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KuldaerMZeitung

gxfereti: Wie

30. Jahrgang.

IuLöa, Montag, den 16. Februar 1903.

JE 37.

i«Ie oder hm* RaumlSPfa.,»^- Kamen die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederhomngen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

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-r,n,»»rrt» vhneBringer^hn und Bestellgeld in Srulba und auS- Lär1SlM.b0Pf.

tmit Anlerhaltungs-AeikageIllustrirte Sonnlags-Ieilung"

* So kann es nicht weiter gehen!

Das ist das einstimmige «cteil aller Parla­mentarier angrfichtS der Zustände, die gegenwär. tig im Reichstage herrsche«. Als die Sams- tagS Sitzung eröffnet wurde, sah der Präsident genau zwei Dutzend Abgeordnete vor sich. Zwei Stunde« später umfaßte das sogen.Plenum* «och ein Dutzend mehr. Und vor einem solchen hohen Hause- führen die Redner der verschie­denen Parteien ihre grimmige« Fehden über die wichtigsten sozialen Frage» unserer Zeit. Wahr­lich, man muß ihre Bescheidenheit berou«» der«! Wen« die Journalisten auf der Tribüne ebenso sporadisch ihrer Pflicht Nachkomme« woll­te« wie die Abgeordneten, so käme« die Reden nicht einmal mehr vor daS große Publikum der Ztttungen. Freilich, auch sie fange« schon an, sich die Sache bk quem zu mache« und von de« Rede« nur so viel miizuteilen, als ihnen gerade paßt. Das ist die Obstruktion der Be­richterstatter, die jedenfalls weniger zu tadeln ist, als die aktive Obstruktion der Linken gegen den Zolltarif und die passive Obstruktion des ganzen Reichstages gegen di, Erledigung des Etats vor Oster«.

Doch ich will nicht mißverstanden sein: Nicht eigentlich gegen di« Erledigung deS Etats richtet sich diese paffivr Obstruktion derjenigen, die nicht da find, sondern gegen die viele« unnütze« Reden einerseits und gegen die Zumutung, solch' frucht- losem Beginnen wochenlang auf eigne Kosten in Berlin zusehen zu müffe«, andererseits. Schließlich ist auch der Abgeordnete ei« Mensch sozusagen; seiner Geduld und seinem Geldbeutel ist in den Monaten der Zollkämpfe soviel zugr- mutet würde«, daß er jetzt endlich auch einmal ein Recht zu haben glaubt, einige Wochen seiner Familie und seinen BerusSgeschästen zu widmen.

Allerdings ist eS Ehrensache für den Reichs­tag, daß er den Etat rechtzeitig, d. h. bis zum 1. April, dem Begin« deS neuen Finanzjahres, sertigstellt. Und die Partetvorstände werden des­halb in den nächste« Tagen «och einmal die größte« Anstrengungen mache«, um ihre Fraktions- Mitglieder in größtmöglicher Zahl nach Berlin zusammrnzutrommeln. Erst wenn der R ichs- tag wieder beschlußfähig ist, wird es möglich sei«, einer allzubreite« Ausdehnung der Debatten durch Schlußanträge ein Ziel zu setze«. Jetzt ist dies ganz unmöglich, da jeder einzelne Abge­ordnete, auch wenn er alsWilder* ganz allein steht, daS Recht und di« Macht hat, durch Anzweiflung der Beschlußunfähigkeit jede Beschlußfassung un­möglich zu machen uns dadurch de« Reichstag |U zwingen, auch seine Wahlrede »och mit anzu- hören. Allerdings könnte» und sollten die großen Parteien darauf dringe», daß aus ihre« Reihe« keine Reden mehr gehalte« werde«. Aber dazu find fir kaum im Stande, solange die Sozialdemokraten nicht auch ihrerseits ihre Redner­liste schließe«. J der neue sozialdemokratische Redner fordert durch heftige Angriffe auf die anderen Parteien diese immer wieder z« Ent­gegnungen heraus. Manche dieser Entgegnungen könnten freilich ruhig unterbleiben.

