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j|3 34 JuLöcr, Donnerstag, den 12. Februar 1903.
30. Jahrgang.
(•) Das Papsttum und die Kultur Europas.
Das bevorstehende Papstjubiläum richtet d r Äueex der ganzen Welt auf den dermalizen Träger der Tiara und über ihn hinweg auf b<xi Papsttum, das in Leo XIII. einen Re« präsenlantrn von weltgeschichtlicher Bedeutung ge
Nun^gibt es freilich in Deutschland Leute, welche es nicht ruhig mit ««sehen tSnnen, wenn die Katholiken ein Fest feiern und fie halten sich daher für verpflichtet, durch möglichste Berun« gämpfung des Papsttums den Katholiken ihre Festfreude zu verderben.
Diese Fanatiker des Haffes müssen immer wieder auf die Geschichte deS Papsttums ver« wiesen werden, als dessen beste Rechtfertigung, wie Pertz 1823 geschrieben hat: „Die beste Verteidigung der Päpste ist die Enthüllung ihres TeinS."
Gewiß: Es ist mit der Schlüsselgewalt über die Kirche Gottes auf Erden dem Papsttum eine umfassende Macht übertragen worden. Haben die Päpste diese Gewalt angewendet im Dienste der Menschheit, zu deren kulturellen Hebung und Förderung? Können sie vor dem Rtchterstuhl der Geschichte Rechenschaft ablegen von der Verwendung dieser Gewalt, ohne einen verwerfenden Wahrspruch von dieser Richterin befürchten zu müssen?
Neunzehn Jahrhunderte sind dahingegange«, seitdem dar Papsttum in der Person des PrtruS die Vollgewalt über die Kirche Gottes erhalten. Das Papsttum kann ruhig diese 19 Jahrhunderte als Zeuge« vorladen taffen. Denn deren Zeugnis über die Bedeutung deS Papsttums sür die Kultur kan« man mit den Worten der hl. Schrift zusammenfaffe«: Per- transiit benefaoiendo, Wohltaten spendend schritt er durch die Geschichte der Menschheit.
Der ganze ErdkreiS ist Zmze dieser Tätig« leit der Päpste für dir Ausbreitung und Festigung der Kultur, vor allem aber Europa. Die Kultur des Abendlandes ist das Werk des Papsttums. Diese Wahrheit hat Herder i« seinem Werke: „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit" dar Geständnis abgezwunge«: «Ohne die Päpste wäre Europa wahrscheinlich ein Raub der Despoten, ei« Schauplatz ewiger Zwietracht, oder wohl gar eine mongolische Wüste geworden." (II., 360)
Und er hat Recht.
@8 ist eines der bewunderungswürdigste« Ereignisse der Weltgeschichte jener Mut, mit welchem die Päpste bis zum 8. Jahrhundert dem Absotu« tiSmuS der byzantinischen Kaiser sich widersetzte«. Dort, am goldene« Horn (t« Konstantinopel), ts darum auch daS Christentum verkümmert und hat stch der Byzantinismus und Absolutismus wie et« Todes schlaf über tue Völker des Orientes und Rußlands gelegt, während das Abendland zu neuem kulturreichen Leben sich aufschwang.
Als auch im Abendlande der Absolutismus f<U Haupt erhob, war eS wiederum das Papsttum, welches ihm die Spitze bot.
Za den üblichen und herkömmlichen Redensarten gewisser Geschichtsschreiber gehört auch das Wort von der Herrschsucht der Päpste. Warum spricht ma« aber nicht von der Herrschsucht der Kaiser und von deren Streben nach dem Cäsaropapismus 4 la Byzanz und heute Rußland, wo di« Völker in der Knechtschaft des Despotismus allen kraftvollen Emporstrebens verlustig gegangen stad? Den« eS ist eine offenkundige Tatsache, daß die deutsche« Kaiser, zumal die Staufer, wenn ihnen nicht eine stolze Gewalt entg-grngrtreten wäre, Macht genug gehabt hätten, die Lelbstän digkett der Völker, die doch in Gottes Haushalt so notwendig ist, niederzuschlagen, wodurch sie sür alle Welt Die fluchwürdigste Geißel geworden wäre«, was ei« Heinrich IV. und Heinrich VI. genugsam derchschetnen lassen. (Berg!. Janssen, Böhmers Lebe«, III., 248 ) Daß ihnen die Päpste rechtzeitig entgegengetreten find, ist ein Verdienst, durch das Europa vom Despotismus befreit geblieben ist.
