KuwaerMZritung
Siftrttt: Di«
30. Jahrgang.
IukSa, Dienstag, den 17. Februar 1903,
JU 38
>se».Ä»gesähritcher Krankheiten
Werde« «och eine ganz« Re
(Nachdruck »erböte«.)
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»wrnweitli»: #S» btt Krtatttoe J#L Sa**. fto Jifrwrt« 3. t» Aul»«.
3tu< uu» Verlag der Luldaer Aniendruterei petersgaffe Nr. 8 (Farmen«).
Der Konti auf der LSchsburz.
Originaler,Lhlung auS der Geschichte der ehemalige« Jülicher Lande »en Aleca Sinttz.
find «och in dieser Session zu erledige«: 1) der Gesetzentwurf über die Befähigung zum höhrrenVerwaltungSdienst, der Entwurf Äber die Bildu«g deS Au-gleichfond- bei der Sifeubahnverwaltung, die Sek««- dSrbah«vorlage und die 6 Eisenbahn» Verstaatlichungsgesetze. Diese letzteren müffru auf jeden Fall erledigt »erden, vor Oster« ist dies kaum möglich, da erst »«fang März die Sexeraloersammlung der ostpreußische« Südbah« tagt. Nus alle dem geht hervor, daß an eine« Schluß vor Ostern leider nicht mehr zu denke« ist. Will man bis Ende April fertig werde«, so muß man daran denke«, Abend»
gebietende Erscheinung in grauem Bart«, half dem Jüngling bei Bloßlegung der Orffmmg. Die Flamme hatte sich bereit« soweit in da« Holz ein» gefressen, daß mit einige« festen Schlägen alsbald ein ansehnliche« Loch entstand, durch welche« die Erbmassen herabbröckelten. Da«selbe ward größer und grüßer, sodaß zuletzt ein Mannskürper wohl dadurch entweiche« totste. Eben wollt« Omar noch «inen letzte« Schlag «ersuchen, al« dumpf und fernher de« Türmer« Horn erscholl.
„Schnell!" rief er den Andern «zu, „sucht durch diese Oeffnxng htndurchzudringen. Di« Staune* dringen bereit« in den geh«i«en Gang «ix. Wirklich hörte «an ferne« Musen und Lünne». Gewandter al« man e« ihrem Alter zugetralck, schwangen sich die vier Ritter durch die Oessnuxg und halfen Omar al« dem letzten heran«. Dieser hatte fürsorglich sein Schwert «Ugebracht «d hieß damtt da» Dornengestrüpp auretnauder, da» ihnen allenthalben den Weg versperrte. Staat raschen Blick warf er auf di« Umgebung. Kahl« Felsen überall, da war kein sichere« Versteck z» finden. Rur ein schmaler Pfad führte abwärts. E« mußte unter diesen Umständen den Verfolgern ei» Leichte« sei«, die Flüchtlinge wieder ein,«holen.
„Fliehet!" lief er daher den Rittern zu, „der» weil ich an der Gangmünduxg zurückbleibe und Euere Flucht decke I" Diese wollten nicht ihre» edle« Retter der rohen Gewalt pretsgeben. Er aber wußte sie zu überzeuge«.
-An der Diffenn» ka«u nur immer Einer Aufstellung nehme«. Zudem habt ihr weder Waffen noch sonst eine Handhabe zur Verteidigung. Ihr bönnt also nicht« nützen, wozu uns alle Gefahr be»
ganze Renge Arbeit mache«. Abgesehen von einige« anderen kleinere« Gesetze«
S «tat», so daß «och 16 Etats, darunter der AÄtvS' und Gisenbahnetat, au-steh«. Sollte tatsächlich der Etat bi- Erde Mäiz unter Dach ««d Fach fein, so find sämtliche übrigen in der Thronrede angekttadigt« Vorlagen «och zu et» ledigen. Insbesondere die Gesetzentwürfe, be» treffend die Gebühren der Medizinal» beamten und des Ausführung-»Gesetze- zu de« Reichsgesetz, betreffend Hf- Bekämpfung -sem^ngefährticher Krankheiten vom 30. Juni 1800
er ihm feinen Plan auseinander. Während er so sprach, tauchte« au- dem Dunkel noch drei andere Gestalten, vornehme edle Ritter auf und lauschten der Freudenbotschaft, die sie von der Schwelle de- Tode- zurückrief n«d ihnen die Morgenröte de- goldenen Freiheit-morgeuS er» »ehe« ließ. Und aI8 nun der Jüngling, um die Wahrheit seiner Worte zu bekräftig«, sein Schwert in dir Erde stieß, da schloffen sie de« Jüngling in ihre Arme und weinten Freudenttän«.
