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3»ftrtlt: Dir einspaltige Pent- zelle oder deren RenmISPfg.,Re­klamen die Perit- zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Emil AnlerHallungs-MeikageZkkustrirle Sonntags-Zeitung" ptter-LaS« Ur. 2 Cfcarmonie).

30. Jahrgang.

Iut-a, Mittwoch, den 11. Februar 1903.

Jtl 33.

jetzige Stadtrat Dultz«Königsberg einstimmig al« Reichstag«Kandidat für den Wahlkreis Tilsit-Niede­rung aufgestellt. Herr Braesicke hat bekanntlich jüngst im Reichstage zum Entsetzen seiner Partei die Beschäftigung von Kindern in der Landwirt­schaft verteidigt.

+ Aerzichl. Wie die ,Dre«d. Rachr.' von zuständiger Seite erfahren, ist Landgerichtsdirektor Dr. Becker von seiner Kandidatur al« Reichs­tagsabgeordneter im Wahlkreise Dresden-Neu- stadt zurückgetreten. Herr Dr. Becker hat sich hierzu entschlossen, weil die Übernahme der Kandidatur durch Herrn Oberbürgermeister Beutler wahrscheinlich ist.

4- gin Ar0eiter-Lita«dida1. Im Reichs- tagSwahtkret« Potsdam-Osthavrlland wird, wie die Blätter melden, zu den bisherigen zwei Kandidaten, dem jetzige« Vertreter Tischler­meister Pauli in Potkram, als den Kandi­daten der Konservativen und Antisemiten, und den von den Sozialdemokraten ausgestellten Rechtsanwalt Karl Liebknecht noch ei« dritter Kandidat hinzukommen. In der Ar­beiterschaft von Spandau, die nach Tausenden zählt, wird beabfichtigt, einen Vorarbeiter der Milttärwerkstätten als Arbeiterkandi­daten aufzustellen. Eine Versammlung wird nächstens bie nötigen Vorarbeiten Mr die Wahlen einleiten. Von welcher Seite der Plan stammt, ist aus dieser Mitteilung nicht ersichtlich.

* Deutscher Aerzlieta«. Der Geschäfts- auSschuß des Deutschen AerzteeereinSbundes be­ruft de» deutschen Aerztetag zu einer außer­ordentliche« Tagung auf t>rn 7.Marz nach Berlin ein. Die Veranlassung gibt die jetzt dem BundeSrat vorliegende Novelle zum Kranken­versicherungsgesetz, insbesondere der Um­stand, daß in der Novelle keine der ärztlichen Forderungen berücksichtigt worden ist. Der «in- leitende Bericht ist Dr. Mayer-Fürth über­tragen worden, der im Auftrage d«S Geschäfts- auSschuffes des deutschen Aerzt,vereinSbundeS mit Dr. Höder-AugSburg eine Denkschrift über die Stellung der Aerzte bei den Krankenkassen an­fertigte, die dem BundeSrat und dem Reichstag übermittelt werden ist.

X tSrseKöKtzufragerr. DieBudget-Kom- misston des Abgeordnetenhauses beriet am Dienstag de» Etat der Eisenbahnen. Die Einnahmen belaufen sich auf 137S.81b.427 Mk.; aus dem Persone»- und Gepäckoerkehr 389,760,000 Mk. und aus dem Güterverkehr 893,440,000 Mk., das Verhältnis ist also wie 4:9. Die dauernden Ausgaben betragen 894 843 878 Mk.. die ein­maligen Ausgaben 91,863,000 Mk. Za Beginn der Sitzung nimmt Eisenbahn-Minister Budde das Wort zu folgende» Ausführungen: DaS Jahr 1901 hat seit 1891 de» ungünstigsten Wirt­schafts-Abschluß, 1902 war im ersten Halbjahre ein »och weiterer Rückgang zu verzeichnen. Dann seit Juli 1902 trat eine kleine vrsterung ein; PiuS-Einnahme gegen 1901 22,6 Millionen. Ob dies aber von Dauer ist, ist noch zweifelhaft. Gegen den Etatsansatz von 1901 werden die dtfiilitivrn Ergebnisse pro 1902 jedenfalls um mehrere Millionen zurückbleiben. Bei Aufstellung des Etats 1903 ging man davon aus, nach de» Grundsätzen zu handeln, die für jedes große

