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FuldaerMZertmrg

Erscheint täglich m. Lnsnahmeder

Jutta, Samstag, den 14. Februar 1903,

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altgemetee Abneigung arge« die Ra« iioxalliberalen in die Erscheinung. Bau sine« Zusammengehen mit ihnen wollte eigent­lich niemand etwas wiffen, und im Grunde ge­nommen kann man das den Landwirte« nicht Verdenken."

+ Kl«- Ategiernasr Auudgevung ----« de« gl««» »er Landwirte? Wie aus konser­vativen Kreisen verlautet, soll die preußische Re­gierung eine Kundgebung gegen den Bund der Landwirte im Hinblick auf die bevorstehenden Wahle» zum Reichstag und Landtage plane». Ra» munkel», der Kaiser habe diesen Plan entworfen oder genehmigt. Ob etwa? Wahres

reicht dadurch mit einem Schlage dir Einwohner­zahl von 133052. I« der Bebauung und wirt­schaftliche» Fragen hingen die genannten Orte frellich seither schon mit Gelsenkirchen zusammen Der Schreiber dieser Zelle», der fich noch nicht zu den Alte» rechnet, erinnert fich noch recht gut deS Eindruckes, den Gelsenkirchen auf ihn machte, als er die Stadt in seinen Schuljahre» einmal besuchte; fie trug damals noch durchaus dar Gepräge eines kleinen Landstädtchens mit land­wirtschaftlicher Umgebung. Die riestge Ent- Wickelung dieser Stadt ist wieder et* Beweis für die enorme Bedeutung von Kohlen und Eisen in dem Industriegebiete zwischen Ruhr, Emscher, Lippe und Rhein, das immer mehr zu einem zusammenhängenden Jndustriestädtegebiete zu- sammenwächst. ___

* Stuttgart, 13 Febr. 1903. König Wil- Helm von Württemberg hat, von dem Wunsche gelellet, daß sein Geburtstag von Protestanten und Katholiken gleichzeitig gefeiert werde, an­geordnet, daß deffe« kirchliche und bürgerliche Feier in hrrkömrnlicher Weise in sämtliche» Ge- meindrn des Landes am Donnerstag den 2«. Februar stattfinden soll. Der Geburtstag selbst fällt auf den vorhergehenden Aschermitt- woch.

an diesem Gerücht ist, bleibt abzuwarten. Für rmmöglich wird es nicht gehalten. Die Kund­gebung könnte nach Lage der Sache wohl nur in einer Anweisung an die Beamte» bestehen, den Bund bei de» Wahle» nicht zu unterstützen.

X Der Kvaus-ttsch- Amr» hat soviel Proteste gege» eine Wiederzulassung der Jesuiten loSgelofferr, daß er natürlich zu der Aufhebung d-s § 2 des ZrsmtengesrtzeS nicht schweigen durfte. 8o erläßt er denn, brzw. sei« Zeutralvorstand, eire Erklärung gegen die vom Reichskanzler in Aussicht gestellte Auf> Hebung des § 2, damit ihm feixe Getreue« nicht «achsagen können, daß er nichts getan habe, um die wankende Position zu retten. Aber ein bis­chen weniger voll dürste er den» doch seine« breiten, schimpfgewohnten Mund nehme» dürfen. «Die Erregung, so hrbt die Erklärung an welche nack der Erklärung des Reichs- tanzlers betreffs Wiederzulaffung der Jefuile» da» ganze deutsche Volk durchzittert, veranlaßt unk, zu der Frage »och einmal öffent­lich das Wort za nehmen." Merkwürdig I Wir sind doch auch nicht taub, haben ab;r von einer solchen «Erregung" so gut wie nichts vernommen. Daß etliche Hetzblätter ihr Sprüchlein hersage» würden, war selbstverständlich und ging spurlos an de» öffentliche» Eröterunge» vorüber. Sonst aber war von einer «Erregung" rein nichts zu merke«. Im Reichstage, der doch die Ver­tretung des ganzen deutschen Volker rst, wagte *?*. der «alldeutsche" Professor Haffe eine schüchterne Verwahrung. Wie sollte man fich auch errege» über etwa?, dar nicht vom Eentrum, ro»dera von Freifinnigen, Nationalliberale» und Konsersative» im Reichstage beantragt worden J®«*1 Vorstand des Evangelischen Bundes,

die 20 Millionen Katholiken nicht zu« «ganzen deutschen Vocke" rechnet, wundert unk von diesen bescheidenen Leuten, die deutsch und protestantisch für gleichbedeutend halten, weiter nicht. So oer- stehen wir eS denn auch, wenn der Evangelisch«

