtSstaaten in Geltung getreten. Tabellen geben Autkunst über die Anwendung be« bedingt« Strafaufschub« bi« 31. Dezember 1902 und die «dgiltig erledigten Fälle. Dis Ber- hältniszahl bet «dgiltig« Begnadigungen beträgt für alle Bundesstaaten zusammengenommen 76,2 Proz. Die erledigten Fälle hielten fich in den drei Jahren 1900/1902 um 80 Proz. Für die in Haft Verurteilten ist die Verhältniszahl höher als für die zu Gefängnis Verurteilten. Im übrig« stad die Ergebnisse bei den verschiedenen Art« der Gerichte ziemlich gleich.

+ Der Hsettze-M»ud, auch Heinze-Bund genannt, wünscht wieder einmal vo» fich rede» zu mach«. Er hat auf ben 8. März in die Brr- fixer Philharmonie eine Versammlung einberufen, in welcher die Herren Ludwig Fulda und Herman» 6*uberma»n als Interessent« der dramatische» Industrie, ferner der Prof. v. LiSzt und die Reichstag». Abgeordnet« Müller- Mei- ninge» (freif. VolkSp.) uud Heine (Sozialdem)

bildeten fich andere Begriffe von des Leben« höchsten ®Stern. Sie kehrten zurück, und er kam an feinem Schwerte vorbei, da» noch immer an derselben Stelle in der Erde stak. Mit w h> wütigem Blick streifte er e«. Der Rost fing an, an ihm zu zehren, er dachte an seine Leb««ideale unb senkte traurig da« Haupt. In ihm gährte und glühte e« noch, trotz allem! Des Eremiten forschen­der Blick la« in seiner Seele, de« Jüngling« Innere« lag klar vor ihm, und b'rauf baute er seine Pläne.

Zar Bereitung be« Abendimbiffe» ging Omar zum nahen Waldqaell und füllte den Krug mit frischem Wasser. Al« er zurückkehrte, kam er c» der halbgeöffneten Kirchentüre vorüber und warf eia« Blick hinein. Er sch den Klau«uer im in- brünstig« Gebete vertieft vor dem Altar auf ben Knie« lieg« unb seine gefaltet« Hände znm Himmel erheb«. Lange stand et lautlos da und schaute tief bewegt auf den Beter. Ach! daß auch ihn ein liebend-« Mutteiherz die Hände zum Beten falten gelehrt! Die Poefie be« Menschendasein« ist das Gebet! Himmel und Erde beten, nur einen Ott gibt e«, da wird nicht gebellt —, da« ist die Hölle — und wer nicht betet, hat die Hölle in feinem Herz«. Von unwiderstehlicher Macht an» getrieben, ließ ber Jüngling fich auf d« Stein- stuf« auf die Kniee nieder, aber seine Lippen formten keine Gebetswm te, fir sprachen nur immer wieder be« sehnliche Verlangen: „Goltaller Christ«, lehre mich glaube»!"

Die Sonne war längst untergezangen, da saßen die beiden Bewohner ber Walbklause roch vor der Türe im traulich« Zwiegespräch beisammen. E« war so stille «rb feierlich ringsum, daß es fast wie eine Entweihung klang, al« plötzlich fröhliche

Vorträge über bie Theater-Zensur halt« sollen. Der Ansturm gegen bie Zensur ist im preußische» Abgeorbnet«hause kürzlich kläglich mißlänge». Der Goethe. Bund — wie jene Name» zeigen eine scheinbar, aber auch nur scheinbar sehr gemischte Gesellschaft — wirb auch keine bester« Erfolge haben. Gerade bie letzt« Zensur- Verbote, die fich gegen die „Maria von Magdala", deS Lieblings aller lüsterne« Weiber, des Herr» Paul Hkyse, unb gegen eine Schaudstück eines gewisten Dreyer richteten, zeigt«, wie bnrchauS notwendig die Zensur ist. Sie müßte nur noch viel schärfer gehandhabt werd«.

+ 3M» Alech»K«g»jahr 1902 wird im Reiche natürlich auch mtt einem Fehlbetrag abschließen. In ehret amtliche» Mitteilung an die Budgetkommisflon deS Reichstag» wird derselbe auf „mutmaßlich" über 84 Millionen berechnet.

* 5«mst»hr, 19. gebt. 1903. In der gestrigen Nachmittagsfitzung der Zweiten hesfische» Kammer erklärte Staat-Minister Rothe auf eine Anfrage, daß die hesfische Regierung die Gründe nicht oei tarne, welche dafür sprechen, den Reichs« tag-abgeordneten Diäte» zu bewillig«; nicht minder feien derselbe» die Bedenken, die dem entgegen stehe», bekannt. Die hesfische Re­gierung erachte aber bie bafflt sprechenden Gründe für überwiegend. Das HauS beschloß schließlich einstimmig, die Regierung zu ersuche», beim BundeSrat auf» nachdrücklichste für die Bewilligung von Diäten einzutreten.