„Lasset un« rührig zu Werke gehen", drängte dieser, „ehe der Türmer di« neunte Stunde ver» kündet, muß unsere Flucht vollendet fein.* —
Sie stiegen hinab und standen alsbald, wie H schien, vor e uer Felewand, welche den Atschluß de« Hauptgange« de« sog. Lettungskanal« bildete. Wie der Durchbruch zu bewerkstclltgen «ar, da« bildete für die Verbündeten den heiklen Punkt. Omar hatte de« Ritter« Hacke zur Hand genommen und hieb einigemal prüfend wider die Wand. Da bemerkte er, daß die« kein Gestein sein tourte. Einige Telle lösten sich ab — e« war Holz! Man mußte als» einen Holzblock vor bie kleine Oeffaung gelegt und diesen mit Erd« bedeckt haben. Da« war eine freudige Entdeckung, und mtt verdoppellem Eifer begab «an sich an da« Weghacken der Erbmassen. Da fiel de« Jüngling ein kürzere« Verfahren ein. Er hielt die brennende Fackel an da« Hol», daß e« zu glühen und zu brennen anfing.
„Machet Waffenlär« und erhebet ein ®e» schrei", sagte hastig der Jüngling, „daß sie un« in vollem Ringen wähnen." Und so geschah e«; nur einer der Ritter, eine sympathische ehrfmcht»
ahxeBrirrgerlohn m>d Bestellgeld in «-ix* nnb aus» WlMbVPf.
s mit Ztaterhaltungs-Meilage .Mustrirte Sonntags-Zeitung"
g Der Arbeitsplan der Parlamente. Der Reichstag soll trotz der ungünstigen Geschäft-» läge am 3. April dS. IS. feine 10. Legislatur» periode schließen. Os der vorhandene Stoff bis dahin wird aufgearbeitet werden können, kommt einzig und allein auf. den Willen der Abgeordneten an, d. h. ob lange oder kurze Reden gehalten werden. Erledigt sind bis jetzt erst zwei «tat- (Etat deS Reichstages und der Reichskanzlers). «S harren «och zahlreiche wichtige Etats, wie Militär», Martneetat und Etat de- Auswärtigen Amte- der Erledigung. In erster Linie wird die 2. und 3. Beratung des Etats, -ie 3, Beratung deS KinderfchutzgefetzeS und eine einmalige Beratung des Entwurfes MM Äenderung deS ReichStagSwahlteslemrntL behufs Sicherstellung deS WahlgeheimniffeS zu erledigen sein. Bis zum 3. April hat der Reichstag «och genau 40 Arbeitstage zur Verfügung, hfefelben werden vornehmlich zur Erledigung der drei obengenannten Stoffe benutzt werden. Bleibt dann noch Zeit übrig, so will man sich noch mit der 2. und 3. Beratung des PhoSphorzünd» .waren»Gesetze- (steckt z. Z. ix der Kommission) und der Beratung der 1. Krankenkasse«Novelle beschäftigen. Ob der Entwurf über die kaufmännischen Schiedsgerichte überhaupt noch er. schetat, ist zweifelhaft; jedenfalls könnte auch dieser
, höchstens noch die erste Lesung passieres«
DerpreußischeLandtag wird seine Pforten vor Ostern Nicht schließe«, sondern Oster« fetten eintreten lasse«. Die ursprüngliche, auch un- gemeldete Absicht, vor Ostern zu schließen, ist auf gegeben angesichts der Geschäftslage. In unterrichteten parlamentarischen Kreisen weint man, daß e- sogar schwer halten wird, de« Etat rechtzeitig fertigzustellen. Beraten find bis jetzt
freuteefres Reich» .
Berlin, 16. Februar 1903.
+ HöorP.Sßd-nt v Millen i« Soso» will dem .Tag' zufolge zurücktreten, weil die Vorgänge der letzten Zell (Fälle Löhning und Wittrch) feine „Gesundheit untergraben" haben.
