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mit Jlnlerhaktungs-Aeitage „Jllufirirte Sonntags-Zeitung"
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M 30.
Mut'-a, Samstag, den 7. Februar 1903.
30. Jahrgang.
Dentsche» Keich.
Berlin. 6. Februar 1903.
X Der zr»ich»»««zr,r Graf Kükoro hat am Donnerslag Abend beim Festmahle deSDeut- schere LasdDirtschaftsrales in längerer Rede sich über den neuen Zolltarif und andere laud wirtschaftliche Frage» geäußert. Daß der neue Tarif der Landwirtschaft günstig ist, schloß er aus der Hartnäckigkeit, mit welcher die Gegner einer besonderen Berücksichtigung landwirtschast- licher Interessen den Tarif bekämpfen. Dann fährt drr Kanzler fort: „Brauch: ich im einzelnen daran zu erinnern, daß für nahezu alle landw.lt- schaftlichau ElzmgNiffe der autonome Zollichutz erheblich verstärkt worden ist. daß vor allem für die vier Hauptgelreidearten Mindestzölle gesetzlich frstgeiegt find, dir gegen die jitzt geltenden Der» tragssätze den Zoll für die Tonne Weizen um 20 für die Tonne Roggen um 15 Jk, für die Tonne Hafer um 22 Jk und für die Tonne Braugerste um 20 A erhöhen, an die Wertzölle für Pferde, die Gewichtszölle für alle anderen Biehgattungrn? Für hie Einführung von Ur« sprungs-Z-üg»iss^, die Beschränkung der gemischten Privat-Tras- ütlagrr, die Aufhebung der Zoll« kied.te bet der Ensuhr von ®?txdbe find gesetzliche Bchimnungeu getroffen worden, die wiederholt geäußerte« Wünschen der Landwirtschaft wirksam entgegen kommen. Der Zolltarif Ümmi in erster Linie der Landwirtschaft zu gute. Herr v.Sodr« hat die Frage an mich gerichtet. R ann die Handelsverträge gekündigt werden würden. Diskretion und Rücksicht auf die Verbündeten Regierungen. deren Mandatar ich bi», verbiete« mir, mich über diese Frage auSzusprecheu. Das aber kann ich sagen, wir werden bei den Harr- delsvertrags«Unterhandlur.gen die Interessen der Landwirtschaft mit besonderem Nachdruck vertreten." Diese Ver- ficheruns wurde sehr beifällig ausgenommen. Hoffentlich bleibt es nicht bei den Worten.
ft AS-- Minterer, der seit fast 30 Jahre« den Elfäfftschen Wahlkreis Thann.»ltkirch vertritt, will nicht wieder sich um ein Mandat bewerbe«. Zu seinem Nachfolger ist, «ach ZeitungSmsldungen, das Landesausschußmitglied Dr. Rick!in auSersehen.
+ AS«, vs« «Kölker, der ehemalige Präsident des Äbzeordnetenhauses wird am 17. Febr. sein 80. Lebensjahr vollenden. Zur Bor- feier des @ebatt$tcg5$ soll am 16. s. Mts. 7 Uhr abends, in der Wandelhalle deS Abge- ordnetenhaus-S ein Fest statistrdrn, zu dem die Vertreter aller Parteien, die Ab«j. v. Kröchsr, v. Syrern, Golhein, Kittler, Graf Limburg- Gtirum, Dr. Porsch, Dr. Szumann und Voprlius die EinladuvKe«'ergehen lassen.
-t- Ier Axjesnit Keas Aoenröroech, der schon lange nach einem RetchStagsmandat AuSschau hält, will aus dem 18. sächsischen Reichstagswahlkreise (Zwickau) von Konser-
Der Kaub auf btt SSaigsbmz.
Origtralerzählung aus der Beschichte der ehemaligen Jülicher Lande von Aleca Ruth.
4 ------ (Nachdruck verboten.)