Gewiß, eS waren schwere Kämpfe, welche da l Papsttum durchzukämpfen hatte, aber sie find keinen Fußbreit abgewichen vom Weg des Recht». Es sei hier erinnert an ein Wort unseres deutschen Dichters Friedrich Schiller, das er bei Ge. lezenheit der Erwähnung deSBorgehensJnnocrnzll. gegen den Kaiser Lothar ausgesprochen:
Nus solche» Züge» erkennt man de» «»ist, der den römische» 6of beseelte, und die unerschütterliche Festigkeit der Grundsätze, die jede» Papst mit Hintansetzung eflet persönliche» Verhältnisse befolgen zu mässe» sich
gedr«»ge» sah. Man sah Kaiser und Könige, erleuchtete Staatsmänner und unbeugsame Krieger im Drang der Umstände Rechte aufopfern, ihren Grundsätzen untreu «erden und der Notwendigkeit weichen; so etwas begegnete selten oder »ie einem Papste. Ruch w-un er m Elend umherirrte, in Italien keinen Fußbreit Lande», keine ihm holde Seele besaß und von der Barmherzigkeit der Fremdlinge lebte, hielt et standhaft Wache über de» Vorrechten seines Stuhl» und der Kirche. (Schillers: S. ». SB. Reklame, XL, S. 24 btS 26.)
So hat derselbe Friedrich von Schiller über daS Papsttum geurteilt, der i« feiner Geschichte deS dreißigjährige« Krieges genugsam gezeigt hat, d«ß er feine Feder nicht i« der Vorliebe für die katholische Kirche führe.
Nicht minder gewaltig und hochbedeutsam ist aber die andere Tätigkeit des Papsttums, näm« sch sein unermüdliches Bestreben, die Kultur Europas zu erhalten und zu schützen.
In der Zeit der Völkerwanderung, dieser gärenden Sturm- und Drangperiode der europäischen Völkersamilie, war es daS Papsttum, welcher Licht und Ordnung in Dieses DölkerchaoS zu bringe« bestrebt war. Wer könnte eS in einer ganze« Tragweite erfassen, waS eS bedeutet, daß Leo I. Rom gerettet hat vor der Zerstörung durch die Scharen Attilas? Damals lag die Sorge für Rom und ganz Italien auf Den Schultern des Papsttums. Unter dem Eindruck der Tätigkeit der Papstes Gregor des Großen (gefl. 604) schreibt der protestantische Historiker Gregorovius (Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter II, 59): „Die Kirche hat angefangen, ein großes Asyl für die Menschheit ju sein."
I« dem großartige«, Jahrhunderte dauernden Kampf zwischen dem christlichen Europa und dem muhammedanische«Orie«t,indiesemKampfe zwischen Kultur uw ^Barbarei war eS dasPapstlum allein,welches eine von dem großen Gesichtspunkte der Rettung der europäischen Kultur getragene Politik trieb.
Gerade in diesen Kämpfen zeigt sich der Gegensatz zwischen der wellumspannenden, auf daS Wohl deS Ganzes hinstrebenden Politik der Päpste und der niedrige«, engherzigen, momentanem Gewinn nachjagenden Krämerpolittk der einzelnen europäischen Regierung-kadinette, die oft genug mit dem Erbfeind christlicher Kultur, den Türken, unter einer Decke spielte« und daS Bestreben des Papsttums i« verhängnisvoller Weise durchkreuzten.
Betrachtungen dieser Art würden ein reichhaltiges Beweismaterial beibringen für die Richtigkeit des oben angeführten Urteils Herders und auch seines anderen Wortes: „Wenn.alle christlichen Kaiser-, Königs-, Grasen- und Ritter- flämme ihre Verdienste vorzeigen sollten, durch welche ste ehemals zur Herrschaft der Völker gelangt find, so könnte der Papst ste alle mit dem Kreuze segnen und sagen: Ohne mich wäret ihr nickt, was ihr geworden."_____________________
Die Bedeutung der Handwerkskammern.
Die Handwerkskammern blicken heute durch, weg aus eine mehr als zweijährige Tätigkeit zurück. ES wäre verfrüht, über ihre Wirksamkeit und Erfolge heule schon ein abschließendes Urteil zu fällen. Gleichwohl lassen ihre bisher erschienenen Jahresberichte bereits hinreichend erkennen, welche Bedeutung die Handwerkskammern sür die ganze Handwerkerbewegung haben.
