Gescheiut tSgli» «.«lSoahoeder Eoml'lmdF««' tage. 8iert«rährl.
ohne Bringerlohn und Bestellgeld m stutba und auS- Lä^riM.bOPf.
FuldaerMIeitung
Inserate: Tis einspaltige Petit- zeile ober deren RaumlöPfg.Re- klamen die Pelit- jeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
Perentirortli*: Sät die Redaktion 3oL Sa»«, fä» Inserate 3. parzeller tu Fulda.
mit Unterhaltungs-Beilage „Zllustrirte Sonntags-Zeitung" petersgaSe Nr. 2 (ldarnlontei.
30. Jahrgang.
JuLSa, Montag, den 9. Februar 1903.
JE 31.
):( Die „hohle Hand" hat Anwartschaft darauf, i* der katholikenfeind, ltchen Presse noch einmal gerade so berühmt zu werden rote die von ei»em ganzen oogenhei e umsvon«-»e „tote Hand". Berühren sich diese Lulturkämpferischen Hirngespinste hoch au» darin, daß sie beide, zur Zeit w-nigstenS, auf Orden der katholischen Kirche angewandt werden. Han. delt e« sich aber gar. wie in diesem Augenblick, um den Orden der Gesellschaft Jesu, dann fehlt utichtS mehr, um dem liberalen Bterphilister ebenso ebenso wie vor der „toten" so auch vor der „hohlen" Hand ety unheimliches Grauen einzu« jagen.
Das .Organ für Bildung und Besitz', die ,toln. Ztg.' war es, die zuerst das schöne Bild von der „hMen Hand" gebraucht hat, um die in Aussicht gestellte (noch nicht vollzogene!) Aufhebung des § 2 deS JesuitengesetzeS als den vom Zentrum au?bedungenen Preis für die Zustimmung zum — Zolltarif hinzustelle«. Das Zentrum, so meint das nationalliberale Blatt am Rhein, müffe bei de« vertraulichen Verhandlungen wegen des Zolltarifs eine hohle Hand gemacht habe», und der Regierung wird vorgehalten, ste beschreite damit einen gefährlichen Weg, roena sie sich darauf einlasse, daß „jede national bedeutsame Vorlage mit durchaus fremdartigen Fragen vnqaickl wird."
Daß die unverbefferlichen Kulturkämpfer den bösen Ultramontanen alle möglichen Schlechtigkeit en zutrauen, find wir so gewöhnt, daß wir deswegen kaum noch einen Tropfe» Tinte ver. gießen würden; aber daß sie dem Zentrum auch eine so polizeiwidrige Dummheit zutrauen, die schwerwiegenden wirtschaftlichen Inter- effen seiner Wähler und ganz Deutschlands um eines kleinen kirchenpolitischen Zugeständnisses willen zu verschachern, daS möchten wir uns doch entschieden verbitten. Gehr richtig sagt in dieser Beziehung die protestantisch-konservative.Kreuz, ztg.': . Wir waren vielmehr der Mei
nung, daß das Zentrum als Partei, und daß die Zentrums-Mitglieder als Privatleute den Zoll- tarif (als Ganzes betrachtet) ebenso nötig hatten, wie die anderen MehrhettS.Parteie» mit ihren Angehörige». Gleich uns und einem Teile der nationalliberalen Partei hat das Zentrum auf weitergeyende Wünsche verzichten müssen, weil die Verbündete» Regierungen ihnen ihr Veto entgegensetzte». Wir meinen, dieser Zusammenhang derD-nge ist so einfach, daß et» Kultffen- Geheimnis gar nicht dahinter vermutet werde» kann."
Und das konservative Blatt fährt dann ebenso zutreffend fort: „Wir müßten auch die Bescheidenheit des Zentrums bewundern, wenn eS sich nur deshalb kostbar gemacht hätte, um schließlich mit dem § 2 des JesuitengesetzeS sich abfinde» zu laffen: Lieser Paragraph war längst eine überreife Frucht, die nicht erst herab- geschüttelt zu werden brauchte. Hatte sich doch schon vor 4 Jahre» der Reichstag mit großer Mehrheit für die Aufhebu»g des Expatriierunvs- Paragraphen ausgesprochen; der erste, der diese Aufhebung forderte, war unsere« WiffenS sogar der nationalliberale Führer v. Bennigsen."
Der M auf btt SSchMrg.
Originalerzählung aus der Geschichte der ehemaligen Jülicher Lande von Äleca Ruth.
S ------ (Nachdruck verboten.)
