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FuldaerMIeitima
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mit den Beilagen
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„Ulustrirte Sonntags-Leftung", Fuldaer 0esd)id)tsbläfter* und roflerie-Eisfe. velewaalle ll». 1 (lomeaUk
Juföcr, Dienstag, den 17. Februar 1903.
M 38.
30. Jahrgang.
± Bor hundert Jahren.
(Nachdruck verbot««.)
m.
Bevor wir über die letzte« Konvrntualen unser es ehrwürdigen BenediktinerMes dem Leser die versprochenen Mitteilungen mache», sei es gestaltet, zunächst jenes denkwürdige Schreiben wiederzugebe», in welchem der Abt in die Aushebung ei«willigt und seinen Söhnen rührend an's Herz legt, rocS ihn bekümmert und mit Sorge erfüllt.
Dar an den EtifLdechaut Benedikt v. Ost- Heim gerichtete Schreiben hat folgenden Wortlaut:
Bon Sott S Gnaden Wir Adalbert Bischof und Abt zu Fulda, deS heil. Römischen Reichs Fürst, Ihrer Majestät der Römischen Kaiserin Erzkanzler, durch Germanien und Sallieu Primas u. s. w.
Unfern gnädigsten Gruß und geneigten Willen zuvor.
Wohlehrwürdiger, Wohlgeborener, lieber Andächtiger!
Wir haben endlich den Zeitpunkt erlebt, wo der ReichsdeputationS-Schluß in Erfüllung gebracht und Unser adeliges Konvent entlasten werden soll. Wir fetzen auf Euer Wohlehr- würden das Zutrauen, daß Sie Unserem P. Prior, Subprior und den sämtlichen Konoentualen des gedachten Konvents Unsere tiefen Schmerzen über dieser Ereignis eröffnen «erden. Sie werde» ihnen zu erkennen gebe», daß Wir nichts gegen die unerforschliche» Ratschlüsse Gottes vermögen, und daß Wir, so gern Wir eS auch wünschen, daß dis in Pension gesetzten Konventuale« ge« meinschastlich «ach der Regel unseres heiligen Baiers Bmedtktus beisammen leben könnten, nur dem Drange der Umstände nachgeben und in solcher Hinsicht nicht vorüber können, in ihre Entlassung einzuwilligen. Wir finden Uns aber vor dem Vollzüge derselbe» bewogen, Unseren Konvrntualen »och nachstehende väterliche Erinnerungen und reepectiie Verfügungen bekannt zu machen.
1) Könne« sie zwar bei de« Eintritte des neuen Jahres 1803 daS Konvent verlassen, fu werden sich aber solange a« einem ehrbaren Orte i« der Stadt aufhalten, bis fie Uns angezeigt haben, ob fie entweder hier zu verbleiben oder sich auf das Land und wohin zu begeben gedenken.
2) Werden fie darüber Unsere spezielle Erlaubnis abwarten.
3) Wird Unser P. Prior veranstalte« ,daß auf den 1. und 2. des neuen Jahres der Gotte«' dienst in dem Dom gewöhnlicher Maßen, jedoch ohne Verbindlichkeit zum Chor gehalten werde.
4) Wird derselbe mit den hier Verbleibenden verabreden, daß täglich in abgetheilten Stunden mehrere hl. Mefsm i« dem Dom gehalten wer- den, bi« hierüber von Uns eine andere Verfügung getroffen sein wird.
5) Wird der Dompfarrer mit Einverständniß deS P. Prior besorgt sein, daß das feierliche Meßopfer nach der Predigt an Sonn- und Festtagen wie sonst vrrrichtet werde.
6) Der Pl-rrrxoitesdierist hat wie vorher seinen gewöhnlichen Fortgang, damit es aber sowohl a« Meffea als bei den Aemter», Christen lehre, Vesper und sonstigen pfarrlichen Verrich- tnage« nicht fehle: so werden noch nebst dem P. Cornelius, der P. Rudolph und P Rhaban vorläufig angewiesen, fich nach Lnlei- totig deS Dompfarrers als Gehilfen in der Seelsorge gebrauchen zu lasse«. Zu dem Ende werde« fie ihre Wohnung bis auf das Weitere in dem Convente behalu«.