2. Kapitel.
Auf der Königsburg war es still geworden. Der tote Knabe lag in der stillen Gruft, über ihm hatte sich die Erde für immer geschloffen. Mr erste s. Ude Schmerz des Fürst»paares hatte nachgelassen und einer stummen Trauer Platz gemacht. Doch wie auch der Kummer am Herzen nagte, die einst so vertrauende Liebe fand den Weg über alle Hinderniffe.
Lauge ruhte des Fürsten 8u$se auf seiner apathisch auf dem Tigerfelle ruhenden Gattm, Sann erhob er sich auS dem Lehnstuhle, kniete an ihrer Seite nieder und schlang de» Arm um sie.
„Laß uns wieder in Frieden zusammentreten, Jalilta," flüsterte er weich, „und dieses Leben freudlos weiter tragen. Helfen wir uns gegenseitig, liebes SB Hb, allein ist'« zu schwer, die Manern erdrücken mich." Sie seufzte nur tief auf und wandte sich zur Seite, al« bringe sie e« noch nicht über sich, an ein andere« zu beulen, als an ihren toten Liebling. Er war in großer Sorge um sie; be$n ihr abgezehrtes, einst so strahlende« Antlitz ließ das Schlimmste befürchte». Er fing en, um ihren Verlust zu bangen und sagte sich, daß, wenn auch sie ihn verlasse, der Tod für ihn nur eine Wohltat sei.
Die alte »gmsir «ar in dieser kummervollen Zeit ihrer jungen Gebieterin «ehr al« Dienerin.
vativen, Rationalliberalrn, Antisemiten und Bund bet Landwirte die Kandidatur für die nächsten Wablen „augeboten^ bekommen haben. In sächsische« Blättern wird dies für unrichtig oder mindestens verfrüht erklärt, und die .Deutsche Tagesztg? versichert, daß die Vertrauensmänner de« Bundes der Landwirte zu einer eventuellen Kandidatur des Herrn Grafen in diesem Kreise, der übligenS absolut sicherer Besitz der Sozialdemokratie ist, noch nicht Stellung genommen haben. Offenbar ist nur der Sestnuun-sqenoffe Hsenrbrocchs, ler Superintendent Meyer- Zwickau, der „managet“ seiner Kandidatur, wie man in Amerika zu sagen pflegt.
+ Ja« preußische AS-esrhaeteu-a«» führte auch am Freitag dieD chatte, die sich an denTitkl „Ministrrgchalt" des Etats deS M miste - riums des Innerer knöpft, noch nicht zu E-rde. Die Debatte verlief sich aber mehr und mehr in alle möglichen Einzelheiten. Zu dem Antrag Barth auf Einführung der geheime» Stimmabgabe und MuordLMg der Wahlkreise Nahmen die 8bga. Nölle (xatl.), Freiherr von Zedlitz (irt), Öefer (frf. Bp) und Jrmer (kons.)Stellung, währendAbg. Barth (srs.Vgg.) die erhobenen E «wände zu widerlegen sachte. Die Konservative« und Freikonservatioen sind natürlich gegen den ganzen Antrag, bezeichn^der Weise aber gegen die geheime Stimmenabgabe auch die Nationalliberalen, deren großindustrielle Wähler bekanntlich ebenso berüchtigt find wegen des auf ihre äfoeitet ausgeübten Wählte ck.s wie die Großgrundbesitzer in de» protestantischen Gegenden des Ostens. Weiter brachten bit Ab- aeordn ten v. Czarlinski und Grabski eine Reihe doä Beschwerden über die ungerechte Br- hMdlung der Polen vor. Der Mmifier Frei' he,r von Hamm er stein glaubte diese Br- ichwerderr samt und sonders als unbegründet hez»ichnen zu könne» und feierte das „preußische System der G-re^iigkeit- — merkwürdigerweise ohne den verdiente« Heiterkeitserfolg. Weiter beklagten die Abgeordneten Schmitz (Ztr ) die loxe Bekämpfung der.Prostitution un« öffentliche« UnfiltUchktit, Oeser einen polizeilichen Bestechunßsoetsuch gegenüber einem Reduktion«- diener des .Vorwärts' und Goldschmidt (frf. Bp.) die übertriebene Pflege eines strammen Honneurmachens der Berliner Schutzleute. Die Besserstellung der Schutzleute wurde vo« verschiedenen Rednern befürwortet. — Am Samstag wird die Beratung fortgesetzt.