SS muß deshalb sein, daß die Abgeordneten in der nächsten Woche zahlreicher zur Stelle find

Nn Raub ms der Sächsburz.

Ortginalerzählung au8 der Geschichte der ehemaligen Jülicher Lande von Aleca Ruth.

11 ------ (Nachdruck verboten.)

5. Kapitel.

Auf der Felsenburg entstand in der Frühe der Morgen» eine lebhaft« Bewegung. Da» Heran­nahen eint» Feinde« war von den Warttürmkn au» in der Nacht bemerkt werden, und zwar nahm dieser den bequemeren wenn auch immer noch ge- sährlichr» Weg im Rücken der Burg. Der Ranb> zitier rüstete seine Knecht« zur Gegenwehr, ob­wohl er mit Sicherheit annahm, daß, wen» e» de» Feinde überhaupt möglich wäre, di» zu den Mauern heranzudringen, die« vor Ablauf mehrerer Tage gar nicht zu bewältige« sei. Daher gedachie er »U seiner wegkundigen Schar den ahnungr- losen Feind bei Nacht und Nebel zu überfallen.

Ei» finsterer Plan tauchte in ihm auf. An der Spitz« jener feindlichen Schar stand jener Mann, d«r Lerqeltung übe« wollte. Der Rächer seine« Sohne»! Aber dieser Sohn lebte, und ihn wollte «r, mit dem Schwerte bewaffnet, ihm entgegen- sende« al« Werkzeug jener Rache! Die ent­scheidend« Stunde war gekommen.

Heh, Knabe!" rief er dem Herantretendeu freundlicher als «« sonst seine Art, zu,mir dünkt, ich weiß schon, wa« Dich zu mir herführt. Wir ziehe« au» zum mutige« Kampfe und Du wieder­holst mir Dein« Bitte mt ur« kämpfen zu dürfe«.*

Der Jüngling war verwirrt. Der Ritter aber

als jetzt, um den unnützen Redereien ei» Ende machen zu könne». Andererseits ist eS freilich voll- komme» richtig, daß daS größere Jntereffe an der rechtzeitigen Erledigung deS Etats die Re­gierungen haben, und daß diese daher zunächst verpflichtet wäre», durch schleunigste Einsüh. ru»g von Diäte» die unhaltbare« Zustände im Reichstage zu besettige». Bo» diesem Stand­punkte könnte ma» sogar ein absichtliches Fern­bleiben der Abgeordneten vom Reichstage, um Diäten zu erzwingen, begreiflich finde». Die Sache ist immerhiner»stgenug, um vom BundeSrate noch einmal mit aller Grwtsse»hastigkeit erwogen zu werden, und dazu gehört das Fallen- lasse« jeder nicht i» der Sache selbst begründete» Rücksichtnahme und aller Hintergedanke». Die ser»bleibenden Abgeordneten aber wetten wir damit nicht ermuntern, die Mahnungen ihrer Fraktionsvorstände unberückfichtigt zu laffen. Denn wir vertrete« richt de« fälschlich den Jesuiten unterschobene« Grundsatz:Der Zweck heiligt die Mittel." Der Apell an die Pfliat schließt all« anderen Erwägungen auS, aber freilich können wir auch dem Bunde.rat nicht rate», die Geduld des Reichstags allzusehr auf die Probe zu stellen!

Berlin, 14. Februar 1803.

+ Die KekgolsudfaHet de» Kaiser«, die ursprünglich in der zweiten Hälfte de» Februar zur Ausführung gebracht werden sollte, wird, dem Vernehmen der ,Post' nach, neueren Bestimmungen zufolge mit dem für den 3. März in Aussicht ge­nommenen Besuch« de« Kaiser» in Wckhelmrhaven anläßlich der Rikkutenvereidigung daselbst ver­bunden werden.