* Arannschweig, 18. Febr. 1903. Der braunfchrveigische Landtag beschloß einstimmig, die Regierung zu ersuchen, ihren Bevollmächtigte» anzuweise«, gegen bie Wieberzulassung ber Jesuiten zu stimmen. (Nun ist ba» Vater- land gerettet.)

* Klnttgart, 18. Febr. 1903. Die Kam­mer der Abgeordneten hat fich auf unbe­stimmte Zeit vertagt, weil wegen Erkrankung deS Finanzministers die Generaldebatte über ben neuen Etat verschoben «erben muffte.

Parlamentarische Nachrichten.

X It« zr»dsetk»«Wlsft«U »«- 3Uid)sf«g<» setzte die Beratung des (Etats für die Verwaltung des Reichsheeres am Dienstag fort mtt dem Ka­pitel 24: Eekdverpfleauug der Zcnppe«. Di« laufenden Ausgabe» werde» u»verS»dert genehmigt, vo« dr» Mehrforderu»ae», die 891506 Mark betrage«, werde» Abstriche t» Hohr »o» etwa 50000 Mark ge­macht. Bet Kapitel 26: Bekleidung und Aus­rüstung drr Truppen werde« 16 Mrlttürs und Beamte bet dr« vrkleidu»gsämtern des Sardrkorps, drS 15. und 11. Armeekorps verlangt. Die Perfova» vermehr»»! ist brdt»gt beim SardekorpS u»d dr« 15. KorpS durch die Einführung deS Betriebe« mit Ztvilhaudwerker», beim 11. KoipS, dem die gürforge für zwei Armeekorps obliegt, ist fie notwendig, um eiiea geordnete» Betrieb aufrecht zu erhalten. Ueber diese Mehrforderuvg uud über de» Nutze» der Einführung deS Betriebes mit Zivtlhandwerker« und Oekonomiearbeiterrr entspirnt fich «ine längere Debatte.

Abg. Müller-stulda beantragt, die Mehv- forbtrnwg nur für daS SardekorpS zu bewillige». Re­gierungsseitig wird ouSgesührt, daß die Zivilhand­werker mehr leiste», alS die MlitSrhandwerkir. Di, Einführung der Ztvilhandwerker fei erfolgt im Interesse des HaudwerkS.

KriegSmivistlr von Goßler: Die Forderungen feie« eine Koufcque», vorjähriger Beschlüsse deS Reichs­tages. SS fei tatsächlich eia Mangel an Militär- chneideru vorhanden. Ma» habe deshalb beim Gard»

hornfignale durch die abendliche Still« drang«. Sleichzeitig ward ein Stampfen von Roffehuft« f8tbar, Stimmen unb Ruf« wurden laut, und bamr ifirmie eine fröhliche Jagdgesellschaft mit Windes­eile an ihnen vorüber. Omar hatte sich anfge- richtet. Seine Wangen glühten, seine glänzend« Blicke folgten der dahtnjagenden Schar.

„Wer ist'«, ber mit gellendem Hornton biefe» Balbfrieben zu stören wagt?" fragte ber Jüng- tng, „ich sah ein weibliche« Gewand unb ein« Edeldame übermütige« Antlitz. Nie sah ich ein chönerer Bild."

»Du magst Recht haben", bestätigte ber Hausner, unb auf feiner Stirn bildete fich eine Falle, „diese Edeldame ist da« RitterftLulellt von Nideggen. Da« einzige verwöhnte Töchterchen be« Burggraf« unb demgemäß unbeschränkte Herrscherin über alle, die fich ihr huldigend nahe«. Bur, Nidegg« liegt nicht gar wett vom Walde auf einem hohen stellen Fetteck und ist ber Sammel« platz fflr kunstverständige und kunstliebende Lrute, wie Harfenisten, Paukenschläger und allerlei ährende Kunstschüler."

Omar« Augen leuchteten. „Wie schön H dort ein mag!"

Der Klausner wandte fich ab. Sie schwieg« eidc lange, bann ward es dunkler und fie trat« n die Klans« zurück. Es kam die erste Nacht, wo Dmar keine Ruhe fand. Eine ungekannte Sehn- ucht ersaßt« ihn. Er hö t« noch immer den Hörn­en in seinen Ohr« nachklingen, sah ba« kostbar« Zrauengewand im Winde flattern unb sah ein« Slick, so spöttisch und herausfordernd, daß ihm da» Blut in raschem Kreislauf durch die Adern trieb.

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