X Iie Muhzelk-mmWo« des Ad«e- ord«etenHs«se» erledigte am Freitag den Etat der Handels, und Eewerbeverwaltung, der in ollen Teile» unce ändert genehmigt wurde.
h Al- N-Sfide^r des W-stsäkischs« Ma«er«vereins an Stelle des verewigten Grasen LandSberg soll der frühere Landwirt- schastsminister Freiherr von Hammerstein- Loxten ausersehen sein. Bestätigung bleibt abzuwarten.
ft Die prrutzische« Staatsschuld-« beliefen sich nach dem an den Landtag erstatteten Bericht der StciatSschuldenkom Mission am 31. März 1902 auf 6865 Millionen Mark.
4- HSrm z«m Zkvtz «? Der .Vorwättt' teilt mit, daß die sozialdemo'rstische Agitation«-
Ihre mütterliche Sorge um die bedenklich erkrankte Fürstin, die sichere Leitung de« großen Haushalte«, die nun ganz in ihren Händen lag, machte sie in Hau« und Hof unentbehrlich. Dabei versäumte sie nicht einer geheimen Pflicht nachzukommen, die ihr mindesten« ebenso wichtig erschien, al« die Leitung der äußeren Geschäfte. Sie konnte ihr Mißtrauen gegen den Burggärtnrr nicht Io« werden und beobachtete ihn hstmli h. Ihr Argwohn bestärkte da« seit jener unglücklichen Stunde so scheue bedrückte, gänzlich veränderte Wesen der alten erprobten Diener«. Die kle ne Pforte wmde für ihn ein gemiedener Ort. Die prachtvollen Anlagen auf der Mauer verwilderte» und die Blumen verwelkim. Ein Gespräch mit ihm anzuknüpfrn ward zur Unmöglichkeit, obschon Agnefia kein Mittel unversucht gelassen, ihn zum Reden zu bringen. Schon begann sie zu verzagen, al« sich ihr endlich eine Spur zeigte. Al« fie einmal länger al« gewöhnlich wegen Vorbereitungen zu einem besonderen Mahle für den folgenden Tag in den Wirtschaft«, gebäuden verweille, war e« schon spät in der Nacht, al« sie mit den Küchenmägden in die Kammern zurückkehrte. Da beutele eine derselben plötzlich in den Garten. „Schaut, wer irrt dort so spät noch mit der Fackel herum?" fragte fie. Die übrigen kümmerten sich wenig um den nächtlichen Wanderer und gingen plaudernd weiter. Agnefia nur beobachtete schärfer den schwankenden Lichtschein zwischen den Bäumen, der sich von dem Gärtner«häu«chen au« fortzubewegen schien. „Geht in eure Kammer hinauf!" tief fie mit erzwungener Ruhe den Mägden zu, „ich sehr nach, wer e« fein kann." Unb fie gab ihnen die Schlüssel.
„Habet acht!" rief ihr eine der Mägde nach,
bioschüre über die lktzten „Kaiserdebatten- im Reichstag in ihrer ersten Auflage von 30 000 Exemplaren bereits am zweiten Tage nach dem Erscheinen vergriffen gewesen sei. Run ist jr zweifellos nicht immer Hinneigung zur Sozialdemokratie, sondern in sehr vielen Fällen auch bloße Sensationslust der Beweggrund derjenigen, die solche Broschüren kaufen, aber — „es bleibt immer etwa« hängen- sagt ein alte» Sprichwort. Und wir fürchten in diesem Falle: Er bleibt sehr viel hängen!