i»dustrielle Geschäft maßgebend find. Ma« solle daher nicht an der unrichtigen Stelle sparen und namentlich für die Erhöhung der Betriebs ficher- hrit sorge«. DaS Bedürfnis nach Verbesserungen ist im Lande außerordentlich groß, doch mußte mit RSckstcht auf die Finanzlage manches zurückgestellt werde». Die Ausfälle durch Einführung der 4btägige» Rückfahr - Karten dürfte» an 2 Millionen Mark betragen. Eine wesentliche Steigerung de« Personenverkehr« hat infolge der Tarifvergünstigungen nicht stattge­funden. Es werden Versuche gemacht werden, zweiachsige Wagen für Kohlentransporte von 20 Tonuen Tragfähigkeit einzuführen. Di« sogen, amerikanischen Wagen mit 40 Tonnen und mehr Tragkraft paffen nicht für deutsche Verhältnisse. Mit schwerem Oberbau der Bahnkörper sind bi« jetzt 5800 Kilometer ausgerüstet. Die Schnellzug«- linien sollen sämtlich innerhalb der nächsten 5 Jahre mit schwerem Oberbau versehen werden, bie Umbauzeit wird also um 5 Jahre gekürzt. Die Umbaukoste» der noch restierenden Schnellzug«, linien betragen 90 Millionen Mark. Im ganzen sind 579 M ll onen erforderlich, um die pro­jektierten 19 200 Kilometer mit schwerem Oberbau auszubauen. Der neue Plattstoß bei den schweren Schienen hat sich bewährt. Die Spiritusglühlicht­beleuchtung hat weitere Anwendung gefunden. Der Mehrverbrauch von Spiritus beträgt 1400000 Liter. Ein elektrischer Bahnbetrieb wird zurzeit zwischen Potsdamer Bahnhof (Berlin) und Lichterfelde eingerichtet und mau erwartet davon günstige Resultate. Die Eröffnung soll im Mai d. I. erfolgen. Zur Verbesserung der Strecken- siche, hett werden jetzt die Streckenwärterbuden telephonisch mit einander verbunden. Die Betriebs- Unfälle haben sich erheblich vermindert.

* Während des Jahres 1902 finv 1486 KhejntikLmitt-MedaMri» verliehen worden. Davon entfalle» auf die Provinzen: Ostpreußen 31, Westpreußen 66, Brandenburg mit Berlin 229, Pommern 97, Posen 69, Schlesien 122, Sachsenl61, Schleswig-Holstein 95, Hannover 170, West­fallen 110,Hessen-Rassau 77,Rheinland289, Sigmaringen, zusammen 1486 Medaille«. Von den mit der Medaille brliehe»er Ehepaaren ge­hören 1142 der evangelischen, 283 der katho­lischen Konfession an, 19 leben i» eoan- gelisch-katholisch gemischter Ehe, 2 gehören der Menonitrn-vekte und 40 der jüdischen Religion an. Unter den 1486 Jubelpaaren feierte» 14 das 60jährige, 1 das 70jährige Ehejubiläum.

* Die D«chlch«tti»preile d-r wichtigste« Fe»e«v«ittek betrugen im Januar 1903: für 1000 Kilogramm Weize» 148 Mk. (Januar 1902 166 Mk), Roggen 133 Mr., (143 Mk.). Gerste 138 Mk., Hafer 137 Mk., Erbsen (gelbe) zum Kochen 246 Mk., Sveisebohnen (weiße) 277 Mk , Linse» 357 Mk., Eßkartoffeln 49,6 Mk.; für 1 Kilogramm Rindfleisch im Kleinhandel von der Keule 142 Pfg., vom Bauch 120 Pfg., Schwein 149 Pfg., Kalb 141 Pfg., Hammel 134 Pfg., geräucherte» Speck 174 Pfg., Eßbutter 226 Pfg., Schweineschmalz 175 Pfg.; für ei» Schock Eier 498jj Pfg. Die Preise der vier Getreideartrn zeige» gegen den Vormonat eine geringe Auf- defserung. Die erheblichsten Preiserhöhungen be­tragen beim Weizen: in Stettin 6, in Königs­

Berlin, 10. Februar 1903.