7) Tämmtliche ermahnen Wir in dem Herrn, daß fi- auch getrennt an dem Otte, welche« so viele heilige frommen Männer bewohnt haben, diese als Muftcr ihres steten Betragens vor Augen halten und den Pflichten ihres geift ichrn Stande« eingedenk, ihrer Priefierwürde eifrigst »achkommen werden. Wa« wir ihnen besonders einpcägen ist, daß fie fich wahrhaft befleißen werden, düs Publikum forthin du:ch eine« ehrwürdige« Wandel zu erbauen und somit nicht unterlassen werden, das Ihrige für Beförderung der Ehre Gotteö und zur Aufnahme unserer hl. Religion «ach Kräfte« beizutragr».
8) Eben so empfehle« Wir alle« u«d jeden die Forttragung des OedrnSkleides nachdrücklichst, damit was fich dem Tadel nicht ousfetze, als wollte «an mit dem Kleide die geistlichen Ge- finnungen ablegen.
9) Auch werde« jene Conventualen, welche noch zur Zeit nebst den benannte« Mitgehtlsen in der Seelsorge und dem Convent« verbleibe«, nicht ermangeln, fich für die Fortsetzung Les
ütrsucltts
die deutsche Uebersetzung diese« päpstlichen AuSsprncheS
aber oder de« Zeit Ich das
Präffliirt mit goldeiei Medaillen i. Kkreidl jlnei.
In alkn besseren Ge-chäften in haben.
weiß, ist der Papst nie ohnmächtig geworden. Sogar bei der vor mehreren Jahren erfolgten Operation durch Dr. Mazzoni wurde er nicht ohnmächtig, obgleich wir kein Betäubungsmittel brauchten. Wer den Papst zum ersten Mal« firht, läßt fich durch feine Bläffe täuschen, aber er ist immer blaß und anscheinend zerbrechlich gewesen. Nach der Papstwahl vor 25 Jahren sagte der jüngste und körperlich kräftigste der Kardtnäle zu seinen Freunden in Bologna: „8Bir haben einen prächtigen Papst gewählt, aber ich fürchte, ich werde bald wieder zur Papstwahl nach Rom «äffen; denn Kardinal Picci fleht sehr zart au«." Jetzt trauert der Papst um den Kardinal Parocchi, der damals in Bologna diese Prophezeiung machte. Außerdem steht der Papst oft erschöpft au«, wa» sich aber durch sein Tagewerk erklärt; im ganzen erfreut er fich jedenfalls, für einen Mann in seinen Jahren, einer außergewöhnlichen Gesundheit und Lebenskraft. Al« Erzbischof von Perugia und al« er operiert wurde, war der Papfl ernstlich krank. Die Operation au sich war nur gefährlich wegen seine« hohen Alter«, aber die Wunde heilte wunderbar schnell.
Seit vierzehn Jahren bin ich der Leibarzt der Papste«; in dieser Zeit hat er nur bi«weilen an Erkältung und unter dem Wetterwechsel in Rom gelitten. Für die Erhaltung seiner Gesundheit achte ich streng auf die Temperatur der Luft, die er atmet, damit fie möglichst gleichmäßig ist. DaS ist nicht immer leicht, weil der Papst i« verschiedenen Teilen des Vatikans und t« St.
Gottesdienstes und der übrige« Andachten al- treue Diener deS Allerhöchsten gebrauchen zu lassen.
In Folge deffen ertheilen Wir Unjern wär- digen, lieben und andächtigen Religiösen Unseres adeligen Convent« den Bischöflichen Segen, und verbleiben ihnen mit Fürstlichen Gnade« wohl zugethan.
Fulda, den 29. Dez. 1802.
wohl affe ctiouirter Adalbert
B F. und A.
in den Sommermonaten verbringt er zweidreimal wöchentlich mehrere Stunde« in vatikanischen Gürten, und von Zeit zu gönnt er fich dort eine« halben Feiertag.
Spanischen Platze mid Alinari in Corso dieses Bild in den Harde! zu bringen: eS ist bis jetzt die treueste Photographie Leos XIII.* So die demokratische .Volkszeitung','der wir die Verantwortung für diese Mitteilung überlassen müssen.
* Der schwerste Manu Deutschlands, ja vielleicht der ganzen Erde, ist unstreitig der Hotelbesitzer Han- Fromm zu Willenberg in Wefipreußen. Obwohl er aus einer ganz rormal gebauten Familie stammt, hat sich sein Körpergewicht nach und nach auf 502 Pfund emporgeschwungen. Diesen Rekord von fünf Zentner zwei Pfund dürfte so leicht niemand zu schlagen i« Stande sein. Bemerkt wöge sein, daß sich das Gewicht netto versteht, also ohne jegliche Bekleidung.