Waren in der ersten Zeit ihres Bestehens die Kammern fast lediglich durch die Ksnstituierungs- arbeiten in Anspruch genommen, so begann doch bald ihre Tätigkeit nach außen hin. In erster 8 nie galt es, die Handwerker deS Bezirks mit dem neuen Gesetz, seiner Grundlage, feinem Aufbau, feinen Zielen möglichst gut bekannt zu mache«. Wie notwendig diese Tätigkeit war, erhellt daraus, daß auch heute noch sehr viele Handwerker, besonders auf dem Lande, von den Bestimmungen deS Gesetzes noch eine sehr mangelhafte Kenntnis haben. Berichtet doch die Handwerkskammer z« Saarbrücken noch im zweiten Geschäftsjahre, daß in den nördlichen Kreisen deS dortigen Bezirkes, wo bisher keinerlei Organisationen vorhanden find, „augenscheinlich der größte Teil der Handwerker von dem Bestehen der geltenden Handwerkergesetzgebung nichts weiß"!
Die Handwerkskammer ist auf den Hand- werkerorganisatione« aufgebaut, diese bilden ihre Grundlage. Nach der ersten aufklärenden Tätigkeit im allgemeine« mußten daher die Kammern darauf bedacht fein, die JnnungSbildung nach Kräften zu fördern, zumal nur erst ein ge» ringer Bruchteil der Handwerker organisiert war. Erfreulicherweise kaffen die Kammerberichte durchweg erkennen, mit welch großem Eifer und Nachdruck die Kammer« in dieser Richtung gewirkt haben. Zwar haben ihre Bemühungen nicht immer den wünschenswerte« Erfolg gehabt. Manche Handwerker, die in dem Gesetze ihre
Hoffnungen nicht befriedigt iahen, stehe« der Organisation noch immer grundsätzlich ablehnend gegenüber und suchen auch andere Handwerker für ihre Ansicht zu gewinnen. Sin Teil der Handwerker weiß die Bedeutung einer geregelte« Interessenvertretung im Rahmen einer mit besonderen Rechten auSzestatteten Organisation «och immer nicht zu würdigen. So groß aber die Hindernifle find, durch die rastlose Tätigkeit und Aufklärungsarbeit der Handwerkakammern in Versammlungen durch da« beredte Wort, in der Fary- und TageSprefle durch belehrende Artikel und durch eigene persönliche Mitwirkung ihrer Vertreter bei de« KonstituierungSarbeiten ist die Organisation doch um einen guten Schritt weiter gekommen. DaS läßt die Mehrzahl der Kammerberichte erfreulicherweise erk.nnen.
Mit dem 1. April 1902 traten die Vorschriften übet daS Lehrlingrwesen i« Kraft. In Ausführung der gesetzlichen Bestimmungen haben die sämtlichen deutschen Handwerkskammern ziemlich einheitlich nähere Vorschriften zur Regelung deS Lehrlingswesens erlassen. Diese find geeignet, die Ausbildung des Lehrlings entsprechend den gesteigerten Anforderungen der Neuzeit zu sichern. Mit nicht geringen Schwierigkeiten war, besonders in ländlichen Bezirken, die Bildung der Prüfungsausschüsse verbunden. Soweit für die Abnahme der Prüfungen für die einzelnen Gewerbe nicht durch Prüfungsausschüsse der Innungen und die in § 120 Abs. 4 R.-S.-O. bezeichneten Lehrwerkstätten, gewerblichen Unterrichts anstalten und Prüfungsbehörden gesorgt ist, hat die Handwertskammer die erforderliche« Prüfungsausschüsse zu errichten. Um auch die Durchführung der Bestimmungen bezüglich bei LehrlingSwejens nach Möglichkeit zu sichern, ist die Bestellung von Beauftragten erforderlich. Zwar hat die Mehrzahl der Kammern dieser Krage bereits ihre Aufmerksamkeit zugewandt. Die Wichtigkeit dieser Aufgabe verlangt jedoch, daß die Inspektion durch die Beauftragten zu einer wirksamen und segensreichen Institution werde, zumal die Aufgaben der Beauftragten hinsichtlich einer belehrenden und berichtenden Vermittlung zwischen Kammer und Handwerker noch sehr erweitert werden können. Die notwen- dige Voraussetzung einer guten Ausbildung deS Nachwuchses ist natürlich das Vorhandensein von Fach- und Fortbildungsschule«. Einmal mangelt eS aber noch sehr an diesen Schulen, dann fehlt auch mancherorts daS Verständnis hierfür. Deshalb haben die Handwerkskammer« fast überall in diesem Punkte mit Energie eingesetzt und auch um die Gründung v)N Fach- und Fortbildungsschulen fich bemüht.