4- Die AttvsHmstckittngs-Aommission de» MeiHrlmffe» «ar am Montag unter dem Vorsitze deS Grafen Ballestrem versammelt, um über das Denkmal Kaiser Wilhelms I., das über dem Schlußstein ta der Wandelhalle feinen Platz finden soll, endgültig Beschluß zu fassen. Nach einem Vortrage bei Bildhauer- Met Johanne- Pfuhl, dem da- Denk» ertragen wurde, wurde das Gipsmodell, da- sich schon seit längerer Zeit an der erwähn, trn Stelle bifindet, eingehend geprüft und im allgemeinen gebilligt. Doch sollen «och einige Aenderungen vorgenommen «erde«. Der Standort ober bleibt der angegebene, und zwar so, daß der Kaiser sei« Erficht de« KSniaSplatze turnen» bet. Der Kaiser ist in schlichter Auffaffnng, un. bedeckten Haupte», ta Generals - Uniform bargt*
Rauml5Pfg.Fte- Eamen die Petit» teile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
soll". Vorläufig kann man sich, höchstens über die naive Unbefangenheit wundern, mit welcher der deutsche Vertreter ta Washington von fernen „so ausgesprochen amorikafreundlichen Sefin- xungen" geplaudert Haden soll, die ihm den „Sechs-Fuß-Sprungs vom Generalkonsultat in Kalkutta nach de« BotschaftSpalast in Washington angeblich ermöglicht haben.
Herr v. Speck hat eine Amerikanerin zur Frau, sieb er sagt ganz offen, baß bieS kein Hindernis sür seine befinttwe Ernennung zum Botschafter sein werbe, b«nn die entgegenstehenden Ansichten BiSmatckS feien „entschieden antiaMi." Auch wir glauben nicht, baß ein Botschafter, der aus den Töchtern deS Landes, wo et seine, Amtssitz hat, sich eine Frau wählt, verdächtig wird, die Jn- reffen seine« Heimatlande« nicht wehr mit ausreichen- der Festigkeit wahren zu tosaen. Wohl aber glauben wir, daß ein Gesandtes, der sein Her» in der Weise aü,schüttet, yie e« Herr Speck v. Stern- burg getan haben soll, dadurch den Jateressen seine« Heimatlande« keineswegs einen Dienst er», weist. Am wenigsten dann, wenn e« — wie angesichts der kommenden "handelspolitischen Ber- Handlungen — doppelt notwtzttdlg ist, hmch Ruhe und Festigkeit sich Achtung zu gewtan«. Nicht mit Unrecht bemerkt dis .Kreuzztg.': „Nach Art und Inhalt dieser »«.stehenden Unterredung scheinen un« die Anschauungen be« Fürsten Bis- marck nicht nur über die betreffenden Eheschließungen, sondern überhaupt die Gesamt» anschauungen» die der erst« Reichskanzler über Gebräuche und Notwendigkeiten im diplomatischen Sioen hatte, bei dem deutschen Geschäftsträger in Amerika antiquiert zu sein. Einstweilen möchten wir jedoch «üch glauben, daß H rt Speck p. Sternburg dem ,Berl. Tage bl/ eine Berichtigung schicken wird. Andernfalls hat er selbst — gewiß keine Beförderung zu erwarten,
Schweigend erhob sich der Jüngling und beugte sich über bie Leiche. Er nahm Abschieb von Dem toten Freund und küßte bie kalte Wange: „Schlafe, mein Jarbi. schlafe wohl. — Ich r«he Dich. Dann folgte er widerstandslos den Knechte«. Der Ritter empfing ihn, als liege nicht etae furchtbare Rächt zwischen ihm und dem Jüngling. Ja gewohntem düsterem Gleichmut begann er:
„Bit Du gnjetzo noch gewillt, die zweite Probe zu bestehe« und Dir einen Platz in den Rethen meiner Kämpferschaar zu erringen, so nrngürte Dich mit dem Schwerte und steige hinab in bie Gewölbe." In finsterem Schweigen «ahm Ornat da- Schwert entgegen und auch die Fackel, die er mit hixabnehmeu sollte. Dann, all» er sah, daß de- Ritter- Blick mißtrauisch «f ihm ruhte, wandte er fich zu diesem:
„Ich verlange von Such, daß meines Freu«» des Leiche unangetastet im Turme liegen bleibt, bis ich zurückkehre. Ich selber will feinen Leib ta bie Erde betten."