X SozialpokMsche Anträge Der Antrag Heyl-Trim born hat die Sozialdemokraten tatsächlich nicht schlafen lasse«. Bereits heute liegt im Reichstage ein sozialdemokratischer Antrag vor (Albrecht und Genosse«), der Betriebsaussichts-Behörde» zur Aussicht über alle gewerblichen Betriebe, einschließlich Heimarbeit. Handel, Verkehr. Bergbau, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Schiff- fah.t fordert. Die Sache soll von Reichswegrn mit einer Reichs-Zentralausfichtsbehörde als Spitze geregelt werden. Außerdem verlangt der Antrag eiste allgemeine Festsetzung der Maximal- arbeitSzeit auf vorläufig zehn Stunden mit allmählicher Verkürzung auf acht Stunden. Der Antrag ist nur dis Wiederholung früherer sozialdemokratischer Anträge und ist selbstverständlich nur auf die Wahlagitation berechnet, denn an seine praktische Verwirklichung glauben die Antragsteller zweifellos selbst nicht. Um so lächerlicher ist rs, wenn der .Vorwärts' in fortwährender Wiederholung über die „Winzigkeit" oeS Antrags Heyl-Trimborn fick krampfhaft lästig zu machen sucht. Er roberlegt sich dabei selbst, indem er (Stimmen aas den Preßspänen der Großindustriellen mitteilt, die sehr unwirsch über den Antrag Hryl-Trimborn fiz-d. Besonders die .Miltner Politischen Nachrichten' warne» dringend vor dem Anträge und schreiben dabei u. a. „Es ist nicht außer acht zu lassen, daß die engere Eingrenzung des Msximal.Arbeits- tageS für erwachsene Arbeiterinnen in allen denjenigen Srweibszweigen, in welche« diese Ar- bditertategorie beschäftigt wird, der Kontinuität de«Betriebes we^en auch eine entsprechende Einschränkung der Arbeitszeit der männlichen erwachsenen Arbeiter im Gefolge bat". Gerade der letzte Satz beweist jedem Freunde des Arbeiterschutzes nur um so mehr, wir bedeutsam die Verwirklichung der Forderungen des Antrages Htyl Trimborn wäre. Die Ber- kleinerungSsucht des.Vorwärts' hat sich damit selbst geschlagen.
st Der Ksflslat ist am Freitag von der Budgetkommiffion des Reichstaz« erledigt worden unter Genehmigung aller erforderlichen Post- bauten.
ft Sächsische Ars«i1»«a»ssi. Die,Dr?Sd. Nachr.' nehmen als sicher an, daß Sachsin'im BundeSrat gegen die Aufhebung d«S § 2 des Jesuitengesetzes stimmen werde. Sollte uns gar nicht wunder»!
* Im' Augelegeshett de» ehemalige« Kronprinzessin vo« Sachse« wird der.Bcss. Ztg/ aus Dresden mitjeteilt: Dar Gerücht bt» hauplet sich mir aller Bestimmtheit, die Kronprinzessin Louise sei hier seit gestern Mittag oder om—■racani 11 i »■■■»n o——m»
„der Rater Kuno gebt, wie ihr wißt, hier in der Burg um. Rafft euch bei Zeiten heim!"