„Huben Eiv. Gnaden nie daran gedacht, daß der Knabe vielleicht eine» gewaltsamen Todes gestorben?" versetzte Agnesia, um nur in diesem peinlichen Momente etwas, zu sag'n. Sie erschrak vor der Wirkung dieser Wolle. Die Fürstin schnellte empor und starrte sie entsetzt an.
„Agnesia, was weißt Du d.von?" Verwirrt stammelte diese:
„Bei meiner Sel gkeit, allergnädigste Herrin, es war nur eine müßige Frage; — aber sie liegt so nahe." Die Fürstin legte sich langsam in die Kiffen zurück.
„Jaffjr, murmelte sie, „die Wahrscheinlichkeit der gewaltsamen Tode« liegt nahe, furchtbar nahe. Sie raubt u « den Schlaf und die Ruhe des Herzen«. Aber ach! Agnefia, e« wird ewig dunkel bleiben. Und wäre e« auch ander«, unfern toten Liebling ruft keine Gewalt der Erde mehr zum Leben zurück."
„Aber der Mörder muß an Vergeltung glauben lernen!" eiferte Agnefia.
„Dasselbe sagt auch der Fürst. Er hegt Ver-, dacht, und sobald er ein bestimmte« Ziel im Auge hat, triff: den Schuldigen die Strafe. Und der Fürst von Jbichau ist ein furchtbarer Rächer."
„So ist der Mörder seiner Ergreifung vielleicht viel näher, al» wir alle glauben," sagte Rgmßa und dachte an den Gärtner.
Ebenso tölicht wie daS liberale Geschwätz von dem „Preiskurant" des Zentrums und dergl. ist die weiter daran geknüpfte Bemerkung, da« Zentrum werde durch solche Zuzefiändntffe doch nicht zufriedengestellt, sondern es werde nun erst recht die Aufhebung des ganzen Jesuiten- gesetzeS u. s. w. fordern. Ja, gibt es denn überhaupt irgendwo in der Welt einen Mensche», der sich einbildet, wenn er von einer Schuld, die er abzutragen hat, eine kleine Abzahlung macht, müffe ihm nu« vor? Rechtswege» der ganze Rest ver Schuld erlaffen werden? Oder verzichten etwa andere Prrteie», wenn sie ihre Wünsche nur zum Teil erfüllt sehen, auf die weitere Vertretung ihrer übrigen Forderungen,
Man braucht die Frage nur auszusprechen, so ist fte schon beantwortet, d. h. verneint. Aber die Kulturkämpfer werden trotzdem mit der ihnen eigenen Verbohrtheit bei ihren abgestandenen Schlagworten beharren, ebenso wie sie in Baden, wo ihnen doch wahrlich das Äaffrr bis an den Hals geht aus die versöhnliche Rede, die jüngst der Zentrums Ihrer Wacker geaalte», nichts besseres zu tu» roiffen, als die Gefahr einer „klerikal-konservativen" Herrschaft für größer als dir einer sozialdemokratischen zu er- klären. So der erste Staatsanwalt Jung- hanns bei einer nationalltberalen Versammlung in Stockach. Die Herrn scheinen es den katho- lischen Wählern unmöglich macken zu wollen, bei de« nächsten Wahlen die Nationalliberalen vor dem Ertrinken in der sozialdemokratischen Hochflut zu retten. Nun — uns kann es schließ- lich gleich sein; die Böhtling und Junghanns find auch nicht beffer als Sozialdemokraten.
Rad?.
Berlin, 7. Februar 1903.
—* Zur sächsisch«* „Kh-irrnns" liegen eine ganze Anzahl von Meldungen vor, deren hauptsächlichste wir im folgenden wiedergeben: Die Rechtsanwälte Lachenal und Dr. Zehme habe« an Justtzrat Körner i» Dresden folgendes Telegramm gesandt:
Prinzessin Louise, vzelche ihre Beziehungen zu Giron auf gegeben hat, hegt bei btingenben Wunsch, ihren erkrankten Sohn Prinz Christian zu sehen. In ihrem Auftrage ersuchen wir Ste, Se. Königliche Hoheit bem Kronprinzen bte ehrfurchtsvolle Bitte vorzulegen, daß bie Mutter auf einige Stunden an bas Krankenlager beS Kindes treten dürfe. Prinzessin Louise wirb nach dem Besuch Dresden wieder verlassen. Wir erbitten telegraphische Antwort.
gez. Lachenal, Zehme.