Für de« heutige« Handwerksmeister kann es freilich nicht genügen, daß der Nachwuchs den Erfordernissen der Neuzeit entsprechend ausgebildet wird und ihm durch die Ausbildung der Lehrlinge und Gesellen auch gute Arbeitskräfte zugeführt werden. Auch unsere Meister ermangeln vielfach der heute notwendigen Fach- und kaufmännischen Kenntnisse. Manche Kammern haben daher in anerkennenswerter Weiss unter Aufwendung vielfach recht bedeutender Kosten ihren Meistern durch Veranstaltung von Fach- und Buchführungskursen Gelegenheit gegeben, ihre Kenntnisse zu erweitern.
Bei der Bedeutung, welche daS Genossenschaftswesen heute für de« Handwerker hat, Haden viele Handwerkskammern auch in dieser Richtung nach Kräften belehrend und ausklärend gewirkt. Dies war um so notwendiger, als daS Genoffenschaftswrfen im Handwerk durchweg noch sehr wenig entwickelt ist. Auch zur Ein- richtung von Wohlfahrtseinrichtungen wie Kranken- und Sterbekaffen, haben die Kammern bei Gelegenheit aufgesordert. Eine nicht geringe Förderung hat auch bei allen Kammern die Frage der Regelung des Submissionswesens erfahren, dessen Handhabung seitens der Staats - und Kommunaloehördkn für das Handwerk bisher schwere Schädigungen im Gefolge hatte.
Haben so die Handwerkskammern seit ihrem Bestehe« gegenüber den Handwerkern ihres Bezirkes in allen für das Handwerk wichtigen Frage« eine überaus eifrige und zum Teil erfolgreiche Tätigkeit entfaltet, so find ste auch ihrer zweiten Aufgabe, der Vertretung deS Handwerks gegenüber der Gesetzgebung und Verwaltung des Staates, in ansehnlichem Maße gerecht geworden. Dafür geben die in den Kammerberichten mit« geteilten, an die Behörden gerichteten Anträge und Gutachten ein beredtes Z-ugnis. Diese richten fich, abgesehen von den das Handwerk allgemein bewegenden Fragen, naturgemäß xaci den besonderen Verhältnissen des Bezirk» und find um so zahlreicher und mannigfaltiger, je gewerbreicher und fortgeschrittener der Bezirk ist.
Diese kurze Uebrrstcht über die bisherige Tätigkeit der Handwerkskammern möge genüg, um zu zeigen, daß ste keine überflüssige und nutzlose, sondern eine Institution von hoher Be
deutung find. Zwar haben nicht all- Han ' Werkskammern in gleich intensiver und erfolg reicher Weise gearbeitet, zwar vermißt man noch liet und dort die wünschenswerte und zielbewußte Initiative, gleichwohl aber muß anerkannt werden, daß die Mehrzahl der Handwerkskammern ihren Aufgaben in hohem Maße gerecht «erden und dem Handwerk zwecks feiner Erhaltung, Hebung und Förderung ausgezeichnete Dienste erweisen. Vielfach aber arbeiten die I kümmern nur deshalb vergebens, weil sie bei den Handwerkern nicht das nötige Interesse und Vertrauen finden. Auch diejenigen Handwerker, welche heute noch in der Kammer nur eine mit Lasten und Kosten verbundene Behörde sehen, müsse« zu der Ansicht kommen, daß die Kammer doch eine gute Beraterin ist, die in allen das Handwerk betreffenden Frage« zur rechten Zeit und an rechter Stelle ein entscheidendes Wort pricht. Der Handwerker muß doch anerkennen, daß im allgemeinen ei« frischer Zug wieder durch das Handwerk geht. Wenn die Erfolge bisher noch nicht so greifbar waren, so liegt das auch daran, daß viele Handwerker noch untätig bei Seite stehen. Mit der Kammer, in und mit der Innung muß de- Handwerker «ach Kräften Mitarbeiten, die Zeiten verstehen und ihre Mittel benutzen, dann kann das Handwerk fich erhalten und voran kommen trotz der Behauptungen derer, für die da» Handwerk bereits eine qaan- titi negligeable ist oder die ihm die Existenzberechtigung bereits abgesprochen haben.