Kavallerie-Vermehrung, für welche in der Preffe Stimmung gemacht wird, feftlegen lasten wolle.

* Nor5estraf«nse«. Die Petitionskommisfion des Reichstages will zwei Petitionen dem Reichs­kanzler als Material überweisen für die jetzt statt­findende» Erörterungen über die Reform deS Strafprozeffes. Zn diesen Petitionen wird vorge­schlagen, nach Ablauf einer gewisse» Zahl von Jahren die Wirkung der Bestrafung auch in der Richtung aufzuhebe», daß in den Per- sonalakten über die Vorbestrafung nichts mehr vermerkt wird.

* An A-ich» münze« wurden im Monat Januar ausgeprägt für 3,565,620 A. Doppel- krönen, 2,631,540 A Kronen, 107,315 Fünsmark- stücke, 2,111,656 A Zweimarkstücke, 180,711 A Einmarkstücke, 10,000 A. Zeh»pfennigstücke, 85,853 A. Fünfpfennigstücke und 40,716.16 A. Einpfennigstücke. Aus unserem Leserkreise war schon bei der Bekanntgabe der Ausprägungen im Dezember darüber Klage geführt worden, daß feit längerer Zeit keine Fünfzigpfennigstücke, die im Verkehr ziemlich knapp seien, ausgeprägt wür­de». Wir vermiffev auch jetzt wieder eine An­gabe in der entsprechenden Rubrik.

X Ai«- «-«- chrotzffatzt wird durch einen soeben dem Abgeordnetenhause zugegangenen Gesetzentwurf gebildet, nach welchem die Orte Schalke (26 733 Einwohner), BiSmarck (22020), Lrckendorf (21937), Bulmke (12 268), Hüllen (6938) und Hekler (6116) mit der Stadt Gelsenkirchen, die bisher 37040 Einwohner zählte, Vereinigt werden. Gelsenkirchen er-

Aus Kirche und Schule-

o Metzen, 13. Febr. 1903. Unter de« Wahlspruche «Vereinte Kraft dak Höchste schafft!" versammelten fich vorgestern im Saale deS Gast­hauses «Zum Ochsen" Hierselbst die Mitglied« der LehrerbezirkkvereinS Neuhof zur ersten diesjährigen Bezirkskonferenz. Nach d« üblichen Begrüßung seitens de» Vorfitzerd-n hielt derselbe einen Vortrag «über die Kämpfe bei Lehrers in keiner Wirksamkeit". Mit wahrhaft herrliche« Worten, die aus dem Herzen spräche« und den Weg zum Herzen fanden, wußte der Herr Redner die Ausmerksamkett seiner Zuhörer zu feffeln. Auf besonderen Wunsch eines An­wesenden werden die Ausführungen deS Herr»

De«tfche* Keich-

Berlin . 13. Februar 1903.

* Ier Schluß »er Aeichsta«Ssesfio« ist nunmehr vom Seniorenkonvent zu April in Aussicht genommen. Der Seniorenkonvent richtete an die Parteiführer das Ersuchen, aus die Par- ieie* entsprechend einzuwirken. Bon den Vorlage» sollen noch erledigt werde» der Schutz drk Wahl- geheimmffrS und die Krankenvrrstcherungs-Novelle; die Vorlage über Kaufma»»kgerichte wird nicht mehr zur Verhandlung kommen. DieNenwahle» zum Reichstage werden Mitte Juni erfolgen.