„So sei es," versprach der Mittet mit v«. steckte« Spott, „wen« bie Geier sich nicht au Hm vergreist«, wirst Du ihn unversehrt da *w wieder finden. Schau aber zu, baß Dein all-ugroße- Ritleiden nicht Deine Opfer über Dbch siegen läßt. Nimm hier diese« Horn zu
stellt; über bie Schultern fällt in weiten Falle« bet Mantel de- Orden« vom Schwatzen Adler. Die «u-führung des Denkmal« wird jetzt sofort in Angriff genommen, nachdem der dafür bestimmte Marmorblock au-Italien hier etngetrop
X Gino Zweite Denkschrift über de« Streit Mtt Venezuela ist dem Reichstage zugegangen. Sie beginnt mit der Verhäugung der Blockade nach Ablehnung der Ultimaten Deutschlands und Englands, einer Maßnahme, der sich auch Italien anschloß, und macht ««»« Mitteilung von den Verhandlungen ta Washington und ihrem Ergebnis. Nach dem im Abdruck an* geschloffene« deutschen Protokoll hat btt venezolanische Regierung sämtliche von Deutschland er« hoben« Forderungen al- verechtigt anerkannt. Die nach dem Ultime*um i« erster Linie stehende« Reklamationen den venezolanischen Bürgen kriegen 1898 hi- IM, bl? ^Anlsß^x d'^ Aktion gegen Venezuela gegeben von ber Venezolanischen Regierung sofort teiU baar, teil- in Wechseln mit kurzen Fristen .bezahlt; für bie Einlösung dieser Wechsel ist besondere Sicherheit geleistet. Die übrigen Reklamationen die im Stxzelxen noch nicht geprüpft wäre«, sollen einet gemischten Kommission zur Feststellung überwiese« werden; ein Mitglied der Kommission wird von bet deutschen Regierung ernannt. Für die Bezahlung dieser Reklamationen find gleichfalls entsprechende Sicherheiten bestellt, bie Frage inwieweit diese Sicherheiten ausschließlich Deutschland, «roßbritanniep uno Italien oder auch anderen Mächten für ihre Ansprüche gegen Venezuela zu Gute kommen, soll ta Gr» «angetan« attberweitiaet Veretabg?N«g durch bett st änbigen Lwiebshof im Haägentschied« werben. Endlich hat sich Venezuela verpflichtet, bie zum größten Teile ta deutschen Händen befindliche fünfprozentige venezolanische Anleihe von 188- zugleich mit seiner gesamten auswärtig« Schuld in befrteMgenber Weise neu zu 7SAÄY und dadurch inS besondere auch de« Axsprüch« bet beutschex Großen Verrzuela»Eisenbahn- gesevschast gerecht werden. Die drei Mächte haben «ach diesem Abkommen die Blockadeso- fort aufgehoben. — Wer trügt denn aber die Kost« ber Sxpedittos? In dem Protokoll ist nichts barflber bestimmt.
i Dmet Konservative Kawdidaten hat ah k.eiS Frankfurt a. O..Lebus. Der bisherige Rbg. Haake ist dort zu Gunsten deS mästetr Falisch abgesägt worden. Er ul ätt j*H ch, eine auf ihn fallende Wahl wieder annehmen zu wollen. Nun, »an wird ihm wohl schon begreiflich machen, daß et ber konservativ« Parteileitung parieren muß; er ist ja nicht — btt Bund vrr Lanbwft t !
+ fix neuer Seemilerprozeff weg« Seheimbüxdelei steht augenblicklich bevor. ES handelt fich um 14 ehemalige Schüler polnischer Nationalität deS Gymnasium» in Gnefen, von denen 9 von bet Anstalt ent« feint wurde», während 4 zur Zett die Universität besuche« u«d einet noch da- Gymnasium besucht. Un# tun nut bie Richter leid, die fich alle« Ernste» mit solchen Jagendeseleien beschäftigen müffex.
X Aeform« in Mazedovien. Diese« Verlangen ist der Inhalt einer diplomatifö«
sttzungen zu Hilfe zu nehm«. Die «»gekündigten Vorlagen unter den Tisch fallen zu taffen, ist nicht bie Abficht bet Regierung.
Im Herrenhause Hofft nm», be* Ende März überwiese« zp. erhalle». Rach Erledigung deS Etats müßte daS Herrenhaus fich alSdax« vertagen und den Rest bet Gesetze erst nach Ostern aufarbettex.
G Deutschland und Nordamerika.