Daraufhin berirs König Georg am Samstag Mittag einen Ministerrat, um das Gesuch der ehemalige» Kronprinzessin, ihre» kranke» Sohu für kurze Zeit besuchen zu dürfen, ernstester Erwägung zu unterziehen. DaS Resultat war, daß auch, nachdem sich die Prinzessin von Giron getrennt hat, ihre Rückkehr nach Dresden, sei eS auch nur auf wenige Stunde», unmöglich sei. So tief man die
„Derjenige, der im Verdachte steht, hat seiner Vater« Hau« verlaffen. — Sobald sein Versteck aufgefuckden, wappnet der Fü.st seine Mannen," schloß die Fürstin müde ab und wandte den Kopf.
Die Dienerin ordnete nach den Befehlen ihrer Herrin noch manche:lei an, und verließ al«da«n da« Gemach der Fürstin. Auf dem Korridore stieß sie fast mit einem Manne zusammen, der au« dem Zimmer de« Fürsten kam. Zu ihrem Erstaunen erkannte sie den Burggärtner, der, ohne rechts noch links zu sehen, den langen Gang entlang eilte. Was wollte der Alte bei dem Fürsten? Als sie in die Küche hinuntertrat, hörte sie die Mägde untereinander sprechen.
„Der geht von hinnen ohne eine nachgesandte Thräne. Er ging ja umher, als habe rr feine Seel' dem Teufel verschrieben."
„Wer zieht vo» hinnen?" frugte Agnesia eintretend. Die Mägde schaute» sie verwu»dert an.
„Ihr solltet das nicht roiffen und kommt doch von oben? Der alte Gärtner ists, er hat den Fürsten um seine Entlassung gebeten und will zu seiner Schwesterkind irgendwo i* Jülicher Landen. — flÜ, was habet Ihr denn?"
Agnefia stand wie angedonnert. DaS war ein Blitz auS heiterm Himmel. Der Burggärtner fort, ohne daß sie Licht in daS Dunkel gebracht? Ohne weiteres Bestnnen eilte fte davon, dem SärtnerhäuSchen zu. Im Burghof begegnete thr der Hausmeister.
„Wo kann ich denBurggärtner finden?" rief fte diesen an. Der wies nach dem Thore.
„Hat soeben die Burg für immer verlaffen. Der scheint'- eilig zu haben. — Uebrigens ein unheimlicher Geselle, dieser Alte." Nun war fte
unglückliche Frau bedauert, man steht keine Mög- lichkeit, sie an de» Platz zurückkehren zu kaffen, den sie unter so peinlichen Umständen verlaffen hat. Außerdem könnte ein Besuch der Prinzesfin in Dresden Anlaß zu einer Volkserregung geben, {fit deren Konsequenzen niemand die Verantwortung übernehmen würde. Und so erhielten die Anwälte der ehemaligen Kron- Prinzessin von Täcksen von dem Vertreter des Kronprinzen, Justizrat Körner, auf ihr Telegramm folgende Antwortdeprsche: „Seine König!. Hoheit lehnt die Erfüllung der gestellten Bitte defintrtv und unter allen Umständen ab. Körner." — Das .Dresdener Journal' schreibt: Die Rechtsanwälte der vormaligen Frau Kron- Prinzessin habe« der Preffe u. a. mitgeteilt, daß Giron alle Beziehungen zur Prinzessin Louise abgebrochen habe, um ihr die Wiederaufnahme des Verkehrs mit ihren Kindern in Dresden zu ermöglichen. Einzelne Preßorgane knüpfen daran die Hoffnung, daß damit der erste Schritt getan fei. der zu einer Verständigung führen könnte. Demgegenüber sind wir zu der Erklärung ermächtigt, daß die vorstehend mitgeteilten Tatsachen, ihre Richtigkeit vorausgesetzt. an der Stellung und in bex Beziehungen deS königlich sächsischen Hofes zur vor- maligen Frau Kronprinzessin nichts ändern, und daß insonderheit der angestrengte Eheprozrß seinen ungestörten Fortgang nehmen wird. — Die.Dresdener Nachrichten' berichten: Es heißt, daß der Betrag von 1 Million Krone» sogleich nach der entscheidende» Sitzung deS Dresdener Ehegerichts- hofes am 1. Februar flüssig gemacht und a» die frühere Kronprinzessin ausbezahU werden soll, da sich ihre Erbansprüche mit der Höhe dieser Summe decken. Weiter berichten die .Dresdener Nachrichten', der Papst habe in streng vertraulicher Mission einen Kämmerer an die Prinzessin gesandt, um ihr ans Herz zu legen, sie möge freiwillig auf einige Zeit ins Kloster gehen. Der Papst böige für ihre persönliche Sicherheit und Freiheit und hege die Hoffnung, daß sich ein Ausweg aus allen Schwierigkeiten finde» lassen werde. — Die .Schweiz. Dcp.-Ag.' meldet noch: Prinzessin Louise, die Über die ablehnende Antwort auS Dresden sehr betrübt tst, bat ihre Anwälte Lachenal und Zehme. neue Schritte zur Erfüllung ihres Wunsches zu tun.