* Die .Kreuzzeitung' schreibt über sie Ver­sammlung des K««»e» »er Landwirte: «SS kann von vornherein mit Anerkennung festgestellt werden, daß der Bundesvorstand fick bemüht hat, auf einen versöhnlichen Ausgang der Vrrha«d- hingen hinzu vtrkrn. Die einstimmig angenommene Resolution legt davon zunächst ZrugniS ab; dann aber bewiesen auch die beiden BundeSoorfitzrnden Fkhr. v. Wangenheim und Dr. Röficke, daß fie nicht willens waren, den Gegnern das erwartete Schauspiel «des großen Kraches" zu bereiten. WaS die genannten Bundesleiter in Bezug auf die wirtschaftliche Frage auSsührten, hätte jeder einzelne konservative Parteiangehörige, auch ohne BundeSmitalied zu sein, getrost unterschreiben Annen." Die .Kreuzzeitung' meint schließlich zu den Ausführungen v. KröcherS und Dr. OrrtelS, hier stehe Meinung gegen Meinung, allerdings fei fie geneigt, die Meinung KröcherS für die zutreffendere zu halten. Ferner heißt eS in dem Artikel noch: *«J» einem Punkte wurde H:rr v. Kröcher fast durch alle nachfolgenden Redner unter steter Zustimmung der Versammlung wider­legt, bei seinem Appell an die Landwirte, die Nationallib«alen nicht grundsätzlich und unter Men Umständen zu bekämpfe«, fonoet» in brtracht zu ziehen, daß bei einem solchen Kampfe mög­licherweise die Sozialdemokraten gewinnen könnten. ZS trat dem gegenüber ganz unzweideutig die

A«S dem Landtage.

20. Sitzung vom 13. Februar, 11 Uhr.

Die zweite Beratung des JustizetatS A»S- gabetttel »Minister,ehalt" wird sortgesetzt.

Dem Ab,. Mecker (Ztr.) erwidert Minister Schön- stedtr DaS Projekt einer n#uen Oder!anderge- rtchteS im Westen der Monarchie habe noch tont feste Gestalt «»genommen. 6r stehe dem vollständig neutral,e,euüber.

Ab,. Ecket« (natl.), geht auf den Fall Norden- littet ein, indem er bedauert, daß diese« Kurpfuscher die Flucht möglich gewesen und die von ihm gestellte Kaution so gering war.

Minister Schönstedt will über diesen Fall ton Ur- toi abgeben, tun auf das ängstlichste auch den Schein zu vermeiden, alS ob er auf Entscheidungen eines 0e> richt», auf die er gesetzlich keinen Einfluß habe, auch nur im entferntesten einwirken »olle. Daran, daß die Staatsanwaltschaft nicht schon viel früher die Berhaf- tung dr» Nardenkötter angeordnet habe, sei er mög- licherweisr in gewiffem Sinne selbst Schul» durch feine Verfügungen, in denen er den Beamten dir peinlichste Sorgfalt und die reiflichste Erwägung bei Anordnung von Verhaftungen int Pflicht gemacht habe. Sowohl er, .wie der Minister de» Innern seien durch die Be­schwerden im Reichstage über »erhaftungen und Be­handlung Skfangener zu einer Reibe von Verfügungen veranlaßt worden, in denen die Fesselung, der Trans­port von «Befangenen, die Behandlung während de»

Bund wieder über die «schwere Gefahr für u n f er deutsches Volk" jammert und den dreißig­jährigen Krieg an die Wand malt. Gerade­zu komisch ist es, wenn die Herren einerseU, verficherv, nicht für die «evangelifche Kirche", sonder» für das Vaterland fürchteten fie, anderer­seits aber von dem «verhängnisvolle» Schritt" schandererfüllt prcphezeien: «Sott schütze un« vor seine» letzte» Folgen!" Und da war Heulen und Zähneklappern. . . .