X Der Aleichstag hatte sich am Dienstag, au« Anlaß einer vo« konservativer Seite einge­brachten Jnterpellatirn, zum fvundsovielsten Male mit der Unterstützung der Kriegsveterauea zu befasse». In der Hauptsache ist der Reichstag in dieser Frage einmütig, aber mit der Haltung der Regierungen ist man recht unzufrieden. Diese wolle« nicht recht herausrücken weder mit der Sprache noch mit dem Selbe. Daß die Veteranen nicht auf Kosten der Invaliden Vor­teile haben sollen, ist übrigen« auch die herrschende Auffassung im Reichstage. Rach Erledigung dieser Angelegercheit, die zahlreiche Redner au« allen Parteien bewog, für bie Veteranen eine Lanze zu brechen, wurde die Etatsberatung Reichs- amt des Innern wieder ausgenommen. Dabei befürwortete Abg. Dr. Jäger (Ztr.) eine von Hm neu eingebrschte Resolution, welche Mit­teilungen über die bisherigen Maßnahmen zur Abhilfe der Wohnungsnot im Reich und den Einzrlstaaten fordert. Die Beratung wird am Mittwoch fortgesetzt werden.

X Ireist«»t« demoS.'atisHe Hsmei«be- waZlrechr*-AsrfchlcHLk?»«e. In dem In- dustrirstädtche» Schwabach Hei Nürnberg ist, wie dem .Vorwärts' cu8 Nürnberg berichtet wird, bei der vorjährigen Gemeindewahl eine freisinnig-demokratische Mehrheit ank Ruder ge­langt. Das Kartell siegte mit knapper Not gegen eine starke sozialdemokratische Minderheit und mußte deshalb befürchte», daß es bei der nächsten Wahl im Jahre 1905 durch die Roten aus dem Rathaufe vertrieben wür.e. Es war nun die erste Sorge dieser volkSpartetlichen undfreifinnige» StadtvLter, auf ei« Mittel zu stnuen, wie der drohende« Gefahr zu begegnen fei. Dieses Mittel fand man so schreibt das genannte sozial­demokratische Blatt weiter in einer Entrech- tung der Arbeiter klasse. BW er herrschte in Schwabach die Bestimmung, daß jeder Ein­wohner, der daS Heimatsrechterhielt, damit auch daS Bürgerrecht, d. h. das Gemeindewahlrecht erwarb. Aus die unentgeltliche Verleihung deS HeimatSrechteS hat jeder Arbeiter Anspruch, der fiebe« Jahre in der Gemeinde tätig ist. Nu» beschloß die Stadtverwaltung, die beiden Rechte wieder zu trennen und für das Bürgerrecht eine Gebühr von 60 Mk. zu fordern! Merkwürdig ist an der Sache noch, daß Freisinn und Demokra­tie, a!S fie «och nicht die Herrschaft in Schwa­bach hatte», jene Erleichterung «nab- lässig forderten; nun eS ihnen aber an den Kragen geht, beseitigen fie die Bestimmung, die vo» ihnen früher als einGebot der Ge- rechtigkeit" bezeichnet wurde. So schützte die »Demokratie" und der Freistn» die Volk-rechte.

+ Aüg. MraeftLe avgesägtk Ja einer Versammlung der Freisinnigen Volkspartei wurde anstatt de« eine Wiederwahl ablehnenden Abge­ordneten Braeficke der frühere Gutsbesitzer und

Ser M ms der Lmzsburg.

Origkalerzählung auS der Geschichte der ehemalige» Jülicher Lande von Aleca Ruth.

7 ------ (Nachdruck verboten.)