* Kälte in Indien. Eine plötzlich über Bengalen hereingebrochene Kältewelle erregt in wissenschaftlich«» Kreisen das größte Interesse, da man für den Ursprung dieser auffallenden Naturerscheinung keine bestimmte Erklärung finden kann. Das Meteorologische Bureau in Kalkutta meldet, daß die Kältewelle über den Meerbusen von Bengalen hinweg nach Birma hin geht. Seeleute behaupten, fie hätten auf der Fahrt im Indischen Ozean eine große nordwärts treibende Eisbank bedbachtet. Diese Schiffermärchen mit ihren angeblich plausiblen Erklärungen wird aber kein Mensch ernst nehmen.
* Auf der Sekuudärbahn. „Warum hält denn der Zug nicht in dieser Station?* — „Ja wissen 'S, der Stationsvorstand und der Lokomotivführer find halt seit acht Tagen bös aufeinander!*
Gott und sonst nichts auf ddr Welt." ' Erst nach hl. Dreikönige 1888 gelang es Spithöver auf de«
Leo XIII. einmal sterben soll. Ma« möch beinahe glauben, daß «ach Piu- IX. di« Päpst- überhaupt nicht mehr sterben. Und allen Ernste-, sollte ich heute dem hl. Vater etwa- wünschen — ich müßtenichr, wa- ich ihm wünschen sollte."
« ' i« ma.-
Em Gespräch mit dem Arzt des Papstes.
Angesichts des bevorstrh-ndm Jubiläums machte über den GchrnbhettSmstond und di« Lebensweise de« Papste« Leo XIII. sein Arzt Dr. Lspponi in dem „ersten authentischen Interview, das er einem Journalisten bervillivte", dem römischen Korrespondenten de« .American' interessante Mit. ietlungen. „Die letzten Berichte über die große Körprrschwäche dr« Papste«", so' sagte er nach dem vorliegenden Bericht, „find wie gewöhnlich unrichtig, denn seit zehn Jahren hat er sich nicht besser befunden. Er har de» Winter wunderbar überstanden und setzt sogar mich», der ich sein« große Widerstandskraft kenne, in Erstaunen. Sein« OhnmachtSanMe stad müßige Fabel:?; so weit ich
er wie i« de« letzten acht Jahre« sortfährt; er wird i» der Tat anscheinend gar nicht älter."
Auch der päpstliche Leibarzt Profeffor Mazzoni hat fich vor einigen Tagen Über den Gesund« heUZzustaud des hl. Vater- geäußert, als man ihm die bekannten Befürchtung:« liberaler Blätter vorhielt, de- Papste- Tage feie« nur noch wenige. Mazzoni klärte de» Fragesteller i» folgender Meise auf: „Der Papst soll nicht wohl sein?" rief her Profeffor, indem er in Lache« aurbrach. „Er ist fo wohl und munter, daß Sie und ich ib« beneiden könnten. Alles was in letzter Zeit Nachteiliges im Umlauf gesetzt wurde, ist unwahr. Mit Ausnahme einer leichten Heiserkeit, die durch Auflegen von Senf, papier sofort behoben wurde, hatte der hl. Vater feit Jahre« nicht bfe mindesten Beschwerden. Er ist rin wahres Phänomen; er wird der Zahl der Jahre nach älter, aber mit jedem neuen Jahre scheint er — so paradox daS klingt — gesünder und rüstiger zu werde«/ So oft er ein neues Jahrzchnt seines Leben« antrilt, heißt es: Diesmal geht es dem Ende zu. Und j.de?mal bsrssbrheitet fich das Gegenteil. Paffm Me auf, btr Papst wird nicht «ar die Hundert erreiche» — wenn er hindert Jahre alt ist, ist er im Gtanbe und fängt erst recht zu leben an. Woran soll übrigens der Papst sterbe«? Er hat eine Konstitution wir ein junger Mann; alle Organe sind gesund, alle Funktionen des Organis- mus gehen tadellos »on statten, keine Spur von Herzfehler ober dergleichen; dazu kommt das regelmäßigste Leben von der Welt, nur wenig Alkoholgruuß — ist es da verwunderlich, daß der alte Herr ohne Brille liest, rhre Stock herumgeht, fich allein en» und auszieht und vierzehn bi- fünfzehn Stunden im Tag« arbeitet?! Ich kann mir wirklich garnicht denken, woran
glaube «och immer, daß der Papst leicht Alker von hundert Jahren erreichen kann, wenn
Iidil°>ms-Ko«f«HN dir Mzliidkk nb fttubt des III. Mess.