+ Die AmdgetLommisfio« der Avge- ord»ete«Ha«fe» beendete am Donnerstag Abend die Beratung des Eisenbahnetats. Dir Ein­nahmen betragen 1,379 815 427 Mk., die fort- dauernden Ausgaben 894 843 888 Mark, die einmaligen Ausgaben 91663 000 Mark. Bei den einmaligen Ausgaben find folgende Neu- forderungen zu nenne«: zum Neubau der Loko- motioaulagen auf Bahnhof Breslau (Freiburg) 1. Rate 100 000 Mk., zur Erweiterung deS Lokomotivschuppens für Personenzug Lokomotive« aus dem Betriebsbahnhof Köln 1.-Slate 100 000 Mk. zur Herstellung eines Rangierbahnhofe- bei Kalk-Rord 1. Rate 200000 Mk, für eine Der- bindungsbahn Rath. Düst rldorf H. B unter Um­gehung deSBahnhofsDüffeldorf-Derendorf, l.Rate 200 000 Mk., zur Erweiterung der Gleisanlagen auf Bahnhof Courl 1. Rate 150 000 Mk., für eire Wegeüberführung in km 121, 6+50 der «trecke Mülheim - Eppinghofen. Altendorf - Este» Süd und km 25, 6 + 20 der Strecke Mülhrlm, Eppinghofen-Heißen 1. Rate 80 000 Mk., für eine Verbindungsbahn Essen H. B. nach der Strecke Effrn-Nord-Krcy Nord 1. Rate 200 000 Mk., für ein neues Geschästsgebäude der Eisen- bahndirektion zu Frankfurt a. M. 1. Rate 50 000 Mk., für eine elektrische Kraft- und Licht-Anlage für Bahnhof und Hauptwerk­stätte Fulda 1. Rate 180000 Mark, zur Verstärkung der Brücke in km 2,14 der Strecke Frankfurt a. M.-Bockenheim 1. Rate 103 000 Mk., zur Erweiterung deS Bahnhofs PeiSkretfcham 1. Rate 200 000 Mk., zur Her- stellung einer Verbindungsbahn zwischen der Strecke Lampertheim-Manrheim und dem neuen Ra^gierbahnhof Mannheim der Bad. Staatsbahn 365 000 Mk. Alle diese Forderungen wurden

bewilligt, ebenso natürlich die ferneren und letzten Raten für die schon früher bewilligte» Bauten ns«.

X Der 3RiCiteret6f ft» »er Md,ei Sommissto«. Die Budgetkommisfion bei Reichs­tag» beschäftigte sich am Freitag mit dem Militär­etat. Kriegsminister v. Goßler betont, von dem Reichsfchatzamt und dem Bundesrat seien bei Auf­stellung bei Etat» schon so erhebliche Summen ge­strichen worden, daß er kaum wisse, wie er mit den angesetzten Geldern Bei den Bauten aus- komme« solle. Er bitte, in anbetracht dieses Um stander nicht noch mehr Streichungen vor,«nehme«. Doch wurde bei den fortdauernden Aurgaben von 8 neu geforderten Militärgerichtsschreiberstellen nur eine genehmigt, namentlich aber werden die Neuforderungen für ein Regiment Jäger zu Pferde unter Leitung eines Stabsoffizier» in Posen (unter Zusammenfassung der vorhandenen 5 Eskadron» Jäger zu Pferde) und ebenso für ein Detachement Jäger zu Pferde (unter Zu- sammenziehung des Eskadron.» 1 und 17) in Graudenz gestrichen. Hierbei wurde besonders be­tont, daß man sich nicht für die große

Ä flantiuopel, 1». Febr. 1903. Urber tu Ärmordnng von Christen in Mace- donie» wird berichtet: Ja der Ortschaft Til- »rsch wurde vor einigen Tagen ein Kmd eines Türke» tot aufgefunden. Tin Fanatiker lenkte den Verdacht auf die christlichen Enewohner bei Dorfes, und in Folge deffen richteten die Türke« ein furchtbares Gemetzel an. DreißigChriste» solle« getötet wordm fein.

Kofi», 13. Febr. 1903. Der gestern unter dem Vorsitz de» Firsten abgehaltene Minister­rat befaßte fich mit Maßnahmen gegen die «oze- donischen Komitee». Morgen beginnt vor it« Staatsgerichtshof der Prozeß der Minister­anklage gegen die ehemaligen Minister Rados- laioow, Joantfchov, Tontschrw und Tenew.