4- Der IaK MMch hat im preußisch: Abgeordnetenhause bekanntlich keine befriebigenl Aufklärung gefunden. Der Minister wich dahin- zie!e»den Forderungen aus. Die Konservative» erklären, daß sie noch nicht alles gesagt haben und mit Rücksicht auf den Toten auch nicht sage» wollen. Nach dem, waS man unter der Hand aus konservativen Kreisen hört, war die Persönlichkeit des Landrates v. Willich durchaus nicht einwandfrei. Willich, ei» HaupisÜhrer des polen- feindlichen Hakatismus, den jetzt merkwürdiger- weise die Freisinnigen und Liberalen aller Schattierungen zu ihrem Parteiheiligrn erkoren haben, hatte sehr hohe und einflußreiche Beziehungen. Und darin liegt wohl der eigentliche Grund, warum seine konservativen Gegner nicht mit der Sprache heraus wolle»
also, kaum am A»fange ihrer Nachforschungen, schon damit zu Ende. DaS erhöhte ihre Laune nicht, ste ging mürrisch und verdrossen umher.
„Da werde Einer klug," sagte» die Mägde uxtereinanber, „die scheint sich den Weggang des Alten recht zu Herze» zu nehme»."
Jndeffe» kam Agnesia ein »euer Gedanke. Sie fragte sich, ob der Gärtner die Münzen mit» genommen oder das „Sündengeld" zurückgelaffe«, Letzteres mußte bedeutend für seine Schuld sprechen. So machte sie sich denn, da ste keine» UebetfaH do» Seilen des Alten mehr zu fürchte» hatte, am helllichten Tage auf und grub an dem bttrtffenben Baume nach. Wir ste voraussetzte, waren die Münzen samt dem Aschekrug zurückgeblieben.
Die Schuld des Gärtners stand bei ihr unzweifelhaft fest. Das war indessen auch all-S, was ihr von ihren Nachforschungen blieb, die Gewißheit, daß der alte Gärtner in irgend einer Weise an dem Tode deS Kindes mttschuldig sei. Da sich ihre Ueberzeugung indessen auf wenig wichtige Beweise stützten, so beschloß ste, sich ab» wartend zu verhalten.
Da trat ein Ereignis i» den Vordergrund, daS ihre Gedanken von der unerquicklichen Angelegenheit, soweit ste den Gärtner betraf, ab« lenkte. Auf der KönigSburg hielten eines schönen TageS Junker und Vasallen mit ihre« Mannen Einzug. Sie kamen auf des Fürsten Rus, aber der Zweck des unerwarteten Erscheinens blieb unbekannt. Doch nahm man nicht mit Unrecht an, daß fte der Einladung deS Herzogs Folge gaben und gen Jülich zogen. Vielleicht war Agnefia unter der Dienerschaft die einzige die,
+ Diäten mtb 39*9tred)f«ä*btr**t. Graf Bülow hat, wie die .Freis. Ztg.'mtttetll. persönlich einzelnen Mitgliedern deS Reichstages gegenüber kein Hehl daraus'gemacht, daß er <8 sär verwerflich erachte, dir Diätensrage zu ver» quicke» mit Wahlrechtsfragen. Den» man könne alsdann den Adgeordsete» den Vorwurf mache«, daß ste in den Diäten persönliche Vorteile für fich erkauft hätten gegen eine Set« schlechterung des Wahlrechts. Das ist ein neuer Grund zu bi« vielen andere», die gegen derartige Bestrebungen brr WahlrechtSfeinde spreche«.
4- Nie Ae«ez»eel«-Irage wird täglich verworrener. Baid hört man von ernste« Zerwürfnissen zwischen dem engt schere Botschafter Herbert in Washington und dem Mittelsmann Castros, dem Amerikaner Bowen, bald wieder wird über einen „gfinstigen Verlauf" der Ber- handlunge« in Washington orakelt, und neuerdings taucht gar wieder das Haager Schiedsgericht aus der Versenkung auf, in der eS schon verschwunden schien. Aas alledem geht «« soviel hervor, daß England i» dem englisch- deutsch-italienischen Konzert die schärfste Tonart pfeift, während der neue deutsche Geschäftsträger Spick von Sternburg den Auftrag yt haben scheint, Amerika mit de« sanftesten Flötentöne« zu umschmeicheln. Trotzdem werden die europäischen Mächte stch natürlich nicht trenne«, denn, damit würden sie den heißesten Wunsch der Iankees wie der Venezolaner erfülle». Die Verweisung des Streites an daS Haager Schiedsgericht würde beweisen, daß die Verhandlungen in Washington kein Ergeb« S hatten.