In diesem Gemache log dec Beherrscher her Felsenburg und Anführer einer gefürchteten Horde in einen weiten BurnuS gehüllt, auf einem weichen Felle. Sein kalter Blick glitt zum Fenster hinaus auf die Ringmauer, wo zwei hochgewachsene Knaben in der Sonne ausgestreckt lagen. Eindringlich sprach der jüngere der beiden auf>seinen älteren Gefährten ein.Du sollst kein Sklave sein, Jarbi, ich will e« nicht. Mir tut e« wehe, wenn ich Dich so gequält sehe, denn ich habe Dich lieb. Warum schont mich der Ritter, während er Dich wie einen Hand behandelt, mein armer Jarbi."

Stille doch, stille, Omar", flüsterte dieser mit allen Zeichen der Angst,wenn er Dich 16de. Du bist ein treugehütetes Kleinod, wer weiß, welchen Zweck Du noch zu erfüllen hast;'Uber ich bi« wirklich nur ein Hund. Ach, wenn Du alle« wüßtest, Omar! Mein Mund ist geschloffen", und al« habe er zuviel gesagt hielt er inne.

Omar stützte den Kopf in die Hand.Da« ist'« eben, was mich düster stimmt. Ich bin der Milchknabe, dem man keine Waffe in die Hand gibt, und doch durchglüht meine Adern der Drang nach Heldentaten."

Ja, Omar", winkte der Aeltere,Dich darf kein Schwertstreich ritzen. Du bist ihm teuer, aber klage darum nicht, auch Deine Stunde wird kommen."

Da legte Omar feinen Arm um de« Freunde» Hal«:So lange Du hier weilst und mich mit Deiner treuen Sorge umgibst, will ich gern bett' schier unbezwinglichen Drang bezähmen. Nie werde ich Dich verlsffen, mein Jarbi, niemsl« Dich in diesem Kerker allein zurücklaffen." Er will weiter spreche», aber Jarbi« entsetzte« totenbleiche« Gesicht läßt ihn inne halten. Der Ritter ist lautlos herangttreten.Mir deucht, die Faulheit wächst üppiger, al« das Gras da oben unter Euch", bringt feine Stimme schneidend zu ihnen herauf.Herab, Jarbi, fauler Knecht, den Sprung gewagt von der Mauer herab, hörst Du!"

Laßt mich's wagen für ihn!" ruft Omar, aber Jarbi stiegt schon hinab und liegt mit ge­schundenen Knieen am Boden. Der Ritter lacht boshaft.

So und nun magst Du Deine Kunst zeigen, Knabe. Auf, Jarbi! Krümme Deinen Rücken, darauf mag der kühne Knabe seinen Sprung wagen, sonsten könnt' seinem Sammtpfötchen die Kralle abspringen. Vor wärt«, Knabe!"

Auf Jarbi« Rücken niemals!" Und mit verwegener Kühnheit springt Omar noch um ein beträchtliches über Jarbi» Stellung hinweg.

Ei!" rief der Ritter betroffen,Du springst wie eine Tiger katze. Mir bünlt*, sprach er mehr zu sich selber,da« Küchlein sprengt da« Ti ent­zwei", dann zu dem Jüngling gewandt:Folge mir, Knabe." Osmar trat an seine Seite. Ein ärgerlicher Ausdruck lag in seinem Gesichte.

Warum nennt Ihr mich immer noch den Knaben?" sagte er mit herbem Vorwmf.Mein Arm ist stark genug, um dar Schwert zu führen

und groß genug bin ich, um endlich aus den Kinderschuhen und der Untätigkeit hsraurzutreten."

Hoho!" lachte der Ritter höhnisch,D.u denkst, mit einem Katzensprung ist man schon ein Ritter. Habe Geduld, mein Söhnchen, nicht ferne mehr ist die Stunde, da ich Dir ein scharst s Schwert in die Hand gebe. Dann magst Du Deinen Heldenmut entfalten, und ich selber bin e«, der Dir Beifall spendet." Er war etwas Dämonische« in dem Blicke, mit dem er seine .Worte begleitete, und unangenehm wandte der Jüngling sich ab.