* Siche-rms de» zpahlgeheimniste». Sechszeh« Millionen Briefumschläge für dis bevorstehenden Reichstagswahlen find vo» der Regierung zur Ausschreibung gebracht^worden. Die neue»Wih'csuvertS- sollen aus festem, weißen Papier gefertigt werden und auf der Innenseite durch schwarzen Ueberdruck Lichtfestig­keit und völlige Undurchsichtigkeit erhalte«. Um die Erlangung dieses RtesenauftrageS, wie er in diesem Umfang noch nie zur Vergebung gelangt ist, bewerbr» sich, wie eine Berl. Korrespondenz meldet, alle größeren Briefumschlazsabriken Deutschlands. Möglicher Weise wird jedoch der Auftrag geteilt, damit mehrere Fabriken daran teilhaben könne«.

+ Der «alioualkikerake AStz. Asasche ist im Wahlkreise Neustadt-Landau (Pfalz) nicht als Kandidat ausgestellt worden; eS scheint ihm sehr schwer zu werden, eine« Wahlkreis zu finden. So meldet triumphierend die land- büudlertschs .Deutsche Tageszeitung'. Dir Na­tionalliberalen bestreit?« dagegen energisch, daß Herr Paasche überhaupt in Neustadt-Landau sich bewerbe« wollte; man werde dort as» dembe­währten- Vertreter Herrn Deinhard festhalte«.

fuhr, anscheinend ohne seine Verl'genh it zu be­merke«, fort:Wohlan, deinem Wunsch« soll Ge­währung geleistet sein. Ehe ich Dich indeffen dem Feinde kämpfend g^gen überstelle, hast Du zwei Proben Deine» Heldenmute« und Deiner Geschick­lichkeit im Gebrauche der Waffen abzulegen.- Auf «inen Wink seiner Hand trugm zwei seiner Knechte eine Anzahl der wertvollsten W°ffm daher. Der Ritter griff darau« «inen wuchtigen Eisenspeer und ein blinkende« Schwert und sagte mit seltsam lauernde« Blick:Hier diesen Speer erhälst Du, wackerer Kämpe, zu eigen, so Du mit ihm die P obe Deine« Können« gegeben. Schau Dir da« mittlere Lugloch im Wartturm vor un« dort an, da hinein sende mit wuchtigem Schwünge den Speer. Zum Zweiten sende ich Dich hinab in die geheimen Zugänge der Burg. Du findest do:t die Gefangene« mit der Durchbohrung der Felsen beschäftigt. Da« Werk ist «un vollendet, wer aber die geheimen @irge geschaut und ihren Ausgang kennt, darf dem Lede« nicht wieder- gegeben werden. Darum steige D« zu ihnen hinab und töte sie mit dem Schwerte in der Hand.-

DaS ist Meuchelmord!- rief der Jüngling empört,ich will kein Verbrecher fein.

In diesem Falle,- versetzte der Sliter kalt und grausam,bleibt Dir nur die eine Wahl, entweder Du tötest sie, oder sie morden Dich! Nimm nun Deinen Speer und zeige mir di« erst« Probe Deiner Gewandtheit. Di mar gehorchte sch «eichend, aber sein Plan war gefaßt, eher wollte er fich morden laffen, al« Wehrlose zu überfallen. Der Ritter erhob den Ar« und deutet« in gerader Richtung nach dem Guckloch. Sein Blick hatte in diesem Augenblicke etwa«

+ Zttg. Kittock, der dem freihändlerischen Flügel der nationalliberalen Partei angehört, sollte nach einer kürzlichen Meldung eine abermalige Kandidatur für den Reichstag nur unter der Be­dingung angenommen haben, au« der national- liberalen Partei ausscheide« und wildliberal bleiben zu dürfen. Jetzt veröffentlicht er «ine Er- klärung, daß irgend rin Grund, au» der national­liberalen Partei aukzutreten für ihn nicht vor- liege.