Wie im Jahre 1900, so werden auch in diesem Jahre die Mitglieder und Freunde de« III. Orden« eine Jubiläum« Romfahrt unternehmen unb zwar wird die Reise am 20. April, nachmittag« von Köln aus angetreten und wie folgt fortgesetzt:
Am 21. abends (über Basel, St. Gotthardt), Ankunft in Mailand (Uebernachten), am 22. nach Venedig, Padua (Uebernachten), am 23, noch Bologna, Loreto (Uebernachten), am 24. nach Assisi (Uebernachten), am 25. nach Rom, wo der Pilgerzug bis zum 2. Mai bleibt. Von Rom au« wird die Rückreise am 2. Mai angetreten, zu nächst bi« Florenz (Uebernachten), am 3. Mai nach Pisa, Genua (Uebernachten), am 4. Mat nach Mailand (Uebernatten), am 5. Mtt über Basel nach Köln (Ankunft am 6. Mat nachmittags).
In allen vorstehend genannten Städten werden den Pilgern die Heiligtümer und Hauptsehenswürdigkeiten durch besondere, der beutfchen Sprache mächtige Führer gezeigt und erklärt. In Rom nehmen die Pilger an einer besonderen Audienz be# hl. Vaters teil, voraus sichtlich angeführt durch mehrere Bischöfe.
Der Preis für die Reife, einschließlich Logis und Verpflegung mit Wein und den veischiederen allgemeinen Wagenfahrten ist ab Köln für die III. Wagen- und Verpfleyungrklaffe 160 Mk., ab Mannheim 150 Mk., ab Basel 140 Mk.
Für die II. Wagen- und Verpflegung-klasse ab Köln 240 Mk., ab Mannheim 225 Mk., ab Basel 210 Mk. Wer die Reise von Rom aus allein zmückmachen will, erhält ein besondere« hierfür giftige« Fahrscheinheft mit 45 tägiger Gittigkeitrdauer. Derselbe verzichtct jedoch hierdurch auf weiteren Anspruch auf Führung und Verpflegung.
Anmeldungen nehmen bi« zum 20. März, an welchem Tage die Liste geschloffen wird, entgegen: a. Der Kassierer der Unternehmen«, Herr Carl
Wortmann, Köln, Karthäuserwoll 40.
b. Der Vorstand und die geistlichen Leiter de« III. Orden«.
c. Die Klöster der P. P. Franziskaner und Kapuziner und zwar müssen die Anmeldung!» durch besonderen Bnmeldezettel geschehen, welche von den vorstehend Genannten zu beziehen find. Da« Geld ifl bei der Anmeldung einzuzai len.
Sollten Ereignisse eivtrete», welche di« Pilgerfahrt unmöglich machen, so erhält der Einzahler da« Geld zurück, wo er er eingezahlt hat.
Damit da« Komitee recht bald einen lieber» blick über die Anzahl der Meldungen erhält, und die Nachtquartiere rechtzeitig bestellen kann, wird dringend gebeten, die Ar Meldung«» recht bald zu machen.
Bei Bedarf werden mehrere Züge gebildet, welche an aufeinandrrfolgevden Tagen von Köln abfahrrn.