Wie lange schon warte ich auf diese Stunde vergebens", seufzte er, ahnungslos, welche furcht­bare Bedeutung diese Stukide für ihn haben sollte.

In de« schwarzen Ritter« Augen stammte e« jäh empor. Ec winkte einen seiner Raubgesellen zu sich her unb gebot dem Jüngling:

Nimm die Armbrust hier und zeige Dein Probestückchen Du stehst dort die Bestie im Schatten de« Saume» liegen, auf dem Nacken da« graue Haar dort darauf ziele!"

Ich soll auf den Hund den Pfeil entsenden?" rief der Jüngling,was tat da« Tier Euch, was mir? Mein Ehrgeiz ist es nicht, schlafende Hunde zu töten!" unb er schleuderte den ihm aufge- drungenen Rohrpfeil hinweg. Zornig befahl der Ritter:

Nimm bie Armbrust auf! Entweber Du schießest ihn ober er zerreißet Dich!"

Bm ich Euch nicht viel mehr wert, als ein Hund?" sagte Omar vorwurfsvoll.

Da legte sich des Ritter» Hand schwer auf seine Schulter. Sei» G> sicht war zum Erschrecken.

Du bist mir mehr wert, al« alle Schätze

berg i. P., Breslau, Frankfurt a. O. und Mägde- bürg je 4, in Berli« 3 Mk., beim Roggen: in Kiel 7, i« Cösli» 4, i» Danzig, Breslau und Görlitz je 3 Mk., bei der Gerste: in Koblenz 10, i» Hanau 9, in Kiel 4 Mk., beim Hafer: ta Halle a. S. 5, in Breslau und Frankfurt a. O. je 4, in Danzig, Posen und Gletwitz je 3 Mk. Die Schweinefleischpreise find auch im Monat Januar dieses JahreS i» der Rückwärtsbewegung verblieben. Die diesmalige Preisermäßigung be­trägt in Königsberg i. P. nicht weniger al8 21, in Stralsund 20, in Görlitz und Aachen je 10, i» Hannover 6, in Kiel und Trier je 5, in Gletwitz und Stetti» je 3 Pfg.

[] Schke-wi», 10. gebt. 1903. (1 Uhr Mittags.) Nach bisheriger Zählung sind bei der Reichstagrersatzwahl für Spethmann (Freis. Volksp.) 6187, für Hoffmann (So,.) 4631 Stimmen abgegeben. 31 Ortschaften stehen noch aus, dürsten jedoch an dem Endresultat nichts ändern.

Ans dem Reichslage»

2b5, «itzuug vom 10. Februar 1903, 1 Uhr.

Auf der Tagesordnung steht zunächst die Inter­pellation Nißler (lons.) wegen Gewährung vo» Beihilfe» an «riegSveteranen. ,

Schatzsekretär ». Hhiekmam» erllärt fich bereit, sofort zu antworte«.

Abg. Wßker (kons.) begründet die Interpellation, in welcher an den Reichskanzler die Frage gerichtet wird, ob er über die aus Grand der RetchStagS-Resolutio» vom 6. Mär» 180t angestelllen Erhebungen Mitteilungen zu machen in der Lage sei. Jene Resolution verlangte erstens? daß die Auszahlung der Beteranen-Beihilf«- womöglich vom Tage der Anerkennung ihrer BereMi- guug erfolge, und zweitens fordert« dieselbe wettere Er­hebungen darüber, wie viel Unterstützungsbedürftige und AnspruchSberechttgte noch vorhanden, aber noch nicht mit Beihilfen bedacht seien?