+ Die Aösg. Arrer und vs«IAosimar sind erkrankt. Der letztere, der kürzlich -feine 84jährige Mutter durch den Tod verloren hat, wird wohl bald wiederhergestellt fein. Dagegen soll es fich bei dem Abg. Auer um eine sehr schwere Krankheit handel«, über deren Natur seine Parteigrnoffeu indeß fich nicht äußern. Herr Auer war in der ganzen Session noch nicht im Reichstage und ist so auch allen Zolltaris-Ab- stisrmuncen ferngeblieben.

+ Ki«e Garifgemei« schäft besteht ähnlich wie tn dem Buchdruckereigewebe so auch im Berliner Baugewerbe und hat auch hier sehr segensreich gewirkt. Früher waren Streiks im Berliner Baugewerbe mit schweren Verluste« für Arbeiter wie Arbeitgeber an der Tazes- ordnuuz. Seit der Tarifgemeiuschast herrscht Friede und Ruhe. Ihr Ablauf am bevorstehenden 1, April drohte neuen Unfriede» heraufzubeschwöre». Doch ist es jetzt gelungen, eine Verlängerung ' der Gemeinschaft auf 2 Jahre zu bewirken. Der Stundrnlohn soll fürs erste Jahr 671/, Pfennig, fürs zweite Jahr 70 Pfennig betragen. Die beiderseitigen Generalversammlungen haben diese Festsetzungen allerdings noch zu genevmigen. Sie beziehen fich zunächst nur auf Maurer und Zimmerleute, aber auch zwischen den Übrigen Bauarbeitern und den Unternehmer« hofft man binnen Karzern eine Tarifgemeinschaft abschließen zu könne».

+ Iriede mit Deuezusla! Endlich find die unterschiedlichen Ariedensprototolle i« Was­hington unterzeichnet worden. Sie beziehen fich Übrigens nur auf die VorzugZ-(erstklasfigen)Zah- luxgen Venezuela's; die übrigen Forderungen «erde« dem Haager Schiedsgericht unterbreitet. An Deutschland zahlt Venezuela 1,700,000 Fr. teil- bar, teils in monatlich fälligen Wechseln bis längstens zum Juli d. I. d. h. wenn Castro gepumpt bekommt!

Arr« dem Reichstage.

269. Sitzung vom 14. Februar 1903, 1 Uhr.

Der Präsident eröffnet die Sitzung in Anwesenheit von zwei Dutzend Abgeordneten.

Die Beratung deS Etats de» RetchSamt» de» Innern, Titel Staatssekretär wird fortgesetzt.

Abg. (So,) weist auf die leeren Bänke und gibt dem BundeSrat ,u bedenken, ob eS noch weiter so ohne Diäten geht. Redner wendet sich bann gegen ver­schiedene Redner der letzten Tage, wobei er u. a. dem Staatssekretär bemerkt, die Sozialdemokraten hätten ein Recht darauf, Republikaner zu fein, und beanspruchten von den Regtnungen Achtung auch für dieses Recht. Die Monarchie sei die Kröuun« deS KlaffenstaateS, aber nicht etwas notwendiges. Zu den ZenttumSan. trägen bemerkt Redner u. a das Zentrum wolle jetzt den So,ialdemokratrn bet den Wählern den Rang ab- laufen. Wetter tritt Redner für vollständige Koalition»- freiheit, auch der Landarbeiter ein.

nahezu tenfiffchr« im Ausdrucke, allein Omar war zu sehr mit seinem Ziel« beschäftigt, sonst hätte fein A m gezaudert, een Mordstshl zu entsenden, denn de» N tters Antlitz verkündet« Unheil.

EinS!- zählte der Ritter und des Jünglings Arm erhob fich über seinem Haupte mit dem lange« Speer.

Zwei!- Omar holte zum Schwuuge aus, seine Wangen röteten fich, seine Augen blitzten, der Ritter aber lächelte hohnvoll, und auch die Gesichter der umstehenden Knechte entstellte ei» Grinsen.

Drei!- zählte der Ritter u»d i» hohem Bogen flog der spitze Speer mitte« hinein in das Lugloch.