So rasch ihre alten Beine c« erlaubten, eilte Agnefia zum Galten hirigb und verschwand in der Baumgrvppe. Lautlos folgte sie dem schimmernden Lichtschein — nun schien er an einer breit- ästigen Buche stille zu stehen. Vorsichtig trat Agmfia näher und erblickte eine Mannesgestalt an der Erde knieend und im Begriffe etwas zu verscharren. Mit verhaltenem Atem und weit- geöffneten Augen wagte ft« sich einen Schritt näßer, um das Gesicht jenes Manm« zu erspähen. Da verlöschte urplötzlich die Fackel, um sie her ward e» fast völlig dunkel; unr da« schwache Mondlicht leuchtete hinter zerrissenem G-wölk hervor. Run raschelte e« im Laube, ein schneller Schritt näherte sich ihr. Lautlos wollte sie zurückweiLen, ihr Fuß aber verwirrte sich im Reisig, sodaß fie gezwungen war, um jene« Manne« Aufmerksamkeit nicht zu erregen, sich still und unbeweglich zu verhalten. Indessen horte fie deutlich mit hastigem Schrttt jemanden herarkommen, sah eine Gestalt sich zwischen den Baumstämmen hindurchschieben und ihr Herz klvpfte hörbar. — Da hörte fie keuchende Atemzüge — und dann schob er sich dicht an ihr vorüber, fie sah ein von Gewiffenrqualen ent- st llte« Gesicht — dasjenige de« Burggättner«!
Von Entsetzen erfüllt stand fie eine Welle und suchte ihre Gedanke» zu sammeln. Dann tastete sie sich an den Baumstämmen entlang, bi« sie glaubte, den erreicht zu habe», an dessen Wmzel der Gärtner sich zu schaffen gemrcht. Reden diesen in d:e Erde steckte sie ein Hölzlein, um ihn zu kennzeichnen, unb beschloß, am andern Morgen in der Frühe ihre Nachforschungen dortselbst zu be-
Abend bei ihrem kranken Sohne im kronprinz» lichen Palai«. Mehrere zuverlässtge Persönlichkeiten behauvten mit Brstimmihert, sie gesehen zu haben. Auffällig ist, daß seit vorgestern Abend jedwede Nachricht au« Genf über sie fehlt. — Da« Gerücht klingt sehr unglaubwürdig an- gesicht« der Meldung de« .Dresdener Anzeiger', wonach Advokat Lachrnal in Genf von Dresden au« verständigt worben ist, daß die Kionprinzesfl« weder die österreichische noch die sächsische Grenze überschreiten darf. — Große« Aufsehen erregt mit Recht folgende Meldung de« Wolffsche« Bureau« cm« Genf: „Die Rechtsanwälte der K'.oaprinzeffin teilten der Presse mit, Giro« verließ abend« Genf mit dem Pariser Schnellzüge, um sich zu feiner Familie nach Brüssel zu begeben, wo er morgen Nachmittag ankommt, und wo er sich niederlaffen wird. Giro» gab alle Beziehungen zur Kronprinzessin aus, um ihr eine W-eder auf nähme de« Verkehr« mit ihren Kindern zu ermöglichen."
A«s dem Reichsta-r»
d 268. Sitzung coitt 6. Februar 1908, 1 Uhr.
Bei der fortgesetzten Beratung de« Reichskanzlei et at S erklärt auf verschiedene Beschwerde» deS Abg. AösteKe-KaiserSluutern (Bund der Landwirte) der
Staatssekretär des Auswärtigen, Frhr. ». Nicht- Hofe», daß das Amt die englische Regierung nicht im Unklaren darüber gelassen habe, daß, falls größere Mengen prämiierte» KolonialznckerS zuschlagsfrei «ach England kommen, wir uns unsere volle AkttonSfrethett offen halten.
Staatssekretär Graf UotadowsSy gibt dem Abg. Roeficke auS Anlaß einer Aeußerung desselben z«, eit sei richtig, daß der Druck der öffentlichen Laste«, besonders wegen den Schullasten, auf dem platten Lande viel größer sei, alS rn de» Städten. Aber s» weit dürfe man nicht gehen, zu behaupten, daß daS Land allein die Sffentlichen Laste» trage. Der Staatssekretär erklärt ferner die Behauptung, daß große Mengen kanadische» Weizens unter amerikanischer Flagge bei u»S zu dem niedrigen Zollsätze statt zu dem deS autonome« Tarifs etngingen, für unzutreffend. Die Zentralmaßregel» feie« sehr sorgsam und würde« sowohl in Amerika >elbst, wie in Deutschland sorgfältig gehandhabt.