Schatzsekretär v. tzhiekman« bemerkt zunächst, der JnvaltdensondS werde schon in wenigen Jahren ausge- »ehrt sein, vielleicht schon 1908, jedenfalls aber nicht später als 1910 Bon da ab würde» also die Jnvaudew auf den ordentliche» Etat angewiesen sei». WaS sodann Vie am 6 Mär, 1901 angeregten Erhebungen anlaage, so seien als bald darauf die einzelstaatlichen Regierungen durch Rundschreiben deS ReichSkan^erS ersucht worden, dem Wunsche deS Reichstage» zu entsprechen. Auch dem Wunsche »ach sofortiger Auszahlung der Beihilfe nach geschehener Anerkennung der Berechtigung sei Genüge geschehe». Bo» Seiten deS Schatzamtes könne aber der erforderliche Bedarf im Voraus immer nur schätzungs­weise festgestellt werden. Und wenn dann in de» Einzel- staate» ehe Berechtigung anerkannt sei, so könne doch unter Umstände»,da von de»Sl»ze!staate» dieA»meldu»gen erst an daS Schatzamt ergehen müssen, eine Zeit bi» zu 8 Monaten vergehe«, ehe die Auszahlung erfolge. Der Nißler'sche Gesetzentwurf, welcher dem Reichskanzler,um Swecke von Erhebungen überwiese» worden sei, wünsche «Währung vo» Beihilfen an alle Beterane», deren Erwerbsfähigkeit unter '/> gesunden fei. Er konstatiere da zunächst, daß der Dispositionsfonds des Kaiser» von 3 Millionen fast ganz, jedenfalls größtenteils für solche nicht anspruchsberechtigle «eterane» verwendet werde, welche unterstützungsbedürftig seien. Die Gesamt,iffer d« Kriegsteilnehmer, welche in Betracht kommen könnten, belaufe fich auf rund/i Million, davon 800 090 in Preußen. Da sei es erklärlich, wen« e» und dahin lauteten auch die A»Worten auS Preuße», auS.Sachfe», auS Württemberg, auS Mecklenburg, Schwerin u. f. w. säst «»möglich fei, die Erwerbs«, Vermögens-, ArbettS-Berhältniffe fo genau feftzulegen, um mit -ehern Ansprüche aus Richtigkeit abzuschätze«, wie viele vo« diese» 500 000 unter die Resolution falle». Im Uebrige» bitte er, de» Bericht der «udgetkommission über den JnvaltdensondS adzuwarte».

Aus Antrag ». Aormann wird Besprechung der Interpellation beschlossen.

meiner Bing, Du bist mir unersetzbar, unverkäuf­lich, unentbehrlich; Dich schätze ich wie einen De­mant auS einer Kaiserk one, wenn ich erwache, wen« ich mich niederlege, bist Du mein erster Gedanke. Daraus magst Du ersehen, welchen Wert Du für mich hast."

Den Jüngling durchschauerte e»; er fürchtete in diesem Lugenblick den Mann, und die« entsetz­liche Gefühl der Angst drückte ihm die Mordwaffe in bie Hand und ließ ihn auf den schlafenden Hund zielen.

Der Hund heulte auf, warf fich auf seinen Rücken und wälzte fich in feinem Blute. E» schien, al« richte sich sein treue« Auge mit stillem Vor­wurf auf den Mörder.

Der Jüngliug bebte zurück, aber de« Ritters Eisenfaust pickte ihn bei bet Schulter und stieß ihn vorwärt« zu dem zuckenden Tierkörper hin.

Na» genieße auch die Früchte Deiner Tat. Labe Dich an diesem Anblick."

Aber Onar schlug seine Hände vor das Se- ficht und wandte fich hinweg.

Si, Du Milchknade!" höhnte der Ritter,ist das Dein gerühmter Heldenmut, daß Du zurück- schrickst, mit einem Stocke gegen einen toten Hund zu gehen! Verhülle, Du tapferer Held, Dein Antlitz und weitte der edlen Polly eine Träne nach," unb bie hinzugetretenen Knechte brachen in wieherndls Hohngelächter auS.

Schamröte ergoß fich über OmarS Antlitz, er ließ die Hände finken, preßte die Sippen zusam­men unb starrte unbeweglich auf daS verendete Tier, obwohl sei« Herz voll Mitleid erbebte. Mit verstecktem Triumph beobachtete ihn der Furcht­bare. Heldenmut und Jugendungestüm! Nu«