Bravo!- riefe« sie'alle, ei« Meisterwurs!- Aber der Jüngling stand starr und entsetzt, er hatte einen Aufschrei gehört, so qualvoll und gel­lend, daß er ihm das Blut i« den Adern er­starre« ließ. Er stürmte de« Wartturm hinauf, von einer entsetzliche» Ahnung durchfchauert, flog über die auSgetrerene« Stufe», fließ die Tür deS Turmgemaches auf und die Haare sträubte« fich ihm vor Entsetzen er sah auf dem Boden, auf daS Antlitz «iedergesunke«, feine« treue« Freu«d von ihm durchbohrt. Der lange Ersen- speer saß ihm im Rücken, er hatte das Herz ge« troffrn.

Mrt einem lauten Weheschrei warf er fich neben dem blutigen Körper nieder, riß de« Mord- stahl auS der Wn«de und schleuderte ihn hinweg.

Jarbi!- schrie er wahnsinnig vor Schmerz, Jarbi!Mein Freund! Mei« Bruder! Met« Jarbi!- Der Sterbende öffnete »och einmal groß die brechenden Augen.

«bg. Sittart (Ztr.) betont, wie b?r Vorredner durch eine «eußerunz zugeftanden, daS Zentrum nehme allerdings nicht die Fntereffrn blv» »in« Klaff« wahr, wie dies die Sozialdemokraten tun, sondern die Interessen aller Stände. Für den Maximalarbeitstag fei da» Zentrum schon lange eingetreten, früher einstweilen für den llstündigen, nunmehr für den lOstündigen. Die Sozialdemokraten hätten früher den Sfiündigen verlang und seien jetzt zum Ivstündigen hinaufgestiegen! Redner geht dann auf die SewerbeausfichtSfragen ein, darlegend, wie auch da da» Zentrum einen arbeiterfrenndlichm Standpunkt einnehme, freilich mit der Maßgabe, daß die Aufsicht als solche LandrSsache fei. Redner betont weiterhin, daß katholische Sozialpolitik schon seit mehr alS 40 Jahren ans dem Gebiete der Sozialrefor« ge­arbeitet habe, insbesondere für daS Organisationsrecht der Arbeiter. Der Abg. Albrecht habe gestern gesagt, die Sozialdemokraten wollte« den Arbeitern nicht den Glauben rauben, sie wollten ihnen nur SBiffen bei- bringen. Run wer verlange denn stärkeren Glauben von den Arbeitern, alS gerade die Sozialdemokraten mit ihrem Zukunftsstaate, mit ihrem Kladderadatsch! (Beifall im Zentrum, Lachen links). Entgegen der Sozialdemo­kratie, welche den Mittelstand beseitigen wolle, sei auch daS Zentrum für Hebung deS Mittelstandes, und «S fei d m Staatssekretär für feine bezüglichen Erklärungen dankbar. Wenn der Staatssekretär aus diese Hebung durch Förderung deS Genossenschaftswesens hinwirken «olle, so ruse ihm das Zentrum zu, auf diesem Wege mutig weiterzugehen.

Abg. Aranüe« (natl.) wendet sich gegen die For­derungen eines MaximalarbeitstageS, eineS BesähigungS« nachweiseS u. f. w. und betont bann, Herr Albrecht habe gestern gesagt, in der sozialdemokratischen Partei wären Katholiken, Evangelische, Juden re. DaS sei richtig, aber wer dieser Partei beitrete, werfe seinen Glauben wie ein abgenütztes Schnupftuch bei Seite.

Abg. Krüger (frets. BolkSp.) stimmt zunächst auf die Resolution Jäger wegen deS Wohnungswesens zu und sucht bann verschiedene sozialdemokratische Ein­wendungen gegen feine neuliche Rede zu widerlegen. Offenbar habe die sozialdemokratische Partei in dieser ganzen Debatte mit Rücksicht auf dir Wahlen ihre Scharfmacher vorgeschickt, die die Reden rhrer Gegner geflissentlich verdrehen.