Abg. Ang (Ztr.) rechtfertigt den Standpunkt der Mehrheit de» Reichstages ,n Sache» deS Zolltarifs, dessen Zustandekommen unserer Landwirtschaft »um Bor» teU gereiche. Er hoffe, eS »erde dem Reichstanzler gelingen, neue vorteilbaste Handelsverträge abzvschtteße«. Das Ausland habe jedenfalls ein ebenso großes Jntereffe daran, mit uns zu Handelsverträgen zu komme»,.wie wir selbst. Redner bringt alsdann lokale Beschwerde» und Wünsche vor auS seinem badischen Wahlkreise, die sich auf den zollfreien Grenzverkehr mit der Schweiz beziehe».
Abg. v. Kardorff (Rp.) betont, daß er und seine Freunde fich namentlich durch die sozialdemokratische Obstruktion b-wogen gesehen hätten, den Zolltarif unter alle» Umständen durchzusetzr».
Abg. Lievermau» vo« Sounenverg (Antis) bedauert, daß noch immer daS Verlange» nach Diät« von de» Rrgterunge» abgelehnt werde und empfiehlt Einführung der Wahlpflicht. Redner polemtstert weiter gegen den Reichskanzler und kommt labet wieder zu sprechen auf den Richtempfang der Burengenerale, wobei er die Bure» generale selber alS se ne Gewährsmänner bezeichnend, bestreitet, daß der Richtempfang verschuldet sei durch eine Sinnesänderung der fltenetwe s-lbst.
Rach weiteren Ausführungen der Abg. ^»chnicki?, Ira-,»«« und v. Hzarktuoki wendet fich
Reichskanzler Graf DSkew scharf gegen verschieoene Aeußi-rungen der Abg. Liebermann, PachniM und Röstcke Er bittet dabei, die Erörterungen über die Handelsverträge j-tzi zu schließe», damit unsere Karten
ginnen, aber bi« Stnbrück« der Nacht ließen fi« nicht zu ruhigem Schlafe kommen, und al« endlich bi« ersehnte Ruh« über sie kam, brach schon der erste Schein deS Morgenlrchtes durch ihr Fenster. Aergeriich über sich selbst erwachte sie erst, als eine der MSzde wie griröhnlich an ihre Tür pochte, um sie zu wecke«. Da verschob fie tbre Nachgrabungen bis zur kommenden Nacht. Rach der Abrsbmahlzeit wollte sie fich auf ihr Stübchen begeben, um die geeignete Stunde zu erwav- ten und dar erforderttche Gerät zum Graben bereit zu stellen, als ihr auf der Fl .r der Fürst begegnete und fie zu der Fürstin schickte, die ihre« bedürfe. Die Fürstin sphle st» äußerst leidend, und Agnefia blieb die Halbe-Nacht bei ihr, barm erst faxb fie Zeit, ihren Pta» auszuführen. Sie nahm einen brennenden Kreuspahn, ein verrostetes Stück eine« alten SpeercS unb eine Hocke und machte sich auf den Weg.
Da» Särtnerhäurchen in weitem Bog«« umgehend, gelangte fie an die Rotbuche» - Gruppe. Nun galt eS, den Baum aufzufinden, unter dem die etwaige geheime Schuld deS Alten vergrab« war; indessen wie sie auch nach dem von ihr selbst in die Srde gesteckten Markreis suchte, fie konnte es nicht wieder ausfinden. Sie leuchtete den Grasboden bis zum Burghof zurück ab und immer ohne Erfolg. Ihr Kienscheit war dem Erlösche» nahe unb ihre letzte Hoffnung sm Sinket-, da fand fie das Reis in einer Gntfernuntz von wenigen Schrttte» am Boden liegen. Ra» mußte ei im BorÜbergeh-n niedergetreteu und fortg,schleudert haben — oder lag eine bestimmte Absicht dem zugrunde? Wenigstens bl.eb st- im unklaren darüber, welcher von de» beiden nähr--