Atze«, 13. Febr. 1903, Die englische Botschaft erhob bei der Pforte gegen die awgeb# liche Entsendung von 15 Bataillonen, sowie über­haupt gegen elle Truppensenbungen nach Demen Einspruch, bevor die Regulierung der iSrerze des Hinterlandes von Demen und Aden beendet.

0 SMiwg, 13. Febr. 1903. In China führt bekanntlich die Oberaufsicht über ble See« zvllämter der Engländer Robert Hart. Di» Londoner .Mornirg Post' erfährt jetzt aus Schang­hai, es verlaut ', daß die Zusicherung, die China im Jahre 1891 argeben habe und nach der bet Nachfolger Sir Robert HartS in der Oberaus« ficht über die Seezollämter wieder ein Englänb« sein sollte, außer Kraft getreten fei unb Marquist LandSdowne einem Vorschläge zugestimmt habe, daß an die Stelle HartS ein internationaler Ausschuß gesetzt werde.

3 sf träte: Dir eixfpelr.j« Brric- zeile oder berent Raum l 5 Bfa.. Re­klamen die Pelit- zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechen». Rabatt gewährt.

Ans dem Reichstage.

OP 258. Sitzung »sm 13. Februar 1908, 1 Uhr.

Fortsetzung der Etatsberatnng, ReichSamt deS Innern.

Abg. Stötze! (Ztr.) wendet sich gege» die Abzg Hilbck uud Hoch und empfiehlt eindringlich feine* An- t.a| auf Einführung rieS Ivstündigen Max-malarbeitS- tage» «nd den Antrag Gröber zu Gunsten »er Berufs­vereine. DaS Zentrum habe jedenfalls redlich gestrebt, wogegen die Sozialdemokraten fich auf den Boden der reinen Negation gestellt haben. DaS Zentrum wolle Versöhnung, dir Sozialdemokratie aber wolle Haß und Neid fäeu zum Schade» der Arbeiter.' Und gerade- S; ei» Verbrechen fei e», den Arbeitern ihren Glaube», re religiöse Ueberzrngung nehme» zu w.llen.

Ab,. AkSrecht (Szd) entgegnet, für feine Partei gebe eS keine Versöhnung zwischen Kapital und Arbeit. Aber unwahr fei es, daß fie de» Arbeiter» ihre religiöse Urberzeugung rauben wolle. Reine Partei sei toleranter alS die sozialdemokratische. (Gelächter.) Religion sei Privatfache, aber die Sozialdemokratiefage de» Arbeiter» freilich: wen» ihr glaubt, irgendwo da im Hümmel oder sonstwo werde e< euch bester gehen, so seid ihr Toren! Redner wendet fich dann deS Räßeren gegen die Ausführungen der Abgg. Paafche, Trimborn ufw.

Württembergifcher Bevollmächtigter v. Schicker betont gegenüber einer Aeußernn« des Vorredners, auf dem Gewerkschaftskongreß i« Stuttgart, dem auch Ver­treter der württembergifchen Regierung ttogewohnl haben, feien allerdings ursprünglich rote Fahne» au»- gehängt gewesen, aber auf Wunsch der Regierung ent­fernt worden.

Ab,. Irhr. Aetzk zn Aerrnohei« (ratl.) wendet fich gegen verfchtedene Ausführungen Albrecht» und tritt dafür ei», daß daS Bürgertum feldst die sozialen Reformen t» die Hand nehmen nftffe, wie in England, wo infolgedessen die Sozialdemokratie nicht aufkommen konnte.

Staatssekretär Hras ^»sadoW«ll, betont gegen­über de» Sozialdemokraten, » auch ihr Parteigenosse Schippe! das Liberale Manchestertum in Sache» der Landwirtschaft verurteile. Der Osten Deutschland» be­finde fich bi besonder» ungünstigen Verhältnissen, und di« Regierung müsse der östliche» Landwirtschaft daher zn Histe kommen. Redner wendet fich dann gegen die sozialdemokratische Verquickung fozialpolitischer mit republikanischen Ziele».