Ans dr« Reichstage.
-an 2ö3. Ettzuug oom 7. Februar 1908, 1 Uhr.
Auf der Tages, Ordnung steht der Etat des Reich« amt« de« Innern.
Zum GehaltStitel des Staatssekretärs liegen die Resolutionen AeqtTrimSor« (Beschttzukuna bet Arbeitszeit und «erbot ver Mttgade von Arbeit «* jugendliche Arbeiter) und Atßrecht (ReichSauffichtS- dehörden und MaximalarbeitSzztt) vor, ferner ein «eure Antrag Hrööer (Ztr.), den Reichskanzler ,u ersuchend in der nächste» Session dem Reichstag eine« Gesetzentwurf vorzulege», durch den die Rechtsfähigkeit von Berufe vereinen auf der Grundlage des Bürgerlichen Sefetz'mchrS geregelt wird.
Auf «otf» 'e« des Präsidenten, dem daS HauS zu- "inimt, soll fich tie Debatte beim Titel „Staatssekretär'' tu- aw sozialistische Gegenstände erArrrken.
Seim bar« «Ztr.) d,ückt seine «ervgtnung v.'iet auä, t i es berm Zolltarif seine» Freunde« tu u^e» fp(. ehe« ernste Srrnülage für die Witwe», und Waifeu-Bersorgung zu schaffen. (Gelächter bei den Eoziald.). Ja, die Sozialdemokraten hätte« freilich die B-rdSchti»»«, ausgesprochen, daS Zentrum habe seine» Rsrikten-Bersorgungs-Antrog überhaupt nur etngebracht, nm btt den Wählern eine Deckung zu habe« wegen seines Eintretens für de» Zolltarif. DaS fei aber eine falsche Beschuldigung, de»» es sei schon längst rin Herzenswunsch deS Zentrums gewesen, daß für die Witwen- und Waisen der Arbeiter gesorgt werde. SBtitee drückt Redner se«ne Genugtuung auS über alle» daS, waS fett JchreSsrist in sozialpolitischer Hinficht gescheh« sei rcsp. vorbereitet worden sei, so der «och im Bundesrat bestndliche Entwurf, der im Invalidengesetz die Lück- wegen der Handlungsgehilfen auSsüüe» sollte, ferner das dem Reichstage bereits vorliegende Entwurf wegen der Phosphorzüudwaren. Dann die in 19C2 erlassenen Beiordnungen für daS Gaft- undSchankwrrtschaftSge werbe, für die Gummi- der Wahrheit nahe kam. Es mußte nach ihrem Dafürhalten entweder die Spur des mutmaßliche« Mörders aufgefunden oder dieser selbst aufgespürt worden sein. Als ste am Nachmittage bei der Fürstin vorsprach, fand fie dieselbe seltsam gefaßt und ruhig. Sie konnte das Bett öttlaffen und auf dem Söller die frische Luft gemeßen»
Die Junker und Ritter saßen mit dem Fürste« beim Wein und ihr lautes Spreche« drang bis zur Fürstin hin, die davon sehr unangenehm berührt war. „Wenn mir nur das eine beschert bliebt", klagte fie, „Rahe, Ruhe! Alles andere martert mich." Agnesia schob ihr das Fußkissen zu. ,
„Aber eine Genugtuung liegt doch darin, daß et« solches Verbreche« nicht ungesühnt bleibt", sagte ste mit der Absicht, näheres zu erfahren. Die Fürstin lehnte sich matt zurück. „Was nützt daS alle«? Man glaubt nun auf sicherer Spur zu sein und zieht zum Kampfe aus, und welche» wird dar Ende sein? — Noch mehr Opfer, noch mehr Blut wird eS kosten! Ich kann .mich mit dem Gedanken an irdische Vergeltung nicht befreunden, umsomehr als die schwerste Sühne daS Geschehene doch nicht wieder gut mache« kann. Ueberlaffen wir doch die Vergeltung dem, der spricht: Mün ist die Rachel"
Aber fie ftlber wußte, daß des Fürsten Entschluß unumstößlich war und hatte ihre lieber« redungSversuche eingestellt. Vielleicht auch klammerte er stch an die Idee, um seinen Gedanken eine heilsame Ablenkung zu geben. Der Mann sucht seinen Trost im Vergessen, das Weib im steten Äeb-nken, im völlig'« Hineinleben in dar was seines Herzens süße Eluat