♦ $ie iuRenirfe ztettnug. «in eigenartiges ®e- schichtchen »em Malschall MacMahon erzählt Robert Mitchell im ,«aulot»'. ®t hüpft an die Nachricht, daß die bretonische» Fische», die ans einen Besuch des stdeute» Loubet gelegentlich seine» Jagdausfluz» »ach Rambouillet gehofft hatte», enttäuscht worden st«». verweist dabei auf die französischen Könige, die es für ihre Pflicht gehalten hätten de» in Not Geratenen bei» zustehen. Louis Philipp begab fich im Jahre 1883, al» die Cholera in Pari» wütete, mit de» Mugliedern seiner Familie in die Hospitäler und besuchte die Kranke», «m sie z» trösten und ihnen zu helfe». Dabei begegnete » ihm, daß ein alter Republikaner, der ihn nicht er kannte, i» energische» Ausdrücke» seine» Haß gegen die Monarchisten zu erkennen gab. „Sehen Sie, diese Kanaillen von der Regierung amüssterrn fich aus dem Lande, während wir hier wie da» B»eh krepieren.' SU» der König etwas dagegen einwandte, fragte ih« der sterbende: „Wer fino ste denn?“ »Die erste Kanaille von der Regierung," antwortete der König. Jetzt erkannte ihn der Mau» und streckte ihm seine» magere» Arm au» dem Bett entgegen: „Pardon, Eire," stammelte er, .wolle» Sie mir bi« Han» geben?" Und al» im Jahre 18j6 die Uednschwemmung der Rhone eiutrat, reiste auch Napoleon III. durch die verwüstete» legenden an» suchte überall zu helfen; »ie Blätter jener Zeit berichten, daß er sogar in dre größte Gesuhr lief» um selbst arme Leute zu retten, die fich aus die Dächer ihrer Häuser geflüchtet hatten «no die Wogen sorlzureißen drohten. . . . Diesen Vorbildern wollte nun der Marschall Mac-Mahon salzen, urro al» im Jahre 187b die Departement» im Südwester« durch die plötzliche Ueber- schwemunmg der Taronne heim gesucht routOc», tat er, war zwanzig Jahre vorher Napoleon in der Ryonegegend getan halte: er wollte selbst den Heimgesuchte» ferne Hülse und seinen Trost bringen. Brr dieser Gelegenheit erzählt man folgende Anekdote, die in dem Lande al» eine feststehende 'Tatsache gilt. Der Marschall wäre, al» er eine Barke bestieg, beinahe ertrunken, da da» Fahrzeug wurmstichig war; man hatte auch keine andere» von genügender »röße, um da» Staatsoberhaupt und die begleitende» Minister zu trage», oei der Hand. Die llmgeoung de» Marschalls widersetzte fich aber entschiede» einer Wiederholung de» »ersuch.». Der Vorfall ereignete fich in der Umgegend von Toulouse; am folgenden Tage kehrte der Marschall nach Bordeaux zurück. Zwei Tage später empfing der Präsekt von Haulv-iSaronne eimge Freunde und erzählt ihnen von de» Zwischenfällen d«r Reise des Präsidenten. .Alles war wunderbar organisiert,' sagte er, »und wir hatte» eine Herne dramatische Szene »orbereitet, deren »fielt ganz großartig gewesen wär«. Auf dem Dach eines baufälligen alten Hause», da» durch die Ueberschwemmung halb zerstört war, hatte» wir eine Familie untergedrachr, unb derMarschall, ver übrigen» keine Ahnung davon hatte, sollte ste rette». . . Da unterbrach fich der Präfekt plötzlich, wurde ganz blaß unb schlug sich vor die Stirn. .Mei» Sott," ruf er, .wir haben sie ja vergessen! . . .
* Stu Schreckschuß. .Onkel, wen» Du mir die tausend Gulden verweigerst, dann spring' tch iu's Wasser." - .Werst De kriegen ’n Schnupfen!' - .Oder schieße mir eine Kugel vor de» Kopf." —.Werb se prallen ab an Deiner Stirn ' — .Dann kaufe ich mir einen Strick." — .Werd nicht» tun ein Sttitf dem anderen.' — .Ich last' mich taufen!" — .Werde» wie uns freue», daß wer find Dich lo»!"- .«ede ich meine Studien auf und eröffne Dir gegenüber et» Kouturrenz- Seschäfl!" - .Hier hast De'» Seid!"
• Der gekränkte Jagdherr. Baron (den soeben ein Wildschwein «mgerannl, mit einem wütenden Blick ans seine» Förster): „Ja, zum Donnerwetter, wa» soll denn daS?" — Förster: .J'kan» mx dafür, Herr Baron, unb von einer Wildsau können S' doch auch keine große Bildung verlangen!'
• Aerzilicher Mat. Arzt: .Aber, mein Lieber, so wüste» Ste verkümmern! Ich rate Ihnen, fich jeden Morgen eiskalt zu waschen und dann abzureiben!" — Patient: .Da» tu' ich ja bereit» Herr Doktor!' — Arzt: ,6»!. . . Nun, dann müssen Sie'» eben aufgeben!"