Von besonderem Jntenffr wird cs sgiv, zu erfahren, daß die Teilnehmer an dieser Föhn auch an be» Festlichkeiten tcilrehme«, welche am 28. April in St. Peter in Rom stattfinden. An diesem Tage wird da« römische Komitee mit de» in Rom QSS)e?enben Deputationen unb Pilger- zügcn dem Papste im Namen br« katholischen @rb* kreise« feierlich bis Glück- und Segenswü-sche barbringe»-
* Wie«, 15. gebt. 1908. Unter de« Unglückliche», welche tit diesem Winter das hiesige Asyl für Obdachlose aufsuchen wußten, befandficheine Baronin v. T. Sie wurde in total vei wahrlostem Zustande i»s Afyl gebracht, wo fie sechs Nächte verblieb. Man bemerkte an ihr sofort, daß fie von besserem Stande war. Als der Herbergsvater ihr fein Mitleid aussprach, erzählte fie ihm, fie stamme aus Pommern uvb fei vermögend gewesen, bis fie einen Abenteurer Dathe heiratete, der ihr Geld in Monte Carlo durchbrachte
* „Wir Deutschen fürchten Gott und sonst Niemand." Wer schuf und prägte, so fragte die ,Berl. Bolkszig.' jenes sogenannte „Germanische Heldenwort* ? Natürlich der „eiserne Kanzler* am 6. Februar 1888; eS steht ja im stenographischen Reichstagsberichi. Mit Verlaub! Die Sache verhält fich ein wenig anders. Die Autorschaft dieses Ausspruchs geht auf Papst Leo xm. zurück. Im Laufe der Jahre 1886 und 1887 waren die Beziehungen zwischen dem Fürsten Bismarck und der römischen Kurie so intim geworben, daß, wie erinnerlich, der „eiserne Kanzler* sür sein Septenat den Papst gegen das Zentrum anSzuspielen vermochte. Die Adresse, die darauf Dr. Winbthorst und Freiherr von Frankenstein an die römische Kmie gelangen ließen, sprach trotz aller schuldigen Ehrerbietung vor dem Vater der katholi chen Lhristenheit eine trotzige Sprache. Fürst Bismarck kritifierte in jenen Tagen die „lateinischen Gedichte* des vatikanischen Poeten günstig, und Kurt von Schlözer hatte kaum die betreffende Nummer der .Norddeutschen Allgemeine« Zeitung' erhalten, als er seinen windschiefen Zylinder aufsetzte, den Omnibus vom Palazzo Mpranica zu» PeterSplotz bestieg — diese „Auffahrt* kostete dem Staate Preußen volle 10 Centefimi — und zum Papst eilte. Den herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Staatsmännern entsprach alsdann die lieber« endung der neuesten Photographie des Pontifex, anf- genommen in bett ersten Adventtagen des Jahres 1887. Dieses toD^f gelungene Bild, Jwperialformat, Kniestück der fitzenden Papstes, erhielt in einem der erste» Abzüge Fürst Bismarck um Neujahr 1888. Leo XHL hatte e« zuvor mit seiner minutiösen Handschrift durch !>aS Motto ausgezeichnet: Nil timendum nisi a Deo, Leo XIII. Fünf Wochen später gab Fürst Bismarck
Reform!
A Verständige Mütter!
fe Wollen Sie sich und Ihre Töchter ge- M snud erhalten ohne die
M bisherige Bekleidungtform zu eet- hehren, so tragen Sie alle nur
D W* Corsets oder Mieder
H mit den wegen ihrer hohe» geswu d ■ heltlichen Wirkung überall ausgezeichnete», unzerbrechlichen, sich nach allen Seiten biegenden
^PateEtHefcnles-Spiiaifederi.
Peter zu tu» hat, und weil die Temperatur von St. Peter, die »iemalr schwankt, bei bet man aber nichts tun kann, verschieden von der int Vatikan ist. Ein tonische- Mittel gebraucht der Papst nie, und Medizin nur bann, wenn er erkältet ist. Er ißt nur wenig; denn ein Ma»» in seinem Alter braucht nicht viel Nahrung. Sei«« Kost besteht gewöh«lick aus Hühnerbrühe mit eingetauchtem Brot. Zwei kleine Gläser Bordeauxwein täglich genügen ihm. Sei» Schlaf ist vorzüglich, unb bas ist eine der Ursachen sür seine ständige und gute Gesundheit. Nach seiner Tagekarbeit zieht er fich um elf Uhr abends zurück und steht um 61/» oder 7 Uhr morgen« erfrischt auf. Er schläft nicht die gange Zeit, aber immer vier bis fünf Stunden. Während der Nachtstunde«, die er wacht, ruht fein Geist nicht immer; oft dichtet er in dieser Zeit. Der Regelmäßigkeit seines Lebens schreibe ich seine Langlebigkeit zu, denn in Gewohnheiten unb l Worten ist und war er immer harmonisch. Die dem Reichstage in der Form: „Wir Deutschen fürchten Peccis find eine langlebige-Familie, mit Aus- ®nH ”"k fn«ft "iAts n,,f **»>*• mr.»« »rw «ahme des Papstes ist jedoch Keiner über neunzig Jahre alt geworden. Seine ihm durch Ver« erbuvg überkommen- gute Kö-pttkonstitutio» stärkte er in der Jugend durch Leibesübungen.
Von Anfang November bis Mitte Juni setz! er den Fuß nicht aus dem Vatikan hinaus,