Ab,. lEckardk (südd. BoMp.) nimmt die Bau- berufSgenostrnschafte» gegen de» fozialdemokratische» Vorwurf, daß fie nicht genug für Urfalloerhütung täten, in Schutz.

Abz. AHlwardt («wilder" Antisemit) polrmistert ebenfalls gegen die Sozialdemokraten, von diesen wieder­holt durch Gelächter unterbrochen, drhandett dann die Handwerkerfrage uud tritt schließlich für Verstaatlichung de- Getreidehandel» und Entschuldung der Landwirt­schaft durch staalliche Rentenanstalten ein.

SamStag 1 Uhr: Fortfetzung.

Schluß nach 6 Uhr.

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"SS.*,«*' mit Zlnterbattungs-MeilageIllufirirte Sonntags-Zeitung"

30. Jahrgang.

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Transportes ufw. geordnet feien. Er habe ferner di Vorstäave sämtlicher Oberlandes,reichte angewiesen, eine Zrsammenstellung aller gesetzlichen und Verwck« tuugSvorschriste» über Behandlung der Gefangene» ux machen und den GefängniSbeamte» zuzustellen, da»«« diese fich jederzeit informiere» könne». Alle» »achgeord- neten Behörden habe er eS zur Pflicht gemacht, alle» Beschwerden möchten sie ihnen durch die Preffe »der sonstwie bekannr werde» nachzugehe» u»d »w

Abg^Mie-^Zkr!)' wünscht Errichtung eine» Land­gerichts in M.-Sladbach. L _

Mnister Schönstedt erklärt, daß die Frage der Er­richtung dieses Landgerichtes, daS auch von Krefeld an« gestrebt «erde, noch nicht spruchreif fei.

Abg. Schmitz (Zentrum) wünscht bessere Vor­bildung und Ausbildung der Juristen, bedauert el,b«| häufig Widersprüche letztinstanzlicher Urteile vorkäme», uud etlürt fich daun gege« besondere KausmmmS- geeichte.

Minister Schönstedt erklärt, daß der Gesetzentwurf über die Neuordnung der Vorbildung der junge» Juristen einstweile» nicht weiter verfolgt werde» solle. Die Widersprüche i» den letztinstanzlichen Urteilen glich« fich gewöhnlich später wieder auS. Im allgemeine» fei er auch gegen die Schaffung neuer Sondergertchte, t« manche» Fällen müsse man aber de» Berhältniffe» »ach« gebe».

Abg. Hrimöor» (Zentrum) tritt im Gegensatz« p. feinem FraktionSgeooffeu Schmitz für kausmän»ische Sondergerichte ein und beschwert fich dann über die ungenügende» und schlechte» Justizlokalitäten in Köln. Auch i« anderen rheinischen Städte» herrsche derselbe Uebelstand. Einer Berkleiuerun, deS OberlandeSgericht». bezirkeS R8t» werde hoffentlich ter Justizmintster nie zust-mme». Kleine Oberlandesgerichte liefen Gefahr, leicht einseitig zu werden. .

Minister Schönstedt: Die Pläne zu dem Kölner Justizgebände stammten aus dem Ende der fiebziger Jahre. Damals sei die großarttge Sntwickeluna Kölns nicht voranSzusehe» gewesen. Wenn der Plauder Schaffung eine» niederrheinischen OberlandeSgerichtes erst feste Gestalt gewonnen habe, dann werde er diese» Plan und die Verkleinerung deS Bezirkes Köln prüfe», nicht vom Standpunkte deS Kölners, sonder» dem der allgemeinen EtaatSinterefle».

Abg. Werner (Antts.) kommt auf den Mord a» dem Gymuafiasten Winter in Könitz und auf da» Urte« im Prozeß gegen den Verleger und den Redakteur vor .StaatSbürgerzeitung' zu sprechen. Er «olle die Ob» jettioität der Richter in dem Prozeß nicht anyeeifelu. aber er fände die verhängte» Straf« a»ßerorde»Mch hoch.

Minister Schönstedt erklärt, auf diese Ausführungen nicht eingehen zu können.

Morgen 11 Uhr: Fortfetzung.

Schluß 4 Uhr.

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