Da- ,verl» Tagebl/ veröffentlicht eine Unter» lebung feine« New Yorker Brrtchterstatters mit dem DeMchen Gesandten Fteiherrn Speck von Stetxburz, von ber mit wünschen möchte«, daß sie durch eine Berichtigung bei Herr« Speck yonSternburg in verschiebenenPunkte« richtio' gestellt werden möchte. Man h-t ja B-'.spiele dafür, daß JntervievS teilweise ober auch ganz widerrufen werden mußten, Wir wünschen ge» «iß ein gute-, ja fre.yvbschastlicheS Verhältnis zu Amerika, aber wir bezweifeln entschieden, ob e« wirklicher Freundschaft, die «ur auf der Grundlage gegenseitiger Achtung möglich ist, zuiräglich sein kann, wrnn ein Mann ta bet Stellung deS Herrn von Speck sich ta so liebedienerischer Wrife äußert, wie es ihm vom ,Berl. Tagebl/ nachgesagt wird, Nicht nur, daß vor ber Montoe-Doktrta eine tiefe Ber» neiguxg gemacht wird, die mindestens überflüssig ist, legt vaS »Berliner Tageblatt' dem deutsche« Gesa»v(?y auch folgende Ruhmredigkeit ta den
„Brsigemäß will ich versuchen, daS Ber» hältuis zwischen beide« Ländern derartig zu gestalten, daß sich alle Welt darüber wunder« soll, und um da- be» werkstellige« zu körnten, vor allem zeigen, daß Amerika« Interesse« auch die meinigen sind, daß Freundschaft kein leere- Wort ist!"
Bisher haben wir geglaubt, daß ein Gesandter zunächst, ja ganz allein bie Interesse» seine- Vaterlandes zu vertreten hat, und Mindesten- auf wirtschaftlichem Gebiete stad diese Jntereffen deS Vaterlandes de- H.rrn Speck von Sternburg, nämlich bie deutschen Interessen be» amerikanische» wiederholt gerade ent» gege»gesetzt gewesen. Mindestens wäre eS töricht, behaupte» zu wollen, daß bie Interessen bet beutsche» Landwirtschaft und bet amerikanischen Landwirtschaft, die Jntereff« bet deutschen und ber amerikanisch« Industrie dieselben wären. Wie sagte doch ber preußische Ha«, belsmixister Möller am 14, Februar in Hannover: Amerika werde ber wichtigste Konkurrent Deutschland- auf dem Weltmärkte fein. Dasselbe Gefühl haben umgekehrt bezüglich Deutsch- land- anscheinend auch die Amerikaner; daher die Gereiztheit des bei weitem größten! Teile ber amerikanischen Presse gegen Drutschlanb. Wir oedauetn b.ese Gereiztheit und möchten bringend wünsch«, baß bet unoetmeiblicheKonkurrenzkampf fich in friedlichen ober zum mindesten anständig« Formen vollziehen möge; aber daß die Art, wk — immer dem ,v. T.' zufolge — Herr Speck von Sternburg die Sache anfaßt, ber Erfüllung dieses Wunsche- förderlich fei, bezweifeln wir. Jedenfalls aber sind wir noch wett «tfernt von einer Freundschaft, über bie „alle Welt fich wundern
vir; sobald D» in Gefahr bist, von den Gesang«« Überwälligt zu werden, so stoße drei» mal hinein, meine Knechte stehen gewappnet bereit, Dich zu schützen." Dann geleitete bet Ritter be» Jüngling selber bi- zsm Eingänge bet Wölbung. Dieser verschwand ta dem Dunkel ber Verließe, seine Schritte verhallt« mehr und mehr nnb ber Fackelschein wat schließlich nur «och wie ein kleine» btennenbes Pünktchen sichtbar.
Lieser unb liefet stieg Ornat hinab, eS wurde stiller und dunkler, je mehr er fich von bet Erb» oberfiiche entfernte. Lei» Herz schlag schnellet und seine Hand umspannte fester de- Schwerte- Griff. Wie, wen» bk Gefangen«, ohne auf feine Worte zu höre», au» dem Hinterhalt auf ihn einstürmte»? Würbe er sie überzeuge« kvn»e», würbe« fie ihm vertrau« unb seinen Worten Glaub« schenk«? Gab e- i« diesem Lady eint eine Möglichkeit zu entkommen? Sollte er wieder zurückkehre» müffrn, wo et fich bet Freiheit nahe fühlte? Da hörte er ganz in ber Nähe ein bröckelndes Geräusch. Er hielt l«chtend die Fackel hoch und sah vor fich eine «.eisengestalt mtt weißem Barte, bie ergebungsvoll auf etae Hacke gelehnt ihm gegenüberstand.
„Jüngling l" «bete jener bm Betroffenen an, „Dn bist gekommen, un» zu töten. Wohlan, Du flößest hier aus keine Gewalt. Wit sterb« gerne — töte uns," und er entblößte seine Brust und schloß, den Todesstoß erwartend, bie Ans«. Da fühlte er feine Schulter leicht berührt «nb beS Jünglings sanfte Stimme schlug a» fein Ohr.
„Edler Ran»! nicht den Lod bringe ich Euch — diGKreiheit!", und ta kurzen Worten setzte