Abg. Sankt-Potsdam (wildkons ) drückt feine Ge- nugtuung aus über daS Kiuderschutzgesetz. Bei weiterem AuSbau der Sozialgesetzgebung müsse aber jedenfalls eine weitere Belastung des Mittelstandes unterbleiben. Für eine durchaus gemeinnützige Einrichtung halte er tie Arbeiterwohu Hauser von Unternehmern. Der Be- sähignngSnachwetS sollte doch wenigstens für daS Bau­gewerbe eingesührt werden, damit man auS den dabei zu machenden Erfahrungen sehen könne, ob eS ratsam sei, den Nachweis allgemein für daS Handwerk einzu­führen.

Nachdem noch die Sbgg. Aarth (frf. Bag.) und MakkenSuhr (sszd.) gesprochen, vertagt sich daS Haus aus

Dienstag 1 Uhr: Wahlprüfuugen, bann Fort­setzung.

Arr« dem Landtage»

-t» Mvge-rdnereutz«»«.

21. Sitzung vom 14. Februar, 11 Uhr.

Die zweite Beratung brs Justizetat» wirb fort­gesetzt beim Auszabetitel .Ministergehalt-.

Abg. Aadvqk (Zentrum) wünscht, baß ben Be­amten Mitteilung gemacht wird, wenn in ihre Personal­akten, die jetzt als Geheimakten geführt werden und von denen die Karriere deS einzelnen Beamten abhänge, nachteilige und abfällige Urteile über fie eingetragen werden. Dann wünscht Redner Bermehrung der Richter in Breslau und bittet den Minister, für fatultatiee Zu­lassung des polnischen Sprachunterricht s an den höheren Schulen einzutreten, damit eire Heranziehung von Dolmetschern im Polnischen ermöglicht werde.

Minister Schönstedt: Die Personalakten gewiffer- maßen öffenllich zu machen, würde der berechtigte« preußischen Tradition nicht entsprechen. Es stehe ja jedem ^Beamten frei, fich an seine Vorgesetzten zu wenden, wenn er glaube, daß in feine Personalakten

Du trafest gut,- hauchte er und sah ihn starr an.

Ich bin Drin Mörder!- stöhnte der Jüng­ling und raufte sich das Haar,von mir tziuge- motbet,* fuhr er im VrrzwriflMgsschrei empor, und wie habe ich ihn geliebt!- Der Sterbende bewegte mit letzter Straft fei» Haupt.

Nicht Du, mein Bruder,- fließ er gebrochen hervor,nicht Du, dann richtete fich fein Auae starr und entsetzt zur Türe. @dn Seist entfloh.

Hah, wahrhaftig- ei« Meisterwurf,- sagte eine kalte grausame Stimme. Wie ein gereiz­ter Löwe fuhr der Jüngling herum und sah de» Ritter auf der Schwelle.

Mörder!- schrie er ihm drohend zu,Mör­der! Mörder!

Ohne darauf zu achten, ließ der Ritter seinen Blick Über die Lr'che gleiten und lobte:Wirk­lich mitte» hinein inS Schwarze!- Sttmlo« vor Schmerz und Empörung hob der Jüngling den Speer von der Erde auf und schwang ihn empor.

Wer ««schuldig Blut vergießet-, tief er und feine Augen schoflen Blitze,deffm Blut soll auch vergoffrn werde«. Und nun hinein, mitte« ins Schwarze!- Wuchtig sauste der Speer aus den Tyrannen zu. Der aber entwich ge­wandt, sodaß der Speer gegen die Mauer an­rannte, daß die Spitze brach. Mit einem Zornes- schrei wollte der Jüngling fich auf den Ritter stürzen, da flog die Türe krachend ins Schloß und wurde von außen verrammelt. Er fah fich mit dem tote« Freunde allein. Schwere Schritte verhallte« auf der Treppe, eS wurde grabeSM